Einzelbild herunterladen
 
  

4i sabra Allgemeine Leitung für Landwirtschaft, Gartenbau und Hauswirtschaft

â Schriftleitung: Oekonomierat Grundmann, Neudamm. Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieses Blattes wird gerichtlich verfolgt (Gesetz vom 19. Juni 1901)

1932

Selbsttätiger Schlupflochöffner am Hühnerftall

Von Kurt Zierenner

DaS Huhn ist ein Frühaufsteher. Um ihm die Möglichkeit zu geben, frühzeitig aus dem I Stall zu kommen, ist ein selbsttätiger Schlupf­lochöffner unbedingt nötig. Die schädlichen Kerb­tiere, welche bei Sonnenaufgang wieder in die Erde verschwinden, können somit von den Hühnern vertilgt werden. Außerdem bedeuten diese ein gutes Eiweißfutter.

Seit bereits einem Jahre habe ich diesen Schlupflochöffner von meinen Hühnerställen mit Erfolg ausprobiert. Durch seine einfache Konstruktion und leichte Bedienung ist er ohne ' Schwierigkeiten anzubringen. Die bis jetzt an­gebrachten Schlupflochöffner öffnen sich nach oben, und brauchen daher eine kompliziertere Mechanik. Bei diesen hier ist es anders, denn der Schieber fällt nach unten. Es erfordert außer dem üblichen Schlupfloch mit Schieber nur noch ein zweites Aufflugbrett.

Der Vorgang ist folgender: Das Schlupf­loch wird so weit über der Erde angebracht, daß der Schieber noch unterhalb des Schlupfloches Platz hat. Als Unterlage nimmt man am besten ! Ziegelsteine, da der Schieber doch mit Wucht herunterfällt. Die Führungsleisten müssen eben­falls bis auf die Steine reichen und so viel Spielraum haben, daß der Schieber bei nassem Wetter nicht klemmt. Der Drahtbügel muß deni- entsprechend hoch angebracht werden. Im Stall bringt man ein feststehendes Aufflugbrett an, welches am besten lang an der Stallwand an­

gebracht wird, damit die Hühner noch Platz zum Aufspringen auf das zweite Aufflugbrett haben. Dieses Brett schrägt man an einer Schmalseite an. Fig. 3. Man kann aber auch noch je eine Leiste an die Längsseiten anbringen.

Fig. 3. Die Leisten müssen aber an der abge-

Selbsttätiger

Schlupflochöffner am Hühnerstall

schrägten Seite so weit zurückgehen, als die Stall­wand stark ist, und es müssen noch zirka 2 mm als Aufsatz für den Schieber vorhanden sein. Abends wird der Schieber hochgezogen und der Drahtbügel eingehängt. Der Schieber muß so hoch gezogen werden, daß zwischen Stallwand und Schieber ein Zwischenraum vorhanden ist. In diesen Zwischenraum wird das Aufflugbrett ge- schoben. Den Drahtbügel hängt man darauf­hin aus, und der Schieber sitzt in einer 2-wm-

Stallwand

Stellwand

Sehtih Jnßh

Stein

»

Breite auf dem Aufflugbrett. Springt eine Henne auf das Aufflugbrett, so klappt es hinten herunter, der Schieber hat keinen Widerstand mehr unter sich und fällt nach unten. Das Schlupfloch ist geöffnet. Ohne daß man Körner auf das Aufflugbrett zu streuen braucht, waren die Hühner am ersten Morgen frühzeitig draußen. Da dieser Schlupflochöffner sehr praktisch ist, und keine Mehrarbeit erfordert, ist er überall leicht anzubringen.

ffufflugbrefflöesMossen)

feststehendes flnflugbreft

praktische Winke zur Laucheberelwng

Von Landwirtschaftsrat a. D. J. Groß

Die Fauche, örtlich auch Gülle, Odel und 'Puhl genannt, ist die flüssige Ausscheidung der landwirtschaftlichen Haustiere, des Rindviehs, der Pferde und Schweine. Die festen Aus­würfe derselben, der Kot, bildet mit dem Harn und der Einstreu den bekannten Stallmist. Wer mit Pflanzenkulturen zu tun hat, sollte unbedingt auch mit der Wissenschaft und Praxis des ewigalten Naturdüngers, des Stallmistes, gut vertraut fein, damit über den Stallmist kein Mist geschwätzt wird. Mancher Lehrling hat in der späteren Prüfung auf die Frage: Was ist Stallmist? nicht die richtige, klare, deutliche Prüfungsantwort gefunden.

Was soll nun mit dieser eigenartigen Über­schriftIauchebcreitung" sein? Was kann man an der Zauche überhaupt noch bereiten oder gar ändern und verbessern? Dieser Einwurf darf gelten, weil er natürlich und . begreiflich ist.

