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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat 95 R-Psg., für den ganzen Monat RM. 1.90 ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10 N-Pfg., Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg., im ReNameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. , Osfertengebühr 50 R-Pfg.

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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Sezleher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder au, Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.xGeschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Fernspr. 3956,3951,3958

1. Sedruav

1932

Wi-erftau- ohne Kriegserklärung

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Im Laufe des gestrigen Sonntags sind weitere Mitglieder der deutschen Delegation zu der Ab­rüstungskonferenz in Genf eingetroffen. Die De­legation ist nunmehr vollständig versammelt.

* Der Berliner Oberbürgermeister Sahm hat für heute nachmittag achtzig führende Persönlich­keiten zu einer Besprechung über die Bildung des unparteiischen Ausschusses für die Reichspräsidenton­wahl eingeladen. Man rechnet nunmehr damit, daß der Reichstag im etwa 14 Tagen zusammentreten wird, um den Termin für die Reichspräsidenten­wahl festzusetzen. Vorläufig ist der 13. März da­für in Aussicht genommen.

Die kommunistischen Mitglieder des Auswär­tigen Ausschusses des Reichstages haben bei dem stellv. Ausschutzvorsitzenden Abg. Scheidemann (Soz.), die sofortige Einberufung des Auswärtigen Ausschusses beantragt. Als Tagesordnung haben sie vorgeschlagen: Die japanischen Kriegsmaßnahmen gegen China und die Haltung der deutschen Reichs­regierung und des Völkerbundes.

Der Landesvorstand der preußischen Zentrums- Partei trat gestern zusammen und übermittelte dem erkrankten Parteichef Dr. Heß herzliche Wünsche zu seiner baldigen Genesung. Im übrigen wurden in der Hauptsache organisatorische Fragen behandelt.

Bei dem Dertretertag der Deutschen Doltspartei wurde beschlossen, die bevorstehenden württem- bergischen Landtagswahlen selbständig durchzu- 'führen. *

Der litauische Gesandte Saulys suchte gestern den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes auf und lenkte unter Ueberreichung einer Note die Auf­merksamkeit der Reichsrogierung auf die in der deutschen Presse verbreiteten Nachrichten, die litau­ische Regierung, beziehungsweise der Gouverneur in Memel bereiteten einen Putsch im Memelgebiet vor um die international garantierte Autonomie dieses Landes abzuschaffen. Der Gesandte erklärte im Auftrage seiner Regierung, daß diese Behaup­tung jeglicher Begründung entbehre, und versicherte mit'ollem Nachdruck, daß die litauische Regierung stets ihre internationalen Verpflichtungen in Bezug auf das Memelgebiet halten und achten werde.

Die siamesische Gefandschaft in Berlin ist aufge­hoben worden. Die Geschäfte der Gefandschaft werden von London aus verwaltet. Gesandter Prinz Pridi ist bereits gestern abend mit seiner Familie über Genf nach seiner Heimat abgereist.

Observer* meldet aus Paris: In gewissen französischen amtlichen Kreisen herrscht der Ein­druck, daß zu Anfang dieser Woche eine Formel gefunden werden wird, die als Grundlage einer Vereinbarung zwischen Frankreich und Großbritan- . nien in der Frage der Reparationen dienen wird. Bezüglich der französischen Schuld an die Ver­einigten Staaten hofft die französische Regierung ein Kompromiß zu erzielen, das eine tatsächliche Verzugserklärung vermeiden würde.

Der französische sozialistischePopulaire" erläßt einen Aufruf an die Arbeiterschaft der gesamten Welt, die Regierungen der Großmächte sofort zum Eingreifen zu zwingen, um die Einstellung der Feindseligkeiten in Ostaüen. die Zurücknahme der japanischen Truppen und eine schiedsgerichtliche Regelung des Konflikts herbeizuführen.

Der der britischen Abrüstungsdelegation ange­hörende Staatssekretär für die Dominien Thomas stattete gestern Henderson einen Besuch ab. In eng­lischen Kreisen wird die Tatsache dieses Besuches und die Herzlichkeit der geführten Unterhaltung als wichtiges Anzeichen dafür gewertet, daß die tief­gehende Verstimmung, die zwischen Henderson und der Nationalregierung beigetretenen Führern der Arbeiterpartei seit der letzten Krise bestanden hat, überwunden ist und von einer gesellschaftlichen Aechtung Hendersons, die man bisher bemerkt haben wollte, nunmehr keine Rede mehr sein kann.

