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Samstag, den 16. JuN 1932
Nr. MS
voktiMe KachviMen NadWatdemvkvateu und «NN
_ Berlin, 15. Juli. Der Radikaldemokratische Pressedienst teilt mit, daß die Reichsleitung der Radikaldemokratischen Partei ihre Landesverbände und Ortsgruppen angewiesen hat, alle Vorbereitun- gen zu den Reichstagswahlen einzustellen, bzw. vückgängig^zu machen. Nachdem die Verhandlungen mit der SPD. wegen qualifizierter Listenverbin- Kung gescheitert wären, sei die Parteileitung bereit gewesen, eigene Kandidaten aufzustellen und ihre Stimmen der Reichsliste der SPD zuzuführen. Diese Regelung sei aber bei wesentlichen Mitgliederteilen im Lande auf Widerstand gestoßen. Die Reichsparteileitung gebe daher ihren Mitgliedern die Stimmen frei und fordere auf, antifaschistisch FU wählen,
Aeftfümmenabkommen -wischen Landvolk U.NK0N.
Berlin, 15. Juli. Die DNVP. hat, wie wir von deutschnationaler Seite erfahren, mit der Landvolkpartei ein Abkommen getroffen, wonach die Reststimmen der Lanüvolkpartei auf die Reichsliste der DNVP. gesetzt werden.
Nanevdemonstvatloneu dev Vetevans« in tVashkusto«
Washington, 15. Juli. Seit Dienstag nacht ver- o riffelten die Veteranen in Washington ununterbrochen Märsche um das Kapitol. Jeweils nach vier Stunden lösen sich die Gruppen müder und hungriger Veteranen ab. Durch die Dauerdemonstrationen wird die Polizei dauernd in Aufregung gehalten, da Tausende von Zuschauern sich um die Veteranen drängen und den Verkehr stören. Die allgemein aufgeregte Stimmung wird zudem durch Zurufe des Publikums an die Demonstranten wesentlich gesteigert. Trotz der gespannten Lage bewahrt die Polizei bewunderswerte Zurückhaltung. Bisher hat sie noch keine Verhaftung vorgenommen, sondern in kritischen Augenblicken stets mit den Veteranen und dem Publikum in Güte verhandelt. Auch ist die berittene Polizei bisher noch nicht eingesetzt worden. Die Polizisten wurden sogar ohne Knüppel und ohne Revolver zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung kommandiert. Der Polizeipräsident von Washington leitet alle Polizeimaßnahmen und Verhandlungen mit den Veteranen persönlich und duldet den Dauermarsch, wenn er auch aus Wunsch des Vizepräsidenten Curtis das weitere Kampieren der Veteranen auf den Grünanlagen des Kapitols verbieten mußte. Als gestern abend plötzlich eine vom Büro des Vize- präsidenten alarmierte Kompagnie Marineinfanterie vor dem Kapitol aufzog, setzte i>er Polizeipräsident durch, daß sie innerhalb einer Viertelstunde wieder äbrückte. Uebrigens veranstalten auch kommunistische Veteranengruppen Umzüge, die jedoch von der Polizei nicht in das Kapitolgebiet gelassen werden und deren Agitation von den übrigen Veteranen scharf verurteilt wird.
Koovsv tomWei auf 20 Morsnt seines Gehattes
Washington, 15. Juli. Präsident Hoover erklärte heute, freiwillig auf 20 Prozent seines Gehaltes ab 1. Juli zu verzichten. Somit erhält der Präsident nur noch 60 000 Dollar. Die Kabinetts- Mitglieder, deren Segals bereits um 8,3 Prozent gekürzt wurde, erklärten sich mit einer 15prozenti- gen Kürzung einverstanden. Six erhalten also künftig 12 750 Dollar statt 15 000. Auch der Vige- präsident Curtis stimmte einer Kürzung feines bisher 15 000 Dollar betragenden Gehalts um 15 Prozent zu.
