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General Anzeiger für
Kanan «Stadt und Land
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Meist Vorschläge zur Gchuldenregeluns
Ek« Vorschlag SU Smiths: Iwanrigjähviges Moratorium für alle Schulden gegen Wavenanvechnung
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Der Reichspräsident empfing gestern den apo- stolischen Nuntius Monsignore Cesare OrseNigo, der ihm als Doyen des Diplomatischen Korps dessen Glückwünsche zu seiner Wiederwahl überbrachte.
* Der Reichsrat verlängerte gestern das Schlichtungsabkommen für den Rapallo-Vertrag mit Rußland trotz des Einspruchs verschiedener Länder gegen die Russenholzaus fuhr.
Die Regierung von Oberbayern hat zwei für kommenden Sonntag mit Adolf Hitler und General v. Epp als Webner in Rosenheim und Weilheim geplante nationalsozialistische Versammlungen aus Verkehrspolizeilichen Gründen verboten.
Die Bundespressestelle des Reichsbanners teilt mit, daß die .beschließenden Körperschaften des Reichsbanners sofort nach den Preußenwahlen zu- fammentreten werden, um zu der durch das SÄ.- Verbot geschaffenen Lage Stellung zu nehmen. Ein «früherer Zusammentritt sei nicht möglich, da sämtliche Kräfte durck den Wahlkampf gebunden sind.
Der litauische Ministerpräsident Tubelis ist gestern abend nach Memel gefahren, um sich über die politische und wirtschaftliche Lage im Memel- geviet persönlich zu informieren Man bringt die Ha-Hrt des Ministerpräsidenten in Verbindung mit dem Schritt der Signatarmächte in der Mcinel- engelegenhett
Der sächsische Landtagsabgeordnete Student- kowski, der gestern abend in Leipzig in einer Versammlung der S. A. beleidigende Aeußerungen gegen den Reichspräsidenten und die Polizei gemacht hatte, wurde der Statsanwaltschaft zuge
führt.
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Für die Wahlen zum Memelländischen' Landtag am 1. Mai sind insgesamt 34 Wahlvorschläge mit rund 364 Kandidaten bei der Wahlkommission ein- gereicht worden. Diese bisher noch nie erreichte Zahl ist auf die von der litauischen Regierung vorgenommene Aenderung des Wahlgesetzes zum memelländischen Landtag zurückzuführen, nach der auch Splitterparteien bei der Verteilung der Reststimmen berücksichtigt werden sollen.
• Ein schwedisches Blatt behauptet, daß beim Kreuger-Konzern sich gefälschte italienische Staats- obligationen befinden.
Der französische Finanzminister Flandin wurde gestern vom Untersuchungsrichter in der Affäre Hanau vernommen. Er erklärte,, daß tatsächlich der ihm von der Polizeipräfektur übersandte Geheimbereicht aus seinem Arbeitszimmer verschwunden sei. Er könne jedoch keine. Angaben machen, die die Nachforschungen irgendwie fördern könnten.
Der amerikanische Staatssekretär Stimson trifft heute in Paris ein. Ministerpräsident Tardieu wird ihm zu Ehren ein Frühstück geben.
Auf dem Bankett der englisch-amerikanischen Pilgrim-Gesellschaft brachte der britische Außenminister Sir John Simon einen Trinkspruch aus und erklärte, die Beziehungen zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten seien nie freundschaftlicher gewesen, als in diesem Augenblick, da Botschafter Mellon nach London kam. Großbritannien sei fest entschlossen, diese segensreichen Beziehungen zum Wohle der Welt zu pflegen.
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Viscount Craigayon, der Ministerpräsident Nordirlands, der, wie gemeldet, gestern nachmittag Besprechungen mit Mitgliedern des britischen Kabinetts gehabt hat, äußerte sich Pressevertretern gegenüber sehr befriedigt über deren Ergebnis. Es fei ihm von Seiten der englischen Regierung ausdrücklich und endgültig versickert worden, daß man eine Errichtung eines gesamtirischen Staates nicht beabsichtige.
Die chinesischen Truppen, die sich gegen die Regierung der Mandschurei empört haben, halten Pogranitschnaya an der russischen Grenze besetzt.
