Einzelbild herunterladen
 
  

Seife 4

Samstag, den 16. Juli 1932

Xr. 165

Mahlktmdsebtms des ^GNAV.

Die NSDAP, veranstaltete gestern abend in der Stadthalle eine Wahlkundgebung. Der erste Red­ner, der Ministerpräsident Röver, Oldenburg, gab einen Rückblick über die gesellschaftliche Ent­wicklung in Deutschland. Er schilderte, wie der Hansageist von einst entstanden sei, nicht aus Drang nach neuem Raum, sondern aus Tatendrang fuhren die Schiffe hinaus, um zu einem Wohlstand zu kommen. Der Hansageist wurde so zum Schritt­macher der Jndustriealisierung und der Hansageist war es, aus dem der Begriff Bürgertum herauus- wuchs. Das Bürgertum löste sich von der Scholle und beanspruchte für sich einen erhöhten Lebens­standard. Ueberindustralisierung und weltwirt­schaftliches Denken setzte ein und führte schließlich zu Weltkrieg und Revolution. Der Geist des Ma­terialismus war es, der sich breit machte. Dieser Weltanschauung steht der Nationalsozialismus ge­genüber, der berufen ist, diesen Materialismus zu überwinden.

Redner ging dann noch auf die Verhältnisse in Oldenburg ein. Er kündigte an, daß in Oldenburg das Arbeitsbeschaffungsprogramm der NSDAP, nach den Wahlen ausprobiert werde, und man eine Kreditschöpfung aus eigener Macht einrichten wolle.

Der zweite Redner des Abends. M. d. R. Fritz Friebel, Gotha, befaßte sich mit der Sozialde- imokratie und dem Zentrum. Beide Parteien hätten mit Hilfe der Notverordnungen die nationalsozia­listische Bewegung niederhalten wollen; das sei aber nicht gelungen Die Sozialdemokratie hätte schon seit langem ihre Sendung, die sie gehabt hätte, nicht er­füllt, und statt des Sozialismus, sich dem Gedanken des Internationalismus und des Materialismus zugewandt. Die Sozialdemokraten hatten zu Be­ginn des Jahrhunderts die Möglichkeit gehabt zu sozialisieren, sie traten statt dessen für eine Kon­zentration des Kapitals ein und glaubte alle Men­schen bekämpfen zu müssen, die nicht zur Arbeiter­klasse gehörten. Im Kriege hätten dann die Sozial­demokraten die Kriegskredite verweigert, den Streik propagiert und den Rücktritt von Tirpitz erzwun­gen, die Abrüstung durchgeführt und schließlich den Versailler Frieden unterzeichnet. Ebenso scharf wurde vom Redner das Zentrum kritisiert, das nur mit Hilfe von Artikel 48 habe regieren wollen. Die Stellungnahme zur Regierung Papen wurde dahin 'gegeben, daß die Nationalsozialisten diese Regierung nicht toleriert hätten. Papen habe das SA.-Verbot aufgehoben und die Wahlen anbe­raumt, das sind keine Geschenke für die National­sozialisten, sondern nur Rechte, die Brüning vor­behalten habe. Die Regierung Papen habe aber duch mit Notverordnungen gearbeitet, die nicht gut geheißen werden könnten. Nötig sei die Entwick­lung zum deutschen Menschen, der allein das Schick­sal Deutschlands würde wenden können.

Beide mit Beifall aufgenommenen Vorträge wurden von Musikdarbietungen der Standarten­kapelle umrahmt.

Schützt die VSsel

Vom Hanauer Tierschutzvevein mürb uns ge­schrieben: Alljährlich zur Zeit der Obst- und Deeren- reife hört man allenthalben in Haus- und Schre­bergärten die Vogelflinte knallen und bei nähe­rem Zusehen entdeckt man, daß einseitige und engstirnige Menschen tatsächlich Vögel abschießen, weil sie in ihrem Garten am Salat gepickt oder eine Kirsche oder Beere abgepflückt haben. Man sollte es nicht für möglich halten, aber es ist leider so. Um ein paar Kirschen, Erdbeeren oder Jo­hannisbeeren ein Vogelleben zu morden, ist nicht nur grausam, es ist auch sinnlos.

