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Samstag, den 16. JuN 1932

Nr. MS

voktiMe KachviMen NadWatdemvkvateu und «NN

_ Berlin, 15. Juli. Der Radikaldemokratische Pressedienst teilt mit, daß die Reichsleitung der Radikaldemokratischen Partei ihre Landesverbände und Ortsgruppen angewiesen hat, alle Vorbereitun- gen zu den Reichstagswahlen einzustellen, bzw. vückgängig^zu machen. Nachdem die Verhandlungen mit der SPD. wegen qualifizierter Listenverbin- Kung gescheitert wären, sei die Parteileitung bereit gewesen, eigene Kandidaten aufzustellen und ihre Stimmen der Reichsliste der SPD zuzuführen. Diese Regelung sei aber bei wesentlichen Mitglieder­teilen im Lande auf Widerstand gestoßen. Die Reichsparteileitung gebe daher ihren Mitgliedern die Stimmen frei und fordere auf, antifaschistisch FU wählen,

Aeftfümmenabkommen -wischen Landvolk U.NK0N.

Berlin, 15. Juli. Die DNVP. hat, wie wir von deutschnationaler Seite erfahren, mit der Land­volkpartei ein Abkommen getroffen, wonach die Reststimmen der Lanüvolkpartei auf die Reichsliste der DNVP. gesetzt werden.

Nanevdemonstvatloneu dev Vetevans« in tVashkusto«

Washington, 15. Juli. Seit Dienstag nacht ver- o riffelten die Veteranen in Washington ununter­brochen Märsche um das Kapitol. Jeweils nach vier Stunden lösen sich die Gruppen müder und hungriger Veteranen ab. Durch die Dauerdemon­strationen wird die Polizei dauernd in Aufregung gehalten, da Tausende von Zuschauern sich um die Veteranen drängen und den Verkehr stören. Die allgemein aufgeregte Stimmung wird zudem durch Zurufe des Publikums an die Demonstranten wesentlich gesteigert. Trotz der gespannten Lage bewahrt die Polizei bewunderswerte Zurückhal­tung. Bisher hat sie noch keine Verhaftung vor­genommen, sondern in kritischen Augenblicken stets mit den Veteranen und dem Publikum in Güte ver­handelt. Auch ist die berittene Polizei bisher noch nicht eingesetzt worden. Die Polizisten wurden so­gar ohne Knüppel und ohne Revolver zur Aufrecht­erhaltung der Ruhe und Ordnung kommandiert. Der Polizeipräsident von Washington leitet alle Polizeimaßnahmen und Verhandlungen mit den Veteranen persönlich und duldet den Dauermarsch, wenn er auch aus Wunsch des Vizepräsidenten Cur­tis das weitere Kampieren der Veteranen auf den Grünanlagen des Kapitols verbieten mußte. Als gestern abend plötzlich eine vom Büro des Vize- präsidenten alarmierte Kompagnie Marineinfanterie vor dem Kapitol aufzog, setzte i>er Polizeipräsident durch, daß sie innerhalb einer Viertelstunde wieder äbrückte. Uebrigens veranstalten auch kommuni­stische Veteranengruppen Umzüge, die jedoch von der Polizei nicht in das Kapitolgebiet gelassen wer­den und deren Agitation von den übrigen Vete­ranen scharf verurteilt wird.

Koovsv tomWei auf 20 Morsnt seines Gehattes

Washington, 15. Juli. Präsident Hoover er­klärte heute, freiwillig auf 20 Prozent seines Ge­haltes ab 1. Juli zu verzichten. Somit erhält der Präsident nur noch 60 000 Dollar. Die Kabinetts- Mitglieder, deren Segals bereits um 8,3 Prozent gekürzt wurde, erklärten sich mit einer 15prozenti- gen Kürzung einverstanden. Six erhalten also künftig 12 750 Dollar statt 15 000. Auch der Vige- präsident Curtis stimmte einer Kürzung feines bis­her 15 000 Dollar betragenden Gehalts um 15 Pro­zent zu.

