^ormig! aufgererhkè Blätter, letztere eiste Art , prägt. Habest auch andere Schwämme dieses “ • Netz, nie ist es weiß wie beim Steinpilz; so
hat z. B. der eßbare, aber nicht so wertvolle Kapuzinerpilz ein fast schwärzliches Geflecht am Strunke.
Pelzchen oder Polster. Nimmt man nun niemals einen Röhrenpilz mit rotem Pelz oder rotem totiel und niemals einen Lamellen- Ichwamm mit weißen Blättern, dann ist man vor einem Giftschwamm sicher. Allerdings entgehen dabei dem vorsichtigen Sucher ein paar gute Eßpilze, wie Brätlinge und Täublinge mit rhren weißen Lamellen, aber diese können ruhig dem sicheren Kenner bleiben. Neulinge sollen nie Pilze nehmen, die sie nicht ganz genau kennen, und sich beim Suchen erfahrenen Kennern anschließen. Gerade unsere beliebtesten Schwämme, wie Steinpilz und Champignons, haben äußerst giftige Doppelgänger, den Satans- und den Knollenblätterpilz. Man soll Champignons nie im Walde suchen, sondern nur auf Wiesen, Weiden, Pferdekoppeln uff. Die Lamellen des echten Champignons find in der Jugend ganz zart rosa, später werden sie rötlich- bis schwarzbraun, während sie beim Knollenblätterpilz immer weiß bleiben, auch ist sein Strunk im Gegensatze zum echten Champignon unten knollig verdickt. Verhältnismäßig leicht zu erkennen ist der Stein- oder Herrenpilz, denn sein giftiger Bruder, der Satanspilz, mit dem blutroten, dickbauchigen
Stiel, und dem auf dem Bruch rötlich, dann blau anlaufenden Fleische kann nur von Kindern oder Neulingen damit verwechselt werden. Dem Steinpilz etwas ähnlich ist der Gallen- röhrting, der zwar nicht giftig, aber wegen seines bitteren Geschmacks ungenießbar ist. Ein einziges Exemplar davon verdirbt ein ganzes Pilzgcricht. Ein echter Steinpilz wechselt die Hutfarbe vom hellsten Reh- bis zum dunkelsten Kaffeebraun. Die Röhrchen (das Polster) sind beim ganz jungen Schwamm weiß, werden dann hell- und später dunkelgrün. Beim Gallenröhrling quellen sie in weißlich-rosa Farbe beinahe schaumig unterm Hut hervor. Der Steinpilz hat aber ein gutes, untrügliches Erkennungszeichen, das keinem anderen Pilze sonst zu eigen ist, aber selbst in großen Pilzbüchern fehlt, es ist dies eine weiße, schleier- artige Netzzeichnung über den Strunk hin, manchmal stärker, manchmal schwächer ausge-
Allerlei Neues aus Feld und Garten. Stall und Hof. Haus und Keller, Küche und Blumenzimmer
Arbeitskalender für den Gartenfreund.
