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Nr. IT

Donnerstag, den 21. Januar 1932

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Dee «Wackers Schwabe* kokte de« Klammen des »t«ttsa«tev «chlotzbeandes

S unversehrte Standbild desWackeren Schwa- i" inmitten der halbverkohlten Trümmer des Stuttgarter Schlosses

i den Aufräumungsarbeiten in den Ruinen des Hergebrannten Schlosses stieß man mitten unter 1 Trümmern auf die völlig unbeschädigte Holz- ur desWackeren Schwaben", die während des ieges als Symbol der Opferfreudigkeit im Schlosse aufgestellt wurde.

i>eHstasesah«ev sind starke «sses

ifertebung mit einemSechslage-Küchenchef" as ein Feld von 28 Fahrern innerhalb von 145

Stunden verzehrt

Sechstagefahrer sind starke Esser, denn ein sol- ;s Rennen stèllt unerhörte Anforderungen an den irper. Eine der wichtigsten Persönlichkeiten dieser ewaltprüfung ist der Sechstage-Koch, der für das bliche Wohl von 28 Fahrern und deren 56 Hel- rn zu sorgen hat. Der Koch erhält von jedem Fah- r täglich 45 Mark und hat dafür ihn und seine iei Helfer 145 Stunden lang zu verpflegen. Mit usnahme von Sekt, Kognak und Zigaretten be- mmen die 84 Mann alles, was sie wollen und it 8820 Mark sieben Tage und sechs Nächte lang le diese Wünsche zu erfüllen, ist nicht ganz ein- ch.

Daß die richtige Zubereitung der Nahrung von tßerordentlicher Wichtigkeit ist, wird niemand be- .eiten, denn bei jeder noch so kleinen Verdau- igsstörung ist der Fahrer außerstande, das ennen fortzusetzen oder zu Ende zu fahren. Der emeinschaftskoch muß also das Beste an Lebens- itteln zur Verfügung haoen, damit er die gereiz- n Mägen seiner Schutzlefohlenen auf dem Damm ilten kann. Ueber das, was die Sechstagefahrer ährend eines so langen Rennens zusammenessen - und trinken, erzählt er.

Der Einkauf von riesigen Mengen an Lebens- ütteln beginnt wenige Tage vor dem Rennen. In ster Linie braucht man sehr viel Fleisch, denn die ahrung muß kräftig sein. Beim letzten Berliner Sechstagerennen verbrauchten wir 826 Pfund leisch und Geflügel. Aber auch für Fische schwär- ien die Fahrer, denn sie brauchen viel Ab- »echslung. 60 Schleie, 26 Pfund Heilbutt und 32 stund Kabeljau sind in ihre Mägen gewandert. ;ur Zubereitung all der Speisen benötigten wir 25 Pfund Tafelbutter und 3150 Eier. Hinzu kamen och täglich 60 Liter Kraftbrühe.

An Backwaren verbrauchten wir 2950 Brötchen, 5 Graubrote, 24 Pfund Kuchen und 180 Pfund Teegebäck. Und dann das Gemüse: Da man im Sinter kein frisches Gemüse bekommen kann, greift

man natürlich zu Konserven, mit denen ich stets gute Erfahrungen machte. Beim letzten Sechstage­rennen verbrauchten mir 280 Kilodosen Konserven- gemüse und 260 Kilodosen Obstkonserven, außerdem 48 große Dosen kondensierte Milch, 43 Pfund Kaffee, 4 Pfund Tee und 120 Pfund Zucker. Was sonst noch in den großen Magen der Sechstage­familie verschwindet? Nun: 25 Gläser Honig, 25 Kilo Konfitüren, 15 Kilo Reis, 40 Pfund Käse, 20 Pfund Quäkerpats usw.

Da die Halle, in der die Rennen ausgefahren werden, meist sehr staubig ist, wird natürlich an Getränken nicht gespart. 360 Liter Milch und 30 Liter Buttermilch, 800 Flaschen Fachinger und 250 Selters mußten herbeigeschleppt werden. 950 Fla­schen helles Bier, 150 Flaschen Malzbier und 199 Flaschen Rotwein mußte der Koch beim letzten Rennen verteilen."

