f
MnaueMnzeiger
E^vGeneval Anzeiger fir>lrW<mmi Stadt und Land
Wanau Stadt
Land
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Sezugspreis: Für den halben Monat 95 R-Psg., für den ganzen Monat RM. 1.90 ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10 N.pfg„ Samstag 12 N-Pfg. ✓ Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 N-Psg., im ReNameteil von 68 mm Breite 25 N-Pfg. , Osfertengebühr 50 R-Psg.
Sie. 24
MMMMMMMM
Grettas, den
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. - Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder au, Rückzahlung des Bezugspreises. / Für plahvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. / Geschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Fernspr. 3956,3951,3958
20. Lauuav
1932
: Die Lhinesenstadi Schapei in Nammen
Sie Lapanev besetzen Schanghai - Nie Chinesen leisten Wideestand
- Mutige Kämpfe -
1 M«^v T«^5s^oku
Brüning empfing Löbe. Man vermutet eine frühere Einberufung des Reichstags zur Festsetzung des Termins der Reichspräsidentenwahl.
*
Reichskanzler Dr. Brüning hat an Reichspost- minister Schätzel ein Schreiben gerichtet, in dem er ihm anläßlich des gestrigen fünften Jahrestages feiner Ernennung zum Leiter des Reichspost- Ministeriums zugleich im Namen der Reichsregierung die herzlichsten Glückwünsche ausspricht.
* Die angekündigte Konferenz der Kultusminister der Länder über die Frage der Entpolitisierung der Schulen ist gestern vormittag unter dem Vorsitz von Reichsinnenminister Gröner zusammen- getreten. Die meisten Länder waren durch ihre Kultusminister persönlich vertreten.
Der Reichstagsausschuß für Kriegsbeschädigten- fragen beschloß einstimmig auf Grund eines interfraktionellen Antrages, die Reichsregierung zu ersuchen, die Erziehungsbeihilfen möglichst bald wieder auf die alten Sätze zu erhöhen und bittet dringend, diese Sätze schon von jetzt ab wieder zu gewähren.
* Im dritten Viertel des Rechnungsjahres ist gegenüber dem zweiten Viertel ein MinÄerauskom- men an Steuern von 103 Millionen RM zu verzeichnen. w
Wie verlautet, werden die Nationalsozialisten in München im Februar eine Besprechung aller Unterführer abhalten, zu der Adolf Hitler eingeladen hat, um sich über die Frage einer nationalsozialistischen Sonderkandidatur für die Reichspräsidentenschaft mit seinen Anhängern zu besprechen.
Wegen grober Verstöße gegen die Parteisatzungen wurde in der gestrigen außerordentlichen Generalversammlung der Ortsgruppe München der Reichspartei des Deutschen Mittelstandes (WP.) der bisherige Wahlkreisvorsitzende Rechtsanwalt Luritz âus der Partei ausgeschlossen.
Im Helldorf-Prozeß beschloß das Gericht, den Grafen Helldors zu verhaften, da sein Ausbleiben bei der Hauptoerhandlung nicht genügend entschuldigt sei.
Aus Düsseldorf wird gemeldet: Durch einem Messerstich in den Rücken wurde gestern ein Nationalsozialist bei einer Schlägerei mit Kommunisten in einer nationalsozalistischen Versammlung in Wersten schwer verletzt.
Die Berliner Justizpressestelle teilt mit: Im Zusammenhang mit den trotz polizeilichen Verbotes durchgeführten Antikriegsdemonstrationen der K. P. D. am 1. August v. Is., in deren Verlauf der . Polizeihauptwachtmeister Fiebig durch einen Lungenschuß schwer verletzt worden ist, hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen insgesamt 10 Personen erhoben. Gegen sieben weitere Angelchuldigte wird der Vorwurf der Begünstigung, des Aufruhrs und des Vergehens gegen das Schußwaffengesetz erhoben.
• Ueber eine umfassende Kontingentierung der deutschen Elektroeinfuhr nach Frankreich ist eine Einigung erzielt worden.
Zu den Verhandlungen über die österreichische Kabinettsbildung wird amtlich mitgeteilt, daß Bundeskanzler Buresch gestern mit Vertretern des nationalen Wirtschaftsblocks, des Landbundes, der sozialdemokratischen Partei und des Heimatblocks Besprechungen hatte, die indes noch zu keinem abschließenden Ergebnis geführt haben. Die Verhandlungen werden heute fortgesetzt.
