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Generalanzeiger? St/

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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Feraspr. 3956,3951, 3958

28. Mat

1932

Mein Mnrswechfet vor Lausanne

Umiittdevungen der «otvevovdnung im rterKsSabknett - LUovsen Entscheidutts KindenbuvsS UmbNduns des Reichskablneiis durch Geueval Kaffe und De. Goevdelev?

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Der Anhaltische Landtag nahm gestern ein Amnestiegesetz der neuen Regierung an, durch das für politische Vergehen Straffeiheit gewährleistet wird. Anträge der Linken, auch die Strafen für WVergehen einzubeziehen, die aus wirtschaftlicher Not erfolgt seien, wurden abgelehnt. Dagegen gab Ministerpräsident Freyberg die Erklärung ab, daß das Ministerium von sich aus im Verwaltungswege die Vergehen aus wirtschaftlicher Not amnestieren o? werde.

Die Verhandlungen über die Schließung des Dorsigwerkes in Oberschlesien, die aufgrund der Proteste geigen diese Schließung eingeleitet worden sind, find, wie wir von zuständiger Seite erfahren, noch nicht abgeschlossen. Die Bedenken gegen die Uöbertragung der Quoten auf das mitteldeutsche Industriegebiet bestehen nach wie vor weiter.

* Der bekannte Bugattifahrer Joachim v. Morgen, Berlin, ist gestern nachmittag beim Trai­ning auf dem Nürburgring tödlich verunglückt.

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Auf Veranlassung der Landeskriminalpolizei Düsseldorf wurde gestern morgen der kommu- nkstische Landtag Abgeordnete Fritz Fraenken in seiner Wohnung in Rheydt verhaftet und dem Der- nohmungsrichter zugeführt. Bei feiner Einliefe- mng ins Polizeigefängnis machte Fraenken einen Fluchtversuch, wurde aber von den Beamten bald v ein geholt. Die Verhaftung soll im Zusammenhang « stehen mit der Beteiligung Fraenkens an den ch gestrigen Düsseldorfer Tumulten.

Als der Vizepräsident des sächischen Landtages Schulleiter Bretschneider gestern abend, von Dres­den kommend,' die Haustür seiner Wohnung in der Wittelbacher Straße in Chemnitz öffnen wollte, "wurde er von zwei Männern überfallen und ge­schlagen. Bretschneider trug mehrere Kopfver- sletzungen davon, die jedoch nur leichter Natur sind. Beim Erscheinen des Ueberfallkommandos waren die Angreifer bereits verschwunden. Anscheinend handelt es sich um einen Racheakt.

Der Präsident der Republik Lebrun hat gestern nachmittag in Begleitung des Chefs seines Militär- kabinetts dem deutschen Botschafter v. Hoesch den offiziellen protokollarischen Besuch abgsstattet. Der Präsident der Republik weilte über 15 Minuten in der deutschen Botschaft.

Im österreichischen Nationalrat hat der neue Bundeskanzler Dollfuß seine Regierungserklärung abgegeben.

Wie in Washington verlautet, betraf die gestrige Unterhaltung zwischen Mac Donald und Stimson die von Japan vorgeschlagene Gesandtenkonserenz, die eine Einigung über die Schaffung neutraler Zonen um Schanghai und andere Handelshäfen herbeiführen soll. Die amerikanische Regierung lehnt die Beteiligung an einer solchen Konferenz ab. Mac Donald soll gestern zugesagt haben, eine Beteiligung Großbritanniens ebenfalls abzulehnen.

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In diesen Tagen hat im Generalsekretariat der Internationalen Handelskammer in Paris die erste Sitzung des Ausschusses zum Studium der Ver­teilungsmethoden stattgefunden. Hierbei handell es sich nach der Formulierung des Ausschusses um Tätigkeit und Methoden in dem Prozeß zwischen der Erzeugung der Waren in ihrer endgültigen Gebrauchsform und ihrer Lieferung an den Ver­braucher".