Sn vielen ausgesprochenen Viehzuchtgebieten Schweiz, Tirol, Vorarlberg, deutsches Vor- alpengsbiet spielt unsere Fauche eine un­gemein wichtige Düngerrolle. 3n ihr stecken die zwei wichtigsten Hauptnährstoffe Stickstoff und Kali. Der teuerste bauen, der Stickstoff, um den sich die gewaltige, erstaunliche Agri- kulturchemie u^d -Industrie ungemein bemüht, ist ein luftiger, sehr leicht flüchtiger Geselle. Ihn muß man in der Zauche alsbald nach seiner Geburt schon anketten. Da aber in dem männlichen Teile der tierischen Stallabfälle, dem Kote, auch Stickstoff steckt, sucht man in dtzn Stallungen der erwähnten Gegenden dieses Geschwisterpaar zusammen zu erhalten in der Form eines dicken Dungbreies, und zwar vielfach, ja meistens, ohne Beigabe irgend­eines Einstreumittcls. Dieser festflüssige Brei findet feinen Weg, der ihm mehr oder weniger praktisch bereitet ist, in die Güllen- .oder Fauchegrube unter- oder außerhalb des Stalles. Dis neuzeitliche Vieh- und Zauchshygiene will mit allem Recht diesen Dungbrei­behälter vor dem Stall wissen. In diesem hat er zunächst eine Gärung durchzu­machen von einigen Wochen, um dann mit zugeführtem Regenwasser der Dächer, (Regen- fallen lohnen sich hier wie in der Waschküche!)

oder durch Leitungswasser entsprechend verdünnt zu werden zur glatten Ausfuhr auf die Wiesen, Weiden oder Felder. Ursprünglich, das beachte man wohl, hat man nur die Fauche so ein­gesperrt und behandelt. Der Kot dagegen wurde mit der Einstreu vermengt und aus den bekannten Misthaufen gebracht als Stallmist. Später aber ließ man die Einstreu fortfallen und vereinigte Kot und Zauche. Als man die reine, verdünnte Fauche zum Vergkeichs- versuche in der Düngung mit der Kotjauche probierte, da stellte es sich sofort heraus, daß die Kotjauche weitaus bessere Resultate er- zielte. Letztere wirkte gleich rasch wie erstere, aber viel nachhaltiger. Warum doch? Nicht in erster Linie wegen des erhöhten Stickstoff- und Kaligehaltes, sondern weil damit noch orga- Nische Stoffe, Phosphorsäure, Kalk und Ma­gnesia- usw. Salze mit in den Boden gelangten.

Als dann fortschrittliche, denkende Beobachter feinen, besten Torfmull leicht in den Stall ein- streuten und diesen auch der Kotjauche als Decke in die Grube streuten, wurde diese so behandelte Zauche zu einem Zdealdllnger. Das wert-> volle, flüchtige, in die Augen stechende Am­moniak wurde so geknebelt. Aber b besser qualitative Ide«ldünger entbehrte in seiner quantitativen Zusammenfügung die erforder­lichen Mengen an Phosphorsäure und Kalk; auch die Menge an organischen oder Humus­stoffen das stellten exakte Versuche fest war zu gering. Darum brauchte man trotz bester Kotjauche an Stelle ihrer einseitigen Anwendung die W e ch s e l d un g w i r t sch a f t; die mineralische Phosphorsäure- und Kalk­düngung und die eigentliche Stallmist» oder Kompostdüngung mußte planmäßig einsetzen.

Aber trotz dieser Tatsache muß der Jauche- bereitung, ihrer Ausbewahrung und Konser­vierung doch alle Aufmerksamkeit geschenkt werden. Würde man das nicht tun, so senkt sich ihr Wert so tief, daß er den Ausfuhrlohn usw. noch nicht einmal deckt. Darum muß diesen Punkten tunlichst volle Rechnung ge­tragen werden. Das Haus der Zauche muß unbedingt so völlig dicht sein, daß kein Grund­

oder Tagwasser eindringen kann. Zement­gruben mit Glattstrich oder Wände aus grob­gehauenem Holz mit dichtem Lehmkalkstampf sorgen dafür. Auch anfallendes Regenwasser bart die so gehütete Kotjauche mit Torfmull­einstreu nicht zumDünnbier" machen. Bringt man über diese Fauche als Decke runde, ent­rindete imprägnierte Stangen und setzt darauf

Die Pslaumensägewespen Von Dr. Jancke

In manchen Jahren fallen von Pflaumen- unb Zwetschenbäumen junge, etwa % cm lange Früchte in größerer Anzahl ab, denen später größere Früchte folgen. Sieht man sich die heruntergefallenen Früchte näher an, erweisen sie sich als zum großen Teil ausgefressen. Be­sonders der Kern ist meist bis auf geringe Reste verschwunden. An Stelle dessen füllt die Frucht eine braune, bröcklige Masse.