♦
Die Gruppe hervorragender englischer Wirtschaftler, die die Streichung der Reparationen und Kriegsschulden fordert, ist durch Sir Ernest Bonn vermehrt worden der gestern vor der Handelskammer von Glasgow eine Rede hielt, in der er u. a sagte: Läßt uns den Regierungen der Welt klar machen, daß nicht ein Cent oder Cent'me für Reparationen oder Schulden mehr gezahlt wird und daß alles, was eine Konferenz noch zu tun hat, darin besteht, den Rückzug der dummen Menschen zu decken, die seit den letzten 13 Jahren dies Durcheinander erzeugt haben.
e
Das peruanische Kabinett ist zurückgetreten.
• ) Näheres siehe im politischen Teil.
Ämevikanische rNviessschlsse «ntevwess
Drohendes Welteeeignis von katastrophalen Solgen
Schanghai, 28. Jan. Trotz der Annahme der japanischen Forderungen durch die Chinesen beschloß der Oberbefehlshaber der japanischen Warinekräfte, die an die internationale Konzession Schanghais grenzende chinesische Stadt Schapei zu besehen. Nach Mitternacht hatten die Japaner den größten Teil von Schapei besetzt. Die Chinesen leisteten hartnäckigen Widerstand und wichen nach der internationalen Konzession zurück.
Kurz nach 4 Uhr morgens brach in der Chinesenstadt Schapei Feuer aus. Die Flammen griffen schnell um sich. Von den Dächern der internationalen Siedlung konnte deutlich beobachtet werden, wie ein Haus nach dem anderen in Flammen aufging, während die Luft von dem Knattern der Maschinengewehre und dem Krachen der Bomben erfüllt war.
Schanghai, 28. Jan. Blutige Kämpfe zwischen Japanern und Chinesen sind in Schanghai ausgebrochen. Die Japaner machen den Versuch, das chinesische Stadtviertel Schapei, das im Norden der internationalen Niederlassungen liegt, zu besetzen. Der Kampf begann um 11 Uhr 10 Minuten, nachdem Admiral Sch i o s a w a den chinesischen Kommandanten amgefordert hatte, seine Truppen zu- rückzuziehen. Wie von dem japanischen Marinekommando mitgetsilt wird, sind Truppenzüge sowie ein Panzerzug mit Maschinengewehren bewaffnet auf deM Nordbahnhaf, also in Schapei, ein* gelaufen. Der Nordbahnhof liegt auf einem grö* ßeren Platz, der die Grenze zwischen der internationalen Niederlassung und Schapei bildet, und eventuelle Känzpse vor 'dem Bahngebäude würden die Sicherheit der internationalen Niederlassung gefährden.
Die chinesischen Forts in Woosung, die die Mündung des Wanghpu in den Jangtse- Fluß beherrschen, sind von japanischen Kanonenbooten beschossen worden. Das chinesische Feuer, das sich gegen die Kanonenboote richtete, ist verstummt. Nunmehr beabsichtigen die Japaner, in der Nähe von Woosung zu landen, die Forts anzugreifen und zu besetzen.
Admiral Schiosawa hat einen Befehl herausgegeben, in dem scharfe Maßnahmen zur Unterdrückung jeglicher Ansammlungen in dem von den Japanern besetzten Gebiet angekündigt werden. Der A u s n a h m e z u st a n d ist verhängt worden und den chinesischen sowie japanischen Bewohnern wird versichert, daß für Ruhe und Ordung gesorgt werden wird. Schiosawa bezeichnet die Besetzung von Schapei als eine absolute Notwendigkeit, um das Leben und Eigentum japanischer Bürger zu schützen. Die Besatzung von Schapei wird von dem japanischen Kommando auch als Vorbeugungsmaßnahme bezeichnet, um die internationale Niederlassung vor Unruhen zu bewahren.
Schanghei, 28. Jan. Um 1.30 Uhr früh hatten die Japaner den größten Teil von Schapei besetzt. Die Chinesen leisten hartnäckigen Widerstand und weichen nach der internationalen Konzessionen zurück. 13 japanische Verwundete sind in die Lazarette gebracht worden. Die chinesischen Verluste sollen schwer sein. Etwa 50 Chinesen sind gefangen genommen worden.
Schanghai, 28. Jan. In der Morgendämmerung wurde das Bombardement von Schapei wieder ausgenommen, und man hörte ohrenbetäubende Explosionen. Die Japaner besetzten um 6.15 Uhr- früh die militärischen Hauptpunkte von Schapei, doch wird angenommen, daß die Chinesen die Eisenbahnstation mit Hilfe von Panzerzügen zurückerobert haben in dem Augenblick, als die Japaner geschwächt waren, da ihren an anderen Stellen hart bedrängten Kameraden Verstärkungen zur Hilfe entsandt worden waren.
