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wmt Stadt und Land

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Dienstag, den

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Der ^srnoft-Gtreitfall

eine SrrklSvtms des deutschen Vevivetevs in Gens - Die Vemühunsen nm den tVassenftMftand

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Sava« tritt aus dem SSlkevbund?

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Die Hauptgeschäftsstelle der Hindenburgausschüsse 4silt mit: Aus dem Westen des Reiches wird gemel­det, daß dort eine neue Wahllüge verbreitet wird. Danach soll die Reichsregierung planen, unmittelbar nach der Wahl eine neue Notverordnung zu erfassen des Inhaltes, daß der ländliche Grundbesitz mit einer Zwangshypothek von 5 Prozent belastet werden soll. Wir stellen nach Anfrage bei Abständiger Stelle fest, daß diese Meldung frei erfunden ist.

Der jetzt festgelegte Arbeitsplan der Abrüstungs­konferenz sieht vor, daß die grundsätzlichen deut­schen Forderungen auf allgemeine Abrüstung gleich zu Beginn der großen Aussprache zur Be­handlung gelangen, und zwar vor Behandlung der französischen Sicherheitsvorschläge. Die deutschen Abrüstungsvorschläge kommen in den Punkten 1 und 5 der Tagesordnung zum Ausdruck. Somit wird der Hauptausschuß zwangsläufig die von Deutschland geforderte Klärung über die Frage der allgemeinen vollständigen Abrüstung und der Gleichberechtigung aller Staaten gleich zu Ansang vornehmen müssen.

* Judas Stern erklärte, daß er durch den An­schlag auf Twardowski die deutsch-russischen Be­ziehungen stören wollte. w -. * .

Der Hauptvorstand des Gewerkschaftsringes Deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Beamten­verbände faßte den Mehrheitsbeschluß, die Volks­kandidatur Hindenburgs zu unterstützen.

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Die Steuerbehörde Berlin hat gegen eine Reihe von Steuerdefraudanten Haftbefehle erlassen. Wie wir erfahren, soll es sich um insgesamt 5 Personen und um einen Betrag von etwa 8 Millionen RM handeln, der ins Ausland verschoben worden sein soll. *

Auf Antrag der NSDAP, wurde gestern in der Stadtratssitzung Adolf Hitler mit 14:7 Stimmen zum Ehrenbürger der Stadt Neustadt a. d. Aisch ernannt.

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Nach kurzer Krankheit entschlief in Paderborn gestern früh Pater Dr. Beda-Kleinschmidt, eine in ganz Deutschland bekannte Persönlichkeit. Klein­schmidt wurde im Jahre 1867 in Brakel i. W. ge­boren.

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Aus Coburg wird gemeldet: Am Samstag wur­den in der Küche ihrer Wohnung der Chauffeur Waldinger und seine Ehefrau tot aufgefunden; es liegt Gasvergiftung vor. Waldinger hatte wegen einer Verfehlung feine Kündigung erhalten, so daß das Ehepaar aus Furcht vor Arbeitslofigkoit den Doppelselbstmord begangen haben dürfte.

Die russische Delegation hat beim Völkerbunds­sekretariat die Fortsetzung der Arbeiten des vom Europa-Ausschuß eingesetzten Komitees zur Be­handlung des russischen Vorschlags eines Nicht­angriffspaktes beantragt und die Zusage erhalten, daß dieses Komitee Anfang April wieder zusam- -mentreten wird. Ob der Europa-Ausschuß selbst in absehbarer Zeit eine neue Tagung abhalten wird, ist noch ganz unbestimmt; es gilt jedoch nicht als ausgeschlossen, daß er durch die jetzt erörterten mitteleuropäischen Pläne neuen Arbeitsstoff erhal­ten wird.

In der Debatte über die Flottenvoranschläge hn englischen Unterhaus verwies Konteradmiral Taylor (Konservativ) auf das Unterseeboot-Bau­programm Frankreichs, das 65 Unterseeboote ge­baut hat und weitere 45 baue, daunter 24 Ozean­schiffe mit einem sehr weiten Aktionsradius. Er sprach die Hoffnung aus, daß die britische Regie­rung, wenn Frankreich auf dieser ungeheueren Unterseebootstonnage bestehe, nicht zögern werde, auch seinerseits aus einer Erhöhung der Tonnage für Zerstörer zu bestehen, um dieser Drohung zu

begegnen..

