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MG^aeval Anzeiger für^sW^ Gsanau Madi und Land
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28. Anmae
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Die deui-che These Ne Gens
Gleiche Svelhett, gleiches Recht und gleiche Glchevheit für alle Völker!
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Der Reichspräsident empfing gestern vormittag {den Reichsinnenminister Groener und am Nachmittag Reichskanzler Dr. Brüning zum Vortrag über die schwebenden außenpolitischen Fragen.
* Ein Kreis überparteilicher Persönlichkeiten aus Bayern erläßt einen Aufruf zur Wiederwahl Hindenburgs. *
Der Strafrechtsausschuß des Reichstages behandelte am Mittwoch die Bestimmungen des neuen Strafgesetzbuchentwurfes über Körperverletzung. Nationalsozialisten, Deutschnationale und Wirtschaftspartei beteiligten sich an den Beratungen nicht.
Don einem Berliner Abendblatt wird die Nachricht verbreitet, daß sich das Reichskabinett und das Reichsarbeitsministerium mit der Frage eines Umbaues der Arbeitlofenverficherung beschäftigen. Wie mir hierzu von unterrichteter Seite erfahren, entspricht diese Meldung nicht den Tatsachen.
Mit Rücksicht auf die in den letzten Tagen häufig vorgekommenen politischen Schlägereien und Ueber- fäUe hat das Polizeipräsidium in Braunschweig eine Notpolizeiverordnung erlassen. Danach ist u. a. das Stehenbleiben ohne ersichtlichen Grund und jedes Ansammeln von Personen auf Straßen« oder an öffentlichen Orten verboten. Ferner sind alle aus Anlaß der heute statlsinüenden Einäscherung eines bei Zusammenstößen erschossenen Reichsbannermannes von den Gewerkschaften und der SPD. geplanten Demonstrationen wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung verboten worden.
Im Derfassungsausschuß des Bayrischen Landtages wurde mit 14 gegen 13 Stimmen ein deutsch- nationaler Antrag angenommen, nach dem anstelle der bisherigen sieben Kreisregierungen im rechtsrheinischen Bayern nur zwei Kreisregieungen be- ' lassen werden sollen, je eine nördlich und südlich der Ü Donau.
Der „Völkische Beobachter" erklärt, daß der Monat Dezember 120 000 Neuaufnahmen in dre NSDAP. gebracht habe. In wenigen Wochen werde die Partei eine Million eingeschriebener Mitglieder erreichen.
Zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten kam es in Flensburg gestern vormittag zu Zusammenstößen Es sortiert zwei Nationalsozialisten schwerer und mehrere Personen leicht verletzt worden sein. Gegen mittag hatte die Polizei die Ruhe rviederhergestelll.
„Petit $ driften" glaubt zu wissen, daß die Bank von Frankreich wahrscheinlich die Verlängerung des 25 Millionen Dollar-Kredits an die Reichsbank be- schli-ehen wird. Die Verlängerung soll sich aber nur auf einen Monat erstrecken.
Der 73. Geburtstag des ehemaligen Kaisers in Doorn wurde ohne besondere Feierlichkeiten begangen. Im Laufe des Vormittags gingen zahlreiche Blumengaben sowie viele Glückwunschtelegramme in Doorn ein.
♦ Das österreichische Kabinett Buresch ist zurückgetreten. Bundespräsident Miklas hat Dr. Buresch mit der Neubildung der Regierung beauftragt.
Die beabsichtigte Unterredung zwischen den Ministerpräsidenten von Frankreich und England ist auf unbestimmte Zeit verschoben und wird aller Voraussicht nach wahrscheinlich überhaupt nicht stattfinden. Man betont in französischen Kreisen, daß die Besprechungen zwischen den Schatzämtern der beiden Länder fortgesetzt werden und daß man sich bemühen werde, noch vor dem 30. Juni, d. h. vor dem Ablauf des Hooverjahres, zu einer Einigung zu gelangen.
Der Marine-Ausschuß der französischen Kammer hat sich nach einem Bericht des Marineministers mit 16 gegen 2 Stimmen für den Bau eines Groß- Lampfschiffes von 26 000 Tonnen ausgesprochen.
