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Nr. 118

Montag, den 23. Mai 1932

Selke I

t LMWavdeu müssen fite die 1 SvbeitsSosen^ntevsiützttns aufgebeachi wevden

^e^c^ung.

Graphische Skizze des Planes,

in der letzten Sitzung des Reichskabinetts zur fbringung der 3030 Millionen RM aufgestellt rde, die für die Unterstützung der Arbeitslosen wendig sind. Neu ausgenommen ist der Posten eschäftigungssteuer" eine Abgabe von 1% Pro- t von allen Arbeitseinkommen über 300 RM, II die 325 Millionen RM einbringen soll.

ubllSnmstasuns der $cei- nanverlose zur ausgehen­den Sonne

Nürnberg, 22. Mai. In Nürnberg fand vom bis 22. Mai die Jubiläumstagung des Frei- urerbundes zur ausgehenden Sonne unter großer -Migung aus ganz Deutschland statt. In einer mtlichen Kundgebung sprachen der Vertreter des oßorients von Frankreich, Bernardin-Nancy fo- : der Vertreter der Großloge von Fankreich, Cha- at- Paris von französischer Seite und deutscherseits . Hans Hartmann-Berlin, ferner Professor Dr. rentsohn-Hamburg, über das Thema:Die apäische Not". Von besonderer Bedeutung waren von wiederholtem Beifall unterbrochenen Aus- irungen Bernardins, der die Revision des Ver- ller Vertrages, eine allgemeine und gleiche Ab- tung sowie die Einsetzung einer neutralen Kom- sion zur Prüfung der Höhe der deutschen Repa- ionszahilungen forderte. Nur auf diesem Wege ine der europäische Friede erhalten bleiben. Pro- or Berentsohn wandte sich vor allem gegen den ßbrauch der Nationalidee in allen Ländern.

Am Schluß der Versammlung wurde folgende tschließung einstimmig angenommen:Die Teil- >mer an der öffentlichen Kundgebung des Frei- urerLunLes zur aufgehenden Sonne in Nürnberg ten eine dauerhafte Ueberwindung der europä- len Not nur für möglich, durch verantwortungs- le Zusammenarbeit aller Völker. Die entscheidende raussetzung dafür ist eine deutsch-französische Not- nemschaft die beide Völker zu rascher Einigung allen lebensnotwendigen Fragen führt."

Aus den internen Beratungen wird die Annahme -er Resolution bekannt, die gegenüber der Be- chung der freigeistigen Organisationen sich ent- isLen für die Erhaltung Ler Geistesfreiheit in utschland einsetzt.

Setoete« in San Salvador

San Salvador, 21. Mai. Sowohl im Gebiet des aates San Salvador wie im benachbarten Staat karagua machten sich heute heftige Erdstöße be-

Gin vevßehttev »Teü-GOuß^

Die Liebesrache der Sunsischühin. Der kluge Llown. Lin Theater am Theater. Die ver- zweifelte Mörderin, die keine war.

In San Franzisko spielte sich vor kurzer Zeit an einem kleinen Varieteetheater eine seltsame Tragikomödie ab. Eine Kunstschützin Mrs. Melly Pernbrock tritt dort seit einigen Wochen auf und zeigt ihrenTellschuß". Sie schießt einem jungen Mann einen Apfel vom Kopf, allerdings nicht nach dem V?''' ' 5es Tills mit einem Pf> nm^ern mit einem Gewehr. Noch nie -st ihr Ler Schuß mißglückt. Trotzüöin aber ist die Vorführung dieses Tellschusses eine große Sensation. Nun hat der junge Mann, auf den die Kunstschützin schießt, seit einiger Zeit große Liebe zu einer Seiltänzerin ge­faßt, die im selben Varietee auftritt. Die Kunst­schützin, die mit ihrem Zielobjekt verlobt war brü­tete Rache. Sie schüttete ihr Herz dem Clow'n der Gesellschaft aus und erklärte ihm, daß sie ihrem Bräutigam einen Denkzettel verabreichen werde, von dem er sich nie mehr werde erholen können' Sie wollte zu tief schießen und ihn auf diese Weise ermorden, denn niemand hätte ihr ihre böse Ab­sicht nachweisen können, da ein Versehen in die­sem Falle immer möglich ist. Der Clown versuchte ihr die Mordabsichten auszureden, aber es gelang ihm nur schlecht. Jedenfalls hegte er den Verdacht, daß die Kunstschützin tatsächlich an einen Mord denke. Als sie am nächsten Tage besonders aufge­regt hin und herging, bevor ihr Auftritt erfolgte, entnahm er ihrem Gewehr die scharfe Kugel und steckte einen Ersatz in den Lauf, dec keinen Scha­den anrichten konnte. Er unterrichtete den Bräu­tigam von seinem Plan und forderte ihn auf, seiner Braut eine Lehre zu erteilen. Er sollte vor­schriftsmäßig auf der Bühne nach dem Schuß zu­

merkbar. In der Stadt Zacata Coluca wurden sechs Personen getötet und 21 verletzt. Eine Reihe Häuser wurde zerstört. Die Regierung hat eine Hilfsexpedition in das Erdbebengebiet gesandt. In Nikaragua scheint das Beben keine Opfer an Men­schenleben gefordert zu haben, jedoch riefen in der Hauptstadt Managua die Erdstöße eine Panik un­ter der Bevölkerung hervor. Ein großer Teil der Bewohner lagert in den Parkanlagen der Stadt.