Die in verschiedenen Samstagsblättern ver­breitete Reutermeldung von einer Kriegserklärung Chinas an Japan wurde dementiert. Trotzdem gehen die Kämpfe in Schanghai unvermindert weiter. *

Bei dem Dorfe Gandefa (Spanien stürzte ein kleines Sportflugzeug infolge dichten Nebels ab. Der Führer war ein Deutscher namens Albert Klug der sich auf der Hochzeitsreise befand. Er und seine Frau kamen bei dem Unglück ums Leben.

) Näheres siehe im politischen Teil.

ShinaS Widerstand

Nanking. 31. Ian. Die chinesische Regierung hat sich entschlossen, allen japanischen Feindseligkeiten schärfsten Widerstand entgegenzusehen. Darüber hinaus hat der Zentral- vollzugsausschuß der Kuomintang unter deren Kontrolle nach der chinesischen Verfassung die chinesische Regierung steht, besihlossen. den Kampf gegen Japan zu führen. Formal hat die chinesische Regierung den Beschluß der Kuomintang nicht zum eigenen Beschluß erhoben und damit auch keinerlei Kriegserklärung an Iapan gehen lassen.

Dann setzte Maschinengewehrfeuer ein, und schließ-

Die gestern verbreitete Nachricht des englischen Reuterbüros. China hätte beschlossen, Japan den Krieg zu erklären, wird entschieden dementiert. Der chinesische Außenminister erklärte:

China wird nie den Versuch machen, den Krieg zu erklären, ocker wie bereits betont worden ist. wird die nationale Regierung Widerstand leisten und bis zum letzten Mann und bis zum letzten Schuß kämpfen, wenn China Erniedrigung und Ge­walttätigkeiten zugefügt werden. Selbstverteidigung ist immer berechtigt und wird vom Standpunkt der Humanität sowie des internationalen Rechtes an­erkannt."

W a s h i n g t o n, 31. Jan. In einem von einem amerikanischen Zerstörer aufgefangenen Funkspruch Tschiangkaischeks an die chinesische Armee heißt es, die Politik der Nanking-Regierung sei: u n b e - dingter Widerstand ohne ausdrück­liche Kriegserklärung.

Evgebnisloke pevmtttwnss- vevhandtttnso«

Schanghai, 31. Jan. Die von dem britischen und dem amerikanischen Generalkonsul zwischen dem japanischen Admiral Shioawa und dem chinesischen Oberbefehlshaber vereinbarte Friedenskonferenz fand heute vormittag und im Laufe des Nach­mittags im britischen Konsulat statt. 17 japanische Flugzeuge kreuzten während der Besprechungen über der Stadt. Die Konferenz wurde schließlich nach etwa dreistündiger Dauer ergebnislos abge­brochen.

Einige Teilnehmer der Konferenz berichteten, daß die Dormittagsverhandlungen zunächst einen hoffnungsvollen Verlauf nahmen. Während der Nachmitlagsverhandlungen seien jedoch alle Vor­schläge aus dem einen oder anderen Grunde und wegen verschiedener Einwendungen von der einen oder anderen Seite wieder verworfen worden. Mit einem Wiederzusammentritt der Konferenz könne man erst wieder rechnen, wenn die japanischen Be- Hürden hier von Tokio neue Weisungen erhalten hätten.

Neue dämpfe in Gchauabat

Schanghai, 1. Febr. Kurz nach 23 Uhr örll. Zeil brach am Sonnlag nach mehrstündiger Ruhe ein scharfer Kampf im nördlichen Teil der Stadl aus. Er begann mit unregelmäßigem Gewehrfeuer.

Dee Besinn

dev Abrüstungskonferenz

Schlechte Prognose - Posttive Kattuns Deutschlands

Genf, 31. Ian. Die Abrüstungskonferenz wird, wie entgegen allen Vertagungsge­rüchten heute bestimmt erklärt wird, am Dienstag, 2. Februar, um 16^ Uhr zusammen­treten. Die Sitzung ist auf den Nachmittag verlegt worden, um auch der amerikanischen Öffentlichkeit das Anhören der durch Radio übertragenen Rede des Präsidenten Hender­son zu ermöglichen.

