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Seife 4

Dienstag, den 9. August 1932

Nr. 185

Heue Gebühren bei den Gevichien

Auf Grund der Verordnung des Reichspräsi­denten vom 24. August 1931 hat das Preußische Staatsministerium durch Verordnung vom 19. Juli d. 3., die am 1. August d. J. in Kraft ge­treten ist, neue Gerichtsgebührensätzc festgesetzt. Für die Einsicht eines Grundbuchblattes und der zu­gehörigen Grundakten wird eine vor der Ein­sichtnahme zu entrichtende Gebühr von RM 0.50 erhoben. Dabei gelten mehrere Grundbuch- blätter oder Grundakten über Grundstücke, die demselben Eigentümer gehören, als ein Grundbuch­blatt, wenn die Einsicht gleichzeitig erfolgt. Für die Einsicht des Handelsregisters, des Güterrechts- regifters, des Vereinsregisters, des Schiffsregi­sters, der Landgüter- oder Höferolle und der zuge­hörigen Akten wird für jeden Fall, auf den die Einsicht bezieht, eine Gebühr von 0.50 RM erhoben, die vor der Einsichtnahme zu entrichten ist. Diese neuen Gebühren werden für die Einsicht durch öffentliche Behörden nicht erhoben. Erfolgt jedoch die Einsichtnahme durch ein Gericht aus Anlaß einer gerichtlichen Beur- ikundung, so wird die Gebühr zugleich mit den Kosten für die Beurkundung von 'der zahlungs- wflichtigen Partei erhoben. Die Bestimmungen des Preußischen Gerichtskostengesetzes über die Befreiung von den Gerichtsgebühren finden auf die Gebühren für die Einsicht entsprechende An­wendung. Die Gebühr für die Einsicht kann im Falle nachgewiesener Bedürftigkeit des Zahlungs­pflichtigen erlassen werden. Die Gebühr wird auch erhoben, wenn Einsicht nur in das Grundbuch über Register oder nur in die Grundakten oder Registerakten gewünscht wird. Oefsentliche Behör­den im Sinne der genannten Verordnung sind nicht die Notare. Sie haben also stets die vorgeschrie­benen Gebühren zu entrichten. Die Kosten einer notariellen Beurkundung werden aber dadurch nicht höher als die Kosten einer gerichtlichen Be- urkundung, da die Einsichtgebühr auch bei gericht­licher Beurkundung erhoben wird. Nach einer wei­teren Verordnung des Reichspräsidenten wird bei allen deutschen Gerichten eine Einsichtgebühr von 0.50 RM auch für Einsicht einer Eintragung im Schukdnerverzeichnis erhoben. Für die Einsicht mehrerer Eintragungen ist das Mehrfache der Ge­bühr zu entrichten. Bei den preußischen Gerichten wird für je 0.50 RM ein Ausweis verabfolgt, der bei der Gerichtskasse zu kaufen ist. Die Ausweise sind nur am Lösungstage und nur bei dem Gerich' der Verkaufsstelle gültig. Für die Erteilung einer Auskunft aus dem Schuldnevverzeichnis wird eine ,Muskunftsgebühr" von 1 RM für jede Ein­tragung erb oben. Diese Gebühr soll vor der Ertei­lung der Auskunft erhoben werden, sofern nicht der Eingang der Gebühr mit Sicherheit und ohne Weiterungen zu erwarten ist. Von der Befugnis zur Vorauserhebung soll kein Gebrauch gemacht werden, wenn der Antrag von einem Rechtsanwalt öder Notar gestellt ist und dieser sich zur Zahluna der Gebühr persönlich verpflichtet oder die persön­liche Haftung für die Gebühr übernommen hat. Neben der Auskunftsgebühr werden Schreib- oder Postgebühren nicht erhoben.