Das FlugzeugGerechtigkeit für Ungarn" abgestürzt

Rom, 21. Mai. Das von dem Ozeanflieger Endresz geführte ungarische FlugzeugGerechtigkeit für Ungarn" stürzte kurz vor der Landung auf dem Flugplatz Littorio brennend ab. Der Pilot und seine Besatzung kamen ums Leben. Die Nachricht von diesem Unglück ist wie ein nationales Unglück ausgenommen worden. Die öffentlichen Gebäude und zahlreiche Privathäuser haben Trauerfahnen ge­hißt und überall auf den Straßen bildeten sich Gruppen, die das Ereignis besprachen.

Ein Flugschüler verunglückt

Würzburg, 23. Mai. Bei den Segelflügen auf der Wasserkuppe in der Rhön ist gestern der aus Frankenhausen am Kyffhäuser stammende 25 Jahre alte Flugschüler Günther v. Zarmory ver­unglückt, wobei er schwere Verletzungen erlitt. Zarmory wurde sofort in einem Flugzeug nach Würzburg und hier mit dem Sanitätsauto ins Luitpoldkrankenhaus verbracht. Sein Befinden gibt zu Besorgnissen Anlaß.

Motorboot-Unglück

Düsseldorf, 23. Mai. Bei dem am Sonntag auf dem Rhein herrschenden Sturmwetter ereignete sich in der Nähe von Düsseldorf bei Stürzolberg ein Motorboot-Unglück. Der Düsseldorfer Kauf­mann Mahlbach fuhr mit seinem Boot auf ein unter Wasser befindliches Hindernis auf, so daß das Boot kenterte und der Besitzer ertrank.

Nev Schmuck des letzten Azteken

Archäologen auf der Suche nach Guate-mozins Grab

Man hat in Mexiko noch immer die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es eines Tages gelingen werde, den Grâschmuck des letzten Aztekenkaisers Guate

sammenbrechen, als ob er tödlich getroffen sen. Wenn sie tatsächlich die Absicht gehabt hatte, ihn zu erschießen, dann würde sie durch den Schreck ge­heilt werden und würde sich verraten. Hatte sie aber nicht die Absicht, sondern spielte sie nur mit dem Gedanken, was auch unter Umständen zu einem Mord hätte, führen können, dann war anzunehmen, daß sie auch durch den großen Schreck auf andere Gedanken kommen würde. Der Auftritt der Kunst­schützin kam. Sie schoß und der junge Mann fiel mit einem furchtbaren Aufschrei zu Boden. Des Publikums bemächtigte sich großer Aufregung, zu­mal sich die Kunstschützin über den am Boden lie­genden Körper ihres Bräutigams stürzte und fort­während schrie:Verhaftet mich! Sperrt mich ein, ich habe ihn erschossen!" Da erhob dieLeiche" um nicht den Spaß zu weilt zu treiben den Kopf und grinste das Publikum und seine verzagte Braut an. Das Publikum, das von seinem Schrecken erlöst war, raste vor Begeisterung, und die Braut war seolig, daß der Geliebte am Leben war. Auch der Direktor freute sich, denn er sah, daß auf diese Wense eine neue und ausgezeichnete Zugnummer geschaffen worden war, zumal der Tellschuß schon seine Anziehungskraft ziemlich verloren hatte. Nun schießt die Kunstschützin jeden Abend auf ihren Bräutigam mit blinden Kugeln, und das Publikum ist glücklich, wenn er nach seinem echten Todesschrei sich wieder erhebt und lebt. Der Clown aber er­klärte, daß er vorsichtshalber an jedem Abend das Gewehr genau untersuche, denn bei eifersüchtigen Frauen könnte man nie wissen . , .

