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Nr. 176

Günther Groenhoffs letzte Fahrt

: Unter außerordentlich starker Beteiligung aus an Kreisen der Bevölkerung wurde am Dienstag sterbliche Lillie des berühmtesten deutschen gelfliegers Günther Groenhoff zur letzten Ruhe ragen. Vor dem Leichenhause war der Sarg, be- kt mit iicr Fahne der deutschen Segelflieger, auf- > fahrt und beschirmt von den weitausladenden igeln eines Segelflugzeuges. Den weiten Platz k der Leichenhalle füllten Tausende und Aber- isende, die dem kühnen und allzu früh dahin- ;angenen Flieger bas letzte Geleit geben woll-

Nach einem gemeinsam gesungenen Choral lt Pfarrer Eschenröder von der Petersgemeinde, t Amtskollege von Günther Groenhoffs Vater, Leichenrede. Er schilderte noch einmal den erbegang des Verunglückten, seine Begeisterung die Fliegerei und die von ihm erzielten großen folge, die mit dazu beigetragen haben, daß die utsche Segelfliegerei den ersten Platz in der gan- 1 Welt einnehme. Früh vollendet, habe er viele hre erfüllt, denn sein Aufstieg sei sensationell wesen, so daß er schon mit 24 Jahren eine Welt- rühmtheit gewesen sei. Es komme auch nicht dar- f an, wie lange man lebe, sondern was man aus | nem Leben gemacht habe. Mit den Worten lienthals, die dieser kurz vor seinem Tode aus- rach:Opfer müssen gebracht werden", schloß sorrer Eschenröder seine Ansprache und knüpfte ran den Wunsch und die Hoffnung, daß das pfer Günther Groenhoffs für die deutsche Jugend rd das deutsche Vaterland nicht umsonst gebracht in möge. Es sprachen dann der Reihe nach noch n Vertreter der Stadt Frankfurt a. M., Vertreter r deutschen Segelflieger, der Rhön-Rofitten- esellschaft, für die Günther Groenhoff tätig war. r F. A. I., der Internationalen Studienkom- ission für das Segelflugwesen, des Deutschen uftfahrtsverbandes, der Ortsgruppe Frankfurt des eichsauÄfchusses für Leibesübungen, der Frank- irter Flughafen-Gesellschaft, der Frankfurter ßan= eskirche und einer ganzen Menge Verbände und ugendorganisationen etc., die alle die Verdienste es Dahingegangenen noch einmal aufleben ließen nd ihn eines getreuen Andenkens versicherten. Vährend der ergreifenden Feier kreiste eine ganze leihe von Flugzeugen über dem von der Stadt frankfurt a. M. ihrem berühmten Sohne gestifteten ihrengrab, über das sich jetzt eine Unmenge von Humen ergoß.

Hitler spricht in der Festhalle

In einer großen Wahlversammlung der kSDAP. sprach gestern abend Adolf Hitler in er Festhalle. Seine Rede wurde nach einer barallelversammlung im Haus' der Technik über­ragen, so daß seine Ausführungen ca. 35 000 Nen schen übermittelt wurden. Nach dem Auf- narsch von ca. 3000 SA.-Leuten und einer Be­grüßungsansprache durch den Gauleiter für Hessen­tlassau-Süd, Sprenger, ergriff Adolf Hitler, leb- )aft begrüßt, das Wort. Er hatte kurz vorher in llachen und in Köln gesprochen, machte aber,, ab- zesehen von einer etwas belegten Stimme, einen ^echt frischen Eindruck. In seinen Ausführungen wandte er sich wieder gegen dieSystemparteien" und stellte es als absurd hin, daß diese jetzt auf einmal von Freiheit, sozialer Wohlfahrt und namentlich von der Beseitigung der Reparationen sprächen, nachdem sie 13 Jahre lang nicht daran zedacht hätten, diese Ziele zu verwirklichen. Wenn eine Partei für sich das Recht in Anspruch nehmen dürfe zu behaupten, gegen die Reparationen ge­kämpft und für die Freiheit des deutschen Volkes eingetreten zu sein, dann sei das einzig und allein die NSDAP. Wie könnten die Systemparteien sich gegen die fetzigen Zeitungsverbote aufregen, nachdem sie 13 Jahrelang Hunderte von Zeitungen verboten hätten. 13 Jahre hätten den Systems- Parteien nicht ausgereicht, um de mVolke die Frei­heit zu geben, aber diese 13 Jahre hätten genügt, so sagte Hitler, um Deutschland derm Zusammen­bruch entgegenzuführen. Jetzt sollten diese Par­teien, fuhr Hitler fort, nicht so tun, als wollten sie das Versäumte nachholen, denn sie könnten keine Garantie dafür geben, daß sie in den 13 nächsten Jahren etwas Besseres leisten würden. Jetzt noch, meinte der Redner weiter, sei der poli­tische Wille des deutschen Volkes in 30 Atome zer­rissen, und nur die Partei, die diese Zerrissenheit beseitigen und das gesamte deutsche Volk unter einen Hut bringen könne, die sei berufen, das Volk einer besseren Zukunft entgegenzuführen. Und diese Ein-