Auch beim bevorstehenden 5. Frankfurter Sechs­tagerennen wird das Sechstagefeld wieder aus einer Gemeinschaftsküche verpflegt.

rvaskenvevbste in Stake«

Für den diesjährigen Karneval haben die Polizeibehörden in Italien scharf einschränkende Verfügungen erlassen. Verboten ist vor allem die Verwendung von Gesichtsmasken an öffentlichen Plätzen und Lokalen, die der Öffentlichkeit zugäng­lich sind. Gestattet ist die Gesichtsmaske nur in Theatern und in Ballsälen solcher Lokale, die von der Polizei eine Tanzkonzession haben. Aber auch in diesen Fällen müssen sich die maskierten Per­sonen in geschossenen Wagen zu den Lokalen be­geben. Sie sind außerdem verpflichtet, sich dem Polizeibeamten auf Aufforderung auszuweisen und alle von diesen geforderten Auskünfte zu geben, sowie sich allen Vorschriften zu fügen die im Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit erlassen wurden. Die Kostü­mierung ist dagegen gestattet, sofern das ge­wählte Kostüm nicht gegen die gute Sitte verstößt oder zu Anspielungen Anlaß gibt, die die Gefühle anderer verletzen könnten. Verboten ist es auch, durch Worte oder Gesten andere Personen zu beleidigen oder zu belästigen Ebenso ist es unter­sagt, Waffen irgendwelcher Art zu tragen oder Feuerwerkskörper und andere gefährliche Gegen­stände als Wurfgeschoß zu benutzen. Die ange­drohten Strafen schwanken zwischen 100 bis 1000 Lire, sofern nicht eine höhere Strafe verwirkt ist.

Wie man kn Shkna die Mataeka bsKZmvK

In China will man mit Petroleum ausgezeich­nete Erfolge im Kampf gegen die Malaria erzielt haben. Das Verfahren -derPetroleumbombe" be­steht darin, daß man leere Zigarettenschachteln ver­wendet, deren Boden mit Löchern versehen ist, und die mit Petroleum getränkte Lappen enthalten. Sie dienen dazu, die Teiche und Wasserläufe zu reini­gen, wo sich die Larven der die Malaria verbrei­tenden Mücken entwickeln. Das ebenso einfache wie erfolgreiche Verfahren, das Oel in den Teichen zu verbreiten, wurde von einem Beamten erfunden. Der Bericht der Britischen Verwaltung des Sani­tätswesens für Heer und Marine, der auf dieses Verfahren hinweist, erinnert dabei an die Schwie­rigkeiten, die sich der Malariabekämpfung in Schanghei in den Weg stellen. Die Truppen biwa­kieren in Zelten inmitten der chinesischen Dörfer, die von Mücken übersät sind. Die chinesischen Be­hörden haben nichts unversucht gelassen, um den Kampf gegen die Malaria durchzuführen. Sie be­dienten sich dabei des Schweinfurter Grüns und setzten außerdem in den von Larven durchseuchten Teichen Fische aus, die sich als Feinde der Larven erwiesen haben. Aber gegen das Petroleum pro­testieren die Chinesen wegen des unerträglichen Ge­ruchs und gegen das Schweinfurter Grün, weil das Gift auch ihren Enten gefährlich war, während sie gegen die Fische umso weniger etwas einzu­wenden hatten, als diese Fische weder für die Chinesen noch für die Enten als Nahrung in Be­tracht kommen.

Masse« revkÄneldet Stahl

In zwei bis vier Minuten kann man Eisen durch Wasser zerschneiden. Der Laie wird für diese Neuigkeit zunächst ein ungläubiges Kopfschütteln haben. Hochdruckwasserstrahlen fressen sich mit tou= dem Pfeifen und Kreischen in eine Metallscheibe,

die sich in einer einzigen Minute zwanzigtausendmal um sich selbst dreht. Der Punkt, der mit solch großer Gewalt getroffen wird, ist innerhalb zweier Minuten durchbohrt, wenn die rotierende Scheibe aus rostfreiem Eisen oder rostfreiem Stahl besteht. Bei nitriertem Eisen, das beinahe die Härte des Diamanten besitzt, bauert es immerhin 20 Minuten. Diese Versuche werden gegenwärtig im Laborato­rium zu Ost-Pittsburg vorgenommen. Sie ver­folgen nicht den Zweck, Kaltsägen und --feilen zu ersetzen, sondern sie sollen die technologische Ver. wendbarkeit der Metalle untersuchen. Man will beispielsweise feststellen, wie und woraus die Schaufeln der Dampfturbinen gebaut werden müf- en, damit sie dem Dampfstrom besser standhalten, >er sie mit der Schnelligkeit eines Gewehrgeschosses risst. Wenn hohe Temperatur und hohe Ge­schwindigkeit aus Metalle einwirken, so erliegen diese meist der Beanspruchung, indem sie Material­ermüdung erleiden und zusammenbrechen. Di­widerstandsfähigsten Metalle sestzustellen ist der Zweck jener Versuche, die Hochdruckwasserstrahlen aus rotierende Scheiben richten. Während man sich früher damit begnügte, die Materialprüfungen unter den gewöhnlichen Bedingungen vorzunehmen, setzt man die Stoffe heute Belastungen aus, die das normale Maß durchaus überschreiten.

