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General Anzeiger fite
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Vanau Siadtund Land
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26. Mö«z
1932
Tardieu über die rrepaeattonsfrage
Lavdie« will die Sicherheit von m-vse» auk des Äntevkchvitt von gestern aufbauen - »Kvank- eeich wird bis zum Ende fite die Respektierung der Änievichvifien eintvelen"
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Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist heute nacht 12.18 Uhr von Pernambuco Mr Rückfahrt nach Friedrichshafen aufgestiegen.
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Die preußische Regierung hat nunmehr in einer Verordnung endgültig bestimmt, daß der Wahlquotient für die Landtagswahl 50 000 beträgt, d. h daß auf je 50 000 Stimmen, die eine Partei auf ihre Listen vereinigt, ein Abgeordneter entfällt.
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Die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP, meldet, daß die Staatsanwaltschaft Hamburg dem Rechtsbeistand Adolf Hitlers mitgeteilt habe, daß sie dem Strafantrag Hitlers wegen „Herabwürdigung feiner Frontsoldatenehre" stattgegeben habe. Es werde auch in sämtlichen Fällen, in denen in gleicher oder ähnlicher Weise die Tätigkeit Mols Hitlers als Frontsoldat verächtlich gemacht worden sei, mit Derleumdungsklage vorgegangen werden.
Der braunschweigische Minister für Volksbildung hat verfügt, daß mit Ablapf des Schuljahres 1931 in Braunschweig, Wolsenbüttel und Schöningen die Errichtung von Sammelklasfen sowie die Neuaufnahme von Kindern in Sammelschulen eingestellt wird.
Aus Berlin wird gemeldet: Da infolge des schönen Karsreitagswetters zahlreiche Motorsportler auf die Straße gelockt worden waren, kam es leider zu einer ganzen Einzahl von Verkehrsun- f allen. Im ganzen wurden mehr als ein Dutzend schwerer Zusammenstöße verzeichnet, an denen hauptsächlich Motorradfahrer beteiligt waren; etwa 20 Personen mußten in die Krankenhäuser gebracht werden.
* Im Großglockner-Gebiet sind vier Skiläufer erfroren.
In Fürth wurde gestern abend in der Kläranlage der Regnitz die Leiche eines Mannes angetrieben, in der man den seit Wochen vermißten Bankier Julius Ulmer aus Nürnberg erkannte.
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Die Sozialistische Arbeiterpartei begann gestern ihren Reichsparteitag in Berlin. Die Partei zählt 57 000 Mitglieder. ,
Der litauische Jnnenmnister erklärte vor der Presse, daß der Kriegszustand in Litauen und auch im Memelgebiet demnächst aufgehoben werden würde An Stelle des Kriegszustandes werde aber ein Gesetz zum Schutze der Republik in Kraft treten.
Die am Donnerstag auf Verfügung des Kriegskommandanten des Memelgebietes verhafteten acht Angehörigen der Memelländischen Arbeiterpartei 11 sind am' Karfreitag aus der Haft entlassen worden. Ihnen wurde zur Last gelegt, kommunistische Flugblätter aus Deutschland eingeschmuggelt zu haben.
Der norwegische Innenminister hat gestern die Lappo-Bewegung als illegal verboten.
Der französische Schriftsteller Scousix, der sek nen Stofs der Pariser Zuhälter- und Dirnen-Welt entnahm und persönlich viel in diesen Kreisen verkehrte, wurde gestern in ferner in der Nähe des Bahnhofs St. Lazare gelegenen Wohnung ermordet und furchtbar verstümmelt aufgefunden. Man nimmt an, daß er von einem Bekannten aus dem Milieu, in dem er verkehrte, umgebracht wurde.
• Ministerpräsident Tardieu hat an den Arbeits. minister Laval etn Schreiben gerichtet, in dem er auf die Notwendigkeit hinweist, bereits jetzt Maßnahmen zu treffen, um das Gesetz über die Arbeitslosigkeit auf die Theater- und Kinotheaterangestellten anszudehnen, falls diese Betriebe tatsächlich geschlossen werden sollten. Tardieu rechnet also mit dem Thoaterstreik.