Ein AmoKSukee
f Polizei im Gefecht mit einem Wahnsinnigen —• Drei Tote
Riga, 15. Juli. Am Freitag mittag verbreitete sich in der Stadt das Gerücht von einem Blutbade, das ein wahnsinnig gewordener, nur mit einer Badehose bekleideter Mann verursacht hatte. Er stürzte plötzlich auf mehrere an einem Kohlenlager an der Düna beschäftigte Arbeiter los und streckte einen von ihnen durch einen Pistolenschuß zu Boden Die anderen ergriffen die Flucht. Da auch der Getroffene noch lebte, so bearbeitete ihn der Amokläufer mit dem Pistolenkolben, bis er tot war. Inzwischen waren zwei Polizeibeamte herbeigeeilt die von dem Wahnsinnigen mit Pistolenschüssen empfangen wurden. Der Mann verbarrikadierte sich hinter einer Kohlenfähre und erwiderte das Feuer der Beamten, die beide getötet wurden. Ein großes Aufgebot von Polizei griff ein. Es kam zu einem langen Feuergefecht, bis der Wahnsinnige sich schließlich selbst durch einen Schuß tötete.
Erregte Szenen bei einer Versteigerung
Berlin, 15. Juli. Bei der Versteigerung der Dilleneinrichtung der Frau von Ihne, der „Mutter der Kriegsblinden" kam es zu erregten Szenen. Unter denen, die sich zur Versteigerung eingefunden hatten, befand sich auch eine größere Anzahl von Nationalsozialisten. Diese legten bei dem ersten Hammerschlag wegen der geringen Höhe des Angebotes lauten Protest ein und drohten, gegen die Bieter mit Stühlen vorzugehen. Erst dem von der Auktionsleitung alarmierten Uebersallkommando gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. Sechs Nationalsozialisten wurden zwangsgestellt.
Das Urteil im Recklinghausener Devisenprozeß
Recklinghausen, 15. Juli. Das Recklinghausener Schöffengericht verurteilte heute in der Devisenschiebungsaffäre mit IG. Farbenaktien unter teilweisem Ausschluß der Oeffentlichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit den holländischen Dia- mantenschleiser Terwiel zu neun Monaten Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe, den holländischen Kaufmann Abraham zu einem Jahre Gesa guis und 5000 Mark Geldstrafe, den Kaufmann Scheller zu sechs Monaten Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe. Der Elektrotechniker Weber wurde xoegen Mangel an Beweisen sreigesprochen.
Goney Ssland
Die Lrandkalastrophe in Rewyorks Vergnögungsstadl
In Europa haben die Vergnügungsparks, diese mit allen Raffinessen der Technik modernisierten Rummelplätze von einst, viel von ihrer ehemaligen Beliebtheit eingebüßt. Sie wirken als Vergangenheit, wie die Zeit, der sie angehören. Der Mensch von heute trägt zu schwer an den Sorgen des Tages, als daß er die innere Bereitschaft zu jeder etwas kindlichen Freude aufbrächte, mit der ein Rummelplatz genossen fein will. Den heutigen haben sich andere Möglichkeiten der Unterhaltung und des Vergnügens erschlossen, die Abnormitätenschau von einst, die Karussells mit ihrem glitzernden Tand, das „Weltpanorama", die Buden, in denen man Wunder der Anatomie, getreulich in Wachs nachgebildet, als eine Sensation bestaunte, haben für den unterrichteten Zeitungsleser und eifrigen Kinobesucher von heute gar keinen Reiz mehr. So liegt über allen großen Vergnügungsplätzen der alten Welt, dem Lunapark in Berlin, dem Wurstlprater in Wien, der Vogelwiese in Dresden, der Oktoberwiese in München usw. ein leiser Hauch von Melancholie, von Müdigkeit, von Selbstaufgabe.