Bas GesamievsebniS dev LNMtevvMe

97 Millionen Mark durch private Spenden.

Länger als ein Vierteljahr war, wie wir von der zuständigen Stelle hören, dazu erforderlich, um das jetzt vorliegende Gesamtergebnis der Winter­hilfe 1931/32 zu errechnen. Im Rahmen dieser Aktion, soweit sie durch die Deutsche Liga für freie Wohlfahrtspflege durchgeführt wurde, sind an freiwilligen Spenden aus privaten Mitteln rund 97 Millionen Mark eingegangen. Dabei sind aber nicht eingerechnet alle diejenigen Werte, die aus tätiger Nächstenliebe von Mensch zu Mensch auf­gebracht wurden. Von der angegebenen Gesamt­summe entfallen 40 Millionen Mark auf Bar­spenden, der Rest auf Sachspenden wie Lebens­mittel, Kohlen und; Bekleidung. Wiederum wur­den Werte von 42 Millionen Mark durch Gemein­schaftssammlungen aufgebracht, durch Eigensamm-

Nev verschwundene Wattei

Auf best Spuren verschwundener Himmelskörper.

o Die Wissenschaft der Sternenkunde hat unsere Kenntnis in der letzten Zeit durch die Entdeckung mehrerer neuer Planeten bereichert. Wir ver­danken der neueren Astronomie aber auch die Feststellung, daß ein großer Planet im Himmels­raum verschwunden ist, für das menschliche Auge zunächst spurlos, bis dann die Hilfsmittel der mo­dernen Wissenschaft auf die Spuren des verschwun­denen Himmelskörpers führten.

Zu einer wahrscheinlich unendlich weit zurück­liegenden Zeit zählte die Sonnenfamilie einen Himmelskörper mehr als gegenwärtig. Wir wis­sen nicht, wann und in welchen bestimmten For­men die Katastrophe sich abspielte. Sicher aber ist nach dem Stande der modernen Himmelskunde, daß der nunmehr fehlende Himmelskörper mit un= geheurer Gewalt explodierte und sich in unzählige Splitter auflöste.

Viele hundert Jahre haben die Astronomen sich über die breite Lücke zwischen den Bahnen der beiden Planeten Mars und Jupiter gewundert. Die Venus ist mehr als 100 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, die Erde rund 150 Kilo­meter und der Mars mehr als 220 Kilometer. Der nächste Planet müßte eigentlich 350 bis 375 Millio­nen Kilometer von der Sonne entfernt sein. Aber an feiner Stelle ist eben die erwähnte Lücke, denn der tatsächlich nächste Planet ist der Jupiter mit mehr als 700 Millionen Kilometern Entfernung von der Sonne.

Vor etwa hundert Jahren wurden in dem ver­meintlichen Leerraum die Spuren einer bis dahin unbekannten Welt entdeckt. Der neue Himmels­körperCeres" war aber so klein, daß er nicht den verschwundenen Planeten darstellen konnte. Denn dieser mußte ein gutes Teil größer als die Erde gewesen sein. Je leistungsfähiger dann die Beobachtungsinstrumente wurden, desto mehr kleine Himmelskörper wurden in der Lücke entdeckt. Man zählt ihrer jetzt mehr als tausend. Noch vor kur­zem ist ein winziger Himmelskörper mit einem Durchmesser von etwa sechs Kilometern hinzu- getreten. . ..

Man nennt diese kleinen Himmelskörper Die Asteroiden. Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß sie die oder ein Teil der Splitter des großen

lungen der Wohlfahrtsverbände Werte im Betrage von 25 Millionen Mark. Der Wert der Kohlen- verüiUigungsspende des deutschen Bergbaues be­läuft sich ebenfalls auf 15 Millionen Mark und die Frachtverbilligung seitens der Deutschen Reichs­bahn auf etwa 753 000 Mark. Von großem In­teresse ist, daß die sogenannte überörtliche Hilfe, also in Fällen, wo der Ueberschuß des einen Bezirks zugunsten eines in besonderer Not befindlichen anderen Bezirkes übergeleitet wurde, rund 10 Mil­lionen Mark ausmacht. Interessant ist ferner, daß die Höchstleistungen in Kleinstädten erzielt wurden, was nicht zuletzt auf die Bodenständigkeit und den ausgeprägten Bürgersinn der Bevölkerung zurück­zuführen ist Hervorgehoben zu werden verdient schließlich nicht zuletzt, daß Orte mit abnorm großer Erwerbslosenziffer, wie z. B. u. a. Elbing, Flens­burg, Chemnitz und Duisburg einen unverhältnis­mäßig hohen Anteil am Ergebnis der Winterhilfe haben. Der Deutschen Liga für freie Wohlfahrts­pflege, die mit großer Umsicht diese Winterhilfs­aktion organisiert und durchgeführt hat, ist es, wie uns gesagt wird, ein Bedürfnis, für den schönen Opfersinn, der in der Millionenzahl zum Ausdruck kommt, ihre große Anerkennung zu sagen.

