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(U^vGeneral Anzeiger ir^|r#âaitm) Stadt und Land
Vanau Stadt und Land
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14. MSvr
1932
Die Reichspräsidentenwahl
18,6 MM. fite sSrndenbuvs - 11,3 MM. fite bitter - 4,6 MM. für LbSlmann - Siavke MahlbeieMsmts - Alndenbuvs fehle« mw 16cdCö Stimme« an des absoluten Mebvbett
Klndenbuvss Steg
Die Wahlschlacht ist vorbei. Sie hat prak- isch mit einem vollen und man kann es ruhig mssprechen, entscheidenden Sieg des Reichs- iräfidenten v. Hindenburg geendet. Vorbe- ialtlich der kleinen Berichtigungen, die einige loch ausstehende Stimmbezirke erbringen werden hat er mit über 1.8,6 von etwas über 37,5 Nillionen abgegebenen Stimmen nahezu die ibsolute Mehrheit — es fehlen ihm noch rund 160 000 Stimmen — erreicht, die dazu wtwendig gewesen wäre, um seine Wahl im ersten Wahlgang rechtsgültig zu vollziehen. Auch wenn das nicht erreicht ist und durch die roch erfolgenden Ergänzungen und Berich- igungen nicht erreicht werden sollte, hat Hinrenburg moralisch und tatsächlich einen ent- cheidenden Sieg davongetragen. Denn der rächst? Mitbewerber um die Präsidenten- vürde, Adolf Hitler, bleibt mit weniger als L1,5 Millionen Stimmen um mehr als 7 Millionen Stimmen hinter ihm zurück, fast genau io viel wie Thälmann mit nicht ganz 5 und Düsterberg mit etwas über 2,5 Millionen Stimmen zusammen davongetragen haben.
Dieser Erfolg ist angesichts der ungeheuren Wahlpropaganda, die mit Hilfe eines bis in die kleinsten Dörfer hinein durchorganisierten Parteiapparats von den Nationalsozialisten entfaltet wurde, besonders beachtlich.
Die prozentualen Ziffern sind recht aufschlußreich: Die Kommunisten, die bei der Neichstagswahl vom 14. September 1930 etwa 14 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen konnten, mußten sich diesmal mit 13 Prozent benügen; die Deutschnationalen, die mit ihren Anhängern etwa 8 Prozent der Reichstagsmandate erhielten, haben einschließlich des Stahlhelms nur 6,75 Prozent der Stimmen aufgebracht. Die Nationalsozialisten, die damals noch keine 20 Prozent ausmachten, vermochten zwar auf die Reichspräsidentenkandidatur ihrers Führers diesmal etwas über 30 Prozent der abgegebenen Stimmen zu vereinen, find aber von der erträumten absoluten Majorität, von der Machtergreifung im Staate, also weit entfernt. Dagegen hat Hindenburg die Zahl seiner Wähler gegenüber dem einzigen . Votum, das für seine Person in Vergleich gezogen werden kann, gegenüber seiner Wahl von 1925 um mehr als 4 Millionen zu steigern vermocht — ein Beweis, daß seine Kandidatur eine wahre Volkskandidatur gewesen und nicht auf bestimmte Parteien beschränkt geblieben ist, daß vielmehr zu seinen alten Wählern, die ' ihn in großer Zahl treu geblieben sind, Millionen neue hinzugetreten sind. Der Ausgang des zweien Wahlganges der nunmehr nötig ist, da Hindenburg nicht die absolute Mehrheit erreicht hat, ist deshalb keinen Augenblick zweifelhaft, und es ist bedauerlich, daß trotz der starken Wahlbeteiligung nicht im ersten Gang die ohnehin völlig eindeutige Entscheidung auch in rechtlich gültiger Form zu Ende geführt werden konnte.