Die Konferenz wird sich in ihrer ersten Sitzung wahrscheinlich darauf beschränken, je einen Ausschuß zur Prüfung der Vollmachten und zur Aufstellung der Geschäftsordnung einzusetzen Der Beginn der allgemeinen Aussprache ist frühestens Ende der Woche zu erwarten. Von da an rechnet man auch mit dem Eintreffen einiger der maßgebenden europä­ischen Staatsmänner, insbesondere des deutschen Reichskanzlers und des englischen Premierministers.

Ole Daeifee Prognose: riNtzevfolg

Paris, 31. Jan. Dor seiner heutigen Abreise nach Genf empfing Kriegsminister Tardieu noch ein­mal die Vorsitzenden der Außenkommission und der Armeekommission, des Senats und der Deputierten­kammer. Die Senatoren Bourgeois und Eccard, di«

sich nahm das Feuer derart zu, daß eine regelrechte Schlacht im Gange war.

Ein japanisches Kriegsschiff gab gestern Ma- schinengewehrfeuer gegen die Brücke ab, die von der internationalen Niederlassung nach dem Bezirk Hongkew führt. Drei chinesische Flüchtlinge wurden dadurch getötet. Die Japaner erklären, das Feuer sei gegen vereinzelte Scharfschützen gerichtet ge­wesen.

Dene Stofe EuaS an dsn Hot

Genf, 31. Jan. Der chinesische Vertreter im Vötkerbundsmt hat den Ratsmitgliedern Sine neue Note über die Vorgänge in Schanghai zugehen lassen, in der es heißt: Der japanische Versuch, Schanghai zu überfallen und zu besetzen, ist wiederum eine Verletzung der Satzung und der Entschließungen des Völkerbundes, des Kellogg- Paktes und Neunmächtevertrages. China hat lang­mütig die japanischen Angriffshandlunqen, die sich immer weiter ausdehnen, erduldet. Der Angriff auf Schanghai gefährdet die Hauptstadt Nanking. China ersucht hiermit den Völkerbund, rasche und wirksame Maßnahmen zu ergrei­fen, um weitere japanische Angriffshandlungen zu vermeiden. China behält sich dai- Recht vor, an­gemessenen Ersatz der von Japan angevichteten Schäden zu verlangen.

Mein Ausviff ans Nanking ssvlaut?

Paris, 31. Jan. Havas meldet aus Nanking, daß heute abend 30 000 Mann chinesischer Nationalgarde mit Maschinengewehren zum Schutze der Hauptstadt erwartet werden. Der japanische Konsul erklärte dem Bürgermeister von Naking, Japan habe sie­ben Kriegsschiffe vor Nanking zusamm en gez ogen, beabsichtige aber keinen Angriff. Er hoffe, daß die chinesischen Truppen keine feindliche Handlung be­gehen würden, damit eine Wiederholung der Zwi­schenfälle von Schanghai vermieden werde. Die heute vormittag in Nanking errichteten Barrikaden sind auf Grund dieser Erklärung wieder beseitigt worden.

sich während der letzten Kommissionssitzungen durch ihre tendenziösen und verleumderischen Angriffe gegen angebliche geheime deutsche Rüstungen her­vorgetan hatten, unterließen es nicht, Kriegsminister Tardieu einen großen Pack von Zahlenmaterial über die Rüstungengewisser Mächte" mit auf den Weg zu geben.

Es braucht nicht besonders hervorgehoben zu wer­den, daß sich die Pariser Blätter in ihren Leitartikeln noch ein letztes Mal vor Beginn der Konferenz mit den Aussichten der Genfer Beratungen befassen und daß die Prognosen fast ohne Ausnahme auf glatten Mißerfolg der Gen -er Arbeiten lauten.

