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Mittwoch, de«
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30. März
1932
Mr Gentuns der Gemeindetartie
Girre Auffovdevuns des ReichSkorrrmMavs für pveisübevwarbung a« die Gemeinden
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist gestern nach 84% stündiger Fahrt von Pernambuco zurückgetchrt uni) um 4 Uhr 36 in Friedrichshafen gelandet. Die "Rückfahrt war für' den Luftschifführer v. Schiller sine Jubiläumsfahrt: insgesamt hat er nun 500 Fahrten zurückgelegt.
* Der Reichsbankausweis für die dritte März- woche zeigt eine ausgeglichene Demsenbilanz.
Der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft, Dr. Dorpmüller, hat sich nach Paris begeben, um dort an den Arbeiten des Völkerbundsausschusses teilzunehmen, der mit der Prüfung der Frage betraut ist, wie der Weltarbeits- losigkeit durch Vergebung öffentlicher Arbeiten am besten gesteuert werden könne. Dorpmüller ist bekanntlich Vorsitzender dieses Ausschusses.
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Zwischen der SPD. und der alt-sozialistischen Partei in Sachsen schweben Verhandlungen über eine Wiedervereinigung der Parteien.
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Die Hamburger PolizÄ hat gestern an zwei verschiedenen Stellen zwei Druckereien untersucht, in denen ungesetzliche kommunistische Druckschriften, rt insbesondere eine Polizeiboamtenzeilung und eine Schrift „Das Sturmbanner" gefunden und be- schlagnahint wurden. Der Inhaber der einen Druckerei hatte sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Insgesamt wurden vier Personen verhaftet. Die Maschinen, die zur Herstellung der Druckschriften dienten, sind beschlagnahmt und eingezogen worden
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Wie das „Memeler Dampfboot" meldet, hat die politische Polizei in Memel einen gewissen Richard Becker, der deutscher Reichsangehoriger ist, verhaftet, weil er angeblich Spionage betrieben hat. Es soll bei chm belastendes Material gefunden worden sein. Die Angelegenheit ist dem Untersuchungsrichter für besondere Angelegenheiten übergeben worden.
Auf seinem Wohnsitz, Burg Lahneck, starb im Alter von 67 Jahren Vizeadmiral z. D. Exzellenz Robert Mischke. Der Verstorbene war während des Krieges Chef der Küstenschutzdivision.
Die gestern beim Stahlwerk Becker in Willisch geführten Stillegungsverhandlungen hatten das Ergebnis, daß dem von der Werksleitung gestellten Stillegungsantrag stattgegeben wurde. Der Betrieb wird hiernach am 5. April geschlossen; von der Stillegung werden insgesamt 447 Arbeiter und Angestellte betroffen, die an diesem Tag zur Entlassung kommen.
Zwischen der Sowjetunion, Deutschland, Polen, Lettland, Litauen und der Tschechoslowakei ist der Brieftelegrammverkehr eröffnet worden. Ferner wurde der direkte Telephonoerkehr zwischen Moskau und Berlin eröffnet. Bisher gingen die Gespräche über Riga, wodurch erhebliche Verzögerungen her- uorgerufen wurden. Die Kosten stellen sich auf 5,04 Rbl. für ein Dreiminutengespräch. Von 19 Uhr bis 8 Uhr gilt ein verbilligter Tarif.
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* Tardieu wird am Sonntag zum Besuch Macdonalds nach London fahren.
Hif einer Konferenz der englischen Unabhängigen Arbeiterpartei in Blackpool wurden gegensätz- iiche Anträge, der eine auf Loslösung von der Arbeiterpartei, der andere auf unbedingtes Zusammengehen mit der Arbeiterpartei, abgelehnt. Dagegen wurde ein Antrag auf bedingte Verbindung mit der Arbeiterpartei, trotz des Widerspruches von Maxton, mit 250 gegen 53 Stimmen angenommen.
