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Nr. 126

Mittwoch, den 1. Sunt 1932

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w Klein-Auhelm, 30. W, Das 60jährige Be­stehen des Turn- und Sportvereins 1872 wurde am Sonntag unter reger Beteiligung der ganzen Ge­meinde gefeiert. An den Wettkämpfen beteiligten sich aus den Vereinen des Gaues 187 Turner und 34 Turnerinnen. Es wurden schöne Leistungen vollbracht und dank der guten Vorbereitung ging alles flott und reibungslos von statten Gegen 1412 Uhr waren die letzten Wettkämpfe beendet. Der Festzug am Nachmittag war außer durch die hübschen Festwageu der Ortsvereine ausgezeichnet durch das stattlicheSpiel" des festgebenden Ver­eins, bei dem eine große Anzahl Knaben sich be­fanden, die gleich den Alten mit Trommeln und Pfeifen die bekannten Turnerweisen erklingen lie­ßen. Das Verdienst, die Jungens in vielwächent- lid)er Uebung so weit gebracht zu haben, gebührt dem Leiter des Spiels, Herrn Georg Lenz. Die ersten Sieger in den einzelnen Wettkämpfen sind aus der Donnerstag-Sportbeilage zu ersehen.

ai Hainstadt, 1. Juni. Das Fest der'silbernen Hochzeit feiern morgen die Eheleute Martin Bodensahn 2. und Franz Joseph Fertig von hier.

KreiS GeSubauke«

m Somborn, 30. Mai. Die beiden hiesigen Ge­sangvereineCäcilia" undMännerchor" unter Leitung von Ehrenchormeister Sahm-Niederroden und Chormeister Ph. Remle-Rumpenheim, nahmen an dem natinoalen Gesangswettstreit in Duden­hofen mit Erfolg teil. Ersterer Verein erzielte in der 1. Stadtklasse mit 265 Punkten im Klass en- singen den 4. und letzterer im Klassensingen in der 3. Stadtklasse mit 259 Punkten den 1. Preis.

in

Kreis Büdingen

t Büdingen. 31. Mai. Der Gemeinderat des Dorfes Eckartsborn (Kreis Büdingen) ernannte Adolf Hitler einstimmig zum Ehrenbürger von Eckartsborn.

i Büdingen. 30. Mai. Die hiesige Ortsgruppe des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen hielt am Sonntag in der Wirtschaft Ruhl eine Funktionärbesprechung der Ortsgruppen des Kreises ab. Am Nachmittag fand eine öffentliche Kundgebung der Kriegsopfer im Boppfchen Saale statt, die einen guten Besuch auf­zuweisen hatte. Der Bezirksleiter für Oberhessen Benner-Gießen und Weil-Büdingen sprachen über die derzeitige Notlage der Kriegsopfer, Notverord­nung und deren Auswirkungen. Die Ausführungen der Redner wurden von der Versammlung mit starkem Beifall ausgenommen.