Die PariserInformation" veröffentlicht eine Meldung ihres Genfer Berichtserstatters, daß amerikanische Bannkreise den Wunsch geäußert hätten, die Währungsfrage auf einer internationalen Konferenz zu erörtern, die unter den Auspizien des Völkerbundes zusammentreten solle. Falls der Völkerbund diesem Verlangen nicht stattgeben sollte, würden die genannten Kreise Präsident Hoover bitten, die Initiative für eine solche Kon­ferenz zu ergreifen.

Für die von der Sowjetregierung im vergange­nen Herbst aufgelegten und aus 1,6 Milliarden Rubel veranschlagten Anleihe, die Len Ramen: Drittes entscheidendes Jahr des Fünfjahres-- Planes" trägt, sind nach amtlichen Mitteilungen bisher 2,035 Milliarden Rubel gezeichnet worden, d. h. 128 Prozent des Voranschlages. An diesen Zeichnungen sind 30 Millionen Personen beteiligt.

.> Näheres siehe im politischen Teil.

Aindenburgs vovaustichtUAe SMtbeidlms

Berlin. 28. Mai. Das Reichskabinett hat am Freitag seine Beratungen über die kommende Rotverordnung wieder ausgenommen. Am Rachmittag fand eine Reihe von Ressortbesprechungen stakt, in denen vor allem die Abänderungswünsche und Anregungen des Reichspräsidenten eine Rolle spielten, die dem Reichskanzler durch den Staatssekretär Dr. Meißner übermittelt worden sind. 3n der Milhelmstraße nimmt man an. daß das Kabinett im Laufe des Samstag die Beratungen vorbehaltlich gewisser redaktioneller Ab­änderungen abschließen wird, da für Sonntag der Vortrag des Reichskanzler beim Reichs­präsidenten vorgesehen ist.

In politischen Kreisen verstärkt sich immer mehr der Eindruck, daß die Unterredung zwischen dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler keine Überraschungen bringen wird. Der Reichspräsi-

General Haffe,

Befehlshaber des Gruppenkommaudos I, soll das ReichswehrmMistevium übernehmen.

dent hat offenbar die Absicht, wenn das Kabinett seine Abänderungswünsche berücksichtigt, die neue Notverordnung zu unterzeichnen. Herr von Hin­denburg dürfte wohl auch, wenn der Reichskanzler Dr. Brüning ihm die Vertrauensfrage vor­legt, diese in positivem Sinne beantworten. In maßgebenden Kreisen ist man allgemein davon überzeugt, daß der Reichspräsident an der bisheri­gen politischen Linie und an Dr. Brüning als Reichskanzler festzuhalten gewillt ist. Mit einem grundlegenden politischen Kurswechsel und einer Neubildung der Reichsregierung unter der Füh­rung eines neuen Reichskanzlers ist vor der Lausanner Konferenz nicht zu rech­nen. Auch in den Kreisen der Oppositionsparteien rechnet man im Augenblick nicht mehr mit einem sofortigen Sturz des Kabinetts Brüning.

Falls die Sonntagsunterredung zwischen Hinden­burg und dem Reichskanzler den Reichspräsidenten zufriedenstelll, wird Hindenburg den Kanzler vor­aussichtlich ermächtigen, sich mit den Persön­

^»tummiiWMt Aus- Meettunge«

SabloeiGo Sevletzie - Ln Wuppertal ein Tote«

Auch gestern ereigneten sich in verschiedenen Städten des Reiches kommunistische Tu­multe. In Remscheid und Wuppertal machte die Polizei, die mit Pistolenschüssen empfangen wurde, von der Schußwaffe Gebrauch. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Ueber die Ausschreitungen liegen folgende Meldungen vor:

Kemkcheld

Remscheid, 27. Mai. Seit gestern Nachmittag ist die Stadt Schauplatz kommunistischer Tumulte ge­wesen. Nachmittags hatten sich größere Gruppen von Kommunisten auf dem Marktplatz angesammelt und mußten vom Ueberfallkommando zerstreut werden. Vier Personen wurden wegen Widerstan­des festgenommen. Am späten Nachmittag und in den Abendstunden kam es auf dem Marktplatz und in den anliegenden Straßen erneut zu Ansamm­lungen von Demonstranten, gegen die mehrfach mit dem Gummiknüppel vorgegangen werden mußte.