Sm Juli können auf leergewordene Gemüsebeete noch Rosen- und Grünkohl gepflanzt, auch Karotten und Bohnen noch gesät werden. Bildet der Blumenkohl seine weißen Knospen aus, dann schützt man diese vor Licht durch Einknicken einiger Blätter. Von Tomaten sind die Seitentriebe stets frühzeitig auszubrechen, Blätter dürfen aber nicht abgeschnitten werden. Schwarzwurzeln, Zwiebeln und ebenso den Rhabarber lasse man nicht zur Blüte kommen, sondern schneide die Knospen beizeiten ab, damit sie nicht unnötig Nahrung verbrauchen. Johanni wurde die Spargelernte beendet, die Dämme wurden heruntergezogen; jetzt ist noch Zeit, durch Gaben schnellwirkender Dünger den zur Nährstoff- bildung nötigen Blatttrieb zu kräftigen. Allgemein ist nun Ernte- und Einkochzeit, man bringe nur frisches Gemüse in die Einkochgläser. Sm Obstgarten sind die Triebe der Spalierbäume bis auf den Leittrieb zu ent- spitzen, soweit das nicht schon im vorigen Monat geschah. Bei starkem Fruchtansatz entferne man jetzt einzelne Früchte. Außerdem ist besonders da, wo viel Früchte reifen wollen, auch gut zu wässern. Wurmstichiges Fallobst lese man auf und werfe es nicht auf den Kompost, sondern sorge für Vernichtung der Maden. Blattläuse bekämpft man durch kräftigen Wasserstrahl oder Spritzen mit Nikotinseisenbrühe. Beim Wein sind jetzt die Geize, das sind die Seitentriebe der tragenden Reben, auf zwei Augen einzukürzen. Nun wird es auch Zeit, an die Pflanzung junger Erdbeeren zu denken. Sm übrigen vergesse man nicht, Beerenobst, besonders zur Geleebereitung, rechtzeitig zu ernten. Auch im Ziergarten treten in diesem Monat die Blattläuse oft zahlreich auf und müssen ent
Das beste Pilzrezept ist: Frisch gepflückt, sauber geputzt, frisch gekocht und schnell ge- gessen! Ueber Nacht müssen die Schwämme einzeln ausgebreitet werden, falls man sie nicht besser gleich herrichtet, aufblättcrt und auf einem Brette oder Tuche weit auseinanderlegt. Nasse Schwämme dürfen niemals über Nacht liegen bleiben. Mit größter Sorgsamkeit verfahre man beim Einputzen. Die Haut vom Hute wird bei gesunden Pilzen nur abgeschabt, nicht abgezogen, da sie viel Aroma besitzt. Das „Polster" unterm Hute ist mit Ausnahme der ganz jungen Schwämme immer zu entfernen, denn hier sitzt Ungeziefer u. dgl.; auch ist diese schwammige Substanz ungesund. Aber gerade in diesem Punkte wird niet gefehlt; ja bei Steinpilzen schätzt sogar mancher Liebhaber das Schlickerige am Gericht, das vom „^wa,» kommt. Eine derartige Speise verdir viel leichter, und zersetzte Schwämme wirken ebenso gefährlich als giftige. Man bereite deshalb auch nur so viel zu, als bei einer Mahlzeit verzehrt werden. Sm Notfälle kann man Reste erhalten, wenn man sie sehr kalt stellt oder zwischendurch einmal aufkocht. Uebri- gens gehören Pilze, besonders wenn sie nicht weich gekocht sind, oder in zu großen Mengen genossen werden, zu den schwer verdaulichen Gerichten und können namentlich bei Kindern oder Personen mit schwachem Magen schlimme
Polster" rbt aber
Krankheitserscheinungen Hervorrufen.
Treten nach Pilzgenuß Uebelkeit, Schwindel, Kopf- und Magenschmerzen auf, so muß der Arzt sofort gerufen werden. Der Patient lege sich zu Bett, man gebe ihm viel Milch, heißen schwarzen Kaffee mit einem Löffel Rhizinusöl, auch mache man heiße Wickel, um womöglich einen Schweißausbruch herbeizuführen. Bei Knollenblätterpilzvergiftungen tritt oft erst nach zwölf Stunden das erste Unbehagen auf, was besonders zu beachten ist. Al.
fernt werden; Meltau an Rosen wird mit Schwefelpulver bekämpft. Abgeblühte Pflanzenteile sind abzuschneiden, der Rasen ist zu mähen und zu wässern. Die Pflege der Topfpflanzen beschränkt sich jetzt auf richtiges Gießen und Düngen mit mäßigen Dunggüssen bei feuchtem Wetter. Eine $u starke Belichtung durch die Mittagssonne ist für empfindliche Pflanzen schädlich; durch einen Standort mit Schatten zur Mittagszeit oder besonderen Lichtschutz ist hier Abhilfe zu schaffen. Schfd.
