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Seife S

Freitag, den 1. Juli 1932

Nr. 152

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Storno âattnevs

Bruno Kastner

Berlin, 30. Juni. Wie das Berliner Polizei­präsidium bestätigt, hat der Berliner Schauspieler und bekannte frühere Filmstar Bruno Kastner in Bad Kreuznach seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Man nimmt an, daß wirtschaft­liche Sorgen ihn in den Tod getrieben haben. Kastner gab noch am Mittwochabend im Kreuz- nacher Kurtheater ein Gastspiel.

Dev -Kalles des SlaukÄsikie

Mohammed Mustapha Nafei, derKaiser der Rauschgifte" ein Titel, den er der Großzügig­keit feiner Geschäfte, der Geschicklichkeit seiner Me­thoden und seiner, in Wahrheit weltumspannenden Organisation verdankt, der Napoleon des Ha- schisch, des Opiums, des Kokains und des Heroins, hat endlich seinen Meister gefunden. Der Polizei- chef von Kairo, Russel Pascha, hat ihn überführt und vor Gericht gebracht; Nafei ist für fünf Jahre ins Gefängnis geschickt worden. Seit 30 Jahren treibt der Kaiser der Rauschgifte seinen verbotenen Handel mit aller Welt, und mögen auch die Namen eines Capone oder eines anderen Oberbanditen der amerikanischen Unterwelt dem internationalen Publikum geläufiger sein Nafei überragt sie alle wie der Riese Goliath seinen Widersacher David. Nafei war in seiner Jugend Eisenb ahnangestellter, begriff aber bald, daß 'man mit Intelligenz und ohne Skrupel aus der Leidenschaft der Menschen, sich durch Gift süße Träume zu verschaffen. ein blühendes Geschäft machen könne. Bald hatte Nafei eine ungeheure Kundschaft in allen Schichten der ägyptischen Bevölkerung, bei den armen Fellachen wie bei den vornehmen Prinzen. Nach wenigen Jahren hatte sich sein Unternehmen soweit ausge­breitet, daß seine Schiffe die Weltmeere kreuzten, seine Flugzeuge ihre Bahn durch die Lüste zogen, und seine Panzerautos die Wüsten durchquerten. Er hatte eine eigene Schiffahrtsgesellschaft gegrün­det, um den Handel mit seinen Drogen nach Eu-

VSäenMsfie« nach 10 Sahre« entlarvt

Die geheimnisvollen Eisenbahnräuber. Der furchtbare Kaubüberfall auf die Southern-Pacific- Dahn. Wie die Verbrecher zu Millionären und jetzt entlarvt wurden.

Nunmehr ist es nach 10 Jahren gelungen, den furchtbaren Raubüberfall auszuklären, der im Juni 1929 auf die Southern-Pacific-Bahn verübt wurde und zu den geheimnisvollsten Lerbrechen aller Zei­ten gehörte. Im Jahre 1929 wurde der amerika­nische D-Zug von maskierten Räubern durch Dyna­mit zum Entgleisen gebracht und dann von vier Männern ausgeplündert. Mehrere Beamte und Passagiere verloren dabei ihr Leben. Der D-Zug hatte eine große Goldsendung bei sich, die gestohlen wurde. Ferner wurde allen Passagieren das Bar­geld und sämtliche Juwelen ab genommen. Die Räuber verschwanden dann in dunkler Nacht, und trotz der angestrengtesten Bemühungen der besten amerikanischen Detektive konnte keine Spur von ihnen gefunden werden. Der Raubüberfall war so vorzüglich vorbereitet worden, daß nur gewiegte alte Verbrecher in Betracht kamen, die ihr Hand­werk ausgezeichnet verstehen und wissen, wie sie sich gegen Nachstellungen schützen können. Sie hat­ten sogar Gummihandschuhe über den Händen, um die Fingerabdrücke zu vermeiden, eine Vorsichts­maßnahme die vor 10 Jahren noch ganz ungewöhn­lich war. Das Verbrechen wurde in der Nähe von Sisky ausgeführt. Sogar die Fußspuren der Ver­brecher konnten keine Anhaltspunkte geben, denn sie hatten unter ihren Schuhen Bretter festgeschnallt, auf denen sie langsam zu dem bereitstehenden Auto gingen, als sie das Verbrechen durchgeführt hatten. Die Detektive erforschten, was nahe lag, hauptsäch­lich die Tätigkeit der berüchtigsten Eifenbahnräuber während der fraglichen Nacht, denn es war anzu­nehmen, daß einer von ihnen dieses tollkühne ver­brecherische Unternehmen zum mindesten veranlaßt hatte. Alle berüchtigten Verbrecher konnten aber einwandfrei ihr Alibi nachweisen. Die Polizei nahm darum an, daß nur einige Gentleman-Ver­brecher in Betracht kämen. Es mußten Männer mit guter Schulbildung sein, die entweder als ehe­malige Kriminalisten die ganzen Schliche der Ver­

