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Nr. 26

Montag, den 1. Februar 1932

Seite 3

Stadt Sana«

Dev Sebvuav

Schon leuchtet die Sonne wieder am Himmel und schmilzt die Schneelast von den Dächern und laut das Eis auf an den Fenstern und lacht ins Zimmer: wie gehts? wie stehts? Und wenn es auch noch lang nicht Frühling. So laut es überall tropft und rinnt ... Du sinnst hinaus über Deine Dächer . . Du sagst es fei schreckliches Wetter! Man werde ganz krank! Und bist im stillen glück­selig darüber wie ein Kind". So grüßt der Dichter den Februar, den zweiten im Ring der Zwölf, den Monat, dem der Landmann eine große Bedeutung in bezug aus seine Arbeit beilegt. Denn gerade im Februar findet Wechsel und Uebergang vom rauhen Winter zu den ersten bescheidenen aber hoffnungs­vollen Vorzeichen der Herrschaft des Frühlings star­ten Ausdruck In ihm vollzieht sich der Kampf zwischen Eiskönig und Frühlingsprinzessin um die endgültige Uebernahme der Herrschaft, in ihm hält die Sonne ihren Einzug, zieht immer weitere Bah­nen. Gerade in diesem Jahr ist wohl der alte deutsche Name des Februar, Hornung, nicht recht am Platze. Hornung deutet man alskleines Horn" im Geaen- satz zumgroßen Horn", dem Januar. Zwischen Horn als Monatsname und dem Begriff Horn von Gehörn knüpft die Sprachwissenschaft insofern eine Beziehung als sie den ersteren als charakteristische Bezeichnung für den in diesen Monaten herrschen­denManifesten" Frost deutet. Und gerade in diesem Jahr scheint ja der Februar nicht gerade viel zu tun, um dieser altdeutschen Bezeichnung gerecht zu werden. Passender ist die römische Bezeichnung Reinigungsmonat". In Rom war der Februar der Monat der Sühne und der Reinigung. Das kann er auch noch jetzt fein Auch die Natur reinigt sich, hat das alte Laub abgelegt, beginnt neue Zweige, neue Knospen zu treiben. Auch wir können uns reinigen, wie bte Natur neu auflebt, neu ersteht. Gleich der Natur in einem neuen Kleid, gereinigt, gestählt, erwarten wir neue Arbeit in einem neuen Iahresabschnitt.

KelchsrndexEev föt? die Lebens­haltungskosten

Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungs­kosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuch­tung, Bekleidung undsonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichs­amts für den Durchschnitt das Monats Januar 19 3 2 auf 124,5 gegenüber 130,4 im Dezember 1931; der Rückgang beträgt somit 4,5 v. H. An dem Rückgang sind. sämtliche Bedarfsgruppen be­teiligt.

Der Rückgang der Reichsindexziffer ist wesent­lich größer als in den Vormonaten und hängt zum großen Teil mit den Auswirkungen der Notver­ordnung vom 8. Dezember 1931 zusammen.

* Daten für 2. Februar. 962: Otto I. wird zum Kaiser gekrönt. Beginn desHeiligen Römischen Reiches Deuscher Nation". 1303: Hanau von Kai­ser Albrecht I. Mr Stadt erhoben. 1829: Der Natur­forscher Alfred Brehm in Renthendorf geb.

* Berichtigung. In unserem Bericht über die Beisetzung von Dechant Braun in der Samstag­nummer hat sich bedauerlicherweise ein sinnent­stellender Druckfehler eingeschlichen. In der 7. Zeile muß es natürlich richtig heißen:Scharen von Gläubigen kamen ins Gotteshaus . . ."

Religiös-kirchliche Vorträge. Im Anschluß an Men von Prof. Lic. Schafft-Kassel gehaltenen Vor- Mrag überFragen religiöser Erziehung" soll ein Ausspracheabend gehalten werden. Dieser findet Dienstag, 2. Februar, abends 8 Uhr, im Evange­lischen Vereinshaus, Nußallee, statt. Das einleitende Referat wird von Pfarrer Scheig gehalten werden.

* Eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung für die Gewerbeertragssteuer für 1932 finden unsere Leser im heutigen amt­lichen Teil.

* Preuß. Slassenlollerie. Nochmals sei darauf hingewiesen, daß morgen Dienstag der letzte Erneuerungstag für die 5. Klasse ist.

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Don Hans von Hülfen.

2^. Fortsetzung (Nachdruck verboten.)

Mit der nächsten Nachmittagspost kam der er­wartete Brief von Lobedanz; sie sah ihn auf dem silbernen Tablett in der Diele liegen, als sie aus dem Büro heimkehrte, ergriff ihn mit erregten Fingern und trug ihn ins Arbeitszimmer, das jetzt 'immer ihre Zuflucht war.

Enttäuschung, da sie ihn aufriß: es war kein Brief von der Art jener anderen, sie entbehrte mit einem schmerzhaften Stich in der Herzgrube den Anblick seiner längst so vertrauten Handschrift, der Brief war kurz, sachlich, formvoll, mit Schreib­maschine geschrieben, er füllte kaum eine halbe Seite . .

Und doch stieg in ihr ein starkes Glücksgefühl hoch, und wieder und wieder stieß Triumph ins Horn, als sie auch diesen Bogen neben das Roman­manuskript legte. Sie hatte das Gefühl, daß in 1 einer Kette die Glieder sich schlössen, start, straff, unzerreißbar.

Am übernächsten Tage empfing Rechtsanwalt Doktor Pech in Beuthen einen Brief von Gunhilde.

Na also!" stieß er durch die Nase.

Na also!" sagte er, als er ihn dem ganz be­nommenen Lobedanz vorlegte.Da Haben wir den Salat! So mußte es kommen! Den Seinen gibt's der Herr im Schlafe! Faustdick muß es gleich kommen! Wenn ich nicht der Doktor Pech wäre, ich könnte Polykratesgefühle neben Ihnen haben! Meine Nase! Meine Nase! . . . Uebrigens ist Ihr Termin am 19. Mai", fügte er hinzu.Die Nach­richt vom Gericht ist gleichzeitig gekommen."

Verdammte Pflicht und Schuldigkeit

Gunhilde hatte die Brüder auf Samstag, fünf Uhr nachmittag, zu einer Besprechung in ihr Büro

1 am Lützowplatz gebeten. Der Samstag war der einzige Tag, an dem Hans schon zu früher Stunde dienstfrei war, und das Büro hatte sie gewählt, weil es ihr widerstrebte, diese Unterredung, die voraussichtlich Schwierigkeiten bringen würde, in des Vaters Arbeitszimmer stattfinden zu lassen. Hans war denn auch pünktlich gekommen, gerades­wegs von der Staatsbibliothek, er saß der Schwester am Schreibtisch gegenüber und bat schüchtern um

Vom Hanauer ^wert

Don Magistratsrat Dr. Rehm, Geschäftsführer Les Verbandes der Hanauer Wohlfahrtsorgani- sationen.

Der letzte Bericht über das Winterhilfswer! stand unter dem Zeichen des Weihnachts­festes. Dank den Geldspenden der Bürgerschaft, die uns allmonatlich von den noch in Arbeit stehen­den Einwohnern unserer Stadt zufließen, konnten wir weit über 3000 armen Kindern bescheren. Die wohlfahrtsunterstützten Eltern erhielten vom Verband für jedes Kind Wertgutscheine zum An­kauf nützlicher Gegenstände (Kinderkleidung und Wäsche). Die schulpflichtigen Kinder durften aus der Weihnachtsfeier in der Stadthalle Düten mit Weihnachtsgebäck für sich und die kleineren Ge­schwister mit heimnehmen. Die Stadthalle sah in den beiden auseinanderlolgenden freundlich ausge- stalteten Feiern 1200 Kinder in ihren Mauern; auch die Eltern waren eingeladen und zahlreich er­schienen Die Fröhlichkeit in dieser festlichen Stunde schäumte über, als die Kinder zuguterletzt den lusti­gen MärchenfilmTischlein, deck dick" an sich vor­überziehen sahen. Das war ein Jubel ohnegleichen! Die Alten wurden wieder jung und manches Elternherz wurde ob der Freude der Kinder wieder getroster. Wie vermag solche Feier zusammenzu­führen, wie erquickt echter Humor und verscheucht Kummer und Sorge nicht nur für ein paar Stun­den! Der köstliche Schatz harmlosen Frohsinns sollte in dieser trüben, ernsten Zeit recht oft gehoben wer­den, damit Kinderaugen leuchten und Kinderlippen wieder lachen dürfen.

