Nr. 14t
Samstag, den 18. Juni 1932
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* wie hält man Fliegen aus Suche und Woh. mg fern? Die Fliegen, die in warmer Sommer- it in ungeheuren Massen auftreten, sind nicht nur it Recht gefürchtete Vermittler von Krankheiten Ler Art. da sie Bazillen von einem Ort zum andren übertragen, sondern sie sind auch ein chrecken jeder ordentlichen Hausfrau, da sie Un= überleit verbreiten. Die Gläser der Fenster und Hiegel sind mit Fliegenschmutz bedeckt, und keine peise ist vor ihnen sicher. Sie setzen sich beson- irs gern auf-Fleisch und Wurstmoren und machen r unappetitlich. „Fliegenschränke" aus Gazestof- N sind auch nicht ein unbedingt sicherer Schutz da e Fliegen auch hier einzudringen verstehen. Es 6t aber eine ganz sichere Art, die lästigen Plage- -ifter und Krankheitsüberträger aus Küche und Löhnung fernzuhalten. Man stelle in jedes Zimier, das vor den Fliegen geschützt werden soll, nen Topf mit Tomatenpflanzen. Früchte sind nicht forderlich. Die grünen Blätter der Pflanze haben ämlich die angenehme Eigenschaft, auf die geflü- rlten Schmutzfinken im höchsten Grade abschreckend 1 wirken. Woher diese für jedes Haus wichtige Lirkung kommt, ist noch nicht festgestellt. Man immt an, daß die Ausdünstungen der Pflanze auf ie Fliegen schädigend wirken. Da die Fliegen ein ünes Genichsvermögen haben, das sie befähigt, uf weite Strecken die Nahrung zu wittern — mit pstaunlicher Schnelligkeit füllt sich die Küche mit -'liegen, wenn Fleisch offen steht —. so haben sie uch ein sehr feines Gefühl für schädigende Düfte. ;in Zimmer. In dem ein Tomatentovf steht, wird on diesen Tierchen gemieden wie Gift. Auch die- •g Mittel hat den Vorzug der aroßen Billigkeit nd kann leicht beschafft werden. Die Hausfrau ist ifo nicht wehrlos den Gefahren des Sommers usgeliefert.
tVEevbevMt
Der Hochdruckrücken über Novdwesteuropa ist am freitag bei starker Erwärmung über Westeuropa ârker angegriffen worden und über dem Oftsee- ebiet haben sich flache Tiefdrückstörungen ent- nckelt, deren Einfluß bereits bis nach Mitteldeutsch- md reicht. Auch bei uns dürften sich Bewölkung ^inb vereinzell auch schon Niederschlagsschauer ein- ellen, doch ist ein durchgreifender Witterungsum- hlag noch nicht wahrscheinlich. Vorhersage bis -amstag abend: Bew ölku ng szun ahme und nament- Ä im Norden des Bezirks auch etwas Nieder- blag, über Nordwest nach West zurückdrehende vinde, mäßig warm. Wstterungsaussichten für Zonntag: Vielfach wieder aufheiterndes Wetter, iber nicht mehr so beständig.
Landkreis Sana«
u Niederrodenbach. 17. Juni. Gemeinde in Hot Wenn auch die Not in den Landgemeinden ins allgemeine ist, so trifft dieselbe für Niederode nü ach ganz besonders zu. Bei einer Einwohnerahl von annähernd 2000 entfallen auf den Arbeierstand etwa zwei Drittel, auf die landwirtschaft- iche Bevölkerung ca. ein Drittel der Bevölkerung, durch die ungeheure Arbeitslosigkeit ist der weit- ius größte Teil der Arbeiterschaft erwerbslos und ebt von 6er kargen Unterstützung der Krisen- oder Vohlsahrtsfürforge. Die fortschreitende Verarmung tiefer Bevölkevungsschicht ist unverkennbar. In em Bestreben, die äußerste Not von der Familie ernzuhalten, haben viele Erwerbslose ein Stückchen Land erworben und versuchen, durch Bebauung >em Boden das Notwendigste abzuringen. Andere, n landwirtschaftlichen Arbeiten bewanderte er- oerbslose Männer und Frauen versuchen bei Landvirten Beschäftigung zu finden, jedoch fehlt es auch liefen Kreisen an Mitteln, um bezahlte Hilfskräfte zu beschäftigen; und so wird vielfach gegen Natu- xllien oder aber gegen Beköstigung gearbeitet. Wenngleich die hiesige