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le. 163 Donuerstag, den

toonen Stadt und Land

1932

14.3illi

Erfüllungsort und Gen'chtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt/ Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung ober Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrist u-Erschemungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.xGeschäftsstelle: Hammerstr.9 / Ferufpr. 3956,3952,3958

Anzeiger fiirZ

Dev ^veiwiMge Ärvettsdienfi

Sie Serovdu««- vom Relchskavineti verabschiedet

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Die für heute in Aussicht genommene Vollsitzung des üchsrats ist abgesetzt worden, da die Verordnung er GetreidchanLelsklassen von den Ausschüssen ch nicht verhandlungsreif für das Plenum ge- icht werden konnte. Die nächste Reichsratssitzung ri) deshalb voraussichtlich am kommenden Don- rstag stattfindsn. *

Reichsernährungsminister Freiherr v. Braun hat mtliche Landwirtschaftsminister der Länder auf 19. und 20. Juli zu einer Konferenz nach Mün- m gebeten zwecks Besprechung sämtliche Agoar- igen. *

Die schwebende Schuld des Deutschen Reiches t sich zum 30. Juni auf 1836,4 Millionen RM genüber 1829,9 Millionen RM am 31. Mai er- >ht. Dabei stieg die Summe der Zahlungsoer­lichtungen von 1682,2 auf 1689,0 Mill. RM, ährend die Schatzanweisungen zum Zwecke von icherheitslelistungen usw. einen geringen Rückgang tf 147,4 gegen 147,6 Millionen RM zu verzei- nen haben.

* Severing fordert von den Polizeiorganen un- »chsichtiges Vorgehen gegen unbefugtes Waffen­agen und schärfere Kontrolle der politischen Auf- ige und richtet an die Bevölkerung eine Mahnung r Besonnenheit.

* Der Aeltestenrat ds Preußischen Landtages t am Mittwoch nachmittag beschlossen, vor der eichstagsneuwahl eine weitere Sitzung des Preu- schen Landtages nicht stattfinden zu' lassen. Ein mmunistischer Antrag, bereits früher zusammen« ttreten, wurde von keiner anderen Fraktion unter- ützt.

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Nach einer Mitteilung des Universitätssekre- .riats wird die Berliner Universität heute wieder röffnet. e

Von den 80 auf den Deutschen Werken beschäf- gten Elektroschweißern haben 65 die Arbeit nie- rrgelsgt, weil sie die Entlassung eines Arbeitskol- gen fordern, der als SA. -Mann an den Angriffen uf das Gewerkschaftshaus in Eckernförde beteiligt ewefen sein soll.

Die öffentlichen Verhandlungen des Ständigen nternationalen Gerichtshofes im Haag im Me- lelstreit wurden gestern für beendet erklärt. Der Gerichtshof wird nunmehr seine schon nach dem lbschluß der ersten öffentlichen Verhandlungen ufgenommenen internationalen Beratungen fort- etzen. Die Urteilsfällung wird gegen Ende des Nonats erwartet.

Aus Moskau wird gemeldet: Die beiden Flie­ger Mattern und Griffin find heute in Richtung Berlin gestartet $

Zum Abschluß einer Aussprache über den belgi- chen Bergwerksstreik hat die belgische Kammer die Inträge angenommen, die der Regierung das Ver­dauen aussprechen und Bemühungen zur Erfül­lung der Forderungen der Bergarbeiter verlangen.

In Brüssel kam es zwischen Kommunisten und Polizeikräften im Laufe des gestrigen Abends zu Zusammenstößen. Etwa 30 Personen, unter ihnen )rei Frauen, wurden verhaftet. In Lüttich wur­den bei Straßenkämpfen zwischen Polizisten und Kommunisten einige Personen leicht verletzt.

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Wie aus Montevideo gemeldet wird, hat Uruquai üs diplomatischen Beziehungen zu Argentinien ab­gebrochen. $

Der englische Außenminister gab gestern im Unterhaus ' die in Lausanne getroffenen Sonder­abmachungen zwischen England und Frankreich be­kannt. Auch Herriot machte über das Abkommen Mitteilung und sprach dabei von einerEntente jxordiale", *

Der Dölkerbundsrat ist auf Freitag zu einer vußerordentlichen Sitzung einberufen worden, in der die Beschlüsse über die Einberufung und Vor­bereitung der Weltwirtschaftskonferenz gefaßt wer­den sollen.

