Einzelbild herunterladen
 

ade. eahaaana

Kr. 65

Kanau Stadt und »and

GencraiAnzeigrr für

1932

13. Mörs

Donuerstag, de«

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat 95 R-Pfg., für den ganzen Monat RM. 1.90 ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10 R-Pfg., Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg., im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. , Osfertengebühr 50 R-Psg.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik uf®. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung ober am Rückzahlung des Bezugspreises. / Für platzvorschrift u.ErschelNungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet, , Geschäftsstelle: Hammerstr, y / Fernspr. 3956, 3952,3958

Deuische Antwort an Tardieu

Die GroSmSchte als ÄlbtatzlSndev dürfe« bei dev Sanier««« der Donauftaaten nicht ausgetchaltet werden

KL»)«- T«^«^«^

W

Der Deutsche glaubt zu wissen, der Bundes­kanzler des Stahlhelms habe sich auf Veran­lassung Hugenbergs nach München begeben, um Hitler zum Verzicht auf seine Kandidatur und zur Annahme einer Sammeltanbibatur der nationalen < Opposition zu bewegen. Als Sammelkandidat wird Admiral von Schroeder, der Vorsitzende des

hl

Nationaloerbandes Deutscher Offiziere, genannt. Vom Stahlhelm und von deutschnationaler Seite wird diese Meldung in allen Punkten als unrichtig bezeichnet. Hugenberg habe glicht die Absicht, den Admiral von Schroeder als Sammelkandidaten für

^ti

den zweiten Wahlgang vorzuschlagen.

In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß Ministerpräsident Braun heute in die gestern begonnene allgemeine Aussprache des preußischen Landtages mit einer Rede eingreifen wird. Da der Landtag voraussichtlich morgen abend seine Tagung ab schließt und in dieser Wahlperiode nicht mehr zusammenkommen wird, wird es sich bei den Aus­führungen des Ministerpräsidenten um eine Art Abschiedsrede im gegenwärtigen Landtag handeln.

Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei hat, wie der Vorwärts meldet, den Parteiausschuß zu Dienstag, 22. März, nach Berlin einberufen.

* In der Generalversammlung der Reichsbank wurde die vorgeschlagene Verteilung einer zwölf­prozentigen Dividende beschlossen.

Botschaftsrat v. Twardowski ist gestern in An­betracht normalen Heilungsoerlaufes seiner Ver­letzung aus dem Kreml-Spital entlassen worden.

Der Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz be­schloß, nach Wiederaufnahme der Arbeiten am 11. April die entscheidenden Fragen der Gleichberech­tigung und der Abrüstungsmethoden zu behandeln.

Auf einer Veranstaltung des Jung-Liberalen- Klubs in London setzte sich Lloyd George in über­aus 'charfen Worten mit den Liberalen, besonders Samuel, Runciman und Simon auseinander, weil sie sich von der Linie des Freihandels abgewandt hätten. Ueber Macdonald und Baldwin äußerte sich der Redner stark ironisch. Zum Schluß seines Vor­trages richtete er einen Appell an alle freihändle­risch Einaestellten und forderte sie auf, sich um das Banner des wahren Liberalismus zu scharen.

Im Auswärtigen Ausschuß des amerikanischen Repräfentantenha'ges gelangte gestern ein Antrag zur Annahme, der der Regierung der Vereinigten Staaten empfiehlt, jedem auf der Abrüstungskonfe­renz beschlossenen Pakt beizutreten, der durch das Verbot von Waffenlieferungen an kriegführende Staaten eine Erweiterung und Verstärkung des Kellogg-Paktes dorstellt. $

Sm amerikanischen Staatsdepartement wurde gest?rn erklärt, daß weder Amerika die mand- schur^che Regierung anerkennen werde, noch daß es angesichts des Artikels 2 des Neunmächtspakts für irgendeine Signatarmacht zulässig erfchems. diese Regierung als leastime Vertretung der mand­schurischen Provinzen Chinas anzuerkennen.

Die Einkommensteuer in den Vereinigten Staa­ten weist für das Jahr 1531 einen Riejenrückgang auf. Finanzbeamte schätzen das Aufkommen aus der Einkommensteuer auf weniger als eine Mil­liarde Dollar gegenüber 214 Milliarden im Sahre 1930. Unter die'en Umständen wird mit einer Er­höhung des Fehlbetrages auf 2J4 Milliarden Dollar bis Ende Juni gerechnet.