Es handelt sich hierbei um Früchte, die von den Larven der schwarzen (Hoplocampa minuta) oder gelben (Hoplocampa flava) Pflaumensäge­wespe befallen waren. Die Wespen schlüpfen Ende April bis Anfang Mai. Die Weibchen bohren mit Hilfe eines sägeartigen Legebohrers einen Schlitz in den Kelch oder das Kelchzipfelgewebe der jungen Blüten und legen dahinein ein Ei. Im ganzen legt ein Weibchen bis 30 Eier ab. Die nach vier bis fünf Tagen schlüpfenden weißlichen Larven be­sitzen nur drei Paar Brustfüße und bohren sich entweder direkt durch die Kelchwandung in den Fruchtknoten oder befressen zunächst den Kelch oberflächlich von außen, bevor sie in den Frucht­knoten eindringen. Nachdem die erste Frucht leer gefressen ist, wandert die Larve in eine neue Frucht über und kann im weiteren Verlauf ihrer Entwicklung noch ein bis zwei Früchte ver- nichten. Nach vier Häutungen verläßt sie ihre letzte Wohnfrucht und bohrt sich in die Erde, wo sie sich dicht unter der Oberfläche einen Kokon spinnt, in dem sie sich im nächsten Frühjahr ver­puppt, um vierzehn Tage danach als fertige Wespe zu schlüpfen. Die Schäden, welche die Wespenlarven anrichten, sind in manchen Jahren ganz außerordentlich groß.

Ratschläge für die Seit

Wenn der Nährwert der Pilze auch kein sehr großer ist, so sind sie doch beliebt. Von den etwa zweihundert Pilzarten in Deutsch­land sind hundert Sorten eßbar und nur einige wenige als unbedingt giftig festgestellt. Trotz­dem aber hören wir jedes Fahr von gefähr­

den Stallmisthaufen, so fördert diese wär­mende Ueberdecke die Fauchegärung und gibt an die Zauche das Mifttropfwasser ab. Feder, dem Fauche anfällt, im kleinen wie im großen Maßstgbe, muß diesemBraunbier des Bodens" nach jeder Seite die geschilderte Beachtung schenken. An ihren Früchten wird man sie und ihren Meister erkennen.

Bekämpfungsmaßnahmen: Da die fertige Wespe sich nicht mit hinreichendem Erfolg be­kämpfen läßt und auch Mittel gegen die Puppe nicht gefunden wurden, muß sich die Abwehr gegen die Larven richten, und zwar sind die schwachen Stellen in ihrer Entwicklung das ober- slächliche Fressen eines Teils der Junglarven an der Kelchoberfläche und weiter das llberwandern

der späteren Stadien von einer Frucht in die andere. Man spritzt die befallenen Bäume des­halb zum ersten Male kurz nach der Blüte, bevor ein Teil der geschlüpften Junglarven sich durch die Kelchwandung bohrt, mit einer einprozentigen Arsenbrühe, die man zweckmäßig mit einer Kupferkalk- oder Schwefelkalkbrühe kombiniert. Diese Spritzung ergänzt man nach acht bis zehn Tagen durch eine zweite Arsenspritzung, welche die Oberfläche der Früchte mit einer Giftschicht versehen soll, um die in neue Früchte ein­wandernden Larven zu vergiften. Man verwendet bei dieser letzten Spritzung kein Bleiarsen. Manch­mal ist noch eine weitere Arsenspritzung acht bis zehn Tage darauf nötig.

der Pilze

lichen, ja tödlichen Pilzvergiftungen, die leicht vermieden werden können, wenn man sich ein paar Punkte gut merkt.

Zuerst muß man zwei Arten von Schwämmen unterscheiden: Lamellen- und Röhrenpilze. Erstere haben unter dem Hut fächer-

