Einzelbild herunterladen
 

Nr. 123

Die Entfestigung von Mainz

Mainz, 27. Mai. Die seit einigen Monaten in Ausführung begriffene Niederlegung der Kasernen and anderer ehemaliger militärischer Bauten in Mainz hat schon ziemliche Fortschritte gemacht Nie- dergolegt sind bereits die Prinz Carl-Kaserne, die Vefenswnskaserne, die Pontonhallen, das Artillerie- roagenhaus und auch die 50 Meter hohen Funk- mrme sind abmontiert. Nach dem Programm kom­men jetzt die alte und neue Münsterkaserne zum Abbruch, die Eisgrubkaserne, das Proviantamt u a 2b auch die einstige Konservenfabrik niedergelegt tDtrb, ist noch nicht entschieden; es handelt sich labet um eine reine Industrieanlage, die jederzeit inderweit industriell nutzbar gemacht werden könnte. Auf der anderen Seite ist auch eine Erweiterung les Niederlegungsprogramms vorgesehen; wie wir hören, soll eine Flugzeughalle im weiteren Vor- zelände von Mainz abgebrochen werden.

Gescheiterte Bürgermeisterwahl

Mörfelden, 27. Mai. Der Gemeinderat von Mörfelden trat gestern abend nach der Absetzung les kommunistischen Bürgermeisters zum erstenmal wieder zusammen. Als wichtigster Punkt stand auf »er Tagesordnung die Wahl eines Stellvertreters des Bürgermeisters und des gleichfalls abgesetzten kommunistischen Beigeordneten entsprechend Art. 47 der hessischen Gemeindeordnung. Weder die Sozial­demokraten noch die bürgerliche Fraktion unterbrei­teten hierzu einen Wahlvorschlag, während die Kommunisten die Wiedereinsetzung des Bürgermei­sters und des Beigeordneten in ihre Aemter ver­langten. Damit war die Wahl der Stellvertreter gescheitert. Die Bürgermeistereigeschäfte werden weiterhin von dem vom Kreisamt eingesetzten Staatskommissar versehen. Die Sitzung verlief ohne Zwischenfälle.

Auf der Suche nach Taunusgold?

Bad Homburg, 27. Mai. Anfang April d. J. wurden durch zwei Wünschelrutengänger aus Dorn­holzhausen zwölf starke Goldadern im unteren Taunus festgestellt. Die Strecke der bislang ermittel­ten Goldadern beläuft sich auf etwa 15 Kilometer; sie beginnen bei Köppern, laufen über den Hom­burger Saalburgstollen, der einen Teil der Wasser­leitung speist, weiter über den hirschpark, Hohe­mark (Lumpenfabrik) bis Oberhöchstadt und da­rüber hinaus. Die ersten Schürfversuche brachten kein ungünstiges Ergebnis und man hegt die Hoff­nung, daß das goldhaltige Quarzitgestein abbau- lohnend ist. Daß der Taunusquarzit vielfach gold­haltig ist, ist eine altbekannte Tatsache, allerdings wurden bisyer alle Versuche, Gold zu gewinnen u. a. in der Gildgrube als nicht lohnend wieder aufgegeben.

Letzte Begegnung mit Äifvev wegenev

Der 50. Geburtstag bei 50 Grad Kälte

Von Studienrat Dr. Ernst Sorge

Einen vollständigen Begriff von den Schwierigkeiten, die dieDeutsche Grönland ° Expedition 1930/31" zu überwinden hatte, vermittelt das im Verlag Brockhaus, Leipzig, erschie­nene Expeditionsbuch, aus dem wir nachstehend einen interessanten Ab­schnitt veröffentlichen. D. Red.

Vom 13. September 1930 an waren an wir zwei Mann inEismitte", Georgi als Stations- Leiter und Meteorologe, ich als sein Kamerad und Glaziologe. Wir wohnten zuerst im Zelt und hatten mit den Wetterbeobachtungen, Ballonauf- 'teigen und dem Bau von unterirdischen Gängen und Räumen für die Ueberwinterung genug zu tun. Am 5. Oktoberzogen wir um , d. h. wir brachten unsere Ausrüstung in die Firnhöhle und schliefen von nun an nicht mehr im Zelt, sondern unten. Die Firndecke von 1.60 Meter Stärke hielt jede Kälte ab. Schlafkojen aus Firn waren beim Ausschachten gleich stehen gelassen worden. Der Zugang zur Firnhöhle wurde durch drei Vorhänge aus Säcken, Gummi- und Renntierfellen abge­schlossen.