Welche Freude bereiteten auch die Spiel- sachen aus der Bastelstube der Hanauer Jugend- vereine, die selbst angefertigten Kleidchen der Mädchenvereine! In persönlicher Spende halfen auch Vereine und einzelne Bürger durch Lebens- mittelgaben und Kl eiderpakete. Ge­stiftete Gutsche' ne für Nahrung und Brand taten guten Dienst und waren in den bedürftigen Familien hochwillkommen.

Die h o ch b e t a g t e n Leute unserer Stadt erhielten ebenfalls Gutscheine zum kostenlosen An­kauf von Lebensmitteln, Kleidungsstücken und Brand. Zur Linderung der Not wurden insgesamt 8000 Gutscheine im Werte von rd. 9000 RM aus­gegeben.

Die Gesamtaufwendungen des Ver­bandes der Hanauer Wohlfahrtsorganisationen an­läßlich des Weihnachtsfestes betrugen 10 200. RM. Die Gaben sind an die rechte Stelle gekommen. Die Auswahl der Bedürftigen geschah im engen Ein­vernehmen der einzelnen Wohlfahrtsvereine; ihr Zusammenschluß zum gemeinsamen Liebewerk hat sich auch dieses Jahr wieder außerordentlich be­währt; das Sammelbündnis und die ge­meinsame Verteilung ist ein unverlier­barer Gewinn und Vorsprung gegenüber zersplit­tertem Geben geworden und trägt zu einer kla­ren und gerechten Fürsorge und Lie­bestätigkeit wesentlich bei.

Auch d'e Erwerbslosenküche veranstaltete für ihre Besucher eine schlichte Weihnachtsfeier, und an beiden Feiertagen gabs ein besonders leckeres Essen. Eine größere Anzahl von Gemeinden des Kreises Schlüchtern spendete reichlich Lebensmittel, Kartoffeln und Gemüse, für das Speisungswerk. Die Gaben wurden dank der uneigennützigen, tatkräf­tigen Hilfe der Firma Döring und auch durch die Lastkraftwagen der unermüdlich hilfsbereiten Schutz­polizei frostsicher herbeigeschafft und geborgen.

Die Esserzahl in der Erwerbslosenküche nimmt zu, seit der Essenspreis, dank den zahlreichen Spen­den, von 20 auf 15 Pfg. gesenkt werden konnte. Zur Hauptküche in der Waldstraße ist eine Ausgabestelle im alten Stadtschloß (ehemalige Posthilfsstelle) hin­zugekommen; weitere Ausgabestellen in der Lamboy­gegend und in der Neustadt werden bei Bedarf er­öffnet.

Wiederholt fei daraus hingewiesen, daß die Er­werbslosenküche auch Sozial- und Klein­rentnern offen steht. Das Essen kann an Ort und Stelle eingenommen oder zum häuslichen Ver­zehr abgeholt werden.

die Erlaubnis, seine Pfeife anzünden zu dürfen. Gunhilde nickte und langte selbst nach einer Zigarette, obwohl sie selten rauchte.

