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Nr. 14V

Samstag, den 26. 3uni 1932

Seite 7

Dee euvovSische Völkevbund der RumMmusslev

Eine Konferenz internationaler Schmuggler hat, sie aus Helsingfors gemeldet wird, beschlossen, in größerem Maßstab unib auf Grund einer besseren )rganisation Alkohol und andere Waren zu schmug­gln. Die Konferenz tagte in Reval und war von »ievzeh-n S chmuggle r-Organisa tionen beschickt wor- >en. Sie berieten, wie der stärkeren Bewaffnung »er Grenz- Küstenwächter zu begegnen sei, und ie drückten die Hoffnung aus, daß feie Abrüstungs­konferenz dieseBedrohung internationaler Kauf- eute" aus dem Wege räumen werde. Die Dele­gierten, zumeist Ungarn, Esten, Finnen und deutsche, sprachen weiterhin die Hoffnung aus daß Ute auf den Abbau der Zollmauern hinzielenden Verhandlungen der Mächte scheitern möchten, da sonst dieSchmuggel-Industrie" schwer betroffen würde. Sie beschlossen, sich gemeinsam zu organi- 'ieren und ihr Hauptquartier teilweise nach Danzig und teilweise nach Reval zu verlegen. Das neue Sesetz der finnischen Regierung, das das Kapern von Schmuggelschiffen in internationalen Gewässern gestattet, wurde lebhaft besprochen. Um dieser Drohung zu begegnen, beschlossen die Schmuggler, nach amerikanischem Muster zu schmuggeln. Mit Alkohol beladene Schiffe sollen künftighin so nahe wie möglich an die Küste herangebracht werden, dort aber soll die Ladung von Rennbooten über­nommen werden, die jedes Regierungsschiff an Geschwindigkeit übertreffen. Ein Delegierter er­klärte, daß diese Methode schon insgeheim von sei­nem »Konzern" versucht worden sei, daß man aus diese Weise schon den Küstenwachtschiffen entgangen sei und nachher den einsamen Zollwüchter am Strand betäubt habe,

Nev GmvkanA des sevottete» Sreanttkesevs

Miami (Florida), 23. Juni. Unter großem Jubel der Bevölkerung kam der polnische Ozean­flieger Hausner hier an. Der Dampfer Seven Seas, der Hausner von dem Tankdampfer Circe Shell übernommen hatte, gab kurz vor der Küste den Ozeanflieger an einen Schlepper ab, mit dem auch Kapitän Wilson und andere Offiziere der Circe Shell an Land führen. Nachdem Frau Haus­ner ihren Gatten begrüßt hatte, erfolgte eine Be­grüßung durch die Behörden, an der auch der Gou­verneur von Florida teilnahm. Ueber zehntausend Personen hatten sich versammelt und begleiteten später den geretteten Flieger auf seinem Weg zum Olympiatheater. Hier gab Hausner eine Schilderung feiner Erlebnisse:

Ich hatte schon ungefähr 4800 Kilometer zurück­gelegt, als sich, 29 Stunden nach dem Start ein Maschinenschaden zeigte, dessen Art ich nicht fest­stellen konnte. Aber ich sah ein, daß es nötig war, auf das Wasser niederzugehen. In der Zeit zwischen Entschluß und Ausführung sah ich 15 Schiffe, aber kein einziges sah mich. Ich konnte gerade in einem Wellental niedergehen, aber die Maschine kippte, da einige Brennstofftanks leer waren, und infolge der natürlichen Schwankungen ein wenig nach vorn über. Dennoch konnte ich mich oben halten. Beim Niedergehen auf das Wasser gingen mir sämtliche Lebensmittel und mein ganzer Vorrat an Trink­wasser verloren, und so hatte ich während der acht Tage, die ich auf dem Wasser verbringen mußte, weder Speise noch Trank. Ich war stets bei vollem Bewußtsein und verlor niemals die Hoffnung auf Rettung. Wenn ich ein neues Flugzeug hätte, wäre ich gewillt, sofort zu einem neuen Versuch aufzu­steigen."

Nev GuchavMkÄe -Kongvotz

Dublin, 24. Juni. Die Abordnungen zum Eucha- ristischen Kongreß, die durch das Programm für den heutigen Tag nur wenig beansprucht waren, wohnten heute einer Pontifikalmesse in der Kathedrale bei und besichtigten dann die Stadt und die Umgebung. Die deutsche Delegation unter­nahm eine Fahrt nach Glendalough. Heute abend fand im Phoenix-Park eine Massenversammlung von Frauen und Mädchen unter dem Vorsitz des päpstlichen Legaten statt, der auch die Kardinäle, Prälaten und Priester aller Delegationen bei­wohnten.