Freitag. den 29. Juli 1932

Nevfliegende Haifisch"

Das neueste amerikanische Bombenflugzeug, das wegen feiner seltsamen Form derfliegende Hai­fisch" genannt wird. Es handelt sich um einen Eindecker, der nach dem Stromlinienprinzip kon­struiert ist und eine außerordentlich große Flügelweite besitzt.

heit müsse kommen, denn das deutsche Volk stehe vor so schweren Problemen, die es nur mit ge­meinsamer Kraft überwinden könne. Und er, Hitler, habe sich die fanatische Lebensaufgabe gestellt, diese Verschmelzung herbeizuführen, und sollte sie sich als unmöglich erweisen, dann sei das deutsche Volk eben dem Untergang geweiht.Nach der Ver­sammlung begab sich Adolf Hitler im Auto nach Wiesbaden und Mainz, um auch dort in national­sozialistischen Wahlversammlungen zu sprechen.

lleberschuß beim Frankfurter Sängerfest

': Nach den bisherigen Feststellungen ist damit zu rechnen, daß das XL Deutsche Sänaerbundes- feft mit einem nicht unbeträchtlichen Ueberschuß abschließeN wird. Die Stadt Frankfurt hatte für das Fest einen Kredit von 250 000 RM zur Verfügung gestellt, von dem die Festleitung 100 000 RM in Anspruch genommen hatte. Diese 100 000 RM sind am Mittwoch der Stadt Frankfurt zurllckgezahlt worden.

Das Büro im pferbeffad

; Vor etwa 4 Jahren etablierte sich 'm einem ehemaligen Pferdestall an der Mainzer Landstraße der Vertreter Adalbert Schmidt, der aus der Schlüchterner Gegend stammt, und richtete dort ein Büro ein. Aus dem Pferdestall wurde ein Welt­handelshaus, denn auf den Briefköpfen Schmidts standen großartig die Worte: Import Export" und in der Mitte war eine schöne Weltkugel abge­bildet. Die Tätigkeit dieser ,-beLeutenden" Firma bestand in der Hauptsache darin, bei Hinz und Kunz Waren zu bestellen, die nicht bezahlt, aber schnell­stens veräußert wurden. Als im Februar 1929 der Zusammenbruch unvermeidlich wurde, raffte Schmidt zusammen, was vorhanden war und begab sich mit einigen hundert Mark nach Hamburg, wo er mit anderen Personen zusammen ein neues Schwindel­unternehmen aufmachte, mit dem Erfolg, daß er in Hamburg mit neunzehn Monaten Gefängnis be­straft wurde. Von dort brachte man ihn nun nach Frankfurt, um. die hier schwebende Sache bereinigen zu lassen. In der Verhandlung vor dem Großen Schöffengericht schilderte der Angeklagte, wie bitter es ihm in jenen kalten Tagen ging, als er im Pferdestall saß. Seiner Sekretärin konnte er nur dadurch Gehalt zählen, daß er einen auf Abzahlung gekauften Photoapparat veräußerte. Aber das war noch das wenigste. Der Angeklagte und feine Frau hungerten buchstäblich tagelang und lagen nachts in Ermangelung einer Wohnung auf blanken Tischen, die das Schlaflager ersetzten. Als die Kälte schneidend wurde, brach man den Fußboden auf und verfeuerte die Dielen oder Teile des Treppen­geländers. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust unter Einbeziehung der in Hamburg erkannten Strafe.

