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Sette S

Dienstag, den 1. März 1932

Nr. 51

Stuvmkeueu im Gkiavek-NvsreS

Lm die Verhandlungsfähigkeit Max Sklareks

Berlin, 29. Febr. In der heutigen Verhandlung im Sklarek-Prozeß nahm Rechtsanwalt Julius Meyer I. zur Haussuchung m der Wohnung von Max Sklarek Stellung. Er behauptete, daß am Samstag 16 Mann, zwei Staatsanwälte und ein Arzt mit äußerster Rücksichtslosigkeit bet Sklarek eingedrungen seien. Max Sklarek habe nur zufällig am Tisch gesessen, da man gerade sein Bett habe Herrichten wollen. Max Sklarek sei ein Sterbender, dessen Tage gezählt seien. Er beantrage, außer den bisherigen Aerzten, die Max Sklarek untersucht hätten, auch Prof. Vandervelde zur ärztlichen Un­tersuchung heranzuziehen. Prof. Ringleb, der Max Sklarek untersucht hat, solle gesagt haben, daß Max Sklarek sprechen tönne. Das entspräche aber nicht den Tatsachen, da er nicht einmal mehr lallen könne. Der Vorsitzende bemerkte, daß das beschlagnahmte Material noch gar nicht gesichtet sei und daher die Angelegenheit auch noch nicht spruchreif sein könne. Oberstaatsanwalt Frecherr von Steinaecker erklärte, daß das Gericht die Haussuchung auf Veranlassung der Staatsanwaltschft angeordnet habe, nach länge­ren vertraulichen Ermittlungen, in denen festgestellt worden ist, daß Max Sklarek sich nicht in einem so kranken Zustande befinde, tn dem er sich angeb­lich befinden solle. Die Oeffentlichkeit sei sehr empört darüber, daß ein Mann wie Max Sklarek sich in einer Wohnung befinde, über ein hohes Einkommen verfüge und nicht so krank sei, wie er zur Schau trage. Die Haussuchung sei mit aller Umsicht, ohne jede Roheit und Rücksichtslosigkeit vor sich gegangen. Ueber das Ergebnis sei noch nichts Endgültiges zu sagen. Jetzt schon aber könne mitgeteilt werden, daß Prof. Ringleb Max Sklarek nicht so krank befunden habe, wie er bisher gewesen sein solle. Max Sklarek könne sprechen. Es habe geheißen, er könne nicht gehen. Er könne aber doch gehen, ja, er sei sogar auf der Straße gesehen worden. Rechtsanwalt Meyer I. legt gegen diese Ausführungen mit Zwischenrufen, wieunwahr", Verwahrung ein. Der Oberstaatsanwalt führt noch weiter aus, daß die Durchsuchung erfolgt sei, ob Max Sklarek Der- mögensstücke bei Seite geschafft habe. Rechtsanwalt Meyer erklärt sodann, daß die Vorwürfe der Ober­staatsanwaltschaft, Max Sklarek habe sich bisher der Strafverfolgung entzogen, ungeheuerlich seien, da nun ein Sturm der Empörung über ganz Deutsch­land brause. Max Sklarek lebe in schlechten Verhält­nissen. Er müsse sich auch bald verkleinern und könne seine Wohnung nicht mehr lange halten. Er sei ge­nau so vermögenslos, wie die beiden Brüder, die auf der Anklaaebank säßen Keiner von den dreien besäße einen Pfennig mehr. Das Gericht müsse prü­fen, wer die 10 Millionen erhalten habe. Bei den Sklarekts seien sie nicht.

Dev Insammenbvuch dev ^»anselitoen Lenivatbank

Berlin, 29. Febr. In been Prozeß gegen die Gebrüder Runck aus Anlaß des Zusammen­bruches der Evangelischen Zentralbank wurde die Beweisaufnahme geschlossen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft beschloß das Gericht, die Zeu­gen Wehrkreispfarrer Irmer, der dem Aufsichtsrat, und Pfarrer Beutel, der dem Vorstands der Evangelischen Zentralbank angehörte, sowie Syndi­kus Kiepe von der Zentralbank und entgegen dem Anträge des Staatsanwaltes Bankdirektor Rimmler von der deutschen Privatbank, wegen Verdachtes der Mittäterschaft nicht zu vereidigen.

Das Schöffengericht verurteilte Friedrich Paul Runck wegen Depotverbrechens und Bi­lanzverschleierung zu zwei Jahren drei Mo­naten Gefängnis, Adolf Runck wegen Beihilfe zu diesen Straftaten sowie wegen Betrugs zu zwei Jahren Gefängnis. Die Haft­befehle werden aufrechterhalten.

