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Nr. 165

Samstag, den 16. Juli 1932

Seife A

TvktW für âüche uud ^aus

Mr bringen noch einige Tricks, die höe Hausfrau braucht, da sie die Wirt­schaftsführung erleichtern.

Die Verringerung der Einnahmen hat Ein- parungen an allen Ecken und Enden der Wirt- chast zur Folge. Man kauft nicht mehr die guten Maren, sondern etwas billigere, die natürlich nicht o fein im Geschmack sind. Beim Kaffee hat man 'n bequemes und billiges Hilfsmittel, die Qualität iu verbessern. Man mahle den Kaffee wie ge- vohnlich und streue dann über diese gemahlene Nasse ein kleines bißchen Salz. Selbstverständlich licht zu viel, damit der Kaffee nicht gesalzen chmeckt. Aber man wird staunen, wie dieser Trick Ke Qualität des Kaffees verbessert. Vorher hat man schon die Möglichkeit, den guten Duft der Kaffeebohnen lange zu bewahren. Da das Aroma sehr flüchtig ist und leicht verfliegt, so wird jede Hausfrau gern erfahren, daß sie einen Eßlöffel seinen Zuckers über die Kaffeebohnen in der Büchse streuen muß, um den guten Dunst dauernd festzu­halten Angebrannte Emailletöpfe sind unschön und verderben den Geschmack der anderen Speisen, die darin gekocht werden sollen. Andererseits ist es schwer, ohne Verletzung der Emaille die Töpfe zu säubern. Dabei gibt es einen einfachen Trick, durch einen chemischen, von jeder Hausfrau durchzufüh­renden Vorgang Flecke zu beseitigen. Man gieße in den Topf Wasser so hoch, wie die Brandflecke reichen. In diesem Wasser löse man drei bis vier Eßlöffel Salz je nach der Größe der Flecke und des Topfes auf und lasse diese Lösung über Nacht stehen. Am nächsten Morgen können die Brandflecke leicht mit einem nassen Tuch abgemischt werden. Abgeschnittene Wurst wird besonders jetzt in der warmen Jahreszeit leicht unansehnlich und neigt zum Verderben. Die erste Scheibe wird darum meist nicht gegessen. Dabei hat man es leicht, die Wurst frisch zu erhalten, wenn man die angeschnittene Stelle mit etwas Butter be­streicht oder ein Stückchen fetten Speck darauf legt. So bleibt die Wurst auch bei großer Hitze tage­lang schön, wenn auch der Arzt den Rat geben muß, lieber Wurst bei Hitze nicht sehr lange auf­zuheben, denn man kann nie wissen, ob nicht doch Zersetzungsbazillen ihr Werk tun. Schalkartoffeln werden heute, im Gegensatz zu früher, in jedem Haushalt verwendet, denn seit dem Kriege weiß man, daß die Schalkartoffeln am vitaminreichsten sind. Nur der eigenartige Geschmack stört. Nicht jeder liebt darum die Schalkartoffeln, die überdies eine Erleichterung für die Hausfrau sind, denn das lästige Schälen der Kartoffeln fällt fort. Um den eigenartigen Geschmack zu beseitigen, braucht die Haufrau nur einen schmalen Streifen um die Mitte der Frucht abzuschälen. Dann werden die Kartoffeln wie gewöhnliche Salzkartoffoln ge­kocht und schmecken genau wie diese. Die Arbeit ist gering und lohnt. Man hat durch Untersuchun­gen fest gestellt, daß durch diese Maßnahme auch der Ditamingehalt der Kartoffel nicht leidet. Man erhält also auf bequeme Weise ein richtiges Kar- to'ffelgeridjt, das doch aus Schalkartaffeln besteht. Am Sonntag gibt es jetzt nicht mehr frische Semmeln. Das Sonntagsfrühstück besteht darum zum Teil aus altbackenen Semmeln, die erfah- rungsgeäß schlecht schmecken. Rösten nützt nicht viel. Aber trotzdem kann man sie sehr schnell wieder auffrischen. Man tauche die Semmeln in Wasser und backe sie dann einige Minuten auf. Dann hat man ganz frische und wohlschmeckende Backware zum Sonntagsfrühstück.

