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VMM« Siadi und Land

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Donnerstag, den

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aus Lieferung oder Nachlieferung oder au, Rückzahlung des Bezugspreises. / Für Platzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.xGeschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,395Z, 3958

S. apeil

1932

Die Londoner Viermächte-ânierenr

G« poklMchev und ein wivtschastlichev SiustchuS eingesetzt - Deutschland evklSvt, die Donau­svase kau« nicht Mein seid» Weeden, ohne die Veltwivtschaktskvise zu berücksichtigen - Gegen­satz zwischen dev svanzöfisch-ensiischen und dentsch-itaiienischen Aussassuns

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Der Reichspräsident von Hindenburg empfing am Mittwoch eine von dem Landtagsabgeordneten Oberschulrat Bauser-Stuttgart geführte Abordnung Iber Volksrechtspartei und Reichs Partei für Volks- recht und Aufwertung, die die Wünsche der in die­ser Partei vereinigten deutschen Sparer und Rent­ner nach unbedingter Abwehr aller irgendwie ge­stalteter inflatorischer Vorschläge, nach Besserung ibes Loses der Kleinrentner, nach Neubildung in= ländischen Kapitals durch Wiederherstellung alten Volksvermögens und nach Förderung der Kapitals­bildung vortrug.

* Reichskanzler Dr. Brüning sprach gestern m drei Versammlungen in Erfurt und auch in Wei­mar zur Hindenburg-Wahl.

Wie die Hapag mitteilt, befand sich das Luftschiff 4 Uhr morgens (Greenwicher Zeit) auf 5 Grad 25 Minuten Nord und 28 Grad 32 Minuten West.

Der Anhaltische Landtag lehnte gestern mit 19:17 Stimmen den Staatshaushalt ab.

Wie wir erfahren, treten folgende Aenderungen km diplomatischen Dienst ein: Der Vortragende Legationsrat im Auswärtigen Amt Frhr. v. Reis­witz ist zum Gesandten in Santiago de Chile er­nannt worden. Der bisherige Chef des Protokolls Graf Tattenbach geht als Gesandter nach Vene­zuela. Der Vortragende Legationsrat König über­nimmt die Gesandtschaft in La Paz (Bolivien).

Wie verlautet, hat die litauische Regierung mit den Signatarmächten der Memel-Autonomie über die Form verhandelt, in der der Fall Böttcher dem Haager Schiedsgerichtshof unterbreitet werden soll. Die litauische Regierung soll darum bemüht sein, daß die Angelegenheit nicht in der Form der Klage vorgebracht wird. Litauen soll den Signatarmäch­ten vorgeschlagen haben, daß alle Unterzeichner der Memelkonvention einschließlich Litauens sich kollek­tiv an den Haager Gerichtshof wenden.

Auf der gestern in London abgehaltenen Sitzung der englischen Bergbauvereinigung wurde beschlos­sen, bei der englischen Regierung wegen des durch die Haltung der deutschen Regierung dem englischen Kohlenausfuhrhandel zugefügten Schadens vorstellig zu werden. In der Entschließung wird darauf hin­gewiesen, daß die Ausfuhr deutscher Waren nach England ständig zugenommen habe, während der Export von England nach Deutschland zurückge- geoangen sei. Schließlich wird die englische Regie­rung in der Cntslchießung gebeten, entsprechende Gegenmaßnahmen bei der Handhabung des Ein­suhrzollgesetzes zu treffen.^

Havas veröffentlicht ein Dementi, wonach die gestern von demEcho de Paris" aufgestellte Be­hauptung, die französischen und englischen Delogier- . ten hätten sich geeinigt, den Donauländern und besonders Südflawien eine Politik der Währungs­entwertung anzuempfshlen, nicht den Tatsachen entsprechen soll. *

Der Präsident der französischen Republik unter­zeichnete ein Dekret, durch das Senator Paul-Bon- cour zum ständigen Delegierten Frankreichs im Völkerbundsrat anstelle des verstorbenen Aristide Briand ernannt wird. *

Wie derPetit Paristen" mitteilt, sollen sich die vor einiger Zeit in Paris wegen Spionage ver­hafteten Italiener besonders für ein weittragendes Flugzeugabwehrgeschütz interessiert haben. Dieses Geschütz das non der Fabrik Schneider-Creuzot hergestellt sei, trage über 10 Kilometer. Man be­hauptet, daß es den Italienern gelungen sei, alle Einzelheiten über diese Waffe zu erfahren.