Anklagen gegen den Anklâgev KaBebeils

Berlin, 29. Febr. Die Angelegenheit des ehe­maligen Generaldirektors der Hackebeil-A.-G., Guido, Hackebeil, erfährt jetzt anscheinend eine Aus­dehnung. Hackebeil war auf Grund einer Strafanzeige Weidlichs. in Haft genommen worden. Jetzt sind bei der Staatsanwaltschaft gegen Dr. Weidlich selbst zwei Strafanzeigen eingegangen, die ihm Betrug und Untreue vorwerfen. Die eine geht von dem letz­ten Aufsichtsratsnotar Dr. Woestendiek aus, die zweite von der Leitung der Allgemeinen Deutschen Creditanstalt (Adca) in Leipzig. Gegen Weidlich wird in den Anzeigen der Vorwurf erhoben, er habe in dem sogenannten Einsiedel-Komplex mitgewirkt, in dem Hackebeil die Unterschlagung von über 400 000 RM zur Last gelegt wird. Im anderen Fall han­delt es sich um den Erwerb der Papierfabrik Kötte­witz, roobei Dr. Weidlich sich der Untreue gegenüber der Hackebeii-A.-G. schuldig gemacht haben soll.

^ociiiibetms des Meeftve Les in Aambnes

Hamburg, 29 Febr. Wie die Streikleitung des Gaststättengewerbes der N. S. D A. P.-Arbeitgeber mitteilt, wurde auf der heute vormittag abgehaltenen Mitgliederversammlung des Hamburger Gastwirte- nereins von 1871 einstimmig die Fortsetzung des Bierstreiks beschloßen. Auch eine zweite Gastwirte­versammlung des Norddeutschen Gastwirteverbandes entschied sich für Fortführung des Bierstreiks.

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15 LaSve Zuchthaus

Ein Versicherungsschrvindler hackt sich vier ginget ab

Stuttgart, 28. Febr. Am 14. März 1929 erschien der Kausmarin Karl Kehrer mit schmerzverzerrtem Gesicht und notdüftig verbundener Hand bei einem Arzt und teilte ihm mit, daß er sich durch einen unglücklichen Zufall vier Finger der rechten Hand abgetrennt habe. Der Arzt löste die Schürze, mit der die rechte Hand umwickelt war ab und stellte fest, daß der Patient tatsächlich an Stelle von vier Fingern nur noch blutige Stümpfe hatte.

Kehrer wurde auf Anordnung des Arztes ins Krankenhaus überführt und dort einer Operation unterzogen Noch während er krank barnieberlag, «neidete er bei der bayerischen Deamten-Versiche- runa -anstatt einen Anspruch auf 130 000 RM an,

Der Gtevnhimmel im März

Wenn abends die Sonne im Westen untergeht, erscheint am noch hellen, südwestlichen Himmel als erstes Gestirn die V e n us. Je dunkler es wird, um so mehr kommt ihr großer Glanz zur Geltung, der sie zu einer besonderen Zierde des Abendhim­mels macht. So trägt dieser Planet mit Recht°den

Namen der Göttin der Schönheit. Die Venus nimmt an Helligkeit in den nächsten Monaten noch weiter zu. Erst am 22. Mai erreicht sie ihren größten Glanz. Blickt man dann durch ein Fern­rohr, so sieht man zu seinem Erstaunen nicht die erwartete runde Planetenscheibe, sondern eine feine Sichel, denn die Venus wechselt genau wie der Mond ihr Aussehen je nach der Stellung zur licht­spendenden Sonne. Es gibt Voll-Venus, wenn sie hinter der Sonne steht, und Neu-Venus, wenn sie zwischen Sonne und Erde hindurchgeht. Im März ist sie zu etwa zwei Drittel erleuchtet. Venus ist fast ebenso groß wie unsere Erde, besitzt aber keinen Mond. Sie ist ständig von dichten, zusammenhän­genden Wolken eingehüllt, so daß wir ihre eigent­liche Oberfläche nicht sehen können. Dies ist der Grund daß es bisher noch nicht möglich gewesen ist festzustellen, in welcher Zeit sie sich um ihre Achse dreht.