Werner ließ, wie immer, auf sich warten. Ihm hatte diese Verabredung gar nicht recht gepaßt, und noch nachmittags hatte er telephonisch den Versuch gemacht, sie zu verschieben, weil die schwarze Dilma ihm wegen einer Autofahrt in den Ohren lag. Ge­rade jetzt schlug er ihr die Bitte ungern ab, denn sie lebten in einem gespannten Verhältnis miteinan­der, seit sie chn damals in Beuchen, gemeinsam mit Gunhilde, wenn auch aus grundverschiedenen Be­weggründen, bestimmt hatte, den Vorfall mit Lobe­danz totzuschweigen: er hatte das als Versuch empfunden, seiner Rache, seiner Macht in den Arm zu fallen, hatte getobt und gewütet und ihr in seinem Zorn schließlich gar zugerufen:Uebrigens hat der Kerl recht, du bist wirklich miserabel in der Rolle!" Die Reife nach der Hohen Tatra war der Preis gewesen, den er für diese Worte zahlen mußte . ..

Endlich kam er an, gehetzt, dicklich, nervös, teilte flüchtig zwei Händedrücke aus und wischte mit sei­nem seidenen Taschentuch über die Stirn, indem er sich, wie selbstverständlich, in Gunhildes Schreib­tischsessel niederließ. Sie holte sich einen Stuhl her­bei, schlug die Knie übereinander und sah den bei­den Brüdern ins Gesicht, immer aufs neue er- schrocken, wie unähnlich sie einander und dem Vater waren.

Also Jungens", sagte sie, denn sie hatte immer noch die Anrede ihrer Kinderzeit beibehalten und konnte sich durchaus nicht entschließen, den Bruder Generaldirektor feierlich zu nehmen, obwohl er ihr das wiederholt nahegelegt hatte,wir müssen nun mal über die Sache Lobedanz ernsthaft sprechen. Der Termin ist in vierzehn Tagen, und wir haben uns in letzter Zeit ja niemals zusammen gesehen, weil Werner" ein kleines Lächeln trat in ihre Hellen Augenimmer so viel zu tun hat."

Was ist da viel zu reden?" sagte Werner, in­dem er von seiner Zigarre die weiße Asche in die viel zu kleine, nur für Zigaretten berechnete Schale aus blauem Email auf dem Schreibtische streifte. Du mußt natürlich mit aller Energie darauf drücken, daß der Kerl verknackt wird. Sein Be­nehmen in Beuthen wird die Richter ja auch nicht gerade für ihn emnehmen. Denn das sage ich dir, Gunhilde: ich bin damals still gewesen, weil du es wolltest und weil die Darstellerin es wollte . . .

Die Eßmarkenhefte des Verbandes der Hanauer Wohlfahrtsorganifationen finden immer mehr Freunde Sie sind für 50 Pfg. und 1. RM in Banken und Sparkassen, an Postschaltern und in Geschäften käuflich und enthalten Gutscheine im Einzelwert von 5 Pfg, die in der Erwerbslosenküche eingelöft werden können.

Das Speisungswerk in Anstalten und Hei­men, in Schulen, Betrieben und Vereinen verläuft in altgewohnter, oft geschilderter Weise. Immer mehr arme Kinder erhalten an Freitischen in Familien täglich oder mehrmals in der Woche ein gesundes, kräftiges Mittagsmahl.

Die Weihnachtsverlosung des vom Hanauer Kunstmaler Theodor Schäfer gestifteten Gemäldes ergab einen Ertrag von nahezu 150. RM zu Gunsten des Winterhilfswerks. Das Bild schmückt jetzt den Tagesraum des Hanauer Jugend­heims in Rückersbach und wird dort im lichten, freundlichen Saal viele Gäste erfreuen.

Dem Winterhilsswerk ist inzwischen eine neue Kunstgabe geworden! Der Maler und Graphiker W Schmidthild, Hanau, hat im Bild einen male­rischen Altstadtwinkel (Große Dechaneigasse) festge­halten. Wie ein Spitzwegidyll grüßen den Beschauer die heimischen Fachwerkbauten im warmen Bieder­meierrahmen Die farbige Kohlezeichnung steht für 30. RM zum Verkauf aus. Jedoch sind dem Käu­fer nach oben keinerlei Grenzen gesetzt. Der gesamte Erlös ist dem gemeinnützigen Werk der Winterhilfe zugedacht. Das Bild steht im Schaufenster der Stadt­sparkasse. Kaufangebote sind mündlich bei der Stadt­sparkasse oder schriftlich beim Verband der Hanauer Wohlfahrtsorganisationen (Schirnstraße 8, Zimmer 16) anzubringen.

