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General Anzeiger fW
Manam Madi und Land
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. Nr. 101
Samstag, de«
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Liesemng infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Sezleher keinen Anspmch auf Lieferung oder Nachliefemng oder au, Rückzahlung des Äezugspreises. / Für Platzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.,Geschâftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3952,3958
30. Kvr»
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Vrennende Aufgaben der Snnenvolitis
t Amsansvelches Vvogvamm nach der RüBkehv des Kanzlers - FevtlsfteUnns des Relchsetats Ävbetisdeschaffung und fveiwiUtsev Slvbettsdlenst - Kein neues «otovkev
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Der Reichsbeauftragte für Las Wahlprüfungs- verfahren Ministerialrat Dr. Saifenberg hat den Bericht über die Reichspräsidentenwahl dem Wahl- prüfungsgericht zur Entscheidung über die Gültig- teit der Wahl eingcreicht. Der Bericht nimmt 1 Stellung zu der rechnerischen und sachlichen Vorprüfung des Reichswahlleiters, zu der Beurteilung der für gültig und ungültig erklärten Stimmzettel sowie zu den erhobenen Beschwerden. Der Reichsbeauftragte kommt zu dem Schlußantrag, das Wahlprüfungsgericht wolle erkennen: „Die am 10. April 1932 vollzogene Wiederwahl des Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg zum Reichspräsidenten ist gültig." Die Sitzung des Wahl- prüfungsgsrichts ist auf den 3. Mai anberaumt.
Zu den Meldungen über einen beabsichtigten Amnestieerlaß des Reichspräsidenten anläßlich seiner Amtsübernahme erfahren wir vom Reichsjustizministerium, daß die zuständigen Stellen dieses Ministeriums zu der Anregung des Aeltestenrates auf Erlaß einer Amnestie noch nicht endgültig Stellung genommen haben.
* Die Verordnung der Reichsregierung, durch welche der Weizenzoll durch 15 v. H. der Gesamtmenge, die in der Zeit vom 1. 4. bis 30. 6. 1930 »OM bcnjcHigen Mühlen vermahlen wurde, die überhaupt Auslandsweizen verarbeitet hahen, auf 18 RW je Doppelzentner ermäßigt tpirb, tritt am 1. Mm 1932 in Sraft und gilt bis zum 30. Juni 1932.
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In einer Sitzung des gefchäftsführenben Vorstandes der Deutschen Staatspartei wurde beschlossen, den Gesamtoorstand der Partei für Anfang Juni einzuberufen, um zu der Gesamtlage der Partei Stellung zu nehmen.
Wie die Münchener Polizei mitteilt, versammelten sich gestern abend in einer Gaststätte Mitglieder der aufgelösten nationalsozialistischen S. S. Die Namen von 30 Teilnehmern wurden festgestellt, der Führer sowie weitere sieben Personen nach der Polizei-direktion gebracht, wo sie vernommen wurden. Gegen sämtliche Teilnehmer ist wegen der Fortführung der verbotenen S.-S.-Organisation Strafanzeige erstattet worden.
♦ Im Flottenausschuß der Abrüstungskonferenz nahm gestern der deutsche Vertreter gegen die Märchen um das Panzerschiff „Deutschland" Stellung.
In Fortsetzung der im März ds Js. in Berlin geführten Besprechungen über die Regelung einer Reihe von Fragen des Warenverkehrs zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei haben gestern gemäß einer damals getroffenen Vereinbarung Verhandlungen mit einer tschechoslowakischen Delegation unter Führung des Gesandten Dr. Friedmann begonnen. Bei diesen Verhandlungen werden auch die von den beiden Ländern getroffenen Maßnahmen auf dem Gebiet des Zahlungsverkehrs zur Erörterung gelangen.
Großadmiral Thaon di Revel gab gestern zu Ehren des deutschen Botschafters von Schubert und der Mitglieder des Italienisch-deutschen Instituts für Meeresbiologie ein Essen, bei dem Trinksprüche auf die Zukunft des Instituts und auf die deutsch- italienischen Beziehungen gewechselt wurden.
