General Älnzeiger für
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1932
Drei Kandidaten am 1C. Älprii
âdenbuvs, KUlev, Thälmann - IVlutev vevriKiei - Die Kandidatur Klans Selm iMi rulSMs
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Der Reichspräsident empfing gestern mittag den spanischen Botschafter Luis Araquistai y Quevedo und den neuen Gesandten von Mexiko Octavio Mendoza Gonzalez zur Entgegennahme
I Octavio Mendoza Gonzalez , ' ihres Beglaubigungsschreibens.
Die Haushaltsführung des Reichs für die Zeit vom 1. April 1932 bis 30 Juni 1932 ist durch Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. März I 1932 dahin geregelt worden, daß die persönlichen Ausgaben im Rahmen des Haushaltsplanes 1931 geleistet werden dürfen und daß' im übrigen, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, in diesem Viertelfahr nur bis zu einem Fünftel der für 1931 bewilligten Beträge ausgegeben werden darf. Als Reichs- zuschuß an die Gemeinden für die Erleichterung der Wohlfahrtslasten ist ein Betrag von 75 Millionen RM vorgesehen.
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Das Kartell der Republikanischen Verbände Deutschlands hat folgenden Aufruf erlassen: Auf zum Endsieg! Die Feinde der Demokratie sind geschlagen. Eine Schlacht ist gewonnen, jetzt muß der Sieg errungen werden. Je gewaltiger Hindenburgs Sieg, umso gesicherter Deutschlands Zukunft. In unserem Lager ist Deutschland. Alle Stimmen am 10. April für Hindenburg!
Anfang April legt die erste Führerin des Bundes „Königin-Luise", Frau Marie Netz, ihr Amt nieder Ihre Nachfolgerin ist Freifrau Charlotte von Habeln, jetzige Landesverbandsführerin von Brandenburg-Grenzmark.
Die Kündigung von 20 reichsdeutschen Lehrern tm Memelgebiet durch Simaitis bedeutet zweifellos einen neuen Gewaltstreich gegen das Deutschtum. Die deutsche Regierung wird es sich, wie verlautet, angelegen sein lassen, die Rechtslage in diesem Falle .genau zu prüfen, und sie wird nichts unterlassen, um die berechtigten Interessen des Deutschtums im Memelgebiet zu schützen. *
Zum Präsidenten der Preußischen Hauptland- wirtschaftskammer, in der sämtliche Landwirtschasts- kammern Preußens rertreten sind, wurde in der heutigen Vollversammlung Dr. Brandes, der bekanntlich gleichzeitig Präsident des Deutschen Land- mirtschastsrates ist, einstimmig und unter großem Beifall der Anwesenden durch Zuruf wiedergowählt.
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* Ueber die Anmeldung von Zahlungsverpflichtungen an das Ausland ist eine Notverordnung erlassen worden. *
Der österreichische Vizekanzler Winkler und der Abg. Dewaty sind am Donnerstag vormittag aus dem Anhalter Bahnhof in Berlin eingetroffen, wo sie von Vertretern der Reichsregierung und dem österreichischen Gesandten Dr. Frank empfangen wurden.
Amtlich wird bekanntgegeben, daß die Diermächtekonferenz am 6. April in London stattfinden wird.
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Die Atlantik-Konferenz der am transatlantischen Verkehr zwischen Europa und den Vereinigten Staaten beteiligten Schiffahrtsgesellschaften hat chre Arbeiten beendet. Sie gelangte zu einer Verständigung auf der Grundlage einer 20prozentigen Preissenkung für die Beförderung von Reisenden der ersten und zwecken Klasse, sowie der zweiten Touristenklasse und einer 10prozentigen Senkung fürs die dritte Klasse und die dritte Touristenklasse.
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Wie Haoas aus Madrid berichtet, haben sich an Bord der „Buenos Aires", die Häftlinge deportieren sollte, Revolten ereignet. Die Deportierten hatten die Schiffsbesatzung überwältigt Nur dank dem schnellen Eingreifen zweier Kanonenboote gelang es, die Revolte zu unterdrücken.
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Ministerpräsident Tardieu hot sich gestern ins Elysëe begeben und dem Präsidenten der Republik mitgeteilt, daß nach Verabschiedung des Budgets in Kammer und Senat die Kammerwahlen auf den 1. und 8. Mai (Wahl und Stichwahl) festgesetzt wurden.