Landwirtschaft auf dem Wege st, durch teilweise Umstellung im Anbau von Spargeln ihre bisher fast trostlose Lage etwas zu zeben, so hat die diesjährige ungünstige Witterung mch hier wieder einen Teil der Hoffnungen zer- tört, welche die Landwirte auf die Spargelernte etzten. Und gerade mit diesen Erträgen will und nuß der Landwirt die unaufschiebbaren Posten lezahlen, welche durch Ankauf von Kunstdünger, Wiesenpacht, Brennmaterial und Hypothekenzinsen dringend der Erledigung harren. — Auch das Gewerbe liegt völlig darnieder, und die Bautätigkeit, welche in den vergangenen Jahren trotz alledem immer noch einigermaßen intakt war, ruht dieses Jahr vollständig. Neubauten kommen voraussichtlich nicht zur Erstellung. So ist die Not der Ge- meindeglieder der Weggenosse aller, und die Gemeinde' selbst trägt doppelt schwer hieran, da die Einnahmen täglich mehr versiegen, die Ausgaben aber infolge dèr Wohlfahrtslasten ganz ungeheuer gewachsen sind, und die einst blühende Gemeinde steuert unaufhaltsam dem Ruin entgegen. Der wirtschaftliche Niedergang der Gesamtheit wird dadurch charakterisiert, daß Landwirte und Haus-
Das Riesenseuev im mecklenburgischen Dovs Lüblow
Der Herd der Brandkatastrophe,
die die größte war, die Mecklenburg seit vielen Jahren heimsuchte. Das halbe Dorf Lüblow wurde ein Raub der Flammen. Mehr als 25 Gebäude find vernichtet worden
âeuser wollte -ich -chon im âvkuav eekchieSen?
Gin erster Selbstmordversuch auf der Newyorker Börse
Vor der Untersuchungskommission der Stockholmer Polizei gab ein Amerikaner aus Newyork einen dramatischen Bericht über einen ersten Selbstmordversuch Ivar Kreugers ab, den dieser an einem Tag Mitte Februar im Hauptsaal der Nerv- yorker Börse begangen haben soll. Der Zündholz- konig ist nach dieser Darstellung nur durch das Da- zwifchenfpringen der Makler, die ihn umringt hatten, davor zurückgehalten worden, sich das Leben zu nehmen. Der Zündholzkönig hatte sich in Gesellschaft von zwei Geschäftsfreunden zur Börse begeben. Dort sammelte sich alsbald eine große Schar von Börsenmaklern um ihn, die in sehr aufgeregter Weise Aufklärung über die verschiedensten Punkte, die den Status des Kreuger-Trusts betrafen, verlangten. Kreuger, der sich damals bereits in einem Stadium allergrößter Nervosität befand, soll sich zunächst energisch geweigert haben, irgendeine Antwort zu geben. Naturgemäß wurde daraufhin der Ansturm der Makler noch bedrohlicher. Hartnäckig wurde wieder und wieder Auskunft gefordert, und schließlich wurden sogar direkte Drohungen laut. Plötzlich riß sich Kreuger gewaltsam
besitzen ihre Gemeindesteuern durch Arbeitsleistung in der Gemeinde abzugelten versuchen, weil sie die Mittel hierfür nicht haben, und die Wohlfahrts- erwerbslofen wiederholt erregt vor dem Rathause demonstrierten, weil die Gemeinde nicht in der Lage war, ihren Anteil an diese Bedürftigen auszuzahlen.
Wachenbuchen, 18. Juni. 71. Geburtstag. Ihren 71. Geburtstag feiert heute Frau Katharina Eckhard geb. Schleich, Hainstraße.
ö Roßdorf, 16. Juni. A n t u r n e n. Am Sonntag, 19. Juni veranstaltet die hiesige Turngesellschaft (DT.) ihr Anturnen, verbunden mit einem Sommerfest. Vormittags 9 Uhr finden leichtathletische Ausscheidungskämpfe der Turner für das Gau- und Gausportfest statt. Ab 2.30 Uhr finden Handballspiele der 1. und der Schülermannschaften statt. In den Pausen werden Stafettenläufe zwischen den Schülern des TV. Niederissigheim und der Tgs. Roßdorf ausgetragen. Während der Veranstaltungen wird die Kapelle der hiesigen Freiw. Feuerwehr konzertieren. Abends ab 7.30 Uhr findet im Vereinslokal Gasthaus „Zum Schwanen" Tanz mit Ueberrafchungen statt.