Wie sehr tatkäftiger Helferwille neue Wege zu Spenden an unser Winterhilfswerk auffindet, zeigt die Veranstaltung junger Freunde edler Kunst, die im Dezember einen Vortragsabend in der Hohen Landesschule veranstalteten. Sie konnten am Wechnachtstag 50. RM an uns abliefern. Möge dies gute Beispiel zu neuen Hilfswegen anregen!

Gerade Mr Weihnachtszeit traten auch verschie­dene Preisnachlässe für die Unterstützungs­empfänger in Kraft: Kohlen und Holz, Fleisch und Milch, Kartoffeln, Gemüse und Obst werden der armen Bevölkerung gegen Ausweis in vielen Ge­schäften zu einem Vorzugspreis abgelassen. Auch der Brotpreis ist in den Weihnachtstagen gesenkt wor­den, eine willkommene Erleichterung für die gesamte Bevölkerung Weitere Preissenkungen, sonderlich für die unterstützte Bevölkerung, sind zu erwarten.

Das Kleidungswerk hat, dank der uner­müdlichen Anteil der freiwilligen Helferinnen in Ausgabestelle, Kleider- und Schuhkammer und Näh­stube, schon in unzähligen Fällen helfen können. Der Verband der Hanauer Wohlfahrtsorganisationen sucht neue Wege der Hilfe, wenn der gewaltige Vor­rat nun langsam zur Neige geht, und ist entschlossen, zunächst bis Ostern die Kleiüungshilfe M ermög­lichen. Vor allem sollen in der bevorstehenden Oster­zeit schulentlassene Kinder bedacht werden. Schon haben sich einzelne Vereine gemeldet, die die Paten­schaft für die Ausstattung von Konfirmanden an Ostern übernehmen wollen.

An dieser Stelle sei nur angedeutet, welche Fülle von Hilfsbereitschaft und rastlos pflichtgetreuem Helfertum sich gerade beim Kleidungshilfswerk ge­zeigt hat, und dies unter oft schwierigen Umständen und leider mitunter nur mit Undank belohnt! Um­somehr ist es anzuerkennen, daß die Frauen und Männer sich nicht beirren ließen und unermüdlich die selbstgewählte Pflicht treu erfüllten.

Was für das Kleidungshilfswerk gilt, darf mit gleichem Recht auch über die Speisungshilfe und die Heizungshilfe gesagt werden. Unzähligen Hilfsbedürftigen konnte und kann weiterhin in den Tagen der Kälte und des Hungers geholfen werden. Die getroffenen Einrichtungen haben sich gut einge­spielt und bewährt Sie beweisen, daß der Verband

aber vor Gericht mache ich den Mund gründlich auf."

Das kannst du natürlich tun", antwortete die Schwester,du wirst nur überlegen müssen, wie wett du dir dadurch nützt. Mir persönlich würde es geratener erscheinen, wenn du versuchtest, dich mit Lobedanz gut zu stellen. Aber lassen wir das, du kannst selbstverständlich handeln, wie es dir richtig scheint. Ich wollte euch nur fagert: gestern ist ein Brief von Leitz gekommen, in dem er mir mitteilt, daß er von der Klage zurückttete."

Werner hatte plötzlich einen vollkommen ver­donnerten Ausdruck auf seinem fleischigen Gesicht. Wieso?" rief er und:Was heißt das?

