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Vonkag. den 18. April 1831

Itr. W

vereitelter Betrugsverfuch

Rnchspost sollte um 27 000 RM geschädigt werden

: Eine Händlerin in Frankfurt hat in Verbin­dung mit einem Manne versucht, die Reichspoft um 27 000 RM zu betrügen. Sie sandte ein Wert­paket mit der Wertangabe über diesen Betrag an eine Firma nach Oberstem. Als das Paket dort geöffnet wurde, enthielt es nichts anderes als Alt­papier und Putzmittel im Werte von wenigen Pfennigen. Die Poft vermutete sofort einen Betrug und beauftragte die Postpolizei und die Kriminal­polizei mit den Ermittlungen. Es wurde festgestellt, daß die Händlerin von der Obersteiner Firma Schmucksachen in erheblicher Höhe in Kommission erhalten hatte, die Schmucksachen aber verkauft und den Erlös eingesteckt hatte. Als die Firma auf Be­zahlung drängte, inszenierte die Frau diesen Be­trug, um damit die Schulden abzudecken. Die bei­den Betrüger wurden verhaftet; sie haben nach längerem Leugnen ein Geständnis abgelegt.

Ein Raubüberfall in Sachsenhausen

Bei einer Dame in der Schifferstraße erschien am 9. Dezember ein junger, gut angezogener Mann und teilte ihr die Schreckensbotschaft mit, daß ihre Tochter im Geschäft das Opfer einer Gasvergiftung ?eworden und ins Krankenhaus gebracht worden ei, es möge doch jemand hingehen. Der junge Mann benahm sich etwas merkwürdig und entfernte sich alsbald. Draußen stand fein Freund, der 22jäh- rige Adolf Habicht, dem er zurief:Ich glaube wir trinken heute abend noch eine Flasche Sekt". Dann ging der 23jährige Otto Rothschild wieder in das Haus schellte und erklärte der Dame, er habe einen Umschlag verloren. Als ihn die Frau wieder ins Zimmer gelassen hatte, überfiel er sie, würgte sie am Hals, warf sie zu Boden und schlug sie. In dem Getobe fiel ein Schrank um und das Gepolter ver­anlaßte Otto einen überschnellen Rückzug anzutre­ten und draußen dem Freund zuzurufen:Lauf, was Du kannst". Ende Januar erfolgte die Ver­haftung der beiden Burschen, die es auf eine Be­raubung der alten Dame abgesehen hatten.

Als die beiden Freunde nun vor dem Großen Schöffengericht sich ein unfreiwilliges Stelldichein geben mußten, suchte der eine die Schuld auf den andern zu wälzen. Otto wollte der Verführte sein und zum Beweis legte er Briefe seines Freundes vor, in denen ihm dieser Feigheit vorwarf, ihn Hampelmann, einen traurigen Pantoffelheld und wer weiß was alles nannte. Otto hatte auch bei dem Raub vor, den Freund zu düpieren. Er wollte die Wohnung gar nicht betreten und sagen, es fei nicht aufgemacht worden. Aber Adolf schellte drau­ßen und da habe er den Schwindel anbringen müssen, daß sich die Tochter vergiftet habe. Bei der Unterredung habe er nicht den Mut gehabt, die Dame niederzuschlagen und deshalb sei er auch wie­der hinausgegangen.

Die Angeklagten wurden wegen gemeinschaftlich versuchten Raubs Adolf Habicht zu fünfzehn Mo­naten, Otto Rothschild zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Zwei Monate Untersuchungshaft wurden angerechnet und die Haftbefehle aufrecht erhalten.

Die Raubsache in Sachsenhausen aufgeklärt

t Die Polizei hatte in der Angelegenheit des Raubüberfalles auf einen Brauereikassierer eine ganze Reihe von Personen festgenommen, die aber ihr Alibi nachweisen konnten. Jetzt ist der 22jährige Schlosser Max Steil festgenommen worden, der um die Tatzeit in unmittelbarer Nähe gesehen worden ist. Bei einer Haussuchung bei Steil, der schon mehrfach wegen Diebstahls vorbestraft ist, fand man viel belastendes Diebesgut. Bei seinem festgenom­menen Bruder fand die Polizei 400 RM in 50= Mark-Scheinen er ist ebenfalls festgenommen wor­den. Weiter wurde ermittelt, daß Max Steil in engen Beziehungen zu einem Zapfer Paul Rola stand, auf den die Beschreibung des zweiten Täters paßt. Rola ist flüchtig und feit der Tat nicht wie­der zurückgekehrt. Auch in feiner Wohnung wurde Diebesgut ermittelt.