Während Venus den westlichen Abendhimmel schmückt und mit fortschreitender Nacht zum Hori­zont herabsinkt, steigt am östlichen Himmel das zweithellste Gestirn, Jupiter, empor. Er ist der größte Planet des Sonnensystems; man könnte 1400 Kugeln von der Größe der Erde in ihn hinein­packen. Trotz seiner Größe dreht er sich außer­ordentlich schnell um seine Achse. Ein Tag auf dem Jupiter dauert nicht einmal ganz 10 Stunden. Von seinen 9 Monden sind vier bereits mit einem klei­nen Fernrohr sichtbar, wie man es sich z. B. selbst aus einem Brillenglas und einer Lupe zusammen­stellen kann. In einem großen Fernrohr bietet Jupiter wegen seiner merkwürdigen Streifen einen besonders interessanten Anblick. Ein jeder kann sich bei einem Besuche der Berlin-Treptow-Sternwarte die Möglichkeit verschaffen, selbst durch ein großes Fernrohr den Jupiter zu betrachten. Auf den ersten

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die ihm von der Versicherung bezahlt werden sollten.

Die Ermittlungen der Versicherungsgesellschaft ergaben verschiedene Verdachtsgründe, die die Ver­mutung aufkommen ließen, daß hier ein Versiche­rungsbetrug vorlag. Kehrer hatte schon einige Male vorher kleinere Beträge für angebliche Unfälle be­hoben. Später stellte es sich aber heraus, daß diese Unfälle" von ihm selbst verursacht worden waren. Kehrer war nämlich bei zahlreichen Instituten ver­sichert und verschaffte sich das Geld für die Prämien sie machten 460 RM im Monat aus auf originelle Weise: er fingierte Unfälle und von dem Erträgnis diesesVerdienstes" bezahlte er die große Versicherung, mit deren Hilfe er einen entscheiden­den Coup zu landen gedachte Um auf jeden Fall sicherzugehen, hatte er mit einigen Freunden eine richtige Meineids-Kompagnie gegründet, die ihm, je nach Bedarf, die nötigen Zeugenbeweise lieferte.

Die Meineidsangelegenheit gelangte erst zur Kenntnis der Staatsanwaltschaft und führte dazu, daß gegen Kehrer und feine Freunde die Anklage wegen Meineids erhoben wurde. Kehrer erhielt da­mals nicht weniger als 12 Jahre Zuchthaus, die ei gegenwärtig verbüßt. In der Verhandlung ent­lastete er feinen ebenfalls mitangeklagten Freund Jlg, so daß dieser freigesprochen werden mußte und dann nach dem Ausland verschwand.

Vor einigen Wochen kehrte Jlg wieder nach Deutschland zurück und wurde an der Grenze ver­haftet. Da inzwischen auch in der Angelgenheit des 130 000 RM-Schwinüels das Verfahren einge­leitet worden war. wurde Jlg auch über diesen Gegenstand verhört und gestand schließlich, daß er Kehrer auf dessen Verlangen die vier Finger abge­schlagen habe, um diesem zu der großen Versiche­rungssumme zu verhelfen.

Angesichts dieses Geständnisses blieb Kehrer nichts übrig, als in der Verhandlung den Versiche­rungsbetrug zuzugeben. Das Gericht verurteilte ihn zn weiteren drei Jahren Zuchthaus, so daß Keh­rers Gesamtstrafe jetzt 15 Jahre Zuchthaus beträgt. Auch Jlg wurde zu zwei Jahren Zuchthaus ver­urteilt.

Doppeltes Todesurteil.

Berlin, 29. Febr. Das Schwurgericht verurteilte den 26jährigen Wächter Paul Rohrbach und den

Blick fällt auch die Abplattung des Planeten an den Polen auf.

Noch ein dritter Planet wird auf kurze Zeit am Abendhimmel sichtbar. Es ist Merkur, der sonnennächste unter den Planeten, der in unseren Breiten nur selten mit bloßem Auge zu sehen ist.

In der zweiten Monatshälste, besonders um den 24. März herum, kann man ihn in diesem Jahr leicht auffinden, da er dann fast zwei Stunden nach der Sonne gegen 8 Uhr abends untergeht.

Die Sternbilder des Fixsternhimmels zeigen den Uebergang vom Winter zum Frühling an. Auf der Westseite des Himmels steht das schöne Winter­bild Orion, umgeben von einem Kranz heller Sterne. Die Ostseite ist nicht ganz so sternreich.

Regulus und Denebola im Löwen, Spika in der Jungfrau und Arktur im Bootes treten am mei­sten hervor. Die Aufsuchung der einzelnen Bil­der, die auf unserer Sternkarte verzeichnet sind, geschieht in diesem Monat am leichtesten, indem man vom Jupiter ausgehend nach links zum Lö­wen und zur Jungfrau weiterschreitet. Auf der rechten Seite von Jupiter findet man die Zwillinge, den Großen und den Kleinen Hund, Orion, Stier und Fuhrmann.

