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Anzeiger für

WM Stadt und Land

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Samstag, de«

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Le« unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Äezleher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder au, Rückzahlung des Äezugspreises. / Fürplatzvorschrist u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.xGeschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Fernspr. 3956,3937,3958

5. Min

1932

Tardieu gegen die allgemeine Äldrüftung

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* Die außerordentliche Vollversammlung des Völkerbundes hat einstimmig in einer Entschließung die Einstellung der Feindseligkeiten in China ge­fordert.

* Hindenburg nahm die Parade des Berliner Wacht-Regiments ab. Das Publikum brachte chm stürmische Ovationen dar.

Der Zweckverband der Bäckermeister Groß-Berlin teilt mit:Die Brotpreise bleiben nach Rücksprache mit dem Reichspreiskommissar, der einen Druck auf den Roggenmchlmarkt ausgeübt hat, vorläufig unverändert.

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In Berlin fuhr ein Personenkraftwagen gegen eine Straßenlaterne und' stürzte um. Zwei Insassen wurden aus der Stelle getötet; zwei weitere schwer verletzt.

Das Schwurgericht in Neiße verurteilte den landwirtschaftlichen Arbeiter Pierskalla, der am 22. Januar bei einer Schlägerei den Nationalsozialisten schramm tödlich verletzt hatte, zu fünf Jahren Ge­fängnis.

Die österreichische amtliche btachrichtenstelle mel­det aus Rom, daß dort von dem österreichischen ©e» ignöten in Rom Dr. Lothar EWer Lnd iaeni itc^ lieniichen Minister des Äsußeren Grandi setzt eine Ansfuhrvereinbarung unterzeichnet würde, die den Zweck verfolgt, am allgemeinen Interesse der För­derung des internationalen Warenaustausches den Verkehr zwischen den beiden Ländern zu beleben.

Die polnische Regierung hat im Sejm einen Ge- fetzentwurf eingebracht, durch den der Staatspräsi­dent die Vollmacht erhalten soll, Verordnungen mit Gesetzeskraft in der Zeit zwischen Abschluß der ge­genwärtigen und der Eröffnung der nächsten Sejmsession zu erlassen.

Ein Mitglied der finnischen Regierung erklärte, daß sich die Lage zusehends entspanne. Iiweskile ist nach wie vor von Lappo in Stärke von etwa 500 Mann besetzt. Auch Mäntsälä ist noch in den Händen einer kleineren Lappo-Abteilung. Gegen diesen Ort ist eine Einkreisungsaktion von Militär und Schutzkorps im Gange. Die Regierung bestehe auf Ablieferung der Wasser und Auslieferung der Führer. Einer der Führer der Lappobewegung, der Lehrer Latvale, hat gestern Selbstmord be­gangen.

Durch den italienischen Außenminister Grandi Üüd den französischen Botschafter de Beaumarchais wurde gestern abend ein modus vivendi unterzeich­net, der dazu bestimmt ist, die französisch-italieni­schen Wirtschaftsbeziehungen zu regeln. Bis zur Inkraftsetzung dieses Modus vivendi soll die augen­blicklich bestehende Handelskonvention zwischen den beiden Staaten fortbestehen.

Aus Moskau wird gemeldet. Nachdem Anfang der Woche die chinesische Nationalregierung be­schlossen hat, die seit 1929 abgebrochenen Beziehun­gen zur Sowjet-Union wieder aufzunehmen, haben nunmehr auch die Kuomintangs die Wiederauf­nahme der diplomatischen Beziehungen zwischen China und der Sowjet-Union beschlossen.

In 627 französischen Gemeinden mit einer Be­völkerung von 12)4 Millionen Einwohnern betrug am 27. Februar die Zahl der unterstützten Arbeits­losein 293 198. 1931 wurden nur 40 766 unterstützte Erwerbslose gezählt.

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Ein gewisser Patsy Orlando aus Hopewell ist gestern nachmittag in Brooklyn verhaftet worden. Er hatte Hopewell am Abend der Entführung des Kindes Lindberghs verlassen und hielt sich unter falschem Namen in Brooklyn aus.