Der amerikanische Senator Capper brachte eine Entschließung ein die vorschlägt, gegen jebe den Kelloggpakt verletzende Macht einen Wirtschafts­boykott zu verhängen. *

* In der Buchführung von Kreuger und Toll sind große Unregelmäßigkeiten festgestellt worden.

Senat und Kammer von Chile haben sich für ein Gesetz ausgesprochen, bas die Aufhebung des Gold­standards in Chile bestimmt. Damit das Gesetz rechtskräftig wird, ist nur noch bie_ Unterschrift des Präsidenten erforderlich, die man für sicher hätt.

> Rädere« stehe im politischen Teil. <

Das Gsgebnis des ersten Vervandtungstaaes

London, 6. April. Die viermâchte-konferenz trat Heuke 14.30 Uhr, pro­grammäßig im Foreign Office zusammen. Die Versammelten wählten einstimmig den Mi­nisterpräsidenten Macdonald zum Vorsitzenden. Die Sitzung dauerte bis 17.30 Uhr. Nach Beendigung der Sitzung wurde eine amtliche Mitteilung herausgegeben.

Die amtliche Mitteilung

Die nach Beendigung der heutigen ersten Sitzung der Wiermächtekonferenz herausgegebene amtliche Mitteilung lautet:

Die Viermächle-Konferenz versammelte sich heute um 14.30 Uhr im Auswärtigen Amt. Es waren anwesend die französischen Vertreter Flan- din und de Fleurieau, die Deutschen von Bülow Posse und Freiherr von Reu rath, die Jta- lienre Grandi, de Michelis, Veneduce und Cian, carelli, und die englischen Vertreter Macdonald, Reüilfe Chamberlain, Simon und Runciman. Es erfolgte ein Meinungsaustausch über die in der gegenwärtigen finanziellen und wirtschaft­lichen Lage der Donaustaaten liegenden V^oblenn Und übet die Art der Zu ihrer Losuvq notwen­digen Schritte. Vor Schluß der Konferenz wurde ein A u s f ch u ß eingesetzt, der über diese Pro­bleme bei Wieder Zusammentritt der Konferenz morgen um 14.30 Uhr zu berichten hak.

Die vier Mächke beschlossen, einen Sachverstän­digenausschuß, bestehend aus je einem Sachver- ständigen für jedes der vier Länder, einzusehen, dessen Aufgabe ist, die durch den jüngst heraus­gegebenen Bericht des Völkerbundsinanzausschusses aufgeworfenen Probleme in bezug auf die fi­nanzielle Lage gewisser Länder Mittel- und Südosteuropas zu studieren.

Don maßgebender englischer Seite wird zu die­sem offiziellen Communiquee erläuternd folgendes erklärt: Man hat heute zunächst einmal die allge­meinen Grundsätze erwogen. Der nunmehr einge­setzte Ausschuß wird diè Einzelheiten untersuchen und der Konferenz morgen Bericht erstatten. Ziel der Zusammenkunft der vier Großmächte ist, Maß­nahmen zu finden, um die sogenann­ten D onau ftaa t e n auf eigene Füße zu stellen. Es wird betont, daß die heutige Sitzung in vollster Einmütigkeit verlief. Der vor-

Reichsresieruus und wirtitvaiisbeSebung

SteiMsfinanzministev Meirich über die vlâ'ue u«d Sidilchteu dev Reichsvegievung

Berlin, 7. April. Reichsfinanzminister Dr. Dietrich beschäftigte sich in einer Sitzung des Gefamlvorstandes der Deutschen Staatspartei mit den nächsten Plänen und Absichten der Reichsregierung.