Im Frühjahr, zur Zeit der Blüten und Knospen, hat es der Gartenbesitzer gerne, wenn die heimischen Singvögel durch Vertilgen der In­sekten und Raupen und sonstigen Schädlinge das Wachstum der Pflanzen und Früchte fördern Hel­sen, ja vielfach überhaupt erst ermöglichen. Und zum Dank dafür werden sie gemordet, wenn sie sich zur Zeit der Reife auch einmal eine Kirsche nehmen.

Nie SbovwevSe deS 11. Deutschen Sättgev- dundessestes

o Wej^ über die politischen Grenzen Deutsch­lands und Oesterreichs hinaus und in der Ferne jenseits der Ozeane, so weit die deutsche Zunge klingt, schlingt das deutsche Lied das einigende Band um alle Stammesangehörigen, und die Sänger- bundesfeste sind die großen Gelegenheiten, dieses Gemeinschaftsgefühl für sich und vor aller Welt zu bekunden. Mögen sie draußen vieles wider uns haben, und mag ihre Gegnerisch ast Not und Sorgen noch so schwer über uns bringen: um eines benei­den sie uns doch, um den zähen deutschen Idealis­mus, der seinDennoch" im Liede bekräftigt und den Glauben an bessere Tage nicht aufgibt. Es ist etwas Gewaltiges, selbst in diesen Tagen einen Massenzustrom nach Frankfurt zu erleben, wo das kulturelle Vermächtnis Goethes seine Lebenskraft erweisen und der deutsche Gedanke die seelische Verbundenheit vertiefen soll.

Der jüngste Tag."

Etwa vierzig musikalische Veranstaltungen sieht diese elfte Zusammenkunft vom 21. bis 24. Juli in Frankfurt vor. Sie beginnt am Donnerstag mit der Bannerübergabe auf dem Römerberg und den Bökenntnisreden an geweihter Stätte, im Krö- nungsfaal der alten Kaiser. Abends im Saalbau bringen der Sängerchor des Lehreroereins und die Frankfurter Singakademie unter Professor Gambke die Uraufführung des mit dem Staatspreis ausge- zeichneten OratoriumsDer jüngste Tag" von Otto Jochum, Text von Max Miller. Mit feinen ge­mischten Chören, Kinderchor, Soli und Orchester ist les ein Werk von großen Ausmaßen.

Am Freitag 11 Uhr ist eine Feier in der histo­rischen Paulskirche, die der Sängerchor des Lehrer­vereins mit ^-cappella-Choren umrahmt und drei Werke,Aus dem deutschen Parnaß", von Bodo Wolf,Grenzen der Menschheit" von Wilhelm Rin­kens undMahnung" von Otto Jochum, zur Ur­aufführung bringt.

Von deutscher Bol".

Nachmittags 4 Uhr folgt in der Festhalle eine Kolksdeutsche Weihsstunde, zu der neben anderen

Wm Me» bemasen M.*)

Die Straße gehört dem verkehr

In dieser schweren bewegten Zeit ist es für die Geschäftsleute ohnehin schwer ihren täglichen Ver­pflichtungen nachzukommen. Wenn nun, wie dies in letzter Zeit leider öfter vorgekommen ist, die poli­tische Hochspannung zu Explosionen führt, so sind in erster Linie die Geschäftsleute der Altstadt schwer geschädigt. Die Zusammenstöße ereignen sich fast immer an der Nordseite des Paradeplatzes. Bei Einschreiten der Polizei werden die Ruhestörer in die anliegenden Straßen der Altstadt abgedrängt. Die Geschäfte dieser Straßen liegen in diesen Stun­den brach, weil sich die Bürger von den Unruhe­vierteln fern halten.

