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Sette 6

Mittwoch, den 15. Juni 1932

Nr. 138

Schwerer Unfall tMm freiwilligen Arbeitsdienst.

Lauterbach, 14. Juni. Beim Transport von Steinen auf einer Feldbahn zu einer Straßenbau­stelle im freiwilligen Arbeitsdienst stürzte ein junger Mann von hier so unglücklich von dem mit den Vor­derrädern entgleisten Feldbahnwagen herab, daß ein Rad der schwer beladenen Wagens ihm den Fuß überfuhr. Die von dem Wagen herabstürzenden Steine fügten dem jungen Mann außerdem noch mehrere Rippenbrüche zu. Der Schwerverletzte mußte sofort dem hiesigen Krankenhaus zugeführt werden.

SeebandStas des Deutsche« weekmoMev-Sevdaudes

Der am Sonntag in Mannheim stattgefundene 30. Verbandstag des Deutschen Werkmeister-Ver­bandes, Sitz Düsseldorf, war von vielen Delegierten, ehren- und berufsamtlichen Mitgliedern des Ver­bandes und zahlreichen Gästen beschickt. Der Ver­bandsvorsitzende Hermann Buschmann ging in seiner Eröffnungsansprache nach einigen Begrü­ßungsworten kurz auf die aktuellen Ereignisse ein. Der Kabinettswechsel bedeute das Signal der Re­aktion gegen die Gewerkschaften. Sinn und Auf­gabe der Tagung sei, sich neu einzustellen und an= Fupasfen an die veränderten Verhältnisse. Man müsse sich mehr noch als bisher sammeln, enger anein­anderschließen und aktiv fein. Nicht schicksals­ergeben, sondern schicksalsgestaltend wolle der Ver­band in eine neue Periode der Gewerkschaftsarbeit eintreten. Hierauf berichtete der Verbandsvor­sitzende über die Geschäftslage des Verbandes. Red­ner betonte, daß sich der Verband zur Eisernen Front bekenne. Der freiwillige Arbeitsdienst sei zu bejahen, wenn er weder Arbeitsvertrag noch Lohn­politik beeinflusse und keinen militärischen Charakter annehme. Nach einem Bericht über die Kassenlage wurde der Verbandstag geschlossen. ImRosengar­ten" fand hierauf eine Kundgebung der südwest­deutschen Werkmeister statt, bei der der Derbands- vorsitzende Hermann Buschmann in längerer Rede zu den nationalen und internationalen Gegenwarts­fragen Stellung nahm. Zum Schluß wurde eine Entschließung angenommen, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß der Ausweg aus der Krise nur durch eine planmäßige Gestaltung von Güter­erzeugung und -Verteilung gefunden werden kann, wie sie im wirtschaftlichen Teil des sozialen Pro­gramms des Deutschen Werkmeisterverbandes ge­fordert wird, und schärfster Kampf gegen jede Poli­tik angesagt wird, die gegen die Lebensinteressen der Arbeitnehmer verstößt.

