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Danail Stadt und Land
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Nr. 183
Gamstag, den
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6. August
1932
Abebben -ee Terrorwelle
Die Retchsregteruus schiebt die U-Werovduuug zur ZViedevbevstelluus von Kube und
Ordnung auf
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Wie die „Kölnische Volkszeitung" mitteilt, hat Reichskanzler v. Papen auf seinem Urlaubssitz Wallerfangen den englischen Präsidenten der Regierungskommission des Saargebietes Knox und den finnländischen Verkehrskommissar des Saargebietes Dr. v. Ehrnrotth zum Frühstück empfangen. Für die Ortsarmen von Wallerfangen hat Herr von Papen, wie das Blatt weiter meldet, eine größere Summe gestifet.
* Die Ausführungsvorschriften zur Verordnung über den freiwilligen Arbeitsdienst sind jetzt veröffentlicht worden.
Nach einer Pariser Vlättermeldung soll Botschafter Nadolny die Verhandlungen mit der französischen Regierung über die Gleichberechtigung Deutschlands führen.
Die Deutschnationalen in Braunschweig gaben ihre Zustimmung zur Aufstellung einer Hilsspolizei, falls auch Stahlhelmer eingestellt werden.
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Der aus Polen stammende Kaufmann Friedlich wurde gestern in einem Berliner Bankgeschäft verhaftet, als er für 106-900 RM aus dem Ausland stammende deutsche Wertpapiere verkaufen wollte. An dieser Devisenschiebung sollen noch zahlreiche Personen des In- und Auslandes beteiligt sein. Friedlich war bereits vor drei Monaten wegen Devisenschiebung angeklagt, aber freigesprochen worden.
* In Wien fand gestern die feierliche Beisetzung des früheren Bundeskanzler Dr. Seipel statt.
* Der Reichsinnenminister ließ sich gestern von den Ministerpräsidenten Oldenburgs, Braunschweigs und Mecklenburg-Schwerins über deren Hilsspolizei berichten.
Die Fliegerin Frau Bruce stieg am Donnerstag nachmittag von Cowes zu einem Dauerflug auf. Sie will einen Monat in der Luft bleiben. Der Brennstoff wird während des Fluges in der Luft ergänzt. Es befinden sich außer ihr noch zwei erfahrene Flugzeugführer in Bord.
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An der spanisch-französischen Grenze in Cerbere wurden 40 Eisenbahnwagen-Ladungen mit spanischem Obst ins Meer gestürzt, weil sie nicht nach Frankreich eingeführt werden durften. Das Obst stammte aus Südspanien und traf erst an der Grenze ein, als das französisch-spanische Abkommen über die Kontingentierung des Obstes bereits in Kraft getreten war. Da ein Verkauf in den Grenz- — orten sich als aussichtslos erwies, stürzte man die ganze Ladung, die einen Wert von etwa einer Million Franken hatte, ins Meer.
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„Times" berichtet aus Tokio: Verstärkungen von dem Kreuzer „Kuma", der vorgestern aus Tsingtau angefordert wurde, haben mit japanischen Flotten-, Luft- und Landstreitkräften den ganzen Tag, unterstützt von starken Freiwilligenabteilungen, bei Pingkau (Miutschang) und Umgebung gekämpt. Die Banditen, die sich vorgestern zurückgezogen hatten, kehrten später mit Verstärkungen wieder und machten entschlossene Angriffe auf verschiedene Städte in dieser Gegend. All? Banken in Pinakau sind geschlossen. Eine Choleraepidemie ist ausgebrochen.
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„News Chronicle" berichtet aus Ottawa: Es verlautet, daß die Delegierten des irischen Freistaates auf der Ottawa-Konferenz einen Plan für eine Aenderung der Tarifschranken zwischen dem Freistaat und ' Großbritannien vorbereitet haben. Sobald de Valero die Ermächtigung dazu erteile, soll dieser Vorschlag'formell der britischen Delegation unterbreitet werden. Wenn die Vorschläge abgelehnt werden sollten, werden sich die irischen Delegierten vielleicht unverzüglich von der Konferenz zurückziehen und nach Irland zurückkehren.