Anders ist es in der Neuen Welt, in Amerika. Coney Island, das soeben von einer schweren Feuersbrunst heimigesucht wurde, ist und bleibt das lockende Ziel der erholungs- und amüsierbedürftigen Newyorker. Denn beide Arten Zeitgenossen kommen dort auf ihre Kosten. Wer sich nicht in das tosende Chaos der tausendfachen Geräusche des eigentlichen Vergnügungsparkes stürzen will, der findet am Badestrand dieses einzigartigen Juxplatzes, wenn dieses Riesenunternehmen mit einer solchen Bezeichnung belegt werden darf, Erholung. Hinter ihm liegt die Weltstadt mit ihren Geräuschen, echten und falschen Genüssen, ihren Menschenansammlungen, ihrem Staub — vor ihm der unendliche Ozean, an dessen Horizont die riesigen Schiffe nach Europa verschwinden. Das Bad von Coney ist ja auch der Leidtragende der Brandkatastrophe gewesen, während der eigentliche Vergnügungspark,
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Explosion von Feuerwerkskörpern
Hildesheim, 16 Juli. Am Freitag vormittag entstand in einem Lagerhaus der Firma E. L. Meyer eine Explosion von Feuerwerkskörpern, die bedeutenden Schaden anrichtete. Etwa 50 Scheiben wurden zertrümmert und zahlreiche Wände eingedrückt. Aus dem Trümmerhaufen wurde die Leiche des Arbeiters Bank, eines Kriegsteilnehmers, hervorgezogen.
Autounglück — Ein Toter, drei verletzte
Herrnhut, 15. Juli. Ein Autounglück ereignete sich heute früh zwischen Zittau und Herrnhut bei der Eulbrücke. Von den Insassen wurde eine Person getötet, eine schwer und zwei leichter verletzt. Der Wagen, der gegen die Brücke gerast war, wurde vollständig zertrümmert.
Anschlag auf den Langenberger Sender?
Langenberg, 15. Juli. Der am Langenberger Sender stationierte Polizeiposten bemerkte gestern abend zwei Männer, die sich in verdächtiger Weise in unmittelbarer Nähe der Sendetürme zu schaffen machten. Auf den Anruf des Beamten ergriffen die beiden Männer die Flucht. Als der Polizeibeamte daraufhin von seiner Schußwaffe Gebrauch machte, erwiderten die Fliehenden das Feuer. — Ob ein Anschlag auf die Sendetürme geplant war, ließ sich nicht genau feststellen, doch läßt eine Aeußerung, die der Beamte von einem der beiden Männer gehört haben will und in der von einer Zündschnur die Rede war, darauf schließen. Im Laufe der Nacht wurde ein Langenberger Kommunist verhaftet.
Ein viertes Todesopfer der Explosion auf Zeche „Alstaden"
Oberhausen, 15. Juli. Die Explosion in der Brikettfabrik „Alstaden" hat jetzt ein viertes Todesopfer gefordert. Damit ist von den fünf Personen nur noch eine am Leben, obwohl es ursprünglich hieß, daß nur bei einer Person Lebensgefahr bestehe.
Paratyphuserkrankungen in einem württembergischen Dorf
Laupheim, 15. Juli. In Buch bei Jlbertissen sind nach dem Genuß von Fleisch einer notgeschlachteten Kuh 40 Personen erkrankt, darunter 14 so schwer, daß sie ins Krankenhaus nach Jlbertissen eingeliefert werden mußten. Es handelt sich um Paratyphus, doch besteht Lebensgefahr nicht. Bei dem notgeschlachteten Stück Vieh handelte es sich um eine erkrankte Kuh, deren Fleisch zum Teil für den menschlichen Genuß vom Fleischbeschauer freigegeben worden war.
Durch ein scheuendes Pferd getötet
Thalfang (Hunsrück, 15. Juli. Auf dem Heimweg vom Felde scheute das Pferd des Landwirtes Röder vor Zigeunern, die am Wege lagerten, und bäumte sich auf. Röder kam zu Fall, stürzte unter das Pferd, das über ihn hinwegsprang. Er erlitt schwere Verletzungen durch Hufschläge am ganzen Körper und starb wenige Stunden nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus.
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„Vlihfiguren" als Verräter.