Empfang deutscher und französischer Sportler im Frankfurter Römer

: Anläßlich des 7. Rugby-Länderkampfes zwi­schen Frankreich und Deutschland _ begrüßte am Sonntag vormittag Oberbürgermeister Dr. Land­mann im Kurfürstenzimmer des Frankfurter Römer die beiden Nationalmannschaften. Er führte aus, daß die Stadt Frankfurt sich freue, daß in ihrem Stadion der Länderkampf ausgetragen werde, nicht nur deshalb, weil Frankfurt von jeher alle Ver­suche einer internationalen Betätigung auf dem Felde sportlicher oder geistiger Kämpfe unterstützt habe, sondern auch deshalb, weil der Gedanke eines Rugby-Ländertreffens in Frankfurt zum ersten Mdal verwirklicht werden konnte. Er hoffe, daß die­ser Länderkampf über das sportliche Interesse hin­aus das gegenseitige Verständnis und den Sinn für einen ritterlichen Kampf zwischen beiden Nationen fördern möge. In seiner Erwiderung dankte der Präsident der Föderation Franeaise de Rugby, Mr. Bernstein, für die liebenswürdige Begrüßung an der geschichtlich ehrwürdigen Stätte und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dieser Länderkampf die Beziehungen zwischen den beiden Nationen, insbe­sondere aber bei ihrer Jugend, fördern möge.

Totschlagsversuch an der Ehefrau

S Der Lackierer Heinrich Müller, der im März in einer Logierwirtschaft der Altstadt unter dem Verdacht verhaftet wurde, gegen seine Frau ein Eifersuchtsattentat begangen zu haben (er verletzte sie durch Beilhiebe) ist jetzt wieder auf freien Fuß gekommen. In der Sache ist Antrag auf Eröffnung des Hauptverfahrens wegen versuchten Totschlages gestellt.

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Tagung des waldbesitzerverbandes für Hessen- Nassau und Waldeck

Kassel. 16. April. Freitag nachmitag fand im Nordischen Hof in Kassel die diesjährige Mitglieder­versammlung des Waldbesitzerverbandes für Hessen-

Der Vater des äiNdersariens

Aum 150. Geburtstag des Pädagogen Friedrich Fröbel.

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Friedrich Fröbel, geboren 21. April 1782, gestorben 21. Juni 1852.

Friedrich Fröbel, der große deutsche Pädagoge, ist am 21. April 1782 in Obevweißüach in Schwarz­burg-Rudolstadt geboren. Er widmete sich nach vorübergehender Beschäftigung im Forstwesen zu­erst den naturwissenschaftlichen Studien. Nach dem Tode seines Vaters mußte er aber die Universität Jena verlassen, und er ging nach Frankfurt, um Lehrer zu werden. Im Jahre 1808 kam er nach Jferten, wo er mit Pestalozzi bekannt wurde. Diese Verbindung mit dem hervorragenden Erzieher wurde für sein ganzes Leben von Bedeutung. Im Jahre 1811 mürbe er auf Empfehlung seines Gön­ners Lehrer an der Pestalozzischen Knaben- erziehungsanstalt des Professors Plamann. Nach­dem er^ die Freiheitskriege im berühmten Lützow- schen Freikorps mitgemacht hatte, wurde er vor­übergehend wissenschaftlicher Assistent an dem Museum für Mineralogien in Berlin. Diese Tätig­keit behagte ihm aber nicht, denn seinen Haupt­beruf sah er als Erzieher. Im Jahre 1816 gründete er in Griesheim eine deutsche Erziehungsanstatt, die er ein wenig später nach Keilhau verlegte. Hier lehrte er nach den Grundsätzen, die er in seiner Schrift über die Menschenerziehung aufgestellt hatte und die eine Betonung der allseitigen Förderung aller Menschenkräfte forderten. Er war im wesent­lichen auf diesem Gebiete ein Schüler Pestalozzis. Im Jahre 1831 mußte er wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten seine Erziehungsanstalt aufgeben. Er ging nach der Schweiz, wo er die Grundsätze für die Errichtung von Erziehungsanstalten für Kinder, die sich im vorschulfähigen Alter befinden, ausarbeitete. Im Jahre 1837 schuf er in Blanken­burg in Thüringen den ersten Kindergarten. Ueber die Aufgabe dieser Kindergärten schrieb er folgen­des: Der Kindergarten soll die Kinder des vorschul­fähigen Alters nicht nur in Aufficht nehmen, s>- dern ihnen auch eine ihrem ganzen Wesen ent­sprechende Beschäftigung geben,'ihren Körper kräf-