In Dublin und den übrigen Städten des irischen Freistaates werden umfangreiche Vorbereitungen zu der für Ostersonntag geplanten Feier des 16. Jahrestages des republikanischen Aufstandes von 1916 getroffen. Die Feiern werden von der irisch- republikanischen Armee und ähnlichen Verbänden organisiert In ganz Dublin hat die Republikanische grauen Organis ation und die irische republikanische Arniee an den Straßenk'-euzungen in großer Aufmachung Plakate ankleben lassen, in denen das irische Volk aufgerufen wird, sich zum äußersten Krafteinsatz zu einigen, um die Verbin- t)una mit dem britischen Reich M lösen und eine unabhängige freie Irische Republik zu errichten.
• ) Näheres siehe im politischen Tell.
Eine Rede Lavdieus
Paris, 25. TNLrz. Ministerpräsident Tardieu hielt heute nachmittag im Senat bei der Diskussion des auswärtigen Budgets eine hochwichtige politische Rede, in der er Erklärungen zur Außenpolitik Frankreichs abgab und u. a. auch auf die Reparationsfrage einging.
ZurReparationsfrageführte Tardieu aus:
3m Einnahmebudget von 1932 stünden 1 173 000 000
Francs, die der Wiederaufnahme der deutschen Zahlungen am 1. Juli entsprächen, abzüglich der französischen Zahlungen an England und Amerika. Man habe die Aufnahme dieses Betrages in das Einnahmebudget anscheinend bedauert. Aber das Gesetz habe dazu gezwungen. Andernfalls hätte das Parlament der Regierung einen Vorwurf machen können, denn das hätte gewissermaßen den Verzicht auf die Zahlungen Deutschlands bedeutet. Niemand hätte das der Regierung verziehen.
Hoffentlich würden diese 1 173 000 000 Francs sich eines Tages auch in den französischen Kassen befinden, wie sie im Budget eingeschrieben seien.
In der Reparationsfrage, so fuhr Tardieu fort, ist Frankreich zu freiwillig eingegangenen Angleichungen bereit, es lehnt aber die Verleugung der Unterschriften ab. Das bedeutet, daß wir auf der Lausanner Konferenz unsere Ansichten den An? sichten der anderen anzunal,ern haben, aber mit dem Willen. fest zu bleiben, weil dies unser Recht ist und weil wir,
da wir die Sicherheit von morgen auf der Unterschrift aufbauen wollen, nicht die Abkommen von gestern, die auf der Unterschrift begründet sind. zerreißen lassen wollen.
Frankreich wird bis zum Ende für die Respektierung der Unterschriften eintrelen, aber niemals zulasten, daß die Unterschrift auf irgend ein Gewinn- oder Verlustkonto geschrieben werden könnte, wie irgendein eingefrorener Kredit. Wenn nicht während der Zwei Monate bis zur Lausanner Konferenz Maßnahmen ergriffen werden, können ernste Ereignisse eintreten. Die Länder Mitteleuropas be- finden sich gegenwärtig im Zustand des Moratoriums. Man muß also schnellstens für die Rettung Mitteleuropas etwas tun.
Die ÄbvüKtmsS-ras«
Tardieu sprach weiter zur Abrüstungs- frage. Er knüpfte an Ausführungen des Senators Lämery an. Lëmery hatte die Methoden des Völkerbundes kritisiert und auch Zweifel an dem Gelingen der Abrüstungskonferenz geäußert und erklärt: Mindestens der deutsche und der sowjet- russische Abrüstungsplan seien unannehmbar. Der französische Vorschlag sei logisch und praktisch. Das Vertrauen in die Abrüstungskonferenz sei durch den
Sapan und etofa# können sich nicht einigen
London. 25. März. Reuter meldet aus Schanghai, daß eine chinesisch-japanische Einigung über die von Japan vorgeschlagenen Waffenstillstandsbedingungen unwahrscheinlich ist, da die chinesische Regierung darin prakti ch nichts anderes als eine Vergrößerung der internationalen Zone bis Kiaugwan und Wusung im Norden und bis Nansiang und Tscha- pei entlang der Schanghai-Nanking-Eisenbahn im Westen sieht. Zudem besteht auf chinesischer Seite auch Widerstand gegen eine Entmilitarisierung dieses so begrenzten Gebiets.