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Fünf japanische Banken, die zusammen über ein Aktienkapital von 30 Millionen Yen verfügen, haben ihre Schalter geschlossen. Diese Maßnahme ist durch die zahlreichen runartigen Abhebungen verursacht worden, denen sie und andere Institute in den letzten Tagen ausgesetzt waren. Die Bank von Japan ist mit einem Stützungskredit von 100 Millionen Yen eingesprungen. ,

Die durch den Tod des norwegischen Minister- präsidentsn erforderlich gewordene GesamtLemission des Kabinetts ist gestern erfolgt.

, *) Näheres stehe im politischen Teil.

Die Aussprache in Gens

Genf, 7. März- Der deutsche Vertreter, Weizsäcker, gab in der Aussprache der Völker­bundsversammlung am Montag eine Erklärung über die Stellungnahme Deutschlands zu den Verhandlungen zur Beilegung des Fernost- Streitfalls ab.

Der Völkerbund habe jetzt die große Aufgabe, über die Durchführung der Bestimmungen des Völkerbundsvertrages im Interesse des Friedens zu wachen. Der Völk erbund verliere feine Daseinsberechtigung, wenn er diese große Aufgabe nicht erfülle. Deutschland, das als erste Macht den Kelloggvertrag unterzeichnet habe, der den Weg für eine allgemeine Abrüstung eröffne, habe das größte Interesse daran, daß der Grundsatz einer gerechten Regelung aller internationalen Streitigkeiten durch den Völkerbund uneingeschränkt Achtung finde. Er schloß sich dann dem Vorschlag des englischen Außenministeriums an, die Haupt- aussprache mit der Annahme einer feierlichen Er­klärung über die Aufrechterhaltung der Grundsätze des Völkerbunds Nind des Kelloggoertrages abzu­schließen.

Wenn die Schwierigkeiten nicht überwunden werden könnten, sei es- besser, den Mißerfolg offen anzuerkennen, als sich wiederum mit einer rein formellen Regelung zu begnügen.

Der deutsche Vertreter wurde mit langanhal­

tendem Beifall begrüßt. Auch seine Ausführungen alle Versuche, einen von beiden Teilen angenommenen waren wiederholt von Beifallskundgebun- Waffenstillstand herbeizuführen, s'

gen- begleitet, insbesondere als er sich dem Vor­schläge von Sir John Simon anschloß und sich außerdem für die Einsetzung eines Zwischenaus- schusses bis zur nächsten Völkerbundstagung aus­sprach.

Frankreichs Vertreter, P a u l - B o n c o u r, be­tonte, daß die französische Regierung sich jedem Vorgehen zur friedlichen Regelung des Streitfalls und zur Aufrechterhaltung der internationalen Ver­träge, sowie des Völkerbundsvertrages, anschließe. Die Achtung der internationalen Verträge bilde die Grundlage her französischen Außenpolitik und der Abrüstungskonferenz. Endgültige Beschlüsse könn­ten jedoch e r st gefaßt werden, wenn der vom Rat entsandte Untersuchungsausschuß seinen Bericht eingereicht habe.

Paul-Boncour unterstützte sodann den Vorschlag des griechischen Gesandten Politis, einen Sonder­ausschuß ginzusetzen, in dessen Hände die weitere

Arbeit für

6<5<5<5<5<5 Arbeitslose?

Ein Avbettsbeschaffunsspvosvamm der Reichsveglevuns

Berlin, 7. März. Wie dieDAZ." meldet, wird die Reichsregierung nach dem 13. März ihre Beratungen über die Arbeitsbeschasfungspläne wieder aufnehmen, die schon seit längerer Zeit Gegenstand eingehender Ressortbesprechungen gewesen find.

wie das Blatt erfährt, handelt es sich um fol­gende Objekte: Reichsbahn 300 Millionen, Reichs­post 100 Millionen, Straßenbau 300 bis 400 Mil­lionen, landwirtschaftliche Meliorationen 200 bis 300 Millionen, Wasserbauten 50 Millionen Mark.