Nassau und Waldeck statt. In seiner Eröffnungs­ansprache gab von der Malsburg nach Begrüßung der Gäste und der Vertteter der Staatsforstver­waltung einen Rückblick auf die Entwicklung der letzten Jahre, die zum völligen Zusammenbruch der deutschen Forst- und Holzwirtschaft geführt hätten. Auf dem deutschen Holzmarkt sei heute eine völlige Umkehrung des Verhältnisses von Erzeu­gung und Verbraucher eingetreten. Aus einem Be­darfsland seien wir zu einem Ueberschußland ge­worden. Restlose Sperrung der Grenzen für alles Auslandsholz müßte erreicht werden. Es gelte jetzt Organisationen für den Absatz zu schaffen. Vor allem müßte die Staatsforstverwaltung frei von allen politischen Fesseln sein und unbeschwert von alten Hoheits-Vorurteilen Schulter an Schulter mit der Privatforstwirtschaft marschieren, um die Er­tragsfähigkeit des deutschen Waldes wieder herzu­stellen. Nach ihm sprach Forstrat Dr. Zentgraf aus Lauterbach überDie allgemeine Lage am Holz- mckrkt". Der Niederbruch im Holzgeschäft sei voll­kommen. Wenn augenblicklich auch noch nicht zu helfen sei, so müsse man sich doch über die Ursachen klar werden. Ueber dieTätigkeit der Holzverkaufs­stelle Hessischer Waldbesitzer" berichtete Brenner- Kassel. Trotz aller Schwierigkeiten und unvermeid­barer Verluste sei es, so führte er aus, hier doch gelungen, verhältnismäßig gute Ergebnisse zu er= zielen. Oberforstmeister Dreyer versicherte dem Waldbesitzerverband der verständnisvollen Zusam­menarbeit mit der Staatsforstbehörde Zuletzt hielt noch Major a. D. Brauer-Berlin, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Holz, einen fesselnden Vor- ttag überDie Absatzwerbung für deutsches Holz". Die Verwertung von Holz sei noch zu erweitern, und zwar zu Holztapete, Holzfasern (zu Thomas­mehl-Säckchen), zu Jsolierplatten uno Bauplatten und vieles andere mehr. Auch die chemische Ver­wertung könne noch sehr gut ausgenutzt werden. Die Ergebnisse der Werbung (durch Ausstellungen und Fachberatungen) sei so gut, daß sie zur Fort­setzung der Arbeit ermutigen und verpflichten müssen. In den Henschelwerken fand zum Abschluß der Tagung noch eine Führung statt. Auf dem Hof des Werkes wurde ein Lastauto besichtigt, das mit Holzgas nach dem System Limbert betrieben wird. Ein Ingenieur hielt einen instruktiven Vor­

Das Wohnhaus Fröbels in Bad Blankenburg (Thüringen), wo Fröbel feinen ersten Kinder­garten gründete.

