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EUVseiwral Anzeiger für^M^VKanau Stadt und Land

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat 95 R-Pfg., für den ganzen Monat RM. 1.90 ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10 R-Pfg., Samstag 12 N-Psg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 A-pfg.. im Reklameteil von 68 mm Breite 23 R-Pfg. ^ Ofsertengebühr 50 R-Psg.

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Gamstag, de«

Erfüllungsort und Gen'chtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrist u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./GeschäftssteNe: Hammerstr.9 / Femspr. 3956,3951,3958

2. SM

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Das SchiuSeingen in Lausanne

Svanrosen und EnslSndev dvSngen ans Annahme eines neuen Kevavationsplanes - DenisO- tand soll Vlanco-vevv-lichtungen süv Schlntzrablnng übevnehmen, die von Amerikas Ent­scheidungen abhSngen

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Reichspräsident v. Hindenburg wird sich, wie nunmehr von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, erst in der nächsten Woche nach Neudeck begeben. Es handelt sich nicht um einen Urlaub, vielmehr führt der Reichspräsident auch in Neudeck seine Amtsgeschäfte weiter, da das baufällige Berliner Präsidentenpalais einer gründlichen Renovierung unterzogen wird. Er wird über die innen- und außenpolitischen Ereignisse laufend durch Kurier ^nd Vorträge unterrichtet werden.

* An der Berliner Universität wird der Lehr­betrieb wieder ausgenommen werden, nachdem sämtliche studentischen Gruppen die Verpflichtung übernommen haben, die Ordnung im Hause aufrecht zu erhalten.

Der Thüringische Landtag überwies den natio­nalsozialistischen Antrag, die Zahl der Landtagsab­geordneten von 54 auf 43 herabzusetzen, dem Gesetz- gebungsausschuß und stimmte einem Gesuch der Staatsanwaltschaft um Aufhebung der Immunität des nationalsozialistischen Fraktions- und Gau­führers Sauckel zu. Die nationalsozialistischen und kommunistischen Anträge auf Auflösung des Land­tages wurden abgelehnt. Der Landtag vertagte sich dann bis zum Herbst. *

Die Bayrische Dolkspartei-Korrespondenz schreibt: Nach neuerlichen Pressemeldungen sollen die Ver­handlungen zwischen Bayrischer Volkspartei und Bauernbund über ein gemeinsames Vorgehen bei den Reichstagswahlen gescheitert sein. Wir stellen dazu fest, daß die Verhandlungen hierüber noch weitergehen.

Der Reichsausschuß der Deutschen Landwirt­schaft hat an den Reichskanzler und den Reichs­minister für Ernährung und Landwirtschaft ein Telegramm gerichtet, in dem er zwecks Schaffung erträglicher Absatzbedingungen für die deutsche Frühkartoffelernte die sofortige Sperrrung jeglicher Devisenzuteilung für ausländische Frühkartoffeln und eine durchgreifende Kontingentierung der Ein­fuhr fordert. *

Das anhaltische Staatsministerium hat verord­net, daß öffentliche Feiern von Staatsbehörden und Schulen am Derfafsungstage nicht stattfinden. Eine Verausgabung von staatlichen oder kommunalen Geldmitteln für solche Feiern ist unzulässig.

» In verschiedenen Gegenden des Reiches ist es wieder zu politischen Zusammenstößen gekommen, 6et denen der Verlust von Menschenleben zu be­klagen ist. *

Das Schöffengericht Charlottenburg hat den Schriftleiter derWeltbühne", in der die Soldaten als Mörder bezeichnet worden waren, freigespro- chen. Der Staatsanwalt wird gegen dieses unver­ständliche Urteil Berufung einlegen.

Der bisherige stellvertretende Direktor des Inter­nationalen Arbeitsamtes Butler (England) ist gestern abend vom Verwaltungsrat zum Direktor des Internationalen Arbeitsamtes gewählt wor­den. Butler, der im 49. Lebensjahre steht, war vor seiner Berufung ins Internationale Arbeitsamt englischer Verwaltungsbeamter. Während der Frie­densverhandlungen im Jahre 1919 war er an der Ausarbeitung des Teiles XIII des Fviedensvertra- ges, der die Grundlage für die heutige internatio­nale Arbeitsorganisation bildet, führend beteiligt. Im Jahre 1920 wurde er von dem damaligen Direktor Albert Thomas als stellvertretender Direk­tor ins Internationale Arbeitsamt berufen.