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Asus Svankkuvt a. M

Polizeiaktion gegen eine Siedlung

': In der Nähe des Flugplatzes und der Jd- steinevstraße befindet sich die oon_ den Aermsten der Armen Frankfurts bewohnte Siedlung Alten- hainer Block, in der sich am 6. April ein Bor- 9ang ab yp leite ,_ber setzt zu einer Verhandlung vor dem Großen Schöffengericht geführt hat, die noch mehrere Tage dauern dürfte. Die Angeschuldigten sind meist Männer reiferen Alters, doch befinden sich auch Leute anfangs der Zwanzig darunter. Sie gehören den verschiedensten Berufen an. Mit we­nigen Ausnahmen sind sie erwerbslos, manche haben eine vielköpfige Familie. Die Anklage geht davon aus, daß in dem Block feit Februar d. J. von Kommunisten ein nächtlicher Wachdienst ein­gerichtet worden fei, der angeblich zum Schutz vor Ueber,fällen durch Nationalsozialisten dienen sollte. Solche U eberfälle seien aber nicht zu befürchten ge­wesen und die Wachen hätten nur dazu gedient, heimkehrende Andersdenkende anzugreifen. Als dann die Polizei in der Nacht zum 6. April eine Säuberungsaktion vornahm, fei ihr ein großer Teil der Angeklagten bewaffnet entgegengetreten, es seien die Laternen ausgelöscht worden, fünfzehn Mann hätten die Polizei mit dem Zuruf:Parole" angehalten und trotz des Zurufs:Hände hoch" habe die Menge diè Beamten umringt. Aus der Siedlung ertönten Alarm,Zeichen, im Hintergrund fei auch geschossen worden. Die Polizei habe Ver­stärkung bekommen, etwa dreißig bis vierzig Sied- iungsbewohner, die auf der Straße mgren, seien Entkommen, die übrigen wurden festgenommen und mußten die Waffen abgeben. Die Angeklagten, die sich schon vorher in einzelnen Gruppen versammelt hatten, hätten auf ein verabredetes Signal einen bewaffneten Haufen gebildet. In der Verhandlung behaupteten die Angeklagten durchweg, daß sie an einen U eberfall durch Nationalsozialisten glaubten, daß sie erst durch Schießen oder Signale aus den Wohnungen gekommen seien, daß sie zu­nächst gar nicht ersannt hätten, Polizei vor sich zu haben/da die Beamten in Zivil und zum Teil wie Angehörige der SS.-Formation gekleidet gekommen seien. Die Angeklagten wollen dann auf den den ' Anruf:Hände hoch" mit dem Gesicht wider eine Wand gestellt worden sein und hätten die Hände über eine halbe Stunde lang hochhalten müssen. Es seien hierbei auch einige ihrer Leute mißhandelt worden. Ein Angeklagter hat Verletzungen am Ohr, ein anderer am Auge erhalten. In der Nach­mittagssitzung wurden von den 26 geladenen Zeu­gen fünf vernommen, dann vertagte das Gericht die Verhandlung auf Dienstag unter Haftentlassung eines der Beschuldigten.

Vertagung der frankfurter Hauptversammlung des Vereins Deutscher Zeilungsverleger.

Mit Rücksicht auf die unerwartete Wendung der politischen Verhältnisse hat der Verein Deut­scher Zeitungsverleger, Herausgeber der deutschen Tageszeitungen, e. V., feine ordentliche Haupt­versammlung, die in den Tagen vom 10. bis 12. Juni in Frankfurt stattfinden sollte, einstweilen vertagt.

Frankfurt muß Hauser verkaufen, um die Beamten- gehälter auszahlen zu können

= Die gestrige Stadtverordnetenversammlung, 6,ei der 31 Punkte auf der Tagesordnung standen, hat im Gegensatz zu sonst einen bemerkenswert ruhigen Verlauf genommen. Von Interesse waren Ausführungen des Sta-tkämerers Dr, Lehmann, der bei der Vorlage über den Verkauf von bebau­ten Liegenschaften in verschiedenen Stadtteilen mit Nachdruck betonte, daß diese Vorlage unbedingt an­genommen werden müsse, md( diese Gelder zur Bezahlung der Beamtenschaft unbedingt gebraucht

Mv Deutschlands Schutz gegen Luftaugvisse

Von der Massenherstellung der Gasmasken:

Die Nahtstiche am Rande der Masken werden durch Gummi dicht gemacht.

In verschiedenen deutschen Fabriken werden jetzt Gasmasken in beträchtlichen Mengen hergestellt, um an die Bevölkerung in solchen Gebieten verteilt zu werden, die bei feindlichen Luftan­griffen besonders gefährdet sind. Luftschutzübungen der Zivilbevölkerung fanden kürzlich in Wil­helmshaven statt und werden in diesen Wochen in Ostpreußen abgehalten werden.

würden. Dem scheidenden Bürgermeister Gräf widmete der Stadtverordnetenvorsteher einen war­men Nachruf im Namen der Stadtverordnetenver­sammlung wie auch der Bürgerschaft. Er sprach die Hoffnung aus, daß auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt die Tätigkeit Gräfs noch in ver­schiedener Beziehung der Stadt erhalten bleiben möge.

