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Nr. 156

Mittwoch, den 6. Iuli 1932

Seife 7

SvovtnachvMIen

Tennis.

in. Bezkvks-Tennis-Tuvnrev in Hattatt-wilbelmsbad

In den zwei letzten Tagen des Turniers konn­ten dank der sich bessernden Witterung und nicht zuletzt auch durch die energische Turnierleitung, die Konkurrenzen restlos und ohne zu starke Belastung der einzelnen Spieler erledigt werden. Der gezeigte Sport war vor allem in den Einzelspielen ein noch besserer als in den Vorjahren, da sich in Kleinlogel, Elaß, Henke, Endriß und vielleicht auch Hamel fast gleichwertige Spieler gegenüberstanden, denen in der Klasse A nur Gosewich dank seiner größeren Routine etwas überlegen war. Im Damen-Einzel, Klasse A, stand wohl der Sieg der langjährigen deutschen Meisterin Frau Friedleben nie in Frage, aber um nur eins herauszugreifen der Widerstand, den Frau Friedleben an der Hanauer Spielerin Frau Kreis fand, rechtfertigt die Teil­nahme und den Wert dieser Spiele für die Hanauer Sportgemeinde. Wenn es den Hanauer Spielern auch nur möglich war, zweite und dritte Preise zu erringen, so dürften sie, neben dem Verdienst der Leitung, derartige interessante Wettkämpfe hier überhaupt zu ermöglichen, viel gelernt haben. Die Wanderpreis-Verteidiger Frl. Zint und Kleinlogel konnten in diesem Jahre ihre Titel nicht behaupten und mußten diese an Frl. Menges und an Claß abgeben. Eine kleine Enttäuschung dürfte für viele der Ausgang des Herren-Doppel gewesen sein, in dem man eigentlich Kleinlogel-Hamel in der Schluß­runde mit erwartet hatte. Das gut eingespielte Darmstädter Paar Claß-Müller verwies sie aber auf den dritten Platz, um ihrerseits dann gegen Gosewich-Henke doch kapitulieren zu müssen.

Von besonderem sportlichen Wert war das Endspiel im Gem. Doppel zwischen Frau Friedleben- Kleinlogel und Frl. Menges-Cosewich, das mit ab­wechselnder Führung über die ganze Dinstonz ging und das nur durch die größeren physischen Reserven des jungen Kleinlogels ' für das erstere Paar ent­schieden wurde.

Der harmonische Verlauf und die starke Anteil­nahme weiter Kreise dürften für die Elubleitung Dank und Ansporn sein, noch mehrere derartige Veranstaltungen nach Hanau zu bringen.

Ergebnisse:

Herren-Einzel, Klasse A: 1 Preis Cofewich, 2. Preis Henke, 3. Preise Kleinlogel, Claß.

Damen-Einzel, Klasse A: 1. Preis Frau Fried- leben, 2. Preis Frl. Menges, 3. Preise Frau Mayer, Frl. Leseld.

Herren-Doppel, Klasse A: 1. Preis Gosewich- Henke, 2. Preis Claß-Müller, 3. Preise Hamel- Kleinlogel, Werner-Endriß.

Gem. Doppel, Klasse A: 1. Preis Frau Fried- keben-Kleinlogel, 2. Preis Frl. Menges-Gofewich, 3. Preise Frl. Zint-Siegwart, Frl. Lefeld-Henke.

Herren-Linzel, Klasse B: 1. Preis Pfaff, 2. Preis Mittag, 3. Preise Lang, Pfad.

Herren-Doppel, Klasse B: 1. Preis Pfaff-List, 2. Preis Reußwig-Brinkmann, ,3. Preise Dr. Eggers-Mittag, Eberle-Pfad.

Gem. Doppel, Klasse B: 1. Preis Frau Brink­mann-Brinkmann, 2. Preis Frau Schüller-Schnabel, 3. Preise Frau Dr. Lindemann-Reußwig, Frl. Binder-Grüder.

Herren-Einzel, Wanderpreis: 1. Preis Claß, 2 Preis Kleinlogel, 3. Preise Henke, Siegwart.

Damen-Einzel. Wanderpreis: 1. Preis Frl. Menges, 2. Preis Frl. Zint, 3. Preise Frau Ellinger, Frl. Lefeld.