Die vom Genfer diplomatischen Mitarbeiter des „Daily Telegraph" verbreitete Meldung, es sei möglich, daß sich die österreichische Regierung genötigt sehen werde, von der Goldwährung abzugehen, entbehrt, wie amtlich feistgestellt wird, jedweder Grundlage. *
Der Hauptausschuß Les österreichischen Nationalrats hat gestern eine Verordnung genehmigt, durch die die Einfuhr gewisser Waren an eine Bewilligung des Finanzministeriums geknüpft wird. Die Verordnung ist um Mitternacht in Kraft getreten. *
Als de Valero gestern in der irischen Kammer einen Antrag einbrachte, wonach die übliche Vertagung heute nachmittag nicht erfolgen soll, damit die Kammer bis Samstag um Mitternacht durchberaten kann, um die zweite Lesung der Vorlage über den Treueid zu beenden, erklärte Cosgrave, de Valero halte die Kammer zum besten. Er lege eine unangebrachte Eile an den Tag, um die Annahme der Vorlage herbeizuführen. Die Partei Cosgraves protestierte nachdrücklich gegen das Verfahren Le Valeras, dessen Antrag aber mit 78 gegen 72 Stimmen angenommen wurde.
• I Râberes siehe im politischen Teil.
Von A r b e i t g e b e r f e i t e werde er, so betonte der R eich sarbeitsminister, immer ft arter bedrängt, im Hinblick auf 6 Millionen Arbeitsloser, den staatlichen Lohn schütz durch Aufhebung der Vorschriften über die Verbindlichkeitserklärung von Schiedssprüchen zu beseitigen. Dieses Verlangen der Arbeitgeber lauft letzten Endes darauf hinaus, daß in einem weltwirtschaftlichen Erkrankungszustand ohnegleichen durch den Staat alles, mit Ausnahme der menschlichen Arbeitskraft, geschützt und gestützt werden soll. Ein solches Ansinnen braucht man nicht ständig zu wiederholen; solange ich Arbeitsmin'ster bin, lehne ich es nach wie vor nachdrücklichst ab. Staatliche Lohnpolitik kann natürlich bei der ungeheuer schweren Lage, in der sich gegenwärtig Deutschland befindet, nicht betrieben werden mit zugebundenen Augen; auch kann es nicht Aufgabe »er staatlichen Lohnpolitik, wie der Politik überhaupt sein, praktisch die Arbeitslosigkeit zu vermehren. Ebenso wenig kann die staatliche Lohnpolitik den Arbeitern der Binnengewerbe wesentlich höhere Löhne zubilligen, als etwa den Gewerben und Industrien, die dem Weltwettbewerb ausgesetzt sind.
Die Handhabung der Lohnpolitik ist gegenwärtig eine der schwierigsten Staalsaufgaben. Die Arbeitgeber sehen in ihr eine der Hauptursachen der gegenwärtigen Wirtschastsersiarrung Deutschlands. In Arbeitnehmerkrei en sieht man in dem Staat weitgehend die Lohnsenkungsmaschine. IN. E. sind beide Annahmen falsch. Die staatliche Lohnpolitik hat während der größten Krisis eines Jahrhunderts die Aufgabe, zu verhindern, daß bei der
Die nächste« Kabinettsdevatunse»
Berlin, 30. April. Reichskanzler Dr. Brüning traf heule früh mit dem fahrplanmäßigen Zug um 7.25 Uhr in Begleitung von Staatssekretär v. Bülow wieder in Berlin ein. Der Kanzler wird noch heute früh dem Reichspräsidenten über den Verlauf der Genfer Tagung Bericht erstatten und mit ihm die Pläne des Reichskabinetts für die nächsten Gesetzesarbeiten durchsprechen. Alsdann nimmt der Kanzler an der Sitzung des geschäftsführenden Vorstandes der Zentrumspartei teil, dessen Beratungen um 10 Uhr vormittags beginnen.
Den Kanzler erwartet eine Fülle von Aufgaben. Sein erster Arbeitstag in Berlin dürfte zum größten Teil den Beratungen des Zentrumsvorstandes gewidmet sein, Lem eine vielstündige Dauer vorausgesagt wird. Es handelt sich dabei, wie man weiß, in der Hauptsache um das Problem der Regierungsbildung in Preußen unter besonderer Berücksichtigung der Gestaltung der Verhältnisse im Reich. Es ist damit zu rechnen, daß der Kanzler seine Auffassungen über die künftige innenpolitische Entwicklung darlegen wird. Seine Ausführungen werden für die Verhandlungen des Zentrums mit den Nationalsozialisten in höchstem Maße ausschlaggebend sein. Innerhalb der Reichs- regierung und der NetS,s>-eNoi-1s ist wäbrend der 14tägigen Abwesenheit Les Kanzlers mit fieberhaftem Eifer nicht nur an der Fertigstellung des Etats, sondern auch an der Vorbereitung einer ganzen Reihe von gesetzgeberischen Maßnahmen gearbeitet worden, Lie zum Teil noch vor dem Zusammentritt des Reichstages am 9. Mai vom Kabinett verabschiedet werden sollen. Mit allen Liesen Plänen wird der Kanzler sich vermutlich am Sonntag eingehend beschästigen. Die ganze nächste Woche wird durch Sitzungen des Reichskabinetts in Anspruch genommen sein.