Lan-wktschMtttbes

Sarloffelanbau und Saalgulwechsel

Gegenwärtig, in der Zeit der Bartos selbtote, ist der Bestand eines Feldes am sichsnsten zu beurtei­len. Besonders sind die sogenannten Abbauerschei­nungen zu beachten. Auf einem Acker in schlechtem Kultur- und Düngungszustand fallen sie, zumal bei Trockenheit, ganz besonders ins Auge. Aber gerade dort, wo sonst alle Voraussetzungen einer einwand- (freien Kultur gegeben sind, verdienen schon geringe Anzeichen des Abbaus die Aufmerksamkeit des Landwirtes. Denn jetzt schon muß er sich darüber Mar werden, ob er im kommenden Frühjahr aus der Ernte des betreffenden Feldes Saatkartoffeln gewinnen will.

Was versteht man unter demAbbau der Kar­toffeln? Sämtliche Erscheinungen, die auf ein Nach­lassen der Wachstumskraft, der Gesundheit im all­gemeinen Sinne schließen lassen. Es handelt sich also nicht um eine eigentliche Erkrankung, sondern um eine physiologische Schwächung. Krankheiten können natürlich als Folgeerscheinung im starken Ausmaße auftreten. Zunächst ist der Bestand un­gleich. Neben auffallend stark entwickelten Stöcken, die beim späteren Abwelken des Bestandes noch anfallend lange, eine dunkelgrüne Farbe beibe­halten können, finden sich schwache, verkümmerte und sogar Lücken. Einzelne Stöcke rollen die Blät­ter, andere kräuseln dieselben. Viele sind, beson­der sin einem etwas früheren Zustande, von der Schwarzbeinigkeit befallen. So bietet das Feld bei einem stärkeren Abbaugrad einen durchaus uner­freulichen Anblick.

Hier kommt es nun darauf an, schon die An­fänge zu erkennen und sich durch rechtzeitigen Saat­gutwechsel vor einem bedeutenden Ertragsausfall zu schützen. Allgemeine Regeln über den Zeitraum lassen sich nicht geben. Die Sorten verhalten sich recht verschieden. So hat man die Erfahrung ge­macht, daß dieErtragstreue" wie der Pflan­zenzüchter diese Erscheinung nennt bei der alten Industrie (n. Modrows Industrie) gut ist, noch besser wahrscheinlich bei Ackerfegen, obwohl hier unsere Erfahrungen noch nicht ausreichen. Schlechter wird sie schon bei Edeltraut und Oden- wälder Blaue Am raschesten baut Erdgold und wahrscheinlich Gelkaragis ab. Bei Preußen ist die Ertragstreue wieder wesentlich besser. Sehr emp­findlich sind fast alle Frühkartoffeln, so die Erst­linge. Außer der Sortenzugehörigkeit ist die Art

Sm ^amvS gegen die DWe

Hundstagshitze herrscht. Die Sonne meint es gut, zu gut. Sie bullert eine Hitze auf uns herab, daß das Thermometer bald nicht mehr ausreicht und man es in den Schatten hängen muß, aber selbst da klettert es bis auf 30 Grad hinauf. Feuchte Treibhausluft holt letzte Energien aus uns heraus und resigniert flüchtet der Hanauer an den Main. Das Wasser ist Trumpf. Kaum hat Petrus die Regenmaschinerie ab gestellt, dann läuft Alt- und Jung-Hanau an den Main zum Baden. Auch hier ist Frau Sonne nicht müßig gewesen und hat aus den Weißlingen die prächtigsten Rothäute gemacht. Kommt einer mit Bürofarbe ins Bad wird er an­gestaunt und schon mit Creme oder Oel bearbeitet, um auch ihn in die Jndianergilde aufzunehmen. Das Wasser des Mains gibt nach einem solchen Sonnenbad eine willkommene Abkühlung. Aber auch der Main ist schon so temperiert, daß Sportleute eine Dusche mit Leitungswasser aus der Gießkanne vorziehen. In unsern Bädern kann man das alles haben.

