Einzelbild herunterladen
 

General-Anzeiger für

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Äezugspreis: Für den halben Monat 95 N-Pfg., für den ganzen Monat RM. 1.90 ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10 N-Pfg., Samstag 12 N-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Steife

8 N-Pfg.» im ReNameteil von 68 mm greife 25 R-Pfg. , Offertengebühr 50 R-Pfg.

SSL. See»»»«»

1932

22. Sauna«

und Land

ErfüNungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet., Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3952,3958

«T 22

Mittwoch, den

Der japanisch-chinesische ânftist

Zwölf kavaulsche ZevKövev und ein âreurev nach SKtmsbak entsandt - Oie Lbinesen riehen

Stuvmtvnvven zusammen - Lhavbtn von den Savanevn besetzt

I Ätwyt ^kM^^CWF

Don unterrichteter Seite verlautet, daß in den französisch-britischen Verhandlungen über die Ab­haltung der Reparations-Konferenz noch kein Fort­schritt e-zielt worden ist. Die Bemühungen der britischen Regierung, eine Formel zu finden, die für Deutschland und Frankreich annehmbar ist, dauern fort.

* Die Deckung der Reichsbanknoten durch Gold rtf und deckungsfähige Devisen beträgt in dieser Woche 26,4 Prozent. ,

Der Verwaltungsrat der Reichsbahngesellschaft, der am Montag in Berlin tagte, wählte den bis­herigen Präsidenten von Siemens einstimmig wieder.

Der Führer der NSDAP., Adolf Hitler, hielt gestern in Düsseldorf im Jndustrieklub vor Ver- h freiern der rheinisch-westfälischen Industrie einen Dortrag. Da die Presse zu dieser Veranstaltung nicht zugelassen war, kann über den Inhalt der Ausführungen zunächst nichts gemeldet werden.

Wie die Altonaer Polizei mitteilt, wurde eine kommunistische Funkdionärversammlung aufgelöst und die beteiligten Personen, unter ihnen ein Lialksschullehrer, festgenommen. Die Verhafteten stehen im Verdacht, hochverräterische Maßnahmen vorbereitet zu haben Es handelt sich um eine Zu­sammenkunft sogenannter kommunistischerSchu- iungslehrer", deren BeratungsthemaDie Lehren der Januarkämpfe 1919" war.

I Der Verfassungsausschuß des Bayrischen Land­tags lehnte gestern die kommunistischen und nationalsozialistischen Anträge ab, wonach die Reichsnvtverordnung vom 8. Dezember 1931 in Bayern nicht durchzuführen sei und die bayrische Staatsregierung auf eine Aufhebung der Verord­nung für das Reichsgebiet hinwirken sollte.

In Berliner offiziellen Kreisen beurteilt man den russisch-polnischen Pakt sehr ruhig.

In Memel verstärkt sich der Eindruck, daß von - litauischer Seite eine gewaltsame Beseitigung der M deutschen Selbstverwaltung geplant wird.

*

Der finnische Reichstag nahm gestern in zweiter Lesung die Regierungsvorlage über das Alkohol- - gefetz an.

Der Völkerbundsrat hielt gestern vormittag eine Sitzung ab, die eine halbe Stunde dauerte. Er nahm die Berichte einiger technischer Organe zur Kenntnis und vertagte die weiteren Verhandlungen auf Mittwoch.

Einer Mitteilung aus Genf zufolge, ist unter den Delegierten eine Agitation im Gange, Briand zu veranlassen, der Nachfolger Drummonds als Ge­neralsekretär des Völkerbundes zu werden.

Der Allgemeine französische Arbeiterverband (C. G. T.) fordert in einem Aufruf die allgemeine Abrüstung. Er weist darauf hin, daß ein kommen­der Krieg nur ein Luft- und chemischer Krieg sein könne, gegen den Rüstungen und Festungen nichts verrichten und vertritt den Standpunkt, daß die Sicherheit nur auf dem Schiedsgerichtsverfahren und der Abrüstung, d. h. auf dem gegenseitigen Vertrauen der Völker beruhen könnte.

Maodonald hofft, daß er in der 2. Konferenz wache nach Genf fahren kann, um an den Ab- rüstungserörterungen teilzunehmen.

Aus Saragossa (Spanien) sind mehrere Kom­pagnien Infanterie, die Maschinengewehre mit sich führen, nach den Provinzen Teruel und Huesca zur Unterdrüâing kommunistischer Unruhen abge­gangen. Die Zentrale des spanischen Jesuiten­ordens in San Ignacio de Loyola ist seit Sonn­tag geschlossen. Die Ordensmitglieder haben sich zur Abreise nach Belgien bereitgemacht.