Der größte und der älteste Baum der Erde. Der amerikanische Sequoia-Nationalpark beherbergt den größten Baum der Erde. Er führt den Namen „General Sherman-SequoiasBaum". 81,61 m Höhe bei einem Umfang am Boden von 26,84 m sind seine gewaltigen Ausmaße. In Kalifornien steht ein zweiter Methusalem unter den Bäumen, der „General Grant- Baum", der unten zwar noch breiter ist, aber an Rauminhalt um 10 o/o hinter dem ersten zurücksteht. Dafür darf er die Ehre für sich in Anspruch nehmen, der Wahrscheinlichkeit nach älter zu sein als sein Kollege, dessen Alter auf mindestens 4000 Jahre geschätzt wird. Einige Forscher geben ihm sogar 5000 Jahre.
Was habe ich bei blühenden Lathyrus odorato (Edelwicken) zu beachten? Welcher Gartenliebhaber kennt sie nicht, die so reich duftenden und in vielen Farben prangenden Edelwicken. Diese herrliche Blume findet man wohl schon in jedem Gärtchen, denn sie verdient wirklich angebaut zu werden. Wir wissen nun aber auch, daß die Lathyrus reichlich Samen bringen, und daher möchte ich aufmerksam machen, daß, wenn man recht lange Schnittblumen haben will, man alle albge- blühten Blumen abschneidcn muß, damit sich keine Samenschoten bilden, da sonst die Blüh-
Willigkeit der Edelwickest sehr nachläßt und die Blüte sogar in einer kurzen Zeit ganz aufhört. Doch jeder Gartenliebhaber will nach Möglichkeit recht lange duftende Blumen im Garten und auch in den Vasen haben und will nicht nur Samenzüchter sein. Derenthalben schneidet man alle vorkommenden Samenschalen ab und .es bilden sich aus den Blattachsen immer wieder neue Blütentriebe, welche mit ihren herrlichen Farben Herz und Auge erfreuen. Geht allerdings dann zum Herbst doch die Blüte bald zu Ende, so kann man auch für das nächste Jahr einige Samenschoten auswachsen lassen, um selber Samen zu haben. Allerdings muß ich aber erwähnen, daß es für jeden Gartenliebhaber weit besser ist, sich den benötigten Samen alljährlich aus einer größeren, als reell bekannten Samenhandlung schicken zu lassen, da selbstgezogener Samen zu leicht ausartet und erstens in der Farbe nicht mehr die Erwartungen erfüllt und auch die Größe der Blumen weit zurückbleibt. Sa.
Reinigung des Hühnerstalles. Die frühzeitig erbrüteten Jungtiere sind herangewachsen und müssen bald den Legestall beziehen. Bevor sie zu den alten, die nun zum Teil aussortiert sein müssen, hinzukommen, ist der Stall gründlich zu reinigen. Sitzstangen, Nester, Futtergefäße usw., die alle beweglich sein sollen, werden herausgenommen, mit heißer Sodalauge abgebürstet und hinterher mit einem Desinfektionsmittel, wie Kreolin oder Chloramin, abgespritzt. Auch die Wände sind damit zu reinigen. Sofern der Fußboden fest ist, wird auch dieser mit Sodalauge behandelt, die immer möglichst heiß Verwendung findet. Zum Schluß wird alles gekalkt, Sitzstangenenden und Nester mit Karbolincum gestrichen. Die Nester müssen dann rasch getrocknet werden, damit die Tiere sich nicht an dem Karbolineum beschmieren. Als Einstreu auf dem Fußboden kann man im Sommer Sand verwenden, der sich gut rein halten läßt. Der Landwirt wird des wertvolleren Dunges wegen jedoch gern zum Stroh- Häcksel greifen, das sich dann besonders gut auf Wiesen und Weiden ausbreiten läßt und eiinen ausgezeichneten Grasstand hervorruft. Sm Herbst verwendet man wieder besser, der Feuchtigkeit wegen, etwas Torfmull als Unterlage, mit Häckselauflage ein besonders wertvoller Dünger für schwere Böden und auf dem Gartenland. Alb.