Einige der Main-Indianer haben ihr ganzes Tagewerk an den Fluß verlegt und kommen nur noch zum Schlafen in ihre Wohnung. Im übrigen

der Uèberwinterung von Einfluß. Warme Keller wirken sich äußerst ungünstig aus. Unter solchen Verhältnissen ist die Erd miete vorzuziehen. Die Bodenverhältnisse sind ebenfalls von Einfluß. Ein sich stark abschließender Boden beschleunigt den Ab­bau. Es ist ein Irrtum, zu glauben, daß dies nur beim schweren Boden der Fall ist. Vor allem kommt es gleichzeitig auf die Wasserverhältmsse an. Wasserstauungen im Sandboden wirken sich meist krasser aus, als im Lehm mit seiner größeren Auf- saugfähigkeit. Schließlich ist das Klima der Fak­tor, von dem der Abbau vielleicht am allermeisten abhängt. Unser mildes Klima, das fast als Wein­klima anzusprechen ist, wirkt durchaus ungünstig. Darum können wir auch auf unseren leichtesten Lagen auf die Dauer kein gesundes Saatgut er­halten.

Wenn man nun Saatgutwechsel treibt, so ist es verkehrt, etwa mit einem Nachbarn auszu­tauschen, ohne zu wissen, wie lange dieser die Kar­toffel bereits anbaut. Es ist auch verkehrt, ledig­lich auf den Sortenwechsel zu achten. Wenn sich eine Sorte bewährt hat, so wird sie sich bei Ver­wendung einwandfreien Saatgutes weit erb ernähren, es sei denn, die Sorte als solche sei abgebaut sz. B. Magnum bonum, Up to bate, vielleicht. auch schon Industrie). Man muß unbedingt wissen, welche Absaatstufe man erhält. Es sollte nur Original oder 1. Absaat in Frage kommen. Im allgemeinen er­halten wir die gesündesten Saaten aus Nordost­deutschland. Niemals darf nur die äußere Beschas- senheit beim Einkauf maßgebend fein. Die amt­lichen Anerkennungen durch die Landwirtschaits- ifammern und die D. L. G. (andere Stellen sind nicht dazu befugt!) sind daher für die Landwirtschaft von unersetzlichem Wert. Die frische Saat sollte zum Zwecke der Saatgutgewinnung mit dichtem Stande und nicht übertriebener Stickstaffdüngung angebaut werden. Kranke Stauden werden ausgerissen, so­fern sie nicht dichter Stand! von selbst unter­drückt werden. So arbeitet man dem Abbau ent­gegen, und erhält gesunde, mittlere Saatknollen in großer Menge. Zur Kontrolle in Frage komm e n der B e st ä n d e ist jetzt ö i e ge­gebene Zeit!

* Konzert und Tanz in Wilhelmsbad. Im Kur­haus Wilhelmsbad findet morgen nachmittag Kon­zert statt. Ab 6 Uhr Tanz-Tee der Tanzschule Crsch.

* Steigende Indexziffern der Lebenshaltung. Nach den Berechnungen von Dr. Moritz Elsaß stellen sich die Indexziffern über die Kosten der Lebenshaltung am 1. Juli auf 120,2 gegen 118,6

spielt sich alles Leben im Badeanzug ab, man ißt am Strand, man schläft am Strand, man liest am Strand, man döst am Strand und schont Kleider und Schuhe.

Der Jugend genügt aber die äußere Abkühlung nicht, sie brauchen auch etwas für den inneren Men­schen und beim Eiswagen herrscht deshalb Hoch­konjunktur. An der Eistüte lecken die rosa Zungen und der weißbeschürzte Mann vor dem hübschen rot-weißen Wagen, kann gar nicht schnell genug das Eis aus den Kübeln herausholen und kriegt feine Ersatzkübel mit dem Auto angerollt. Wir Erwachsenen stehen ja wohl auch manchmal vor dem Eiswagen und möchten uns gern eine Tüte holen, aber wir sind zu stolz dazu auf der Straße das Eis zu lecken, wir ertragen lieber den Durst oder flüchten wenns gar nicht mehr geht in ein Cafè.

Der Sommer macht es uns nicht leicht aber der Kampf gegen die Hitze wird mit so angenehmen Mitteln geführt, daß er Freude macht und wir in der Zeit der Ferien und der Ernte den Kampf gern durchhalten..

am 1. Mai dieses Jahres. Die Steigerung beträgt mithin 1,3 Prozent. Der Nahrungsindex hat sich um 1,7 Punkte erhöht, während Kleidung und Hei­zung sich um 0,1 bzw. 0,2 Punkte gegenüber dem Stand vom 1. Mai gesenkt haben. Der Index der Lebenshaltungskosten liegt zurzeit 25 Prozent höher als der Index der Großhandelspreise. Der Unter­schied beträgt genau 24 Punkte. Diese Divergenz besteht mit geringen Schwankungen seit zwei Jah­ren. Der prozentuale Unterschied hat sich mit der Senkung des Preisniveaus jedoch erhöht, so daß, während er Mitte 1930 rund 20 Prozent betrug, er sich jetzt auf 25 Prozent erhöht hat. Der prozen­tuale Rückgang der Großhandelspreise war also

stärker als der der Lebenshaltungskosten.