Der Abrüstungsausschuß des Weltverbandes der Völkerbundsligen begrüßt in einer Entschließung die amerikanischen Vorschläge, wonach die Welt­rüstungen um ungefähr ein Drittel herabzusetzen seien. In der Entschließung wird weiter für Herab­setzung der Heeresausgaben und für juristische Gleichstellung aller Nationen bezüglich der Rüstun­gen eingetreten.

Bei Beratung des chinesisch-japanischen Konflik­tes beschloß die Völkerbundsversammlung auf Vor­schlag des Präsidenten, die Frist von sechs Monaten für die Vorlegung des Berichtes, den der Völker­bundsrot ans ßtrnnb des Art. 12 des Völkerbunds- «aktes an die Völkerbundsversammlung zu erstatten hat, und die am 19. August abläuft, vorläufig zu verlängern.

*1 Näheres siehe politischen Teil.

Die deutsche Delegation unter DeuÄ

Berlin, 2. Juli. Vie der Lausanner Berichterstatter der Scherlblätter meldet, soll man bei der deutschen Delegation, die in dauernder telefonischer Verbindung mit der Reichskanzlei und mit dem Büro des Reichspräsidenten steht, die Vöglichkel erwägen, ob eine Beratung des Gesamtkabinetts in Berlin bei dem Drängen, das plötzlich bei den Franzosen und Eng­ländern zu beobachten ist, noch möglich sein wird. In den telefonischen Unterhaltungen sei bereits der Gedanke einer Sitzung des gesamten Reichskabinetts am Sonntag vormittag in Freiburg i. Br. aufgetaucht. Eine Bestätigung dieser Nachricht war bis jetzt nicht zu erlangen.

Line spätere Meldung des WTB. besagt: Zu dem in Lausane verbreiteten Gerücht von einem am kommenden Sonntag in Freiburg stattfindenden Kabinettsrat können wir feststellen, daß die Absicht zu einer solchen Zusammenkunft nicht besteht.

Der neue Lausanner KevavaNousplau

Lausanne, 1. Juli. DasBüro der Reparationskonseren; hat heule nachmittag ohne die Deutschen weiter an dem Vorschlag gear­beitet, welcher der deutschen Abordnung unterbrei­tete werden soll. Es sei, so verlautet jetzt, derRah. men fertlggestellt. Es kann keinem Zweifel unter­liegen, daß er nach einer Schonzeit eine Restzahlung Deutschlands vorsieht, die in den Fonds cummun fließen soll. Mit dieser vorgesehe­nen Zahlung ist offenbar der schon früher erwogene Plan wieder ausgenommen worden, daß Reichs­bahnschuldverschreibungen und gegebe­nenfalls Schuldverschreibungen von öffent­lichen Werken hinterlegt werden und ihre Ver­zinsung und Tilgung unter den bekannten Bedin­gungen (Prosperität) beginnen soll. Doch ist über die Modalitäten, unter denen diese Schuldverschrei­bungen in den Verkehr gesetzt werden sollen, noch nichts Zuverlässiges bekannt.

Dem Lonli-Nachrichtenbüro wird aus Lausanne gemeldet: Ueber den LharaNer des planes, der heute in den beiden Sitzungen des Büros erörtert worden ist, verlautet im Lager der an seiner Ab­fassung beteiligten Mächte, daß es sich dabei um den Vorschlag einer Beteiligung Deutschlands an dem Fonds cummun bei der BIZ. mit Bons mit einer gewissen Laufzeit handele, deren Beginn abhängig wäre von bestimmten Anzeichen der allgemeinen und der deutschen Wiedererholung. Es sei jedoch eine Anzahl von Jahren vorgesehen, bevor eine erste Tranche dieser Bonds durch die BIZ. begeben werden, darf.

Diese unter allem vorbedacht verzeichneten An­gaben ausländischer Quellen geben weiter ziffern­

Das Reichsgericht billigt das «Varwâvts^-Verbst

Leipzig, 1. Juli. Der Vierte Strafsenat des Reichsgerichts hat in feiner heutigen Be- fchtußfihung das Verbot desVorwärts" für zulässig erklärt.