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Das Hauptquartier der brasilianischen Aufständischen teilt mit. daß die aufständischen Truppen in den Staat Parana eingedrungen seien, zwei Städte erobert hätten und der Südarmee der Bundesregierung in die Flanke gefallen seien.
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Die irische Kammer nahm mit 58 gegen 43 Stimmen eine Regierungsvorlage an, wonach ein Sonderfonds von 2 Millionen Pfund Sterling für die Fortsetzung des Wirtschaftskrieges mit Großbritannien geschaffen werden soll.
*) Näheres siehe politischen Teil.
Beruhigung des politischen Ledeus!
Berlin, 5. Aug. Da die letzten 48 Stunden nach Ansicht der zuständigen Stellen im Reich und in Preußen eine gewisse Beruhigung des öffentlichen politischen Lebens gebracht haben, ist vorerst nicht mit dem Erlaß der vorbereiteten Notverordnung zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung zu rechnen. Der stellvertretende Reichskommissar Dr. Bracht läßt jedoch nochmals erklären, daß er alle Maßnahmen, die geeignet sind, Leben, Gesundheit und Eigentum der friedlichen Bürger zu schützen, ergreifen und unterschiedslos nach links und rechts anwenden werde. Er hat zur endgültigen Aufklärung und schnellsten Erledigung der Königsberger Terrorfälle besondere Maßnahmen ergriffen.
GSvktts bei «euvath
Berlin, 5. Aug. Der politische Bevollmächtigte Hitlers, Hauptmann a. D. Göring, hatte gestern eine Aussprache mit dem Reichsminister des Aeußern von Neurath. Es handelte sich dabei nicht, wie halbamtlich mitgeteilt wird, um eine Entschädigungsfrage, die eine im Ausland lebende Reichsdeutsche betrifft, obwohl vielleicht auch darüber gesprochen worden ist. Vielmehr war, wie auch der Angriff heute ausdrücklich bestätigt, Gegenstand der Unterhaltung die Stellungnahme der nationalsozialistischen Parteileitung zu den von der Reichsregierung geplanten, aber noch nicht verkündeten Maßnahmen zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung. Nach dem Angriff hat Göring dem Minister die Zusicherung gegeben, daß von der nationalsozialistischen Parteileitung alles getan werde, um eine Fortdauer der Unruhen zu unterbinden. Einschränkend fügt der Angriff dann hinzu, es müsse jedoch festgestellt werden, daß diese Unruhen fast überall von marxistischer Seite hervorgerufen seien. Die Nationalsozialisten hätten keinerlei Anlaß, die Nerven zu verlieren und sich durch Unbesonnenheit selbst an der Machtübernahme zu verhindern, mit der in wenigen Wochen zu rechnen sei. Grundsätzlich, so fügt der Angriff hinzu, sei die Partei mit den schärfsten Maßnahmen gegen den Terror einverstanden, wenn sie sich gegen die wirklichen Urheber und-nicht gegen diejenigen richten, die in Notwehr und Verzweiflung handelten. Dazu sei auf die neue Erklärung Dr. Brachts verwiesen, wonach er entschlossen sei. alle Maßnahmen zu ergreifen und ^ohne Unterschied gegen rechts und links mit aller Schärfe anzuwenden, falls dies notwendig sei.
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Die Besprechung in Berlin
Berlin, 5. Aug. Ueber die heutige Besprechung beim Reichsminister des Innern wird folgender amtlicher Bericht ausgegeben:
Beim Reichsminister des Innern war heute eine Besprechung mit den Ministerpräsidenten von Oldenburg und Mecklenburg-Schwerin und dem Minister des Innern von Braunschweig über die in der Presse erörterte Aufstellung von Hilfspolizei. Die Besprechung ergab, daß es sich in den Ländern im wesentlichen um Ueberlegungen han
Sine eeschüUernde Statist« dev Svkev dev politischen tiebeefälle
22 Tote, 492 Schwerverletzte
Berlin, 5. Aug. Der mit der Führung der Geschäfte des preußischen Innenministers beauftragte Bevollmächtigte des Reichskommissars für Preußen Dr. Bracht hat aus Grund der Berichte der einzelnen Regierungspräsidenten eine Statistik der poltischen Ueberfälle und Ausschreitungen ausgestellt, die die Zeit vom 1. Juni bis 20. Juli und sämtliche preußischen Gebietsteile außer Berlin umfassen.