Nach einer aus Tokio stammenden halbamtlichen Meldung w^rd die japanische Regierung auf der Rund-Tisch-Konferenz die Forderung nach Zahlung von Ersatz für die^durch die Ereignisse von Schang­hai entstandenen Schäden und scharfe Maßnahmen zur Unterdrückung antijapanischer Propaganda ver- lüngen. . *

Der türkische Konsul in Marseille ist gestern mit­tag von einem Bürodiener des Konsulates durch mehrere Schüsse getötet worden. Der Mörder hat sich erschossen. $

Aus Tokio wird gemeldet: Der bekannte In­dustrielle Baron Kakuma wurde heute erstochen.

*) Näheres siehe im politischen Teil.

Tardieu befiehlt

Paris. 4. März. Ministerpräsident Tardieu sprach heule vor dem Kammeraus­schuß für Auswärtige Angelegenheiten über die außenpolitische Lage, über die französische Völkerbundspolitik und über die Abrüstungspolitik des Völkerbundes.

Vach der Sitzung wurde folgende amtliche Mit­teilung veröffentlicht, in der es u. a. heißt: Minister­präsident Tardieu äußerte sich heule vor dem Aus­wärtige» Ausschuß über die außenpolitische Lage. Er erklärte, daß die französischen Vorschläge auf der Genfer Abrüstungskonferenz nur eine Fort­setzung der französischen Politik sm Rahme» des Völkerbundes sowohl in bezug auf die Sicherheit wie auch auf die Rüstungseinschränkung sei. Frank­reich habe seinen Abrüstungswillen bewiesen. Wenn andere Rationen sich ebenso wie Frankreich bereit erklärten, an der Schaffung einer internationalen Armee mitzuarbeiten und Material und Truppen zur Verfügung zu stellen, so würde die französische Regierung neue Rüstungseinschränkungen prüfen für den Fall, daß die Völkerbundsarmee eine Er­höhung der Sicherheit auf dem Wege der gegensei­tigen Unterstützung gewährleiste.

Frankreich kenne keine Rüstungseinschränknng ohne die Organisierung des Friedens. Es werde weder einer allgemeine» Abrüstung zustim m^n , noch einen Ausgleich der sichtbaren Vewaffnung anueljmen, die geradezu eine Prämie auf den Betrug sowohl hin­sichtlich der Anzahl wie desKriegspotentiels" dar- siellen würde. Die Abrüstungskonferenz werde zwischen den verschiedenen Systemen zu wählen haben, von denen das eine sich auf den Völker- undspakl stütze, das andere nicht im Zusammenhang mit diesem Pakt stehe und wieder andere ihm zu­widerliefen. Die französischen Thesen würden, so­weit sie sich hierauf bezögen, im Lause der kommen­

Völkerbund verlangt sofortige Waffenrube

G»S onevMKe GuisKKeSuns - Wiederaufleben dev Sei«Sseliskette« bei Schanghai?

Genf, 4. März. Die im Rahmen einerallgemeinen Kommission" verhandelnde Voll­versammlung des Völkerbundes hat in einer vierstündigen Abendsitzung die Annahme der Einstellung der Feindseligkeiten zwischen Japan und China durchgesetzt. Das ist ihr ge­lungen, nachdem beide Parteien mit der Beendigung des Krieges grundsätzlich einverstan­den waren. Die Vollversammlung nahm folgenden Beschluß einstimmig an:

1.Die Versammlung fordert die chinesische und japanische Regierung auf, unverzüglich die not­wendigen Maßnahmen zu treffen, um die Ausfüh­rung der Anordnungen, die nach den bisherigen einlaufenden Nachrichten zum Abschluß der Feindseligkeiten vo» den Führern der bei­den Parteien erteilt wurden, zu sichern.

- 2. Die Versammlung bittet" die anderen Mächte, die an den Konzessionen Schanghais besonders In­teresse haben, der Versammlung mitzuteilen, unter welchen Umständen die Aufforderung ausgesührt worden ist.

3. Die Versammlung empfiehlt dem japanischen und dem chinesischen Vertreter " unter der Mitwir­kung der militärischen, maritimen und zivilen Stel­len der interessierten Mächte Verhandlungen einzu­leiten. Diese sollen zu einem Abschluß von Ver­einbarungen führen, die den Rückzug der ja­panischen Truppen und die künftige Lage der chinesischen Trupen fest- I e g e n. Die Derisammlung gibt dem Wunsch Aus­druck, von den interessierten Mächten über den Ver­lauf dieser Verhandlungen unterrichtet zu werden".