Der Senat des australischen Bundesparlaments hat mit 15 gegen 9 Stimmen und das Abgeord­netenhaus mit 46 gegen 14 Stimmen eine Ent­schließung angenommen die die Bundesregierung ermächtigt die Steuereinnahmen von Neusüdwales zu beschlagnahmen, um dadurch einen Ausgleich für die von Neulüdwales geschuldeten Summen in Höhe von 924 082 Pfund Sterling zu schaffen. Die Regie­rung von Nemüdwales bestreitet, daß diese Maß­nahmen gesetzlich zulässig seien.

Wie die Agentur Indopacifique aus Schanghai meldet sind die chinesisch-japanischen Verhandlungen vorläufig unterbrochen worden. Weder Tokio noch Nanking haben bisher auf den ihnen unterbreiteten Tert der die Interpretierung der Völkerbunds- entähließung darstellt geantwortet, und man be­zweifelt, daß dieser Text zur VerhanLlungsgrund- lage genommen werden kann.

1 Näberes stehe im politischen Teil.

Keine LSkuns ohne Denihhiand

Verli n , 16. März. Die deutsche Antwort auf den Tardieuschen Donaubundptan ist dem französischen Botschafter in Berlin, Francois Poncet, am Dienstag zur Wetterüber- mittetung an die französische Regierung übergeben worden.

Die deutsche Stellungnahme geht davon aus, daß sich die Reichsregierung in der Beurteilung der Dringlichkeit einer entschlossenen Hilfsaktion für die notleidenden Donaustaaten mit der französischen Re­gierung in voller Uebereinstimmung befindet.

Das französische Memorandum nimmt Bezug auf den Bericht des Finanzausschusses des Völkerbundes über die Finanzlage Oesterreichs und Ungarns, der die Aufmerksamkeit der Regierungen dieser beiden Staaten auf die Notwendigkeit gelenkt habe, sobald wie möglich mit gewissen Nachbarländern engere wirtschaftliche Beziehungen herzustellen.

Deutscherseits wird darauf hingewiesen, daß der Finanzausschuß des Völkerbundes bei seiner Emp­fehlung einer wirtchastiichen Annäherung Oester­reichs und Ungarns an ihre Nachbarstaaten und an andere Staaten von der Erkenntnis ausgegangen sei, daß die genannten Länder zu ihrer wirtschaft­lichen Gesundung einer Erweiterung ihre« Absatz­marktes bedürfen. Wenn die französische Regie­rung glaube, ein ähnliches Bedürfnis auch bei den übrigen Ländern des Donaugebietes feft leUen zu können, so könne die Reichsregierung dieser Auf­fassung hinsichtlich der überwiegend agrarischen Donaustaaten Rumänien Jugoslawien und Bul­garien nur zustimmen.

Die deutsche Regierung ist immer der Mei­nung gewesen, daß die beste Lösung zur Ueber­windung dieser Schwierigkeiten die Schaffung eines Wirlschaflsraumes wäre, der nach seiner Größe und seiner wirtschaftlichen Struktur den Absatz der landwirtschaftlichen Ueberschüsse aus den südosteuropäischen Agrarstaaten innerhalb seiner Grenzen sicherslellt. Dieses Ziel würde je­doch lediglich durch eine Zusammenfassung der

Arlands Ltnabhängigseils- beftsedungen

D« Salera kündigt die E «stelln« s der Labres,ablunge« an England an

Wie schon gestern kurz gemeldet, hak Präsident de Valera im neuen irischen Parlament die Abschaffung des Treu-Eides gegenüber b:m englischen König angekündigt. Der Grund- gedante ferner Politik sei, so erklärte de Valero, die Irländer dazu zu bringen, dem Gesetz jreiwillig. statt durch Zwang zu gehorchen. Nach Abschaffung des Eides, wozu er einen Auf­trag vom Volke besitze, gebe es für niemanden mehr eine Entschuldigung, dem Gesetz den Gehorsam zu versagen. Finanzminister Mac Entee teilte mit, daß die Zahlung des jährlich an England entrichteten Betrages von drei Millionen Pfund eingestellt werde.