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Aus Buenos Aires wird gemeldet: Ueber der Hauptstadt von Paraguay Asuncion gehen jetzt Aschenregen nieder.
In Soerabaja (Java) stürzte ein. Dornier-Flugzeug ins Meer und ging unter Drei Unteroffiziere werden vermißt. Ein vierter Unteroffizier hat schwere Verletzungen erlitten, denen er erlegen ist.
•) Näheres siehe tm politischen Teil
Amerikanische Moratovinmspläne
Washington, 14. April. Einen neuen Vorschlag zur Lösung der Kriegsschuldenfrage unterbreitete der frühere Gouverneur von Herogort und jetzige Präsidentschaftskandidat Al Smith in einer Rede bei einem Festessen zur Feier des Jefferfon- Gedächtnistags, bei dem die demokratischen Parteiführer versammelt waren.
Al Smith erklärte, die Vereinigten Staaten mühten sich an den Gedanken gewöhnen, daß es den Schuldnern an Geld für ihre Zahlungen mangele. Man könne von niemandem etwas erhallen, was er nicht besitze. Al Smith trat für Gewährung von Krediten an das Ausland ein, damit die amerikanische Ausfuhr, die im letzten Jahre um über die Hälfte zurückgegangen sei, wieder in Gang komme. Das wäre eine bessere Methode, als müßig dazu- sihen und Schuldenzahlungen zu verlangen, die doch nicht geleistet werden könnten, und dadurch der amerikanischen Wirtschaft Milliardenverluste zuzufügen, die die gesamte europäische Schuld über- siiegen. Zum Schluß machte er einen drastischen Vorschlag zur Lösung des Problems. Die Vereinigten Stalen sollten den Schuldenländern ein rojähriges Moratorium einräume n. Während dieser Zeit soll den Schuldner- staaten alljährlich ein bestimmter VrozentfaK der von ihnen in Amerika getätigten Käufe, etwa 28 Prozent, gutgeschrieben werden. Beispielsweise würden die Kriegsschulden eines Landes, das für 100 Millionen Dollar Getreide, Baumwollö oder Fertig- Fabrikate in den vereinigten Staaten kaufe, um 25 Millionen Dollar vermindert werden.
Rewyork, 14. April. Der Vizepräsident der Chase Rationalbank und frühere Direktor des Berliner Büros des Reparations-Agenten, Shepard Morgan, trat in einer Rede vor der Akademie für politische Wissenschaften für die Streichung aller Schulden und Reparationen ein, falls Europa be- breit sei, die aus dem Versailler Vertrag sich er- gebenden Fragen in den nächsten 10 Jahren zu vergessen. Morgan gab seiner Ansicht dahin Ausdruck, daß die Streichung der Schulden für die Vereinigten Staaten im Hinblick auf eine Zunahme des Handels nur ein gutes Geschäft sein könne.
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Einige Berliner Morgenblätter beschäftigen sich mit dem Vorschläge des demokratischen Präsidentschaftskandidaten in den Vereinigten Staaten, Al Smith, der u. a. ein zwanzigjähriges Moratorium
Völkerbund und Revavatione«
Entschlietzungseniwuvf dev Lutevnat. Avbeitskonsevenz
Genf, 14. April. Die Internationale Arbeilskonferenz wird sich mit einigen Ent- schließungsanlrägen zu befassen haben, u. a. mit einem Entschließungsentwurf aus Arbeitnehmerkreisen. Der Entwurf von drei Sozialisten, dem Franzosen Iouhaux, dem Belgier Mertens und dem Schweizer Schuerch, hat hier insofern besonderes Interesse hervorgerufen, als er sich mit den Ursachen der Weltwirtschaftskrise auseinandersetzt, worunter als wesentliche Ursache die Reparationen angesehen werden.