13 Beteiligte wurden festgenommen. Kurz nach 22 Uhr wurde ein Ueberfallkommando nach der Honsberger Straße gerufen, wo sich kommunistische Sprechchöre gebildet hatten. Beim Erscheinen wur­

lichkeiten, mit denen Brüning sein Kabinett ergänzen will, ins Benehmen zu setzen.

Für das Reichswehrmini fterium wird dabei General Hasse, der dienstälteste Offizier des Reichsheeres, genannt. Der für das Wirtschafts- Ministerium in Betracht kommt, steht endgültig noch nicht fest, falls Dr. Brüning nicht den gegen­wärtigen Staatssekretär Dr. Trendelenburg, der zurzeit mit der Wahrnehmung der Geschäfte be­auftragt ist, für die Uebernahme des Minisler- poskens gewinnen sollte.

Dr. Goerdeler jedenfalls, der während der letzten Wochen wiederholt als künftiger Wirtschafts- Minister genannt wurde, kommt beim gegenwär­tigen Stande dec Dinge dafür nicht mehr in Be­tracht. Dagegen denkt man in der Wilhelmslrahe an ihn als den künftigen Reichsinnenmini­ster. womit die Kandidatur Groeners endgültig erledigt wäre.

Möglicherweise steht auch im Ernährungs­ministerium ein Wechsel bevor, da der Reichsland­bund kürzlich einen heftigen Vorstoß gegen Schiele unternommen hat, der nicht ganz ohne Eindruck geblieben ist. Als sein Rachfolger käme dann wohl in erster Linie der jetzige Ostkommissar Schlange- Schöningen in Frage.

Das letzte Wort in den Personalfragen kann aber wohl überhaupt erst gesprochen werden, wenn auch das Gesicht des künftigen Rolverordnungs- werkes endgültig feststeht.

Mo SSvdevuns des kveitvMse« Avbeètsdteuftes Eine Ergänzungsverordnung des Reichsarbeits- minisiers

Berlin, 27. Mai. Im heutigen Reichs- und Staatsanzeigers wird eine am 6. Juni in Kraft tretende Ergänzungsverordnung des Reichsarbeits- ministers über die Förderung des freiwilligen Arbeitsdienstes veröffentlicht. Diefe Ergänzungs- Verordnung bestimmt u. a., daß Arbeitsdienst- willigen unter 25 Jahren während des Arbeits­dienstes eine Unterstützung bis zu 2 RM täglich aus Reichsmitteln bewilligt werden kann. Diese Unter­stützung ist jedoch zu versagen, wenn der Arbeits­dienstwillige nicht hilfsbedürftig ist. Ferner können Arbeitsdienstwillige vom zuständigen Arbeitsamt eine Beihilfe zu den erforderlichen Kosten der Arbeitsausrüstung sowie der Reife zum Arbeits­ort erhalten.

den die Beamten mit etwa 8 bis 10 Pistolenschüssen empfangen. Ein Be­amter erhielt einen Steckschuß in die Hand. Die Polizei erwiderte das Feuer. Ob dabei jemand ver­letzt wurde, konnte noch nicht festgestellt werden. Als die Polizei das Gelände abgesperrt hatte, wurden noch einige Schüsse aus dem Tal zwischen Honsberg und Kremenholl auf sie abgegeben, ver­letzt wurde jedoch niemand mehr. Die Täter konn­ten nicht ermittelt werden.