Aus Nah und Seen

Günther GvSnhof- Gedächtnks- ftüse

Wolf Hirth fliegt 160 film.

Fliegerlager Wasserkuppe, 28. Juli. Die Flüge am heutigen Donnerstag waren dem Ge­dächtnis Günther Gronhoffs gewidmet. Gefordert wurden von den weniger geübten Piloten 15 Klm. und von den Leistungsfliegern beider Klassen 25 bzw. 40 Klm. Während Hemmer, Wallischeck, Pern- thaler, von Dierungshofen, Deutschmann und Dittmar in der näheren Umgebung blieben, schaff­ten ihre Kameraden zum Teil recht ansehnliche Leistungen. Peter Riedel aufRhönadler" schaffte 45 Klm., Röhm aufWürttemberg" landete bei Schmalkalden (45 Klm.) und Kronfeld aufWien" ging bei Schleusingen (63 Klm.) nieder. Der Stettiner Mayer, der wiederum seinPommern­land" flog, hatte es wiederum auf den Höhenpreis abgesehen,' der mit 1500 RM dotiert war und eine Höhe von 2000 Meter verlangte. Er hatte mit seinem Versuch Glück und kam bis 2200 Meter. Mayer sicherte sich damit die Anwartschaft auf einen der Hauptpreise. Wolf Hirth ging mit feinem Musteller" auf Strecke. Lange blieb man ohne Nachricht, bis kurz nach 7 Uhr die Meldung ein­traf, daß er bei Eisenberg, 160 Klm. von der Wasserkuppe, gelandet sei. Die Zahl der Flüge ist damit auf 430 gestiegen. In drei Tagen ist die Rhön beendet und am 2. und 3. August findet eine Tagung der Segelflieger in Gersfeld statt.

Serre deutsche Sdihstlerstuns im DauevseseMus

Wasserkuppe, 28. Juli. Bei den Segelflugwett- bewerben auf der Wasserkuppe gelang es am Donnerstag dem Polizeioberleutnant Hentschel aus Kassel, eine neue deutsche Dauerflughöchst­leistung im Segelfliegen aufzustellen. Hentschel war am Donnerstag früh um 4 Uhr eine Minute mit feinerMax Kegel" gestartet und kreuzte die ganze Zeit über dem Dörnberg. Nach einer Flugdauer von 16 Stunden und 13 Minuten erfolgte um 20,14 Uhr die Landung. Hentschel hat damit die bisherige Höchstleistung von 14 Stunden sieben Minuten um Zwei Stunden sechs Minuten überboten.

Der Kasseler Waffendiebstahl aufgeklärt

.Kassel, 28. Juli. Der Kasseler politischen Polizei ist es nunmehr gelungen, die im Dezember 1630 in der Polizeiunterkunft Kassel ausgeführten

___________________________ Settel

Waffendiebftähle von rund 80 Pistolen und 6000 Schuß Munition aufzuklären. Ms Haupttäter wurde der frühere Polizeiwachtmeister Krick festgestellt. Als Mittäter kommen drei Angehörige der NSDAP, in Frage. Ein Teil der gestohlenen Waffen ist be­reits sichergestellt worden.

Selbstmord oder Verbrechen?