Da der „Friede unb die Welleiulracht mehr als je durch die Weltkrise gefährdet wird", soll nach dem Entschließungsentwurf die Internationale Arbeits- konferenz den Völkerbundrat und alle einzelnen Staaten auffordern, „mit vereinten Kräften durch internationale Beschlüsse den Weg zu gemeinsamem Wohlstand einzuschlagen". Ausdrücklich wird verlangt, daß „der Völkerbund auf der bevorstehenden Konferenz zur neuerlichen Reglung der Reparationsund internationalen Schulden auf Grund des Ansehens. das ihm der erste Absatz des Artikels 24 des Friedensverlrags verleiht, eingreifen und bei den unmittelbar Beteiligten auf die Dringlichkeit einer endgültigen Regelung, auf die Notwendigkeit der Berücksichtigung der Interessen der Allgemein- heit und der Weltwirtschaft bei dieser Reglung Hinweisen" Ferner sieht 4>ie Entschließung, «die Verbindung dieser Konferenz mit einer Zusammenkunft von Bevollmächtigten aus allen Staaten zur Rege- lung der allgemeinen Probleme des Währungs- und Kreditwesens und die Einrichtung einer mit den unerläßlichen Bürgschaften für ihre Festigkeit ausge- statteten internationalen Währung" vor.
Der Artikel 24 verpflichtet den Völkerbund zur Abhilfe, „soweit Not und Elend geeignet sind, den Frieden zu gefährden".
für alle Schulden angeregt hat. Die „German: a" meint, daß dieser Vorschlag trotz seiner Eigenart in Europa starte Beachtung verdiene. Ein zwanzigjähriges Moratorium, innerhalb dessen sich die Schulden der europäischen Staaten automatisch auf Bruchteile ihres Betrages vermindern würden, käme einer Schuldenstreichung recht nahe, wenn auch fein psychologischer Wert zweifellos ein geringer wäre. Deutschland habe nur unbedeutende politische Schuldverpflichtungen gegenüber Amerika, aber die Entlastung der Gläubigerländer Deutschlands hinsichtlich ihrer überseeischen Schulden würde naturgemäß die endgültige Bereinigung der Reparationsstage erleichtern. Bei der Beurteilung des Vorschlages müsse man sich allerdings gegenwärtig halten, daß sich die ^ Vereinigten Staaten in den Anfängen des Präsidentschaftswahlkampfes befänden. — Die „D. A. 3 " sieht in dem Vorschläge einen Beweis dafür, wie sehr sich auch in Amerika die Ueberzeugung verbreitet, daß etwas ganz besonderes geschehen muß, wenn die beispiellose Wirtschaftskrise der Gegenwart überwunden werden soll. Innerhalb der Vereinigten Staaten selbst haben die bisherigen Kredit- und Stützungsmaßregeln nicht aus gereicht, um auch nur eine leichte Erholung in der Wirtschaft herbeizuführen. Jetzt soll die Politik des billigen Geldes, die sich Amerika durchaus leisten kann, noch stärker als bisher betrieben werden.
Mitte Sunt Lausanne« -Konserenz?
London, 14. April. Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" erfährt, daß der 14. oder 16. Juni als Eröffnungstag der Lausanner Konferenz erwogen wird. Möglicherweise werde die Konferenz sich auch mit der finanziellen und wirtschaftlichen Frage der Donaustaaten zu befassen haben. Dies könne zu einer allgemeinen Erörterung der Finanz- und Wirtschaftslage Europas führen.
Da dem Hinweis auf die Reparationen in diesem Entschließungsantrag möglicherweise eine zu große Tragweite zugemessen werden könnte, muß man geltend machen, daß es den verschiedenen Ratsmächten ' erfahrungsgemäß unerwünscht ist, das Reparations- und Kriegsschuldenproblem im Rat behandeln zu lassen, ganz abgesehen von der zeitlichen Möglichkeit, daß angesichts der Prozedur- schwierigkeiten der Rat sich vor der Lausanner Konferenz damit befaßt.
Gvwev^Slokenuuvube« in Neukee and
Auckland, 14. April. Zwischen Erwerbslosen und der Polizei ist es zu ernsten Zusammenstößen gekommen. Die Demonstranten warfen die Schaufenster in den Hauptstraßen ein und plünderten Juwelierläden. Hunderte von Zivilpersonen und 23 Polizeibeamte sind verletzt worden. Man schätzt den Sachschaden auf 100 000 Pfund Sterling. Mit Hilfe von Marinefüsilieren wurde die Ordnung wiederhergestelll.