Ein AmoKSukee

f Polizei im Gefecht mit einem Wahnsinnigen Drei Tote

Riga, 15. Juli. Am Freitag mittag verbreitete sich in der Stadt das Gerücht von einem Blutbade, das ein wahnsinnig gewordener, nur mit einer Badehose bekleideter Mann verursacht hatte. Er stürzte plötzlich auf mehrere an einem Kohlenlager an der Düna beschäftigte Arbeiter los und streckte einen von ihnen durch einen Pistolenschuß zu Bo­den Die anderen ergriffen die Flucht. Da auch der Getroffene noch lebte, so bearbeitete ihn der Amok­läufer mit dem Pistolenkolben, bis er tot war. In­zwischen waren zwei Polizeibeamte herbeigeeilt die von dem Wahnsinnigen mit Pistolenschüssen empfangen wurden. Der Mann verbarrikadierte sich hinter einer Kohlenfähre und erwiderte das Feuer der Beamten, die beide getötet wurden. Ein gro­ßes Aufgebot von Polizei griff ein. Es kam zu einem langen Feuergefecht, bis der Wahnsinnige sich schließlich selbst durch einen Schuß tötete.

Erregte Szenen bei einer Versteigerung

Berlin, 15. Juli. Bei der Versteigerung der Dilleneinrichtung der Frau von Ihne, derMutter der Kriegsblinden" kam es zu erregten Szenen. Unter denen, die sich zur Versteigerung eingefunden hatten, befand sich auch eine größere Anzahl von Nationalsozialisten. Diese legten bei dem ersten Hammerschlag wegen der geringen Höhe des An­gebotes lauten Protest ein und drohten, gegen die Bieter mit Stühlen vorzugehen. Erst dem von der Auktionsleitung alarmierten Uebersallkommando ge­lang es, die Ruhe wieder herzustellen. Sechs Na­tionalsozialisten wurden zwangsgestellt.

Das Urteil im Recklinghausener Devisenprozeß

Recklinghausen, 15. Juli. Das Recklinghausener Schöffengericht verurteilte heute in der Devisen­schiebungsaffäre mit IG. Farbenaktien unter teil­weisem Ausschluß der Oeffentlichkeit wegen Gefähr­dung der Staatssicherheit den holländischen Dia- mantenschleiser Terwiel zu neun Monaten Ge­fängnis und 5000 Mark Geldstrafe, den holländi­schen Kaufmann Abraham zu einem Jahre Ge­sa guis und 5000 Mark Geldstrafe, den Kaufmann Scheller zu sechs Monaten Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe. Der Elektrotechniker Weber wurde xoegen Mangel an Beweisen sreigesprochen.

Goney Ssland

Die Lrandkalastrophe in Rewyorks Vergnögungsstadl

In Europa haben die Vergnügungsparks, diese mit allen Raffinessen der Technik modernisierten Rummelplätze von einst, viel von ihrer ehemaligen Beliebtheit eingebüßt. Sie wirken als Vergangen­heit, wie die Zeit, der sie angehören. Der Mensch von heute trägt zu schwer an den Sorgen des Ta­ges, als daß er die innere Bereitschaft zu jeder etwas kindlichen Freude aufbrächte, mit der ein Rummelplatz genossen fein will. Den heutigen ha­ben sich andere Möglichkeiten der Unterhaltung und des Vergnügens erschlossen, die Abnormitätenschau von einst, die Karussells mit ihrem glitzernden Tand, dasWeltpanorama", die Buden, in denen man Wunder der Anatomie, getreulich in Wachs nachgebildet, als eine Sensation bestaunte, haben für den unterrichteten Zeitungsleser und eifrigen Kino­besucher von heute gar keinen Reiz mehr. So liegt über allen großen Vergnügungsplätzen der alten Welt, dem Lunapark in Berlin, dem Wurstlprater in Wien, der Vogelwiese in Dresden, der Oktober­wiese in München usw. ein leiser Hauch von Me­lancholie, von Müdigkeit, von Selbstaufgabe.