Unser erster und stärkster Eindruck war der, als ob wir in einer Krypta aufgebahrt lägen. Alles weiß wie Marmor, unsere Lager rechtwink­lig wie Marmorsockel von Sarkophagen. Zauber­haft blau schimmerte von oben der letzte Rest des Tageslichtes durch die Firndecke. Dazu das matte Licht einer kleinen Lampe, die das Gewölbe gen sterhaft unwirklich erhellte, so daß man den Raum erst nach und nach auftauchen sah. Alles das machte auf uns einen geheimnisvollen, etwas un­heimlichen Eindruck. Aber wir fühlten uns in dem von keinem Wind beunruhigten Raum bald Sgeborgen. Die kleine, von Georgi aus einer Kon- ervenbüchse und photographischen Glasplatten an- > ^

Samstag, den 28. Mai 1932

Lum LahveStag der Seeschlacht von Skaserear

Vewegungs-Skizze der deutschen und englischen Flotte am 31. Mai und 1. 3 uni 1916 mit dem Schlachtort.

Rechts oben: Admiral Scheer der Führer der deutschen Schlachtflotte. Rechts unten: Admiral Jellioe, der Führer der Engländer in der Schlacht.

Vor 16 Jahren, am 31. Mai 1916, fand jene denkwürdige See­schlacht vor dem Skagerak statt, in der die deutschen Motten­kräfte den weit stärkern Engländern die größte Ni ederlage in der Geschichte der britischen Marine bereiteten.

Keimketzr eines âiegsseSnngenen nach 16 Satzren

Berlin, 27. Mal. Wie dieB. 3" aus Endingen im Schwarzwald berichtet, hat der deutsche General­konsul in Neapel an den dortigen Bürgermeister gestern folgendes Telegramm geischickt:Daub- m a n n hier eingetroffen, Eltern benachrichtigen. Deutsches Generalkonsulat." Der Name Oskar Daubmann steht auf dem Gefallenendenkmal des Städtchens Endingen mit dem VermerkGefallen in der Somme-Schlacht, Januar 1916". Als die Eltern des angeblich Gefallenen jetzt die Nachricht erhielten, daß ihr Sohn noch lebt, find sie vor Freude zusammengebrochen, obwohl sie nicht ganz unvorbereitet auf die Tatsache waren, daß ihr Sohn noch lebe. Vor acht Jahren sschon ist einmal in Endingen ein Telegramm an die Eltern gekommen, in dem nur die Worte standenOskar lebt in Afrika." Jetzt ist das Telegramm des Neapeler Generalkonsulats, das man zuerst auch für eine Mystifikation hielt, durch einen Brief bestätigt worden, der mit dem Poststempel Palermo eben­falls gestern bei den Eltern eingetroffen ist und die Handschrift des Sohnes trägt. Die Eltern haben die Schrift ihres tot geglaubten Sohnes sofort

gefertigte Petroleumlampe bewährte sich vor-

Am^ 7. Oktober wollte das Petroleum nicht bren­nen. Es hatte sich wahrscheinlich durch die Kälte entmischt. Unser Wohnraum war voll Ruß und Qualm und stank scheußlich. Di Flamme wurde schnell kleiner. Da stießen wir durch die Decke mit dem Skistock ein Loch und konnten wieder aufatmen. Auch die Lampe strahlte hell vor Freude über die frische Luft. Ueberhaupt war die Lampe äußerst empfindlich für Kohlensäure und zeigte schlechte Luft lange an, bevor wir es merkten. Das war natürlich beruhigend. Bei Schneesturm verschlossen wir das Luftloch oben durch einen Holzdeckel. Außerdem ließ sich der Luftzug durch eine drehbare Blechscheibe im Luft­loch regeln.