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Wie Reuter aus Dublin erfährt, hat das Kabinett nach mehrstündiger Beratung de Valeras Antwort an die britische Regierung über den Treueid und über die Jahreszahlungen an England gebilligt und den irischen Generalstaatsanwalt mit der Abfassung des amllichen Wortlauts beauftragt. Nach einer weiteren Reutermeldung wird de Valera in feiner Antwort an die britische Regierung erneut erklären, daß die Abschaffung des Treueids keinen Vertragsbruch bedeuten würde und das der Treueid auf jeden Fall eine Komödie gewesen sei und bleiben werde, de Valera scheint entschlossen zu sein, dem Parlament bei seinem Zusammentritt einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den der Treueid abgeschafft wird. Auch hinsichtlich der Jahreszahlungen an England werde er feinen Standpunkt aufrecht erhalten, daß die Zahlungen nicht abzuführen seien.
*) Näheres siehe im politischen TeL
«e«ev VoeKoS
gegen die -Kommunaltaeiie
Berlin, 29. März. Amtlich wird mitgeteilt: Nach eingehenden Verhandlungen mit den kommunalen Spitzenverbänden hat der Reichskommissar für Preisüberwachung zur Ergänzung und Unterstützung der Bestrebungen auf Senkung der Preise für lebenswichtige Waren und Leistungen die Gemeinden und Gemeindeverbände aufgefordert, die Möglichkeit einer Senkung der bisher erhobenen kommunalen Gebühren. Beiträge und privatrechtlichen Leistungsentgelte zu prüfen.
Dieser Aufforderung wollen die Gemeinden und GemeindeverbänLe nachkommen, obwohl die kommunalen Haushalte durch die steigenden Wohl- fahrtslasten und den Rückgang des Steueraufkommens außerordentlich belastet sind.
Die Nachprüfung wird sich im wesentlichen erstrecken auf die Gebühren für Müllbeseitigung, Kanalisation und Straßenreinigung, Markthallen, öfenlliche Märkte, Vieh- und Schlachlhöfe, sowie Fleischbeschau und Trichinenschau. Friedhöfe und Krematorien, Badeanstalten, Krankenhäuser, Heil- und Pflegeanstalken, Krüppel- und Siechenheime und sonstige Anstalten aus dem Gebiet des Gesundheitswesens, ferner auch auf das Gebiet der pri- vatrechtlichen Leistungsenkgelte, insbesondere auf die Nachprüfung der Gebühren des Reklame- und Anfchlagrvefens sowie auf die Entgelte für Tankstellen.
Zur Senkung der Entgelte sollen grundsätzlich alle Ersparnisse verwandt werden, die den Gemeinden und Gemeindeverbänden aus der vierten. Notverordnung vom 8. Dezember 1931 durch die Verminderung der Selbstkosten, deren Berechnung Lurch die Grundsätze im einzelnen genau geregelt ist, entstehen. Eine Senkung der Entgelte muß erfolgen, wenn der Ertrag die Selbstkosten der Gemeinden oder Gemeindeverbände übersteigt. Eine Senkung der Gebühren unter die Selbstkosten kommt nicht in Frage. In den Fällen, in denen die Entgelte die Selbstkosten nicht decken, ist eine
Bürgerliche Sammlunssveriuche
Vorschlag Hugenbergs für die Pveutzeuwableu
B e r 11 n, 29. März. Der Führer der Deutschnationalen Volkspartei, Hugenberg, tritt jetzt für den preußischen Dahlkampf mit einer Sammlungsparole hervor. Er geht davon aus, bei starken Verlusten der bürgerlichen Parteien entstehe die Gefahr, daß zahlreiche Stimmen verloren gingen, falls in einem Wahlkreisverband die erforderliche Mindest- zahl von 50 000 nicht erreicht werde. Er macht daher den Vorschlag, die Reststimmen der betreffenden Partei auf die deutschnationale Landesliste zu überführen gegen die Zusicherung, daß innerhalb der Landesliste die Wahl einer entsprechenden Anzahl von Vertretern der fraglichen Partei gesichert sei.