* Veralungsslunde für Lungenkranke. Die nächste unentgeltliche Beratungsstunde für Lungenkranke aus dem Landkreise Hanau findet morgen Mitt­woch, den 10. August b. I., nachmittags 3.30 Uhr, im Landeskrankenhause in Hanau unter Leitung des Herrn Landesobermedizinalrats Dr. Zuschlag statt. Zu beachten ist aber, daß jeder diese Bera­tungsstunde aufsuchende Kranke sich im Besitze des blauen Ueberweisungsscheines seines behandelnden Arztes befinden muß.

* Preuß. klassenlollerie. In der 5. Klasse wur­den am 1. Ziehungstage u. a. folgende Nummern gezogen (ohne Gewähr): 7274, 7275, 79 626, 79 746, 105 884, 106 796, 118 132, 118 147, 135 743, 164 550, 164 895, 244 327, 244 338, 263 385, 296 450.

* 30 Hühner gestohlen. Gestohlen wurden von einem zum Stadtbezirk Hanau gehörigen Gutshof zweimal 15 Stück Hühner, und zwar in der Zeit vom 24.31. Juli und vom 3.5. August. Es handelt sich um junge Minorka-Hennen, dunkel­braun mit gelben Beinen. Sachdienliche Mittei­lungen erbittet die Kriminalpolizei, Zimmer 248b.

* Verkehrsunfall. An der Ecke Wilhelm- und Nordstraße wurde gestern früh gegen 8^ Uhr ein Radfahrer, der ein langes Brett auf dem Rade mitführte und dadurch kein Richtungszeichen geben konnte, beim Einbiegen in die Nordstraße von einem Motorradfahrer gefaßt. Beide Fahrer kamen zu Sturz, wobei der Motorradfahrer Schnittwunden am Unterschenkel und Hautabschürfungen davon- trug.

* Vorsicht mit allen Kleidern! Ein kürzlich verhandelter Gerichtsfall beweist, daß man sehr leicht in ernstliche Ungelegenheiten geraten kann, wenn man bei der Weggabe alter Kleider nicht mit der gebotenen Vorsicht verfährt. Die Polizei ver­folgte den Fall eines kleinen Kindes, dessen Leiche man im Freien aufgefunden hatte, eingewickelt in ein altes Jackett. An der Hand der in das Jackett eingenähten Namen konnte die Polizei den ur­sprünglichen Besitzer des Kleidungsstückes ermitteln. Wie sich herausstellte, hatte der Besitzer das Jackett mit anderen alten Kleibern an ein Wohltätigkeits­institut weitergegeben. Da das Institut mehr als tausend bedürftige Personen mit der Kleider­sammlung beschenkt hatte, ließ sich die Spur nicht weiter verfolgen. Es konnte nicht ermittelt werden, wer das Jackett erhalten hatte. In einem etwas ungünstiger gelegenen Falle hätte der Besitzer des Jacketts unter Umständen in den Verdacht eines Verbrechens geraten-men. Es sind der Polizei auch zahlreiche Fülle bekannt, in denen ein Schwindler Erfolg hatte, weil er durch das Vor­zeigen eines Namens in feiner Bekleidung einen bekannten Namen vortäuschen konnte. Es emp­fiehlt sich deshalb, ehe man alte Kleiber weggibt, alle Namens- und Firmenbezeichnungen aus ihnen zu entfernen.

*hopfen und Malz . . * Wenn im August das Grün der Hopfenzapfen einen gelblichen Stich zeigt, der Zapfen aber noch an der Spitze geschlos­sen und nicht flatterig ist, dann ist die Zeit der

Planeten sind, der sich einmal zwischen Mars und Jupiter um die Sonne bewegte. Höchstwahrschein­lich gibt es Millionen solcher Splitter von win­ziger Größè, die heute noch den Kreislauf des ur­sprünglich vorhandenen großen Planeten fort- setzen. Die Meteore, die zuweilen auf unsere Erde meberfallen, stammen wahrscheinlich auch aus dieser splitterreichen Welt.