Anders ist es in der Neuen Welt, in Amerika. Coney Island, das soeben von einer schweren Feuersbrunst heimigesucht wurde, ist und bleibt das lockende Ziel der erholungs- und amüsierbedürfti­gen Newyorker. Denn beide Arten Zeitgenossen kommen dort auf ihre Kosten. Wer sich nicht in das tosende Chaos der tausendfachen Geräusche des eigentlichen Vergnügungsparkes stürzen will, der findet am Badestrand dieses einzigartigen Jux­platzes, wenn dieses Riesenunternehmen mit einer solchen Bezeichnung belegt werden darf, Erholung. Hinter ihm liegt die Weltstadt mit ihren Geräuschen, echten und falschen Genüssen, ihren Menschenan­sammlungen, ihrem Staub vor ihm der unend­liche Ozean, an dessen Horizont die riesigen Schiffe nach Europa verschwinden. Das Bad von Coney ist ja auch der Leidtragende der Brandkatastrophe ge­wesen, während der eigentliche Vergnügungspark,

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Explosion von Feuerwerkskörpern

Hildesheim, 16 Juli. Am Freitag vormittag ent­stand in einem Lagerhaus der Firma E. L. Meyer eine Explosion von Feuerwerkskörpern, die bedeu­tenden Schaden anrichtete. Etwa 50 Scheiben wur­den zertrümmert und zahlreiche Wände eingedrückt. Aus dem Trümmerhaufen wurde die Leiche des Arbeiters Bank, eines Kriegsteilnehmers, hervor­gezogen.

Autounglück Ein Toter, drei verletzte

Herrnhut, 15. Juli. Ein Autounglück ereignete sich heute früh zwischen Zittau und Herrnhut bei der Eulbrücke. Von den Insassen wurde eine Per­son getötet, eine schwer und zwei leichter verletzt. Der Wagen, der gegen die Brücke gerast war, wurde vollständig zertrümmert.

Anschlag auf den Langenberger Sender?

Langenberg, 15. Juli. Der am Langenberger Sender stationierte Polizeiposten bemerkte gestern abend zwei Männer, die sich in verdächtiger Weise in unmittelbarer Nähe der Sendetürme zu schaffen machten. Auf den Anruf des Beamten ergriffen die beiden Männer die Flucht. Als der Polizei­beamte daraufhin von seiner Schußwaffe Gebrauch machte, erwiderten die Fliehenden das Feuer. Ob ein Anschlag auf die Sendetürme geplant war, ließ sich nicht genau feststellen, doch läßt eine Aeußerung, die der Beamte von einem der beiden Männer gehört haben will und in der von einer Zündschnur die Rede war, darauf schließen. Im Laufe der Nacht wurde ein Langenberger Kom­munist verhaftet.

Ein viertes Todesopfer der Explosion auf Zeche Alstaden"

Oberhausen, 15. Juli. Die Explosion in der BrikettfabrikAlstaden" hat jetzt ein viertes Todes­opfer gefordert. Damit ist von den fünf Personen nur noch eine am Leben, obwohl es ursprünglich hieß, daß nur bei einer Person Lebensgefahr bestehe.

Paratyphuserkrankungen in einem württembergischen Dorf

Laupheim, 15. Juli. In Buch bei Jlbertissen sind nach dem Genuß von Fleisch einer notge­schlachteten Kuh 40 Personen erkrankt, darunter 14 so schwer, daß sie ins Krankenhaus nach Jlber­tissen eingeliefert werden mußten. Es handelt sich um Paratyphus, doch besteht Lebensgefahr nicht. Bei dem notgeschlachteten Stück Vieh handelte es sich um eine erkrankte Kuh, deren Fleisch zum Teil für den menschlichen Genuß vom Fleischbeschauer freigegeben worden war.

Durch ein scheuendes Pferd getötet

Thalfang (Hunsrück, 15. Juli. Auf dem Heim­weg vom Felde scheute das Pferd des Landwirtes Röder vor Zigeunern, die am Wege lagerten, und bäumte sich auf. Röder kam zu Fall, stürzte unter das Pferd, das über ihn hinwegsprang. Er erlitt schwere Verletzungen durch Hufschläge am ganzen Körper und starb wenige Stunden nach seiner Ein­lieferung ins Krankenhaus.

Nev NW übevkiibvt einen MSedev

Vlihfiguren" als Verräter.