ropa und der Türkei ungehindert durchführen zu können; er besaß ein großes Fluggeschwader und hatte sich hervorragende Piloten gesichert, deren Dienste er mit Gold aufwog. Beduinenreiter, die in seinen Diensten standen, hielten tagelang in den Sandwüsten Arabiens und Lybiens Wache, um die Pakete mit dem kostbaren weißen Pulver in Emp­fang zu nehmen, die ihnen das Flugzeug über­brachte. Wenn Nafei so lange von den Behörden unbehelligt Geschäfte machen konnte, so verdankte er dies einer ungewöhnlichen Geschicklichkeit und seiner Methode, wichtige Persönlichkeiten in sein strafbares Handeln zu verstricken, so daß er schließ­lich selbst in den höchsten Stellen der ägyptischen Behörden Hehler und Helfershelfer besaß, die nicht gegen ihn vorzugehen wagten. Nafei bösaß pracht­volle Häuser in den elegantesten Vierteln von Kario

brecher kannten oder durch Lektüre sich ine notwen­digen Kenntnisse angeeignet hatten. Eine Leinen­jacke, die man auf dem Schauplatz des Verbrechens gefunden hatte, zeigte keinerlei Anhaltspunkte oder Spuren. Man wußte auch nicht, ob sie einem Passagier oder einem Verbrecher gehörte. Jeden­falls wurde sie zu dem Material gelegt. Nun kam nach Sisky ein neuer Kriminalinfpektor, der zugleich hervorragende Kenntnisse in der Chemie hat. Der Fall war, trotzdem er 10 Jahre zurückliegt, noch nicht zur Ruhe gekommen. Die Detektive gingen immer noch jeder Spur nach, obwohl sie keinerlei Hoffnung möhr hatten, die Verbrecher zu finden. Auch Polizeiinfpektor Hartford beschäftigte sich jetzt mit diesem Delikt und studierte die Akten. Er fand dabei die Jacke und stellte durch chemische Untersuchungen fest, daß an der Jacke etwas Schusterpech und ein wenig Viehsalz war. Er schloß daraus, daß ein Viehtreiber oder Hirte aus der Umgebung, der zugleich oder früher Schuster war, an dem Verbrechen beteiligt gewesen sein muß. Es glückte ihm, durch Nachforschungen fest- zustellen, daß tatsächlich auf einer Farm ein der­artiger Mann namens Delavare beschäftigt war, der ungefähr % Jahr nach dem Verbrechen die Gegend verlassen hatte. Er hatte angeblich in einer Lotterie in England gewonnen und war nach New- york verzogen, wie der Kriminalinspektor erkun­dete. Hier lebte er mit zwei Brüdern. Alle waren ungeheuer reich und betätigten sich in Börsenspeku­lationen. Kein Verdacht war auf sie gefallen. Als Polizeiinfpektor Hartford zu chnen in die Villa kam, um sie zu verhaften, waren sie empört. Bald aber konnte durch eine eingehende Vernehmung sowie durch zahlreiche Indizien einwandfrei föst- gestellt werden, daß man tatsächlich nach 10 langen Jahren die Eisenbahnräuber und Mörder gefaßt hatte. Sie hatten sich selbstverständlich während dieser ganzen Zeit keines Verbrechens schuldig gemacht.