Lin Unfall an der Staustufe Griesheim vor Gericht r Am 16. Oktober v. I. ereignete sich an Der Staustufe Griesheim ein schwerer Unfall. Beim Aufstellen von Masten stürzte ein Mast um und der 27jährige Schlosser Andreas Neufahrt, der im letzten Augenblick zwischen Holzsprießen springen wollte, wurde schwer verletzt. Das Schulterblatt wurde ihm dreimal gebrochen, das Schlüsselbein, das eine Wadenbein und ein Fuß sehr erheblich verletzt. Noch heute hat er Gehbeschwerden. Er er­hält von der Berufsgenossenschaft zwanzig Pro­zent, hat sich aber mit dieser Entscheidung nicht zu­frieden gegeben, sondern Berufung eingelegt. Für das Unglück verantwortlich wurde der Elektriker Alois Linortner, der sich jetzt in München befindet, gemacht. Das Kleine Schöffengericht sprach ihn aber von der Anklage der fahrlässigen Körper­verletzung frei, weil sich ein Verschulden nicht fest­stellen ließ.

Zwei schwere Geschäfts-Einbrüche

: Einbrecher suchten die Geschäftsräume eines Konfektionshauses in der Mainzer Landstraße heim. Sie sind anscheinend nach Oeffnung der Zu- gangstür mit Nachschlüsseln in das Innere des Lagers eingedrungen. Hier haben sie eine große Anzahl fertiger Anzüge, Mäntel und Anzugstoffe verpackt und -dann sortgeschasst. Der Schaden ist recht erheblich; er beträgt mehrere Tausend Mark. In der gleichen Nacht wurde ein Einbruch in ein Schuhgeschäft in der Altegasse-Vilbeler Straße verübt. Die Täter sind durch den Keller an eine Lagerlür gelangt, brachen diese auf und stiegen dann ein. Sie entwendeten Herren-, Damen- und Knabenschuhe sowie Reit- und Motorradstiefel im Werte von etwa 1000 Mark. In der Hauptsache nahmen sie die gangbarsten Größen (4244) mit.

Aus Stab und Setzt»

Ein Revolvecattentat auf einen Arzt.

Kassel, 31. Mai. Auf den Nervenarzt Dr. Salomon wurde heute ein Revoloerattentat verübt, durch das der Arzt schwer verletzt wurde. In der Sprechstunde erschien ein Patient namens Simon­sohn, der schon seit längerer Zeit bei Dr. Salomon in Behandlung war und gab auf den Arzt fünf Schüsse ab. Dr. Salomon wurde sofort ins Kran­kenhaus übergeführt. Der Täter stellte sich selbst der Polizei. Die Gründe zu der Tat dürften in einer starken Nervenüberreizung des Attentäters zu suchen sein.

Ein Kind von einem umstürzenden Tor erschlagen.

Darmstadt, 31. Mai. Heute mittag ereignete sich vor einer Wirtschaft in der oberen Waldstraße ein eigenartiger Unfall. Ein Z^jähriger Junge hatte sich vor ein schweres Holztor der dortigen Wirtschaft gestellt, als ein schwerer Lastwagen vor- beifuhr. Das Tor, dessen oberste Angel anscheinend nicht mehr fest war, stürzte um und fiel auf das Kind, das nach feiner Einlieferung in das Kran­kenhaus den schweren inneren Verletzungen erlegen ist.

Sturz aus dem fahrenden Zuge.

Gießen. 31. Mai. Gestern gegen abend stürzte unmittelbar bei der Einfahrt in den Bahnhof Gro- ßen-Linden die dort wohnhafte Frau Marie Men­ges aus dem um 18.28 Uhr in Gießen-Linden an­kommenden Personenzug von Frankfurt a. M. Die Frau hatte die Abteiltür schon geöffnet, während der Zug sich noch im Fahren befand, vermutlich um rasch aussteigen zu können. Durch die Bewegung des fahrenden Zuges stürzte die Frau aus dem Wagen und erlitt dabei eine Gehirnerschütterung und Beinverletzungen, die ihre Ueberführung in die Gießener Klinik erforderlich machten.