Wie kam es zur Explosion des verschwundenen Planeten? Niemand wußte eine Antwort auf diese Frage, bis die mathematischen Berechnungen den Weg zeigten. Aus ihnen geht hervor, daß jeder Stern und jeder Planet von einer Schicht umgeben ist, die man als die Gefahrenzone für die anderen Himmelskörper bezeichnen kann. Sobald ein kleinerer Himmelskörper in diese Zone gerät, wird er augenblicklich in eine Unzahl kleiner Bruch­stücke auseinandergerissen. Die Monde, die um die Planeten kreisen, befinden sich gerade noch außerhalb der Gefahrenzone. Vor Millionen von Jahren kam indessen einer der Monde des Saturn der Gefahrenzone zu nahe und damit war fein Schicksal besiegelt. Die Bruchstücke des Mondes bilden die Ringe, die den Saturn umgeben. Der Mond löste sich in unzählige kleine Teile auf, aus denen sich die Ringe zusammensetzen.

Vor unendlich langer Zeit muß der verschwun­dene Planet begonnen haben, mit seiner Bahn dem Riesen Jupiter, der ISOOmal größer ist als die Erde, immer näher zu rücken. Im Laufe von Millionen von Jahren geschah nichts weiter, als daß der Riese immer stärker seine Anziehungs­kraft auf den kleineren Planeten ausübte. Dann streifte der kleinere Planet die Gefahrenzone des Jupiter und war im nächsten Augenblick in Mil­lionen Bruchstücke zersprengt. Es war wohl die größte Explosion, die das Weltall je erlebt hat. Und doch ging sie lautlos vor sich, denn in dem luftleeren Raum ist kein Laut, kein Schall zu ver­nehmen. Nur die Asteroiden zeugen heute noch von dem Wellkörper, der einstmals hier seine Kreise zog.

Es wlvd Sie inteveMeven- datz

dieDrei-Grofchen-Oper" in den Münchener Kammerspielen in diesen Tagen zum 150. Male gegeben wurde.

Hopfenernte. Der Hopfen wird an hohen Stangen oder Drahtgerüsten gezogen, von denen er zur Pflückzeit ab gestreift wird; sodann werden die Früchte vorsichtig mit den Fingern abgepfluckt und auf den geräumigen mehrstöckigen Speichern der Hopfenbauern getrocknet. Genutzt werden die Zap­fen vor allem zur Bierbrauerei. Das ist des Hop­fens Lebenszweck und reicht wahrlich aus zu seiner Brauchbarkeit und Wertschätzung: Hopfen und Malz, Gott erhalt's! Nach Ansicht des Botanikers Linnë ist der Hopfen zur Zeit der Völkerwande­rung aus dem russischen Osten in das eigentliche Europa eingewandert. Als Flüchtling hat er den Weg leicht auch in solche Gegenden gefunden, wo er vorher nie von Menschenhand angepflanzt wor­den war. Noch heute wächst der wilde oder ver­wilderte Hopfen in ganz Europa und auch bei uns in Hecken und Gebüschen, besonders an Flußusern. Gebraucht wurden von Alters her wie heute haupt­sächlich die den Tannenzapfen ähnlichen goldgelben Fruchtähren, die der Pflanze den eigentümlichen Geruch und den gewürzhaft bitteren Geschmack geben. Außer einer geringen Menge einer nar­kotisch wirkenden Substanz^ um dessen willen der Hopfen in England wie Opium geraucht wurde und noch geraucht wird, enthält das getrocknete Hopfenmehl der reifen Früchte eine aromatische Oelslllssigkeit, ferner das Hopfenbitter, das dem Bier den bitterlichen Geschmack verleiht. Zugleich wirken die Gerbstoffe des Hopfens konservierend auf das Bier. Aus diesen Gründen wird der Hop­fen seit dem frühen Mittelalter dem Bier zugesetzt. Die ersten Hopfengärten des Frankenreiches wer­den in einer Urkunde Pipins des Kurzen, des Vaters Karls des Großen, vom Jahre 768 erwähnt. In Deutschland tauchen sie in zwei geistlichen Terri­torien auf, nämlich 822 in der Umgebung des Klo­sters Corvey an der Weser und 850 im Freisinger Stiftslande. Durch die Beimischung des Hopfens wurden die Biere haltbarer, konnten weit verfah­ren werden und bildeten allmählich den Gegenstand lebhaften Handels. Im Mittealter gab es in Deutschland eine ganze Anzahl von Städten, die wegen ihres Hopfenbieres berühmt waren und durch den Bierhandel reich wurden. Damit entstand erst das eigentliche deutsche Bier.