ISIS Entwürfe rum Aeichsehremual

Im Herzen Deutschlands, auf einer waldigen Anhöhe bei Bad Berka in Thüringen, soll sich das Reichsehrenmal zum Gedächtnis an die zwei Mil­lionen im Weltkrieg gefallenen deutschen Krieger erheben. Um Ideen für die Ausgestaltungin Form eines Ehrenhaines" zu gewinnen, erließ die vom Reichspräsidenten von Hindenburg ge­gründete Stiftung ein Preisausschreiben, daß sich an alle künstlerisch tätigen Deutschen wandte, 36 000 RM konnten durch Sammlungen zur Verfügung gestellt weiden, je 1000 RM für 20 besonders ge­eignete Entwürfe, je 300 RM für weitere 20 mit Anerkennung ausgezeichnete Vorschläge und 10 000 RM für die drei preisgekrönten Werke. Die Be­teiligung übertraf alle Erwartungen, aus ganz Deutschland gingen Arbeiten ein 1828 Ent­würfe! Lange hat das Preisgericht unter Vorsitz von Staatssekretär Zweigert gesichtet und geprüft, ehe ein Urteil gefällt werden konnte. Dem Preis­gericht gehörten u. o. auch Architekt Senator Prof. Elkart und Gartendirektor Kube aus Hannover an. Jetzte wurde das gesamte Material der Oeffentlich- keit unterbreitet; in den zahllosen kleinen und großen Sälen der alten Berliner Ausstellungshallen sieht man viele Tausende von Zeichnungen und Modellen. Ueberwältigend ist die Vielfalt der Ge­staltungen, von denen die meisten davon zeugen, wie stark der Gedanke dieses Preisausschreibens die Künstler bewegte. Alles Erdenkliche wfrd vor- geschlagen, von einfachen plastischen Gebilden, die von hohen Tannen umrahmt sind, bis zur Umfor­mung des ganzen Geländes, von volkstümlich- naiven Versuchen bis zur großartigen künstlerischen Bauschöpfung. Charakteristisch ist die häufige Wie­derkehr bestimmter Motive, der architektonischen Formen der Grabhalle, des Rundbaus, des Tur­mes (mit Glocken) und des Granattrichters, als Ornamente der Stahlhelm und das Eiserne Kreuz; einige regen die Einmauerung eines Gewölbes in den Boden an (in dem Gedanken, daß das Ehren­mal in deutscher Erde ruhen soll), andere nehmen sich antike oder gotische Architekturen zum Vorbild, einer wählt die Form einer ragenden Pyramide. Die Auswahl unter den Entwürfen muß außer­ordentlich schwierig gewesen sein; mancher würde vielleicht nach dem optischen Eindruck, anderen als den hier ausgezeichneten Arbeiten den Vorzug ge­ben. Bestimmend für die Entscheidung war nicht zuletzt der Grad der Anpassung des Totenmals an die Umgebung, die Einfachheit und Größe der Ge­staltung die Möglichkeit einer eventuellen Verwirk­lichung unter den gegebenen räumlichen und finan­ziellen Verhältniffsi. Und man muß anerkennen, daß die preisgekrönten Vorschläge fast sämtlich be- ochtsame Lösungen darstellen. Besonders eindrucks­voll sind zwei Entwürfe: Reg.-Bauführer Erns Zinßer, Köln-Lindenthal, denkt sich das Ehrenmal als offenen, in Hellem Stein gefaßten tempelarti­gen Raum, zu dem breite Treppen emporführen, mit einem Glockenturm als Wahrzeichen und einer das ganze Haingelände umschließenden Mauer; die Wiesbadener Künstler, die Architekten Herbert Kuske und Ludolf Beer und der Bildhauer Bier­brauer, wollen als Ehrenmal einen weithin sicht­baren Steinblock aufstellen, der von dichtgedräng­ten, vollplastisch aus dem Stein herausgemeißelten Figuren getragen wird und an der Schmalseite ein Kreuz und die Aufschrift 2 000 000 zeigt. Welcher Plan zur Ausführung gelangt, ist noch nicht ent­schieden, vielleicht wird man sich auch zur Verbin­dung mehrerer Ideen entschließen.

Im Amazonenstrom gibt es Aale, die durch elek­trische Schläge einen Menschen töten können.

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Das WortButterbrot" ist in die russische Sprache ausgenommen worden.

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Makufchlas Verbrechen. Die furchtbare Katastrophe von Bia-Torbagy. Geplante und nicht aus- geführte Attentate.

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furchtbaren Wirkungen des Anschlages bei Jüterbog.

Unten rechts:

Sylvester Matuschka.

Heute beginnt vor dem Wiener Schöf- engericht der erste Prozeß gegen den § if e n b a h n a t t e n t ä t e r Sylvester Ma­ll s ch k a, der zu den fürchterlichsten Verbrechern )er Wett gehört. Diese Gerichtsverhandlung, in der der Anschlag auf den D-Zug bei Anzbach verhan- re.lt werden soll, eröffnet die Reihe von Prozessen, die gegen den Verbrecher in Deutschland und in Un­garn durch geführt werden sollen. ' Als Matuschka nach dem Attentat von Bia-Torbagy verhaftet »wurde, war er

der Kriminalpolizei ein psychologisches Rätsel.

Man ging den Beweggründen seiner Verbrechen nach und untersuchte seinen Lebenswandel und stand überall vor Geheimnissen. Matuschka war ein Leh­rer, der nach feiner Verlobung mit Irene, der Tochter des Lehrers von Csantaver zu feinem Nach- olger ernannt wurde. Beim 6. Landinfanterie-