Dieser Vorschlag wird von Hugenberg im „Deutschen Schnelldienst" gemacht. Hugenberg schreibt unter anderem:
Es gibt eine Anzahl von Parteien in Deutschland, die heute im Lande nur wenig Wähler hinter sich haben. Wenn sie für die bevorstehenden Preu- henwahlen eigene Listen aufstellen, wird im Lande nahezu niemand bei diesen Parteien zum Abgeordneten gewählt werden, well im einzelnen Wahlbezirk die erforderliche Stimmenzahl von 50 000 Stimmen nicht erreicht wird. Es entsteht dann die Gefahr, daß jede derartige Partei den Verlust von mehreren hunderttausend bürgerlichen Stimmen verursacht. Hugenberg meist sodann darauf hin, daß bei den Plänen, die fraglichen Parteien (Deutsche Volkspartei, Landvolk, Wirtschaftspartei) zu einer „Bürgerlichen Mitte" zusammenzuschließen, nichts herauskomme und fährt fort: Es fragt sich, ob es nicht angängig und zweckmäßig wäre, zu sagen:
Ließe sich nicht ein Abkommen folgenden Inhalts mit der DNVP. treffen: Die Roststimmen der betreffenden Parteien kommen, da sie mangels der entsprechenden Stärke sonst im Lande verloren sein werden, auf die deutschnationale Liste. Es wird sichergestellt, daß auf dieser eine entsprechende Anzahl von geeigneten Vertretern der fraglichen Parteien stehen und in den Landtag kommen. (Vergleiche den Vorgang Landvolk-Konservative vom 5. September 1930 und die neuesten preußischen Bestimmungen über die Wahllisten). Die so Gewählten werden Hospitanten der Landtagsfraktion der DNVP-, da auf Fraktionsstärke der betreffenden Parteien nicht zu rechnen ist
Senkung überhaupt nicht erforderlich. Da es bei den ständig steigenden Wohlfahrtslasten und den rückgängigen Steusreingängen vollkommen ausgeschlossen erscheint, daß in einer Gemeinde sämtliche für eine Nachprüfung in Betracht kommenden An- staUen ihre Gebühren und sonstigen Entgelte senken können, lassen die Grundsätze es zu, die Ersparnisse aus der Notverordnung und die Minderung der Sachkosten gegenüoer dem Stande pom 1. Julr 1931 innerhalb der Verwaltung zusammen- zuziehen und zu besonders kräftiger Senkung an einzelnen Stellen, z. B. bei den Gas- und Elektrizitätswerken oder bei den S ch l a ch t h o f g e b ü h r e n usw., je nach den Bedürfnissen des einzelnen Ortes, soweit nicht gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen, zu verwenden.
Die gesamte Durchführung der Gebührensenkung ist davon abhängig, daß nicht der Reichsminister der Finanzen oder die zuständigen obersten Landesbehürdsn auf Grund gesetzlicher Bestimmungen Anordnungen über die Verwendung der den Gemeinden oder Gemeindsverbänden aus der Notverordnung entstehenden Ersparnisse getroffen haben oder noch treffen werden Von zahlreichen Groß-, Mittel- und Kleinstädten sind bereits entsprechend diesen grundsätzlichen Mitteilungen Senkungen von kommunalen Gebühren, Beiträgen und privatrechtlichen Leistungsentgelten vorgenommen worden.
Ueber drei Grundziele müßte allerdings vollste Einigkeit herrschen:
1. Klarer und entschiedener Nationalismus.
2. Ablehnung jeder Sorte von Sozialismus.
3. Bildung eines nationalen antimarxist i- scheu Kabinetts in Preußen und im Reich.
Hugenberg mache diesen Vorschlag öffentlich, weil zu Verhandlungen hinter den Kulissen infolge der plötzlichen Verfrühung des preußischen Wahltermins keine Zeit mehr sei.
SiM«M$ieUee Zusammenbaus Siavvembevgs
Wien, 29. März. Wie die „Wiener Sonn- und Montags-Zeitung" zu melden weiß, steht der bekannte Heimwchrführer Fürst Starhemberg vor dem finanziellen Zusammenbruch. Gerüchte von finanziellen Schwierigkeiten des Fürsten waren schon seit einiger Zeit verbreitet. Das Blatt ist in der Lage, die genaue Liste der Gläubiger zu veröffentlichen. Danach belaufen sich die Schulden Starhembergs auf die ungeheuere Summe von rund 4 Millionen Schilling. Unter den Gläubigern befindet sich auch ein Geldverleiher, dem der Fürst über 200 000 Schilling schuldet Wie das Blatt erfahren haben will, ist dieser Geldverleiher entschlossen, Konkursantrag gegen Starhemberg ein- zubringen. Ein Familienrat soll beschlossen haben, ein Drittel aller Fideikommisse der Familie zu veräußern, um den Fürsten von den druckenden Schulden zu befreien.