Freitag abend kam es in dem Remscheider Stadtteil Laspert zu kommunistischen Zusammen­rottungen. Es bildeten sich Sprechchöre, die unter den RufenHunger, Arbeit, Brot!" mehrere Schaufenster einwarfen. Auf die Polizei­beamten, die gegen die Demonstranten vorgingen,

(Fortsetzung auf Seite 2)

Die Woche

Die Ausübung des Amtes eines Volkse Vertreters ist heute mit Lebensgefahr nern bunden. Das haben am Mittwoch die Sott gänge im neugewählten Preußischen Land, tag bewiesen und es sollte uns nicht wundern« wenn nach diesen blutigen Ausschreitungen die Lebensversicherungsgesellschaften dazu übergehen würden, für die Versicherung von Parlamentariern einen besonderen Risiko­zuschlag zu fordern. Verständlich wäre dies» denn wer kann wissen, ob den Wurfgeschossen eines Tages nicht Revolverschüsse folgen. Wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen, aber wie gesagt, möglich ist bei uns heute alles. In Vorkriegszeiten bekam man ein gewisses, Schaudern, wenn man die Berichte über bis Verhandlungen des österreichischen Natioanl- rates las, von jenem Parlament, das sich aus verschiedenen Nationalitäten zusammensetzts und wo man mit Trillerpfeifen und Pult- deckelgeklapper arbeitete. Ueber diese Kleinig­keiten sind wir längst hinaus. Unsere heutigen Volksboten geben sich mit solchem Kinderspiel, solchen Lärm- und Skandalszenen nicht mehr ab, bei uns gibt es jetzt Ohrfeigen, man wirft mit Stühlen, Tintenfässern und Lampen-- schirmen auf seinen Gegner mit dem End­ergebnis, daß der Parlamentsfaal einem Trümmerhaufen gleicht und zahlreiche Ver­letzte auf der Strecke liegen bleiben. Ja, wir haben es herrlich weit gebracht unsers Volksboten können sich rühmen, den Welt­rekord hinsichtlich der Skandale und Hand­greiflichkeiten zu halten. Allerdings kein An­laß, um stolz zu sein, denn jeder Mensch, der nicht in Bürgerkriegsgedanken schwelgt, muß diese Vorgänge, dieses Absinken des deutschen Parlamentarismus auf ein Niveau, das man bei zivilisierten Völkern für unmöglich halten sollte, aufs allerschärfste verurteilen, sich von diesen widerlichen Szenen mit einem tiefen Gefühl des Ekels und des Abscheus abwenden.

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Mit der selbstverständlichen Verurteilung dieses wohl einzig dastehenden, beschämenden Vorfalls ist die Angelegenheit jedoch nicht er­ledigt. Zunächst wird die Schuldfrage geklärt werden müssen, auch die Frage, ob sich bei einer strafferen Handhabung der Disziplin der gewalttätige Zusammenstoß zwischen den Kommunisten und den Nationalsozialisten nicht hätte verhüten lassen. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, haben die Kommunisten ohne Zweifel provoziert und haben provozieren wollen, haben die Kommunisten mit den Ge­walttaten begonnen. Sie hatten schon am Tage vorher Provokationen nicht nur gegen die Nationalsozialisten, sondern gegen alle Parteien einschließlich der Sozialdemokratie ge, richtet und ein Kommunist war es, der den ersten Schlag führte. Angesichts dieser Pro, Dotationen tags zuvor, war eine Explosion leicht vorauszufehen und man hätte rechtzeitig Vorkehrungen treffen können, diese Explosio­nen zu verhindern. Das ist nicht geschehen, man hat auch dann nöch den Dingen freien Lauf gelassen, als der kommunistische Abge­ordnete Pieck die Nationalsozialisten durch die Gleichstellung mit Mördern auf das schwerste reizte. Hier mußte eingeschritten werden. Die Massenprügelei wäre aber immer noch ver­mieden worden, wenn die nationalsozialistische Fraktion ihre Beherrschung nicht verloren hätte. Gewiß, wir verkennen nicht, daß so wilde, rednerische Angriffe, wie sie von den Kommunisten unternommen wurden, an die Nieren gehen und daß eine Ohrfeige, vor allem bei jüngeren Abgeordneten, dazu an­getan sein kann, die Nerven zu verlieren, denn schließlich kann man ja nicht verlangen, ruhig zuzusehen, wie ein Parteifreund miß­handelt wird, aber es hätte fraglos noch andere Mittel gegeben, als das, diese kom­munistische Provokation mit der Faust abzu.

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