M Waben
Berlin. 13. März. Die Stimmung, die an diesem bedeutungsvollen Tag in der Reichshauptstadt herrschte, war vielleicht weniger geräuschvoll nach außen hm — in diesem Punkt haben wir an andern Wahltagen mehr erlebt —, aber getragen von einer ungeheuern Spannung, die sich sowohl in Gesprächen wie in den Presseaufsützen äußerte. Die Polizei hatte Umzüge und die Veröffentlichung von Wahlergebnissen durch Leuchtschrift und dergleichen verboten. Um ja jeder Ausschreitung vorzubeugen, hatte sie auch den Ausichank von Branntwein an diesem Tag verboten. Schon in den letzten zwei Tagen Dor bir Wahl sah man überall m den Hauptstraßen berittene Patrouillen der Schutzpolizei herreiten, Smnbilb der Ordnung in deren Handhabung die Republik durchaus nicht lässiger ist als das Kaiserreich. Der Morgen des Wahltags selbst machte den letzten Anstrengungen der Wahlvropaganda ein Ende. 'Die etwa 2600 Wahllokale Berlins öffneten sich um 9 Uhr, bereit dem Ansturm der Wählermassen standnihalten. Etwa 24 000 Kontrolleure der Wahlen arbeiteten in den Lokalen selbst. Da der Wahltag in keine Reise- und Verkehrszeit fiel und La auch der sonntägliche Sport- und Wochenendver-
Berlin. 14. März. Der Reichswahlleiter ergebnis bekannt:
GÜMse Stim«
OüstevbevS 2 552 826 Sludenbuvs 18661236
Ktlev 11338521
Bei der Reichstagswahl 1930 erhielten: Düflerberg 2 457 686 (Deutschnationale Bol Hindenburg 21 165 410 (Soz., Bolksp., Zenl Hiller 6 379 672. , Thälmann 4 590 160.
Stadt I
Stadt
DüNeebera 883 Ktndenbnes lc 882
Stier 6241
Thälmann 8018
tvntee 03
kehr noch nicht eingesetzt hatte, erschienen die Wähler früh, und man kann aus eine starke Wahlbeteiligung rechnen. Dor den Türen der Wahllokale sah man verschiedene jugendliche Gestalten, die Plakate der verschiedenen Parteien trugen, und schon am Vormittag setzten sich Schlepper und Helfer in Bewegung, meist aus den Arbeitslosen rekrutiert, um die säumigen Wähler heranzuholen. Der Fahnenschmuck in den Straßen war an diesem Wahltag nicht beträchtlich. 3m Westen erblickte man vielfach das Hakenkreuz und die schwarz-weiß-rote Fahne, im Norden und im Osten rote Fahnen mit einem Parteischlagwort. Und jeder, zu welcher Fahne er auch schwören mag, wird von der Bedeutung durchdrungen sein, die dieser Märztag für Deutschlands Schicksal haben wird.
Die Wahlen sind im allgemeinen ruhig verlaufen. Hier und da kam es zu Zusammenstößen, die jedoch keinen ernstlichen Charakter trugen.
Auch im Reiche ist, abgesehen von einem Zwischenfall in Hückeswagen (Landkreis Solingen), der drei Menschenleben kostete, der Wahltag ruhig verlaufen. Die Wahlbeteiligung war fast allgemein sehr stark.
Das Ergebnis aus den wabwveNen
Als Vergleichszahlen haben wir angegeben die Stimmsnzahlen der Reichspräsidentenwahl 1925 und die Reichstagswahlen von 1930. Die Vergleichszahlen der Reichstagswahlen von 1930 fetzen sich bei den einzelnen Kandidaten aus den Stimmen folgender Parteien zusammen- Düsterberg: Deutschnationale Volkspartei. — Hindenburg: Konservative Volkspartei, Ehristl.-Soz. Volksdienst, Ehristl.-Soz. Volksgem., Ehristl.-Soz. Reichspartei, Deutsches Landvolk, Deutsche Bauernpartei, Deutsche Volkspartei, Wirtschaftspartei, Reichsbund d. Mittelstandes, Volksrechtspartei, Bayerische Volkspar- bei, Zentrumspartei, Dtsch.-Hannov. Partei, Deutsche Staatspartei, Radikale Staatspartei, Sozialdemokratische Partei. — Hitler: Nationalsozialistische Partei. — Thälmann: Kommunistische Partei, U. S. P. D., S. A. P. — Bei Wahlkreis 33 (Hessen- Darmstadt) haben wir auch das Ergebnis der letzten Landtagswahlen zum Vergleich herangezogen.