Regiment in Szabattk diente er seine Militärzeit ab. Im Kriege wurde er Offizier, erhielt in der Schlacht bei Kragujewac eine schwere Verwundung, wurde dann Führer einer Maschinengewehr-Kom­pagnie und schließlich Oberleutnant eines Mwschi- lengewehr-Bataillons. Nach dem Kriege verheira- ete er sich am 10. August 1919. Er erwarb die ungarische Staatsbürgerschaft und wurde Kaufmann in Budapest. An der Börse verdiente er sehr viel Geld. Nun kaufte er in Wien Häuser. Dieser Kauf war aber ein schlechtes Geschäft und Matuschka ver- or sein Geld. Er handelte mit Zwiebeln und mit anderen Lebensmitteln. Aber es schien, als ob eine Glückssträhne vorüber war. Bei all seinen Geschäften hatte er Verluste. Nun begann ein un­ruhiges Leben. Da bot sich ihm eine günstige Ge- egenheit, eine Fabrik zu erwerben, nämlich das Werk Tattendorf, das bei feinen Verbrechen eine große Rolle spielen sollte. Weitere Untersuchungen teilten fest, daß er zwar als ehrbarer Kaufmann in Wien bekannt war in gutem Rufe stand, aber andererseits in den verrufenen Gassen Wiens viel verkehrte, ohne daß seine Frau davon erfahren hatte. In der Nacht, wenn seine Frau fest schliss, stand er auf und begab sich in die Quartiere des Lasters, wo er unter dem KosenamenSylvi" bestens be= annt war. Dieses Doppelleben machte die Polizei tutzig, und auf Grund zahlreicher weiterer Unter­suchungen gelang es, ihn der furchtbaren Verbrechen zu überführen, die hier der Reihe nach geschildert werden sollen.

Das Attenlak von Anzbach

Am 1. Januar 1931 entdeckte ein Streckenwärter in der Nähe von Anzbach, daß zwei Verbindungs­laschen von Eisenbahnschienen gewaltsam gelöst waren. Er gab dem Lokalzug, der die Strecke passierte, ein Zeichen mit seiner Lampe, der Zug fuhr langsam, so daß ein Unglück nicht zu beklagen war. Am 30. Januar desselben Jahres hatte ein Verbrecher an der gleichen Stelle eine Eisenschiene von 1,70 Meter Länge über die Eisenbahnschienen gelegt und mit Schrauben befestigt. Als der D-Zug WienPassau dieses Hindernis überfuhr, ent­gleiste er, ohne daß ein schweres Unglück erfolgte. Dies war aber nur ein glücklicher Zufall, denn wenn die Absichten des Attentats gelungen wären, dann hätte der Zug eine 8 Meter hohe Böschung Hinabstürzen müssen, da der Anschlag an einer Stelle ausgeführt worden war, wo eine schwere Entgleisung die furchtbarsten Folgen hätte Habey müssen. Es meldete sich ein Chauffeur, der angab, daß er die Eisenschiene auf Veranlassung eines Un­bekannten nach Neulengbach gefahren und hier an der Eisenbahnstrecke niedergelegt habe. Weiteres konnte über die Person des Attentäters nicht in Erfahrung gebracht werden.

Das Aktenkak von Jüterbog

Am 8. August 1931 wurde die Oefsentlichkeit durch eine Nachricht in Aufregung versetzt, daß auf den D-Zug BaselFrankfurtBerlin zwischen den Stationen Jüterbog und Grüna ein Attentat ver­übt worden sei. Der Bahndamm ist hier 10 Meter hoch. Sieben Personenwagen, der Speisewagen und Gepäckwagen entgleisten und fielen die Bö­schung hinab. 4 Personen wurden schwer und 105 leicht verletzt Man stellte fest, daß das Stück einer Schiene durch ein Sprengstoffattentat herausge- rissen worden war, so daß die Lokomotive entglei­sen mußte. Auch hier war man über die Person des Attentäters im Unklaren. Ein Stück der Zei­tungAngriff" vom 7. August 1931 war an einem Telegrafenpfahl angeheftet und mit Bleistift waren darauf die Worte verzeichnet:Sieg, Revolution, Attentat."

Man stellte fest, daß in schäft in der Friedrichstadt

Berlin in einem Ge- eine Eisenröhre und

200 Meter Leitungsdraht gekauft worden waren, die bei dem Attentat verwendet wurden. Der Käu­fer hatte sich als irischer Offizier ausgegeben. Der irische Offizier Carnel, der in Berlin-Grunewald wohnte, wurde verhaftet, aber er konnte bald seine Unschuld nachweisen. Die Bahnhofswirtin von Jüterbog berichtete, daß ein Mann mehrfach im Bahnhofsrestaurant gewesen sei, der vielleicht mit dem Attentat in Verbindung zu bringen wäre. Der Mann konnte aber nicht ermittelt werden.