Aus Bombay muß gemeldet: Fünfundzwanzig Handelsverbände darunter die Handelskammer von Marwan die Gold- und Silberbärse, die Verbände der Samen-. Korn-, Silber- und Goldhändler und die Baumwollmakler haben beschlossen, von heute an einen einwöchigen Hartal.zu feiern als Protest gegen die Fortsetzung der Arbeiten der Konferenz am Runden Tisch ohne Gandhi und im Gegensatz zu den Wünschen des Landes.
* ) Näheres siehe im politischen Teil.
Groeners LeitsedanSen
Berlin, 28. Jan. Reichswehrminister Groener veröffentlicht in den „Blättern der Staatspartei" einen programmatischen Aufsatz über die Abrüstungskonferenz, in dem er die Weimarer Verfassung, Versailles und die kommende Genfer Konferenz einander ggenüber- stellt und als die deutsche These für Genf: Gleiche Freiheit, gleiches Recht und gleiche Sicherheit für alle Völker bezeichnet.
Der Minister führt dann weiter aus:
Durch nichts konnte der Rechtsgedanke von Weimar schwerer getroffen werden, als daß man ihm die ursprünglichste Form der Machtanwendung, das Rotwehrrecht, zwar äußerlich zubilligle, ihm aber die Mittel dazu vorenthielt. Durch nichts wurde die Freiheit mehr beeinträchtigt, als durch die wehrpolitischen Fesseln von Versailles.
Vom Lapp-Putsch über den Herbst 1923 bis zum Leipziger Protest von 1930 führt eine Linie, deren Ausgangspunkt in der wehrpolitischen Entrechtung Deutschland durch Versailles liegt. Diese Erkenntnis läßt jene Ereignisse nicht entschuldigen, wohl aber begreifen.
Ein Mittel hätte es gegeben, diesen Gang der Dinge aufzuhalten: Die Einlösung des Abrüstungsversprechens der Siegermächte. Denn eine allgemeine Abrüstung im gleichen Umfang und nach den gleichen Methoden, wie sie Deutschland auferlegt wur- den, hätte die wehrpolitische Diffamierung des deutschen Volkes aufgehoben.
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über poetische und tvivischaiMthe tragen
Forst (Lausitz). 28. Jan. In einer stark besuchten Versammlung der Deutschen Staatspartei sprach gestern der preußische Handelsminister Dr. Schreiber über das Thema „Brennende Fragen über Politik und Wirtschaft".
Angesichts der ernsten innen- und außenpolitischen Lage bedauerte der Minister das Scheitern des Vorgehens Dr. Brünings in der Frage der Wiederwahl des Reichspräsidenten v. Hindenburg und gab der Hoffnung Ausdruck, daß doch noch Wege gefunden würden, um tue Wiederwahl von Hindenburgs zu ermöglichen, was für das Ausland ein eindringliches Zeichen der deutschen Einigkeit bedeuten würde.
Der Minister betonte sodann, daß das deutsche Volk sich darüber einig ist, daß
weitere Reparationszahlungen unmöglich
sind, deshalb sei die klare Stellungnahme der Reichsregierung gegenüber den Reparationszahlungen zu begrüßen.
In der Frage der Abrüstung gelte es, die
Gleichberechtigung Deutschlands und die gleiche Sicherheit
zu erkämpfen. Mit einem glücklichen Ausgang der kommenden Konferenzen sei aber die deutsche Not nicht überwunden. Unter der Weltkrise leide natürlich Deutschland als einer der größten Ausfuhrländer der Welt am stärksten. Die Methode zur Bekämpfung der Krise sei in allen Ländern, auch in den deutschen Einzelstaaten die gleiche. Es komme darauf an,
die Gestehungskosten zu senken.
um konkurrenzfähig zu bleiben. Die Maßnahme der deutschen Regierung zur Bekämpfung^der Not hat die Anerkennung der ausländischen Sachverständigen gefunden. Nach den Illusionen der Scheinkonjunktur sei
die Rückkehr zu einfacher Lebenshaltung schmerzlich, aber unvermeidbar.
