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HanaueMmAger
tM^mrd^ther fWvw^ Stadt und Land
Anzeiger sür^
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Dienstag, den
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16« August
1932
Ausbaupvogramm der ReiOsregievung
veeftSrstee AeveUsdienft - Gin Nachwort der ReiOsveskev««s - Glerchttevuns mit
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* Halbamtlich wird mitgeteilt, daß Hitler von Hindenburg eine Stellung verlangte, die der Musso- nis entsprechen sollte.
* Die Reichsregierung hat gestern das Arbeits- eschaffungsprogramm beraten. Die Finanzierung rächt erhebliche Schwierigkeiten.
Reichskanzler von Papen empfing am Montag ormittag den geschäftsführenden Präsidenten der deutschen Kolonialgesellschast, Kolonialstaatssekre- är a. D. Dr. h. c. von Lindequist, zu einer kolonial- >oliüschen Aussprache. *
Der Reichskanzler hat dem badischen Staats- ainisterium zum Ableben des badischen Jnnen- ninisters, zugleich in^ Namen der Reichsregierung, n einem Telegramm sein Beileid ausgesprochen.
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Die mecklenburg-schwerinsche Staatsregierung >at den Beamten der Landespolizei das Tragen wlitischer Abzeichen außerhalb der Unterkunft und mßerhalb des Dienstes wieder gestattet.
In einem Artikel im „Tag" wird die Zustimmung der DNBP. zu Hindenburgs Entscheidung iffijieU erklärt.
Der Hekannie schwedische Fmanzsachverständige ^rof. Cassel tritt für völlige Schuldenstreichung md Zinssenkung ein.
Der chilenische Finanzminister Zanartu ist wegen '.er Ablehnung seines neuen Währungsplanes durch 'ie übrigen Regierungsmitglieder zurückgetreten. Sie Zanartu nahestehende radikale Partei hat steichzeitig der Regierung ihre Unterstützung ent- ogen und die Absetzung des Präsidenten Dr. )avila verlangt.
* In Brieg begann der erste große Sonder- lerichtsprozeß wegen des Blutsonntags von Ohlau.
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Auf dem Dach eines der größten Pariser Kauf- läufer wurde am Dienstag in Gegenwart der imtlichen Vertreter des Lustfahrtministeriums eine ^lugschule errichtet, die jedem Franzosen die>Mög- ichkeit geben soll, fliegen zu lernen. Zur Ausbü- mng der Flugschüler hat man ein mittelgroßes Flugzeug an einem nach allen Seiten beweglichen Krm auf dem Dach befestigt, so daß die Schüler )en Eindruck haben, sich in der Lust zu befinden.
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* Die Potsdamer Sternwarte hat einen neuen Kometen gesichtet. *
Mittelgriechenland wurde gestern von starken Erdstößen heimgesucht.
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Der englische Flieger Mollison beabsichtigt, heute zum Ozeanflug zu starten.
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Die Regierungskommission hat trotz des ein- nütigen Protestes der Saarbevölkerung und ihrer gewählten Vertreter im Landesrat neue Steuer- erhöhungen verordnet. 60 Millionen fehlen der Kommission zur Ausgleichung ihres Haushaltes. Die Erhöhungen bedeuten eine Mehrbelastung von rund 54 MillionenFrancs.
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Anläßlich des Verfassungstages haben zahlreiche fremde Staatsoberhäupter dem Herrn Reichspräsidenten telegraphisch herzliche Glückwünsche übermittelt.
' Der Start zum Stratosphärenflug von Professor Piccard kann aus meteorologischen Gründen vor Mittwoch nicht stattfinden.
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Die lippische Landesregierung hat angesichts des Rückganges der Reichssteuereinnahmen beschlossen, eine Gehaltskürzung vom 1. September ds. Js. ab für das Rechnungsjahr 1932 durchzuführen. Die Kürzung erfolgt in der Weise, wie sie Preußen bereits seit dem 1. Juli ds. Js. durch- qeführt hat, jedoch mit der Milderung, daß eine Freigrenze von 1000 RM gesetzt wird.