Auto stürzt eine Mauer herab.

- Marburg, 31. Mai. Gestern nachmittag wollte ein mit mehreren Personen besetztes aus­wärtiges Auto vom Steinweg in die Rotergraben­straße einbiegen. Bei dem dazu notwendigen Ein­stechen wurde anscheinend versehentlich Gas ge- gegeben, so daß das Auto eine dicke Mauer, mit

Eisengeländer umriß und dann etwa zwei Meter tief nach dem Steinweg hinbstürzte. Einem gerade dort stehenden Bäckerlehrling wurde dabei ein Beir zerschmettert. Das Auto kam glücklicherweise au den Rädern zu stehen, so daß die Insassen mit dem Schrecken davonkamen.

Großfeuer in Mainz.

Mainz, 31. Mai. Heute abend gegen 8 Uhr brach in einem Fabrikgebäude in der Nähe des Südbahnhoifs, in dem eine Möbelschreinerei und eine Buchdruckerei untergebracht sind, Feuer a;ts, das sich über das ganze Dachgeschoß des Gebäudes verbreitete und die Lagervorräte der Druckerei so­wie den Möbel- und Werkzeugspeicher der Schrei­nerei vollständig vernichtete. Der Dachstuhl und das obere Stockwerk des Baues fielen dem Brand zum Opfer, die unteren Stockwerke wurden durch Wasser erheblich beschädigt. Die Entstehungsursache des Feuers konnte noch nicht festgestellt werden. Der Schaden ist bedeutend, soll aber durch Ver­sicherung gedeckt sein. Nach etwa zweistündiger Tä­tigkeit konnte die Feuerwehr des Brandes Herr werden.

Bei einem Wirkshaussireil niedergestochen.

Dillenburg, 31. Mai. Im Verlauf eines Wirtshausstreites ist in dem Kreisort Ballersbach der jugendliche Schlosser Willi Hoffmann von zwei jugendlichen Raufbolden aus Bicken niedergestochen worden. U. a. erhielt Hoffmann einen Stich in die Herzgegend; sein Zustand ist hoffnungslos.

38. Wanderausstellung der Deutschen LanbwietkchastS- sekellschakt

Mannheim, 31. Mai. Die 38. Wanderausstel­lung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft wurde heute mittag hier eröffnet. Der Präsident der Badischen Landwirtschaftskammer, Dr. Graf Douglas, begrüßte als Vizepräsident alle An­wesenden und ganz besonders das badische Gesamt­ministerium, an dessen Spitze den Staatspräsiden­ten, und die Vertreter des Badischen Landtages. Ein weiterer Willkommengruß galt den Vertre­tern des Reichs und der Länder, ferner dem Ober­bürgermeister Heimerich der Stadt Mannheim. Sttatspräsident Dr. Schmitt- Karlsruhe entbot namens des badischen Staatsministeriums die auf­richtigsten Grüße des Landes Baden. Diese galten den Vertretern außerdeutscher Länder, den Vertre­tern des Reiches und der deutschen Länder. Badens Landwirtschaft leidet, so betonte der Staatspräsident, durch eine besondere Ursache, da­durch nämlich, daß es durch den Vertrag von Ver­sailles nunmehr Grenzland geworden sei, daß die neue Rheingrenze naturgegebene wirtschaftliche Zusammenhänge gerissen und der badischen Wirt­schaft und Landwirtschaft Absatzmöglichkeiten links des Rheins genommen habe. So sehr wir Osthilfe wünschen, so sehr verlangen wir Westhilfe und Südwesthilfe. Um die Lage der Landwirtschaft zu bessern, hat die badische Regierung alle Maßnah­men, welche vom Reich im Interesse der Landwirt­schaft getroffen wurden, nachdrücklichst unterstützt und auch ihrerseits alles getan, was im Rahmen der Landesverwaltung geschehen konnte, um die wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft treibenden Bevölkerung zu erleichtern und zu bessern. Die badische Regierung ruft der deutschen Landwirt­schaft an ihrem heutigen Ehrentage zu:Durch Arbeit und Zusammenarbeit, durch Planmäßigkeit und Strebsamkeit durch Gottoertrauen und Selbst­vertrauen vorwärts und aufwärts zur Freiheit."