Vettevbevrcht

Ueber Frankreich liegt der Kern eines Hochdruck­gebietes, das weit bis Mitteldeutschland hinein­reicht. In seinem Bereich herrscht meist heiteres und trockenes Wetter. Da sich das Hochdruckgebiet noch weiter nach Osten ausdehnen wird, kann mit der Fortdauer des bestehenden Witterungscharak­ters gerechnet werden. Auch die Temperaturen wer­den noch weiter anfteigen. Vorhersage für Diens­tag: heiter bis wolkig, trocken und warm, schwache Winde. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer des heiteren und trockenen Wetters.

M$ Gelnhausen

Jagd auf Autodiebe

)( Gelnhausen, 8. Aug. Durch einen Unglücks­fall, den 2 Autodiebe hier erlitten, und durch die Geistesgegenwart eines Gelnhäuser Kaufmanns konnte gestern ein Frankfurter Personenwagen, der am Vormittag gestohlen war, seinem Eigentümer rasch wieder zurückgebracht werden. Der aufregende Vorfall spielte sich wie folgt ab: In der Mittags­stunde kreuzte eine Limousine in Gelnhausen an der gefährlichen Ecke der Röth er gaffe ein entgegen­kommendes Fahrzeug. Die Fahrer hatten dabei Pech, einen neben seinem Fahrrad hergehenden Landwirt eines Nachbardorfes über den Haufen zu rennen, der über sein Rad geschleudert wurde und auf dem Gehsteig liegen blieb. Trotzdem die Fahrer den Unglücksfall bemerkt haben mußten, fuhren sie davon, ohne auf Zurufe zu hören. Geistesgegenwärtig holle der Kaufmann Philipp Zipf seinen Wagen aus der Garage und setzte dem Wagen nach, der in scharfem Tempo in der Rich­tung nach Fulda davongefahren war. An dem zu­fällig geschlossenen Bahnübergang gelang es ihm zu erfahren, daß die beiden Fahrer in den Seiten­weg nach Wächtersbach eingebogen waren, wo es

Richad Billinger, der durchRauhnacht" schnell bekanntgewordene Dramatiker, soeben ein Schau­spielDas Verlöbnis" vollendet, das durch die Schultes-Truppe" (Ganghofer-Thoma-Bühne) in Egern, Tegernsee uraufgeführt werden soll,

Arthur Honeggers OperetteKönig Pausole" nach langwierigen Verhandlungen mit der Genfer Zensur uraufgeführt werden konnte. Die Vorstel­lungen finden unter Leitung von Hans Haug (Basel) mit Pariser Künstlern statt,

Intendant Paul Trede (Mainz) zum Vorsitzen­den der Prüfstelle für Chor- und Tanzpersonal in Frankfurt a. M. ernannt wurde,

im Deutschen Theater in Berlin auf Chlum- bergsWunder um Verdun" (Regie: Martin), Prinz von Homburg" (Regie: Reinhardt) folgt. Daran schließen sich anDie Marquise von O..." von Bruckner mit Elisabeth Bergner und das neue Lustspiel von Zuckmeyer mit Jannings in der Hauptrolle,

das Schiller-Theater in Berlin ein Abonne­ment zu bisher ungekannt niedrigen Preisen (75 Pfennig bis 3 RM) einschließlich Programm und Garderobe auflegt.