Nach dieser Aufstellung sind in der angegebenen Zeit insgesamt 322 politische Ueberfälle erfolgt, die 72 Todesopfer gefordert haben. 497 Personen wurden dabei schwer verletzt. Auf Grund der polizeilichen Ermittlungen waren in 203 Fällen davon die Angreifer Kommunisten, in 75 Fällen Nationalsozialisten, in 21 Fällen Reichsbannerleuten. In 23 Fällen konnte die Schuldfrage durch die polizeilichen Ermittlungen nicht geklärt werden. Für die Statistik lagen u. a. auch die Berichte der Regierungspräsidenten vor dem 15. Juli zu Grunde, also vor dem Regimwechsel in Preußen.
Was die blutigen Vorfälle in Königsberg anbe- irM, so kann außer dem bereits mitgeteilten Unter
delte, wie die Ruhe und Sicherheit im Bedarfsfall aufrechterhallen werden könne. Soweit schon Schritte zur Verstärkung der Polizei getan sind, handelt es sich um vorübergehende Maßnahmen, die in Kürze wieder aufgehoben werden.
Sin SyezlaUommMav fäe Oftoeenäen
Die Untersuchung der politischen Anschläge in Ostpreußen
Berlin, 5. Aug. Mit dem Auftrage, die politischen Vorfälle und Terrorakte in Ostpreußen zu untersuchen, ist der Oberregierungsrat im preußischen Innenministerium, Dr. Diels, nach Königsberg entsandt worden.
Die ernsten Ruhestörungen, die sich in den letz-, ten Tagen in Allenstein ereigneten, haben den Regierungspräsidenten veranlaßt, den Oberpräsiden- ten zu ersuchen, er möge die Beamten der Land- jägerschule Alleinstein der städtischen Polizeiverwaltung zur Verfügung halten.
Nev »NSMsche Neobachiev" verlaust Standrecht sesen die Kommunisten und Noi- tvehvvecht füe die SA
München, 5. Aug. Der „Völkische Beobachter" fordert heute in einem Artikel zu den politischen Zusammenstößen Standrecht gegen die „roten Mordhorden" und Notwehrrecht für die SA. Die verzweifelten Ausbrüche des Volkszorns, heißt es, gegen die geistigen Urheber der roten Mordhetze sollten den zurzeit verantwortlichen Trägern der Staatsgewalt klar zum Bewußtsein gebracht werden, daß man mit „paritätischer" Behandlung in Ausnah mezeiten nicht mehr durch kommt. Es müsse einmal festgestellt werden, daß es ein Unterschied sei, ob sich „Waffen in den Händen von Nationalsozialisten oder in den Händen marxistischer Verbrecher" befänden. Es komme auf die Gesinnung und nicht auf den Tatbestand an. Angesichts des Versagens einer schon rein zahlenmäßig nicht ausreichenden Polizei müsse die Bewaffnung der „anständigen Elemente" verlangt werden. Allein im letzten Monat, so heißt es dann, hätte die NSDAP. 28 Tote und etwa 2000 Verletzte zu beklagen.
suchungsergebnis wegen des Anschlages auf das Ge- werkschaiftshaus und der Brandstiftungen in Königs- berg-KalthoU über den Stand der Ermittlungen in den anderen Fällen im Interesse der Untersuchung vorläufig nichts gesagt werden. Ueber die Ausschreitungen in Schleswig-Holstein hat der Kieler Regierungspräsident einen hingehenden Bericht an das preußische Innenministerium gesandt, in dem die einzelnen Fälle — von den Altonaer Heb erfüllen an — aufgeführt werden. Der Regierungspräsident sieht als Ursache dieser Ausschreitungen einerseits die Verhetzung durch die kommunistischen Führer und Presse an, und andererseits die Tatsache, daß zwei-
(Fortsetzung auf Seite 2)
UoUM vom Tage
Der Krieg in den Dschungeln Zuspietzung des englisch—irischen Konfliktes
Die Welt will nicht zur Ruhe kommen. Es gibt schon wieder einen Krieg. Die beiden südamerikanischen Nachbarstaaten Bolivien und Paraguay wollen anscheinend ein neues Exempel statuieren, daß im Zeitalter des Völkerbundes zwei Mitglieder dieser ehrenvollen Institution zu Kriegsoperationen schreiten können, ohne sich über die vielen Paragraphen des Völkerbundsstatutes zu kümmern. Erst vor einigen Monaten hatte Japan den Beweis dafür erbracht, daß es heute wohl möglich ifh ohne vorherige Kriegserklärung Bombenflugzeuge in Aktion zu fetzen und Kanonen donnern zu lassen und gleichzeitig im Rate der Nationen in Genf ruhig zu verhandeln.