Der Senat ist der Auffassung, daß die in Frage kommenden Artikel geeignet sind, den Reichspräsi­denten und die Reichsregierung verächtlich zu machen, zudem aber auch lebenswichtige innen- und außenpolitische Interessen zu gefährden. Der Senat hält, zumal in der jetzigen Zeit, den wirk­samen Schutz dieser Interessen für unbedingt er­forderlich.

Ueber das Verbot betKölnischen Volkszeitung soll in einer am Samstag stallfindenden Beschluß­sitzung entschieden werden.

Eine Äai6»lift6-So$iale MatiouaWartei

Berlin, 1. Juli. Die Katholisch-Soziale National­partei Deutschlands, die im Vorjahre von. dem politischen Schriftsteller Dr. rer. pol. Fried­rich Karl Kunze in Aachen gegründet worden ist, wird sich an den Reichstogswahlen 1932 beteiligen. Ihr Wahlvorschlag ist bereits bei dem Reichswahlleiter eingereicht. Die Partei will das politische, soziale und kulturrelle Leben Deutschlands vom Standpunkt der katholischen Weltartschauung aus beeinflussen. Dabei ist auf den neueowachten

mäßige Vorschläge variabler Natur, je nach der Entscheidung d e x Vereinigten Staaten in der Schuldenfrage. Sie ent- ziehen sich der Erörterung, solange sie nicht der deutschen Delegation vorgelegt und auf ihren Ein­klang mit der stets angenommenen grundsätzlichen Halfting Deutschlands geprüft sein werden.

©läuMseoeinfouna ?

Paris, 1. Juli. Havas berichtet aus Lau­sanne, daß heute abend die Hauptgläubiger Deutschlands sich auf folgender Grundlage geeinigt hätten:

Sobald Deutschland seine Zahlungsfähigkeit wiedererlangl habe, werde der Vorstand der BIZ. über die Mobilisierung der vom Reich garantierten, schon jetzt der BIZ. zu überreichenden Bonds be­schließen, die vom Augenblick der Mobilisierung an Zinsen tragen würden. Diese Bonds hätten, sobald eine universelle Regelung des gesamten Schulden­problems in Frage komme, als seriöses Angebot an Amerika zu gelten. Der Betrag werde erst morgen festgesetzt werden, dürste sich aber auf 4 Milliar­den Goldmark belaufen. Unabhängig davon müßte Deutschland die auf Grund des Hoover- Moratoriums gestundete Zoung-Annuität zahlen. Deutschlands Gläubiger mürben sich wahrscheinlich ihre Handlungsfreiheit vorbehalten, für den Fall, daß die amerikanische Regierung am 15. Dezember die Wiederaufnahme der Schulden­zahlungen fordere. Der Abkommensentwurf werde, wenn er vollständig vorliege, der deutschen Dele­gation unterbreitet werden.

Treffen obige Angaben über den neuen Zah­lungsplan zu. so kann es u. E. deutscherseits nur eine glatte Ablehnung geben.

Berlin, 1. Juli. Nachdem der zuständige Senat des Reichsgerichtes das Verbot desVorwärts" für zulässig erklärt hat, wartet die preußische Staats- regierung zunächst den offiziellen Bescheid ab, der wahrscheinlich morgen eintreffen wird. Da es sich um eine richterliche Entscheidung handelt, ist es, wie wir aus preußischen Kreisen hören, selbstver­ständlich, daß das Verbot durchgeführt wird. Der preußische Innenminister wird nach Eingang der offiziellen Mitteilung den Polizeipräsidenten von Berlin anweisen, das Verbot zu erlassen.

Lebenswillen der Jugend weitestgehend Rücksicht zu nehmen. Darum ist die Partei zur Zusammen­arbeit mit den Parteien und Bünden der nationalen Freiheitsbewegung bereit. Die Parole der Partei: Los von Weimar hin zur über­parteilichen, gottgebundenen Staatsführung; los von Versailles hin zu einer wirklichen Friedens­politik; die sich aus die nationale Würde und Ehre und auf das natürliche Lebensrecht der Völker stützt; los von den liberalistischen, marxistischen und halbmarxistschen Wirtschaftsorganisationen Mr organischen, ständischen Lebensordnung. Spitzen­kandidat ist der Parteiführer Dr. Kunze, Aachen.