Das englische Unterhaus hat beschlossen, sich hach Abschluß der gestrigen Sitzung bis zum 27. Oktober zu vertagen. Macdonald wird sich wahr­scheinlich am Samstag auf 14 Tage nach Lossie- mouth begeben. ___ -

*1" Näheres siehe politischen Selt

Noch teilte allgemeine Arbeitsdienstvslicht

Berlin, 13. Iuli. (Amtlich). Das Reichskabinett verabschiedete in seiner heutigen Sitzung nach Vortrag des Reichsarbeilsministers eine Verordnung über den Freiwilligen Arbeitsdienst. Die Verordnung wird veröffentlicht werden, nachdem sie dem Reichsrat zur Kenntnis gebracht worden ist

Das Kabinett Papen fand beim Regierungs­antritt umfangreiche Vorarbeiten der Regierung Brüning hinsichtlich des Arbeitsdienstes vor. Aus den verschiedenen Referentententwürfen hat nun das Reichsarbeitsministerium einen Gesetzentwurf formuliert, der jetzt im Reichskabinett beraten wurde. Die alte Streitfrage, ob Arbeitsdienstpflicht oder freiwilliger Arbeitsdienst ist in diesem Ent­wurf zugunsten der Freiwilligkeit entschieden. Maßgebend für die Entscheidung des Kabinetts nach dieser Richtung sind in erster Ante finanzielle Gesichtspunkte, da wir bet unserer gegenwärtigen Finanzlage kaum einen großzügigen Plan einer wirklichen Arbeitsdienst­pflicht so ideal der Gedanke als solcher auch wäre durchführen können.

Das Conti-Nachrichtenbüro meldet ergänzend über die gestrige Kabinettssitzung:

Wie sich aus der amtlichen Mitteilung über die gestrige Kabinettssitzung ergibt, hat die Reichsre- gierung es für richtig befunden, das Problem des Arbeitsdienstes so bald wie möglich in die Tat umzusetzen, und sie deshalb auch von den übrigen zur Beratung stehenden Fragen abgezwsigt. Das war umso eher möglich, als durch die Notverord­nung vom 23. Juli v. I. bereits die Ermächtigun­gen zu derartigen Dingen gegeben ist. Es braucht also deshalb keine neue Notverordnung erlassen zu werden, vielmehr genügt eine einfache Verordnung des Reichsarbeitsmim- sters, was vom Kabinett heute genehmigt worden ist. Der Reichsarbeitsminister wird dazu übrigens auch noch Ausführungsbestimmungen erlassen. Da der Beschluß des Kabinetts gestern abend noch vor der Abreise des Kanzlers und des Reichsinnen­ministers nach Neudeck gefaßt worden ist, soll dem Reichspräsidenten bereits ein abschließender Vor­trag hierüber gehalten werden. Die Veröffent­lichung selbst wird, wie in der amtlichen Mitteilung gesagt wird, erfolgen, nachdem der R e i ch s r a t in Kenntnis gefetzt worden ist. Er tritt am Don­nerstag nächster Woche wieder zusammen. Es wäre aber auch denkbar, daß die Veröffentlichung gar nicht so weit hinausgeschoben würde, sondern eine öffentliche Benachrichtigung des Reichsrates erfolgt. Das läßt sich aber im Augenblick noch nicht über­sehen.

Was nun den Inhalt der Verordnung anlangl, so bewegt sie sich in den Gedankengängen, die von uns bereits dargelegt wurden. Die wesent­lichste Aenderung, die sie heute noch erfahren hat, ist, daß das Kabinett es vorgezogen hat, auf die Schaffung von Beiräten zu verzich­ten. und zwar sowohl in der Zentrale als auch in den Bezirken. Der Grund hierfür liegt offen­bar darin, daß man vermeiden will, das Ganze mit einem zu schwerfälligen Apparat zu umgeben. In der amtlichen Mitteilung wird übrigens von Freiwilligem Arbeitsdienst gesprochen.

Wie wir unterrichtet sind, ist diese Verordnung aber nur ein Anfang. Man darf damit rechnen, daß die bevorstehenden Maßnahmen spä­ter noch weiter ausgebaut werden. Schließlich wird man noch bei der Frage der Persönlichkeit des Reichskommissars nicht daran vorübergehen können, daß im § 139 des alten Gesetzes über die Einrichtung der Reichsanstalt für Arbeitslosenver­sicherung ausdrücklich bestimmt wird, daß dem Prä­sidenten der Reichsanstalt die Pflege des Frei­willigen Arbeitsdienstes obliegt.

