General-Anzeiger für
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat 95 R-Pfg., für den ganzen Monat RM. 1.90 ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10 R-Pfg., Samstag 12 R-Pfg. ✓ Anzeigenpreise-. Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg.. im Retlameleil von 68 mm Breite M R-Pfg. / Osfertengebühr 50 R-Psg.
â. 194
Steifte, bett
19, August
'Hanau Stadt und Land
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Feruspr. 3956,3957,3958
1932
Dev zweite Giratosphärenflug geglückt
Vieeard evveiOt eine KSbe vou 16Z9C Meter — 3n bet Kühe von Verona
niebereeeaneen
KE)» Ädl^L^vt^
* Der neue Reichstag tritt am 30. August zu- immen.
* Professor Piccard ist gestern nachmittag 15 Uhr bei Brescia südlich des Gardasees D elandet.
Der Reichsarbeitsminister hat, wie die „Voss. - stg." berichtet, die Vertreter der Spitzengewerkhaften zu einer Besprechung am Freitag in das leichsarbeitsministerium geladen. Das Blatt nimmt n, daß diese Besprechung einen Meinungsaustausch ber die Pläne für eine „Auflockerung" des Tarif- nd Schlichtungswesens dienen soll.
♦
Wie der „Voss. Ztg." aus Schwerin gemeldet ürd, hat die Regierung von Mecklenburg-Schwerin n einer Verordnung vom 11. August bestimmt, daß tätliche Gebäude nur noch auf Anordnung des Rinifteriums und in den Landesfarben flaggen ürfen. Das gilt auch für Dienstwohnungen von Beamten, soweit sie sich in staatlichen Gebäuden efinden. Eine ähnliche Verordnung wurde kürzlich 1 Anhalt erlassen.
Die „Mündenschen Nachrichten" berichten, daß >it gestern ein Kommissar der Landeskriminal- orkzei Hannover in Hann.-Münden mit der ört- chen Polizei zusammenarbeitet, um einer kommu- istischen Aktion auf die Spur zu kommen. Bisher eien fünf Personen verhaftet worden. Nach der Reibung des Blattes fetzt der Landeskriminal- ommissar seine Arbeiten in Göttingen fort.
Zu den Gerüchten über Zwistigkeiten zwischen »em Reichskanzler und dem Reichsbankpräsidenten n der Frage der Finanzierung der Arbeits- eschaffung erfahren wir, daß in den Besprechungen wischen den beiden Herren von gestern sich die p legenseitigen Standpunkte genähert haben. Von inem Konflikt zwischen ihnen kann nicht die Rede ein.
Reichspräsident von Hindenburg hat dem pol- nschen Staatspräsidenten anläßlich des Todes seiner Battin telegraphisch sein aufrichtiges Beileid ausgesprochen. *
Zwischen der Deutschen Reichsbank und der Bank von Griechenland ist vorläufig auf die Dauer wn sechs Monaten ein Clearingabkommen geschlossen und unterzeichnet worden.
*
♦ Im Ohlauer Sonderprozeß wurden einige Angeklagte durch die Aussagen verschiedener Zeugen und den Befund der Sachverständigen schwer belastet. *
In der Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz „NSK" erklärte der Chef des Stabes, Röhm, die nationalsozialistische Bewegung sei ihrem Ursprung und ihrem Ziele nach eine revolutionäre Bewegung, weil sie eine grundlegende Neugestaltung des Staates erstrebe. Der Träger dieses revolutionären Gedankens könne nur der SA.- Mann sein. *
Die Hebungsarbeiten an der „Niobe" gestalten sich infolge des zähen Schlicks sehr schwierig.
*
Wie aus Admonton in der westkanadischen iT Provinz Alberta gemeldet wird, ist Gronau mit seinen Begleitern Donnerstag früh auf dem Lac la Biche zum Weiterflug nach Prince Rupert am Stillen Ozean gestartet. *
Bei Geheimversuchen ereignete sich auf einem Motorversuchsboot der englischen Marine im Hafen von Portsmouth eine Benzinexplosion, durch die ein Mechaniker getötet und drei weitere Mechaniker schwer verwundet wurden.
Im Aermelkanal kam es infolge Nebels zu mehreren Schiffszusammenstößen, wobei auch deutsche Schiffe beschädigt wurden, während andere nicht rechtzeitig ihre Bestimmungshäfen anlaufen konnten.
*
In London trafen drei junge Estländer ein, die mit einem kleinen Segelboot den Atlantik von Newyork ar überquert haben. Nachdem ihre Hochseefahrt ohne jeden Zwischenfall vor sich gegangen war, stießen sie bei der Ankunft in London mit dem Mast gegen einen Bogen der Westminsterbrücke, so daß der Mast in der Mitte abbrach.
•) Näheres siehe politischen Teil.
Vieeavds glüMitüe Landung
Verona, 18. Aug. Der Ballon Professor Piccards ist. nachdem er Riva in etwa 1400 Meter höhe überflogen hat, in der Nähe von Verona am unteren Garda- See um 17 Uhr niedergegangen. Der schweizerische Bundesrat hat an Professor Piccard ein Glückwunschtelegramm gesandt.