In New-Jersey haben sich die Elemente in den Dienst der Unschuld gestellt, und zwar in einer Art, daß man im abergläubischen Mittelalter der Mei­nung gern elfen wäre, höhere Gewalten haben den Verbrecher gezeichnet, um ihn seiner Untaten zu überführen. Vor einigen Wochen wurde ein Mäd­chen Rosy Fuchs ermordet. Offenbar war das Ver­brechen aus Eifersucht verübt worden, denn es wurde nichts geraubt, und eine andere Ursache des Mordes war nicht ersichtlich. Als der Tat verdächtig wurde der Bräutigam des jungen Mädchens ver­haftet, zugleich aber auch ein Freund, der sich um Rosy vor ihrer Verlobung beworben hatte. Dieser Freund Bill Garter wurde einen Tag nach dem Morde in Newyork söstgenommen, wo er sich an­geblich seit mehreren Tagen ohne Unterbrechung befand, um Arbeit zu suchen. Mehrere Zeugen, die Garter zur Bekräftigung seiner Aussage anrief,

entgegen den ursprünglichen Befürchtungen unver­sehrt blieb. Kilometerweit zieht sich der Badestrand von Coney Island am Meere hin. Die Besucher können auf einer, wie in allen amerikanischen Bä­dern, aus Holz erbauten erhöhten Promenade spa­zieren gehen und die frische Seeluft genießen. Dieser Boardwalk" von Coney Island, der etwa 20 Meter breit und 8 Kilometer lang ist, wurde erst im Jahre 1923 vollendet. An schönen Sommertagen drängt sich dort eine unübersehbare Menschenmasse, die den Badenden am Strande zuschaut. Kein Wun­der, daß die durch die Hitze ausgetrockneten Bohlen dieser riesigen Holzkonstruktion beim geringsten An­laß Feuer finden und nicht mehr gerettet werden konnten.

Wer von der Seeluft hinlänglich gekräftigt ist, kann sich in das sogenannte Vergnügen von Coney Island stürzen. Aussichtstürme, Rutschbahnen, Rie­senräder, Karussells, Schaubuden, in denen mit echt amerikanischer Marktschreierei die ältesten Sehens­würdigkeiten angepriesen'werden, Straßen mit Ver­kaufsbuden aller Art, Händler mit traditionellen Erfrischungen von Coney Island, denFrankfurter Würstchen", von denen an guten Tagen Hundert­tausende verzehrt werden, Fischbratereien, Stände mit Süßigkeiten, Backwaren und Leckerbissen zum Magenverderben, unzählige Musikkapellen, Glocken, Sirenen, Trommeln, Dampfpfeifen, Belustigungen wie dasTeufeslsrad", die an groben Unfug gren­zen und mit Beulen, Verlust von Hüten und zer­rissenen Kleidern bezahlt werden müssen; dazwischen das Volk von Newyork, vergnügt, zu jeder Toll­heit aufgelegt, groß und klein, losgelassene Kinder all das ist Coney Island. Am Abend, wenn sich die Dunkelheit niedersenkt, erstrahlt dieser ungeheure Juxplatz im märchenhaften Glanz der farbigen Lich­ter, Raketen steigen am Nachthimmel empor und entfalten sich in strahlenden Sprühregen, von ferne rauscht das Weltmeer an Coney Island, die Mär­chenstadt im Land der Sachlichkeit.