Abreise des Kanzlers nach KeudeB

Berlin, 13. Juli. Reichskanzler von Papen und Reichsinnenminister Freiherr von Gayl sind heute abend 11.37 Uhr vom Schlesischen Bahnhof nach Neudeck abgefahren. *

München, 14. Juli. DieBayerische S t a a t s z e i t u n g" erörtert in ihrem heutigen Leitartikel Zweck und Bedeutung der Reise des Reichskanzlers und des Reichs­innenministers nach Neudeck. Das Blatt meint, mit gutem Grund annehmen zu dürfen, daß Reichsinnenminister Dr. von Gayl Bericht über die in letzter Zeit erfolgten Zusammenstöße erstatten werde. Er spricht dabei den Wunsch aus, daß man den Entschluß fassen werde, mit allen ver­fassungsmäßigen Mitteln gegen Ausschrei­

tungen aller Ari vorzugehen. Das Blatt nimmt ferner an, daß der Reichsinnennumster auch über das Verhältnis Bayerns zum Reich berichten werde, wobei er erklärt, gewisse norddeutsche Blätter hätten auf Grund falscher Be­richterstattung über Reden der führenden bayeri­schen Staatsmänner oder aus sonstigen Gründen gegen diese einen hemmungslosen Ton angeschla­gen. Den Angegriffenen bleibe nur der Weg der Klage übrig, wie er auch gegen die BerlinerBör­senzeitung" und dasHamburger Tageblatt' be­reits beschritten sei. Es sei Pflicht der bericht-

«Schwere Änwettev

Gewitter, wotkeubvuchavüse Keseu und KagellMas -Unübersetzbare Schäden

Schwere Unweller haben sich auch gestern wieder über verschiedenen Gegenden des Reiches entladen und schwere Schäden angerichtel. hierüber liegen folgende Meldungen vor:

Freib « rg i. V 14. Juli. Ueber dem Kaiser- stuhl und dem Breisgau entlud sich gestern abend ein starkes Gewitter, begleitet von wolkenbruch- artigem Regen und Hagel. Besonders heimgesucht wurden die Orte Riegel, Am oltern und Emdingen, wo die Ufas fermaffen in die Dohn­räume drangen. Das Wasser stand bis 1.20 Meter in den Straßen. Der Sturm deckte verschiedene Dächer ab. Die Feuerwehr ar­beitete fieberhaft, um das Wasser aus den Kellern zu pumpen. Der angerichtete Schaden ist groß.

Zell, 15. Juli. Ein furchtbares Gewitter ent­lud sich gestern über dem mittleren Moseltal. Die Regenmassen, die wolkeubruchartig niedergingen, stauten sich in den Straßen der Stadt und drangen bis -in die ersten Stockwerke der Häuser ein. Flucht­artig verließen die Einwohner ihre Behausung, um in den höher qelegenen Stadtteilen Zuflucht zu su­chen. Menschenleben sind nicht zu Schaden gekom­men, dagegen haben die Wassermassen in den Weinbergen und Feldern schwere Verwüstungen angerichtel. In den benachbarten Orten soll viel Vieh ertrunken sein.

Schwerin (Mecklenburg), 13. Juli. Ein außerordentlich schweres Gewitter mit hagelschlag und Wolkenbruch hat heute nachmittag die mecklen­burgische Stadt Crivitz und ihre Umgebung heim­gesucht. Das Wasser überschwemmte Straßen und Hausflure und drang zum Teil bis in die Wohn­zimmer. Der Schaden, den der Hagel auf den Fel­dern und in den Gärten angerichtet hat, ist unge. heuer groß. Der Blitz zündele in Crivitz und Umgebung in sechs Gebäuden. In der Stadt Crivitz schlug er in zwei Gebäude, von denen eines, die Scheune eines Ackerbürgers, eingeäschert wurde, während in einem Wohnhaus eines verficherungs-

Eine neue Gniente eordiaSe?