Besonders schön ist im Frühling stets der junge zunehmende Mond zu beobachten, weil die schmale Sichel verhältnismäßig hoch über den Horizont zu finden ist. So wird man bereits am Abend des 8. März den jungen Mond erspähen können, nach­dem erst am Tage vorher der Neumond stattgefun­den hatte. Am 15. März steht der Mond im Ersten Viertel und am 22. März ist Vollmond. Es ist dies der erste Vollmond nach dem astronomischen Frühlingsanfang, der in diesem Jahre auf den 20. März fällt. " Nach der alten Osterregel ist daher das Osterfest auf den folgenden Sonntag, den 27. März, festgesetzt. Das letzte Mondviertel ist am 29. März zu beobachten. ' Mit dem Neumond ist eine Sonnenfinsternis, mit dem Vollmond eine Mondfinsternis verbunden. Beide Finsternisse sind jedoch in Europa nicht zu beobachten.

22jährigen Bäcker Hermann Wittstock wegen ge= meinschaftlichen Mordes zum Tode und zu je drei Jahren sechs Monaten Zuchthaus sowie zum dau­ernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Der 25jährige Fleischhauer Erwin Senz wurde wegen Teilnahme an den Verabredungen zu Gewalttätig­keiten zu einem Jahre sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Kraft­droschkenführer Engel, der gezwungen worden war, mit seinem Wagen die Fahrt zu einem geplan­ten Raub überfall mitzumachen, wurde freige-- sprochen.

Erdstoß im oberschlesischen Revier

Beuchen, 29. Febr. Im oberschlesischen Indu­strierevier wurde heute um 10.24 Uhr ein ziemlich heftiger Erdstoß verspürt, der zu den wildesten Gerüchten über ein neues Unglück auf der Karsten- Zentrumsgrube Anlaß gab. Abgesehen aber davon, daß sich auf einer Strecke ein Stück Kohle löste und einen Bergarbeiter leicht verletzte, haben sich Schäden weder auf der Karsten-Zentrumgrube noch anderswo ereignet. Die Erdbewegung beschränkte sich auf das Industriegebiet.

Tod in den Alpen.

Garmisch, 29. Febr. Etwa eine halbe Stunde oberhalb der Hochalm im Alpspitzgebiet stürzten am Samstag zwei Reichswehrsoldaten, die ein Schnee- brett losgetreten hatten, in die Tiefe und wurden getötet. Rettungskolonnen der Bergwacht aus Partenkirchen sowie Angehörige der Landespolizeit fanden die beiden Leichen nach längerer Suche. Es handelt sich um den Unteroffizier Karrer und den Obergefreiten Kappendobler von einer Reichs- wehrabteüung in Erlangen. Die Toten wurden in­zwischen ins Leichenhaus nach Landsberg gebracht.

Motorrad rast in S.A.-Kolonne. Ein Toter.

Raheburg, 39. Febr. Auf der Straße von Ziehten nach Mustin fuhr gestern abend ein Motor­rad in eine S.A-Kolonne^ wobei ein S.A.-Mann auf der Stelle getötet und mehrere andere zum Teil schwere, zum Teil leichtere Verletzungen erlitten. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.

Aufsehenerregende Verhaftung

Danzig, 29. Febr. Der Botenmeister beim Polizeipräsidium Johann Suchecki ist unter der Be-

schuldigung festgenommen worden, Briefe des * Polizeipräsidiums, die ihm zur Weiterbeförderung n anvertraut waren,nicht ordnungsgemäß behan­delt" zu haben. Wie dieDanziger Boltsftimme* dazu berichtet, hatte Suchecki durch Familienange- - hörige Beziehungen zu Polen. Das Blatt bezeichnet es als merkwürdig, wie gut gewiße polnifÄe Zei­tungen über Vorgänge auf dem Danziger Polizei­präsidium informiert gewesen seien.