Schanghais Sorberei- tunsen süv den AamH
Schanghai, 28. Jan. Die männliche Vevöl- völkerung Schanghais drängt sich, dem Aufruf des Gemeinderats folgend, nach dem Rennplatz von Schanghai, der in aller Eile in ein Feldlager verwandelt wird Dix gesamte städtische Polizei, verstärkt durch Freiwillige, ist mobilisiert worden. Das Verteidigungskomitee der Niederlassung hat ebenfalls einen Aufruf an alle Freiwilligen erlassen, die als Polizisten Dienst tun wollen, oder bei den Transport- und Sanitätsarbeiten, der Beschaffung von Lebensmitteln oder sonstwie milarbeiten wolle,,. Die französischen Truppen in der französischen Niederlassung arbeiten mit den anderen Truppen der Niederlassung zusammen. Die japanische Streitmacht hat den Schutz der nördlichen Bezirke von Schanghai übernommen, die britischen Truppen den Bezirk im Westen von Schanghai und die amerikanischen Warmelolbaleu die Avenue Haig und die Sutschau
Greek Fronts. Stacheldrahtverhaue werden errichtet, aber die Verleidigungstore zwischen der Niederlassung und dem chinesischen Gebiet bleiben vorläufig offen, um den Ausländern und Japanern, die außerhalb der Siedlung wohnen, sowie tausenden chinesischen Flüchtlingen den Zugang zu gestatten. Nach den letzten Schätzungen befinden sich 24 000 undisziplinierte chinesische Truppen rund um die Niederlassung und stellen eine ernste Bedrohung dar. Aus dem chinesischen Gebiet haben bereits Dlünderungen begonnen.
Ma will widerstand leisten
Nanking, 29. Jan. China will jetzt gegen das japanische Vorgehen Widerstand leisten. Die Reserven der 19 Armee und die 3. Division der Nationalgarde sind mobil gemacht und verladen, um nach Schanghai abzugehen.
Schanghai, 29. Jan. Chinesische Truppen sind in die westvierlel der Stadt, die an die internationale Konzession grenzen, eingedrungen. Zur Unterstützung der ausländischen Truppen bei der Bewachung der Grenzen der Konzession sind Freiwillige herangezogen worden. Die japanischen Truppen treffen Vorbereitungen zum Angriff auf den Nordbahnhof von Schanghai.
töeitece javanische Kriegsschiffe «nievwegS
Tokio, 29. Jan. Ein Geschwader, bestehend aus drei Kreuzern, 2 Flugzeugmutterschiffen und 4 Zerstörern, hat den Befehl erhalten, für Abfahrt nach Schanghai sich bereit zu halten. Ein Kreuzer und 4 Zerstörer sind heute früh bereits von Sasebo nach Schanghai in See gegangen. An Bord des Schiffes befinden sich Landungs-Kommandos. 12 japanische Zerstörer haben heute morgen die Mündung des Jangtse besetzt.
Abbruch der diplomatischen
Seziehunge« zu Lava« 7
Berlin, 28. Jan. Heute abend wurde in Washington an höchster Amtsstelle erklärt, daß die Vereinigten Staaten sich schärfstens jedem japanischen versuch widersetzen würden, die internationale Niederlassung in Schanghai zu besetzen. Gegen die Besetzung des chinesischen Viertels von Schanghai wurden ebenfalls scharfe Bedenke« geäußert. Auch in London wird die Lage als sehr ernst bezeich- net, um so mehr, als man sich völlig darüber im klaren ist, daß Washington eine Verletzung der chinesischen Hohcilsrechte durch Japan nicht dulden wird. In englischen politischen Kreisen will man wissen, daß Washington den Abbruch der diplomatischen Beziehunger. zu Tokio für den Fall erwäat, daß eine Einigung in absehbarer Zeit nicht zustande kommt.
Dov Völkevbund bedauert..
Genf, 28. Jan. Der Völkerbundsrat hat heute nachmtitag wiederum eine geheime Sitzung abgehalten, die dem chinesisch-japanischen Konflikt gewidmet war. Die Vertreter Japans und Chinas nahmen an der Sitzung nicht teil. Es wurde, wie gestern, der Wortlaut einer Erklärung besprochen, die der Präsident des Rates in einer der nächsten öffentlichen Sitzungen mitteilen wird Diese Erklärung, mit der die jetzigen Verhandlungen des Rates über den mandschurischen Konflikt abgeschlossen werden dürften, wird u. a in diplomatisch abgewogener Form Bedauern über die Vorgänge, die sich seit der letzten Ratstagung, insbesondere in Schanghai, ereignet haben, zum Ausdruck bringen.