erklärten, daß sie am Tage des Mordes mit Gar- ter zusammen gewesen seien. Sein Alibi war also scheinbar geglückt, und der Bräutigam war so gut wie des Verbrechens überführt. Der Polizeikom- miffar behielt den Garter nur noch zur Aufklärung einiger Fragen, die das Vorleben der Ermordeten betrafen, in Halft. Bei der Vernehmung, bei der Garter sehr lebhaft sprach, bemerkte der Kom­missar auf der rechten Hand Garters seltsame Fi­guren, die wie verbrannte Stellen aussahen. Als er Garter gang uninteressiert nach der Herkunft die­ser eigenartigen Linien fragte, wurde dieser ver­wirrt, so daß der Kommissar Verdacht schöpfte. Es ergab sich bei einer Untersuchung, daß es sich um sogenannteBlitzfiguren" handelte, die ein Mensch, der vom Blitz getroffen wird, manchmal einige Zeit behält, auch wenn der Blitz ihn sonst weiter nicht gelschädigt hat. Jetzt richtete der Kom­missar sein hauptsächliches Augenmerk auf diese bemerkenswerteZeichnung" der Hand. Er stellte durch Nachfragen fest, daß Garter dieseBlitzfigu­ren" jedenfalls vor dem Morde nicht gehabt hatte. Am Tage des Mordes war aber in dem Viertel von Newyork, wo sich Garter nach den Aussagen der Zeugen und seinen eigenen Mitteilungen auf­gehalten hatte, ein Gewitter nicht niedergegangen. Es hatte nur eine Stunde lang gerechnet. Dagegen war New-Jersey von einem Gewitter, das zwar kurz, aber sehr heftig war, heimgesucht worden. In dem Garten des Hauses, wo der Mord verübt wurde, hatte sogar der Blitz eingeschlagen. Die Verlegenheit und Unruhe bei der Entdeckung der Figuren, in Verbindung mit seinen Erzählungen und den Berichten seiner Freunde, ließ den Ver­dacht des Kommissars, daß Garter mit dem Morde in Beziehung steht, fast zur Gewißheit werden. Er teilte ihm nicht mit, daß er wisse, es handle sich um Blitzfiguren, und fragte, wie lange er diese bemer­kenswerte Zeichnung schon auf der Hand habe. Garter erwiderte, er habe sie sich vor einigen Tagen einritzen lassen. Nach bi es er Unwahrheit verhaftete der Kommissar den Garter. Er vernahm nun noch einmal den Bräutigam, der mit einem Fuß schon lauf dem elektrischen Stuhl gestanden hatte, und stellte jetzt fest, daß er einen harmlosen Mann vor sich hatte, der selbst die größte Trauer und den größten Schmerz um seine Braut zeigte. Während er aber bisher geglaubt hatte, daß der Verdäch­tige simulierte, um den Anschein der ^Unschuld zu erwecken, sah der Kommissar jetzt den Fall mit an= deren Augen an, zumal nicht das geringste An­zeichen für eine Schuld des Bräutigam sprach. Allerdings hatte er mit seiner Braut den Abend des Mordes verbracht und sie auch nach Hause beglei­tet. Diesen Augenblick hatte der Mörder, der sich im Garten versteckt hatte und nachher auch das Ge­witter erlebte, abgewartet, um das junge Mädchen zu töten, weil es sich geweigert hatte, das Verlöb­nis aUfzulösen und sich mit ihm zu verloben. Die­ses Geständnis machte Garter, nachdem der Kom­missar ihm das Verbrechen auf den Kopf zage sagt hatte, ©ein fast geglücktes Alibi wurde durch das seltsame Spiel der Elemente zerstört und der Blitz hatte ein Justizverbrechen verhindert, obwohl Garter in raffinierter Weise alles getan hatte, um den Verdacht auf einen Unschuldigen abzulenken.

Hundert Palmen ergeben jährlich eine Tonne Kopra. *

Den größten Kohlenreichtum der Erde haben wir in China. Ueber den Umfang der dortigen Kohlenlager kann man sich heute überhaupt keine Vorstellung machen, da sie bisher so gut wie gar nicht ab geb aut wurden. In Oberschlesien Saar­gebiet, Ruhrgebiet und Belgien wird man noch 800 bis 1000 Jahre Kohlen haben, in Frankreich und England nur noch 350 Jahre, in einzelnen Gegen­den von England (z. B. Durham) und in Sachsen nur noch 100 Jahre.

NSdev «ud «ommevkvische Nou Aschaffenbuvs nach Mlttevbevs

Dort, wo der Lärm der industriereichen Mainstädte allmählich vertont, wo statt qualmender

Giu Denkmal füv die âviegs-Nviestaubei

Das Kriegs-Brieftauben-Denkmal, das von den Berliner Brieftauben-Bereinen der Stadt Berlin zur Aufstellung an geeigneter Stelle geschenkt werden soll. Der Entwurf zu dem Denk­mal stammt von dem Ingenieur Max Rühl und Oberinspektor Hager von der Heeres-Brieftauben» anstalt. Auf einem vier Meter hohen Granitblock sitzen zwei Tauben. Vor dem Stein steht an der einen Seite ein Arbeiter, um die Briestaubenzucht i als Sport des kleinen Mannes zu charakterisieren. Auf der Gegenseite läßt ein im zerschossenen Schützengraben stehender Feldgrauer eine Brief» taube ausfliegen, um Hilfe zu holen.