Der nächste Eucharistische Kongreß

Dublin, 24. Juni. Der nächste Eucharistische Kongreß wird im Jahre 1934 in Buenos Aires ab­gehalten werden.

Nie KMvMWS«nMen vs« Vavis

Paris, 23. Juni. Seit einiger Zeit hat man in Paris die Beobachtung gemacht, daß sich eine Ver­brecherorganisation gebildet hat, die einen ganz

vom deutschen Slottenbesuch in Namis

Das Linienschiff, -Schlesien" im Danziger Hafen

Im Hafen von Danzig Nef ein deutsches Geschwader ein, das von dem LinienschiffSchlesien" geführt wurde uni) der schwergeprüften Stadt die Grüße des Reiches überbrachte.

«wmneffer bei bet Trauung

Trigikomödie bei der HochzeitLügenmesser" zeigte an, daß der Bräutigam nicht liebt Die Braut verließ unvermählt die Kirche

In Chicago wird nach amerikanischen Zeitungs­meldungen in letzter Zeit vielfach bei Trauungen der sogenannteLügenmesser" angewandt, da da­durch festgestellt werden soll, ob Braut und Bräuti­gam wirklich einander in Liebe ergeben sind, oder nur Liebe heucheln. Vor einigen Tagen sollte Miß Ellinor Howard, die Tochter von Samuel Howard, dem Börsenmagnaten, einen ^französischen Mar­quis d' Aubignac heiraten, in den sie sich während der Festlichkeiten' des vergangenen Winters ver­liebt hatte. Der Marquis 'âubignac war ein Abenteurer und Glücksritter, arm und stellungslos, als er die schöne Ellinor kennen lernte. Da er aber von altem französischem Adel ist und über eine ele­gante, sportsmäßige Erscheinung verfügt, so hoffte er wohl mit Recht, daß er unter den reichen Erbin­nen von Amerika irgend einen Millionenfisch angeln würde. Seine Hoffnung hatte ihn nicht betrogen. Miß Ellinor erhält eine Mitgift von 1 Million Dol­lar außer einer fürstlichen Ausstattung. Das Glück des Marquis war gemacht. Er erhielt sofort nach der Verlobung ein prächtiges Auto von seinem Schwiegervater geschenkt, und das Geld, das er zu seinem verschwenderischen Lebensunterhalt brauchte, wurde ihm geliehen, denn der Schwiegersohn des Börsenfürsten war kreditfähig. Miß Ellinor hatte aber den Fimmel, daß sie nur einen Mann hei­raten wollte, der sie liebt, und darum verlangte sie, daß bei ihrer Trauung derLügenmesser" in Anwendung gebracht würde. Dieser Apparat ist ein elektrischer Anzeiger, der ähnlich wie ein Blut­druckmeßapparat mit einer Binde an dem Arm des zu Untersuchenden befestigt wird. Er ist sehr emp­findlich gebaut. Der Erfinder desLügenmessers" ging von der Anschauung aus, daß in entschei- dungsvollen Augenblicken das Blut des Menschen verschiedenartig schnell und stark durch die Adern fließt, je nachdem ob der Mensch erregt ist oder nicht. Wenn ein Mensch bei einer Frage, bei der

neuen Trick anwendet. Ihre Spezialität ist es, Da­men im Fahrstuhl auszurauben. Fast täglich werden der Polizei neue Fälle gemeldet, und zwar aus allen möglichen Gegenden. Stets sind es bessere Häuser, in denen sich Fahrstühle befinden.

Die Verbrecher gehen mit einer unerhörten Dreistigkeit vor. Sie schleichen vor den Häusern herum, bis sie eine Frau allein das Haus betreten sehen. Kurz darauf gehen sie auch allein ins Haus und kommen gerade zurecht, wenn die Frau die Fahrstuhltüre aufschließt, um nach oben zu fahren. Als angebliche Bewohner des Hauses, steigen sie dann gerade noch hinter der Frau in den Lift. Während der Auffahrt entreißen sie dem verblüff­ten Opfer die Tasche, ziehen ihm die Ringe ab und berauben es noch anderer vorhandener Wertsachen, fahren dann wieder zusammen nach unten und schüchtern mit vorgehaltenem Revolver die Be­raubte so ein, daß sie sich ganz ruhig verhält und die Diebe zur Haustüre entschlüpfen können.