Der Versuch der Reichsregierung, in der 4. Notverordnung diese Rückführung in umfassender Weise herbeizuführen, verdient Anerkennung. Die allen Bevölkerungsschichten zugemuteten schweren Opfer würden aber durch die 16prozentige Senkung der Lebenshaltungskosten zum Teil ausgeglichen und es sei zu hoffen, daß diese Senkung durch die Einflußnahme auf die Kasten für Wohnung und auf die Verkehrs- und Versicherungstarife bis Ende Februar 2 0% betragen werde.
Die Maßnahme der Regierung zur Senkung der Gestehungskosten sei weiter durch einschneidende Sparmaßnahmen in der öffentlichen Verwaltung und durch eine Reihe von Steuerermäßigungen ge-
3n Genf wird noch einmal der Kampf zwischen dem Machtgedanken und dem Rechtsgedanken entbrennen. Aber die Bedingungen der Auseinandersetzung werden andere sein als vor 13 Jahren. 3m Gegensatz zu damals wird in Genf entweder ein freiwilliger vertrag zustande kommen oder es wird überhaupt kein Vertrag geschlossen werden. Für Illusionen ist nach dem letzten Jahrzehnt kein Raum mehr.
Genf wird nicht nur über das Maß der Rüstungen jü>es Staates entscheiden, es e n t s ch e i- det auch über Versailles, und in tieferem Sinne über Weimar. Es entscheidet über die Lebensfähigkeit des Völkerbundes und die Zukunft der abendländischen Kullurwelt, deren Widersacher im Osten durchaus gewillt ist, das Erbe einer überlebten Ordnung des menschlichen Daseins anzutreten. Darin liegt die nationalpolilische und die welthistorische Bedeutung der Abrüstungskonferenz des Völkerbundes.
fördert worden, die die produktive Wirtschaft entlaste.
Der Minister
lehnte alle Währungsexperimente und jede inflationistische Maßnahme ab
und betonte zum Schluß, daß von jedem Deutschen im Endkampf um Gleichberechtigung und Aufstieg Opferbereitschaft und Geduld gefordert werden müßten. Radikale Phrasen verhinderten die Aussicht auf die Ueberwindung der Krise.
Das deutsche Bürgertum muß endlich aufhären, sozialistischen Gedankengängen im internationalen oder nationalen Mäntelchen nachzuhängen und sich in hoffnungsloser Zersplitterung selbst zu politischer Ohnmacht zu verdammen. Der Rationalsozialismus sei auf wirtschaftlichem Gebiet eine Vorfrucht des Kommunismus.
Die Deutsche Staatspartei stände auf dem Boden der Privatwirtschaft, ohne blind für deren Fehler zu sein. Sie wehre sich gegen jeden Umsturz und kämpfe unter Zusammenfassung aller Kräfte auf dem Boden des Bestehenden für den Ausstieg zu neuer Größe und Freiheit.
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Köln, 28. Jan. Reichswehrminister a. D. Dr. Geßler sprach gestern abend in der Bürger- gesellschaft im Rahmen einer Veranstaltung des Görres-Ringes über „Probleme der Reichsreform". Jedem sei klar, führte er aus, daß das heutige Verhältnis zwischen Reich und Preußen auf die Dauer untragbar sei. Den gewaltsamen Weg, einen freien Staat zu schaffen, halte er auch in Zukunft für ein gefährliches Abenteuer, während eine freiwillige Verständigung für die Reform an den süddeutschen Staaten scheitern würde. Alte Hegemoniebestrebungen könnten für Preußen die Führungsgleichberechtigung wieder zerstören. Auch den Föderativ- Staat lehnte der Redner ab. Die Zerschlagung Preußens hielt er für ein nationales Unglück. Den Vorschlag des Bundes für Reichsreform, umgekehrt Preußen durch das Reich verwalten zu lassen, stoße wohl wieder auf Widerspruch der Süddeutschen, die in dieser Fusion den ersten Schritt zum Einheitsstaat erklickten. Dr. Gehler setzte sich für eine Reichsreform auf dem Wege einer Vereinfachung der untersten Verwaltungen ein. Zur Reichsreform von Grund auf bedürfe es zunächst der Verwaltungsreform.