Der Vorschlag stieß auf scharfen Widerstand des japanischen Botschafters Sato. Präsident Hymans lehnte jedoch alle japanischen Vorschläge ab. Bundesrat Motta machte in einer kurzen, außerordentlich scharf gehaltenen Erklärung den Vorschlag, die Entschließung des Präsidenten zur Abstimmung zu stellen. Da im Saal eine offen­sichtlich fürJapan ungünstigeStimmung herrschte, sah sich Sato gezwungen, mit Vorbeh allen seine Zustimmung zu erkläre». Präsident Hymans erklärte, daß nunmehr die Entschließung von dem Ausschuß angenommen ist. Die Vollversamm­lung des Völkerbundes, die nach einer Unter­brechung von sieben Minuten zusammentrat, nahm

den Woche öffentlich dargelegt werden. Auf eine Frage des Abgeordneten de Bergerie erklärte der Ministerpräsident, daß niemals, ganz gleich, unter welchen Umständen oder Vorwänden, von der Wiederaufrüstung irgend eines Lan­des die Rede sein könne.

Poreus AukeSftuns

Warschau, 4. März. Der Haushalt der Heeres­verwaltung " wurde, da man während der Ab­rüstungskonferenz offenbar keine Militäraussprache wünschte, im Senat ohne Aussprache erledigt. Nur der Berichterstatter, Senator W y r o st e k, kam zu Wort und verteidigte die Regierung gegen den Vor­wurf, daß auch bei der gegenwärtigen wirtschaft­lichen Notlage über ein Drittel 829 Millionen Zloty des Staatshaushalts für Heereszwecke ver­wandt würde. Polen müsse sich sichern, denn Deutsch­land beanspruche Pommerellen, und was den Räte­bund angehe, so sei zwar ein Nichtangrifssvertrag paraphiert worden, aber der Rätebund bleibe der große ünvetannle. Im gegenwärtigen Stadium sei hauptsächlich Ausfüllung des Bestands an Kriegs­gerät in den Arsenalen notwendig, ferner werde man in der nächsten Zeit die schwere Artillerie, die Flugzeugabwehrgeschütze und die Kriegsflugzeuge vermehren müssen. Endlich seien Aufwendungen für die Kriegsmarine zu machen, woher sich Wyrostek für einen Zehn- oder Fünszehn-Jahresplan des Auf­baus der Kriegsflotte einsetzte.

dann in namentlicher Abstimmung einstimmig die erwähnte Entschließung des Präsidiums an.

WiedevauKebe« dev Seiudfeirgkette«?

Tokio, 4. März. Einer Meldung der offiziösen japanischen Telegraphenagentur Rengo zufolge be­fürchtet man in japanischen Kreisen ein Wiederauf­leben der Feindseligkeiten bei Huantu (südwestlich Nanhsiang). Dort sollen nämlich die Chinesen neue Schützengräben ausgehoben haben, obwohl durch die japanische Heeresleitung die Einstellung der mili­tärischen Operationen gestern nachmittag angeordnet worden sei. Auf japanischer Seite betrachte man das Vorgehen der Chinesen als Erneuerung der Kampf­handlungen. Wie Rengo weiterhin erfährt, sollen die Chinesen nordwestlich Kwinsan bis zu einem 7 Kilometer östlich Sudschau gelegenen Platz starke Truppenkräfte zusammenziehen. Außerdem habe der Führer der chinesischen Truppen einen Armeebefehl erlassen, in der er die Bevölkerung auffordere, Dschapei und Kiangwan nicht zu verlassen.

Schanghai, 5. März. Die japanische Truppenver­stärkung von 10 000 Mann, die bei Liuho und Nurung gelandet wurde, ist in Schanghai eingetrof­fen. Dadurch ist die Zahl der japanischen Streit- kräfte auf 55 000 gestiegen. An der Front herrscht Ruhe.

Nach einer stundenlangen Haussuchung fand die Bundespolizei in Klagenfurt in der Wohnung des Arbeitslosen Fixl unter dem Fußboden ein reich­haltiges Waffenlager der kommunistischen Arbeiter­wehr, und zwar ein Maschinengewehr, Karabiner, Pistolen, Leuchtpistolen, Bajonette und Munition. Fixl sowie der Leiter der kommunistischen Arbeiter­wehr Sternath wurden verhaftet.