er ruhig fein müßte, wenn er die Wahrheit spricht, erregt wird, dann hat er gelogen. Ebenso ist es im umgekehrten Falle wahrscheinlich, daß er lügt, wenn er anstatt ruhig zu bleiben, erregt wird. Die Gerichte haben sich sogar in Amerika nach Berich­ten amerikanischer Blätter schon mehrfach dieses Lügenmessers bedient, ohne ihm allerdings eine entscheidende Bedeutung beizumessen, denn tatsäch­lich besagen seine Angaben nur wenig. Es gibt Menschen, die in bestimmten Fällen erregt wer­den, in denen andere ruhig bleiben und umgekehrt. Auf die Unwahrheit der Aussage oder des Gefühls kann darum wohl kaum irgend ein Wert gelegt werden, wenn auch derLügenmesser" auf Lüge S. Mill Ellinor schwört aber darauf, daß der nat tatsächlich die Wahrheit anzeigt. Bei der Frage:Willst Du dieses junge Mädchen zum Weibe nehmen?" zeigte der Lügenmesser wohl bei Miß Ellinor an, daß sie den Mann liebt, denn vorschriftsmäßig wurde der Herzschlag der Braut sehr schwach, beim Bräutigam aber stand der schick­salsschwere Zeiger des Apparates aufLüge". Der Bräutigam hätte erregt werden müssen, wenn er die Braut geliebt hätte, da diese Frage zu den wichtigsten gehört hätte, die im Leben an ihn ge­stellt werden konnten. Er blieb aber ganz ruhig, ein Zeichen dafür nach Annahme der Braut daß es für ihn weniger ein gefühlrv oller Augen­blick als ein Augenblick des guten Geschäftes war. (Vielleicht hätte aber diesen Glücksritter ein gutes Geschäft mehr aufgeregt als die Liebe!). Die Braut war entsetzt und weigerte sich trotz gütigen Zuspru­ches von selten der Bevwandten, die den Skandal nicht wollten, den Mann zu heiraten, und sie ver­ließ weinend und empört unvermählt die Kirche. Die psychometrischen Apparate, die wir übrigens auch in Deutschland kennen, wenn sie auch bei uns nicht bei Trauungen angewandt werden. können also auch schicksalÄschwere Folgen zeitigen.

Diese Ueberfälle in den Fahrstühlen, die ohne Zweifel organisiert sind, haben in den letzten Tagen so überhand genommen, daß sich die Pariserinnen gar nicht mehr trauen, allein einen Fahrstuhl zu benützen. Viele Frauen haben denn jetzt auch Vor­sorge getroffen, daß ihnen Derartiges nicht mehr passieren kann. Sie lassen sich künftighin nur noch von dem Portier des Hauses im Fahrstuhl fahren. Die Polizei ist gegen diesen neuen Trick, den die Verbrecherwelt von Paris da erfunden hat, bisher machtlos.

Mehr Nottlev als Almaseu- sebev

In Havanna scheint die Zahl der Almosen­heischenden heute schon die der Bessergestellten zu übersteigen, die noch in der Lage sind, ihre Hilfs­bereitschaft zu betätigen. Dort ist die Bettelei zu

einem richtiggehenden Gewerbe herangewachsen. Jmpresaris finden es lohnender, ihre Arbeitskraft in den Dienst der Werbung von Betttern zu stellen,' als sie auf der Suche von Bühnengrößen zu vergeuden. Zu diesem Zweck suchen sie kinder­reiche Familien auf und bewegen die Eltern durch das Versprechen einer Prozentbetöiligung an den Einnahmen, ihnen die Kinder zur Ausbildung für den Bettlerberuf zu überlassen. Tüchtige Vermitt­ler sollen die Kinder in unverhältnismäßig schneller Zeit zu geschickten Bettlern heranbilden. Dieser Handel hat nur dazu geführt, daß die Arbeiter sich auch ihrerseits diesem leichten Erwerb zuwenden, so daß die Faulenzerei auf Kuba sich zu einem wahren Krebsschaden entwickeln konnte.

Keine GinschvSukuns dev NaumwoMuduKvie von Laneaibive

London, 24. Juni. Die zweite Abstimmung über den Plan, zehn Millionen überflüssige Spindeln der Lanoafhire-Baumwollindustrie durch eine Ab­gabe auf die verbleibenden Spindeln aufzukaufen und auszumerzen, hat, wie auf einer Sitzung des gemeinsamen Vollzugsausschusses der Baumwoll- Handelsorganisationen in Lancashire mitgeteilt wurde, 56,53 Prozent gegen den Antrag ergeben. Nur 17,7 Prozent stimmten für den Antrag, wäh­rend 25,77 Prozent sich der Stimme enthielten.