Nach Meldung endesJournal" aus Algier, ist es zwischen zwei gegnerischen Kabylen-Stämmen, den Bem Lima und den Beni Abbes, zu einem Zusammenstoß gekonrmen, wobei 20 Eingeborene getötet und 40 schwer verletzt wurden.

DerKaugummikönig^ William Wrigley ist in Phönix (Arizona) im Alter von 71 Jahren ge­storben.

*) Naberes Netze im politischen Teil.

Zuspitzung des -Konftikts

London, 26. Ian. Aus dem chinesisch-japanischen Konflikt scheint sich eine Krise zu entwickeln. Japanische Kriegsschiffe sind nach Schanghai entsandt worden, und obwohl die Einzelheiten geheim gehalten werden, glaubt man, daß es sich um zwölf Zerstörer und einen Kreuzer handelt, die bereits seit mehreren Tagen in Bereitschaft lagen.

Während der Völkerbundsral in Genf beschlos­sen hat, Japan vor jedem Versuch, Schanghai zu be- sehen, zu warnen, ziehen, wie von dort gemel­det wird, die Chinesen in aller Eile 17000 wann Sturmtruppen zusammen, von denen 7000 die Funkstation von Tschegju bewachen. Die übrigen sind zwischen dem whengpo-Fort und der Eingeborenenstadt verteilt. Die japanischen Truppen in Stärke von 4000 wann werden eben­falls an strittigen Punkten ausgestellt. Die Japaner haben sich anscheinend noch nicht entschieden, ob sie gegen die chinesische Schiffahrt eine Blockade verhän­gen sollen, indem zugleich zur Vermeidung inter­nationaler Verwiklungen ausländischen Schiffen die freie Durchfahrt gestattet wird, oder ob sie die Forts und die Eingeborenensladl besehen sollen. I n Schanghai ist die Lage zwar ruhig, aber gespannt, und es wird allgemein befürchtet, daß die japanischen Flottenkommandos aus eignem Er­messen vorgehen werden.

Inzwischen w'rd aus Newyork gemeldet, daß man dort die Landung japanischer warinelruppen in Schanghai als ehr ernst ansehe. Man erwartet eine energische Aktion des Staatsdepartements, das nicht gewillt sei, e n japanisches Eindringen in in- f emotionale Niederlassungen zu dulden, und es herrscht, derNew York Times" zufolge, der Ein­druck, daß die Vereinigten Staaten eine starke Ak­tion, sei es allein oder gemeinsam mit Großbritan­nien, erwägen.

Sbavbt« besetzt

Tokio, 26. Jan. heute vormittag um 11 Uhr besetzte die Kavallerie des japanischen Generals Sisja das Ehinesenvierlel der Stadt Eharbin. Die einmarschierenden Truppen entwaffneten die chine­sische Polizei und rückten später auch in andere Stadtbezirke vor. Die Lage soll sehr kritisch sein.

Eharbin, 26. Jan. In dem chinesischen Stadtteil von Eharbin brachen schwere Unruhen aus. Große Demonstrationszüge bewegten sich durch die Stadt. Die Führer forderten die Kriegserklärung an Japan.

Die Drohung mit den rreichsbanksvediten

Paris, 26. Jan. Verärgert und enttäuscht über den bisherigen Mißerfolg der neuen französisch-englischen Annäherungsversuche bereiten die französischen Nationa­listen einen Akt gegen Deut sch land vor.

Am kommenden Donnerstag soll, wir wir schon berichteten, der Aufsichtsrat der Banque^ de France Beschluß darüber fassen, ob der 25 Millionen Dollar ausmachende Anteil der Banque de France an dem Devisenkredit der Deutschen Reichsbank ver­längert werden soll. Wie erinnerlich, hatte der Ver­waltungsrat der BIZ. in seiner letzten Sitzung beschlossen, ihren ebenfalls 25 Millionen Dollar ausmachenden Kreditanteil unter dem Vorbehalt auf drei Monate zu verlängern, daß auch die übri­gen Zentralbanken sich damit einverstanden er­klären. Inzwischen hatte der Bankgouverneur Morst seine Absicht geäußert, die französische Quote nicht über vier bis fünf Wochen hinaus zu verlängern. Die Pariser Nationalisten schwelgen in dem Gedanken, daß der Verlängerungsbeschluß der BIZ. durch eine ab­lehnende Haltung der Banque de France zunichte gemacht werden 'kann, und die Deutsche Reichsbank der notwendigen Devisendecke beraubt wird.