Wiedererkannt. In diesem Brief schreibt Oskar Daubmann seinen Eltern, daß er nach einem Marsch von 5000 Kilometern in Palermo ein- getrossen sei. Wo sich Daubmann 5000 Kilometer von Palermo entfernt eigentlich aufgehalten hat, weiß man noch nicht. Er schreibt nur, daß er im Januar 1916 in der Somme-Schlacht schwer ver­wundet wurde und in französische Gefangenschaft geraten sei. Nach seiner Heilung habe er einen Fluchtversuch unternommen und dabei einen Posten erschlagen. Darauf sei er zu 20 Jahren Zucht­haus verurteilt worden. Zur Verbüßung der Strafe sei er nach Afrika deportiert worden. Es sei ihm jetzt gelungen, nach dem 5000 Kilometer- Marsch die Küste zu erreichen und ein Schiff nach Palermo zu besteigen. Er liege am Sonnenfieber darnieder und könne darum noch keine näheren Mitteilungen über sein Schicksal machen. Die Eltern sollten seinen Taufschein und den Geburtsschein an den Konsul in Neapel schicken, wohin er sich zu begeben gedenke. Inzwischen ist Daubmann, wie das Telegramm des deutschen Konsuls beweist, in Neapel eingetroffen.

Am 10. Oktober fiel die Temperatur auf 52 Grad. Bei diesen Kältegraden bildete sich kilo­meterweit aus dem Schornstein unseres Luftloches eineNebelfahne". Sie begann erst hundert Me­ter entfernt und zog dann in unabsehbare Weiten am Boden dahin. Beim Ausatmen knisterte unser Atemhauch so ähnlich wie das Geräusch eines Ru­derbootes beim Hineinfahren in Schilf oder Bin­sen. Der Wasserdampf der Atemluft gefror sofort zu Eiskristallen; daher das Knistern. Abends gin­gen wir noch mehrmals hinaus, um die tiefe Tem­peratur zugenießen". Wir hatten nämlich zum erstenmal unter50 Grad, dazu Mondschein und einen wunderbaren Sternhimmel. Wir begriffen allmählich Nansens Begeisterung für die Polar­nacht.

Bald merkten wir, daß unser kleiner Ofen mehr

___________________________ Seife 2

Petroleum verbrauchte, als wir uns leisten konn­ten. Anfang ließen wir ihn täglich zehn bis zwölf Stunden brennen. Ende Oktober nur noch wenige Stunden nachmittags. Um Körperwärme zu spa­ren, krochen wir auch am Tage zwischen den Ar­beiten oft in die Schlafsäcke. So war es auch am 30. Oktober vormittags. Da hörten wir plötzlich über uns einen Hundeschlitten rauschen, unver­kennbar. HurraI Sie kommen! Wir springen hinaus und laufen die Treppe hinauf ins Freie. Der Grönländer Rasmus Villumsen ist da. Wir führen ihn ins Haus und ziehen ihm seine ver­eisten Pelze aus. In wenigen Minuten sind auch Wegener und Loewe da. Riesengroße Freude, aber keine reine; denn Loewe hat sich die Zehen, Hacken und Finger blau gefroren. Er wird gleich aus­gezogen, auf eine Koje in einen trockenen, warmen Schlafsack gelegt und von Georgi und mir ab­wechselnd massiert. Dabei wird unendlich viel erzählt.

Georgi und ich staunten immer wieder über die kaum glaubliche Leistung, bei Temperaturen unter 50 Grad gegen den Wind mit Hundeschlitten zu reisen. Und daß Loewe das sogar die letzten vier Tage noch mit erfrorenen Zehen durchgehalten hatte! Es machte auf uns fast einen übernatür­lichen Eindruck, daß Wegener, so frisch, froh und gesund aussah, wie nach einem Spaziergang. Der Gegensatz zwischen der Temperatur von5 Grad in unserem Zimmer und der Kälte draußen war so groß, unser Raum war so wohnlich eingerichtet im Vergleich mit dem Reisezelt, daß Wegener ein über das andere Mal ausrief:Ist das hier ge­mütlich!" Wegeners Energie war durch die vier­zigtägige harte Schlittenreise nicht erschöpft, im Gegenteil: sie war erst richtig angefacht worden. Er hielt jetzt sozusagen nichts mehr für unmöglich. Er freute sich, daß wir uns entschlossen hatten, in Eismitte" zu überwintern. Den Ausfall dieser Station im Expeditionsplan hätte er nie ver­schmerzt. Er war so fest entschlossen,Eismitte" aufrechtzuerhalten, daß er sogar oorschlug, notfalls mit Loewe zusammen zu überwintern, wenn wir es für gewagt hielten. Stundenlang machte er Eintragungen in sein Tagebuch; wir mußten ihm von unseren bisherigen wissenschaftlichen Mes­sungen berichten, und er notierte sich die Wetter­beobachtungen genau so wie die Messungen der Firnschichten. Zwischendurch wurde fast ununter­brochen gegessen und Kaffee getrunken. Ausführ­lich wurden die Expeditionspläne fürs nächste Jahr besprochen. Während im Expeditionspro­gramm nur von einer einzigen Durchquerung Grönlands nach Scoresby-Sund zur Oststation die Rede ist, schlug Wegener nun sogar zwei Durch­querungen vor, nach Scoresby-Sund und nach Angmagsalik. Wir mußten die Ausrüstung für diese Durchquerungen aufschreiben, und Wegener steckte die Zettel ins Tagebuch, um uns im näch­sten Frühjahr das Gewünschte zu schicken.