Der französische Kammerausschuß hat sich für die Schaffung eines Korps von Militäringenieuren und für die Schaffung einer besonderen Abteilung für Rüstungsfabrikation beim Ministerium für nationale Verteidigung ausgesprochen. Es soll ein Korps von Militäringenieuren geschaffen werden, von denen jeder mindestens 8 Jahre bei der Truppe Dienst gemacht haben soll.
•) Näheres flehe im politischen Teil.
M dem Burgfrieden OoOvsèrisb
Berlin, 1. April. Der Termin für die Einreichung der Wahlvorschläge ist in der vergangenen Nacht zu Ende gegangen. Bisher sind beim Reichswahlleiter nur drei Kandidaten angemeldet worden: Hindenburg, Hitler und Thälmann. Da der „Be- triebsanwatt- Winter aus der Strafanstalt Bautzen hat mitteilen lassen, daß er nicht mehr zu kandidieren gedenke, so wird dem deutschen Volk am 10. April eine Wiederholung dieser Groteske gottlob erspart bleiben. Der Bauernführer Klaus heim, für den die vorge- schriebene Stimmenzahl gesammelt wurde, ist nicht wählbar, da er eine Zuchhausslrafe abbüßt.
In den verschedenen politischen Lagern wird zurzeit schon sehr eifrig an der Vorbereitung des zweiten Wahlganges um die Reichspräsidentenwahl gearbeitet. Ueberall beabsichtigt man, sofort nach dem Ablauf des für Ostern verordneten Burgfriedens, also von Sonntag mittag 12 Uhr an, alle Kräfte für die Werbung einzusetzen. Die sogenannte Eiserne Front hat nicht zuletzt auch im Hinblick auf die dann folgenden Preußenwahlen chr Hauptaugenmerk auf die Bearbeitung des flachen Landes und der kleineren Städte gerichtet, da sie der Ansicht ist, dort bisher zu wenig für ihre Ziele getan zu haben. Die Eiserne Front hat während der Osterfeiertage auf einer Reihe von Konferenzen einen eingehenden Werbeplan ausgearbeitet. Sofort nach Ablauf des Burgfriedens wird-sie in ganz Deutschland ihre Motortolonnen in Bewegung setzen, um eine große Werbung mit Flugblättern auf dem Lande zu entfalten. Die Rundfunkrede des Reichspräsidenten und die Reichstagsrede des Reichskanzlers, in der er sich, wie erinnerlich, vor allem mit den Nationalsozialisten auseinandersetzte, sollen durch Lautsprecherwagen im Land verbreitet werden. Für Sonntag sind bereits Tausende von Versammlungen — man spricht von ungefähr 10 000 — in ganz Deutschland anberaumt. Bei dieser Werbung wird, wie schon gesagt, ein Hauptaugenmerk auch auf die Preußenwahlen und ihre Vorbereitung gerichtet werden. Dazu dient vor allem ein äußeres Kennzeichen, das sich die Eiserne Front geschaffen hat. Es besteht nach den vorliegenden Nachrichten aus drei parallel laufenden Pfeilen, welche die drei Teile der Eisernen Front, Reichsbanner, Hammerschaften und Arbeitersportvereine, symbolisieren sollen.
Die WtmMit-Metti»
Nedime am 6. Avvil - Tavdieu nimmt nicht pevionlich teil
London, 31. März. Wie das hiesige Auswärtige Amt bekanntgibt, werden Mitte nächster Woche in London Vertreter der vier Mächte, Deutschland, Frankreich, Italien und England, zusammenkommen, um über den französischen Donauplan zu beraten, der vorher bei der Zusammenkunft zwischen Tardieu und Macdonald Gegenstand der Besprechung sei.
Snitiatioe zu dem Besuch Tardieus in London von Paris ausgegangen ist. Cs wird nichi für möglich erachtet, daß diese Bestrebungen zum Teil auf Erwägungen innerpolitischen Charakters zurückzuführen sind. In britischen Kreisen wird angesichts der Zweifel, die in Deutschland und Italien bezüglich der Zweckmäßigkeit vorheriger französisch-britischer Erörterungen gehegt werden, betont, daß
Diese Ausdrucksweise zeigt an, daß man den Besuch Tardieus auch amtlich als den Auftakt der Viermächte-Konferenz ansieht und ihn des von Frankreich gewünschten Charakters als einer von der Konferenz unabhängigen Sondevbefprechung entkleidet. Das Zustandekommen d-er Konferenz, die noch gestern abend völlig in der Schwebe war, ist auf das Drängen der englischen Regierung zurückzuführen, die dabei sowohl von Berlin wie von Rom unterstützt wurde. Die französische Regierung mußte dem nachgeben, wenn sie nicht wieder in den Zustand der Vereinzelung geraten wollte, aus der herauszukommen Tardieu so eifrig bemüht ist. Der Erfolg Tardieus durch das Zustandekommen seiner Begegnung mit Macdonald ist nunmehr durch die sich unmittelbar daran anschließende Konferenz wettgemacht, da seinem Londoner Besuch jetzt lange nicht dieselbe Bedeutung zukommt, wie er als Einzelvorgang zweifellos gehabt hätte.