Der Reichsarbeilsminister hat eine Verkürzung der Arbeitszeit im Bergbau und eine Erweiterung des freiwilligen Arbeitsdienstes vorgeschlagen. Er empfiehlt ferner, den Bau von Kleinwohnungen mit etwa 200 Millionen Mark zu fördern. Schließ­lich sollen der Gesellschaft für öffentliche Arbeiten 50 Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden.

An unterrichteter Stelle rechnet man mit einem Programm an zusätzlichen Arbeiten in einem finanziellen Umfang von etwa 1,2 bis 1,4 Milliar-

Meine neue Seoul

Hindenburg auch im etwaigen zweiten Wahlgang Kandidat

Berlin, 7. März. Das politisch interessanteste Moment das am Montag im Reichspräsioenten- Wahlkampf zu verzeichnen ist, dürste die offiziöse Erklärung sein,daß Reichspräsident von Hinden­burg auch in einem etwa notwendig werdenden zweiten Wahlgang kan­didieren wird.

Der Berliner Korrespondent desDaily Expreß" hatte gemeldet, daß Reichspräsident von Hinden­burg in einem Brief an einen alten Freund, der der Deutschnationalen Volkspartei angehört, er­klärt habe, er werde in einem zweiten Wahlgang nicht mehr kandidieren, wenn er nicht im ersten

Behandlung des Streitfalls gelegt worden müsse. Der Völkerbundsrat müsse jetzt ein grundsätzliche Entschließung annehmon, in der Achtung des Ar­tikels 10 des Völkerbundsvertrages über die Aner- kennung der territorialen Unversehrtheit der Mit­gliedstaaten von neuem bestätigt werde.

Der italienische Gesandte Rosso unterstützte gleichfalls den Vorschlag des englischen Außen­ministers und den Politis.

«euev Bovmavf» dev Savauev

Genf, 7. März. Das Völkerbunds- fekretarial veröffentlicht einen vom 5. März, 2.41 Uhr Schanghaier Zeit, datierten Bericht des Konsularkomitees, der die Antwort auf die am Freitag vom Generalsekretär gestellten Fragen enthält. Der Bericht verzeichnet die am Donners­tag veröffentlichten Kundgebungen der japanischen Befehlshaber über die Einstellung des Feuers und fügt hinzu: Die wesentlichste Feststellung ist, daß

W a f f e n st i l l st a n d herbeizuführen, bis jetzt gescheitert sind. Die chinesische Delegation gibt ferner einen Bericht heraus, demzufolge der ja-

panische Vormarsch noch immer andauerk.

Lava« tritt aus dem Söwevbuud?

Tokio, 7. März. Japan beabsichtige, wie Ün halbamtlichen Kreisen verlautet, nach Beilegung des japanisch-chinesischen Konflikts, sich aus dem Völker­bund zurückzuziehen. Diesen Schritt werde man ergreifen, ohne Rücksicht darauf, wie die Entschei­dung des Völkerbundes ausfallen werde. Die Seyukai-partei, die Regierungspartei, unternimmt bereits unter dem SchlagwortZurück zu Asien" einen Propagandafeldzug für den Abbruch der Be- Ziehungen zum Völkerbund.

den Mark. Ueber die Finanzierung sind noch Er- Wägungen im Gange.

Gelingt es. Mittel für ein Programm von etwa 1,2 Milliarden Mark bereitzustellen, so können etwa 200 000 Arbeitslose für die Dauer eines Jahres unmittelbar und noch etwa 400 000 weitere Arbeitslose mittelbar beschäftigt werden. Um den Nutzeffekt recht groß zu machen, sind auch lohn- politische Reformmaßnahmen ins Auge gefaßt.