Wozu bezahlt der Geschäftsmann seine Steuern; hat er nicht auch ein Recht auf Schutz? Wäre es nicht angebracht von Seiten der Polizei jede An­sammlung bei Zeiten zu zerstreuen, ehe es zu den unliebsamen Auftritten kommt.

Die Straße gehört dem Verkehr! Mehrere Geschäftsleute der Altstadt.

O

Die Ausstellung eines Passes

Ist es wirklich notwendig, daß bei der Er­neuerung eines abgelaufenen Passes eine Geburts­urkunde des Standesamtes eingeholt werden muß, wodurch 60 Pfg. Unkosten entstehen? Sollte das im alten Paß angegebene Geburtsdatum nicht als Beweis für die Richtigkeit genügen können? Ist es weiter notwendig, daß der Beamte für die Aus­fertigung des neuen Paffes eine Zeit von 34 Tagen verlangt, da der Paß angeblich durch (nur!) fünf Instanzen laufen muß? O, H.

*

Verkehrsunfälle an der Straßenkreuzung AreigerichtstraßeVarbarosiastraße

Am letzten Mittwoch nachmittag gegen 4 Uhr strömten wieder einmal viele Menschen an die sogenannte Todesstraßenkreuzung. Ein Motorrad­fahrer aus dem Landkreise Hanau lag blutüber­strömt auf dem Bürgersteig; sein Kraftrad war von einem auswärtigen Lieferwagen, der aus Richtung Dunlop gekommen war, demoliert. Auf­geregte Menschenmasfen forderten anderweitige Verkehrsregelung an dieser Durchgangsstraße, die als Gefahrenstelle den Hanauern kaum, den tau­senden fremden Kraftfahrern aber ganz unbekannt ist. Wrnungszeichen sind in der Freigericht- und Barbarossastraße vor etwa zwei Jahren zögernd angebracht, sie genügen aber nicht. Das beweisen Hie zunehmenden Unfälle. Nach Rücksprache mit alten erfahrenen Kraftfahrern an Ort und Stelle, sind alle Möglichkeiten erwogen, die am billigsten warnend wirken können. Unter der Lampe über der Straßenkreuzung ein viereckiges Schild mit Leinwand bespannt, warnender Hand bemalt, in

) Einsendungen, die unter dieser Rubrik veröffent­licht werden sollen, müssen bis Freitag mittag in den Händen der Redaktion sein. Die Verantwortung für Die Eingänge trägt der Sinfenber. Die Redaktion.

Gewiß soll nicht bestritten werden, dâß Am­seln Stare und Sperlinge sich gerne an jungem Gemüse und Beerenobst vergreifen, aber da gibt es andere Maßnahmen, als die Vernichtung, die umso grausamer ist, wenn man bedenkt, daß es sich in den meisten Fällen um Brutvögel handelt, deren Junge ebenfalls elendiglich zugrunde gehen müssen.

Wie oft ist uns von berufener Stelle der ganz unschätzbare Nutzen der Vögel vor Augen geführt worden und die katastrophalen Folgen, die eine starke Abnahme ober gar ein Verschwinden der Vogelwelt für di e Menschheit nach sich ziehen würde. Daher sollte man meinen, daß jeder ver­nünftige Mensch daraus die Nutzanwendung ziehen und die Vögel schützen sollte, wo er nur kann und zwar umsomehr, als eine stetige Abnahme unserer gefieberten Helfer im Kampfe gegen die Insekten

umwiw. »I ............................

Rednern auch Reichsminister a. D. Dr. Geßler zu­gesagt hat. Musikalisches Hauptwerk mit Staats­preis ist die KantateVon deutscher Not" von Maria Kahle, Musik von Georg Nellius unter dem Bundesdirigenten Staatskapellmeister Dr. Laugs. Es ist ein Werk von vaterländischer Begeisterung und wurde bei der Kasseler Hauptprobe stürmisch gefeiert.

Das Begrüßungskonzert.