&eei£ Gelnhausen
s. Gelnhausen, 18. Juni. Im Staatsforst bei Dorf Kassel (Kreis Gelnhausen) ist es dieser Tage wiederum gelungen, drei mit Jagdgewehren ausgerüstete jüngere Leute aus dem vorgenannten Orte bei unrechtmäßiger Ausübung der Jagd zu stellen. Zwei mitgeführte Jagdwaffen sind beschlagnahmt, die Täter bei 6er zuständigen Staatsanwaltschaft
aus der Umklammerung der Börsenleute. Er schrie: „Zur Hölle mit Euch allen! Jetzt mache ich Schluß!" Dieser Wutausbruch ließ die Makler für einige Sekunden zurück-weisen. Todesstille trat ein. Dann gellte auf einmal ein schriller Hilferuf durch den Saal: Kreuger hatte einen Revolver gezogen und richtete ihn gegen sein Haupt. Ein unbeschreiblicher Tumult folgte. Die zunächst stehenden Makler warfen sich über Kreuger, und nach einem erbitterten Ringen gelang es ihnen, dem Rasenden den Revolver zu entwinden. Kreuger erlitt nun einen völligen Nervenzusammenbruch. Er wurde zu einem Arzt gebracht, der ihn auf drei Tage in die Nerven- klinik' am Neyworker Eentral-Park schickte. Als Kreuger sich wieder einigermaßen beruhigt zu haben schien, wurde er aus der Klinik entlassen. Aber von diesem Augenblick an wurde er ständig von sechs Detektiven beaufsichtigt, die ihn, solange er sich in Amerika befand, Tag und Nacht bewachten, um ihn an einem neuen Selbstmordversuch zu hindern. Erst nach seiner Landung in Frankreich hörte diese Bewachung auf, wodurch der Selbstmord in Paris ermöglicht wurde.
in Hanau a. M. angezeigt worden. — Ein aus dem gleichen Orte stammender Wilderer, der wegen Jagdfrevels verurteilt worden war, hatte einem Zeugen gegenüber, der. gerade feine Gebühren geholt hatte, geäußert: „Na, hast Du Dein Geld für den Meineid geholt?" Der Beleidiger wurde in eine ansehnliche Geldstrafe genommen. — Ein Fürsorgezögling aus Bad Orb hatte eg sich zur Aufgabe gemacht, den Kreisort Pfaffenhausen heimzusuchen und hier einen Posten Zigaretten, sowie einen Geldbetrag von 20 RM gestohlen. Die Zigaretten konnten dem Dieb wieder abgenommen werden; mit dem Geldbetrag hat er das Weite gesucht. — Im Kreisorte Alsberg erschienen dieser Tage per Motorrad zwei junge Leute, um Ferkel zu kaufen und bezahsten diese mit einem Zwanzigmarkschein und einem Dreimarkstück. Als die Verkäuferin den Schein in einem Geschäft umwechseln wollte, mußte sie zu ihrem Leidwesen feststellen, daß der Schein aus der Vorkriegszeit war. Da die Frau es verabsäumte, sofort die Polizei zu verständigen, und auch nicht das Kennzeichen des Kraftrades beachtet hatte, dürften sich die Nachforschungen sehr schwierig gestalten.
&rei£ Büdingen
Bekanntmachung
Der Voranschlag der Gemeinde Eckartshausen liegt von Montag, den 21. Juni 1932, eine Woche lang auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der die Ausmärker beizutragen haben.
Eckartshausen, den 16. Juni 1932.
Hess. Bürgermeisterei Eckartshausen: Scheid.
AuS SvankSuvt a. ML
Der Reichskommissar für vorstädkisches Siedlungs- wesen in Frankfurt.
: Ministerialdirektor Dr. Saasen weilte am Freitag in Frankfurt, nachdem an den Vortagen beim Regierungspräsidenten in Wiesbaden bereits Besprechungen über die Frage der Stadtrandsiedlung stattgefunden hatten. Der Reichskommissar besichtigte unter Führung von Stadtrat Niemeyer eingehend die Frankfurter Anlagen. Er erklärte sich von seinen in Frankfurt gewonnenen Eindrücken sehr befriedigt, insbesondere über die technische Gestaltung der Typen, die zu den größten und best durchgearbeiteten gehörten. Gegenüber den von verschiedenen Seiten, insbesondere von den Siedlern selbst, geäußerten Wünschen nach Weiterführung der Siedlungsaktion erklärte Dr. Saasen, daß er sich gern mit allen Kräften bei den zuständigen Regierungsstellen für die Weiterführung des vor- städtifchen Siedlungswefens einsetzen werde.