Zugentgleisung bei Erfurt

Erfurt, 20. Jan. Bei Einfahrt eines Personen­zuges in den Bahnhof Leubingen stürzte gestern abend aus unbekannter Ursache der drittletzte Wagen plötzlich um und brachte die folgenden Wagen zur Entgleisung. Während die Fahrgäste mit'dem Schrecken davonkamen, wurde der Zug­schaffner so schwer verletzt, daß er bald darauf im Krankenhaus starb.

srundfunk-Vvosvamm

Donnerstag, den 21. Januar

6.15: Wettermeldung. Anschließend: Morgen­gymnastik. 7.15: Frühkonzert. 9: Schulfunk. 12.05: Mittagskonzert. 14: Werbekonzert. 15.30: Jugend­stunde. 17.05: Nachmittagskonzert. 18.40: Stunde des Films. 19 05:Ignaz Seipel", Vortrag. 19.45: Wagner-Abend. 20.30: Länder-Querschnitt 3 (Frank­reich in seiner Kunst). 22.13.- Nachrichten. 22.35: Tanzmusik. ___________________________________

von des ^twodühne.

Lentrallheater.Der Stolz der 3. Kom­pagnie". Dröhnende Lachsalven begleiten die einzelnen Etappen dieses ungemein lustigen und stilechten Militärschwankes, dem eine Art Sonder­stellung auf seinem übermäßig stark strapazierten Gebiete gebührt. Heinz Rühmann als Musketier Dieftelbecf gehört unstreitig zu den luftigsten Fi­guren die der Tonfilm bisher brachte. Seine Er­lebnisse als falscher Leutnant, seine tollen Streiche als Offiziersbursche und seine immerwährenden Kämpfe mit dem Feldwebel Krause (Fritz Kampers) sind geradezu zwerchfellerschütternd. Sein bald spitzbübisch-freches, bald ungeheuerlich naiv gemim­tes Auftreten bildet den Höhepunkt der übermütigen Handlung, die auf eine geradezu köstliche Ver­ulk ung hinausläuft und mit dem glänzend vorbei­gelungenen Empfang eines von Adolf Wohlbrück mit Eleganz und Charme dargestellten Duodez­fürsten -abschließt. Ein Sonderlob ist noch für die kesse Trude Berliner fällig. Im Beiprogramm läuft ein eindrucksvoller Attenberger'scher Naturfilm und ein an Situationskomik reicher Kurztonschwank, der gleichfalls stark belacht wurde.

Modernes Theater.Der Draufgänger". Der blonde Hans (Hans Albers), das Filmideal un­serer Zeit, stellt sich diesmal als Hamburger Hafen­polizist vor. Er ist einer Verbrecherbande auf den Spuren und gleichzeitig ist er in eine Liebes­geschichte verwickelt. Es geht zu wie früher bei Harry Piel, sehr aufregend, sehr spannend und sehr turbulent. Der blonde Hans boxt alles zusammen und es gelingt ihm nicht nur, einen Perlendiebstahl aufzuklären, sondern auch noch einen Mord aufzu­decken. Er ist eben ein Mordskerl, der alles kann» und wenn er am Schluß mit seinem Mädel in den Raum verschwindet, an dessen Tür die Tafel hängt, für Unbefugte verboten, so sind wir sicher, daß er auch hier Sieger auf der ganzen Linie bleiben wird. Hans Albers spielt in seiner frischen, zu- packenden Art den Helden, salopp und gewitzt, eine feine Mischung. Das Publikum ist begeistert über diesen neuen Filmheros. Ein hübsches Beiprogramm rundet den Abend ab.