Roosevelt gegen Aoovev

Chicago, 2. Juli. Franklin Roosevelt wurde heule vom demokratischen parteitonoent zum Kandidaten für die Prästdentschastswahl nominiert. Nachdem drei Abstimmungen ohne Ergebnis ver­laufen waren, erhielt Roosevelt in der vierten Ab­stimmung von 1148 Stimmen 945 Stimmen. In den ersten Abstimmungen Halle Roosevelt 670682 Stimmen erhalten. Zur Nomination waren 770 Stimmen notwendig. Smith hatte 194 Stimmen auf sich vereinigt.

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Die Schlacht der zahlreichen Anwärter auf diesen Posten des demokratischen Präsident­schaftsanwärters ist zu Ende. Sie hat mehrere Tage gedauert, was an sich gar gut zu ver­stehen ist. Denn die Nominerung muß im Kon-, oent der demokratischen Partei mit einer Zwei- drittelmehrh-et erfolgen. Und da es im Konvent an verschiedensten Richtungen und Jnteressen- tengruppen nicht fehlt, mußte viel Zeit ver­gehen, ehe sich eine solch große Mehrheit bil­den konnte.

Der Sieger ist schließlich der derzeitige Gou­verneur des Staates Newyork, Franklin D. Roosevelt. Sein Name hat einen guten Klangs Ist er doch der Sohn eines der volkstümlichsten Präsidenten, den die Vereinigten Staaten aufzuweisen haben. Theodore Roose« velt, ein waschechter Amerikaner (üb­rigens holländischer Abstammung), ist bis auf den heutigen Tag nicht vergessen, Und da die Amerikaner in den letzten Jahren große Ent­täuschungen erlebten, wenden sie ihre Blicke, wie dies nun einmal üblich ist, in eine mehr oder minder entfernte Vergangenheit. Frank­lin D. Roosevelt wird von dieser Stimmung des amerikanischen Volkes zweifellos profi­tieren. Zwar war der große Theodore von einer Republikanischen Partei aufgestellt, was natürlich von den jetzigen Republikanern zu ihren Gunsten auszuschlachten versucht wird, aber der Name entscheidet in USA. vor der Partei.

Deshalb ist die Ausstellung Roosevelts eine ernste Bedrohung der an sich schon wankenden Chancen des Präsidenten Hoover. Dem repu­blikanischen Kandidaten wäre die Aufstellung Al. Smith, der im demokratischen Konvent ne­ben Roosevelt favorisiert wurde, lieber ge­wesen. Hat doch Hoover Al Smith bei den ver­gangenen Wahlen besiegen können. Ein ein­mal geschlagener Kandidat ist kein allzugefähr­licher Gegner. Zwar könnte er vielleicht sagen, hättet ihr mich damals gewählt . . .", aber das moralische Anlehen eines solchen Menschen ist doch gefährdet, sein Name ist abgenutzt. Da­bei darf immerhin nicht vergessen werden, daß der stimmungsmäßige Sieg Hoovers über Al Smith im Jahre 1928 keineswegs so über­ragend war, wie dies infolge der Besonder­heiten des amerikanischen Wahlrechts, aus der Zahl der Hoover-Männer geschlossen werden könnte. Schon damals hätte eine verhältnis­mäßig kleine Korrektur genügt, um die Waage umzukippen.

Al. Smith hätte also jetzt dem republika­nischen Kadidaten gefährlicher denn je werden können. Aber Roosevelt ist für Hoover ein noch gefährlicherer Gegner. Wie Al. Smith vor vier Jahren Gouverneur des Staates Newyork, wurde Roosevelt mit den Stimmen des ag­rarischen Westens gegen den Widerstand des industriellen Ostens nominiert. Dies bedeutet, daß die Farmer sich stärker ins Zeug gelegt haben, als dies bei den demokratischen Kon­venten sonst der Fall zu sein pflegt. Die Stim­mung des Westens wird Roosevelt erst recht zu einem radikal und erbittert geführten Wahl­kampf verpflichten. Denn die amerikanischen Farmer sind infolge ihrer entsetzlichen Lage am Rande der Verzweiflung, ihre Stimmung

Sie hentkse Kummer umfaßt 24 Seiten