Damen-Einzel, Klasse B: 1. Preis Frau Moritzky, 2. Preis Frl. Binder, 3. Preise Frau v. Hardt, Frau Grüder.

Sandetsieil.

^vanLsuvtesr VSv-e

X Frankfurt a. M., 5. Juli. Tendenz: weiter fest. Die Börse war auch heute auf fast allen Markt­gebieten stark befestigt, obwohl aus Lausanne keine neue Nachrichten über ein wesentliches Fortschrei­ten der Verhandlungen vorlagen. Indessen rechnet man aber im Laufe dieser Woche bestimmt mit einer annehmbaren Lösung. Einen starken Antrieb erhielt die Börse heute aber von der festen Haltung der deutschen Werte im Auslande. Von der Kund­schaft lagen überwiegend Kauforders vor und da auch die Kulisse wieder Deckungen und Meinungs­käufe tätigte, entwickelte sich recht lebhaftes Ge­schäft. Besonders fest lagen einige Speziaiwerte, wie Reichsbank, Siemens, Ilse Bergbau Genuß, Chade- oktien und Kaliwerte, die Erhöhungenbis zu 4 Prozent bzw. Mark aufwiesen. Die durchschnittlichen Steigerungen betrugen etwa 12 Prozent. I. G. Farben und Deutsche Erdöl eröffneten je 1 Prozent höher, Scheideanstalt blieben aber nur knapp be­hauptet. Elektrowerte lagen durchweg von % VA Prozent fester. Am Montanmarkt war die Haltung nicht ganz einheitlich, immerhin überwogen Be­festigungen bis zu 1% Prozent. Nur Gelsenkirchen lagen etwa 2 Prozent schwächer und Stahlverein blieben nur knapp behauptet. Fester eröffneten noch: Holzmann und Zellstoff Waldhof mit je plus VA Prozent, Schifsahrtswerte mit plus % Prozent, während Zement Heidelberg leicht nachgaben. Nach den ersten Kursen ergaben sich zum Teil neue Steigerungen bis zu 1 Prozent, später bröckelten dann die Kurse auf Realisationen der Spekulation leicht ab, wobei "der Rückgang der Gelsenkirchen nicht ganz ohne Einfluß war. Im Verlaufe erhielt sich die zuversichtlichere Stimmung, das Geschäft wurde aber etwas ruhiger. Unter leichten Schwan­kungen blieben die Kurse in der Mehrzahl gut be­hauptet, Holzmann zogen nochmals 2 Prozent an, während einige andere stärker gestiegenen Werte etwa 1 Prozent nachgaben. Der Rentenmarkt zeich­nete sich ebenfalls durch weitere Festigkeit aus. Deutsche Anleihen und Reichsschulübuchforderungen gewannen bis zu 1 Prozent. Die Goldpfandbriefe der Frankfurter Bankinstitute (Frankf. Hyp. Bank, Frankf. Pfandbriefbank und Nass. Landesbank) wurden gestrichen, da kein Angebot der Nachfrage gegenüberstand. Die Erhöhungen betrugen hier bis zu 2 Prozent. Liq uid at io nspfandbriefe stellten sich von %1 Prozent höher. Sehr fest lagen erneut Dollarbonds bei Steigerungen bis zu 3 Prozent, wobei sich Materialmangel zeigte. Stadt-Anleihen und Industrie-Obligationen sowie Kommunal-Ob lk- gationen und Länder-Anleihen wiesen Befestigungen bis zu 2 Prozent auf. Auch für Auslandsrenten ergaben sich meist kleine Besserungen. Von deut­schen Anleihen gingen Altbesitz gegen Schluß der Börse leicht zurück. Tagesgeld war mit 4% Prozent weiter leicht, und es verblieb Ueberstand.

Die Abendbörle zeigte zwar ein ruhiges Aussehen, war aber in Erwartung einer dicht be­vorstehenden Entscheidung in Lausanne weiter zu­versichtlich gestimmt, zumal die weitere Aufwärts­bewegung der deutschen Bonds im Auslande befrie­digte. Die Umsätze beschränkten sich nur auf kleine Käufe der Spekulation» während das Publikum nicht im Markte war. I. G. Farben eröffneten nur mäßig höher, lagen aber später ca. % Prozent

Wasserball

Turn- und Fechlklub Hanau Tgm. Darmstadt

Heute abend 7.30 Uhr spielen obige" Mannschaf­ten im Bad des 1. HSV. 1912. Darmstadt besitzt eine glänzende Mannschaft, die im vergangenen Jahr in den Endspielen um die DT.-Meisterschaft stand. Durch äußerste Energie muß der DFC. in der Lage sein, gegen Darmstadt ein ehrenvolles Resultat zu erzielen.

