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HanaueAnreiger

E^G^ewral Anzeiger fhA^y^<man Giadt und Laud

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Liv. 181

Donuevstas, den

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Le, unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschâftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3957,3958

4. August

1932

Verhandlungen über Aenderung der Aeichsregierung eingelettet

Die Fordeeunse« der NatlonMozSaMteu

Keichstas 30. August, Laudtas 16» August

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Man nimmt an, daß der Reichstag erst am 30. August zusammentreten wird.

Der Aeltestenrat hat beschlossen, den preu­ßischen Landtag aus 16. ^August einzuberufen.

* Die Bergungs- und Hebungsarbeiten an dem »Wrack derNiobe" werden noch etwa drei Wochen in Anspruch nehmen.

Die amerikanische Regierung hat die Einladung zur Weltwirtschaftskonferenz angenommen. Als Ort, sowie als Zeitpunkt des Zusammentritts der Kon- serenz wird angenommen, daß die Konferenz im Oktober in London stattsinden wird. Die Annahme erfolgte unter der Bedingung, daß die Kriegsschul­den-, die Reparations- und die Zollfrage nicht be­

handelt wird.

Wegen Devisen sch iebungen verurteilte die Düssel­dorfer Strafkammer den Bantkommissionär des Berliner Bankhauses Dreyfuß, Erich Goldschmidt aus Frankfurt, zu einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr ^3 Monaten und zur Aberkennung der bürgerlichen chEhreureaste auf die Sutter von 5 Jahren.

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Auf Verlangen des Reichsministers des Innern wurde, nachdem das Reichsgericht durch Beschluß vom 2. August 1932 das Verbot aus drei Tage für zulässig erklärt hat, die in Donaueschingen erschei­nende TageszeitungDonaubote" gemäß der Ver­ordnung des Reichspräsidenten gegen politische Arv- schreitungen vom 14. 7 32 aus die Dauer von drei Tagen mit sofortiger Wirkung verboten.

Der Preußenverband der Haus- und Grund- besitzervereine, der etwa 300 000 Mitglieder um­saßt, ist zu einer Tagung zusammengetreten. In der heutigen geschlossenen Sitzung wurde der gestern in den Ausschüssen erfolgten Wiederwahl des 1. Vor­sitzenden, Ladendorf-Berlin, in einer geheimen Ab­stimmung die Bestätigung versagt.

Die Blätter melden, daß schätzungsweise vier Fünftel der Sprozentigen Kriegsanleihe im Gesamt­betrags von über 2 Milliarden Pfund Sterling kon­vertiert worden seien.

Ministerpräsident Herriot hielt gestern einen Kabinettsrat ab, in dem er über die außenpolitische Lage referierte. Am Donnerstag tritt vormittags ein Ministerrat zusammen.

Wie verlautet, hat die ägyptische Regierung den Leiter der Sowsethandelsgesellschaft Worobrieff auf­gefordert, Aegypten spätestens bis zum 25. August zu verlassen, da er nicht die Bedingungen eingehal­ten habe, unter denen ihm die Aufenthaltserlaubnis erteilt worden sei.

Der Kaiser von Abessinien hat, wieDaily Mail" aus Addis Abeba meldet, eine besondere Behörde zur Unterdrückung des Sklavenhandels geschaffen. An ihrer Spitze wird ein abessinischer Fürst stehen, der von einem britischen Ratgeber und einem Aus­schuß führender Persönlichkeiten unterstützt wird. Zum britischen Ratgeber ist Frank Holpert auser­sehen, der früher Beamter der ägyptischen Regie- ung war und jetzt das abessinische Arbeitsministerium leitet.

*

Trupps von Arbeitslosen demonstrierten heute in Ottawa gegen den Premierminister Bennett, weil er verschiedenen ihrer Forderungen nicht nachge­kommen war. Im Verlauf der Kundgebungen kam es zu Unruhen, so daß die Polizei einschreiten mußte. Zwölf Personen wurden verhaftet.

Bulgarien hat gestern durch einen diplomatischen Vertreter dem französischen Außenministerium sei­nen Beitritt zum Vertrauensabkommen vom 13. Juli 1932 zur Kenntnis gebracht.