Man rechnet damit, daß die Konferenz am kommenden Mittwoch, 6. April, beginnt und am Samstag zu Ende ist, da der Minister des Auswärtigen Simon auf diesen Tag seine Abreise nach Genf festgesetzt hat. Als deutscher Vertreter wird Staatssekretär von Bülow erwartet. Italien wird voraussichtlich durch den Minister des Auswärtigen Grandi vertreten, während von französischer Seite Der Finanzminister Flandin teilnimmt, der bereits am Sonntag mit Tardieu nach hier kommt. Tardieu selbst wird am Dienstag morgen nach Paris zurückfahren.
Die fvanröftkch-bvttischen Evörtevungsn
London, 31. März. Von britischer Seite wird besonderer Wert auf die Feststellung gelegt, daß die
Nicht minder eifrig betreibt man im Lager der Nationalsozialisten die Vorbereitung für die kommenden Kämpfe. Der Versuch, durch eine verzehnfachte Auflage der nationalsozialistischen Zeitungen eine Werbung von Tür zu Tür zu treiben, ist infolge Der heutigen Erklärung Des Reichsministers des Innern auf so erhebliche Schwierigkeiten gestoßen, daß zum mindesten mit einer weitgehendsten Einschränkung Dieses Werbeplanes zu rechnen ist. In den nationalsozialistischen Plänen spielt auch jetzt wieder die Persönlichkeit Hitlers die Hauptrolle. Man beabsichtigt, den Parteiführer und Präsidentschaftskandidaten so häufig sprechen zu lassen, wie Das unter den jeweils gegebenen Umständen überhaupt möglich ist. Wie wir hören, beabsichtigt man u. a., Hitler an einem Tag mehrmals sprechen zu lassen, und zwar an Orten, auf deren Bearbeitung die Partei besonderen Wert legt. Hitler soll bereits nachmittags in Der ersten im Plan vorgesehenen Stadt sprechen, sich dann sofort in einem für ihn besonders bereitgestellten Flugzeug in die nächste Stadt begeben und auf diese Weise möglichst viel Städte an einem Tage erledigen. Daneben werden, wie dies auch bisher schon geschehen ist, vor allem die SA. bis zum letzten Mann für den Werbefeldzug eingesetzt werden. Auch für die nationalsozialistische Partei handelt es sich, wie Dies schon wiederholt in ihrer Presse zum Ausdruck gekommen ist, zunächst nicht so sehr um die Präsidentschaftswahlen, als vielmehr um die preußischen Wahlen, durch die man im Landtag so stark zu werden hofft, daß Der Partei in einer neuen Koalitionsregierung der Rechten allein schon durch ihr Schwergewicht an Masse die unbestrittene Führung zufallen werde.
keinerlei Vereinbarung zwischen den Vertretern Großbritanniens und Frankreichs über die Donaufrage getroffen werden könne, da sie hinfällig werden würde, sobald Deutschland oder Italien ihr nicht zustimmen.
Man ist in Downingstreet entschlossen, bei den Erörterungen mit den französischen Ministern sich au] das Donauproblem zu beschränken, allerdings hält man sich vor Augen, daß es schwierig sein würde, den Raum zu verlassen, wenn Tardieu oder sein Kollege andere Fragen aufs Tapet bringen sollten.