Leon Blech die Uraufführung von Eugen d'Alberts nachgelassener OperMr. Wu" im September an ber Dresdner Staatsoper dirigieren wird.

das Stadttheater Magdeburg die neue Spielzeit mitHamlet" in der Verdeutschung von Lektor Walter Josten (Bonn) eröffnet.

die Zahl der Rundfunkteilnehmer in Deutschland vom 1. April bis 1. Juli 1932 von 4 168 440 auf 4 119 531 (1,2) gesunken ist.

o Ein seltenes Opernjubiläum. Pietro Mas­cagnis EinakterCavalleria rufticana" gehört heute noch, 40 Jahre nach der Erstaufführung, zu den beliebtesten und meistgefpielteften Opern der Welt. Das Werk konnte in diesen Tagen das seltene Jubiläum seiner 13 000. Aufführung be­gehen. Das bedeutet einen Jahresdurchschnitt von 300 Aufführungen.

o Die Bayreuther Festspiele 1933. Die Vor­arbeiten für die Festspiele 1933 sind im Bayreuther Festspielhause jetzt zu vorläufigem Abschluß gebracht worden. In gemeinsamer Arbeit haben Frau Win- frib Wagner, Generalintendant Tietjen uno Pro- fessor Prestorius alle Dekoralions- und Kostüm-

dem Verfolger gelang, die Fahrer zu stellen. Dod diese nicht faul, entwichen dem quergestelltei: Wagen ihres Verfolgers, indem sie über den Geh steig fuhren und in der Richtung nach Birstein z; entkommen suchten. Kurz vor dem Dorfe Hessel Dorf, als die beiden sahen, daß ihr Verfolger imme näher aufrückte, ließen diese den Wagen im Stic und flüchteten rasch entschlossen, mit einem schwe ren Koffer beladen, in den nahen Wald. Eine Rück frage der Polizei konnte rasch feststellen, daß de Wagen, eine Adler-Standard-Limousine, am glei chen Vormittag in Frankfurt gestohlen worde; war. Die beiden Diebe, die scheinbar auch andere Diebesgut mit sich führten, 2 gut angezogen Burschen im Alter von 2224 Jahren, konnten bi jetzt noch nicht dingfest gemacht werden.

Neuses, 8. Aug. Am Sonntag hielt in Neuse der Kath. Jungmänneroerband im Bezirk Main Kinzig-Freigericht einen Sturmtag ab, auf dem bi hiesige Sturmschar ein schmuckes blauweiße Sturmbanner, das Kampfzeichen des Jahres 1932 erhielt. Aehnlich wie die vorhergegangenen Be zirkstage trug auch dieser eine eigene Note, bi diesmal im sportlichen Rahmen gegeben war uw der jung aufstrebenden JugeNdkraftbewegung in Freigericht galt. Die Beteiligung aus dem Frank furter Bezirk und den benachbarten bayerischei Gemeinden war erfreulich stark. Nach dem voi Ortspfarrer Hahner zelebrierten Hochamt bracht der Morgen eine Ortsstaffel und verschieden Rasenspiele. In einem feierlichen Nachmittags gottesdienst wurde das neue Banner durch bei Priester' geweiht, nachdem Diözesanpräses, Pfarre Kind, Romsthal, die verantwortungsschwere Auf gäbe katholischer Jugend unserer Tage gezeichne und mit den Jungmännern dasFuldaer Be kenntnis" neu beschworen hatte. Darauf gab Kur Müller, Hanau, in öffentlicher Kundgebung mi klaren, knappen Worten für das Freigericht Losung der Jugendarbeit aus, für Christi Reick und ein neues Deutschland! In frischer Schar zoc man mit den wehenden Wimpeln und Bannern zr dem Kampfplatz auf freier Höhe des Dorspessarts wo nach den Spielen her Gäste und der Frei­gerichter am Spätnachmittag der Festtag schloß.

Kseks Nüdlnsen

f Bübingen, 8. Aug.Oberhessens Rothenburg' ist gewiß nicht arm an Sehenswürdigkeiten, du immer und immer wieder die Fremden in großer Scharen anziehen. Aber in aller Kürze wird bis liebliche Stadt in der Wetterau um eine neue Sehenswürdigkeit bereichert werden. In der Näh; der Schule wird nämlich in nächster Zeit ein Märchsnbrunnsn errichtet werden, der namentlich die Kinderwelt entzücken wird. Die Unkosten bes Brunnens sind durch Spenden aus der Bürgen schuft heraus aufgebracht worden.