Gin votitisch-wkrtschattttchesvevtrauenSabkommen" zwischen Gusiand und Svankveich

London, 13. Juli. Der Minister des Auswärtigen Sir John Simon, der während der Verhandlungen in Lausanne von Macdonald stark in den Hintergrund gedrängt wurde und auch mit seiner Haltung in der Abrüstungsfrage bei dem Ersten Minister auf erhebliche Schwierigkeiten stieß, überraschte heute nachmittag das Unterhaus mit einer Erklärung, daß die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs im Anschluß an die Lau­sanner Konferenz ein weiteres Abkomm en geschlossen hätten, das aber nicht als Teil des Lausanner Abkommens und der Lausanner Urkunden anzusehen sei. Dieses neue Ab­kommen besteht aus den folgenden vier Punkten:

T. 3m Einvernehmen mit dem Geist der Völker­bundsatzung beabsichtigen die beiden Regierungen, gegenseitig mit völligem Freimut ihre Gedanken auszulauschen und sich gegenseitig zu unterrichten über alle ihnen zur Kenntnis kommenden Fragen, die einen ähn­lichen Ursprung haben wie die jetzt erfreu­licherweise in Lausanne geregelten Fragen, die auf das europäische Regime Einfluß haben.

2. Die beiden Regierungen beabsichtigen, mit­einander und mit andern Abordnungen in

erstattenden Minister, das falsche Bild, bas die in Frage kommenden Blätter von Bayern entworfen hätten, richtig zu stellen und so die Empörung der sich korrekt und ruhig verhaltenden süddeutschen Blätter auch im Neudecker Milieu ver­ständlich zu machen, weil sonst vielleicht unbewußte Gegensätze vertieft werden könnten, deren Ueber­windung im Gesamtinteresse des deutschen Vater­landes ein Gebot der Stunde sei. Schließlich werde es als möglich bezeichnet, daß man sich in Neudeck auch über die seit einiger Zeit im Reichsinnenmini­sterium erwogenen Rundfunkpläne unter­halten werde, Pläne, die den Stempel umfassendster Zentralisationsbestrebungen trügen, die Bayern mit Entschiedenheit ablehnen müßte. Es wäre auch sehr zu wünschen, daß dem Grund­satz Geltung verschafft würde, die Parteipolitik dem Rundfunk fernzuhalten. Es würde für die weitere Entwicklung Deutschlands sehr viel davon abhängen, daß auf dieser Reise staatsmännische Vernunft Sieger bleibe über Erwägungen, die pari teipolitische Rücksichten etwa einzugeben vermöchten. (Meldungen über die Umgestaltung des Rundfunks siehe Seite 2.)

beamten das Feuer wieder gelöscht werden konnte. In der Umgebung sind durch Blitzschlag insgesamt vier wohn- und Wirtschaftsgebäude in Asche gelegt worden. Auch Vieh ist umgekommen.

Schweres Änwettev auch über dem Labntal

Warburg, 13. Juli. Nach drückender Schwüle entlud sich Dienstag nachmittag zwischen 4 und 6 Uhr über dem Lahntal ein schweres Ge­witter, das von einem wolkenbruchartigen Regen begleitet war. Zahlreiche Bäume innerhalb der Stadt sowie in den umliegenden Wäldern wurden von Blitzschäden getroffen. In besonders schwie­rige Lage geriet die Volksschule Süd, die auf der Höhe des Spiegellustberges gerade ihr diesjähriges Sommerfest abhielt. Ungefähr 500 Schulkinder mit Eltern und Geschwistern, zusammen etwa 1500 Personen, befanden sich auf der Bergeshöhe, als das Unwetter hereinbrach. Die dortigen Wirtschafts­gebäude konnten bei weitem nicht diesen Massen Unterschlupf gewähren. Als das Gewitter eine Störung der Lichtleitung des Gebäudes verursachte und verschiedene Bäume des Bergwaldes vom Blitz getroffen wurden, entstand ein wirres Durch­einander. Man alarmierte die Marburger Motors spritze sowie sämtliche Personen- und Lieferkraft­wagen Marburgs, mit denen ein großer Teil der völlig durchnäßten Festteilnehmer in die Stadt zu­rückbefördert wurde. Viele Frauen ließen ihre Kinderwagen im Walde zurück und flüchteten mit den Kindern im strömenden Regen zur Stadt. Mehrere Kinder und Erwachsene wurden durch Stürze lei-bt verletzt oder erkrankten infolge der ausgestandenen Schrecken.

Genf zu arbeiten, um eine Lösung der Ab- rüstungsfrage zu finden, die für alle in Frage kommenden Wächte nutzbringend und billig ist.

3. Sie wollen miteinander und mit andern interessierten Wächten in der sorgsamen und praktischen Vorbereitung einer Well- wirlschaflskonferenz zusammenarbeiten. .

4. Solange die Verhandlungen für den spätern Abschluß eines Handelsvertrags zwischen den Heiden Ländern schweben, wollen sie jede