* Schweinezählung am 1. September. Auf Ordnung des Reichsministers für Ernährung Landwirtschaft findet im Einvernehmen mit Landesregierungen am 1. September 1932

An- unb den die be-

nächste Zählung der Schweine und der nicht schaupflichtigen Hausschlachtungen in den vorher­

gehenden drei Monaten statt. Die schweinehaltenden Landwirte selbst haben das größte Interesse daran, daß die gestellten Fragen in richtiger und vollstän­diger Weise beantwortet werden. Dafür wird ihnen auf der anderen Seite die unbedingte Sicherheit ge­währleistet, daß ihre statistischen Angaben geheim- gehalten werden und keinesfalls zu steuerlichen Zwecken Verwendung finden.

* 4703 Zeitungen. Das soeben neuerschienene Handbuch der Deutschen Tagespresse", das vom Institut für Zeitungskunde herausgegeben wird, verzeichnet eine beträchtlich höhere Zahl von Zei­tungen, als früher angegeben wurden. Die neue Zählung umfaßt 4703 deutsche Zeitungen, wäh­rend man früher etwa 3360 zusammengebracht hatte. Die Erhöhung der Ziffer liegt einmal darin, daß neben den selbständigen Hauptzeitungen, de­ren Ziffer um 10 Prozent auf 2723 erhöht werden konnte, auch die Nebenausgaben mit einer Anzahl von 980 gezählt wurden. Das Institut für Zei­tungskunde konnte durch eine umfassende Umfrage, bei der von 5000 Fragebogen 70 Prozent beant­wortet wurden, eine viel größere Genauigkeit erreichen, als dies früher möglich war, da man sich nur auf Kataloge und Handbücher stützte. Von den 4703 Zeitungen sind 975 Parteizeitungen, 64 deren Richtung nicht einzuordnen ist, und 387 Zeitungen ohne Richtungsangabe. Die. kleinste Auflage hat eine Nebenausausgabe mit 55 Stück, die Höchstauflage beträgt 559 950 Stück.

WetteeteeiAt

Westdeutschland befindet befindet sich an der Rückseite eines nach Osten abgewanderten Tief­

druckgebiets. Damit sind wir in den Bereich etwas kühlerer ozeanischer Luftmassen gekommen, die:jil einer vorübergehenden Aufheiterung geführt haben. Ueber Westengland hat sich unter lebhaftem Druck­fall bereits eine neue Störung gebildet,, die uns zu­erst erneut Zufuhr wärmerer Luft und dann später­hin auch Niederschläge bringen wird. Vorhersage bis Samstag abend: Bewölkt und auch einzelne Niederschläge, bei westlichen Winden ziemlich warm. __ Witterungsaussichten für Sonntag: Immer noch unbeständiges, aber nicht durchweg unfreundliches Wetter wahrscheinlich.

Aus Gtrirrheim und Umgebung

W Klein-Auheim, 13. Juli. _ D b st und Gartenbau. Am vergangenen Samstag abend veranstaltete der hiesige Obst- und Gartenbauver­ein im großen Kaisersaale einen Familienabend, zu welchem die Mitglieder mit ihren Angehörigen recht zahlreich erschienen waren. Im Mittelpunkt des Abends stand ein von Herrn Obstbauinspektor Bisterfeld gehaltener Vortrag über das ThemaDer Obstbaum im Garten". Die zum Zwecke einer Prä­miierung vorgenommene Besichtigung der Haus­gärten hatte dem Vortragenden seiner Zeit gezeigt, daß hier noch manches geschafft werden könne. Herr Biesterfeld erledigte sich zunächst seines Berichtes über die Besichtigung der Gärten, wobei er sich über den Gesamteindruck der Gärten, ihre Sauberkeit und den schönen Stand der Kulturen lobend äußerte und nebenbei auf einige da und dort vorhandene, aber leicht zu vermeidende Mängel hinwies. Nach einer kurzen Kritik über die Hochstämme redete er besonders dem Zwergobst das Wort. An einer Reihe von Lichtbildern wurden alsdann die vorkommenden Formen, ihre Verwendungsmöglichkeit zu den ver­schiedensten Zwecken, ihr hoher wirtschaftlicher Nutzen und vor allem auch ihre Verträglichkeit zN den übrigen Gartenkulturen gezeigt. Nachdem der Vorsitzende dem Redner gedankt hatte, wurden 516 Preisträger aus dem Gartenwettbewerb bekannt ge­geben. Es wurden je 7 erste, zweite und dritte Preise verteilt. Als Preise kam Geld zur Vertei­lung und zwar 5 RM für erste, 3 RM für zweite und 2 RM für dritte Preise.