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Schulbuben als Diebe entlarvt

': Im Stadionschwimmbad kamen in den letzten Wochen öfters Diebstähle vor, ohne daß man du Täter fassen konnte. Am Sonntag wurden einem Herrn aus der Brieftasche 60 Mark und eine Fahri karte nach Berlin gestohlen. Diesmal aber geto^. es der Polizei, die Diebe zu erwischen. Es sind drei Jungens im Alter von 12 bis 14 Jahren Sie haben bei ihrer Vernehmung zugegeben, schon seit langer Zeit Diebstähle begangen zu haben Am Sonntag begaben sie sich mit dem erbeuteten Geldbetrag in die Stadt, besuchten ein Kino und machten dann in einer Wirtschaft eine Zeche von 14 Mark, ohne daß dies dem Wirt auffiel. Bei einer Durchsuchung fand man noch rund 20 Mark bei ihnen, die dem Bestohi lenen wieder ausgehändigt wurden.

Einbrecher erbeuten für 7000 RM LchmucksacheU«

: Vor einigen Tagen waren Einbrecher in dick Wohnung einer in der Sommerfrische weilenden Frankfurter Familie in der Mertensstvaße einge­brochen. Die Familie hatte die Wohnung der Obhut einer Hausangestellten überlassen, die ihrer Pflicht BMKSBaRaKBaHBHaHHHBHHMMMBBM^BMMHB I

pläne für die Neuinszenierung desNibelungen­rings" und derMeistersinger von Nürnberg" durchgeführt; die Entwürfe und Modelle sind fertig­gestellt. Professor Prestorius übernimmt nunmehr die Ausführungsarü eiten in den Ateliers des Fest-^ spielhaufes, damit die Herstellung sämtlicher Deko­rationen und Kostüme bis zum Winter beendet ist. Professor Prestorius verbleibt zur ständigen Ueber- wachung und Förderung der Arbeiten Zunächst in Bayreuth.

o Das Tizianmuseum eröffnet. Dieser Tage wird mit einer Ansprache Ugo Ojettis, des Mit­glieds der italienischen Akademie, das Haus des Tizian Vecellio, des größten Malers der venezia-^ nischen Schule, in seiner Vaterstadt Pieve bt Cadore feierlich eröffnet werden. Das zum Museum umgewandelte Geburtshaus des Meisters steht in unmittelbarer Nähe des Platzes, der seinen Namen führt. In dem Hause wird eine reiche bibliographische Sammlung über Vecellio, das Geschenk eines Privatmanns, Annahme finden, da­neben eine Anzahl von Briefen Tizians, und das Diplom, mit dem ihn Kaiser Karl V. zum Edel­mann des heiligen Römischen Reichs ernannte. Man wird ferner dort alle Werke über Leben und Schaffen Tizians sowie die Reproduktionen seiner besten Bilder finden.

o Sven Hedins neue Persien-Expedition. Der bisher vorgesehene Rahmen der neuen großen Persien-ExpedÄion Sven Hedins ist bedeutend er­weitert worden. Im nordöstlichen Persien soll der Staatsarchwar in Stockholm, Dr. Arne im Auftrage Hedins archäologische Unterfuchungen über einen 4000 Jahre alten Dölkerweg anstelen, der sich von Osten nach Westen zog. Die persische Regierung hat die Erlaubnis zu den dgzu nötigen Ausgrabun­gen in d en Provinzen Asterab ad und Cho ro fan er­teilt. Hedin selbst will in Persien die vorbereitenden Arbeiten treffen. Da gleichzeitig im äußersten Sü­den des Landes, in Persisch-Belutscheftan von Sir Aurel Stein Forschungen und im allen Perfepolis deutsch-amerikanische Ausgrabungen unter Leitung des Berliner Archäologen Dr. E. Herzfeld stattfin- Hen, und eine französische Gesellschaft erfolgreich an )er Freilegung von Susa, der zweiten Hauptstadt des alten Perserreiches arbeitet, ist mit grundlegen­den Entdeckungen zu rechnen, die die Anfänge des persischen Weltreiches in eine neue Perspektive! rücken.

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