1. Wahlkreis: Ostpreußen
Reichstagswahl 1930: Düsterberg 205 738 — Hindenburg 475113 — Hitler 236 507 — Thälmann 124 375.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 715 093 — Marx 302 740 — Thälmann 50 344.
Relchsp.. Wahl 19 3 2 : Düsterberg 133 946 — Hindenburg 509 766 — Hitler 402189 — Thälmann 116 444.
gibt heute früh folgendes vorläufiges Dahl-
32660 322
Thälmann 4 682 020
Winter 111420
SevsvUttert 8645
'. Lhr.-So,., Sfaafsp., Sagt. Volks,. ufro.)
: von Aanau
> Land
Land
Düftevbevs 551
Sindenbuvs 12 241 Attlee 9 403
Thälmann 11052 tvmtev 92
2. Wahlkreis: Berlin
Reichslagswahl 1930: Düsterberg 145 032 — Hindenburg 520 613 — Hitler 158 257 Thälmann 408 646.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 384 361 — Marx 654 487 — Thälmann 144 879.
Reichsp. - wahl 1932 : Düflerberg 90701 — Hindenburg 558 771 — Hiller 247 247 — Thäl- mann 370 956.
3. Wahlkreis: Potsdam II
Reichslagswahl 1930: Düsterberg 164178 — Hindenburg 533 992 — Hitler 184 037 — Thälmann 217 950.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 427 358 — Marx 467 709 — Thälmann 71 206.
Reichsp -Wahl 19 3 2 : Düflerberg 116 780 — Hindenburg 565 396 — Hiller 326 087 — Thälmann 205 142 Winter 3009.
4. Wahlkreis: Potsdam I
Reichslagswahl 1930: Düsterberg 159 500 — Hindenburg 538 639 — Hitler 215 933 — Thälmann 230 806.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 464 550 — Marx 403 596 — Thälmann 75 722.
Reichsp.-Wahl 1 9 3 2: Düflerberg 132 680 — Hindenburg 506 276 — Hiller 374 415 — Thälmann 229 679.
5. Wahlkreis: Frankfurt (Oder)
Reichslagswahl 1930: Düsterberg 119 086 — Hindenburg 484193 — Hitler 204 595 — Thälmann 84 268.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 532 597 — Marx 307 914 — Thälmann 25 513.
Reichsp.-Wahl 19 3 2: Düflerberg 123 207 — Hindenburg 409 403 — Hiller 338 046 — Thälmann 81521 — Winter 2591.
6. Wahlkreis: Pommern
Reichstagswahl 1930: Düsterberg 242 720 — Hindenburg 406 109 — Hitler 237 080 — Thälmann 85 955.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 656 822 — Marx 224 486 — Thälmann 42 276.
Reichs p.-w ahl 19 3 2: Düsterberg 198 386 — Hindenburg 360 980 — Hitler 391450 Thälmann 94 522 — Winter 2716.
7. wahlreis: Breslau
Reichstagswahl 1930: Düsterberg 95 276 — Hindenburg 625 028 — Hiller 259 227 — Thälmann 83 133.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 451792 — Marx 520 907 — Thälmann 23 335.
Reichs p.-w ahl 1 932: Düsterberg 81 687 — Hindenburg 541 869 — Hitler 403 269 — Thälmann 96 862.
8. Wahlkreis: Liegnitz
Reichstagswahl 1930: Düsterberg 58 549 —* Hindenburg 433 979 — Hitler 142173 — Thälmann 41 447.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 321295 — Marx 298 431 — Thälmann 16 629.
Reichsp.-wahl 19 3 2: Düsterberg 62 839 — Hindenburg 338 027 — Hiller 275 084 — Thälmann 46 741 — Winter 2125.