Cr bezeichnete es als absolut notwendig, daß zu einer Beruhigung die Bünde und Organi­sationen, die jetzt geschossen worden seien, v e r- schwinden müßten. Zur finanzielllen und wirtschaftlichen Lage führte der Mi- Nister aus, daß wir trotz aller pessimistischer Prophe­zeiung die Sorgen des Winters überwältigt hätten. Der Sommer werde eine gewisse Erleichterung brin­gen, aber es stehe dann die Sorge für den nächsten Winter bevor. Diese Sorge könne nicht allein mehr mit finanziellen Mitteln überwunden werden, hierzu müßten politische und wirtschaft­liche Möglichkeiten benutzt werden. Die nötigen Vorbereitungen der Reichsregierung seien im Gange. Die Reichsbank sei trotz ihres geringen Goldbestandesheute in einer viel besseren Lage als im Vorjahr. Am 1. April habe ihre Beanspruchung 220 Millionen betragen gegen eine Beanspruchung von 800 Millionen im Vorjahr. Der Rotenumlauf sei ebenfalls um >2 Milliarde geringer als im Jahre zuvor. Die Reichsregierung fei bereit, den vorsichtigen versuch einer wirtschaftlichen Belebung zu machen. Die verschiedenen Auffassungen und Interessen müßten zwar noch ausgeglichen werden, aber ein solcher Ausgleich werde erfolgen. Bei diesem Ver­such werde auch die Zinsen frage noch eine Rolle spielen. Es komme aber auch darauf an, daß die

gesehene Sachverständigenausschuß, in dem Eng­land durch Sir Leich-Roß vertreten ist, wird den Bericht des Finanzkomitees des Völkerbundes zu untersuchen haben, ob er Grundlage für sofortige wirksame Maßnahmen sein kann. Seine Mitglieder werden nicht von der Konferenz, sondern von den Delegationsführern selbst ernannt werden. Man hofft, auf diesem Wege praktischere Arbeit für die Donaustaaten zu leisten.

3M Fronten: Geldgeber und Kandler

London, 6. April. Der heutige erste Berhand- lungstag hat ergeben, daß in der Donaufrage zwei Fronten einander gegenüberstehen, nämliche die­jenige der Geldgeber und die der Händler. Die Händler sind D e u t s ch l a n d und Italien, die Geldgeber Frankreich und England. Zu diesen gehört eigentlich noch ein dritter Inter­essent: die Vereinigten Staaten, die ja auch im Südosten Europas hohe Beträge liegen haben und deshalb ebenfalls, was nicht vergessen werden sollte, an der Donaufrage stark interessiert sind.

Reuter meldet: Wie in später Abendstunde ver­lautet, hat sich auf der heutigen Sitzung der Vier­mächtekonferenz eine Meinungsverschie­denheit zwischen Frankreich und Großbritannien einerseits und Deutschland und Italien anderer­seits h e r a u s g e ft e l l t. Der erste Ausschuß der Konferenz, der aus den Delegationsführern be­steht, wird sich morgen früh bemühen, diese Mei- nungsverschledenhsiten auszuglsichen. Die beiden zur Diskussion stehenden Fragen sind:

1. Muß Bulgarien in die Donaufoderation ein- bezogen werden und

2. sollen die Donauländer für sich Verhandlun­gen führen?

Dinge einfach gesehen werden und daß zur rechten Zeit die rechten Entschlüsse gefaßt werden.

Der Minister ging dann aus die Verhand­lungen über das Donau-problem ein, bei dem keine einseitige Belastung Deutschlands er- solgen dürfe. Die 100 Millionen Menschen im Donauraum seien gewillt unsere Waren zu nehmen, und es müsse sich ein weg finden lassen, der den D 0 n a u s l a a t e n Hilfe brächte und der nicht für Deutschland eine einseitige Belastung bedeute.

Was die Reparationsfrage anbelange, so pfeifen es alle Spatzen von den Dächern, daß wir nicht zahlen können. Die Konferenz von Lausanne, die ja wohl staltfinden werde, müsse eine große Entscheidung bringen. Es dürfe nie vergessen werden, welch einen Wert das Vertrauen zwischen den Völkern bedeutet. Ohne ein Vertrauensverhältnis ist an eine internationale Kreditwirschaft überhaupt nicht zu denken.

Zum Schluß sagte der Minister, die bevor­stehende Wahl in Deutschland entscheide über den Bestand der bürgerlichen Wirtschaft. Das deutsche Volk habe in Zeiten großer Gefahr immer einen guten und richtigen Instinkt bewiesen und stets sei die Gefahr durch das Volksvolum gebannt worden. . :s '

Die Vertreter Frankreichs und Großbritanniens sind dafür, die in der Viermächtekonferenz erarbei­teten Vorschläge der Konferenz der Donaustaaten vorzulegen, während die deutschen und italienischen Vertreter es für notwendig hatten, eine Vollkonfe­renz der neun beteiligten Staaten einzuberufen. Die deutschen und die italienischen Vertreter sind der Ansicht, es sei wenig wahrscheinlich, daß eine richtige Lösung auf einer Konferenz der Donau- staaten allein gefunden werden könne und daß ein dort ausgearbeiteter Plan Oesterreich und Ungarn verhältnismäßig gegenüber der Kleinen Entente schwerer belasten müsse. Die Vorschläge für eine den Donoustaaten zu gewährende Hilfe bewegen sich, was Frankreich und Großbritannien anbelangt, int Rahmen finanzieller Unterstützungen: soweit Italien und Deutschland in Frage kommen, sind sie aus Zollerleichterungen abgestellt.