über dem Berliner Schluß. Reichsbank gewannen 1 Prozent, Deutsche Erdöl blieben behauptet, wäh­rend Stahlverein weiterhin offeriert wurden. Für Gelsenkirchen bestand kein Interesse. Am Reyten- markt erhielt sich weitere Nachfrage nach deutschen Anleihen. Reichsschuldbuchwrderungen blieben be­hauptet. Gold- und Liquidationspfandbriese waren auf dem erhöhten Mittagsstand weiter gesucht, hatten jedoch ruhiges Geschäft. Altbesitzanleihe 42%, Neubesitzanleihe 4.80, Schutzgebietanleihe 2.80; Reichsbank 131%131 %131%, Gelsenkirchen 30, Westeregelen 105. Rheinstahl 49%, AEG. 25, J. G. Farbenindustrie 9292%, Siemens 124%, Deutsche Erdöl 69%70, Nordd. Lloyd 13%.

X Der Junkersvergleich. Im Vergleichsver­fahren der Junkerswerke finden die zweiten ge­richtlichen Termine am 6., 7. und 8. Juli in Dessau statt. Bekanntlich schlägt die Junkers Motorenbau G. m. b. H. eine 30prozentige Befriedigung in Waren und eine weitere 30prozentige Befriedigung in Junoantsrlen vor. Für die sogenannten Mora­toriumsgläubiger ist die restliche Befriedigung aus dem ihnen verpfändeten Junkers-Flugzeugwerk (Jfa-Anteilen) vorgesehen. Für den Juno (Junkers- Motorenbau G. m. b. H.) rechnet man mit einer zweiwöchigen Vertagung, da man hofft, einen gün­stigeren Vorschlag unterbreiten zu können, falls die Verhandlungen mit einem Interessenten für das Flugzeugwerk und den Motorenbau erfolgreich zu Ende kommen. Bei diesen Verhandlungen handelt es sich um die Henschel u. Sohn A.-G. in Kassel. Da auch für die anderen Junkersfirmen diese Verhand­lungen von ausschlaggebender Bedeutung sind, rech­net man in den übrigen Vergleichsterminen auf eine Vertagung auf zwei Monate.

X Der Status bei Obernzenner. Das vor einiger Zeit in Zahlungsschwierigkeiten geratene Frankfurter Kaufhaus Julius Obernzenner legt jetzt seinen Status vom 9. Juni vor. In dem Status find die Immobilien mit 1,58 Millionen ausgewis­sen; dem stehen gegenüber an Hypotheken usw. 1,81 Millionen, ferner der Wert des Warenlagers. Die am Verfahren beteiligten Gläubiger haben insge­samt 0,73 Millionen zu fordern. Es wird ein gerichtlicher Vergleich notwendig werden.

X Verlustabschluß bei Olam. Die Otavi Minen- und Eisenbahngesellschaft, Berlin, schließt das am 31. März abgelaufene Geschäftsjahr nach Abschrei­bungen von Lst. 73 412 (27 638) mit einem Verlust von Lst. 94 434, der vorgetragen werden soll (t. V. Lst. 11 478 Gewinn, der gleichfalls auf neue Rech­nung ging).

DevNenmKvAe

Das Pfund weiter schwach.

Berlin, 5. Juli. Die Auswirkungen der Anleihe- konversion scheinen offensichtlich nachhaltiger zu sein, als man anfangs annahm, da heute das englische Pfund wiederum eine Abschwächung, und zwar auf 14,95 erlitt. Dagegen gab es beim Dollar gegen Paris mit 25,445 nur eine geringe Veränderung. Am Geldmarkt entspannte sich Tagesgeld auf 5% für erste Adressen. Privatdiskont erforderte unver­ändert 4% Prozent.

Von de« -Kiuobübtte.