9. Wahlkreis: Oppeln
Reichslagswahl 1930: Düsterberg 101568 — Hindenburg 349 219 — Hiller 63 565 — Thälmann 110 633.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 224 914 — Marx 293 213 — Thälmann 46 041.
Reichs p.-w ahl: 1 9 3 2: Düsterberg 54 653 — Hindenburg 369 841 — Hiller 185 300 — Thälmann 102 699 Winker 1636.
10. w-h kreis: Magdeburg
Reichslagswahl 17'9: Düsterberg 73 729 — Hindenburg 602 482 — Hiller 191398 — Thälmann 98 389.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 485 357 — Marx 404 361 — Thälmann 39 584.
Reichs p.-w ahl 1 9 3 2: Düsterberg 99 007 —- Hindenburg 471 019 — Hiller 351029 — Thälmann 107 417 — Winter 2284.
11. Wahlkreis: Merseburg
Reichstagswahl 1930: Düsterberg 65 413 — Hindenburg 373 044 — Hiller 168 677 — Thälmann 205 574.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 411 234 — Marx 164 671 — Thälmann 140 153.
Reichs p.-w ahl 1 9 3 2: Düsterberg 103 542 — Hindenburg 286 719 — Hitler 273 708 — Thälmann 201 378 — Winter 2354.
12. Wahlkreis: Thüringen
Reichslagswahl 1930: Düsterberg 54 283 — Hindenburg 753 645 — Hitler 244 121 — Thälmann 192 259.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 621 652 — Marx 393 621 — Thälmann 110108.
Reichsp.-wahl 1 9 3 2: Düsterberg 168 332 — Hindenburg 507 859 — Hitler 450 589 — Thälmann 246 606 — Winter 3025.
13. Wahlkreis: Schleswig-Holstein
Reichstagswahl 1930: Düsterberg 54 569 — Hindenburg 492 986 — Hitler 240 288 — Thälmann 94 329.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 478 509 — Marx 283 379 — Thälmann 38 177.
Reichsp..wahl 1932: Düsterberg 61 888 — Hindenburg 393 323 — Hitler 417 861 — Thälmann 100 250 — Winter 4925.
14. Wahlkreis: Weser (Ems)
Reichstagswahl 1930: Düsterberg 53 695 — Hindenburg 535 664 — Hitler 166117 — Thälmann 50 853.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 335 057 — Marx 355 227 — Thälmann 23 030.
Reichspr.-wahl 1932: Düsterberg 81835 — Hindenburg 467 935 — Hitler 271 504 — Thälmann 70 176 — Winter 2351.
15. Wahlkreis: Ost-Hannover
Reichslagswahl 1930: Düsterberg 46 217 — Hindenburg 365 015 — Hitler 118 672 — Thälmann 43 072.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 366 885 — Marx 172 725 — Thälmann 16 026.
Reichspr.-Wahl 1932: Düsterberg 77716 — Hindenburg 252 300 — Hiller 240 653 — Thälmann 49 115 — Winter 2646.
16. Wahlkreis: Süd-Hannover-Braunschweig
Reichstagswahl 1930: Düsterberg 61953 — Hindenburg 754 910 — Hitler 283 430 — Thälmann 63 764.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 540 077 — Marx 488 544 — Thälmann 31 226.
Reichsp.-wahl 1932: Düsterberg 71 570 — Hindenburg 602 056 — Hitler 468 581 — Thäl- mann 87 829 — Winker 2485.
17. Wahlkreis: Westfalen-Nord
Reichstagswahl 1930: Düsterberg 79 015 — Hindenburg 949 353 — Hitler 161 993 — Thälmann 152 475.
Reichspräsidentenwahl 1925: Hindenburg 389 507 — Marx 660 770 — Thälmann 48 267.
Reichsp.-wahl 19 3 2: Düsterberg 75 534 — Hindenburg 868 344 — Hiller 318 307 — Thälmann 173 943 — Winler 3031.
Oie heutige Nummer umfaSt 12 Seite«