Abend 8)4 Uhr ist in der Fosthalle das Begrü­ßungskonzert, ausgeführt von dem Sängerbund Nassau unter Dr. Rudolf Werner.

Die drei Hauptkonzerte.

Bei den großen Massenchören der drei Haupt­konzerte handelt es sich diesmal nicht allein darum, das Gemeinschaftserleben des singenden Menschen zu demonstrieren und durch Wahl bekannter, leicht faßbarer und ausführlicher Chorlieder nur die ver­schiedenen Klangwirkungen eines ungewöhnlich gro­ßen Tonkörpers vorzuführen: diesmal soll auch versucht werden, Chöre neuerer Richtung und Har­monien auf ihre tonliche Wirkung hin zu erproben. Professor Gambke mit den Bünden Ausland, Ba­den, Hannover, Nassau, Ostpreußen bringt als Neu­heiten den Parnaß von Josef Butz und das Koph- tische Lied von Wilhelm Knöchel, Christian Ott mit den Pfälzern allein das Bundeslied in Variationen und die Kantate Harfenspieler, beides von Knöchel, mit in den Singstimmen einfach gehaltener, har­monisch komplizierter gestufter Vertonung. Karl Groos, Kurt Lißmann, Kreutzer, Silcher und Othe­graven schließen den Abend volkstümlich.

Im zweiten Hauptkonzert läßt Bundeschor­meister Rudolf Hoffmann mit den Bünden Hessen, Nordmark, Pommern, Rheinprovinz, Schlesien, Schwaben, Westfalen zehn Komponisten zu Wort kommen. Das Türmerlied nach dem Faust mit fei­nen charakteristischen Trompeten und Posaunen ist echter Massenchor, Walter Rein machte ihn nicht zu schwer, nur ist die besondere Art des Rhyth­mus zu beachten. Schwerer ist das anscheinend harmloseAn den Mond" von Alfred Schubert. Der Dreistimmigkeit und der Modulation von H nach G-dur muß sich das Ohr erst anpassen.

Das dritte Hauptkonzert am Sonntag 11 Uhr in der Festhalle wird vier Dirigenten am Werke sehen: die Professoren Wohlgemuth-Leipzig, Kel- dorfer-Wien, Dr. Saugst aff el und Mießner-

der Mitte eine schwache elektrische Lampe an die obere Straßenlaterne angeschlossen, kann die Wir­kung nicht verfehlen. Mit Drahtseilen an den vier Ecken befestigt oder wenn möglich, an die Lichtlei­tung gehängt. Dieses Warnungszeichen müßte so tief gehängt werden wie möglich. Im Freistaat Braunschweig steht an einer ähnlichen Stelle ein Schild mit der Aufschrift:10 Klm. oder 10 Mark!" Einen Verkehrsposten kann man nicht aufstellen wegen der Industriebahn. Was die Verkehrspolizei auch unternehmen will, ist gleich, hier muß etwas geschehen. Die Blinkzeichen stehen schon im grünen Laub der Bäume, sie müßten nahe an die Rand­steine versetzt werden. Die Wendeübungen aller Fahrschulen können unterbunden werden durch die Bezeichnung der Barbarossastraße als Straße erster Ordnung oder Hauptstraße. Sie ist es ja in Wirk­lichkeit. Die maßgebenden Polizeiorgane können sich mit Dienstfahrzeugen am besten selbst über­zeugen an Sonntagen zwischen 1820 Uhr, wo in der Innenstadt alle Straßen leer sind und hier ein Riesenverkehr stattfindet. Eine Ablenkung der vielen Radfahrer pp. nach und von der Freigericht­straße könnte auch über den brachliegenden Stra­ßenteil der Landwehr zur Birkenhainerstraße ge­leitet werden. Warum sperrt man diesen ver­hältnismäßig festen Weg auch für die Radfahrer? Piele Radfahrer würden die Todeskreuzung im eigensten Interesse meiden. Zu der gut durch­geführten Umleitung an der Ehrensäule ist noch zu sagen, daß die Fahrtrichtung nach Aschaffenburg und Fulda an der Ecke der Dettinger Straße vor den dicken Baum gehört, damit die Scheinwerfer die Wegebezeichnung schnell sehen und nicht erst in die Dettinger Straße eingebogen wird, wo Last­wagen mit Anhänger nicht mehr wenden können. Dieselbe Wegebezeichnung am Grundstück Löhr in der Barbarossastraße müßte etwa zwei Meter wei­ter in die Straße gestellt werden, damit das Ein­biegen in die Birkenhainerstraße vermieden wird. Die Allee der Birkenhainerstraße verleitet manchen Kraftfahrer. Mit wenig Mitteln kann vielen Menschen geholfen werden, die als Fremde die Gefahr nicht vorckussehen können. Aber auch alle Hanauer Kraftfahrer sollten die Fahrtrichtung inne­halten von der Akademiestraße um die Ehrensäule, und nicht an der Gärtnerei Jörg vorbei, weil hier Asphaltstraße. Evtl, müßten Denkzettel verordnet werden. A. B.