*

Nach Berichten aus Posadas (argentinisch-para- guayanische Grenze) sollen bolivianische Truppen einen Angriff auf Puerto Cesado, einem stra­tegischen Punkte am Paraguay-Fluß, eröffnet haben. *

Gegen die acht außerordentlichen Mitglieder des Vorstandes der Kreuger & Toll A. B. ist heute An­klage erhoben worden. Der Prozeß wird schon am 19. August stattfinden.

*) Näheres siehe politischen Teil.

VEdiâbinett soll bleiben

Berlin, 3. Aug. Die politischen Gespräche außerhalb des Sitzes der Reichsregierung esprechung der nationalsozialistischen Führer in Süddeutsch- Forderungen geführt, welche die Partei bei kommenden Ver­

sind in Alutz gekommen. Eine Bel

land hat zur Aufstellung von

Handlungen über ihre Beteiligung an der Macht und der Verantwortung zu vertreten

gedenkt.

Eine Verbindung zwischen der Reichsregierung und der nationalsozialistischen Partei­leitung scheint inzwischen hergestellt worden zu sein.

Der Bruder des Vorsitzenden des Herrenklubs, Werner von Alvensleben, dem ebenfalls gute Be­ziehungen zu maßgeblichen Persönlichkeiten der Reichsregierung nachgesagt werden, hat sich nach Süddeutschland begeben, wohl mit dem Auftrag, den VerbiNdungsöraht zu der nationalsozialistischen Par­teileitung zu spannen. Daß die Nationalsozialisten selbst nunmehr die Forderung nach ihrer Beteiligung an Macht und Verantwortung erheben, ist schon be­kannt und wird durch neue Zeugnisse der Partei- stellen bestätigt. Unklar bleibt dabei zunächst noch, in welchem Umfang sie ihren Anteil an der Macht beanspruchen und in welchem Maße sie bereit sind, als Gesamtpartei Verantwortung für die Regie- rungsgeschäste zu übernehmen. Soweit sich bisher feststellen läßt,

gehen die Wünsche der Nationalsozialisten, was das Kabinett betrifft, auf den Kanzlerposten, das Ministerium des Innern und die Ministerien für Arbeit und Wirtschaft.

Mit dieser Liste freilich dürsten die Wünsche der Partei noch nicht erschöpft sein. Es ist vielmehr da­mit zu rechnen, daß es gerade die politischen Neben- forberungen sein werden, über die man sehr ein- gehend wird verhandeln müssen. So fordert der Eingriff heute, daß die SA. und SS. sich bewaffnet auf der Straße zeigen dürfe, bis derRotmord- terror" restlos gebrochen sei. Daß zu diesem Zweck SA.- und SS.-Leute als Hilfspolizisten eingestellt werden, daß die Kommunistische Partei verboten und der Reichstagsfraktion der Zutritt zum Reichstag verwehrt werde. Die letzte Forderung geht dahin, daß den Nationalsozialisten unverzüglich die Voll­zugsgewalt im Reich übertragen werde. Der An­griff fügt eine Warnung an die Regierung hinzu, an diesen Forderungen ja nicht achtlos vorüberzu­gehen.

Es darf angenommen werden, daß weder die Regierung von Papen noch der Reichspräsident von Hindenburg gewillt fein werden, sich solchen Wün­schen zu fügen. Sowohl in der Umgebung des Kanz­lers wie des Herrn von Hindenburg scheint man vielmehr auf dem Standpunkt zu stehen, daß der

Charakter der jetzigen Regierung als der eines

Präsid iglkabmettes"

unbedingt und auch dann gewahrt werden müsse, wenn die Zusammensetzung des Kabinetts durch Hereinnahme einiger Nationalsozialisten im einzel­nen geändert werden sollte. Da das Zentrum, und präziser noch die Bayerische Volkspartei, erklärt haben, daß die Nationalsozialisten endlich einmal eine Probe ihrer Regierungsfähigkeit ablegen müß­ten, so glaubt man in den Kreisen des Kabinetts sicher sein zu können, daß beide Gruppen ein in die­sem Sinn umgebildetes Ministerium tolerieren wür­den. Im übrigen ist auch demAngriff" zu ent­nehmen, daß die Nationalsozialisten die Entschei­dung nicht zu überstürzen beabsichtigen. Der Führer, wird dort auseinandergesetzt, habe so viele Rechts­mittel in der Hand, daß er keine Veranlassung habe, zu übereilten, die Position der Nationalsozialisten nur gefährdenden Maßnahmen zu greisen.