Ministerpräsident de Valera erklärte einem Pressevertreter, er beabsichtige in der nächsten Sitzung des Kabinetts ein Dekret vorzuschlagen, durch das das kürzlich erlassene Gesetz über die öffentliche Sicherheit aufgehoben wird. Ferner habe er die Absicht, vor oen Verhandlungen zwi­schen England und Irland keine weitere Rate der Jahreszahlungen an Eng­land zu entrichten, da er der Auffassung sei, daß keine gesetzliche Verpflichtung für die Entrich­tung solcher Jahreszahlungen bestehe. Er werde daher auch verlangen, daß die bereits entrichteten Jahreszahlungen, die sich auf 30 Millionen Pfund Sterling belaufen, zurückerstattet werden. de Valera gab ferner der Hoffnung Ausdruck, daß die natür­lichen Grenzen zwischen Nord- und Südirland eines Tages beseitigt werden.

Die scharfe Wendung, die der politische Kurs in Irland zu einem Siege der-Republikaner annimmt, kann keinen überraschen, der einigermaßen mit den Besonderheiten der irischen Pjyche vertraut ist. Das katholische Irland mar seit je her eine Welt für sich, die ihre Bindung an England als schwere Last empfand. Der jahrhundertelange erbitterte Kampf Irlands um die Unabhängigkeit hat bis zum 20. Jahrhundert zu einem gewissen Erfolg ge- führt. Seit 1922 ist der irische Staat im Besitz der Dominialrechte. Doch hat es England ausgezeich­net verstanden, seine Niederlage im Irland-Krieg ijn einen Sieg zu verwandeln. Die Teilung Jr-

Donauländer unter sich, wie dies französlscher- seits vorgeschlagen wird, nicht erreicht, werden können. Vielmehr wird ein solcher Wirtschafts­raum auch die großen landwirtschaftlichen Zu­schußgebiete Europas mitumfassen müssen. Ein auf die Donaustaaten beschränkter wirtschaftlicher Zusammenschluß würde überdies für die ebenfalls stark bedrohte deutsche Wirtschaft eine schwer er­trägliche Verengung ihres Absatzmarktes zur

Folge haben.

Mit der Verwirklichung der durchgreifenden Lösung durch Schaffung eines solchen großen euro­päischen Wirtschaftsraumes wird jedoch nicht sobald gerechnet werden können, wie dies für eine rechtzeitige Hilfe uner­läßlich ist. Deutschland hat deshalb seinerseits nach Wegen gesucht, auf denen die notwendige rasche Abhilfe gegenüber dem gegenwärtigen außerge­wöhnlichen Krisenzustand gesckMfen werden kann, ohne einer späteren Gesamtlösung vorzugreisen.

Schon die italienische Regierung hat in ihrer, nach Auffassung der Reichsregierung durchaus zutreffenden Beurteilung der Lage darauf hingemiefen, daß in der schwierigen Situation Oesterreichs und Ungarns ein Gefahrenmoment liegt, dessen Beseitigung vordringlich erscheint.

Oesterreich kann nach Auffassung der deutschen Regierung eine wirksame und rasche Hilfe dadurch gewährt werden, daß, entsprechend der An­regung des Finanzausschusses des Völkerbundes, feine Nachbarländer und andere Staaten für die Aufnahme der österreichischen Ausfuhr bevor­zugte Bedingungen schaffen. Ungarn und den übrigen Donaustaaten mit überwiegend aara-

deutschen

(Fortsetzung auf Seite 2)

lanLs in zwei Gebiete einerseits, Spaltung der iri­schen Freiheitspartei andererseits, hat dazu geführt, daß England nach wie vor das letzte uno entschei­dende Wort auf der Grünen Insel zu sagen hatte. Der Führer der Republikaner, de Valera, hatte nach erbitterten Kämpfen, ja nach blutigen Auf- stäniden, sich mit der Sachlage anscheinend ausge­söhnt. Nun ist seine Zeit gekommen. Die schwere Wirtschaftskrise, die das landwirtschaftliche Irland besonders getroffen hat, der Zusammenbruch der englischen Währung und die Schwäche der eng­lischen Wirtschaftsmacht, dies alles hat zum Wahl­sieg de Daleras geführt. Hiermit wurde der Weg zu einem neuen erbitterten Kampfe zwischen Irland und England geebnet. Wer glaubte, daß der alte, Kämpfer de Valera mit der Zeit gezähmt werden würde, hat sich geirrt. Die republikanische Partei Irlands, ans Regierungsruder gelangt, denkt nicht daran, sich in die bestehenden Verhältnisse einzu­ordnen. Schon der erste Akt der Regierung de Valeras, die Freilassung aller politischen Ge­fangenen, war nach englischen Rechtsbegriffen eine ungesetzmäßige, revolutionäre Tat. Und erst recht revolutionär ist der Versuch, sich von dem Königs­eid zu befreien und die Jahreszahlungen an Eng­land einzustellen. Noch steht es nicht fest, ob die­ser Versuch gelingen wird Auf jeden Fall ist der Beginn der Aera de Valeras vielversprechend Eng­land muß sich noch auf große Ueberraschungen ge­faßt machen.