Gunhilde wiegte den Kopf hin und her.Seine eigentlichen Gründe kenne ich natürlich nicht. Er schreibt hier ist übrigens sein Brief, schreibt, er fei krank, feine Nerven feien überreizt, er müsse sich allen Aufregungen fernhalten. Das ist wahr­scheinlich nur ein Vorwand, wie mir denn über­haupt seine ganze Krankheit etwas mysteriös er­scheint. Aus alle Briefe hat er nicht oder nur aus­weichend geantwortet. Warum er damals so Hals über Kopf weggereist ist, weiß ich immer noch nicht.

Ich auch nicht", bemerkte Hans.

Werner starrte eine Minute lang vor sich hin. Er fühlte, hier war etwas, das er nicht durchschaute, was sich feindselig vor ihm erhob aber er fühlte es nur dumpf und kam nicht zur Klarheit.

Gut", sagte er endlich und passte eine dicke blaue Wolke in die Luft.Er zieht sich zurück. Mag er. Was ändert das an der Sache?"

An der Sache? Natürlich nichts. Aber ich möchte diesen Anlaß doch benutzen, um euch zu fragen, ob ihr seinem Beispiel nicht folgen wollt." Sie sah Werner fest in die Augen.

Wieso bitte?" rief er, irisiert von ihrem Blick.Willst du dich nicht näher erklären? Ich habe ganz den Eindruck, daß du mir etwas ver­schweigst."

Sie blieb ruhig.Es ist gar nicht meine Ab­sicht, dir oder euch etwas zu verschweigen, mein Junge. Deswegen habe ich euch ja hierher gebeten. Ich sage euch ganz offen: es steht schlecht um unsere Sache."

Werner schlug sich mit der feisten Hand aufs Knie.

Schlecht? Wieso schlecht? Soll das etwa be­deuten, daß du Zweifel hast, ob wir durchdringen?

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sind vorrätig in der

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der Hanauer Wohlfahrtsorganisationen, gestützt von dem Mitdenken und der OpferLereitschaft der Bür- gerschaft, auch in den kommenden Wochen und Mo­naten die an ihn herantretenden Aufgaben bewäl­tigen wird.

* Die Hanauer Straßenbahn A.-G. gibt durch ihr heutiges Inserat bekannt, daß sie die Preise für Monatskarten ab 1. Februar um ca. 10 Prozent gesenkt, und die Gültigkeitsdauer für Fahrschein- Heftchen mit 6 Fahrscheinen von bisher 14 Tagen auf einen Monat verlängert hat. Die Gesellschaft teilt uns weiter mit, daß sich eine Senkung der Einzelfahrpreise leider nicht hat ermöglichen lassen. Diese Preise feien bisher schon ganz besonders für die kürzeren und mittleren Fahrstrecken niedriger als die der Nachbarstädte. Eine jetzt ein­getretene Ersparnis an Reichsbeförderungssteuer* wie sie beispielsweise in Frankfurt a. M. zur Preis­senkung verwendet wird komme für das hie­sige Unternehmen nicht in Frage, da es schon seit mehreren Jahren aus Billigkeitsgründen von die­ser Steuer befreit wurde. Bei der großen Er­werbslosigkeit in Hanau erscheine es nach den ge­machten Erfahrungen ausgeschlossen, daß eine Preissenkung von 2033 Prozent (15 Pfg. statt 20 Pfg., 10 Pfg. statt 15 Pfg.) durch eine ent­sprechende Erhöhung der Frequenz auch nur an­nähernd ausgeglichen würde. Die Straßenbahn A.-G. weist sodann das Publikum ganz besonders auf die Benutzung der Fahrschsinheftchen mit 6 Fahrscheinen hin, die ab 1. 4. 1931 zur Verbilligung der Fahrten für die einheimische Bevölkerung ein­geführt wurden. Die Heftchen sind bei den Schaffnern erhältlich. Sie verbilligen den 15 Pfg- Fahrschein auf 12^, den 20 Pfg.-Fahrschein auf 16 Pfg. usw. Für kürzeste Strecken bleibt der am 1. April 1931 eingeführte Einzelfahrschein M 10 Pfennig bestehen. Für ständige Benutzer der Straßenbahn bestehen neben den Fahrscheinheftchen sowohl Wochenkarten als auch Monatskarten. Näheres ist aus den Taschenfahrplänen ersichtlich, die bei den Schaffnern zum Preis von 5 Pfg. er­hältlich sind.