Die Sehen» und Tieseusveure« des Lebens i

9000 Meter, der gesamte Lebensraum.

Wir leben im Zeitalter der Stratosphärenfor- »i schung. Der Mensch bringt in immer größere Höhen empor und ist gezwungen, burA besondere Maß­nahmen sich den ungewöhnlichen Lebensverhältnissen anzupassen, die in großen Höhen herrschen, und . zwar nicht nur in der Stratosphäre, sondern schon t in einigen tausend Metern. Alles Leben verändert : sich in größeren Höhen. Die Waldgrenze wechselt, I Im arktischen Norwegen hört sie schon bei ungefähr | 300 Metern auf, in der Schweiz erst bei 1800 Me­tern und in Tibet gar erst bei 3800 Metern. Die > Tiere sind auch verhältnismäßig sehr anpassungs­fähig. Man hat in Tibet Hirten mit Herden und Hunden beobachtet, die bis 5500 Meter hochtzingen. - Dabei muß man bedenken, daß der Luftdruck in die­ser Höhe nur noch den halben Wert des normalen Luftdruckes beträgt. Der Mensch muß also, ebenso wie das Tier unter ganz abnormen Verhältnissen ' leben, wenn er bis in solche Höhen emporbringt. Es ist aber nicht ungewöhnlich, denn es gibt sogar in einer Höhe von fast 5000 Metern eine Eisenbahn- 1 station. Der Bahnhof von Tiplio in Peru, der in einer Höhe von 4875 Metern liegt, also noch höher ist als die höchste Spitze des Mont Blanc, kann sich rühmen, die überhaupt höchste Eisenbahnstation der Erde zu sein. Es ist wahrscheinlich eine technische Sensation, daß es gelungen ist, ungefähr noch 75 Meter höher als die höchste Spitze des Berges Europas eine Eisenbahnstation zu errichten, also Schienen zu legen, eine Hütte zu bauen und zahl­reiche Menschen dabei zu beschäftigen. Diese Sta­tion wird vielfach von Passagieren besucht, die offenbar hcer gut leben können. Die höchste menschliche Siedlung der Welt ist in gleicher Höhe und befindet sich in Tibet. Der mensch­liche Körper richtet sich auf derartige _ neue Lebensverhältnisse ein und stellt sich um. Während der Körper eines normalen Menschen in einem Kubikmillimeter Blut in der Ebene ungefähr 4,5 Millionen rote Blutkörperchen hat, wächst die An­zahl der Blutkörperchen in größeren Höhen bis auf 8 Millionen pro Kubikmillimeter. Da der Sauer­stoffgehalt der Luft sehr gering ist, der Körper aber möglichst viel Sauerstoff der Luft entziehen muß, um bestehen zu können, so bringt die Natur das große Geheimnis zustande, die Sauerstoffbeför­derer, die roten Blutkörperchen, die als kleine Transportwagen im Körper funktionieren und den Sauerstoff hierhin und dorthin bringen, ungefähr auf die doppelte Anzahl, zu vermehren und dadurch eine ungeheure Ausnutzung der Sauerstoffmengen in der Luft zu ermöglichen. So schafft die Natur den Menschen die Möglichkeit, auch in großen Höhen leben und atmen zu können. Man darf aber nicht vergessen, daß auch unter diesen Umständen der Mensch in derartigen Höhen nicht gerade bequem und günstig lebt. Auch alle feine anderen Körper­funktionen erleiden eine Veränderung. Schon bei der Höhe von 4000 Metern macht der Mensch in der Minute 40 Atemzüge anstatt der normalen 18, die er in der Ebene macht. Auch dadurch bringt er die notwendige Menge Sauerstoffs feinem Körper zu. Auch das Herz weist eine erhöhte Tätigkeit auf. Der Pulsschlag steigt von 72 in der Minute auf das Doppelte und mehr, je nach der Höhe, die der Mensch erreicht/ Wie weit der Mensch aber seinen Körper an die Umgebung anpassen kann, geht daraus hervor, daß er bis 6000 Meter und darüber ohne Sauerstoffgeräte atmen kann. Die Schmetterlinge und Käfer sind im Himalajagebirge von der großen deutschen Himalaja-Expedition bis in einer Höhe von 5600 Metern gesichtet worden. Die Schmetterlinge hatten sich aber seltsam ver­ändert. Auf ihren zarten Flügeln trugen sie einen richtigen Pelz, um der ungeheuren Kälte gewachsen zu sein, die in diesen hohen Regionen herrscht. Steinböcke und Schafe wurden in Tibet sogar noch bei 6000 Meter Höhe gesichtet. Die größte Höhe, die ein Tier erreichte, beträgt 7000 Meter. In die­ser Höhe wurde ein Geier beobachtet. Ungewöhnlich

Die vonvbsnen wollen auf den spanischen iKSnigsthvon znvLS

Don Alfons Carlos von Bourbon-Oesterreich-Este, der Führer der spanischen Karlisten, erließ von Paris aus einen Aufruf an das spanische Volk, in dem er erklärte, daß das Haus Bourbon-Oesterreich- Este seine Rechte auf den spanischen Thron keines­wegs auf gegeben habe und auch in Zukunft nicht aufgeben werde.