vom Bahnübergang YanauGroßauheim

Der Bahnübergang an den Rüttgerswerken zwischen Großauheim und Hanau wird täglich von einer großen Anzahl Radfahrer passiert. Es muß doch den zuständigen Stellen schon aufgefallen sein, daß die Schienen sehr schlecht aufgefüllt sind, was zur Folge hat, daß d>e Räder und Reifen beschädigt werden. Wenn die Bahn Wert darauf legt, Scha­denersatzansprüche zu vermeiden, dann dürfte die Instandsetzung des Uebergangs dringend erforder­lich fein, was übrigens schon aus Billigkeitsgrün­den angebracht ist.

bereits erwiesen ist. Aber trotzdem gibt es Men­schen, die sich das Recht anmaßen, für ein paar Erdbeeren ein kostbares Dogelleben zu vernich­ten und somit der Allgemeinheit unschätzbaren Schaden zufügen. Wenn man dazu noch die leider viel zu wenig beachteten und viel zu gering einge- schätzten Verluste rechnet, die gerade unseren hei­mischen Gartenvögeln durch die ungezählten die Gärten durchstreifenden Katzen zugefügt werden, dann sehen wir hier einen der hauptsächlichsten Gründe für die Abnahme unserer heimischen Vo­gelwelt.

Auch Imker soll es geben, die den so selten gewordenen Hausrotschwanz niederknallen, weil er ihnen angeblich die Bienen fängt. Das ist ebenso sinnlos und grausam, wie das Morden eines Vo­gels wegen einer Beere oder Kirsche. Der Nutzen, den die Vögel für den Gartenbesitzer schaffen,

Vevlin. Sie teilen sich in 13 Komponisten und füh­ren die Bünde Alpenland. Bayern, Berlin-Branden­burg, Franken, Mitteldeutschland, Saar, die beiden Sachsen, Anhalt, Thüringen, Oesterreich. Gg. Schumann bringt den ChoralWachet auf" als Motette in einem Festgesang mit Bläsern, Fritz Zschingner drei hymnische Sprüche in knapp gefaß­tem, plastischem Tonsatz, Otto Scheuch schwingt sich in seinerBeherzigung" im kunstvollen Kanonsatz zu großer Höhe auf. In Wilhelm NebesGottes ist der Orient" fällt der wunderschöne Fis-dur- Mittolsatz auf, der Schluß ist eine machtvolle Stei­gerung. Rudolf Werner gibt in feinemMärz" eine schön herausgearbeitete Verbindung von Natur- und Gemütsstimmung.

Die Messe des Mafchinenmenschen

Geben die Hauptkonzerte den Aufmarsch der beteiligten Bünde in systematischer Aufteilung, so haben die Gruppenkonzerte darum nicht geringere Bedeutung.Die Messe des Maschinenmenschen" mit Baritonsolo und Orchester von Bruno Stür­mer (Samstag, 20)4 Uhr, im Bachsaal unter Dr. Laugs) ist wohl das eigenartigste Werk des Festes. Die alte Form der katholischen Messe tritt hier mit neuem Inhalt auf.