Mainz, 28. Juli. Am vergangenen Montag gegen Abend wurde an der Landstraße Gonsen­heim Heidesheim der 27jährige Vertreter Adolf Diehl aus Heidesheim, wohnhaft zuletzt hier in der Schulstraße, kniend an einem niederen Baum er­hängt aufgefunden. Für die Angehörigen des Toten bildete der Selbstmord ein Rätsel, da nach ihrer Ansicht hierfür nicht der geringste Grund vor­lag. Als ihnen aber bekannt wurde, daß sich der Tote kurz vor seinem augenscheinlichen Selbstmord in Begleitung einer nicht besonders gut be­leumundeten Frauensperson von hier befand, mit der er eine heftige Auseinandersetzung hatte, ^be­kamen sie erhöhte Zweifel. Auf Grund dieser Tat­sachen sah sich die Staatsanwaltschaft veranlaßt, eine gerichtliche Sektion der Leiche des D. vor­nehmen zu lassen, um festzustellen, ob er nicht einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.

Arzt von einem Jungen beim Scheibenschießen erschossen

Marburg, 28. Juli. Im benachbarten Gemünden ist der Arzt Dr. Schütz auf tragische Weise ums Leben gekommen. Er vergnügte sich mit dem bei ihm zu Besuch weilenden 14jät)rigen Sohn eines Pfarrers aus Hersfeld mit Scheiben­schießen, wobei ein Luftgewehr benutzt wurde. Später nahm Dr. Schütz seine Pistole, mit der er ebenfalls einen Schuß auf die Scheibe ab gab. Als er die Scheibe nach sehen wollte, ob der Schuß ge­troffen hat, legte der Junge, dem er die Pistole zum Halten gegeben hatte, an und schoß den Arzt tot. Allem Anschein nach hat er mit der Pistole gespielt.

In der Lehmgrube verschüttet und erstickt

Gießen, 28. Juli. In der Lehmgrube der Dampfziegelei von Kruse in dem Nachbarorte Watzenborn-Steinberg wurde heute früh durch einen großen Erdrutsch der Siegeleiarbeiter Karl Schmidt von Watzenborn-Steinberg verschüttet. Der 40 Jahre alte Mann erstickte in den Erdmassen, be­vor man ihm Hilfe bringen konnte. Er hinter­läßt seine Frau und vier Kinder.

Eisenbahnertod

Gießen, 28. Juli. Der Lokomotivheizer Schäfer aus Stockheim, der am vorigen Montag früh auf dem Bahnhof in Stockheim von einer Lokomotive überfahren worden war und dabei einen schweren Schädelbruch davongetragen hatte, außerdem einen Unterschenkel verlor, ist gestern abend in der hie­sigen Chirurgischen Klinik -seinen schweren Ver­letzungen erlegen. Der Verunglückte hinterläßt Frau und fünf Kinder.

Frankfurter Kind im Spessart ertrunken

Lohr a. M., 26. Juli. Im sehr wasserreichen Lahrbach ist heute der zweijährige Kurt Vogel aus Frankfurt a. M. ertrunken, der seit längerer Zeit hier in der Obhut ferner Großmuter war. Das Kind war in Begleitung eines Mädchens zur Bleichwiess gegangen und ist dort in einem unbewachten Augen­blick in den Lahrbach gefallen. Erst nach Abfassung des Wassers fand man die Leiche.

Das Dow dev landet?

Seit wann gibt es Männergesangvereine?* Liedertafeln und Liederkränze. Das erste deutsche Sängerfest. 845 000 organisierte deutsche

Sänger. Ein Museum des Männergesangs.

Trotz der Ungunst der Zeit hatte das 11, Deutsche Sängerbundesfest Teilnehmer und Zu­hörer in Massen nach Frankfurt a. M. geführt; der deutsche Männergesang ist ja von jeher Volks­sache gewesen. Gewisse Vorläufer unserer heutigen Männergesangvereine sind schon die aus den alten sächsischen Kantoreien hervorgegangenen Adjuvan­tenvereine, deren ältester jener von Coswig in Anhalt sein dürfte; er wird im Jahr 1588 erwähnt. Aehnliche Ziele wie die Männergesangverine ver-

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