Treibriemengeräusche. Das oft lästig empfundene Schwingen und Knattern breiter Treibriemen ist eine Wirkung her durch den Riemen- lauf verursachten Lustverdichtung. Da ein Lederriemen, besonders bei genähter Ausführung und bei plumpen Verbindungen, keine absolut gleichmäßige Stärke und Biegsamkeit besitzt so werden durch die hieraus entstehenden verschiedenen Belastungen der Luftpolster und durch die Abweichung der unteren Lauffläche von der Geraden bzw. Seitenlinie Stöße erzeugt, welche den Riemen in Schwingungen versetzen, wenn nicht für ein Ausweichen der Luft Sorge getragen wird. Diese Erscheinung tritt um so mehr hervor, je breiter der Riemen, je größer der Achsenabstand und je größer die Riemen-geschwindigkeit ist. Besonders schädlich ist die Luftverdichtung, die sich an der Stelle bildet, wo der Riemen auf die Scheibe auf läuft. Hierdurch wird ein rechtzeitiges Anschmiegen des Riemens verhindert und der umspannte Bogen verkleinert. Die Folge davon sind nicht unwesentliche Kraftverluste. Man hat früher versucht, diesem Uebelstande zu begegnen, indem man den Lederriemen mit versetzten Löchern versah, wodurch man gleichzeitig ein saugfreies Abkommen des Riemens von der Scheibe erreichen wollte. Die Nachteile dieses Verfahrens zeigten sich aber sehr bald in der Zerstörung der Lederfaser und erheblicher Querschnittschwächung und man kam deshalb von diesem Verfahren bald wieder ab. Will man das oben genannte Uebel vermeiden oder abschwächen, so hat man Sorge zu tragen, daß die Riemen immer recht geschmeidig und weich sind; man erreicht das am besten durch das einzig richtige Mittel einer guten Riemen- schmiere, die man sich aus einer Mischung von warmgemachtem Rindertalg und Fischtran
Izu gleichen Teilest herstèllt und' mit 6eit t Riemen öfter entfettet. Harzhaltige Riemen«! s fette sind streng zu vermeiden. W^
Mittel zur Lebensverlängerung der Schnitt^ i blumen. Der Wunsch, ein solches Mittel zu besitzen, herrscht schon seit Jahren bei allen Blumenfreunden vor. Neuerdings ist es der S. G. Farbenindustrie A.-G. gelungen, ein der« ; artiges Mittel in den Handel zu bringen, das mit Ausnahme von Narzissen, Veilchen, Maiglöckchen, Schwertlilien und einigen Wicken- ' arten bei allen Schnittblumen die Lebensdauer in der Vuse wesentlich verlängert. Niwelka , ist ein geruchloses Salz, durch das die Zellen (Gefäße) der Schnittblumen längere Zeit straff- ’ gehalten werden. Auch der natürliche Duft und , die Farbe der Blumen werden erhalten. Die - Anwendung des Niwelka-Mittels ist äußerst bequem. Man rechnet 13 bis 16 g auf ein i Liter Wasser. Durch Umrühren löst sich das Salz sehr schnell im Wasser auf und kann i sofort verwendet werden. Eine Erneuerung r des Wassers erst nach acht bis zehn Tagen steigert die Wirkung, ist aber nicht unbedingt ) notwendig. Frische Blumen bringt man wieder in eine neue Lösung. Natürlich ist bei halb ■ verwelkten und bei stark im Verblühen be- ) griffenen Blumen der Erfolg unsicher. Niwelka wird in jeder Drogerie und jedenfalls auch in i Blumengeschäften zu haben sein. R.