Die LVoche

Daß im Laufe eines Wahlkampfes viel ge­logen wird, ist eine wahrscheinlich alte Er­fahrung. Von Bismarck stammt der Aus­spruch, daß die Lüge niemals in so hoher Blüte stehe wie vor einem Kriege, während einer Wahl und nach einer Jagd. Wir müssen also auch in dem gegenwärtigen Wahlkampf um die Reichspräsidentenschast leider damit rechnen, daß die agitatorischen Unwahrheiten nicht ganz zu unterdrücken sind. Aber wir müssen doch mit besonderem Nachdruck den Wunsch aussprechen, daß diesmal diese Aus­schreitungen des Wahlkampfes auf ein Mindest­maßmaß eingeschränkt werden. Man sollte sich auf allen Seiten merken: auch Wahllügen haben kurze Beine, selbst wenn der Wahl­kampf nur ganz kurz ist. Darüber hinaus aber appellieren wir an die Ritterlichkeit aller Redner, Würde und Achtung vor dem Willen und Glauben Andersdenkender zu üben. Insbesondere ist auf das allerentschiedenste zu fordern, daß der Name eines Mannes wie Hindenburg, der hoch über den Parteien steht, der in feinem ganzen Leben nur feinem Va­terlands gedient hat und ihm weiter zu dienen bereit ist, unangetastet bleibt. Und schließ­lich muß es heilige Pflicht aller Partei- und Gruppenführer sein, darauf hinzuwirken, daß tätliche Ausschreitungen unterbleiben. Man kann mit Worten kämpfen, aber Raufte oder gar Revolver haben in diesem Kampfe nichts zu suchen. Leider ist es in den letzten Tagen schon zu Prügeleien und Schießereien gekommen hoffentlich gelingt es den Par­teien und Gruppen ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß diese Ausschreitungen in der letzten Woche des Wahlkampfes unter­bleiben, damit der Wahlkamvf nicht in einen blutigen Bruderkampf übergeht. Der Wahl­kampf selbst steigert sich von Tag zu Tag, er schlägt breite Wellen und die kommende Woche wird eine wahre Flut von Wahlversamm­lungen und Flugblättern bringen. Die Par­teien haben ihre besten Redner aufgeboten, die im Lande herumreisen, u. a. die Präsident­schaftskandidaten Hitler, Düsterberg und Thäl­mann selbst. In der kommende Woche, die von allen Kabinettssitzungen freigehalten wird, werden auch die Reichsminister in den Wahl­kampf aktiv eintreten. Die Reichsregierung kann amtlich selbstverständlich zu dem Wahl­kampf keine Stellung nehmen. Das entspricht ebenso der Verfassung als auch dem ausdrück­lichen Wunsch des Reichspräsidenten v. Hinden­burg. Anderseits steht es naturgemäß den Mi­nistern frei, ihre persönliche Auffassung zum Ausdruck zu bringen und das wird auch ge­schehen und zwar, wie nicht anders zu erwar­ten steht, im Sinne des Eintritts für Hinden­burg. Insbesondere wird Reichskanzler Dr. Brüning in mehreren Versammlungen über die Bedeutung der Reichspräsidentenwahl spre­chen.

Am Donnerstag war die Frist für die Ein­reichung der Wahlvorschläge für die Reichs­präsidentenwahl abgelaufen. Insgesamt sind fünf Wahlvorschläge eingegangen und der amtliche Wahlzettel sieht folgende Kandidaten vor: Düsterberg, von Hindenburg, Hitler, Thälmann und Winter. Reichspräsident von Hindenburg ist an zweiter Stelle aufgeführt, weil er, ebenso wie bei der Wahl 1925, seine Annahmeerklärung mitPaul von Hinden­burg" und nicht mitvon Beneckendorff Und Hindenburg" unterzeichnet hat. Für die nötige große Ueberraschung hat der Betriebs­anwalt Gustav Winter gesorgt. Seinen An­hängern ist es gelungen, obwohl ihr Führer im Gefängnis sitzt, 35 000 Stimmen zu sam­meln. Damit ist den offiziellen Vorschriften für die Aufstellung eines Kandidaten Genüge getan. Winter wollte seinerzeit die Reichs-

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