Im Cenlralkhealer läuft seit gestern ein ausge­zeichneter Publikumsfilm:M e l o d i e der Liebe" mit Richard Tauber. Wer Richard Tauber fingen hören will, der kommt bei diesem Film bestimmt auf seine Rechnung, denn es gibt kaum einige Meter Filmband, die nicht von diesem Sängerbesungen" undbespielt" werden. Tauber

spielt und singt einen berühmten Sänger, der sich maßlos in eine Frau verliebt, die ihn aber nur seines Ruhmes und seines Geldes willen erhören will. Als er die Wahrheit entdeckt, steht glücklicher­weise schon eine andere, ganz selbstlose und noch viel hübschere Frau bereit, um mit ihm und seinem kleinen Töchterchen, das längst vor dem Vati den wahren Wert der neuen Freundin erkannt hat, die Reise nach Amerika anzukreten. Von den zahl­reichen Liedern, die man von Tauber zu hören be­kommt, gefällt vor allem jenesEin Lied aus mei­ner Heimat kann ich nicht vergessen, das einst meine Mutter sang". Neben Paulchen sieht man noch eine Reihe guter Darsteller, unter denen Szöke Szakall eine seiner besten Filmrollen bringt als der Schwa­ger des Sängers. Das Beiprogramm bringt einen Mickimaus-FilmBabies vom laufenden Band" und eine interessante Lebenslaufschilderung der Schäfchen und Schafe.

Modernes Theater.Der Brand in der O p e r". Eine erfreuliche Ueberraschung ist dieser Film, doppelt erfreulich, da er uns im Sommer serviert, wo die Ansprüche geringer als sonst sind. Hier ist ein Film geschaffen, der eine spannende Fabel auszunutzen versteht. Wir werden in ein Theater geführt, und sind auch die Intrigen und all das, was man den Betrieb auch manchmal über­grell gezeichnet, so bleibt doch ein lebendiges Bild vom Theater, so hat doch alles Kulissenatmosphäre und der Aufstieg einer kleinen Christin, ihr Schicksal zwischen zwei Männer gestellt zu sein, ist gut be­obachtet, und der dramatische Schluß des Theater­brandes von großer Bühnenwirksamkeit. Ein paar hervorragende Schauspieler verhalfen dem Film zum vollen Erfolg. Da ist vor allem der frische, sympathische Fröhlich und noch Gustav Gründgens, dessen Charakterstudie eine Meisterleistung ist. Am interessantesten sind die Aufnahmen einer Theater- auffuhrung. Als Olympia hat man Gelegenheit, die perlenden Koloraturen der Horotna zu hören. Kein großer Spitzenfilm aber ein Oualitätsfilm, der sich lohnt anzusehen. Auch das Beiprogramm ist gut ausgesucht.

tiereitte, Sevsammlungen

Volks-LhorUnion. Die Kinderchor-Gesangs­proben fallen während den Schulferien aus. Den Eltern geht über den Wiederbeginn der Proben schriftliche Mitteilung zu. 749

Gesangverein der Marienkirche. Morgen Don­nerstag abendLiedervortrag" im Versorgungs­krankenhaus. Anschließend Jahreshauptversamm- lung im Parkrestaurant. Treffpunkt 8 Uhr Ein­ganz Aepfelallee. Um vollzähliges und pünktliches Erscheinen wird höflichst gebeten. 750

Odenwaldklub. Donnerstag, 7. Juli, abends 9 Uhr, Monatsversammlung, Hotel Lindenhof.

Verein ehemaliger Real. und Oberrealschüler. Heute abend ab %9 Uhr, sowie jeden ersten Mitt­woch im Monat, Stammtisch im Restaurant Mohr, Krämerstraße Gäste sind willkommen. Bitte aus- schneiden und aufheben. 746

Gardeverein Hanau. Heute Mittwoch den 6. Juli, abends 8% Uhr, Monatsoersammlung im Ver- einslokalSängerheim". Die Kameraden werden um zahlreiches Erscheinen gebeten. 748

Frauengruppe der Deutschnationalen Volks­partei Hanau Heute Mittwoch 4 UhrHotel zum Adler" Vollversammlung. 6362

Verlagsdirektion: Paul Nack. Hauptschriftleiter: Richard Hultsch. Verantwortlich für Politik und allgemeinen Teil: Richard Hultsch. für Lokales und Feuilleton: Werner Rühle­mann, für Sport und Provinz: i. V. Werner Rühle­mann, für Anzeigen und Reklamen: Fr. Sieben- Hühner, sämtlich in Hanau. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau, Fern­sprechanschluß Nr. 3956, 3957, 3958.

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