Auch die gewohnheitsmäßigen Sonntagsredner, die am Vorabend der Deputiertenwahlen ihre Aktivi­tät verdoppeln, spielten in der Mehrzahl auf die kommenden Genfer Tage an. Von den natio­nalistischen Deputierten verlangte der frühere

(Fortsetzung auf Seite 2)

Die welken in Shlna

Während die wehrlosen Frauen und Kin­der der chinesischen Vorstadt von Schanghai von den japanischen Eindringlingen auf das barbarischste von der Luft aus niedergemetzelt werden, fühlen sich die zahlreichen Fremden Schanghais wie des übrigen China bis auf weiteres in Sicherheit. Zwar ist eine ja­panische Fliegerbombe in ein amerikanisches Gebäude geraten, zwar können die Japaner nicht umhin, im Verlauf der kriegerischen Ope­rationen auch die Weißen etwas unzart zu be­handeln, aber eine unmittelbare Gefahr droht den Bürgern der fremden Mächte nicht. Sie sind unter dem Schutze der eigenen Truppen md Schlachtschiffe und brauchen nicht das Schicksal der übrigen Bevölkerung zu teilen.

Bis auf den heutigen Tag leben die Frem­den in den sogenannten Vertragsstädten, in Fremdenniederlassungen oder Settlements, wo sie über eigene Verwaltung und Polizeigewalt verfügen. Obwohl eine Reihe von Ländern, darunter Deutschland und Rußland in der letz­ten Zeit auch Italien, Holland, Schweden, Belgien, Dänemark usw. auf die berüchtigsten Exterriorialitätsrechte verzichtet haben, hat sich die Abschließung der Fremden in China nur teilweise gelockert, aber sie ist nicht ver­schwunden. Sie kann es auch nicht, solange gerade die zahlreichen fremden Gruppen, in erster Linie die Japaner, Engländer, Ameri­kaner, Franzosen und die zarentreuen Russen (die sich unter den Schutz der Vertragsmächte gestellt haben) ihre Sonderrechte nicht aufge­geben haben bzw. dazu von den Chinesen nicht gezwungen sind. Die Aufhebung dieser Son­derrechte durch China wurde immer wieder angekündigt, das letzte Mal zum 1. Januar 1930, aber bis auf den heutigen Tag nicht ver­wirklicht. So bleiben dieKonzessionen", wie die Fremdenniederlassungen vielfach genannt werden, heute noch das, was sie vor Jahr­zehnten waren.

Man zählt im heutigen China mehr als 30 größere Vertragsstädte, unter denen die größ­ten mit einer Bevölkerung zwischen 250 000 und 3 Millionen sind: Schanghai, Peipin (Pecking), Hankau, Tientsin, Kanton Tschun» king, Hantschau, Tsingtau, Futschau, Sut- schau, Charbin. Die bei weitem größte Frem­denniederlassung ist Schanghai. Diese Stadt kann als das größte Fremdenzentrum des Fernen Ostens gelten.

Die Fremdenniederlassung von Schanghai wird formell in zwei Gebiete eingeteilt, in eine sogenannte internationale und in eine beson­dere französische Niederlassung. Diese Eintei­lung hat sich aus der geschichtlichen Entwick­lung ergeben.

Die ersten, die nach Schanghai kamen, waren die Engländer, die am 19. August 1842 die Stadt eroberten. Die ersten Franzosen er­schienen in Schanghai im Jahre 1945 und die Amerikaner im Jahre 1862. Schon im September 1863 kam es zur Verschmelzung der einzelnen Fremden-Settlements, darunter auch des französischen Teils. Als bald darauf ein Streit um die Bildung einer freien Stadt Schanghai entstand, zogen sich die Franzosen, ehe sie die letzten Bindungen eingingen, in ihre eigene Niederlassung zurück. So kam es schließlich zu der Zweiteilung, die bis auf den heutigen Tag, wenn auch nicht ganz streng, existiert.

Die genaue Zahl der Fremden in China läßt sich schwer berechnen. Nach ungefähren Aufstellungen gab es vor zwei Jahren im Reiche der Mitte rund 350 000 Fremde, davon 240 000 Japaner, 78 000 Russen, 12 000 Eng­länder, 6000 Amerikaner, 3000 Deutsche, 2600 Franzosen, 2400 Portugiesen usw. In Schang­hai dürfte es mehr als 15 000 Japaner, 7000 Engländer, 3000 Russen, 2500 Amerikaner, 500 Franzosen und etwa 5000 andere Ange-

W berriise Kummer umkavt 12 Seite«