Nach Wiederherstellung des thüringischen Finanzministers Baum, durch dessen Erkrankung eine Verzögerung in Der Etatsberatung eingetreten war, fand gestern im thüringischen Landtag eine Sitzung statt, in Der Staatsminister Baum seine Etatsred« hielt. Die Aussprache über diese Rede wird erst nach dem 24. April, dem Tage der Landtagswahl in Preußen, stattfinden. Die Rede des Ministers wurde im allgemeinen ruhig aufgenom- inen. Anträge der Kommunisten und Dlationab sozialisten auf Aenderung der Tagesordnung und Beratung der von ihnen gestellten Auflösungsanträge wurden abgelehnt, da Widerspruch erhoben wurde. .' . W
Das vuMMe GltaS
An der rumänisch-russischen Grenze Der« geht kaum ein Tag, ohne Zwischenfälle rätselhafter Art. Die rumänische und französische Presse weiß haarsträubende Einzelheiten von der Erschießung russischer Bauern wiederzugeben, welche den Grenzfluß Dnjestr zu überschreiten suchten. Es handelt sich um Flüchtlinge aus dem Sowjetland, die ihre Heimat verlassen möchten in der Hoffnung, es in Rumänien besser zu haben. Sowjetrussischerseits werden diese Alarmnachrichten hartnäckig dementiert. Die Rumänen berufen sich aus dokumentarische Belege, die sich in ihren Händen angeblich befinden. Wie dem auch sei: Der Dnjestr-Fluß ist wieder einmal berufen worden, eine düstere Rolle in der Geschichte russisch-rumänischer Beziehungen zu spielen. Das Problem des russischen Elsaß taucht wieder auf.
Es ist Bessarabien, das nach rumänischer Ansicht das Paradies ist, wohin sich die Flüchtlinge aus Rußland sehnen, Bessarabien, eine russische Provinz, die von den Rumänen im Jahre 1918 annektiert wurde. Rußland hat bis auf den heutigen Tag auf Bessarabien nicht verzichtet- Der Streit um dieses Gebiet, das man als das russische Elsaß bezeichnen kann, hat dazu geführt, daß die beiden Nachbarstaaten keinen Diplomatenverkehr miteinander unterhalten, und daß die Gefahr eines kriegerischen Zusammenstoßes ständig akut bleibt. Noch vor kurzem wurden m Riga Verhandlungen zwischen Rußland und Rumänien zwecks Abschlusses eines Nichtangriffs- Paktes geführt. Dieser Pakt sollte ein Glied in der langen Kette sein, welche Rußland mit Frankreich und dessen Vasallenstaaten im Osten verbindet. Die Verhandlungen sind gescheitert: die verhandelnden Parteien konnten sich über das Bessarabien-Problem nicht einigen. Rumänien wollte durch eine Hintertür die Anerkennung seiner Rechte auf Bessarabien durch Rußland erzwingen. Auf dieses Manöver ließ sich Moskau nicht ein. Dis russische Ausgleichsformel, die den Kern des Bessarabien-Problems außer Acht läßt, wurde von Rumänien abgelehnt. Dadurch ist das gesamte Paktsystem erschüttert worden.
Es ist bezeichnend, daß die Meldungen von den Erschießungen der Flüchtlinge durch die russischen Wachtposten recht bald nach der Zerschlagung der Paktverhandlungen in der rumänischen Presse zu erscheinen begonnen haben, obwohl der Dnjestr-Fluß schon seit langem zugefroren ist. Ganz abgesehen davon, ob die Schreckensnachrichten von der russischrumänischen Grenze der vollen Wahrheit entsprechen: Tatsache ist, daß sie in gewissen Kreisen in Rumänien, aber auch Frankreich und Polen, ausgenutzt werden, um die Spannung, die um das russische Elsaß herrscht, krisenhaft zu vergrößern. Die Rolle, die im Osten Rußlands die Mandschurei spielt, soll augenscheinlich im Südwesten des russischen Staates Bessarabien übernehmen.
Die Ereignisse am Dnjestr.-Fluß haben keineswegs eine lokale Bedeutung. Ihre Auswertung durch Rumänien trägt einen weltpolitischen Charakter. Offenbar glaubt Rumänien den Zeitpunkt nahe zu sehen, an dem tsowjetrußland zum endgültigen Verzicht auf Bessarabien mit Kriegswaffen gezwungen werden soll. Man soll nicht vergessen, daß, wenn die reicheren Bauern der an Bessarabien grenzenden Sowjetgebiete im Elend der Enteignung die Flucht über den Dnjestr vorziehen, zumindest ebenso zahlreich die Flüchtlinge aus Bessarabien nach Sowjetrußland sein dürften. Das Regime Stalins zeichnet sich nicht gerade durch Milde und Weisheit aus. Aber der Terror, den die Rumänen in Bessarabien seit 14 Jahren üben, ist zu entsetzlich, als daß die rumänischen Gendarmen für sich das Recht in Anspruch nehmen könnten, die Rolle der Beschützer der gequälten
Die Mk Nummer umfaßt 12 Seiten