Während Groeners Projekt einer staatlichen Sportorganisation für alle Jugendlichen den vvr- geschriebenen parlamentarischen Weg gehen soll, ist die gleichzeitig geplante Kontrolle militarähnlicher
Verbände Lurch eine besondere Notverordnung vorgesehen. Durch sie soll die Durchführung der Auflösung der „Schufo" des Reichsbanners gesichert werden.
Sehr umfangreich ist das wirtschaftspolitische Frühjahrsprogramm der Regierung, dessen wesentlichste Teile bereits bekannt sind. Die neue Regie- lichste Teile bereits bekannt sind. Die neue Verordnung über die Ausdehnung des freiwilligen Arbeitsdienstes steht unmittelbar vor der Vollendung. Nach den Informationen des „Jungdeutschen", der in diesen Dingen ja als gut unterrichtet gelten kann, soll sie vor allem eine Verdoppelung der Arbeitsdauer von 20 Wochen enthalten, sowie den Wegfall der Beschränkung auf nur einen kleinen Teil der Jugendlichen. Fortan sollen auch diejenigen Jugendlichen, die noch nicht der Arbeitslosenversicherung unterstanden oder überhaupt noch keine Arbeitsstellen gehabt haben, ebenfalls in den freiwilligen Arbeitsdienst ausgenommen merben.
In der Presse umlaufende Gerüchte, die von einem geplanten neuen Notopfer der Fest- besoldeten wissen wollen, werden von zuständiger Seite als reine Kombination und völlig unzutreffend bezeichnet.
Derartige Absichten dürften ja auch mit allen Erklärungen 1 des Reichsfinanzministers nicht in Einklang zu- bringen sein.
StegerwaldS soziales «vogvamm
Kein Abba« dos staatliche« Lob«k<h«hes - Aenderung des Sonavevsichsvung
Erfurt, 29. April. Auf der außerordentlich gut besuchten Reichstagung des Verbandes der katholischen kaufmännischen Vereinigungen wies Reichsarbettsminister Dr. Steger- w a l d in seiner Rede auf die ungeheure Verwirrung in der ganzen Weltwirtschaft hin, die auf den Weltkrieg und die gewaltige gegenseitige wirtschaftlich unproduktive Verschuldung der Länder zurückzuführen sei. Dadurch werde ein geordnetes Kreditsystem und die Weltwirt- schaftsmaschinerie immer unerträglicher gestört.
ungleichen Kräflelagerung der Lohn der breiten Arbeitnehmerfchichten nicht ins Uferlose sinkt. Sie hat weiterhin die Aufgabe, die Parteien möglichst weitgehend zu freiwilligen Vereinbarungen zu bringen. das beiderseitige Verantwortungsbewußtsein zu stärken und dafür zu sorgen, daß der wirtschaftlichen Vernunft nicht der Weg verlegt wird.
Die gesetzliche Sozialversicherung, insbesondere die Arbeitslosenfürsorge und die Invalidenversicherung, befinden sich gegenwärtig in einer sehr schwierigen Lage. Für das Jahr 1932 fehlen den Fürsorgeeinrichtungen und Versiche- rungszwei>gen noch viele Hunderte von Millionen RM. Mit Beitragserhöhungen und Steuererhöhungen ist dem Defizit nicht wesentlich beizukommen. Damit würde bei der gegenwärtigen Kreditlage und der überdrehten deutschen Steuerschraube nur neue Arbeitslosigkeit geschaffen. In den nächsten Wochen muß eine Kombination zwischen Arbeitsbeschaffung und Arbeitslosenfürsorge gefunden werden, mit der wir über das Jahr 1932 hinüberkommen. Auch die Invalidenversicherung muß aus dem unmöglichen Sch-webezustand der letzten Monate herauskommen und ins Gleichgewicht gebracht werden. Auf längere Sicht gesehen, werden'sich grundlegende Aenderungen der gesetzlichen Sozialversicherung nicht vermeiden lassen.