Offenbar befürchten aber die französischen Heiß­sporne, daß sich im Schoße der Bank von Frank­reich doch noch die wirtschafltiche Vernunft Geltung verschaffen wird. Sie verlangen daher den Beschluß über die Verlängerung des Kredits den Befugnissen des Bankdirektoriums zu entziehen und die Ent­scheidung der Pariser Regierung zu übertragen Aus dem wirtschaftlichen Beschluß soll ein politischer Akt gemacht werden. Frankreich soll seine starke Faust zeigen.Wir würden es nicht verstehen, wenn unsere Regierung bedingungs­los der Deutschen Reichsbank die Kredite weiter zur Verfügung stellt. Die Berliner Abmachungen der Bankiers können für uns keine Gellung haben. Der Deutsche Schachzug, die Erfüllung der Still­halteabmachungen von der Verlängerung des Kre­

Das Militär war gegen die Menge machtlos. Der Oberbefehlshaber der chinesischen Verteidigungs­truppen ist zurückgetreten.

Nsue âämpse um die ottchkuesliche Nahn

Tokio, 27. Zan. Die japanische Nachrichten­agenturRengo" meldet aus Eharbin: Nachdem die Versuche einer friedlichen Regelung der Streif­fragen gescheitert sind, sind in Eharbin heute früh wieder neue Feindseligkeiten zwischen der Schütz­wache der Ehinesischen Ostbahn unter dem General Tingtschao und den unser Führung der Gouver- neuers der Provinz Kirin General Hsisi stehenden Truppen ausgebrochen.

Dev hilflose DSWovbundsvai

Genf, 26. Ian. Der Völkerbundsrat setzte heute vormittag nach einer kurzen öffentlichen Sitzung, in der einige bedeutungslose Ausschußberichte ange­nommen wurden vertraulich in Abwesenheit des japanischen und chinesischen Vertreters die Verhand­lungen über den japanisch-chinesischen Streit fort. In Ratskreisen herrscht hinsichtlich der weiteren Be­handlung des Streites völlige Ratlosigkeit. In eng­lischen und französischen Regierungskreisen will man das Sanktionsverfahren nach Artikel 15 des Dälkerbundsvertrages unter keinen U m - st ä n d e n gegen Japan i n Kraft treten lassen. Man will jetzt versuchen, den scharfen Vorstößen des chinesischen Vertreters im Rat mit dem Hinweis auf die durch den Untersuchungsaus­schuß eingeleitete Prüfung der Lage in der Mand­schurei zu begegnen. Da der Ausschuß jedoch erst im April in der Mandschurei seine Arbeit beginnen werde, kann der Rat sich erst auf der Mai­tagung mit dem Ergebnis der Untersuchung be­fassen. Hierdurch würde Japan Zeit gewinnen, und der Rat ist vorläufig aus seiner außerordentlich peinlichen Lage befreit, Entscheidungen zu treffen.

dits der Bank von Frankreich abhängig zu machen, darf uns nicht hindern, die im Interesse Frank­reichs notwendigen Entscheidungen zu treffen", er­klärt ein maßgebendes Mitglied der Kammer­kommission für auswärtige Angelegenheiten.

Gvsehnèslsse Sevhand- Imtsen zwischen Rumänien

und dev Sowjetunion

Riga, 26. Jan. Die lettische Telegraphen­agentur meldet: Ueber die in Riga zwischen Rumänien und der Sowjetunion geführten Ver­handlungen wird von rumänischer autorisierter Seite folgende Erklärung abgegeben:

Die rumänische Regierung sieht sich gezwungen, festzustellen, daß die Moskauer Regierung von Anfang an in einem rumänisch-russischen Nichtan­griffspakt nur eine Gelegenheit sah, den Wert der­jenigen Verpflichtungen, die bereits früher zwischen den beiden Ländern bestanden, wie z. 23. den Kellog-pakt und das Litwinow-Protokoll zu schmä­lern. Die rumänische Regierung hat bisher vergeb­lich die Moskauer Regierung gebeten, in ihrem Paklentwurf die formellen Versprechungen zu be­rücksichtigen, auf Grund deren Rumänien die Ver­handlungen ausgenommen halte und in ihm die charakteristischen Wesensteile eines Nichlangrifss- pakles hineinzuarbeiten. Unser diesen Umständen und bis zu einer Aenderung der Haltung der Sowjetregierung, zieht es Rumänien vor, auf dem durch den Pakt von Paris und das Moskauer Protokoll begründeten Rechtsstandpunkt zu ver­bleiben.