Das furchtbare verbrechen von Bia-Torbagy

Am 3. September reiste Matuschka von Wien nach Budapest. Hier beobachtete er mehrere Tage lang den Viadukt von Bia-Torbagy, über den der Wiener Schnellzug nach Budapest fährt. Am 13. Dezember wurde auf den Nachtschnellzug Wien Budapest ein Anschlag verübt, der die entsetzlichsten Folgen hatte. Die Lokomotive, der Gepäckwagen, der Schlafwagen und 3 Personenwagen stürzten aus einer Höhe von mehr als 25 Metern in die Tiefe. 22 Personen wurden getötet, eine große An­zahl schwer verletzt. Am Tatort fand man einen Aufruf an die Arbeiter, in dem erklärt wurde, daß bald für Arbeit gesorgt werden würde. Die Kapi­talisten müssen alles bezahlen. Auf dem Abhang lag verwundet der ungarische Graf Ballfy-Daun. Er

An der Unglücksstätte nach dem Attentat auf den

Viadukt von Dia Torbagy (Ungarn).

wurde von einem Mann angesprochen, der angab, daß er auch bei der Katastrophe verunglückt sei, ob­wohl Graf Palffy die Ueberzeugung hatte, daß der Mann log. Der Mann, der ihn angesprochen hatte, mußte schon vorher dagewesen sein, also mit dem Attentat in Verbindung gestanden haben. Matuschka, denn er war der Mann, der den Graf angesprochen hatte, hatte sich sein Gesicht zerschnitten, die Wäsche zerrissen, um den Anschein zu erwecken, daß er tat­sächlich verunglückt sei. Die Kriminalpolizei hielt von den Mitteilungen des Grafen Palffy wenig und schließlich aber verdichtete sich immer mehr der Verdacht, daß der geheimnisvolle Mann auf dem Abhang von Bia-Torbagy mit dem Verbrechen zu tun hatte. Man stellte fest, daß es der Kaufmann Sylvester Matuschka aus Wien sei. Am 7. Oktober wurde er zum ersten Mal vernommen und er er­klärte, daß er unschuldig sei. In seiner Hose, die er zur Zeit des Attentates getragen hatte, wurden aber Spuren von Ekrasit gefunden. Ueberführt wurde er auf ganz seltene Weise. Er hatte für das Bombenattentat das Schloß eines Koffers aus Vulkanfiber verwendet. Diesen Koffer hatte er in Budapest unter der Gepäcknummer 89 niedergelegt.^ ^,lup ^^...,..3 v., ^lv wtu Es ergab sich, daß das an der Bombe gefundene ahne besondere Festlichkeit vor sich geht.

Schloß zu dem Koffer gehörte. Ferner fand man der Fabrik in Tattendorf auf dem Boden eine Ro Eisendraht. Das Stück Draht, das an der Bom sichergestellt worden war, paßte genau an d Ende des Eisendrahtes in Tattendorf. Die n kroskopische Untersuchung ergab, daß zweifellos d Draht, der bei dem Attentat verwendet wurde, vi dieser Drahtspule stammte. Nun war Matusch überführt, und jetzt bequemte er sich auch zu eine Geständnis. Es ergab sich, daß er ohne jede @ minnabsicht aus einem verbrecherischen Drang he aus die Attentate verübte, um sich eine Blutsens tion zu verschaffen. Die Verhaftung war ein Gli für die Menschheit, denn er hatte bereits

mehrere Allenlaie geplant die er nicht mehr ausführen konnte. In Tattendo fand man in einer großen Holzbaracke im zweit! Schuppen, in der Erde vergraben, eine Akte Mappe, in der drei Landkarten lagen und zwi von Amsterdam, von der Strecke MarseillePar und von Ventimiglia. Am 12. Oktober wollte nach seinem eigenen Geständnis ein Attentat b Amsterdam verüben. Genau 1 Monat später, a 12. November sollte der Anschlag auf der Strec MarseilleParis erfolgen und wieder 1 Mon später am 12. Dezember wollte er den Eisenbahnz: bei Ventimiglia in die Luft sprengen. Auf d« Landkarten waren die Orte, wo die Attentate g plant waren, durch ein Kreuz mit roter Tinte b zeichnet. Bei der verbrecherischen Energie, die M tuschka besaß, konnte man mit Sicherheit annehme daß er auch diese Anschläge durchgeführt hätt Durch seine Verhaftung wurden seine grausig, Pläne verhindert und das Leben vieler ahnung loser und unschuldiger Menschen gerettet. Alle die Verbrechen werden in künftigen Prozessen i Deutschland und in Budapest zur Verhandlm gelangen.