Frage und Antwort Ein Ratgeber für jedermann

Bedingungen für die Beantwortung von Anfragen: Der weitaus größte Teil der Fragen wird schrift- lich beantwortet, da ein Abdruck aller Antworten räumlich unmöglich ist. Deshalb muß jede Anfrage die genaue Adresse des Fragestellers enthalten. Anonyme Fragen werden grundsätzlich nicht beantwortet. Außerdem ist jeder Frage ein Ausweis, daß Fragesteller Bezieher unseres Blattes ist, sowie als -Portoersatz der Betrag von 50 Rpf. beizufugen. Für jede weitere Frage, auch desselben Fragestellers, sind gleichfalls 50 Rpf. mitzusenden. Anfragen, denen zu wenig Porto betgefügt ist, werden zurückgelegt und St beantwortet, wenn der volle Porloersatz erstattet wird. Sm Briefkasten werden nur rein iandwirt, aftliche und unmittelbar einschlägige Fragen behandelt; in Rechtsfragen oder in Angelegenheiten, die sich nicht dem Rahmen unseres Blattes anpassen, kann Auskunft keinesfalls erteilt werden. Unsere Ratschläge geschehen ohne jede Verbindlichkeit. Die Schrtftlettung

Frage: Drahtwürmer im Kartoffel- und Runkelrübenfeld. Habe zehn Morgen Kar­toffeln und zwei Morgen Runkelrüben ge­pflanzt. Es handelt sich bei dem Land um eine Koppel, die seit 20 Fahren als Dauerweide gelegen hat. Vorfrucht war zweimal Roggen und einmal Hafer und jetzt Kartoffeln und Runkeln. Gedüngt habe ich die Kartoffeln und Runkeln mit Stalldung, 42prozentigem Kali und Kalkammonsalpeter. Jetzt sind in jeder Kartoffel vier bis fünf Drahtwürmer. Schadet es den Kartoffeln und den Runkeln, wird das Wachstum verhindert, und was ist dagegen SU tun? H. N. in 6.

Antwort: Es ist bekannt, daß nach dem Umbruch langjähriger Dauerweiden alle folgenden Feldfrüchte unter Drahtwurmbefall stark zu leiden haben. Der Schaden macht sich besonders in Trockenzeiten bemerkbar, da die Drahtwürmer die Pslanzen dann dicht unter der Erdoberfläche an lebenswichtigen Teilen be­nagen und aussaugen; Kartoffeln und Rüben werden angebohrt und sind oft wie mit Draht-, Würmern gespickt. Bei Regenwetter gehen die Würmer tiefer; sie benagen dann nur die feineren Wurzeln, wodurch die Pflanzen weit weniger geschädigt erscheinen. Die Bekämp­fung ist hauptsächlich behelfsmäßig. Man emp»

stellt: 1. Ausführung der Schwarzbrache mit häufiger Bodenwendung, wobei Stare, Krähen und Hühner die herausgepflügten Drahtwürmer auflesen sollen. Das Mitführen von Hühner- wagen aufs Feld zur Förderung dieser Hilfe ist umständlich, hat sich aber bewährt. 2. Die Verwendung stärkerer Düngungen mit Kali­alzen, Thomasmehl und besonders -Kalkstick- toff wird befürwortet. Sie fördern einmal ms Zugendwachstum, scheinen aber außerdem den Würmern nicht recht zuzusagen. Bei Som­mergetreide glaubt man beobachtet zu haben, daß besonders eine Kopfdüngung mit Kalk- stickstoff von etwa 40 kg je Morgen (2500 qm) genützt hat Bei Rüben und Kartoffeln kann man den Kalkstickstoff nur vor dem Pflanzen geben: durch eine Kopfdüngung würden sie bis zur Vernichtung geschädigt werden. Dr. E.

Frage: 2n einer Wiese finden sich die weißen Wucherblumen in großer Menge (Chry­santhemum leucanthemum). Wie sind sie aus­zurotten? W. F. in B.

Antwort: Der weißen Wucherblume ist in der Wiese schwer beizukommen, da sie

unterirdische, dickfleischige Stengelwurzeln bildet, aus denen stets neue oberirdische Triebe emporgeschickt werden. Bekämpfungsmittel, außer Umbruch der Wiesennarbe, sind nicht be­kannt geworden. Die weihe Wucher- oder Margeritenblume wird bekanntlich auch in den Gärten als Zierpflanze gehalten. Hier liegen die Wurzeln stets sehr flach. Wir emp- fehlen daher, in der Wiese zunächst an einer Stelle zu versuchen, ob die Wurzeln der Wucherblume durch mehrmaliges Uebergehen mit einer schweren Egge nicht derart geschädigt werden können, daß sie vergehen. Die Wir­kung des Eggens würde sicherlich unterstützt, wenn sofort nach seiner Beendigung eine Kopf- düngung mit 40 bis 50 kg Kalkstickstoff je Morgen folgt. Beste Seit für diese Behand­lung und Düngung wäre der März. Das Gras wird durch diese Behandlung auch ge- schädigt. Wir wissen aber aus Erfahrung, daß sich diese Schädigung stets sehr schnell aus­wächst und einen erhöhten Ertrag zur Folge hat. Dr. S.