DEUTSCHLAND
" oMeran
Poschiavo
Venedig
Verona
SCHWEIZ
&MM
■Stt J
Dübendorf—
»Vaduz ÖSTERREICH
Professor Piccard
Mailand, 18. Aug. Die Kunde vom Fluge Professor Piccards hatte sich rasch in dem Gebiet des Garda-Sees verbreitet. Tausende Personen verfolgten mit lebhaftem Interesse den langsamen Flug des Ballons. Um 14 Uhr war Professor bis auf eine Höhe von 1000 Metern herabgestiegen und überflog Desenzano 2^ Stunden lang. Von hier aus nahm er Kurs gegen Castiglione della Stiviere und landete dann in der Nähe von Monzambano. Eine zahlreiche Zuschauermenge zollte den mutigen Fliegern begeisterten Beifall. Professor Piccard verließ gleich nach der Landung die Gondel und begab sich im Auto nach Desenzano, während Cosyns an der Landungsstelle blieb.
Wie weiter aus Desenzano gemeldet wird, hat Professor Piccard seinen Flug in ausgezeichneter gesundheitlicher Verfassung beendet. Das italienische Luftfahrtministerium, das schon vorher von der
Einberufung des Parlaments am 30. August
AttevsvrSKdeutlu -Klava Seiki«
Berlin, 18. Aug. Der Reichstagspräsident Löbe hak nach einer Heuke mik dem Reichskanzler gehabten Rücksprache den neuen Reichstag auf Dienstag, den 30. August, nachmittags 3 Uhr, zu feiner ersten Sitzung einberufen. Line Tagesordnung kommt für die erste Sitzung nicht in Frage, weil sie lediglich der Konstituierung des neuen Parlamentes gewidmet ist.
In der Eröffnungssitzung des neuen Reichstages wird zunächst ein vorläufiges Büro gebildet und der Reichstag für konstituiert erklärt. Es folgt dann der Namensaufruf der neugewählten Abgeordneten. Das Präsidium in dieser Eröffnungssitzung, das nach den parlamentarischen Gepflogenheiten von dem Alterspräsidenten geleitet wird, wird aller Wahrscheinlichkeit nach tatsächlich die kommunistische Abgeordnete Klara Zetkin übernehmen, die das älteste Mitglied des Hauses ist. Sollte Frau Zetkin aber doch wegen ihres Gesundheitszustandes nicht zur Ausübung des Alterspräsidiums in der Lage sein, so würde der Zentrumsabgeordnete Blum die Geschäfte des Alterspräsidenten übernehmen. Verschiedentlich ist die Ansicht aufgetaucht, daß es bereits in dieser Eröffnungssitzung zu Zusammenstößen zwischen den Nationalsozialisten und den Kommunisten kommen werde, da die Nationalsozialisten gegen die Ausübung des Alterspräsidiums durch die kommunistische Abgeordnete Klara Zetkin Protest erheben.
Wie wir hören, dürfte diese Ansicht aber nicht zutreffen. Die nationalsozialistische Fraktion wird sich vielmehr mit dieser Tatsache ab finden und darauf bringen, daß so schnell wie möglich zur Wahl des Präsidiums geschritten wird. Falls sich also keine Zwischenfälle ereignen, würde sich das Haus sofort nach der Konstituierung vertagen. Auf der Tagesordnung der zweiten Sitzung steht dann d i e
Karte der Süd-Alpen und von Oberitalien mit der ungefähren Flugroute Professor Piccards.
Möglichkeit einer Landung im Gebiet von Mantua informiert worden war, hatte den Offizieren und Soldaten der Fliegergruppe den Befehl erteilt, sich für alle Fälle bereit zu halten. Der Befehl wurde sofort ausgeführt. Von Verona, Desenzano und Verrare waren Flugzeuge aufgestiegen, um bei der Landung und bei der Bergung der wissenschaftlichen Instrumente behilflich zu sein.
Volta Mankovana, 18. Aug. Gegen 17 Uhr sahen die Einwohner von Volta Mantovana am Himmel Professor Piccards Ballon, den sie sogleich an der kugelförmigen Gondel erkannten. Um 17.30 Uhr landete der Ballon 3 Klm. von Volta Mantovana, wobei die Gondel gegen einen Hügel stieß. Bei diesem Stoß fielen die Bordinstrumente um. Piccard verließ die Gondel, während die Automobile, die dem Ballon gefolgt waren, von allen (Fortsetzung auf Seite 2)
Wahl des Präsidiums. Mit Ausnahme der Amtszeit des deutschnationalen Präsidenten, Exzellenz Wallraff, hat bisher stets die sozialdemokratische Fraktion den Präsidenten gestellt. Nachdem die Nationalsozialisten die weitaus stärkste Fraktion geworden sind, erheben sie selbstverständlich Anspruch auf den Reichstagspräsidenten. Ebenso wie in Preußen, ist die Wahl eines nationalsozialistischen Präsidenten sicher, da außer den Deutschnationalen auch das Zentrum für den nationalsozialistischen Präsidenten stimmen werden.