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In der Stadtverordnetenversammlung von Doberan wurde heute auf einen nationalsozialistischen Dringlichkeitsantrag hin gegen den Widerspruch der Linken Adolf Hitler das Ehrenbürgerrecht der Stadt Doberan verliehen. Gleichzeitig wurde eine Chaussee in Adolf-Hitler-Straße umbenannt. •
•) Näheres siehe politischen Selt
Wussosiur gefordert und abselehnt
Papen stellt sich dem Reichstag
Berlin. 15. Aug. Das Reichskabinett hat heute nachmittag eine Sitzung abgehalten, in der es sehr eingehend die durch das Scheitern der Verhandlungen mit dem nationalsozialistischen Führer geschaffene Lage erörterte. Das Kabinett hat über seine weitere Taktik keine Beschlüsse gefaßt. Es ist entschlossen, den bisherigen Weg weikerzugehen und entsprechend der Aufforderung des Reichspräsidenten unabhängig von den Parteien die
fachliche Arbeit fortzusetzen.
In den nächsten Tagen und Wochen bis zum Zusammentritt des Reichstages werden die von der Regierung geplanten wirtschaftlichen und sozialpolitischen Maßnahmen in Einzelbesprechungen soweit sertiggestellt werden, daß die Regierung
mit dem fertigen Aufbauprogramm vor den Reichstag treten kann.
Die von Zentrumskreisen verbreitete Ansicht, daß die Reichsregierung den Reichstag nicht fristgemäß einberufen werde, wird von zuständiger Stelle energisch dementiert. Der Reichstag wird am 30. August zusammentreten und dann Gelegenheit haben, zu dem Wirtschaftsprogramm der Regierung Stellung zu nehmen.
Das Wirlfchaflsprogramm der Reichsregierung wird eine Reihe von Maßnahmen enthalten, die direkt oder indirekt der Arbeitsbeschaffung dienen sollen.
Durch einen besonderen Gesetzentwurf soll der Freiwillige Arbeitsdienst, in dem jetzt 85 000 Personen beschäftigt werden, auf 200 000 Mann erweitert werden. Durch eine Reform der Verwaltung der Sozialversicherung sollen Ersparnisse innerhalb der Sozialversicherung erreicht werden. Eine größere Elastizität bei der Handhabung der Verbindlichkeitserklärung von Schiedssprüchen und eine Lockerung bgr Tarifpolitik unter Aufrechterhaltung der gesetzlichen Bestimmungen ist ebenfalls geplant. Schließlich ist auch eine Förderung des Wohnungsbaues, besonders des Kleinwohnungsbaues, beabsichtigt. Weitere Referentenentwürfe betreffen die Siedlung auf dem Lande und die Stadtrandsiedlungen. Im Reichsverkehrsministerium und im Reichspostministerium werden Maßnahmen vorbereitet, die durch neue Aufträge der Reichsbahn und Reichspost die Wirtschaft beleben sollen. Hier handelt es sich in erster Linie um die Erneuerung des Oberbaues der Reichsbahn. Weiter sind Maßnahmen für den Straßenbau usw. vorgesehen. Der schwierigste Punkt bei der Durchführung dieses Programmes ist die Finanzierungsfrage. Die im Etat vorgesehenen Mittel reichen naturgemäß nicht aus. Don der Reichsbahn sind aber bisher zusätzliche Kredite abgelehnt worden. In den kommenden Beratungen des Kabinetts werden daher voraussichtlich auch noch andere Finanzierungspläne eine wesentliche Rolle spielen.
In der Wilhelmstraße herrscht im übrigen bezüglich der
innerpolilischen Lage eine durchaus ruhige Auffassung
vor. Man sieht eine gewisse Entsvannung auch in der Tatsache, daß die SA. einschließlich der Führer auf acht Tage beurlaubt worden ist. Auch die für Dienstag vorgesehene Führertagung der National sozialisten ist zunächst wieder abgesagt worden. Es verlautet, daß sie Ende der Woche stattfindet. Bemerkenswert ist eine bisher von nationalsozialistischer S^ite nicht bestätigte, aber auch nicht bestrittene Behauptung, daß die nationalsozialistische Reichstagsfraktion gar nicht im Reichstag erscheinen werde.
Die Veröffentlichung über die Besprechung zwischen dem Reichspräsidenten, dem Reichskanzler und Adolf Hitler hat noch politische Auseinandersetzungen ausgelöst, da zwischen dem amtlichen Kommuniques und der Verlautbarung der NSDAP
ein Widerspruch
insofern klafft, als in dem amtlichen Komuniquee erklärt wird, Hitler habe „die Auslieferung der gesamten Staatsgewalt" verlangt, während es in der nationalsozialistischen Verlautbarung heißt, Hitler habe „die eindeutige Führung der Reichsregierung' gefordert. Von zuständiger Stelle wird dazu erklärt, daß die amtliche Darstellung absolut authenisch fei. Das gehe auch deutlich daraus hervor,
daß Hiller zum Ausdruck gebracht habe, „er beanspruche die Stellung, die Mussolini nach dem Marsch auf Rom erhalten habe".