tigen, ihre Sinne üben und den erwachenden Geist beschäftigen, sie sinnig mit der Natur und Menschen- welt bekannt machen, besonders auch Herz und Gemüt richtig leiten und zur Einigkeit mit sich führen. Die Bedeutung des Kindergartens für das Heranwachsende Kind ist besonders darin zu sehen, daß es schon in jungen Jahren aus der Familie heraus in eine größere Gemeinschaft tritt und im Umgang zunächst mit fremden Menschen lernt, sich als Glied der menschlichen Gesellschaft zu fühlen und zu betätigen. Dadurch wird jeder Verzärtelung zu Hause ein wirksames Gegengewicht entgegen­gestellt und schon frühzeitig beginnen schädliche Eigenschaften und Unarten im Verkehr mit Gleich­altrigen sich ab zu streifen. Durch planvoll grup­pierte Bewegungs- und Geistesspiele sollen die Kin­der allseitig angeregt werden. Die Bewegungsspiele beginnen mit dem Ball und werden allmählich im­mer schwerer, bis sie für kräftige und starke Kinder besonders geeignet sind. Auch die Geistesspiele haben eine hohe Bedeutung für die Entwicklung des Kindes, denn durch Bauspiele, sowie durch Flecht- und Zeichenarbeiten wird der Geist des Kindes ge­schult. Es stellte sich bald die Notwendigkeit heraus, geeignete Lehrkräfte für Kindergärten zu schaffen, und darum, begründete Fröbel i'm Schloß Marien­thal ein «Seminar für Kindergärtnerinnen. Im Jahre 1851 wurden in Preußen die Kindergärten verboten, weil man sie mit Unternehmungen seines Neffen verwechselte. Das Verbot wurde 10 Jahre später wieder aufgehoben. Der Gedanke Fröbels fand bald viele Anhänger und große Ausbreitung auch in anderen Ländern. Heut sind seine Ziele und Msichten Gemeingut der Völker geworden. Fröbel hat sich auch als Schriftsteller hervorragend betätigt und feine pädagogischen Schriften haben mehrfache Auflagen erlebt. Er starb am 21. Juli 1852 in Marienthal.

trag, der mit großem Interesse entgegengenommen wurde.

Um das staffelet Staatslhealer. Intendant Berg-Ehlerl geht nach Wiesbaden

Kassel. 16. April. In einer Pressekonferenz gab Bürgermeister Dr. Lahmeyer gestern Aufklä­rung über den Stand der Kasseler Theaterangelegen­heit. Aus seinen Ausführungen war zu entnehmen, daß Intendant Berg-Ehlert, um den sich Wiesbaden sehr bemüht hat, den Jntendantenposten in Wies­baden übernehmen wird, sobald ihm vom Ministerium der Urlaub hierfür bewilligt worden ist, womit natürlich zu rechnen ist. Intendant Berg-Ehlert wird also am 1. August nach Wiesbaden über­siedeln, so daß es gilt, für Kassel einen neuen Intendanten zu finden. Bürgermeister Dr. Lah­meyer hat bei seinen Verhandlungen mit dem Finanzminister Entgegenkommen gefunden. Dieser hat sich bereit erklärt, einen Betrag von 500 000 RM für bas nächste Jahr für das von der Stadt Kassel zu übernehmende Theater zur Verfügung zu stellen. Da der Bezirksverband seinerseits einen Betrag von 40 000 RM übernehmen will, hat die Stadt Kassel selbst einen Bettag von 80 000 RM für die Fortführung des Theaters aufzubringen. Die Stadtverwaltung hat sich angesichts des gro­ßen Verlustes, den die Stadt Kassel bei einer Schließung des Theaters durch den Weggang des Opern- und Schauspielpersonals, der Beamten und der arbeitslos werdenden sonstigen Arbeiter und Angestellten für die Bereitstellung der 80 000 RM entschieden, da der für Kassel entstehende Ausfall bei einer Schließung des Theaters sich in kata­strophaler Weise auswirken würde. Die gleich nach den Wahlen stattfindende Stadtverordnetenver- sammlung hat sich als letzte Instanz nunmehr mit der Theaterangelegenheit zu befassen. Wenn hier die erhoffte Zustimmung fallen wird, wird sofort die Frage des neuen Intendanten in Angriff ge­nommen und ebenso das Schauspiel- und Opern­personal für die nächste Spielzeit, soweit es nötig ist, ergänzt werden.

Wirlschaftliche Not treibt eine Familie in den Tod

Wiesbaden, 16. April. Die wirtschaftliche Not hat in der vergangenen Nacht wieder drei

Menschenleben in den Tod getrieben. Der wis; schaftliche Hilfsarbeiter Dr. GaladL hat sich, fei Frau und seinen 13jährigen Sohn nach umfa reichen Vorbereitungen mit Gas vergiftet. 3 Morphium vergiftet hat sich gestern nachmittag e Krankenschwester wegen dienstlicher Differenzen, n

30 000 Mark unterschlagen

Wetzlar. 17. April. Das hiesige Erweite- 1 Schöffengericht verurteilte den ehemaligen Foi> kassenrendanten von Krofdorf, den Gastwirt i Metzger Friedrich Freund, wegen fortgesetzten V- brechens im Amt unter Zubilligung milderni Umstände zu zwei Jahren Gefängnis. Freund ha der Kasse nach und nach etwa 30 000 Mark und schlagen.