Das gleiche Konzert bringt unter Leitung des Komponisten die sinfonische Ode Ecce homo für Männer-, gemischten und Knabenchor mit Orchester von Hans Stieber, einem faustischen Grübler, der die ewigen Probleme der Menschheit neu anpackt, in einem wildbewegten Chor die jämmerlichen Ideale der heutigen Zeit auszeigt.

Zeilkranz und Deutsche Messe.

Beim Kassöler A-capella-®bor (Universität 22. Juli) ist zunächst Armin Knabs Zeitkranz- Zyklus zu nennen. Zwölf kurze Stimmungsbilder, weltlich und geistlich, haben eine unerhörte Plastik von höchster Eindruckskraft. Die Frauenchöre von Lill Hafgren-Waag zeichnen sich durch herrliche Melodik und romantischen Farbensinn aus. Lubrichs Frühherbst bietet impressionistische Stimmung. Philipps Marienlieder fesseln durch ihre Anmut. Die volkstümliche Feier im Stadion für alle stellt den Bundes-, den Gottes- und den Heimatgedanken in den Mittelpunkt. Neu erscheint dabei das innige Heimatgebet von Hugo Kaun. Der schon genannte Georg Nellius macht in einer deutschen Messe und in Liederzyklen den ersten starken Vorstoß in dia­

übersteigt den Schaden um ein vielfaches. Darum gönnt ihnen auch einmal einen Leckerbissen in ihrem kurzen, von vielen Gefahren umlauerten Dasein undSchützet die Vögel!"

Die TheatevkAeLzett eröffnet am! Oswdsv

Der Vertrag zwischen der Stadt und dem Theaterdirektor Piorkowsky für die Spielzeit 1932/33 ist perfekt geworden Das Hanauer Stadt­theater wird am 1. Oktober eröffnet werden und zwar ist die Spielzeit auf 6 Monate, also bis zum 2. April vorgesehen. Die Stadt gewährt einen Bar­zuschuß von 24 000 RM (hierzu kommt noch ein Zuschuß an Licht und Heizung usw.), hat es aber abgelehnt für jedes weitere Defizit aufzukommen, so daß in Zukunft das Risiko vom Theaterdirektor allein getragen wird. Während der Spielzeit sind an Vorstellungen 10 Operetten und 20 Schauspiele vorgesehen und zwar Klassiker und Moderne; an Klassikern ist in erster Linie an Schiller und Shake­speare gedacht.

Die Preise der Plätze sind dem Stand der Wirt­schaftslage angepaßt und betragen in Zukunft für Schauspiel 50 Pfg. bis 3 RM und für Operette 70 Pfg. bis 3.50 RM. Die Preise für das Abonne­ment sollen in gleichem Maße gesenkt werden. Der Direktion ist es auch gelungen mit Aschaffenburg und Homburg Verträge abzuschließen, so daß die Theatersaison für 1932/33 als gesichert gelten kann.

* Molorbrand. Heute früh 5.30 Uhr wurde die Freiro Feuerwehr nach der Landstraße nach Rückingen zu gerufen, wo der Motor eines Last­kraftwagens, der einem Hanauer gehört, in Brand geraten war. Durch das schnelle Eingreifen der Wehr, die mit einem Schaumlöscher vorging, konnte der hintere Wagen gerettet werden. Der Motor und ein Vorderreifen dagegen sind voll­kommen verbrannt. Dieser Fall lehrt wieder ein­mal, daß Autos, zum mindesten Lastkraftwagen einen eigenen kleinen Löschapparat mit sich führen sollten.