Der Plan hatte seinerzeit große Erwartungen erweckt, und der Präsident des Handelsamts, Runciman, hatte gesetzliche Maßnahmen zu seiner Inkraftsetzung in Aussicht gestellt, falls er die Unterstützung der Industrie fände.

Berliner Bauunternehmer unter Mordverdacht festgenommen

Berlin, 24. Juni. Die Berliner Mordinspektion nahm heute früh den 35jährigen Bauunternehmer Bruno Matthe aus Marzahn, Amandlisweg 4, fest, unter dem Verdacht, feine Wirtschafterin durch Veronal vergiftet zu haben. Am 19. Mai wurde in seiner Wohnung feine erste Wirtschafterin mit schweren Veronalvergiftungserscheinungen aufge­funden und ins Krankenhaus übergeführt, wo sie bald darauf gestorben ist. Damals hieß es, das Mädchen habe Selbstmord begangen. Matthe engagierte bald darauf eine neue Wirtschafterin. Gestern nachmittag wurde auch sie mit einer schweren Veronalvergiftung ins Krankenhaus ein» geliefert, wo sie in bedenklichem Zustand darnieder- liegt.

Fünf Millionen RM verschoben

Die kürzlich ausgedeckte neue Devisenschssbungs- affäre Sedelmayer hat nach Meldungen aus Berlin besondere Bedeutung. Nach den bisherigen Fest­stellungen sind Wertpapiere von einem Gesamt­beträge von fünf Millionen RM verschoben worden. Sedelmayer war nicht, wie ursvrünglich gemeldet, Prokurist einer bekannten Großbank, sondern er war in dem Devisenhändlerbüro dieses Institutes bei der Zentrale in BeHin tätig.

Oberforstmeister v. Bomhard verurteilt

Neustadt a. d. Haardt, 24. Juni. Nach einer Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums des Aeußeren ist der hiesige Oberforstmeister v. Bom­hard gestern in Metz zu einer Gefängnis- ft rase von einem Monat verurteilt worden. Er hat keinen Strafaufschub erhalten und befindet sich noch im Metzer Gefängnis. Ueber die Urteils­begründung ist noch nichts besannt geworden. Die deutsche Reichsrsgierung hat ihre Bemühungen, Herrn v. Bombârd trotz der Verurteilung freizu­bekommen, fortgesetzt.

Beschlagnahme desAngriffs"

Das Amtsgericht Berlin-Mitte hat auf Anttag der Staatsanwaltschaft die Beschlagnahme der gestri­gen Nummer des Angriffs verfügt. Diese enthält, wie die Berliner Polizei mitteilt, schwere und un­wahrhaftige Angriffe gegen den Polizeivizepräsi­denten Dr. Weiß, der deshalb bereits Strafantrag gestellt hat.

Chinesische Räuberbande überfällt einen Expreßzug

Charbin, 24. Juni. In der Nähe von Jmienpo wurde von einer chinesischen Räuberbande ein ver­wegener Ueberfall auf einen Expreßzug verübt. Die Banditen fuhren als Passagiere mit und forderten sämtliche Fahrgäste, Russen und Chinesen, plötzlich mit vorgehaltenen Revolvern auf, ihre Habselig­keiten herauszugeben. Während die Passagiere bis auf das Hemd ausgeplündert wurden, erschoß ein anderer Bandit den Lokomotivführer und brachte den Zug auf freier Strecke zum Halten. Darnach verließen die Berbrecher den Zug und nahmen drei wohlhabende Passagiere mit sich, um von ihren An­gehörigen Lösegeld zu erpressen.

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wirds gemacht:

3.

Bereite eine kalte persillauge. 1 Eßlöffel Persil auf je 2 Eiter wasser, wasche das Wäschestück kurz durch, vermeide Reiben und wringen.

Spüle gut in kaltem Wasser. Etwas Uüchenessig im ersten Spülwasser frischt die Farben auf.

Drücke das Stück vorsichtig aus nicht wringen und rolle es mehrmals in Tücher ein und aus.

Wollsachen richtig in Form ziehen, auf tuchbedecktem Tisch liegend trocknen lasse«, niemals wolle auf wolle.

Uunstseidene Sachen noch feucht mit mäßig warmem Eisen unter Auflage eines Tuches bügeln.

^laveuoöoetViMme!grau,ohneSteme, | dann ist der Regen nicht mehr ferne. D

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PerSII WMAWdWWD