Im Namen des Badischen Landtages hieß Abg. Reinbold, 1. Vizepräsident des Badischen Landtages, die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft im südlichen Teil des Reiches aufs herzlichste will­kommen. Bei vollem Verständnis für die Not der Landwirtschaft im Norden und Osten haben wir doch immer das Empfinden hier im Süden des Reiches, daß man die Not der süddeutschen Land­wirtschaft, insbesondere die Grenzlandnot Badens, nicht in ihrer ganzen Tiefe erfaßt. Baden als ein ehemals mit Industrie gut besetztes Land ist mehr als irgendein anderes Land darauf angewiesen, die entstandenen überschüssigen Arbeitskräfte wiederum auf das Land zu verpflanzen. Das find unsere badischen Sorgen. Die Deutsche Landroirtschafts- gesellschast ist eines der berufenen Organe des deutschen Bauerntums. Wenn Sie uns Ihre Unterstützung angedeihen lassen wollten bei der

Betreuung der süddeutschen bäuerlichen Interessen, dann wären wir Ihnen außerordentlich dankbar dafür. Jedenfalls würde der Badische Landtag eine kräftigere Unterstützung von Norden her außerordentlich begrüßen und seinerseits alles tun, was zur weiteren Hebung und Stützung des Ge­samten möglich ist. Oberbürgermeister Dr. Hei­merich erklärte, alle Festesfreude vermöge leider nicht hinwegzutäuschen über die schweren Sorgen, die uns heute gleichermaßen in Stadt und Land bedrücken. Es wäre sicherlich falsch, wenn die Städter aus den Spitzenleistungen, welche die Landwirtschaftliche Ausstellung zeigt, entnehmen wollten, daß es dem Landwirt gut ginge, und es wäre nicht minder falsch, wenn sich die Landwirte täuschen ließen von dem außerordentlichen Ein­druck der Stadt. Hinter einer vielleicht glänzend erscheinenden Fassade lebt graue Sorge und düsteres Elend. Unter Gesichtspunkten gemeinsa­mer Sorge in Stadt und Land gewinnt die dies­jährige Ausstellung der DLG. erhöhte Bedeutung. Es muß unmittelbar Hand angelegt werden und es müssen mit Beschleunigung Wege gegangen werden, die die Spannung zwischen Stadt und Land ausschalten und die Lage erleichtern. In den Dienst dieser großen Aufgabe haben sich die DLG. und ihre Wanderausstellungen feit Jahr­zehnten gestellt. Die deutschen Städte und die Stadt Mannheim haben allen Anlaß, für die große Leistung, die sie bisher vollbracht hat, zu danken und ihrer Arbeit auch für die Zukunft den besten Erfolg zu wünschen.

Zum Schlüsse sprach als Vorsitzender des Ver­bandes der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft General-Landschafts-Repräsentant Dr. Websky- Karlsdorf. Er dankte an erster Stelle der Stadt Mannheim, ferner gedachte er der Mitwirkung der Reichs- und Staatsbehörden; insbesondere das Reichsministerium für Ernährung und Landwirt­schaft habe die Einrichtung der Sonderausstellung für Marktwesen und Landarbeit durch eine nam­hafte Reichsbeihilfe ermöglicht und auch zahlreiche Preise zur Verfügung gestellt. Dafür den wärm­sten Dank der DLG. und der Aussteller darbrin­gen zu dürfen, gereicht mir zur besonderen Ehre. Der Redner schloß mit einem Hoch auf die Stadt Mannheim und ihre Bürgerschaft.