und Alexandrien. Aber diese Villen dienten ihm weniger zu Repräsentationszwecken denn als Wa­renlager. Seine Unbekümmertheit ging soweit, daß er in Kairo ein Laboratorium unterhielt, wo her­vorragende europäische Chemiker nach Verfahren forschten, mit denen man die Rauschgifte als solche äußerlich unkenntlich machen könnte, ohne ihre Wirkung zu beeinträchtigen. Nun hat das Schicksal Nafei erreicht; die Behörde hat ohne Rücksicht auf seine Hehler durchgegriffen und den Kaiser der Rauschgifte hinter Schloß und Riegel gesetzt. Wenn die fünf Jahre um sein werden, dürfte sein Unter­nehmen, das ganz auf den beiden Augen dieses ungewöhnlichen Mannes stand, längst zerfallen fein.

Stierkamps und Steisthveeise

Eine Neuerung in Spanien, die den Parisern teuer zu stehen kam.

Die Nachricht, die spanische Republik beabsich­tige, die Stierkämpse zu verbieten, hat im ganzen Land größte Unruhe ausgelöst; man versteht nicht, daß man überhaupt in Erwägung ziehen kann, eine seit Jahrhunderten beliebte Volksbelustigung zu unterdrücken. Aber auch in Spanien wird wohl nicht so heiß gegessen, wie gekocht wird. Zwar hat sich die Zahl der Stierkämpfer, wenn auch in nicht sehr bedeutendem Maße, vermindert, was aber nichts mit dem politischen Umschwung, sondern nur mit der größeren Ausbreitung des Sportes zu tun hat. Man darf sagen, daß auch die republikanische Regierung dem Stierkampf nicht feindlich gegen- übersteht, denn einstweilen werden, nach Ausweis der Statistik, immer noch 300 Stiere monatlich ge« opfert. Auch die Einführung des Schutzpanzers für die Pferde der Picadores, wodurch jährlich 18 000 Pferden das Leben gerettet wurde, stammt noch aus der Zeit vor der Revolution. Diese Neue­rung hatte übrigens die merkwürdige Folge, daß das Pferdefleisch auf dem Pariser Markt teurer wurde. Die Kadaver der getöteten Pferde, die in Spanien unverwendbar sind, weil sich die Spanier vor Pferdefleisch ekeln, wird nach Frankreich ver- tauft.

Molorbootunglück auf der Dahme Bier Personen vermißt

Berlin, 1. Juli. Auf der Dahme kenterte zwi­schen Marienlust und Schmetterlingshorst ein Mo­torboot, das mit sechs Personen besetzt war. Zwei Personen konnten bisher gerettet werden, vier werden noch vermißt.

Aus 8000 Meter Höhe abgesprungen

Paris, 30. Juni. Einen neuen Rekord im Fall­schirmabsprung stellte der Franzose Machenaud auf, der aus fast 8000 Meter Höhe absprang. Der Ab­stieg dauerte 23 Minuten. Der Flieger beabsichtigte, aus einer noch größeren Höhe abzufpringen, jedoch versagte der Sauerstoffapaprat.

An den Folgen einer Mensur gestorben?

Greifswald, 30. Juni. In Greifswald wurde von der Staatsanwaltschaft die Leiche eines Stu­denten der Medizin, Hans Wetz aus Wetzlar, be­schlagnahmt, da der Verdacht aufgekommen war, daß Wetz an den Folgen einer Mensur gestorben ist. Die Beschlagnahme wurde kurz vor der Ueber- führung der Leiche in die Heimat des Studenten angeordnet. Die Obduktion soll Näheres ergeben.

Das Urteil gegen v. Bomhard aufgehoben

Paris, 30. Juni. Das Metzer Gericht hatte wie gemeldet in der vergangenen Woche den deutschen Oberforstmeister v. Bomhard wegen an­geblicher Zuwiderhandlung gegen einen Auswei- fungsbefehl zu einem Monat Gefängnis verturteilt. In zweiter Instanz wurde dieses Urteil, gegen das v. Bomhard Berufung eingelegt hatte, gestern auf­gehoben.

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