Oie Gegensätze

London, 6. April. In unterrichteten deutschen Kreisen hat man von dem ersten Tag der Vier­mächtekonferenz den Eindruck gewonnen, daß die heutigen Verhandlungen noch kein klares Bild über den Gang der nächsten Tage abgezeich­net haben. Bei der Beurteilung der Sachlage müsse man sich vergegenwärtigen, daß man erst am An­fang einer ganzen Kette von Erörterungen von akuten Problemen stehe.

Von deutscher Seife wurde aber schon heute zur Sprache gebracht, daß man die Donau­frage nicht allein lösen kann, ohne die Weltwirtschaftskrise zu berück­sichtigen.

Die Delegierten haben in der recht lebhaften Debatte ihre Standpunkte präzisiert, die schon aus den verschiedenen Memoranden der beteiligten Länder bekannt sind. Daraus ergibt sich natur­gemäß ein gewisser Gegensatz .zwischen der französisch-englischen und der deutsch-italienischen Auffassung. Es muß jedoch davor gewarnt werden, darin einen politischen Gegensatz zu sehen. In Er­scheinung treten vielmehr die Gegensätze zwischen den Gelügöberstaaten und den durch wirtschaftliche Erwägungen beeinflußten Handelsländern. Die französischen Vorschläge gehen dahin, daß in erster Linie finanzielle Hilfe notwendig ist und daß für diese Hllfe gewisse Sicherheiten nötig sind.

Deutscherseits ist man dagegen der Auffassung, daß finanzielle Hilfe ohne gleichzeitige roirt- schaftliche Unterstützung nur von vorübergehen­dem Ruhen ist.

Die Gegensätze werden sich wahrscheinlich über­brücken lassen. Deutschland hat vitales Interesse daran, daß der Balkanmarkt nicht zerstört, sondern gehoben wird. Es ist nicht wahrscheinlich, daß schon in London eine Antwort auf die Fragen ge­funden werden wird, die technischer Natur sind. Deutschland hat darum auch den Vorschlag unter­stützt, bald mit den Vertretern der zu unterstützen­den Länder zusammen,zukommen. In ähnlicher Lage befindet sich Italien. Deutschland kann sich nicht von den osteuropäischen Märkten ausschließen lassen. Deutschland befindet sich in anderer Lage als die Göldgeberländer, die natürlich noch stark den finanziellen Zllfammenbruch dieser Länder be­fürchten. Ein solcher Zusammenbruch wäre für Deutschland natürlich auch mit Opfern und Ver­lusten verbunden, nicht aber in demselben Maße wie für die beiden Geldgeberländer. Auch daraus ergibt sich ein gewisser Gegensatz zwischen Italien und Deutschland auf der einen und England und Frankreich auf der anderen Sette, der in diesem Stadium nicht als politisch angesehen werden kann. Morgen soll ein Ausschuß das Problem noch einmal durchsprechen, um nachher der Konferenz Bericht zu erstatten. Dadurch sollen die Dinas be­schleunigt werden.

Gino Denttoeift OeffeoeeitbS

London, 7. April. WieTimes" mitteilt, hak der österreichische Gesandte gestern namens sei­ner Regierung Ministerpräsident Macdonald als Vorsitzenden der Vier-Mächle-Sonferenz eine Denk­schrift zugesiellk, worin Oesterreich um Vorzugs­behandlung seiner Jndustrieaussuhr ersucht.

Die zur Bergbau A.-G. Lothringen, Hannover, gehörende Zeche Vereinigte Präsident, Bochum, sieht sich gezwungen, 750 Arbeiter und 50 Angestellte zu entlassen. Als Grund wird Wsatzmangel angegeben.

Die heutige Nummer umkaHt 12 Sette«