Diese gut bewährte Methode scheinen sich auch die feindlichen südamerikanischen Staaten zu eigen gemacht zu haben. Sowohl die bolivianische wie die paraguayische Regierung beantworteten die dringende Anfrage des stellvertretenden Präsidenten des Völkerbundes Matos in dem Sinne, daß sie bereit seien, die Schlichtungsaktion des Völkerbundsrates an= zuerkennen und dessen Bemühungen um die Erhaltung des Friedens zu unterstützen. Da aber die Verschleppungsmöglichkeiten erfahrungsgemäß fast unbeschränkt zu sein scheinen, so stellen die beiden Partieen ihre kriegerischen Vorbereitungen keinesfalls ein.
Die Mobilmachung geht in den beiden Ländern weiter. Da der bolivianische Flughafen nur vier Flugstunden von der Hauptstadt Paraguays, Asuncion, entfernt ist, so ver- teilt das Rote Kreuz Gasmasken an die Bevölkerung in La Paz. Nach den neuesten Mel- ditngen aus Paraguay befindet sich die dortige Bevölkerung in einem wahren Kriegstaumel. Hunderte von jungen Mädchen umlagern das Kriegsministerium in La Paz und verlangen Unterricht im Schießen. Englischen Blättern zufolge, haben die Frauen in Paraguay in manchen Orten „Amazonenbataillone" gebildet, die zum Kampf gegen Bolivien rüsten« Die kriegsbegeisterten Frauen legten sogar einen Eid ab, keinen Puder und Schminke zu gebrauchen, so lange das umstrittene Gran Chaco-Gebiet nicht i. d. Händen Paraguays sei.
Aehnlich wie die Kriminalisten hinter den Kulissen der meisten Mordaffären eine Frau vermuten, so glauben die gut informierten Kenner der südamerikanischen Verhältnisse hinter jedem Konflikt, der auf diesem Kontinent zum Ausbruch gelangt, den scharfen Ge- ruch von Petroleum wahrzunehmen. Es feit len in der letzten Zeit gerade im Gran Chaco- Gebiet reichhaltige Petroleumlagerungen entdeckt worden sein. Während hinter der bolivianischen Regierung das amerikanische Petroleumkapital lauert, sollen die paraguayischen Machthaber von englischen Erdölgewaltigen unterstützt werden. Wenn diese Behauptung den Tatsachen entspricht, so würde die Erklärung des Außenministers von Paraguay, Isidor Ramirez, daß es sich im Streit mit Bolivien nicht um den Nationalstolz sondern um das gekränkte Recht handle, einen sehr prosaischen und nüchternen Beigeschmack erhalten. Das beunruhigte Weltgewissen kann seinen Trost vielleicht vielleicht darin suchen, daß das ganze.stehende Heer Boliviens nur noch etwa 7000 zählt. Im Kriegsfälle kommen dazu 60 000 Mann Nationalgarde. Paraguay, im Umfange von etwa % des Deutschen Reiches, hat ein Heer von etwa 3000 Mann, das womöglich auf eine Kriegsstärke von 15 000 Mann zu bringen wäre. Der umkämpfte Gran Chaco ist ein Urwaldgebiet, ein Dschungel von gewaltigen Dimensionen. Von einem Krieg im europäischen Sinne des Wortes kann daher gar keine Rede sein.
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Die gespannten Beziehungen zwischen dem Mutterlande England und seinem Dominion
Die heutige Kumm^v umfaßt 24 Sette«