Wahrscheinlich wird die nationalsozialistische Fraktion den Abgeordneten Stöhr als Präsidenten vorschlagen. Die Wahl der Vizepräsidenten dürfte ähnlich verlaufen wie seinerzeit im neugewählten preußischen Landtag. Das Zentrum und die Deutschnationalen werden, wie man in parlamentarischen Kreisen mit Bestimmtheit annimmt, je einen Vizepräsidentensitz erhalten. Fraglich ist dagegen, ob die Sozialdemokraten im Präsidium vertreten sein werden. Wenn sie wie im preußischen Landtag entgegen der parlamentarischen Uebung einen eigenen Kandidaten für den Präsidentenposten aufstellen und nicht für den nationalsozialistischen Kandidaten stimmen, so würden sie auch bei der Wahl des Vizepräsidenten ausgeschaltet werden.
Schlutz in Sitawa
Rußland der Leidtragende
Die Wirtschaftskonferenz des britischen Weltreiches in Ottawa ist zu Ende gegangen. Die in der letzten Zeit in der Weltpresse häufig geäußerte Vermutung, daß von der Ottawa-Konferenz keine großartige Ergebnisse zu erwarten seien, haben sich bestätigt. In vielen Beziehungen haben sich die Gegensätze zwischen dem englischen Mutterlande und den Dominions als unüberbrückbar erwiesen. Somit schloß die Konferenz mit einer Anzahl von Kompromissen. Die neugeschaffenen gegenseitigen Bindungen sind höchst flexibler Natur. Besondere Zoll- und Handelsausschüsse sollen geschaffen werden, denen die Konkretisierung der Ergebnisse überlassen wird.
Im Vordergründe des Interesses stehen die Abmachungen, die zwischen England und Kanada getroffen wurden. Die kanadische Regierung erklärte sich letzten Endes bereit, für die Einfuhr englischer Eisen- und Stahlerzeugnisse, sowie der der britischen Wollwaren und in geringerem Maße auch Baumwollartikel Vorzugszölle einzuräumen. Um die heimische kanadische Industrie konkurrenzfähig zu erhalten, wurde von festen Tarifsätzen abgesehen. Man beschränkte sich auf Einsetzung einer Zollkommission in Ottawa, der die Zollbehandlung entsprechender Waren aus dem Mutterlande gemäß der jeweiligen Marktlage und dem Stande der heimischen Produktion in die Hand gegeben wird. Da diese Kommission ein ausführendes Organ der kanadischen Regierung ist und die letztere eine Hochschutzzöllnerische Politik betreibt, so erwarten mit Recht die englischen Fertigwarenexporteure von der Tätigkeit dieser Kommission nur noch sehr magere Vorteile für sich.
Dementsprechend bewegt sich das englische Entgegenkommen den kanadischen Wünschen gegenüber, gleichfalls auf einer ziemlich engen Basis. Es ist freilich nicht von der Hand zu weisen, daß die britische Regierung unter dem Druck der Dominions sich dazu entschließen mußte, das Jahrhunderte alte Prinzip der freien Einfuhr von Lebensmitteln einzuschränken. England verpflichtete sich einen Zoll auf Weizen aus der übrigen Welt in Höhe von 2 Schilling für den Viertelzentner zu Gunsten der kanadischen Weizeneinfuhr, sowie auch Vorzugszölle für kanadisches Vietz einzuführen. Die britische Delegation hat sich außerdem mit einverstanden erklärt, einen 20prozentigen Wertzoll auf Bauholz durchzuführen, was der kanadischen Holzausfuhr zugute kommen würde, und zwar in erster Linie auf Kosten der Drosselung der sowjetrussischen Holzeinfuhr nach England.
Was die vielumstrittene Frage der Vorzugsbehandlung der Fleisch-, Fisch-, Obst- und Molkereiprodukten-Einfuhr aus Australien und Neuseeland anbetrifft, so konnte sich die britische Delegation nicht entschließen, den Forderungen der Dominions auf diesem Gebiete voll nachzugeben. Sie mußte auf die Handelsbeziehungen Englands mit Argentinien, Dänemark und Holland in hohem Maße Rücksicht nehmen. Die Handelsmter- essen Englands in diesen Ländern und vor allen Dingen in Argentinien, wo etwa drei Milliarden Mark an britischen Kapitilanlagen stecken, sind zu gewichtig, um den Forderungen der Dominions glatt geopfert zu werden. Somit beschränkte sich die britische Delegation auf die Zusage einer Kontigentierung der Einfuhr von Fleisch-, Fisch- und Molkereiprodukten. Mit dieser sehr dehnbaren Kompromißlösung konnten die Wünsche der Dominions in keiner Weise befriedigt werden, umsomehr als die Ausgestaltung und Handhabung der zukünftigen Kontingentierungs-
Die heutige Summer- umkaSt 10 Seiten