(Weitere Meldungen siehe Seite 2)
An den Wurzeln getroffen ?
Die Vorbereitungen für die große Weltabrüstungskonferenz sind zwar endlich soweit gediehen, daß das Datum für den Zusammentritt — der 2. Februar — dieser Konferenz feststeht, doch noch ehe der Zusammentritt erfolgt, scheint die Konferenz bereits an der Wurzel getroffen worden zu sein. Der chinesisch-japanische Konflikt hat sich in den letzten Tagen trotz Völkerbundsoerhandlungen zu einer gefährlichen Krise entwickelt, die von katastrophalen Folgen sein kann. Die Gefahr internationaler Verwicklungen wächst von Tag zu Tag, ja man kann heute sagen, von Stunde zu Stunde, und kein Mensch kann wissen, ob es überhaupt noch zu einem Zusammentritt der Weltkonferenz kommen wird.
Im Laufe der Monate, ja der Jahre wurden die Chancen der Weltabr 'w immer wieder diskutiert und immer i skeptisch beurteilt. Die Gelegenheit dazu de durch die Veröffentlichung von Heeres ^tats der Rüstungsländer zur Genüge gegeben. Und darüber hinaus lieferten die Tagungen der sogenannten Vorbereitenden AbrUstUngskom- mistion ein reichhaltiges Material zu diesem Thema. Der Gang der Arbeiten dieser Kommission, die mehrere Jahre für "sich in Anspruch nahm, war deprimierend. Der Abrüstungsentwurf, der schließlich mit Mühe und Not zu- standekam, ist ein trauriges Beispiel dafür, wie jegliche wahre Abrüstung sabotiert und verhindert werden kann. Kein Wunder, wenn einige Mächte, darunter auch Deutschland, sich auf das Entschiedenste gegen diesen Entwurf ausgesprochen haben, denn er verewigt die Aufrüstung der Siegerstaaten und die einseitige Abrüstung der Besiegten. Sollte dieser Entwurf die Grundlage für die Tätigkeit der Abrüstungskonferenz bilden, dann ist irgendeine Aussicht auf die zweckmäßige Behandlung der Abrüstungsfrage von vornherein verschwunden.
Es wird die vornehmste Aufgabe, der deutschen Delegation sein, mit aller Entschiedenheit die These, der- Rüstungsgleichheit und der daraus folgenden allgemeinen Abrüstung zu verfechten. Das verbriefte Recht Deijtschlands in diesem Kampf ist in der Einleitung zum fünften Teil des Versailler Vertrages enthalten. Diese Einleitung lautet:
„Um den Anfang einer allgemeinen Beschränkung aller Nationen zu ermöglichen, verpflichtet sich Deutschland zur genauen Befolgung nachstehender Bestimmungen über die Land-, See und Luftstreitkräfte."
Die Gegenpartei pflegt sich darauf zu berufen, daß eine allgemeine „Beschränkung" der Rüstungen ihrerseits bereits erfolgt fei. Sie beruft sich dabei auf den Artikel 8 der Völkerbundssatzung, dessen erster Abschnitt folgende Fassung erhalten hat:
„Die Mitglieder des Bundes erkennen an, daß die Aufrechterhaltung des Friedens es nötig macht, die nationalen Rüstungen auf das Mindestmaß herabzusetzen, das mit der nationalen Sicherheit und mit der Durchführung der durch ein gemeinsames Handeln auferlegten internationalen Verpflichtungen vereinbar ist."
Die Einschränkung, die in diesem Satz enthalten ist, bildet die Unterlage für die französische Sicherheitsthese, die auf der Abrüstungskonferenz, falls sie überhaupt zusammentritt, eine ebenso entscheidende Rolle spielen wird, wie sie es bisher getan hat.
Es wird nicht an Staaten fehlen, welche die französische These unterstützen werden. In erster Linie dürften dies die Länder der Kleinen Entente sein. Die deutschen Ansichten merhen von den Mächten, wie Italien und Rußland geteilt. Auch die Vereinigten Staaten dürften, zumindest was Landrüstungen betrifft, eine ähnliche Stellung einnehmen Da-
Ote benitoe Nummer umfaßt 12 Seite»