Wir kommen nicht darum herum, die Sozialversicherung in steigendem Maße den Versicherten zu überantworten. Damit würde sowohl der Streit über die staatliche Sozialpolitik und der Streit zwicken Arbeitgebern und versicherten weitgehend zurückgedrängt werden können. Die Arbeitgeber
(Fortsetzung auf Seite 2)
Die Woche
Aufgepeitschte Leidenschaften und zur Siedehitze gebrachte Temperaturen — unerfreuliche, aber kaum vermeidbare Erscheinungen eines Wahlkampfes, besonders in Deutschland — rufen auf allen Gebieten eine Unsicherheit hervor, die drückend und lähmend wirkt, machen eine geordnete Führung der Geschäfte in Wirtschaft und Politik unmöglich. Deshalb ist es eine Wohltat, daß die drei Wahlgänge hinter uns liegen, daß an die Stelle des Kampfes wieder die Ruhe getreten ist, die allein einen geordneten Wirtschaftsgang und schöpferische Arbeit auf politischem Gebiet verbürgt. Sie kann allerdings nur dann von längerer Dauer sein, wenn man unter das, was man in den letzten Wochen in der Hitze des Kampfes gegeneinander gesagt, geschrieben und getan hat, einen Schlußstrich zieht, ferner dem Ergebnis der Wahlen Rechnung trägt und schließlich ernsthaft an die Lösung der wirtschaftlichen und politischen Probleme herangeht, die uns auf den Nägeln brennen. Ist man geneigt, diese Voraussetzungen zu erfüllen? Die nächsten Tage und Wochen werden es zeigen, denn die Einleitung von Verhandlungen zwischen den aus den Preußenwahlen hervorgegangenen mächtigsten Parteiorganisationen sind angekündigt und jeder, der endlich einmal eine ruhige Entwicklung will, kann nur wünschen, daß sie zum Erfolg führen mögen.
Cs ist nötig, daß man dem Ergebnis der Wahlen Rechnung trägt — sagten wir. Gewiß nicht einfach, aber bei einigem guten Willen möglich. Die Hoffnung der Rechtsopposition, bei der Preußenwahl die parlamentarische Voraussetzung für die Mehrheit der Weimarer Koalition zu zerstören, hat nicht getäuscht — die seitherige Mehrheit dieser Koalition ist in eine Minderheit verwandelt worden. Dagegen ist das Ziel der Rechtsopposition, soviel Sitze zu erobern, daß eine klare Rechtsmehrheit, bestehend aus Nationalsozialisten, Deutschnationalen und Volkspartei- lern gebildet werden könnte, nicht erreicht worden. Wohl haben die Nationalsozialisten ganz gewaltig zugenommen — es ist ihnen gelungen, ihre Stimmenzahl gegenüber der letzten Reichstagswahl von 1930 um 4,1 Mil- llionen und gegenüber dem 1. Wahlgang zur Reichspräsidentenwahl noch um mehr als 1 Million zu steigern —, aber die anderen Parteien, die für die Bildung einer klaren Rechtsregierung in Frage gekommen wären, haben soviel Stimmen verloren, daß sie als Regierungspartner nicht mehr ins Gewicht fallen. Die Nationalsozialisten erhielten 162 Mandate — genau so viel wie die Parteien der Weimarer Koalition zusammen —, die Deutschnationalen 31 Mandate, zusammen 193 Mandate. Die anderen Gruppen, die zur Regierung Braun-Severing in Opposition standen, Deutsche Volkspartei, Wirtschaftspartei, Deutsch-Hannoveraner, Christlich-sozialer Volksdienst, haben es zusammen auf nur 10 Mandate gebracht, wobei die Wirtschaftspartei ganz leer ausgegangen ist, und das reicht nicht aus, um die Nationalsozialisten und Deutschnationalen zu einer Majorität zu vevhelfen, da die Mehrheit im neuen Landtag 212 beträgt. Mit einer ausgesprochenen Rechtsmehrheit, ein Wunsch weiter Kreise unseres Volkes, ist es also nichts — eine andere Koalition muß gebildet werden. Hierfür kommen, wenn man von Halbheiten, wie Geschäftsministerium, Reichskommissar usw. absehen will, nur die Nationalsozialisten und das Zentrum in Frage und diese beiden Parteien, die zusammen 229 Mandate, also die Majorität haben, müssen sich jetzt zusammensetzen, um miteinander den besten Weg in die Zukunft zu suchen. Alle anderen Lösungsversuche sind,
Me heutige «nitimee umfatzt 28 Seiten