In New-Jersey haben sich die Elemente in den Dienst der Unschuld gestellt, und zwar in einer Art, daß man im abergläubischen Mittelalter der Meinung gern elfen wäre, höhere Gewalten haben den Verbrecher gezeichnet, um ihn seiner Untaten zu überführen. Vor einigen Wochen wurde ein Mädchen Rosy Fuchs ermordet. Offenbar war das Verbrechen aus Eifersucht verübt worden, denn es wurde nichts geraubt, und eine andere Ursache des Mordes war nicht ersichtlich. Als der Tat verdächtig wurde der Bräutigam des jungen Mädchens verhaftet, zugleich aber auch ein Freund, der sich um Rosy vor ihrer Verlobung beworben hatte. Dieser Freund Bill Garter wurde einen Tag nach dem Morde in Newyork söstgenommen, wo er sich angeblich seit mehreren Tagen ohne Unterbrechung befand, um Arbeit zu suchen. Mehrere Zeugen, die Garter zur Bekräftigung seiner Aussage anrief,
entgegen den ursprünglichen Befürchtungen unversehrt blieb. Kilometerweit zieht sich der Badestrand von Coney Island am Meere hin. Die Besucher können auf einer, wie in allen amerikanischen Bädern, aus Holz erbauten erhöhten Promenade spazieren gehen und die frische Seeluft genießen. Dieser „Boardwalk" von Coney Island, der etwa 20 Meter breit und 8 Kilometer lang ist, wurde erst im Jahre 1923 vollendet. An schönen Sommertagen drängt sich dort eine unübersehbare Menschenmasse, die den Badenden am Strande zuschaut. Kein Wunder, daß die durch die Hitze ausgetrockneten Bohlen dieser riesigen Holzkonstruktion beim geringsten Anlaß Feuer finden und nicht mehr gerettet werden konnten.
Wer von der Seeluft hinlänglich gekräftigt ist, kann sich in das sogenannte Vergnügen von Coney Island stürzen. Aussichtstürme, Rutschbahnen, Riesenräder, Karussells, Schaubuden, in denen mit echt amerikanischer Marktschreierei die ältesten Sehenswürdigkeiten angepriesen'werden, Straßen mit Verkaufsbuden aller Art, Händler mit traditionellen Erfrischungen von Coney Island, den „Frankfurter Würstchen", von denen an guten Tagen Hunderttausende verzehrt werden, Fischbratereien, Stände mit Süßigkeiten, Backwaren und Leckerbissen zum Magenverderben, unzählige Musikkapellen, Glocken, Sirenen, Trommeln, Dampfpfeifen, Belustigungen wie das „Teufeslsrad", die an groben Unfug grenzen und mit Beulen, Verlust von Hüten und zerrissenen Kleidern bezahlt werden müssen; dazwischen das Volk von Newyork, vergnügt, zu jeder Tollheit aufgelegt, groß und klein, losgelassene Kinder — all das ist Coney Island. Am Abend, wenn sich die Dunkelheit niedersenkt, erstrahlt dieser ungeheure Juxplatz im märchenhaften Glanz der farbigen Lichter, Raketen steigen am Nachthimmel empor und entfalten sich in strahlenden Sprühregen, von ferne rauscht das Weltmeer an Coney Island, die Märchenstadt im Land der Sachlichkeit.
erklärten, daß sie am Tage des Mordes mit Gar- ter zusammen gewesen seien. Sein Alibi war also scheinbar geglückt, und der Bräutigam war so gut wie des Verbrechens überführt. Der Polizeikom- miffar behielt den Garter nur noch zur Aufklärung einiger Fragen, die das Vorleben der Ermordeten betrafen, in Halft. Bei der Vernehmung, bei der Garter sehr lebhaft sprach, bemerkte der Kommissar auf der rechten Hand Garters seltsame Figuren, die wie verbrannte Stellen aussahen. Als er Garter gang uninteressiert nach der Herkunft dieser eigenartigen Linien fragte, wurde dieser verwirrt, so daß der Kommissar Verdacht schöpfte. Es ergab sich bei einer Untersuchung, daß es sich um sogenannte „Blitzfiguren" handelte, die ein Mensch, der vom Blitz getroffen wird, manchmal einige Zeit behält, auch wenn der Blitz ihn sonst weiter nicht gelschädigt hat. Jetzt