Von unterrichteter Seite erfahren wir hierzu, daß es sich zunächst nur um Vorbesprechungen und Referentenentwürse handelt, an denen vier ver­schiedene Ressorts beteiligt sind. Erst im Laufe dec nächsten Woche werde man positivere Einzel­heiten eines Arbeitsbeschafsungsprogramms fest­legen können.

Wahlgang gewählt wird. In der engeren Umge­bung des Reichspräsidenten wird festgestellt, daß diese Meldung frei erfunden ist. Der Herr Reichs­präsident hat niemals eine solche Absicht geäußert, sondern wird selbstverständlich auch im zweiten Wahlgang an seiner Kandidatur festhalten, wenn ein zweiter Wahlgang notwendig werden sollte. Diese Feststellung ist insofern von großer inner- politischer Bedeutung, als damit gleichzeitig dem Gerücht entgegengetreten wird, daß Hindenburg in einem zweiten Wahlgang zu Gunsten irgend einer bürgerlichen Sammelkanüidätur von der äußersten Rechten bis zury Zentrum unter gleichzeitiger Um­bildung der Regierung geopfert werde. Der zweite Wahlgang wird infolgedessen, wenn er notwendig werden sollte, zu einem Duell Hindenburg Hitler werden - - i

Briand t

Paris, 7. März. Aristide Briand ist heute mittag um 13.30 Uhr französischer Zeit in seiner Wohnung in der Avenue Llebèr ge­storben.

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Aristide Briand hat seinen politischen Tod nicht lange überlebt. Anfang Januar mußte er als Außenminister das Feld räumen, und kaum zwei Monate später ist er tot. Noch vor wenigen Wochen glaubten seine Feinde befürchten zu müssen, daß Briand wieder an

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die Macht gelangen würde. Ja mehr noch? als Pierre Laval sein erstes Ministerium, das er ohne Briand gebildet hat, der Kammer vor-- stellte, spürte man plötzlich, daß das Schicksal dieses Ministeriums in den Händen Briands lag. Hätte er es nur gewollt, so hätte er ßa= val stürzen können. Er hat es nicht getan« Er zog sich zurück auf sein Landgut Cocherel, um Ruhe zu genießen. Glaubte er noch, daß seine Zeit wiederkommen würde?

Die großen Schläge, die Briand im ver­gangenen Jahr versetzt wurden die Nieder­lage bei der Präsidentschaftswahl am 13. Mai, die Kaltstellung als Außenminister, die all­mählich und schließlich geglückte Ausschiffung haben ihn gealtert und der früheren Le­bensenergie beraubt. Als ihn nun in diesen Tagen eine Grippe befiel, leistete er der Krank­heit keinen Widerstand mehr.

Briand hatte eine Laufbahn hinter sich, wie sie nur in Frankreich denkbar ist. Es war die typische Karriere des politischen Advo­katen, der bei der sozialistischen Linken be­ginnt und langsam zur bürgerlichen Linken hinüberwechselt. 36mal war er Minister ge­wesen, 11mal Ministerpräsident. 25 Jahre lang hat er im Mittelpunkt des innenpolitischen Lebens Frankreichs gestanden. Oft gestürzt, fand er mit einer unerhörten Wendigkeit und Anpassungsfähigkeit regelmäßig den Anschluß wieder. Bei jeder neuen Kombination tauchte er erneut auf. Er war eine Art politischer Bariton, ein Wortkünstler, der seine Gegner mit der Modulationsfähigkeit seiner Stimme entwaffnete und dem Instrument menschlichen Empfindens jeden Ton zu entlocken verstand. Er konnte auf das Gefühl, auf die Tränendrü­sen, aber auch auf den Verstand wirken. Ge­rade, wie er wollte. Und der Eindruck war gerade deshalb so groß, weil der Zweck stets hinter seiner scheinbaren Natürlichkeit verbor­gen blieb. Nur wer selbst Briand einmal reden gehört hat, wird den Einfluß ganz verstehen, der von ihm ausströmte.

Das hat am schmerzlichsten Austen Cham­berlain erfahren müssen, der in den ganzen Jahren, in denen er Englands Außenpolitik leitete, von Briand völlig eingewickelt wurde,

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