Gemischte Gemüsespeise. Gericht für vier Personen. Zutaten: 500 g Schotenkerne, 300 g Karottenwürfel, 500 g Spargelstücke, 1 kg rohe Kartoffelwürfel, 50 g Butter, 4 Löffel dicke saure Sahne, 15 Tropfen Maggi's Würze, gewiegte Petersilie, Rindermarkscheiben, 50 g gekochter, feingewiegter Schinken. Zubereitung: Die verschiedenen vorgerichteten Gemüse kocht man zusammen knapp mit leicht gesalzenem Wasser bedeckt weich, während die Kartoffelwürfel gesondert gekocht werden. Die abgetropften Gemüse schwenkt man in der Butter mit der dicken sauren Sahne heiß, gibt mit Maggi's Würze die letzte Vollendung und bestreut die Gemüse beim Aufträgen leicht mit gewiegter Petersilie. Die Kartoffelwürfel werden sorgfältig abgegossen, trocken geschwenkt und im Kranz um das Gemüse gelegt. Die Rindermarkscheiben macht man in etwas kochendem Wasser gar, legt sie danach auf die Kartoffel- stücke und bestreut sie zuletzt mit dem gewiegten Schinken. L. H.
Gefüllte Gurken. Man schält die Gurken und schneidet der Länge nach ein fingerbreites Stück heraus, schabt vorsichtig die Kerne heraus und füllt die Gurken mit einer guten Fleischfüllung (zwei Drittel Rind-, ein Drittel Schweinefleisch), eingeweichtem Weißbrot, Eiern, Salz, Pfeffer und einer gehackten, in Butter gedämpften Zwiebel. Dann bindet man vermittels eines Fadens das herausgeschnittene Stück Gurke wieder fest. Nun läßt man in einem Tiegel Butter braun werden, legt die Gurken nebeneinander hinein, läßt fiiie erst in der braunen Butter ein wenig schmoren und gibt dann gute Fleischbrühe, etwas Pfeffer, ein Lorbeerblatt, Salz, Essig und zuletzt Schwitz- mchl daran. In dieser Soße läßt man die Gurken liegen, bis sie weich sind; dann nimmt man sie vorsichtig heraus, legt sie nebeneinander auf eine Schüssel, nachdem man sie von ben Fäden befreit hat; die Soße gießt man durch ein Sieb und setzt sie nochmals aufs Feuer. Man läßt sie einmal aufkochen, fügt einige Kapern hinzu und richtet sie an. Auf jede Person wird eine große Gurke gerechnet. Die Gurken dürfen nicht zu reif sein, weil sie sonst bitter sind. Fr. Ad. in K.
Käse-Morletten. Hierzu gehören: 300 g Mehl, 60 g Butter, fünf Eigelb, Salz und so viel Sahne, daß man einen mittelfesten Teig erhält. Von diesem rollt man zwei gleichgroße Platten aus, deren eine man mit Ei bestreicht und dick mit geriebenem Emmentaler Käse bestreut; dann drückt man beide Platten zusammen, schneidet lange, schmale Streifen davon, dreht sie korkenzieherartig zusammen und bäckt sie auf gut gefetteten Blechen im heißen Ofen. Frau E. S.
Fmge und Antwort Ein Ratgeber für jedermann
Bedingungen für die Beantwortung von Anfragen: Der weitaus größte Teil der Fragen wird schriftlich beantwortet, da ein Abdruck aller Antworten räumlich unmöglich ist. Deshalb muh jede Anfrage die genaue Adresse des Fragestellers enthalten. Anonyme Fragen werden grundsätzlich nicht beantwortet. Außerdem ist jeder Frage ein Ausweis, daß Fragesteller Bezieher unseres Blattes ist, sowie als Portoersatz der Betrag von 50 Rpf. beizufügen. Für ,ede weitere Frage, auch desselben Fragestellers, sind gleichfalls 50 Rpf. mitzusenden. Anfragen, denen zu wenig Porto beigefügt ist, werden zurückgelegt und erst beantwortet, wenn der volle Portoersatz erstattet wird. Sm Brieftasten werden nur rein landwirt. schaftliche und unmittelbar einschlägige Fragen behandelt; in Rechtsfragen oder in Angelegenheiten, die sich nicht dem Rahmen unseres Blattes anpassen, kann Auskunft keinesfalls erteilt werden. Unsere Ratschläge geschehen ohne jede Verbindlichkeit. Die Schriftleitung
S r a g e: Rachitis beim Schwein. Ein einhalbjähriges Schwein, das sich durchaus gesund fühlt, hat an den Hinterbeinen seit einigen Wochen starke Anschwellungen, über denen sich scharfer Schorf bildet. Diese Erscheinung zeigt sich neuerdings auch an den Vorderbeinen. Die Freßlust ist unvermindert, nur scheint das Schwein sich nicht sehr leicht bewegen zu können. Was soll ich zur Bekämpfung dieser langwierigen Krankheits- xrscheinung tun? M. S. in St.