Äus aller wett Ausschreitungen beim Aus­ziehen der Reichsmarine» wache

Berlin, 31. Mai. Der Polizeipräsident teilt mit: Am Dienstag nachmittag ist es beim Aufziehen der Reichsmarinewache, der sich während ihres Marsches zum ReichspräsDentenpalais unb_ zum Reichswehrministerium nicht nur friedliche Staats­bürger zu Begleitzwecken, sondern auch politische radikale Elemente zu Demonstrationszwecken an­schlossen, bedauerlicherweise zu zahlreichen Zwischen­fällen gekommen. Jnnerhall» der begleitenden Menschenmenge, die aus mehreren tausend Per­sonen, und zwar zum größeren Teil aus Rechts­radikalen, zum kleineren Teil aus Linksradrkalen bestand, kam es zu politischen Auseinandersetzun­gen, die mehrfach zu Tätlichkeiten ausarteten. In der Nähe des Reichswehrministeriums wurden Polizeibeamte aus der begleitenden Menge wieder­holt mit Steinen beworfen. Nachdem drei der Be­amten verletzt waren, gab der führende Polizei- offizier den Befehl zum Gebrauch der Schußwaffe. Hierdurch wurden drei Personen aus der Menge leicht verletzt. Von den Demonstranten wurden 22 Personen wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zwangsgestellt.

Lungdeutschev Einsatz in rbüvinse«

Vom Jungdeutschen Orden wird geschrieben: Die Bruderschaft Eisenberg in Thüringen hat in langem Ringen mit der Bürokratie endlich den lang­ersehnten Erfolg zu verzeichnen: 20 Arbeitsdienst- freiwillige haben mit dem Bau eines Schwimm­bades in Hainspitz begonnen. Träger der Arbeit: Verkehrsverein Hainspitz, Träger des Dienstes Jungdeutscher Orden, Bruderschaft Eisenberg. Dauer 6 Wochen. Die Kolonne setzt sich aus 20 Arbeitsfrei- willigen zusammen. Die Arbeit besteht aus: Schlämmen eines Teiches, Legen von Zuflußröhren, Bau von Kabinen usw. In Helmstadt fand im Beisein der Vertreter der Behörden sowie des Jungdeutschen Ordens die Grundsteinlegung zu den 30 Stadtrandsiedlungen statt, die an der Marien­taler Chaussee von dem Arbeitslosen-Selbsthilse- Siedlerbung Helmstadt in Angriff genommen sind. Der Reichskommissar hat hierfür insgesamt 75 000 Mark zur Verfügung gestellt. Die Bürgschaft über­nimmt die Stadt Helmstedt, wie auch die Leitung in den Händen des städt. Bauamtes liegt. Ausgeführt werden ausschließlich auf dem Wege der Selbsthilse 15 Doppelhäuser, hinter denen je 1 Morgen Land liegt. Es ist dieses die erste Stadtrandsiedlung des Freistaates Braunschweig. Voraussichtlich wird auch noch eine Kolonne des Freiwilligen Arbeitsdienstes eingesetzt. Zum Träger des Dienstes ist die Bruder­schaft Helmstedt des Jungdeutschen Ordens vorge­sehen, da der Orden nach Ansicht des städtischen Ar- heitsamtsdirektorim Freiwilligen Arbeitsdienst die besten Erfahrungen besitzt". Der Orden arbeitet mit dem Siedlerbund in engem Einvernehmen.

Beisetzung von Morgens.

Bersin, 31. Mai. In Wannsee wurde heute lachmittag unter außerordentlich starker Beteiligung )er auf dem Nürburgring verunglückte Rennfahrer Heinz Joachim von Morgen beigesetzt. Besonders lerzliche Worte fand der Geistliche für die unglück- iche Frau, die ihrem toten Ehekameraden wegen Krankheit nicht einmal die letzte Ehre erweisen könne.

Bedrohung der Direkiorengehälker in Polen.

Warschau, 31. Mai. Die polnische Regierung ündigt an, daß in nächster Zeit eine Verordnung les Staatspräsidenten die Einkünfte der Vorstands­und Aufsichtsratsmitglieder in den Großunterneh­mungen von Industrie und Handel auf ein bestimm­tes Höchstmaß beschränken werde. Auch die Gehäl­ter der leitenden Angestellten in der Privatindustrie! sollen durch diese Verordnung herabgesetzt werden«