* Linbruchsdiebstähle. In der Nacht zum 14. 7. 32 drangen unbekannte Täter in die gegenüber der Gummischuhfabrik gelegene Kantine durch ein Sei­tenbaufenster ein und entwendeten folgende Mar­kenzigaretten: 60 Atika, 40 Lord, 40 Herrnformat, 40 R 6, 50 Lande, 40 Bergmann, 50 Overstolz, 50 Ova, 30 Club, 30 Ramses, 30 Salem, 30 Oberst, 30 Saba und 20 Lloyd. Ein weiterer Diebstahl wurde am 13. 7. 32 gegen 17 Uhr in dem Frei­bad Kesselstadt ausgeführt. Dort wurde einer Per­son, welche ihre Kleider im Aus- und Ankleideraum während dem Baden abgelegt hatte, eine Herren­uhr aus der Hosentasche entwendet. Bei der Uhr handelt es sich um eine silberne Remontoiruhr und ist auf der Innenseite vom Uhrendeckel der Name Junghans Schramberg" eingraviert. Personen die zu obigen Diebstählen insbesondere zu dem Uhrendiebstahl irgendwelche Personen um die ge­nannte Zeit im An- und Auskleideraum beobachtet haben, welche sich in verdächtiger Weise an frem­den Kleidern zu schaffen machten, werden gebeten ihre Angaben dem hiesigen Kriminalkommissariat, Zimmer 248c, zu melden. Auf Wunsch werden die Angaben vertraulich behandelt.

W»ie ÂttW'^l /Aw

heißt ein Preisausschreiben, das die J. G. Farben­industrie veranstaltet und dessen 1. Preis 100. Mk. ist. Die Bedingungen dafür ersehen Sie in Wronker's großem Spezialschaufenster für Strand- Anzugstoffe und in dem interessanten Vistra- Magazin, das in den Stoff-Abteilungen der Firma H. Wronker A. G., hier, gratis erhältlich ist.

lektisches Brachland, indem er die Mundart der Westfalen zu Ehren bringt und zeigt, daß sie sich mit Frömmigkeit und polyphonen Formen wie strengen Fugen durchaus verträgt. Diese bedeut­same Tat auf dem Gebiete der Heimatkunst verdient allseitige Beachtung, auf die das Können dieses jungen Schaffenden ohnedies Anspruch hat.d.

GS wird Ms kntevsMsvstt, das

das Rudolstädter Landestheater auf Beschluß des Stadtrates in eigener Regie mit einer 26- wöchigen Spielzeit im kommenden Winter weiter­geführt wird,

das Stadttheater Bonn für feine Serienauf- führung vonAlt-Heidelberg" Karten von 25 Pfg. bis 1.50 Mk. verkauft und jeder 650. Besucher sine goldene Armbanduhr erhält,

das Stadttheater Gießen seine Sommerspielzeit mit großem Erfolg im kleinen Haus des Hessischen Landestheaters Darmstadt begonnen hat,

Meyerhold am Kleinen Theater in Leningrad Hindemiths OperNeues vom Tage" zum Beginn der Winterspielzeit inszeniert,

vom 27. Oktober bis 13. November in Paris eine große Filmausstellung stattfindet, bei der auch die deutsche Filmindustrie vertreten sein wird.

ÄllevSer mrsLenswevses

Reiner Naturhonig enthält etwa 20 Prozent Wasser.

Der Amazonas hat das größte Stromgebiet unter allen Flüssen der Erde nämlich sieben Mil­lionen Quadratkilometer. Er fördert in der Sekunde 70 000 Kubikmeter Wasser. Seine Mündung ist 250 Kilometer (BerlinChemnitz) breit. Bis Manaos, das über 1000 Kilometer weit im Lande liegt, ist der Amazonenfluß von Seedampfern befahrbar. Der Rio Negro (Schwarze Fluß), ein Nebenfluß des Amazonas, ist länger als der Rhein.

DieStraße der Republik" in Lyon ist voll- tändig mit gegossenen Glassteinon gepflastert, die 20mal 2 Zentimeter groß sind. Sie haben sich ganz vorzüglich bewährt.