Wiedersehen mit England
Von Herbert Caspers
Man muß England mehrere Jahre nicht gesehen haben, um den wirkungsvollsten Eindruck von der Wandlung der Verhältnisse im Lande des Pfundes Sterling zu erhalten. Der wechselvolle Eindruck beginnt bei der Gepäckrevision des früher so großzügigen Zollbeamten.
Er setzt sich angesichts des politisch-gesellschaftlichen Bildes des Fremdenverkehrs in der Weltmetropole fort und endigt in tausenderlei Beobachtungen und Erfahrungen des Wirt- schafts- und Verkehrslebens. London — das sei für uns in diesen kurzen Betrachtungen England — ist ruhiger geworden trotz des fieberhaften Zeittempos in aller Welt. Aber es ist nicht die nervöse Ruhe des Gewitters vor dem Sturm, sondern eine wirkliche innere Beschaulichkeit und Abgeklärtheit, die vielleicht das hervorstechendste Merkmal des Unterschiedes zwischen England und Deutschland im selben Stadium der Währungsentwicklung ist.
Der Deutsche begegnet einer felsenfesten Zuversicht des Engländers zu seinem „Pound". Diese Zuversicht schließt ohne weiteres die Möglichkeit weiterer Schwankungen ein, beruht aber auf dem außerordentlich produktionsfordernden Einfluß der Pfundentwertung, der bis heute für den „Man in the street" deshalb noch kein Jnflationskeim anhaftet, weil die Inlandspreise nur gering oder gar nicht gestiegen sind. Während sich der deutsche Kaufmann in England durchgängig damit begnügen muß, seine alten Forderungen sicherzustellen und die Entwicklung der Währungs-, Preis- und Zollpolitik auf dem Jnfelreich abzuwarten, sonnt sich der englische Produzent in der Doppelwirkung der Pfundentwertung und des Zollschutzes nach außen, ohne im Inneren durch Preis- oder Lohnsteigerungen der Vorteile verlustig zu gehen.
Die jedem Deutschen bekannte Jnflations- schraube ohne Ende ist in England noch nicht wirksam. Die Vorratswirtschaft auf dem Lebensmittelmarkt, die Aufsicht der Behörden und die Selbstdisziplin der Volkswirtschaft, das Fehlen der starren Tarifgebundenheit und der sozialen Ueberspannung Deutschlands, die Parole „Buy british!" (Kaufe nur englische Waren) und die gesunden Nerven des englischen Volkes garantieren zweifellos noch für eine Reihe weiterer Monate die englische Konjunkturbelebung, für die in erster Linie die deutsche und die französische Ausfuhr die Zeche zahlen. Kritisch wird die Lage erst im Sommer werden, wenn Englands großer Vorrat an ausländischen und überseeischen Lebensmitteln und Rohstoffen zu Ende geht und mit Goldwerten aufgefüllt werden muß. Dann müssen die Inlandspreise anziehen und die Lohnschraube muß folgen. Aber dann will ja die englische Regierung auch ihre Zollgesetzgebung fertig und das jetzige ungeheuerliche Provisorium ausgeprobt haben. Viel Hoffnung besteht also im Hinblick auf die sommerliche Entwicklung für die deutsche Ausfuhr nach England auch nicht.
Abgesehen von einigen Lebensmitteln und namentlich den Kartoffeln ist die Pfundentwertung bis heute an allen anderen Preisen der Lebenshaltung einfach vorübergegangen. Mieten, das gerade für London so teure Kapitel, Bus, Untergrundbahn, Kleider, Schuhe, Tabak, Restaurant — alles hat seine alle Preishöhe. Es muß allerdings eingeschal- tet werden, daß diese Selbstdisziplin des englischen Kaufmannes, wo es eben möglich war, durch eine geschickte Qualitätsminderung erleichtert wurde, die das Opfer privatwirtschaftlich erträglich machte. Die Londoner Geschäfts- und Bankwelt hat nicht nur die behördliche Lohn- und Gehaltssenkung mitgemacht, sondern teilweise trotz der Geldentwertung auch
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