richtete der Kommissar sein hauptsächliches Augenmerk auf diese bemerkenswerte „Zeichnung" der Hand. Er stellte durch Nachfragen fest, daß Garter diese „Blitzfiguren" jedenfalls vor dem Morde nicht gehabt hatte. Am Tage des Mordes war aber in dem Viertel von Newyork, wo sich Garter nach den Aussagen der Zeugen und seinen eigenen Mitteilungen aufgehalten hatte, ein Gewitter nicht niedergegangen. Es hatte nur eine Stunde lang gerechnet. Dagegen war New-Jersey von einem Gewitter, das zwar kurz, aber sehr heftig war, heimgesucht worden. In dem Garten des Hauses, wo der Mord verübt wurde, hatte sogar der Blitz eingeschlagen. Die Verlegenheit und Unruhe bei der Entdeckung der Figuren, in Verbindung mit seinen Erzählungen und den Berichten seiner Freunde, ließ den Verdacht des Kommissars, daß Garter mit dem Morde in Beziehung steht, fast zur Gewißheit werden. Er teilte ihm nicht mit, daß er wisse, es handle sich um Blitzfiguren, und fragte, wie lange er diese bemerkenswerte Zeichnung schon auf der Hand habe. Garter erwiderte, er habe sie sich vor einigen Tagen einritzen lassen. Nach bi es er Unwahrheit verhaftete der Kommissar den Garter. Er vernahm nun noch einmal den Bräutigam, der mit einem Fuß schon lauf dem elektrischen Stuhl gestanden hatte, und stellte jetzt fest, daß er einen harmlosen Mann vor sich hatte, der selbst die größte Trauer und den größten Schmerz um seine Braut zeigte. Während er aber bisher geglaubt hatte, daß der Verdächtige simulierte, um den Anschein der ^Unschuld zu erwecken, sah der Kommissar jetzt den Fall mit an= deren Augen an, zumal nicht das geringste Anzeichen für eine Schuld des Bräutigam sprach. Allerdings hatte er mit seiner Braut den Abend des Mordes verbracht und sie auch nach Hause begleitet. Diesen Augenblick hatte der Mörder, der sich im Garten versteckt hatte und nachher auch das Gewitter erlebte, abgewartet, um das junge Mädchen zu töten, weil es sich geweigert hatte, das Verlöbnis aUfzulösen und sich mit ihm zu verloben. Dieses Geständnis machte Garter, nachdem der Kommissar ihm das Verbrechen auf den Kopf zage sagt hatte, ©ein fast geglücktes Alibi wurde durch das seltsame Spiel der Elemente zerstört und der Blitz hatte ein Justizverbrechen verhindert, obwohl Garter in raffinierter Weise alles getan hatte, um den Verdacht auf einen Unschuldigen abzulenken.
Hundert Palmen ergeben jährlich eine Tonne Kopra. *
Den größten Kohlenreichtum der Erde haben wir in China. Ueber den Umfang der dortigen Kohlenlager kann man sich heute überhaupt keine Vorstellung machen, da sie bisher so gut wie gar nicht ab geb aut wurden. In Oberschlesien Saargebiet, Ruhrgebiet und Belgien wird man noch 800 bis 1000 Jahre Kohlen haben, in Frankreich und England nur noch 350 Jahre, in einzelnen Gegenden von England (z. B. Durham) und in Sachsen nur noch 100 Jahre.
NSdev «ud «ommevkvische Nou Aschaffenbuvs nach Mlttevbevs
Dort, wo der Lärm der industriereichen Mainstädte allmählich vertont, wo statt qualmender
Giu Denkmal füv die âviegs-Nviestaubei
Das Kriegs-Brieftauben-Denkmal, das von den Berliner Brieftauben-Bereinen der Stadt Berlin zur Aufstellung an geeigneter Stelle geschenkt werden soll. Der Entwurf zu dem Denkmal stammt von dem Ingenieur Max Rühl und Oberinspektor Hager von der Heeres-Brieftauben» anstalt. Auf einem vier Meter hohen Granitblock sitzen zwei Tauben. Vor dem Stein steht an der einen Seite ein Arbeiter, um die Briestaubenzucht i als Sport des kleinen Mannes zu charakterisieren. Auf der Gegenseite läßt ein im zerschossenen Schützengraben stehender Feldgrauer eine Brief» taube ausfliegen, um Hilfe zu holen.