SoüvolMk oder Ätife

(Von unserem Londoner Vertreter)

Das Kabinett Macdonald ist in der Be­urteilung der Zollfrage nicht einig. Nach seiner ganzen Zusammensetzung war daran von vornherein kein Zweifel. Es ist deshalb nicht überraschend, daß die Meinungsverschieden­heit jetzt zutage getreten ist. Ueberraschend war nur der Ausweg, den das Kabinett aus seinen inneren Schwierigkeiten gefunden hat. Die Minister, die nicht mit der Zollpolitk der Kabnettsmehrheit einverstanden sind, bleiben weiter in der Regierung. Es ist ihnen als Gegenleistung gestattet, ihre von der Mehrheit abweichende Meinung im Unterhaus zu be­kennen und auch zur Geltung zu bringen.

Dieses Mittel, die nationale englische Regie­rung vor dem Auseinanderfallen zu bewahren, steht in der englischen Parlaments­geschichte wohl ohne Beispiel da. Die Oeffentlichkeit hat sich aber damit abge­funden. Die Opposition hatte natürlich end­lich einmal einen guten Tag, an dem sie an dem Kabinett Macdonald ihren Spott üben konnte. Aber im großen und ganzen vertritt die englische Presse doch die Auffassung, daß es besser war, diesen Ausweg zu wählen, als dem Kabinett Macdonald ein Ende zu be­reiten. Freilich ist man sich noch nicht ganz klar darüber, ob nun alle Gefahr für die nationale Regierung beseitigt ist. Das Schlimmste ist sicher überstanden, nachdem das Kabinett die eigene Spaltung vermieden hat. Aber damit sind noch nicht alle Schwierigkei­ten aus dem Wege geräumt. Es ist bestimmt damit zu rechnen, daß das Kabinett im Par­lament von verschiedenen Seiten wegen seiner Zollpolitik schwer angegriffen werden wird.

In den Reihen der Konservativen selbst macht sich eine scharfe Opposition gegen Mac­donald und sein Kabinett bemerkbar. Lord Beaverbrook, der Zeitungslord, hält wieder überall im Lande Versammlungen ab und stellt die Frage, was die Regierung denn eigentlich seit dem Sieg der nationalen Be­wegung getan habe. Natürlich lautet die Ant­wort immer und überall: Nichts, rein gar nichts! Maodonald hat es eben bisher ver­säumt, die umfassende Schutzzollpolitik des Lords Beaverbrook zu der seinigen zu machen. Die konservativen Hochschutzzöllner fordern vor allen Dingen sofortige hohe Zölle auf Eisen und Stahl, und sie wissen ganz genau, daß diese ihre Forderung nicht erfüllt werden wird. Die Verstimmung darüber wird sich im Parlament zweifellos Luft machen. Aber man rechnet nicht damit, daß die konservativen Schutzzöllner es bis zum Aeußersten treiben werden. Sollte die englische Regierung was nicht als wahrscheinlich gilt einen all­gemeinen Wertzoll von zehn Prozent vorschla­gen, gültig für alle Waren mit Ausnahme ge­wisser Nahrungsmittel, so würde wahrschein­lich aus den Reihen der Konservativen der Antrag gestellt werden, den Zollsatz auf fünf­zehn Prozent zu erhöhen. Aber auch für die­sen Antrag wäre sicher nur ein Teil der Kon­servativen zu gewinnen. Aus den Reihen der Konservativen droht also dem Kabinett Mac­donald keine Lebensgefahr.

Die Opposition wird es nicht an Angriffen verfassungsrechtlicher Natur fehlen lassen. Aber sie ist gegenüber der kompakten Masse der regierungstreuen Abgeordneten machtlos. Es ist gewiß etwas ganz Neues, daß das Ka­binett in einer so wichtigen Frage in eine Mehrheit und eine Minderheit zerfällt. Aber die Denkart des Engländers ist von jeher auf das Praktische gerichtet gewesen. Der ver­fassungsrechtlichen Theorie nach hat ein Ka­binett, das nicht mit einer einheitlichen Mei­nung vor das Parlament tritt, gewiß seine Bedenken. Aber in der Praxis hat es in dem vorliegenden Falle den Vorzug, daß es den

Bit heutige Kummer umkaht 10 Leisse«