mozin zu finden. Die Archäologen vermuten ihn im Monte Alban. Eine Archäologin, die durch ihre Arbeiten in Mexiko den Fachgelöhrten rühmlichst be­kannt geworden ist, Helen Tuttoly, vertritt dieselbe Auffassung und begründet sie damit, daß in der Nähe des Berges und in diesem selbst Skelette ge­funden worden sind, die aller Wahrscheinlichkeit nach Guatemozin und seinem Gefolge gehören. Zu die­sem Schluß glaubt man auf Grund der Studien berechtigt zu sein, die an den Juwelen und anderen Schmuckgegenständen in jenen Gräbern angöstellt wurden. Einige Ringe und Abzeichen tragen näm­lich den Namenszug des letzten großen Aztsken. Nach Montezumas Tod wurde Guatemozin Herr von Mexiko. Es war während der letzten Monate der Eroberung des Landes. Da er sich weigerte, die Schätze des Landes herauszugeben, wurde er auf Befehl des Eortez gemartert und verbrannt. Sein Opfertod machte ihn zu einen der populärsten Er­scheinungen des Landes, und noch heute, nach Jahr­hunderten. kennt jedes Schulkind feinen Namen; zahllose Denkmäler sind ihm errichtet und noch mehr Straßen nach ihm benannt worden. Guatemozin trat seine letzte Reise an, als Cortez den gefangenen Fürsten auf eine Strafexpedition nach Honduras mitnahm. Die dortigen Eingeborenen hatten sich gegen die Spanier empört. Die Expedition ging im Oktober 1524 von der heutigen Mexiko City ab und dauerte zwanzig Monate. Außer Guatemozin nahm Cortez wohlweislich noch mehrere andere Stammes- fürsten mit, von denen er annahm, daß sie bei einem etwaigen Aufstand in seinem Rücken als An- sührer in Betracht kämen. Der Zug ging durch die Provinz Oaxaca, die 1521 unterworfen worden war. Hierbei wurden die heiligen Begräbnisplätze bei Monte Alban und Mitla berührt. Als Cortez Acalan in Guatemala erreicht hatte, verdächtigte ein Häupt­ling, der ebenfalls gezwungen die Expedition beglei­tete, Guatemozin, eine Verschwörung gegen die Spanier angezeitelt zu haben. Guatemozin wurde gemartert und getötet Dabei spielte wohl die Hab­gier des Cortez mit, denn der Spanier ärgerte sich, daß sich der Azteke weigerte, den Ort anzugeben. wo der Staatsschatz versteckt war. Was mit der Leiche des Kaisers geworden war, wußte niemand. Man nimmt an, daß Cortez sie mit königlichen Ehren be­statten ließ, als er aus Honduras zurückkehrte. Kein Platz war dafür geeigneter, als das Oaxaca-Gebirge mit dem Monte Alban, das an der Heeresstraße von Mexiko nach Honduras liegt. Die Indianer von Oaxaca beobachteten eigenartige Gebräuche bei ihren

Nev neue anhaltinische

LandtagsvvSstdeut

Rechtsanwalt Dr. Ricolai,

Abgeordneter der NSDAP., wurde zum Präsi­denten des neuen Landtages von Anhalt gewählt.

Bestattungen. So wurden die Leichen zunächst be­erdigt und solange in der Erde gelassen, bis das Fleisch völlig verwest war. Dann wurden die Ueber- refte ausgegraben und die Knochen nochmals beige­setzt. Teilweise fand man die Skelette mit goldenen Blättern bedeckt. In Mitla und Oaxaca wurden auch Skelette gefunden, die mit Türkisen bedeckt, an­dere, die vergoldet waren. Es ist daher wohl mög­lich, daß die Gebeine des letzten Aztekemkaisers von seinem Volke später nochmals ausgegraben und in der geheiligten Totenstätte auf dem Monte Albano endgültig beigesetzt wurden, von wo aus nach der Auffassung der Azteken der Eintritt in eine andere Welt erfolgte.

Lin Todesfall, der Glück brachte

Ein siebenundachtzigjähriger Amerikaner hatte vor zwanzig Jahren das Augenlicht verloren, ist er nach einer Operation in einer Newyorker Augenklinik wieder sehend geworden. Er kam ins Krankenhaus, nachdem feine Tochter, die ihn die ganze Zeit gepflegt hatte, gestorben war. Das Mädchen, das ihren blinden Vater mit hingebender Sorge betraut hatte, war niemals auf den Ge­danken gekommen, ihn in ein Krankenhaus für Augenleidende zu bringen, und hätte sie weiter­gelebt, so wäre der Later wahrscheinlich niemals aus dem ewigen Dunkel erlöst worden. Ihrem Tod verdankt der Vater die Sehkraft.

Kundfunk-Vvosvamm

Montag, den 23. Mai

6: Wettermeldung. Anschl.: Morgengymnastik. 7: Wetterbericht. Anschl.: Frühkonzert. 12: Mittags, konzert. 14: Nachrichten und Werbekonzert. 15.20: Die Frau des neuen Indiens", Vortrag. 17: Woran erkennst du sie?" (Lehrgang mit musika­lischen Beispielen über die Stilwandlungen der Musik). 18.25:Geburt, Hochzeit, Tod", Vortrag. 18.50: Englischer ' Sprachunterricht. 19.30:

Italienische Volkslieder 20.30: Sling zum Gedächt­nis, Vorlesung. 21: Symphoniekonzert. 22:Schein­firmen", Hörbericht. 22.30: Nachrichten. 22.45: Nachtmusik.

Nevelne, Bevkammlungen

Bayernverein Hanau. Wegen der ungünstigen Witterung wurde unser Gartenfest vom 22. auf 29. Mai verlegt. 5668

Turngemeinde (Knaben Abtlg. Morgen Dienstag

Probe für den Werbeabend während der Turn­stunde. Alle müssen erscheinen. 604

Oratorien verein. Morgen Dienstag Probe 8 Uhr.

Hotel Adler". 603

Hanauer Turnerschask. Die festgelegte Sitzung des Vorstandes und Wahlausschusses findet heute nicht statt. 605

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