Damals wurde Mussolini bekanntlich zum Ministerpräsidenten érnannt und er übernahm zunächst sämtliche Ministerien. Die faschistische Garde bekam den Charakter als staatliche Miliz. Außerdem wurde die italienische Verfassung nach den-faschistischen Forderungen umgestaltet und das Parlament aufgelöst.
pavtamentaviovtasuns dev NSDAP vertagt
Berlin, 15. Aug. Die für Dienstag unv Mittwoch in Aussicht genommene nationalsoziali- slische Parlamentariertagung, an der alle die nationalsozialistischen Abgeordneten der deutschen Länderparlamenle leilnehmen sollten, ist, wie wir von nationalsozialistischer Seite hören, vorläufig abgesagt worden.
Das Lenivum und die NesievnnssbNdnng im Reich und in Preußen
Stuttgart, 15. Aug. Das „Deutsche Volksblatt' in Stuttgart, das führende württembergische Zentrumsorgan, macht Mitteilungen über die. Auffassung maßgebender Zentrumskreise von der durch das Scheitern der Verhandlungen des Kabinetts Papen mit Hitler geschaffenen Lage.
Das Blatt erinnert daran, daß die preußische Zentrumsfraktion am Donnerstag die Nationalsozialisten und die Deutschnationalen zu Verhandlungen über die Frage der preußischen Regierungsbildung eingeladen hatte, und schreibt dazu: Die Verhandlungen haben bis jetzt nicht stattgefunden. Man sollte ales aufbieten, um diese Verhandlungenpositivzugestalten. Ist ein solches Ergebnis erzielt, dann kann es nach der Auffassung des Zentrums nicht ausbleiben, daß die Lösung der Regierungsfrage in Preußen auch eine Klärung im Reiche nach sich zieht. Ob der Weg, den das Zentrum weist, zu einem Ziele führt, kann gewiß sehr bezweifelt werden. Und es ist für das Zentrum nach den Vorgängen am Samstag unendlich schwer, an die Möglichkeit einer dauerhaften Einigung und einer Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten zu glauben. Aber wer sich nicht von vornherein damit abfindet, erklärt das Blatt zum Schluß, daß die Gefahr schwerster Verwicklungen heraufbeschworen werde, der müsse jeden Versuch machen, der unter Umständen weiterführen könnte.
Dev „anseiff* übev das negative Evgednis See Nev- handSunson Kitievs
Berlin, 15. Aug. Reichstagsabgeordneter Dr. Jos. Goebbels sagt im „Angriff" in einem Artikel „D i e Macht an Hitler" u. a.: Die national- soziatistische Bewegung und ihre Führer verfochten nur ihr gutes Recht, wenn sie bei der Belastung mit einer ungeheuren geschichtlichen Verantwortung, die sie für die kommende deutsche Politik zu übernehmen hatte, nun auch die Forderung aufstellten, daß man ihnen in eindeutiger Weise die Führung der Regierungsgeschäfte anvertraue und ihnen dadurch die Möglichkeit gäbe, innere Reformen durchzusühren, die sie für die Wiedergeburt der Nation und für die Reinigung des öffentlichen Lebens in Deutschland für unerläßlich notwendig hielten. Man hat unserer Bewegung in der Vergangenheit oft den Vorwurf gemacht, sie treibe eine Desperadopolitik, und wenn man sie vor die Verantwortung stelle, dann drücke sie sich scheu beiseite. Hier war zum ersten Mal die Gelegenheit geboten, der national- sozialistischen Bewegung die Chance der Opposition zu nehmen und sie mit der ganzen Würde und Last der Verantwortung zu beladen. Selbstverständliche Voraussetzung dafür aber mußte sein, daß man ihrem Führer und seinen Mitarbeitern freie Hand gab, da ohne dies eine Uebernahme der Verantwortung vollkommen widersinnig war. Was haben die hohen Herren in der Wilhelmstraße sich eigentlich dabei gedacht, als sie Adolf Hitler aufforderten, im Kabinett Papen die Vizekanzlerschaft zu übernehmen? Glaubte man dort in der Tat, daß die nationalsozialistische Bewegung sich eine beleidigende und kränkende Behandlung gefallen ließe, die man in der Vergangenheit nicht einmal der Sozialdemokratie zumutetè? Darüber
(Fortsetzung auf Seite 2)
Gehen Vavis und Moskau zusammen?