SovlSufts kein neues Moratorium

Der Ausfuhrüberschuß Deutschlands ist im Februar zwar noch mit 97 Millionen aktiv, aber er weist zahlenmäßig einen Rückgang um 5 Millionen aus. Auf längere Sicht betrachtet darf man sagen, daß nach dem schweren Rück­schlag des deutschen Exportes, der bereits im November einsetzte und im Januar seinen Höhepunkt gefunden hat, eine gewisse Stabili­tät eingetreten ist. Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß der Februar nur 29 Tage hat, entspricht der Exportüberschuß fast genau dem des Januar. Dies zeigt sich auch darin, daß der Export mengenmäßig keine wesentlichen Aenderungen erfahren hat.

An die Entwicklung des deutschen Außen­handels ist bereits vielfach die Schlußfolgerung geknüpft worden, daß Deutschland in abseh­barer Zeit ein Auslandsinoratorium nicht ver­meiden kann. Denn die einzige Möglichkeit, die Zinsen für die deutschen Privatschulden und die fälligen Amortisationen zu bezahlen, liegt darin, daß der Ueberschuß des Exportes über den Import so hoch bleibt, daß von dem überschüssigen Betrag die Devisentransferie- rung erfolgen kann. Ueber wesentliche Hilfs­quellen, wie andere Länder, z B. England und Amerika, denen bedeutende Summen aus ihren Ausleihungen zufi leßen, oder die Schweiz, die bedeutende Einnahmen aus dem Fremden­verkehr hat, verfügt Deutschland nicht. Wohl stehen der deutschen Verschuldung auch deutsche Beteiligungen gegenüber, die schon allein nö­tig waren, um unseren Export zu sichern. Aber die Auslandsverschuldung übersteigt in so hohem Maße die Ausländsbeteiligung, daß für den jährlich aufzubringenden Zins- und Amortifatlonsbetrag kein entsprechendes Äqui­valent vorhanden ist.

Schon jetzt auf ein unvermeidliches Mora­torium Deutschlands hinzuweisen, erscheint uns verfrüht weil im Augenblick dazu noch keine Notwendigkeit besteht und durch Ge­rüchte dieser Art die allgemeine Nervosität noch vergrößert werden würde. In den Zah­len des Februar-Exportes macht sich noch nicht die Saisonbelebung geltend. Im Jahre 1931 stieg der Exportüberschuß vom Februar zum März von 158 Millionen auf 283 Millionen. Er brachte also ein Mehr von 125 Millionen. Von Januar bis Februar war der Export­überschuß von 58 Millionen auf 158 Millionen gestiegen Dieses bedeutende Anwachsen war jedoch fast ausschließlich auf eine starke Ein­schränkung des Imports zurückzuführen, der von 717 Millionen auf 620 Millionen sank, also damit um 97 Millionen niedriger war als im Januar. Eine solche Jmportdrosselung konnte 1932 nicht mehr erfolgen, da die deutsche Einfuhr schon so stark vermindert worden ist, daß ein weiteres Abgleiten nur durch zwangsmäßiges Eingreifen des Staates erfolgen könnte. Der Import belief sich im Januar auf 440 Millionen, im Februar auf 441 Millionen. Er war damit tatsächlich um etwas höher als im ersten Monat des Jahres, da der Februar ja nur 29 Tage hatte. Nicht ausgeschlossen scheint es, daß der März ein wesentlich günstigeres Resultat bringt, weil sich zu diesem Zeitpunkt erst die Saifonbelebung für den Export auswirken kann. Im Vor­jahr war die Ausfuhrüberschußsteigerung um 125 Millionen im wesentlichen durch eine Exportsteigeruna um 89 Millionen bedingt. Eine ähnliche Entwicklung für 1932 voraus­gesetzt, wäre es also möglich, daß der Export­überschuß im März auf über 100 Milftonen steigt.

Damit ist nicht gesagt, daß sich die Lage der deutschen Exportindustrien wesentlich gebessert hat. Im Gegenteil, so lange die Hochschutzzölle gelten, ist Deutschlands Situation sehr schwie­rig. Man hofft ober durch die Obertarife ein wesentliches Druckmittel gegen die Lander in

Die heut se Kummer umfaßt 14 Gelte«