AK das Wuvsirieden?

Neue blutige AusWesttuuse« - Warenkunde in SvevschSeNeu

LeuevübevsM auf KatlonattorèaMen

Ein Toler, mehrere Schwerverletzte

Berlin, 3. Aug. 3m Norden der Stadt wur­den laut Polizeibericht heule früh etwa 15 auf dem Heimwege befindliche Nationalsozialisten aus einem Lokal von Kommunisten beschossen. Ein Nalional- sozialisi wurde durch Kopfschuß getötet. 3m An­schluß daran entstand ein schweres Handgemenge, in dem drei Nationalsozialisten durch Schüsse und Stiche schwer und ein Nationalsozialist leicht ver­letzt wurden. Ein Kommunist, der ebenfalls Der-

Reichstagsbesinn 30. Slusust

Berlin, 3. Aug. Die Reichsregierung ist sich nunmehr schlüssig geworden, den Reichstag zu dem letzten verfassungsmäßig möglichen Termin, also dem Dienstag, den 30. August einzuberufen. Die ersten Sitzungen des Reichstages werden mit der Konstituierung des Parlaments und der Wahl des Präsidiums ausgefüllt sein. Die eigentlichen parla­mentarischen Beratungen werden dann anfangs September beginnen. In politischen Kreisen nimmt man an, daß der Reichstag nur verhältnismäßig kurze Zeit zusammen bleibt. Die Reichsregierung hat offenbar die Absicht, nach Annahme des von ihr verlangten Ermächtigungsgesetzes den Reichstag wieder für längere Zeit in diè Ferien zu schicken.

Dcetteitoet! Landtag am 16. August

Berlin, 3. Aug. 3m Aeltestenrat des Preußischen Landtags wurde am Mittwoch beschlossen, daß am 16. und 17. August Landtagssitzungen stattfinden sollen. Auf der Tagesordnung sollen Anträge der Sozialdemokraten und Kommunisten über die Ein­setzung des Reichskommissars für Preußen, sowie über die Gewaltakte in Königsberg, Schlesien, Schleswig-Holstein und anderen Landesstellen stehen. Ferner sollen die noch nicht erledigten Ab­stimmungen über die Bergwerksanträge und andere soziale Fragen vorgenommen werden. Die Sozial­demokraten hatten beantragt, den Landtag schon für die nächste Woche einzuberufen. Die Kommunisten schlossen sich dieser Forderung an. Präsident Kerrl erklärte, daß es sich nicht empfehle, den Landtag zusammentreten zu lassen, bevor eine Klärung hin­sichtlich der Regierungsbildung im Reich und in Preußen erfolgt sei. Da die Einberufung des Land­tags von mehr als einem Fünftel der Abgeordneten gefordert würde, müsse dem Antrag stattgegeben werden. Vor dem 16. August werde er aber den Landtag nicht einberufen. Abg. Kube (Nats.) wandte sich angesichts der erregten Stimmung seiner Partei­freunde gegen eine Landtagseinberufung in diesem Augenblick. Er schlug vor, die Landtagstagung bis zum September zu verschieben und dann eine ord­nungsmäßige Regierung aus dem Volkswillen heraus zu bilden, die die nötige Autorität haben werde, Ruhe und Ordnung herzustellen. Abg. Heilmann (Soz.) erwiderte, daß die Sozialdemokra­tie unter keinen Umständen darauf verzichte, eine Stellungnahme des Landtags zu den letzten politi­schen Vorgängen herbeizuführen.

Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten wurde eine Landtagseinberufung schon für den 9. August abgelehnt und der Zu­sammentritt für den 16. August beschlossen.

Eine Entscheidung darüber, wann die Wahl des Ministerpräsidenten vorgenommen werden ' wurde nicht getroffen.

soll,

letzungen davongetragen hak, wurde unser dem Verdacht der Mittäterschaft ins Staatskrankenhaus eingeliefert. 17 Kommunisten, darunter der Haupt- täter, wurden zwangsgestellt.