Die ersten Spargel

Meisenheim am Sand (Pfalz), 16. Apr Trotz des zeitweise recht unfreundlichen Aprilwette hat die Vegetation sichtliche Fortschritte gemae so daß in der Meisenheimer Gemarkung bereits i ersten Spargel gestochen werden konnten. All« dings wird der allgemeine Beginn der Spargeleri sich noch etwas hinausziehen, da die letzten Ta bzw. Nächte recht kühl waren. Der berühmte Spc gelmarkt in Schwetzingen (Bad.) wird am 5. M offiziell eröffnet; das Spargelstechen dürfte der nach um die Monatswende beginnen.

Bei einem epileptischen Anfall tödlich »erunglüd

Lauterbach, 16. April. In der Nähe di Kreisortes Ilbeshausen im Vogelsberg ist der m seinem Wohnwagen dort weilende Iulius Herb aus Rauschenberg beim Holzsuchen längs des Stad baches fin das Flüßchen gestürzt und ertrunkei Der bedauernswerte 'Mann litt an Epilepsie, do der er anscheinend während des Holzsuchens a< Wasser überrascht wurde und dadurch in de Bach fiel.

Atts aller Wett tteuev Monstve-Nvozetz in Sedin

Bausparkasfenschwindel in großem Stil

Berlin, 16. April. Dor der Großen Strafkamme des Landgerichts I begann am Freitag ein neue Bcttugsprozeß großen Umfanges gegen den angeb Uchen Weinbergbesitzer und Direktor der vom Reich aufgelösten Beihilfe G. m. b. H., Gustav Ho es den Direktor der Heimstättenfürsorge-Gesellschas Berlin-Tegel Bruno Hermann und neun wer tere Angeklagte, von denen zwei vom Erscheinen ti der Hauptverhandlung entbunden wurden, da so in Liegnitz wohnen. Die fast 90 Seiten umfassend Anklage wirft ihnen Urkundenfälschung, fortgesetz ten Betrug, Bilanzfälschung und Konkursvergeher vor. Sie haben Schwindelgründungen in Berlin Liegnitz und Gleiwitz vorgenommen und durch Fäll schungèn zahlreiche kleine Landwirte und Gewerbe­treibende zu Einlagen bewogen, die sie für sich ver­wandten. Den Haüptangeklagten wird allein Ver­untreuung von 150 000 RM vorgeworfen. Zu der Verhandlung, die etwa acht Wochen dauern wird sind 132 Zeugen geladen.

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Berlin, 16. April. Die von derWelt am Man- - tag" kürklich veröffentlichte Rechnung des Hotels Der Kaiserhof" über 4048 RM für den jüngsten Aufenthalt Hitlers und seiner Begleitung war von nationalsozialistischer Seite und von der Hoteldirek­tion als Fälschung bezeichnet worden. In der Presse der NSDAP. wurde angekündigt, daß Hit­ler dieWelt am Montag" wegen jener Veröffent­lichung verklagen werde. DieWelt am Montag" teilt aber jetzt mit, sie habe, nachdem ihr nach nun­mehr 12 Tagen eine solche Klage nicht zugefteKt worden sei, ihrerseits gegen Hitler und Dr. Goeb­bels Klage mit dem Anträge erhoben, beiden Be­klagten zu verbieten, die erwähnte Veröffentlichung des Blattes, das für die Richtigkeit feiner Behaup­tung den Wahrheitsbeweis antreten wolle, als Lüge zu bezeichnen. Die 14. Zivilkammer des Land­gerichts I Berlin wird sich im Mai mit diesem Fall zu beschäftigen haben.

Gefälschte Unterschriften unter einem Wahlvorschlag

Frankfurt a. O. Boi der Feststellung der Gültig­keit der Landtagswahlvorschläge für den Wahlkreis 5 (Frankfurt a. O.-Grenzmark) wurde der mit der kommunistischen Vandesliste verbundene Wahlvor­schlag 4aInteressengemeinschaft der Kleinrentner" für ungültig erklärt, weil, soweit festgestellt wer­den konnte, Unterschriften gefälscht waren. Gegen die Vertrauensleute, die den Wahlvorschlag einge­reicht haben, soll Anzeige erstattet werden.

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