Wegener hielt es für das richtigste, wenn Loewe bei uns inEismitte" blieb. Hier konnte er in Ruhe gepflegt werden so wenig Hilfsmittel wir aucy hatten, während die Rückreise für ihn wahr­scheinlich den Tod bedeuten würde. Der Proviant vonEismitte" langte bei sparsamen Verbrauch für drei Mann. Ja, Wegener und Rasmus konn­ten für die Rückreise noch 135 Kilogramm Lebens­mittel und eine Kanne Petroleum mitbekommen. Zwei Nächte schliefen wir zu fünf Mann etwas eng, aber warm in der Firnhöhle. Am 1. No­vember feierten wir alle zusammen Wegeners 50. Geburtstag. Und dann reiften er und Rasmus mit zwei Schlitten und 17 Hunden nach Westen zurück. Es war wärmer geworden (39 Grad), halb bedeckt und leichter Südsüdwestwind, also glän­zendes Reisewetter; die Hunde waren durch die Kälte ziemlich schlapp geworden, aber die Schlitten waren leicht zu ziehen, und nun gings mit dem Wind und mit Zuversicht zur Küste zurück. Als wir den beiden Männern nachsahen, ahnten wir nicht, daß wir sie zum letztenmal lebend sahen.

Aus aller wett

Lovvevinne« und Bolksnot

Preußens volksschullehrerinnen tagen in Berlin

Der Landesverein Preußischer Dolksschul- lererinnen hielt dieser Tage gemeinsam mit dem Reichsverband Deutscher Volksschullehrerinnen in Berlin im Reichswirtschaftsrat seine diesjährige Hauptversamlung ab. Die Vorsitzende des Reichs­verbandes. Landtagsabgeordnete o. Kulesza, hielt die Begrüßungsansprache. U. a. begrüßten die Ver­sammlung Frau Ministerialrat Dr. Bäumer, Frau Ministerialrat Heinemann, Frau Dr. Matz und Oberschulrat Dr. Fischer. Im Mittelpunkt der Kund­gebung stand der Vortrag von Frau Anna Mosolf, Hannover, überNotstandspädagogik". Ausgehend von der wirtschaftlichen Not, in der unsere Jugend heranwächst, schilderte die Rednerin dir daraus sich ergebende seelische Not. Das Verzichtenmüssen auf

Fussboden sind sehr rasdi erneuert, durch Mb,das so billig scheuert/

Gepflegte Boden und Treppen sind die Visitenkarte des Hatt» ses. Ata macht Ihnen die Pflege leicht weil es schnell Frische und Sauberkeit bringt, weil es sparsam und billig ist Spar* samkeit im Gebrauch sichert Ihnen die praktische Streu* flasche, aber auch die große Ergiebigkeit die in der feinen Ata-Beschaffenheit ihren Grund hat Billig ist Ata deshalb, weil es so viele Vorzüge für wenige Pfennige bietet

Sie sparen beim Scheuemund Putzen

wie alle, die Henkels Ata benutzen! .,,«»*..> . , mm* ................ m mi ...... .in..... l^l^^^^ WW ^^w^hwe

Auch für Aluminium bestens bewährt! Ahxmlniuxö trocken pufieni

putzt und reinigt alles

I H er gestellt in den Persil werke n

Nehmen Sie zum Aufwaschen. Spülen und Reinigen Henkels ®