Ein Nichtangriffspakt im Anmarsch
Die Beziehungen zwischen Frankreich und Sowjetrußland haben in der letzten Zeit eine auffallende Besserung erfahren. Diese Tatsache ist von einer umso größeren Bedeutung, als die französische Außenpolitik neuerdings eine große Unsicherheit verrät, eine Unsicherheit, die im engsten Zusammenhang mit den tiefen Gegensätzen der politischen Gegenwart steht.
Es war an sich schon anzunehmen, daß die Machtübernahme durch Herriot zu einer Ausgestaltung der französisch-russischen Beziehungen führen würde. War es doch Herriot, der im Jahre 1924, als er zum ersten Mal Frankreichs Ministerpräsident wurde, Sowjetrußland anerkannte und einen Vertrag mit Moskau betreffs Wiederaufnahme normaler diplomatischer Beziehungen unterschrieben hat. Die Jahre, in denen die Herren Poincarâ und Tardieu an der Macht waren, haben nicht gerade zu einer Vertiefung der an sich schon sehr fraglichen russisch-französischen Freundschaft geführt. Schon der Sowjetbotschafter in Paris, Rakowski, einer der führenden Staatsmänner der Leninschen Aera, (er lebt seit Jahren in der Verbannung in Sibirien) hat es nicht vermocht, trotz seines ganzen Ansehens und seiner Energie, es zum Abschluß eines russisch-französischen Handelsvertrages zu bringen. Die Frage der Rückzahlung der russischen Anleihen, welche die Zarenregierung vor dem Kriege und während des Krieges abgeschlossen hat, war zu lösen. Die Franzosen beharrten auf ihren Forderungen, während die Russen ihrerseits eine Gegenrechnung vorlegten: sie verlangten Wiedergutmachung der Schäden, die dem russischen Staat durch die Interventionskriege 1920 verursacht wurden. Davon wollte Frankreich nichts wissen. Die französischen Anleihebesitzer mit dem früheren Botschafter in Petersburg, Moulens, an der Spitze, drängten die französische Regierung zu Unnachgiebigkeit.
Als Rakowski bei Stalin in Ungnade fiel und durch Dowgalewski ersetzt wurde, nahm man zuerst an, daß die russisch-französischen Verhandlungen nunmehr mit großer Beschleunigung geführt werden würden. Aber in den vier Jahren seiner Botschaftertätigkeit ist Dowgalewski keinen Schritt weiter gekommen. Schon sprach man von seiner Abberufung, dies allerdings im Zusammenhang mit einer Kompromittierung seines Bruders, der als hoher Sowjetbeamter im Ausland sich, dem Beispiele vieler anderer folgend, kurzerhand weigerte, nach Moskau zurückzukehren. Und jetzt vergeht kaum ein Tag ohne Meldungen von einer sich schnell anbahnenden Annäherung zwischen Moskau und Paris.
Freilich: zu dem Abschluß eines Nichtangriffspaktes ist es noch nicht gekommen. Auch die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Rußland und Frankreich bedürfen noch weiterer Regelung. Aber der vor wenigen Tagen erfolgte Abschluß eines bedeutenden Lieferungsver- rrages auf Rohöl ist ein Vorzeichen dafür, daß Ruhland bald mit weiteren günstigen Geschäften mit Frankreich rechnen kann. Laut diesem Vertrag wird Rußland in den nächsten fünf Jahren im Durchschnitt 100 000 Tonnen Rohöl nach Frankreich liefern, was umso bedeutungsvoller ist, als gerade in der letzten Zeit großangelegte Erdölkonferenzen im Weltmaßstab stattfanden, in deren Mittelpunkt die Russen standen. Diese Konferenzen verliefen erfolglos. Sowjetrußland wollte auf die sehr günstigen Angebote des Standard Oil und des Royal Dutch mit ihren Tochtergesellschaften nicht eingehen. Der Abschluß des Oelvertrages mit Frankreich gibt den Russen recht. Die Taktik der Erdöl-Weltkonzerne hat eine neue Niederlage erlitten. Zweifellos hat Frankreich
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