Memeitbett in Svankveich
(Pariser Brief)
Auch der oberflächliche Beobachter merkt ast auf Schritt und Tritt, daß die Er- cheinungen der Weltwirtschafts» ! r i s e sich mehr und mehr auch auf den französischen Boden verpflanzen. Es gibt wirtschaftliche Sachverständige, die die Lage für ebenso ernst halten, wie sie es im Jahre 1926 war, als es erst dem energischen Eingreifen Poincarès gelang, den Sturz der französischen Währung ins Bodenlose zu verhindern. Die Zahl der Arbeitslosen vermehrt sich von Woche zu Woche. Die Börse in Paris gibt kaum noch Lebenszeichen von sich. Die Gastwirschaften und Vergnügungsstätten klagen über schlechten Besuch. Die französischen Spielkasinos sind leer und viele von ihnen stehen vor dem Bankerott. Den Theatern geht es so schlecht, daß es für die meisten vorteilhafter ist, die Vorstellungen einzustellen. Die Pariser Luxusgeschäfte und die weltbekannten Modehäuser leiden unter einem Geschäftsrückgang, der sich in manchen Fällen von einem vollständigen Stillstand nicht sehr viel unterscheidet. Der Touristen- und Fremdenverkehr, für Frankreich eine außerordentlich wichtige Einnahmequelle, ist im Laufe der letzten zwölf Monate auf die Hälfte herabgesunken. Die Engländer und die Amerikaner, die früher sehr viel Geld im Lande ließen, sind ein seltener Besuch geworden.
Ueberall in Frankreich sind wichtige Cr- werbszweige von der Krise betroffen. Die Metall- und die Textilindustrie haben durch die Einführung des englischen Zolltarifs einen großen Teil ihres Absatzgebietes verloren. Die Bauern in der Bretagne und in der Normandie; die ihr Gemüse und ihr Obst in großen Mengen nach England ausführten, wissen nicht mehr, was sie mit ihren Bodenerzeugnissen anfangen sollen. Sie stehen vor einer überaus ernsten Absatzkrise. Fast täglich muß die französische Regierung dieser oder jener Delegation, die für einen notleidenden Erwerbszwei Hilfe verlangt, eine Beruhigungspille verabreichen. Frankreich hat sich in den letzten Jahren daran gewöhnt, nicht nur von deutschem Gelde, sondern von dem Gelde des Auslandes überhaupt einen guten Tag zu leben. Jetzt merken aber die Franzosen, daß die Henne, die die goldenen Eier legte, tot oder zum mindesten unfruchtbar geworden ist. Den Rückschlag merken sehr viele am eigenen Leibe. Das Einkommen sinkt, aber die Preise halten sich und Tausende von Angestellten werden entlassen.
Die Arbeitslosenziffer ist in Frankreich schwer festzustellen. Unterstützung wird nach Erfüllung endloser Formalitäten nur für die Dauer eines halben Jahres gewährt. Nach Ablauf dieser Frist wird der Name aus der Liste gestrichen, und der NamenstrSger zählt offiziell nicht mehr zu den Arbeitslosen. Außerdem werden nur die Betriebe, die hundert und mehr Personen beschäftigen, auf den Umfang der Arbeitslosigkeit kontrolliert. Auf die offiziellen Ziffern ist also kein Verlaß. Nach zuverlässigen Schätzungen beläuft sich die Zahl der Erwerbslosen gegenwärtig in Frankreich auf rund zwei Millionen Menschen. Ausländische Arbeitskräfte, die Frankreich in früheren Jahren in großen Scharen an sich zog, werden über die Grenze abgeschoben, soweit es irgendwie möglich ist. Da man nicht zur Erwerbslosenversicherung greifen will, sollen Mittel für die Unterstützung der Arbeitslosen auf dem Wege einer Art von Lotterie beschafft werden. Mit diesem Plane wird sich die französische Kammer demnächst zu beschäftigen haben.
Außerordentlich kennzeichnend ist es, daß gerade diejenigen Zweige des französischen Wirtschaftslebens, die in den letzten Jahren eine große Blüte aufwiesen, jetzt Mangel und Not leiden Von den 160 französischen Svielkasinos
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