Kamine uralte Pappeln ins Blaue des Himmels greifen, liegt Aschaffenburg, die ehrwürdige chur» mainzische Stadt. Klein-Nizza nennen seine Be­wohner es gern, ob der Anmut seiner Lage, wegen der Reize der die Stadt umgebenden Haine, und des Flusses willen, in dessen grünlichen Wellen sich herrliche Bauten spiegeln. Das prachtvolle, impo­sante Schloß, gebaut in der Zeit zwischen Renais­sance und Zopfstil, beherrscht das Maingestade aus» und abwärts, mit seinen zierlichen und reinen For­men zaubert das Pompejanum in der Abendsonne uns Italien vor das Auge, mitten in der Stadt er­

hebt sich auf steilem Hügel die Stiftskirche, ein Bau­denkmal von größter Erhabenheit. Den Wanderer f aber erfreuen wohl mehr als diese Gebilde vo" v Stein die schattigen Anlagen, die Aschaffenburg

nach alen Seiten umgrünen: Hier die lauschigen Gänge des Schöntal und der Fasanerie, dort zur Linken des Stromes der Schöne-Busch. Klein- Nizza!

Mainaufwärts geht unser Weg. Da treten die Berge des Odenwaldes und des Spessarts mehr und mehr an den Fluß heran, im Tale grüne breite . Wiesen, leuchten duftende Rapsselder. Aus dem ' Blütenmeer der Obstbäume lugen Dörfer und Land- städtchen mit altersgrauen Mauern und Türmen. Klingenberg: Burgruine grüßt von der Höhe, den : steilen Berghang steigen Rebgärten empor, Heimat eines liedberühmten Weines. Dort ruht Kleinheu­bachs Schloß, die prunkvolle Residenz der Fürsten von Löwenstein. Ein reich und geschmackvoll an­gelegter Park führt den Wanderer zur Perle des Mains, nach Miltenberg.

Blauer Fluß und grüne Berge schließen das Städtchen ein, dessen Ruhm märchenhafter Schön­heit heute schon weit ins deutsche Land hinaus ge­drungen ist, das alle gern wieder auffuchen, die es je gesehen. Denn eine gütige Natur und verständige Menschenhand haben Miltenberg zu allen Zeiten geschmückt. Dunkle Wälder rauschen über die Burg herab bis zu den letzten Häusern der Stadt, btüten­schwere Gärten umkränzen die romantischen Fach­werkbauten, Bäume und Wiesen säumen das Ufer des Stromes. Deutschlands ältestes Gasthaus um­schließt das Weichbild, den Riefen, in dem Kaiser und Könige ihre Herberge nahmen, in dem Luther wohnte, in dem wohl auch der Mann mit der eiser­nen Schwertfaust gehauset. Den Marktplatz um­stehen vornehme Patrizierhäuser der Renaissance, ziert ein kunstreicher Marktbrunnen. Ueber dem Städtchen mit seinen winkligen Straßen und Gäß­chen, den Türmen und Toren, Mauern und Gra­ben ruht die alte mainzische Veste Miltenburg, Sinnbild und Wahrzeichen der im Anfang des

13. Jahrhunderts gegründeten Stadt.

vereine, Sevkammluuse«

Gemeinnütziger Hausfrauenverein. Mittwoch, den 20. Juli 1932, gemeinsamer Ausflug nach dem Hofbrauhwus Groß-Steinheim. Gäste willkommen! Fußgänger TreffpunktDeutsches Haus", Stein- Heimer Tor. Fahrgelegenheit Autobus 2.59 Uhr ab Marktplatz. 6758

Mndhorskbund Hanau. Auf unsere Kundgebung in derCentralhalle" heute abend wird noch ein­mal besonders aufmerksam gemacht. Die Mitglie­der und Freunde erscheinen vollzählig. Gäste will­kommen! . 773,

katholischer Arbeiter-Verein. Unsere heutige Wereinsverfammlung fällt aus. Die Mitglieder wollen sich zahlreich an der um 20% Uhr in der Centralhalle" staltfindenden Kundgebung des Windthorst-Bundes beteiligen. Unsere Musik­kapelle spielt! Sonntag, den 16. Juli: Großes Treffen d. Vereine aus d. Umgegend und Kund­gebung auf der Liebfrauenheide. ' Die Mitglieder mögen mit Familie sich recht zahlreich einfinben. Abfahrt nach Hainstadt 13.16 Uhr vom Hauptbhf.

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Zentrumpspartei. Morgen abend Schulungs- unü Aussprachabend im »Hechts 774