Antwort: Anschwellungen an den Gliedmaßen der geschilderten Art finden sich bei der Rachitis der Schweine. Die Schorfbildung ist erst sekundärer Natur, indem sich bie erkrankten Tiere an den höchsten Stellen durch- liiegen. Rachitis der Schweine wird in der Hauptsache bewirkt burch Mangel des Futters an phosphorsaurem Kalk. Erkrankten Tieren find täglich 5 bis 15 g phosphorsaurer Kalk oder auch Knochenmehl im Futter zu verabfolgen. Sehr bewährt hat sich auch bie tägliche Beigabe von Vitakalk der Chemischen Fabrik Marienselde-Berlin. Eine Wertminderung des Schweines als Schlachtschwein tritt durch diese Erkrankung im allgemeinen nicht ein. 9v
Frage: Rassehühner oder Landhühner? Diese Frage wird immer wieder gestellt. Welche Ansicht ist nun die richtige? L. G. in K.
Antwort: Wir besitzen Heutigentags eine beachtliche Anzahl Hühnerrassen, die nicht für den Ausstellungskäfig, sondern auf Legeleistungen durchgezüchtet sind, von denen man also bei guter Pflege und entsprechenden
Ställen Mch gute Leistungen erwarten darf. Am meisten geschätzt sind wohl Leghorn und Rhodeländer. Man kann heute keinem Menschen mehr den Rat geben, raffel osse Hühner als Legehühner zu halten. Aber dennoch sind unsere -Landhühner bei entsprechender Zuchtwahl und Pflege bei weitem nicht so schlecht, als man vielfach annimmt. Wir haben hochgezüchtete Rassen, die als Ausstellungstiere seit Jahren beliebt sind, auf deren Nutzeigenschaften man aber keinen Wert legte und die trotzdem noch als Nutzhühner gelten, die hinter den Landhühnern bei gleicher Behandlung unbedingt zurückstehen. Die alten Landhuhnschläge haben die Eigenschaft der unbedingten Bodenständigkeit, sie haben sich dem Klima und der Oertiichkeit angepaßt. Aus diesen Hühnern ist durch Einkreuzung von sogenannten Eierhähnen, namentlich in einem extremen Klima, ein sehr brauchbares Huhn zu machen. Freilich gehört dazu ein gewisses Interesse für Geflügelzucht. Es muß Zuchtwahl betrieben werden, und man muß wissen, daß Hühner nur dann etwas leisten, wenn seitens der Hühnerhalter Gegenleistungen vorhanden sind. Pflege und Fütterung spielen hier eine große Rolle. Kl.
Frage: Grasbestand zeigt Pilzbefall. Ein paar Grashalme habe ich zur Untersuchung eingeschickt. Um was für einen Pilz handelt es sich? Können Kühe dadurch, daß sie dieses Gras fressen, aufgebläht werden? Ich habe einige Kühe, deren Bauch stark aufgedunsen ist, und vermute, daß diese krankhafte Er-,
scheinung durch das pilzkranke Gras hervorgerufen wird. P. B. in L.
Antwort: Das eingeschickte Gras ist nicht von einem Pilz befallen, sondern die scheinbaren Pilzrasen stammen von einem tierischen Schädling. Es sind Gebilde vergleichbar den Kokons der Seidenraupen bzw. den der Kleidermotte. Um was für einen Schädling es sich im vorliegenden Falle handelt, konnten wir nicht feststellen, da der Inhalt der Gespinstncster zerquetscht war. Wir glauben nicht, daß das Aufblähen der Kühe durch den Befall des Grünfutters mit diesem Schädling bewirkt wurde. Wir empfehlen, eine Probe Grünfutter in einer festen Zigarettenblechschachtel an Ihre landwirtschaftliche Schule cin- zusenden. Sie hol die Pflanzenschutzstelle inne und gibt kostenlos Auskunft über gegebenenfalls vorzunehmende Maßnahmen. Dr. E.