Der Ueberfall auf die Role-Kreuz- Sammler noch nicht geklärt.
? Die polizeilichen Nachforschungen nach den Straßenräubern, die am vergangenen Sonntag zwei Rote-Kreuz-Sammler überfielen und beraubten, haben noch zu keinem Ergebnis geführt. Die Polizei ist auf die Mitarbeit des Publikums angewiesen. Der Regierungspräsident in Wiesbaden hat eine Belohnung von 300 RM ausgesetzt, die nur für das Publikum bestimmt ist.
Ruhrknappen marschieren von Gelsenkirchen zum Sängerfest nach Frankfurt.
? Der Männergesangverein Gelfenkirchen-Uecken- dorf, dessen Mitglieder zum allergrößten Teil Bergleute sind, hat den Beschluß gefaßt, von Gelsenkirchen aus zu Fuß nach Frankfurt zum Deutschen Sängerfeist zu marschieren, da infolge der wirtschaftlichen Lage seinen Mitgliedern das Aufbringen des Fahrgeldes nicht möglich ist. Ein Gönner des Vereins hat den Sängern, die in der alten Knappentracht den weiten Marsch antreten werden, einen beträchtlichen Teil der nötigen Lebensmittel Mr Verfügung gestellt, ein anderer einen großen Teil der Brotverpflegung, em anderer fertigte etliche tausend Bildpostkarten an, die dis Knappen unterwegs zum Verkauf anbieten wollen.
Ein langgesuchler Kollidieb festgenommen.
: Der seit etwa zwei Jahren von der Polizei gesuchte Kollidieb und wegen schweren Diebstahls und anderer Delikte vorbestrafte 37fäbrige Wilhelm Kayka aus Dortmund ist gestern abend durch die hiesige Polizei festgenommen worden. Er hatte in einer Gastwirtschaft die Gäste durch Schimpfworte und Tätlichkeiten beleidigt und war von dem Inhaber des Lokals auf die Straße gefetzt worden. Er kam mit vier bis fünf Personen zurück und ver- fdiaffte sich gewaltsam Eingang. Der Wirt alarmierte das Überfallkommando, das den renitenten Dieb festnahm.
Aus der Hafk entlassen.
: Der in der Roxy-Sprenast off -Ass äre in Urtier« m-lmnnsbaft gewesene beschuldigte Hofmann wurde Freitag aus der Haft entlassen.
In die Zentrifuge geraten
: Ein schwerer Unfall ereignete sich Freitag- morgen gegen 9 Uhr in der Bettfedernfabrrk S. Schames im Vorort Ginnheim. Der in Bornheim wohnende 35jährige Arbeiter Hafer wurde beim Abstellen einer Zentrifuge von dieser erfaßt und lauf linken Arm und der linken Kopfseite sehr schwer verletzt. Der Bedauernswerte wurde von der Rettungswache ins Krankenhaus überführt.
Aus «ab ««d See«
Nach 13 Jahren wiedererkannl
— höchst, 17. Juni. Im Stadtteil Nied wurde gestern nachmittag ein 20jähriger Wanderbursche, der vor 13 Jahren als Kind spurlos verschwunden ist, von Einwohnern wiedererkannt. Der junge Mann selbst kann sich nur dunkel an seine Heimat erinnern. Er ist während seiner 13jährigen Abwesenheit in Bayern erzogen worden. Zuletzt arbeitete er bei einem Landwirt in der Rhön. Im Frühjahr 1932 ging er auf die Wanderschaft. Ganz zufällig kam er auf seiner Wanderschaft wieder nach Nied, wo man ihn bestimmt wiedererkannte und seinem Vater zuführte. Daß man über den Verbleib des Jungen nie etwas gehört hat und in der Fremde feine Herkunft auch nicht feststellen konnte, ist in erster Linie dem Umstand zuzuschreiben, daß der damals Siebenjährige noch nicht schreiben und infolge eines Sprachfehlers auch nicht richtig sprechen konnte.
Das Haar ruft um Hilfe!
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Ihr Haar . . . das feinste und zarteste, was es gibt, bedarf sorgsamster Pflege. Sie würden doch nicht seine empfindliche Schönheit gefährden durch einfache Waschmittel . . . durch gewöhnliche Seifen — die für grobe Wäsche das geeignete sind!
Für Ihr Haar brauchen Sie ein mildes, sodafreies Shampoo — das nicht einmal kostspieliger ist: Elida Shampoo für nur 20 Pfennig, dem jetzt ein wirksames Schönheitsmittel beiliegt: Perfekta Zitronenbad.