K«s aller Wett chochvevvatsverfahre« seseit 24 Äetttmttttiftett i

Leipzig, 14. Juni. Vor dem IV. Strafsenat de Reichsgerichtes begann heute ein großer Hochvèi ratsprozeß gegen insgesamt 24 Angeklagte au Thüringen, Berlin, und Breslau, denen zur La gelegt wird, durch Beschaffung von Sprengstoffe! Herstellung von Sprengkörpern und Bildung vo sogenannten Sprenggruppen, ferner durch Ansamir lung von Waffen und Munition die auf den gemalt samen Umsturz gerichteten Vorbereitungen de KPD. gefördert zu haben.

Im Vordergrund des Prozesses steht der ar 3. Januar 1931 durchgeführte Einbruch in da Sprengstosslager des Kalkwerkes in Oepitz bi Pößneck, wo den Tätern 52,5 Kg. Ammonit in. bi Hände fielen. Dieser Sprengstoff war auf Betreib« des inzwischen geflohenen Berliner Funktionär Mayer alia^Gustel" nach Berlin weitergeleitc worden. Schon einige Tage vor den Ereigniss« war dem Berliner Landeskriminalamt bekannt ge worden, daß die KPD. im ganzen Reich sogenannt Sprenggruppen bilde und daß von ihr in verschu denen Orten größere Sprengstoff- und Wosfer depots angelegt seien. Die gcheimnisrmllen Bt sprechungen spielten insbesondere nach Breslm hinüber, wohin sogar Sprengstofftransporte doi Berlin ausgegangen fein sollten. Ein Berlins Funktionär es handelte sich um den außer Lan des befindlichen Josef Gutsche hatte einiget Parteigenossen in Breslau sogar an Hand eine vom Militär stammenden Sprengvorschrift Unter Weisungen im Sprengverfahren erteilt. Gutsch hatte sich als Leiter der Berliner Sprenggruppe die sich mit der Herstellung aller möglichen Spreng körper befaßte, durch Beschaffung einer umfang reichen Literatur über alle einschlägigen technischer Fragen auf das beste zu unterrichten versucht.

Auf Grund längerer Beobachtung aller ver dächtigen Personen nahm die Breslauer Polize am 27. März vorigen Jahres mehrere Hausfuchun gen vor, bei denen es gelang, den von Gutsche nach Breslau gebrachten Sprengstoff wieder zu be­schlagnahmen.

Den Vorsitz in dem auf drei bis vier Wochen berechneten Prozeß führt Reichsgerichtsrat Dr. Coonders. Die Anklage wird vertreten durch Ober­staatsanwalt Eichler und Amtsgerichtsrat Dr. Lämmle. Es sollen insgesamt 41 Zeugen und vier Sachverständige vernommen werden.

Gvstzfeuev in rkvauchewieS

Eine halbe Million Schaden

Wer-

9000 Ma-' zum min-

Sigmaringen (Hohenzollern), 14. Juni. Bei dem gemeldeten Grohbranü des Dampfsägewerks der Firma Ettlinger u. Weber, Mannheim, in Krauchenwies ist als Brandursache einwandfrei Brandstiftung festgestellt worden. Das Feuer brach gleichzeitig an zwei verschiedenen Stellen des kes aus. Das Schnittholzlage r von etwa cbm ist völlig eingeäschert. Ebenso sind das schinenhaus und der Lerraum dem Brand Opfer gefallen. Der Gesamtschaden beträgt destens eine halbe Million RM. Die Wohn- und Verwaltungsgebäude sowie das eigentliche Säge­werk und das Bündelholzlager konnten gerettet werden, weil es gelang, den dortigen Brandherd im Keim zu ersticken. Die Löscharbeiten wurden »dadurch behindert, daß zunächst das Wasser aus der etwa 500 m entfernten Ablach herausgepumpt

werden mußte. Inzwischen hatte sich eine so un­geheure Hitze entwickelt, daß es nicht gelang, weit genug an den Brandherd heranzukommen. Infolge der Vernichtung des Maschinenhauses ist der ganze Betrieb lahmgelegt, und die 65 zum größten Teil verheirateten Arbeiter müssen feiern. Der Scha­den ist durch Versicherung bei der Basler Feuer­versicherung gedeckt.

Deetobuus aus @$69oS Eallenbees bei Gefeites

Koburg, 14. Juni. Auf Schloß Callenberg bei Koburg findet am Donnerstag, den 16. Juni, die Verlobung des späteren Thronfolgers von Schwe­den, Prinz Gustav Adolf, mit Prinzessin Sibille von Sachfen-Koburg-Gotha, der ältesten Tochter des Herzogpaares, statt. Prinz Gustav Adolf, der älteste Sohn des schwedischen Königspaares, trifft mor­gen in Begleitung feiner Schwester Ingrid auf Schloß Callenberg ein, wo die Verlobungsfeiev