Japan schlägt vor, die chinesischen Truppen sollen in ihren jetzigen Stellungen verbleiben, während sich die japanischen Truppen in die internationale Konzession zurückziehen würden und nur die Wege außerhalb der Konzession besehen wollten. Was die große Zahl der japanische» Truppen anbelangt, so sieht der Vorschlag ein Zurücknehmen jener Teile vor, die für die Besetzung des von den Japanern beanspruchten Gebiets nicht gebraucht werden. Man ist unter diesen Umständen der Ansicht, daß die verwickelte Situation sich noch weiter Hinschlevpt, da die Ehinesen es ablehnen, die japanischen Bedingungen anzunehmen und die Japaner wiederum sich sträuben, ihre Truppen zurückzuziehen.
Im übrigen werden hier nähere Einzelheiten über die von Japan oorgefchlagene Zwölfer-Kommission bekannt. Diese Kommission soll aus chinesischen, japanischen, englischen, französischen italienischen und amerikanischen Militär- unb Zivilsachverständigen bestehe» und von einem Vertrauensmann dieser Staaten präsidiert werden. Ihre Ausgabe ist, den Rückzug der Truppen beider Mächte zu kontrollieren und die Art und Weise,
chinesisch-japanischen Konflikt erschüttert. Das Bündnissystem fei nicht besonders glücklich, weil es letzten Endes doch zum Kriege führe. Deshalb müsse man die internationale Politik organisieren, deren Grundlage ine Entente cordiale zwischen England und Frankreich sei
Ministerpräsident Tardieu stellte fest, daß auch er unter dem Eindruck der von Lëmery geäußerten Angst stehe. Seit sechs Monaten seien, während diplomatische Verwickelungen und militärische Operationen sich verketteten, Männer aller Nationen von großem Zweifel und großer Angst befallen worden; sechs Monate lang feien in Paris und Genf Aussöhnungsversuche vom Völkerbund in einem Konflikt gemacht worden, der fast unlösbar schien, well die Vereinigten Staaten dem Völkerbund nicht angehörten und weil Erchland es nicht liebe, sich im Fernen Osten sestzulegen, ohne des Einvernehmens mit Amerika sicher zu sein.
Der Völkerbundsrat habe keinen Erfoln gehabt, weil m"n feit 13 Iabren daran gearbeitet habe, die Falle des Völkerbundes ZU verdünnen. öuuiieil)Ui härten auf den letzten Appell des Rats- vräsidenten die Kanonen geschwiegen. Nachdem nach vielfacher Ansicht die Organisierung eines internationalen Machtfaktors nicht das erwartete Trosbms gehabt habe, stehe man vor folgender Tatsache
Entweder werde man auf den Völkerbund verzichten oder man müsse sich entschließen, diese Organisation zu einer Realität zu machen.
Die französische Regierung glaube, dieses Problem vollkommen in dem Projekt, das sie in der Abrüstungsfrage eingebracht habe, aufgerollt zu haben. Dieser Plan bringe eine 13i"hrige Tradition zum Ausdruck. Die Franzosen müßten gegenüber dem Auslande in dieser Hinsicht sich einig erklären. Dieser Plan sei nicht die Politik einer Regierung oder eines Ministers, sondern die Politik Frankreichs.
Wir verlangen, fuhr Tardieu fort, daß man dem Völkerbund eine Streitmacht zur Verfügung stellt, ferner politische Bedingungen insofern. als man den Völkerbund, wenn man ihm die Streitmacht zur Verfügung stellt, ihm auch eine «»eignete DrnaniMion geben muh, um sich dieser Streitmacht zu bedienen.
In Schanghai war eine internationale Streitmacht, und doch nützte sie nichts, weil der Völkerbund nicht die Macht besaß, sich ihrer zu bedienen. Der Arm existierte, aber das Gehirn, ihn handeln zu lassen, fehlte.
wie er vor sich geht, festzusetzen Zudem sollen chinesische und japanische Flugzeuge, die für diesen Zweck besonders gekennzeichnet werden, gleichsam wie eine Luftverkehrspolizei den Rückzug überwachen. Außerdem soll eine chinesische Polizeitruppe aufgestellt werden, deren Offiziere und Instruktoren aus Ausländern bestehen, und die dazu dient, die Ordnung und Ruhe in dem geräumten Gebiet nach dem Rückzug der Truppen aufrechterhalten.