* Wohlfahrtsmarken. Die Postanstalten und die Deutsche Nothilfe werden in den nächsten Tagen mit dem Verkauf von Wohlfahrtsmarken zu 6 und 12 Rpf. zum Preise von 10 und 15 Rpf. beginnen. Die Marken sind nach den Mustern der bisherigen Wohlfahrtsmarken zu 8 und 15 Rpf., die ebenfalls noch bis Ende März vertrieben werden, hergestellt, tragen aber den Aufdruck 6 + 4 Rpf. und 12 + 3 Rpf. Die Ziffern 8 und 15 in den unteren Ecken sind mit 6 und 12 überdruckt. Alle Wohl- fahrtmarken sind bis Ende August gültig. Die bis­herigen Wohlfahrtsmarken zu 8 und 15 Rpf. sind zur Freimachung von Briefsendungen, u. U. durch Ergänzung mittels anderer Postwertzeichen, auch weiterhin verwendbar.

* An übertragbaren Krankheiten wurden in bet Woche vom 24.31. Januar amtlich gemeldet: Scharlach 2 Fälle aus Hanau und Diphterie 3 Fälle aus Hanau, 2 Fälle aus Langenselbold sowie je ein Fall aus Wachenbuchen und Großauheim, fer­ner ein Todesfall aus Hanau.

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Erkläre dich, bitte! In dem Fall müßten wir uns einen andern Rechtsanwalt nehmen. Ich kann nur einen Anwalt brauchen, der an die Sache glaubt, die er vertritt .. . keinen von diesen gewissenlosen 2lboo= taten, die wider besseres Wissen plädieren. Das merke dir! Oder willst du sagen, daß dieser . . . die­ser Lobedanz wirklich das Buch geschrieben hat? Daß Papa nicht der Verfasser ist? Das ist doch also einfach lächerlich! Wir haben doch die Gutachten der Sachverständigen gehört, die alle darin übereinstim- men"

Kinder", unterbrach Gunhilde seine tempera­mentvolle Rede,regt euch nicht auf . . . oder viel­mehr, spart eure Aufregung, denn ihr werdet sie noch brauchen Schließlich bin ich doch die einzige von uns dreien, die die Akten kennt und die beur­teilen kann, was uns droht Und ich kann mir nicht verhehlen daß die Gegenseite einen Wahrheits­beweis vorbereitet, dem sich das Gericht nicht wird entziehen können Um es kurz zu sagen: Lobedanz wird durch Zeugen beweisen, daß er die ganze Ge­schichte, die den Inhalt des Buches ausmacht, selbst erlebt hat. daß es sich also unmöglich um eine Erfin­dung von Papa handeln kann, noch dazu vor so lan­ger Zeit. Das ist peinlich» für uns, wie ihr zugeben müßt. Der Verdacht ist ja auch nicht von der Hand zu weisen daß unser Leitz sich geirrt hat, daß er wirklicb wenn auch im besten Glauben, die Arbeit eines Fremden als eine Arbeit von Papa veröffent­licht hat Ihr wißt so gut wie ich, Papa bekam viele solche Manuskripte zugeschickt, die meisten hat er zu- rückgefandt, einige sind liegen geblieben und liegen noch da, ich habe Leitz schon immer gebeten, sie den Absendern wiederzugeben. Aber nun ist er ja krank..

(Fortsetzung folgt)

Siadt Theaiev Hanau

Montag, 1. Febr., 810.30 Uhr (Bühnenoolksbund)

Ist das nicht nett von Colette?"

Dienstag, 2 Febr., 8 Uhr:Rauhnacht-

Mittwoch, 3. Febr., nachm. 3 Uhr, Faschingskinder- vorstellung zu kleinen Preisen 30 Pfg. bis 1.60 RM:ma$ und Moritz". abends 8 Uhr; u3tt das nid) nett von Colette?"

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