Nvttnkng untevwess «ach Genf
Berlin, 15. April. Reichskanzler Dr. Brüning hat am Donnerstag abend Berlin verlassen und die Fahrt nach Gens angetreten. Am Rock mittag war noch einmal eine Kabinellssihung, worin die Besprechungen des Etats zum Abschluß gebracht und eine Reihe von Unklarheiten beseitigt wurden, so daß die Ressorts jetzt in der Lage sind, bis zur Rückkehr des Kanzlers, also etwa bis zum 25. April, die Vorbereitungen für den Haushaltsplan zu Ende zu führen. Auch die Außenpolitik ist in, dieser Kabinettssihung noch einmal erörtert worden.
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Reichskanzler Dr. Brüning ist gestern abend nach Genf abgereist. Nach den bewegten Wochen der Reichspräsidentenwahl und der innerpolitischen Sensation des SA.-Verbotes tritt nunmehr wieder für einige Zeit die Außens Politik in den Vordergrund. Die Verhandlungen des Reichskanzlers in Gens werden für die weitere Gestaltung des deus- tchen Schicksals von außerordentlicher Bedeutung sein. In der Abrüstungsfrage wird der Kanzler Gelegenheit nehmen, den deutschen Standpunkt noch einmal in energischer Weise zu vertreten. Eine neue deutsche Initiative kann dazu beitragen, das Schneckentempo der Genfer Abrüstungskonferenz erheblich zu beschleunigen. In den Kreisen der Abrüstungskonferenz rechnet man damit, daß die Ankunft des Reichskanzlers Dr. Brüning und Stimsons dazu führen wird, die grundsätzlichen Gedanken in der Abrustungsfrage wieder einmal zur Geltung zu bringen. Der Hauptsächlichste Kampf des Kanzlers in Genf wird der Tributfrage gewidmet fein. Man erwartet in politischen Kreisen, daß es dem Kanzler in Genf nunmehr gelingt, einen Termin für die Lausanner Konferenz zu vereinbaren. Die formale Beseitigung der Tributverpflichtung Deutschlands, die um fast ein Jahr hinter der Tatsache der deutschen Zahlungsunfähigkeit herhinkt, ist die Voraussetzung dafür, daß die Reichsregierung im Zusammenhang mit der Neuaufstellung des Etats die wirtschaftlichen und staatspolitischen Pläne durchführen kann, die seit langer Zeit im Kabinett und in den verantwortlichen Wirtschaftsgremien erwogen werden.
Denn der Kampf um die Tributreoision ist praktisch auch ein Kampf um Auslandskredite. Der Reichsregierung und der Wirtschaft wird bei allen Kreditverhandlungen mit dem Ausland immer wieder erklärt, daß das Ausland so lange keine Kapitalien in Deutschland anlegen kann, als das Damoklesschwert der Tribute über der deutschen Wirtschaft schwebt, also ein vertragsmäßiger Anspruch Frankreichs besteht, im Falle einer Besserung der deutschen wirtschaftlichen Verhältnisse wieder Tribute von Deutschland zu fordern. Ohne eine endgültige Liquidierung der Tribute ist weder eine Wiedergesundung der deutschen Wirtschaft noch der Weltwirtschaft möglich.
Zur Abrüstungsfrage ist noch zu bemerken, daß nach Wiederaufnahme der Verhandlungen in Genf Frankreich sehr rasch in eine etwas peinliche Lage geraten ist. Man erinnert sich noch des Eindrucks, den die Vorschläge Tardieus ganz zu Beginn der Konferenz hervorriefen. Der französische Ministerpräsident suchte damals die ganze Abrüstungsfrage auf ein falsches Gleis zu schieben, indem er die Ausrüstung des Völkerbundes mit schweren Waffen sortierte und von der Erfüllung dieser Voraussetzung Frankreichs Bereitwilligkeit zu Abrüstungen abhängig machte.
Dis französische Absicht wurde von allen Seiten durchschaut und niemand außer den getreuen Vasallen Frankreichs hat überhaupt den sogenannten Abrüstungsvorschlag Tardieus ernstgenommen. Nunmehr hat nach der Wiedereröffnung der Verhandlungen der amerikanische Vertreter einen Vorstoß unterm
Die betröge Summer umtobt 1 12 Seiten