Dev vSMse Abbruch dev Sevltandtunqen vevm eben
Schanghai, 26. März. Die Mitglieder des vom Völkerbund zur Untersuchung der Streitpunkte in der Mandschurei eingesetzten Ausschusses begeben sich heute von hier zu Schiff nach Nanking. Den Bemühungen des britischen Vertreters Sir Miles Lampson war es gestern abend gelungen, einen völligen Abbruch der chinesisch-japanischen Waffenstillstandsverhandlungen zu vermeiden und die Delegierten wenigstens zur Annahme des „modus vivendi" zu bewegen. Heute vormittag findet eine peile« Konferenz statt.
Doliilf^e
SAevgedanken
Keins von den großen kirchlichen Festen der Christenheit ist so reich an unerschöpflich tiefer Symbolik wie Ostern. Und immer wenn seine Zeit wieder gekommen ist, ordnet sich unser Denken wie von selbst dieser Symbolik unter, zieht Vergleiche und Kräfte aus ihr für unsere irdischgebundene, enge Daseins- welt. Mehr als unser Gedanke tut das vielleicht noch unser Gefühl. Denn das gibt dem Kirchenfest seinen strahlendsten und stärksten Glanz, daß es mit dem großen Fest in der Natur zusammenfällt: Ostern und Frühling, zur Einheit verschmolzen, löst in den Menschenherzen ein Vielfaches an Andacht, Befreiung und gläubigem Glück aus. Der Kreislauf aller Dinge, aller Wesen: Erstehen — Vergehen — Wiederauferstehen hat sich geschlossen. Der Siegesruf: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden! und das Verjüngungswunder der Natur geben auch dem Kampf um Volk und Vaterland neuen geistigen Inhalt, werden zum Sinn- und Vorbild des unerschütterlichen Glaubens an Aufstieg aus der Tiefe deutscher Not, an die Auf erstehung unseres Vaterlandes.
Gewiß mag es für viele nicht ganz einfach sein, solchen Glauben heute freudig zu bekennen. Die Belastungsproben sind zu niederziehend. Schwerer noch als die furchtbaren Gewichte, die unsere ehemaligen Feinde uns angehängt haben, wirkt die innere Last. Kann man bei der tiefen Zerklüftung, die mitten durch unser Volk geht, noch glauben an unsere Fähigkeit, uns aus der tiefen Not wieder aufzurichten? Denn aus eigener Kraft muß es geschehen, auf Wunder der Auferweckung haben wir nicht zu rechnen. Erst recht nicht nach tausend Enttäuschungen auf die Hilfe der Umwelt. Und dennoch dürfen wir, ja müssen wir den Glauben an einen Wiederaufstieg aus der Tiefe der gegenwärtigen Not haben, denn wir wissen, daß wie in der Natur und in dem Leben des einzelnen auch in der Geschickte der Völker dem Niedergang stets das Werden folgt, d. h., wenn die Völker nicht sich selbst aufgeben.
Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben,
An deines Volkes Aufersteh'n, La' diesen Glauben dir nicht rauben, Trotz allem, allem, was gescheh'n.
Man rettet sich an kirchlichen Festtagen gern in die Vergangenheit, in die deutsche Geschichte. Und da sieht man, daß die Osterlosung „Stirb und Werde!" oft zur Wahrheit geworden ist, daß sich der Kreis österlicher Symbole: Erstehen — Vergehen — Wiedererstehen! — wiederholt geschlossen hat. Denken wir allein an die Zeit vor 120 Jahren, als Deutschland hunderfach zerstückelt war und als die französische Hegemonie wie ein untragbares Unrecht über ganz Europa lag. Damals hat es in Deutschland, hat es vor allem in Preußen Männer gegeben, die, von der Sorge des Tages unbeirrt, sich rückhaltslos der nationalen Erneuerung gewidmet haben, Männer, die sich ganz nüchtern ausgerechnet haben, was zu tun sei, um wieder in die Höhe zu kommen und neuen vaterländischen Glanz zu gewinnen. Die deutsche Nation war damals ähnlich gebeugt wie nach dem 30jährigen Kriege. Jeder einzelne, von den Fürsten ange- angen bis zum letzten Taglöhner im kleinen Drt, war in der Not- und Opferkette einge- schloffen. Man hat damals aber nie — auch nicht in den breiten Volksmassen — an einer besseren Zukunft gezweifelt. Die stille, unverdrossene Arbeit im Lande legte damals den Grund, auf den die führenden Männer treten konnten, um — die ganze Nation im Rücken — Stein für Stein zusammenzutragen zum
Oie beuttse Stammen umfaßt
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