Mit dem Ssgelsirigreug übe« die Alpe«

Güncher Groenhoff

der erfolgreiche deutsche Segelflieger, hat einen motorlosen Flug über die Alpen von Zürich nach Davos ausgeführt. Groenhoffs Maschine wurde von einem Motorflugzeug ins Schlepptau genommen und bis auf eine Höhe von 2848 Meter gebracht.

vereine, Versammlungen

Turn- u. Fechlclub (Donnerstagsgymnastik). M heute findet die Turnstunde wieder regelmäßig statt Evang. Kasino (Gesangsabtlg.). Heute abend 8.30 Uhr Generalversammlung. Alle Sänger müs­sen unbedingt erscheinen. 82

Gesangverein der Marienkirche. Heute abend feine Chorstunde, dagegen wird am nächsten Donnerstag vollzähliges Erscheinen erbeten. 81 Kath. Männerverein. Heute 20.30 Uhr Mon.-Ders«

Reninevhttse

Monatliche Beiträge für November 1931

Dunlop Co. 100 Mk.; W. C. Heraeus, Dr. W. Heraeus je 50 Mk.; Quarzlampengesellschaft 30 Mk.; G. Siebert, C. A Traxel je 25 Mk.; Mainzer u. Bruchfeld, L. A. Pelissier je 10 Mk.; Apotheker Krug, Dr. Heip, Tietz A.-G., Wronker A.-G., Dr. Klemm je 5 Mark.

Monatliche Beiträge für Dezember 1931

Dunlop Co. 100 Mk.; Dr. W. Heraeus 50 Mk.Z Quarzlampengesellschaft 30 Mk.; C. A. Traxel, G. Siebert je 25 Mk.; L. A. Pelissier, Mainzer u. Bruchfeld je 10 Mk.; Tietz A.-G., Wronker A.-G., Dr. Heip, Apotheker Krug je 5 Mark.

vierteljährliche Beiträge November 1931

Dr. Nußbaum u. Nelckenstock 20 Mk.; Zeh n. Schien, Jakob Ullmann, Gebr. Hirschmann, Major v. Buttlar je 10 Mk.; J. Lorenz Michel, G. A. Korff, F. Eckhard, Lang u. Hasselbaum, Fr. Satzinger, Theater-CafL, Backes u. Co., Conrad Fuß, Hans Repp, Leop. Wetzlar, Treuhand A.-G. je 5 Mk.; M. W. 4 Mk.: Theodor Viereck, Heinrich Rang, Karl Fuchs, Heinrich Heintz, Fr. Ullmer. W. Rödiger, W. Zentner, Ph. Biermann, Hirsch­sprung, Fr. Pierre Meerbott je 3 Mk.; Schlosser, W. Klaff, Jak. Himmler u. Sohn, Fritz Fricks, Ernst Leuchter Nachf., Wilh. Heyn, Hch. Reus, L. Weiler je 2 Mk.; Bräutigam, A. I. Zilg, Ph. Weisborn, Hch. Lehn je 1 Mk.; Fr. Ludwig Kuntz 5 Zentner Kohlen.

Vierteljährliche Beiträge im Dezember 1931

Berlizheimer Söhne A.-G. 15 Mk.; Louis Ditter, H. Zwernemann je 5 Mk.; Dilgen, Jakob Koch je 3 Mk.; Max Strohmeyer, H. Klenk, Chr. Fuchs, Bruno Staus, W Wörner, Joh. Kost, Brei- tenbücher je 2 Mk.; Sinzel-Uhrig, Lambert, Ewald je 1 Mk.; Fr. Rumpf, W. Klaus, Leop. Kretzler, Friedr. Beilstein, Anton Glaab je 10 Brote; Aug. Weidert, Joh. Reußwig, H. Schneider je 8 Brote; Joh. Jünger 6 Brote; Diefenbach, I. Bach, K. Halin, Maier je 5 Brote; Reuhl, Bauer je 3 Brote; Seb. Schwind 3 Zentner Briketts; Ludwig Hain 1 Zentner Briketts; Joh. Siegm. Deibel, Kneifel Nachf., Julius Müller, Carl Sichel Söhne, Ed. Schlingloff Lebensmittel.

Vvau«kÄWe1sev ânfeeven aus frischem Gemüse hergestellt

Junge Erbsen .... 2 pfd.-DoSe 90,684

Junge Erbsen mittelfein 2 Pfd.-Dose 98, 80.4

Gemischtes Gemüse

aus frischen Erbsen, Karotten, Spargel > a hcrgestellt . 2 Pfd.-Dose 1.30, 85, <5

Junge Schnittbohnen .,

2 Pfd.-Dose 85, 60,

Spinat..........2 Pfd.-Dose 524

sämtliche Sorten Spargel, feinste Bohnen, feinste irbsen, echte Karotten, Kohlrabi, Sellerie, Pilze.

Jeden Tag frisch gebrannten Kaffee ausgiebig, wohlschmeckend, Pfund 1.90, 2.40, 2.50, 3.-, 3.20, 3.50, 3.80, 4.-

66. S. LoKow

gegründet 1788

Das Haus der besten Qualitäten

Tel. 2139 u. 3403 Markt 13