MveW GeMbaure«

S Dernbach, 16. Juli. In der Nacht zum gestri­gen Freitag wurde in die hiesige, etwas abseits vom Orte belegene Haltestelle derFreigerichter Klein­bahn" GelnhausenSomborn ein Einbruch verübt. Der oder die Täter hatten offenbar aus einer Tags zuvor angekommenen Ladung Kohlen geschlossen, daß Frachtgelder in der Kasse sein mußten, hatten das Fenster aufgedrückt und sämtliche Behältnisse des Raumes erbrochen. Die Beute bestand, da Dienstgelder von den Haltestellen immer sofort ab­geführt werden, inNull-Komma-Nichts". Die Landjägerei hat sich der Aufklärung des Falles.an­genommen. Die Spur führte nach dem Orte.

Slus SeaEmri a. M

Eine Gerichtsverhandlung auf der Straße

: Das Kleine Schöffengericht sah sich Freitag in die Lage versetzt, nach einer mehrstündigen Ver­handlung gegen einen Heizer und einen Schlosser der eine Kommunist, der andere Reichsbanner« mann die Sitzung abzubrechen und zur weiteren Aufklärung des Sachverhaltes einen Ortstermin in der Mainzer Landstraße nächst dem Güterplatz gegen halb sechs Uhr abends abzuhalten. Dieser Termin fand unter gleichzeitiger Vernehmung von Zeugen statt. Die Verhandlung wird dann Sams« tag im Justizgebäude zu Ende geführt. Am 27. Juni kamen Kommunisten und Reichsbannerleute aus einer Versammlung der roten Studenten­gruppe im Volksbildungsheim und zogen durch die Mainzer Landstraße. In der Höhe der Ludwig­straße wurde ein 27jähriger der NSDAP, angehö« render Weißbinder, der ein Abzeichen trug, über­fallen und durch Faustschläge auf den Kopf ver­letzt, daß er heftig blutend fortgebracht werden mußte. Der Schlosser wird von dem Verletzten und anderen Personen als der Täter bezeichnet, leugnet aber den Zeugen geschlagen zu haben und behauptet, er sei mit mehreren Gesinnungsgenossen weit hinter der Gruppe zurück gewesen, innerhalb deren sich der Vorgang abspielte. Seine Ent­lastungszeugen scheinen das zu bestätigen. Von dem Heizer, der früher Seemann war und jetzt Zeitungsverkäufer ist, wird in der Anklage behaup­tet, daß er vor Beginn der Tätlichkeiten gegen den Nationalsozialisten gerufen habe:Frauen nach hinten, Schulterriemen herab, Knüppel raus. Was kommt, wird zusammengehauen." Auch der Heizer bestreitet und will mit dem Vorgang nichts zu tun gehabt haben. Die Aussagen der Be- und Ent­lastungszeugen blieben unvereinbar und es be­durfte zur Klärung des Tatvorganges eine genaue Ortsbesichtigung, um einen Ueberblick über die Ent­fernungsverhältnisse zu bekommen.

Beim Baden in der Nidda ertrunken

: Freitag nachmittag ländeten Höchster Fischer die Leiche eines jungen Mannes aus dem Main. Der Tote, der aus Sossenheim stammt, ist vor we­nigen Tagen beim Baden in der Nidda ertrunken.

Ab nach Kassel

: Der wegen des Totschlags der Prostituierten Grevenig zu acht Jahren Zuchthaus verurteilte Schlosser. Gustav Stegmann ist, nachdem das Reichsgericht feine Revision kürzlich verworfen hatte, nunmehr von Preungesheim zur Strafverbü­ßung nach dem Zuchthaus Kassel-Wehlheiden ver­bracht worden.