Kamine uralte Pappeln ins Blaue des Himmels greifen, liegt Aschaffenburg, die ehrwürdige chur» mainzische Stadt. Klein-Nizza nennen seine Bewohner es gern, ob der Anmut seiner Lage, wegen der Reize der die Stadt umgebenden Haine, und des Flusses willen, in dessen grünlichen Wellen sich herrliche Bauten spiegeln. Das prachtvolle, imposante Schloß, gebaut in der Zeit zwischen Renaissance und Zopfstil, beherrscht das Maingestade aus» und abwärts, mit seinen zierlichen und reinen Formen zaubert das Pompejanum in der Abendsonne uns Italien vor das Auge, mitten in der Stadt er
hebt sich auf steilem Hügel die Stiftskirche, ein Baudenkmal von größter Erhabenheit. Den Wanderer f aber erfreuen wohl mehr als diese Gebilde vo" v Stein die schattigen Anlagen, die Aschaffenburg
nach alen Seiten umgrünen: Hier die lauschigen Gänge des Schöntal und der Fasanerie, dort zur Linken des Stromes der Schöne-Busch. Klein- Nizza!
Mainaufwärts geht unser Weg. Da treten die Berge des Odenwaldes und des Spessarts mehr und ■ mehr an den Fluß heran, im Tale grüne breite . Wiesen, leuchten duftende Rapsselder. Aus dem ' Blütenmeer der Obstbäume lugen Dörfer und Land- städtchen mit altersgrauen Mauern und Türmen. Klingenberg: Burgruine grüßt von der Höhe, den : steilen Berghang steigen Rebgärten empor, Heimat eines liedberühmten Weines. Dort ruht Kleinheubachs Schloß, die prunkvolle Residenz der Fürsten von Löwenstein. Ein reich und geschmackvoll angelegter Park führt den Wanderer zur Perle des Mains, nach Miltenberg.
Blauer Fluß und grüne Berge schließen das Städtchen ein, dessen Ruhm märchenhafter Schönheit heute schon weit ins deutsche Land hinaus gedrungen ist, das alle gern wieder auffuchen, die es je gesehen. Denn eine gütige Natur und verständige Menschenhand haben Miltenberg zu allen Zeiten geschmückt. Dunkle Wälder rauschen über die Burg herab bis zu den letzten Häusern der Stadt, btütenschwere Gärten umkränzen die romantischen Fachwerkbauten, Bäume und Wiesen säumen das Ufer des Stromes. Deutschlands ältestes Gasthaus umschließt das Weichbild, den Riefen, in dem Kaiser und Könige ihre Herberge nahmen, in dem Luther wohnte, in dem wohl auch der Mann mit der eisernen Schwertfaust gehauset. Den Marktplatz umstehen vornehme Patrizierhäuser der Renaissance, ziert ein kunstreicher Marktbrunnen. Ueber dem Städtchen mit seinen winkligen Straßen und Gäßchen, den Türmen und Toren, Mauern und Graben ruht die alte mainzische Veste Miltenburg, Sinnbild und Wahrzeichen der im Anfang des
13. Jahrhunderts gegründeten Stadt.
vereine, Sevkammluuse«
Gemeinnütziger Hausfrauenverein. Mittwoch, den 20. Juli 1932, gemeinsamer Ausflug nach dem Hofbrauhwus Groß-Steinheim. Gäste willkommen! Fußgänger Treffpunkt „Deutsches Haus", Stein- Heimer Tor. Fahrgelegenheit Autobus 2.59 Uhr ab Marktplatz. 6758
Mndhorskbund Hanau. Auf unsere Kundgebung in der „Centralhalle" heute abend wird noch einmal besonders aufmerksam gemacht. Die Mitglieder und Freunde erscheinen vollzählig. Gäste willkommen! . 773,
katholischer Arbeiter-Verein. Unsere heutige Wereinsverfammlung fällt aus. Die Mitglieder wollen sich zahlreich an der um 20% Uhr in der „Centralhalle" staltfindenden Kundgebung des Windthorst-Bundes beteiligen. Unsere Musikkapelle spielt! — Sonntag, den 16. Juli: Großes Treffen d. Vereine aus d. Umgegend und Kundgebung auf der Liebfrauenheide. ' Die Mitglieder mögen mit Familie sich recht zahlreich einfinben. Abfahrt nach Hainstadt 13.16 Uhr vom Hauptbhf.
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Zentrumpspartei. Morgen abend Schulungs- unü Aussprachabend im »Hechts 774