Frage: Bekämpfung der Maulwurfsgrille. Als Forstbaumschulenbesitzer möchte ich Fluornatrigm, das jetzt viel als wirksames Mittel gegen die Maulwurfsgrille empfohlen wird, auf einem Acker ausstreuen, auf dem die jungen Kiefern kaum aufgegangen sind. Da die jungen Kiefernpflanzen sehr empfindlich sind, habe ich Bedenken, daß das Gift den Pflanzen schadet. Ich bitte um ausführlichen Rat. L. K. in L.
Antwort: Der jetzt wieder in leichten Böden stark auftretende Schädling, bie Maulwurfsgrille, bedroht Baumschulen, Gemüseanlagen usw. durch Abbeißen der Wurzeln in hohem Maße. Wenn zu feiner Bekämpfung das Ausstreuen von "in Zucker- und Fluornatriumlösung gequollenem Bruchreis empfohlen wird, so bestehen gegen dieses Mittel manche ernsten Bedenken, vor allem dieses, daß dadurch höhere Tiere (Wild, Vögel!) und sogar Menschen gefährdet werden; denn das Fluornatrium ist gerade für die höheren Lebewesen ein gefährlicheres Gift als für Infekten. Daß das Fluornatriumpräparat den jungen Pflanzen schadet (besonders bei dieser Art der An
wendung, ist nicht zu befürchten. Auch bei der Bekämpfung von Rübenschädlingen hat sich erwiesen, daß die jungen Rübenpflänzchen durch fluorhaltige Köder nicht beeinträchtigt werden. Ebenso ist eine etwaige Fluoranreicherung im Boden nicht zu fürchten, da bas giftige Natriumfluorid in das schwerlösliche und auf jeden Fall für Pflanzen unschädliche Fluor- kalzium übergeführt wird. Dennoch muß aus den obengenannten Gründen Fluornatrium als Mittel gegen die Werre ab gelernt werden. Dagegen ist folgendes Verfahren zu empfehlen: Nach Ausfindigmachen eines Gangsystems der Maulwurfsgrille gießt man in dieses (in eine der nach der Erdoberfläche führenden Oeff- nungen) einen Schuß einer Oelsubftanz — z. B. Rüböl, Leinöl, flüssigen Teer, Schmierseifenlösung oder dergleichen — und gießt unmittelbar danach reichlich Wasser nach. Die Grillen werden dadurch veranlaßt, ihre Gänge zu verlassen, kommen nach oben und müssen so die auf dem Wasser schwimmende Oelschicht durchqueren, die ihre Atmungsorgane verschließt. Meistens gehen sie daraufhin sehr schnell durch Ersticken zugrunde oder können leicht gefangen und getötet werden. In allzu losem Sand, in welchem die Gänge nicht „stehen", ist bas Verfahren allerdings nicht gut anwendbar. Die Zeit für dieses Bekämpfungsverfahren ist der Mai und Anfang Juni. Es empfiehlt sich, die Arbeit an einem sonnigen Tag, der einem Regentag folgt, auszuführen, weil sich dann die bewohnten Gänge am besten von unbewohnten unterscheiden lassen. Mit 0,5 kg Oel- sub stanz lassen sich so unter Umständen 40 bis 50 Werren vertilgen. Es liegen auch Bericht« von noch weit günstigeren Ergebnissen vor, bii eben von der Besiedlungsdichte durch den Schädling abhängig sind. Vom Juni an bis zum August kommt hierzu das Aufsuchen und Zerstören der Nester. Hier tötet man die junge Brut durch Zertreten oder besser Ueberbrühen, die Eier dadurch, daß man sie dem Sonnew licht aussetzt. Bros. D.