M»«da«kchlas auf »«»«enMAe Reichsbannevführev

~ £UH«.«,3, 2tua. Auf den Reichsbannerführer Raschkowsk» in Szillen ist heute nacht ein Mord- anschlag verübt worden. Verletzt wurde niemand.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Die GiaatsautovliSt sieht aus dem Spiel!

Die Reichsregierung hat nach dem Abschluß der Reichstagswahl einen Burgfrieden ver­kündet. Der blutige Kleinkrieg der Parteien läßt sich indessen dadurch nicht stören, sondern nimmt ungezügelt seinen Fortgang. Es ist wie eine Vendetta, die durch das Land wütet, wie eine Blutrache, die in den letzten Tagen wieder zahlreiche Opfer gefordert hat. Die Regierung weiß, auf welcher Seite der Staatsfeind zu suchen ist, aber sie wird es auch zu verhindern wissen, daß der Nationalsozialist Privatrache übt und sie wird die Schuldigen strafen, auf welcher Seite sie auch immer zu finden sind. Nur muß sie endlich den Warnungen auch die Tat folgen lassen und eine sichere Schutzwehr gegen die fortgesetzten Friedensstörungen er­richten. Denn die Staatsautorität steht ernst­lich auf dem Spiel.

Nach der neuesten kommunistischen Bluttat in Berlin fordern die Nationalsozialisten für ihre Anhänger das Recht, sich bewaffnet auf der Straße zu zeigen. DerAngriff", das Ber­liner Organ der Nationalsozialisten, verlangt ferner, daß die nationalsozialistischen Sturm­abteilungen als Hilfspolizei einberufen, daß die Nationalsozialisten in Preußen und im Reich mit der Vollzugsgewalt betraut werden. Diese Forderungen zeigen, wie weit die Dinge schon gediehen sind. Auch wer den National­sozialisten zubilligt, daß sie die Angegriffenen sind, wird sich nichts gutes davon ver­sprechen, wenn sie als die Hüter der staatlichen Ordnung auftreten. Der schleichende Bürger­krieg würde wahrscheinlich in demselben Augenblick offen ausbrechen, in dem die Na­tionalsozialisten dazu übergingen, die Vollzugs­gewalt des Staates in ihre Hand zu nehmen. Aber man wird im Auge behalten müssen, daß solche Forderungen nur dann zurückgedämmt werden können, wenn der Staat seiner Pflicht als Hüter der Ordnung und der Sicherheit vollauf genügt. Ist er dazu nicht imstande, so darf sich die Regierung nicht darüber wundern, wenn ihr die Parteien über den Kopf wachsen.

Der stellvertretende Reichskommissar Dr. Bracht, der mit der Stellung des Polizeimi­nisters in Preußen betraut ist, wird wohl selbst einsehen, daß in der Entwicklung der Dinge zur denkbar bedenklichsten inneren Spannung ein kritischer Punkt erreicht ist. Er hat in dieser Erkenntnis vor kurzem selbst zum letzten Male gewarnt. Was aber nun, wenn der Warnung keine Folge geleistet wird? Nach der Verübung von gewalttätigen Ueberfällen in Königsberg hat man in den verantwortlichen Kreisen offen­bar die Verhängung des Ausnahmezustandes in Erwägung gezogen. Man ist davon aber wieder abgekommen, weil die zügellosen Lei­denschaften sich in ein paar Stunden ausgetobt hatten. Vorbeugende Maßnahmen so er­klärte man damals im preußischen Innenmi­nisterium seien in solchen Fällen schwer, ja fast unmöglich. Man könne Ueberrumpelungen dieser Art nicht voraussehen. Nachträglich wurde dann die Stärke der Polizeigewalt durch die Auffahrt eines Polizeipanzerwagens und durch die Einsetzung starker Polizei­patrouillen der Bevölkerung vor Augen ge­führt. Daß man damit nicht den erforderlichen Wandel schaffen kann, hat der weitere Verlauf der Ereignisfe seitdem leider bewiesen.

Das einzige Mittel von bewährter Kraft besteht in der schnellen und rücksichtslosen Be­strafung derjenigen, die auf frischer Tat er» tappt oder durch ein beschleunigtes Unter­suchungsverfahren als die Täter nachgewiesen werden. Der Reichskanzler hat im Hinblick auf die Königsberger Ausschreitungen in diesem Sinne davon gesprochen, man werde mit den

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