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Freitag, den 15. Januar 1932

Nr. 12

Schuldnern aber gewährte man langfristige Kredite. Hier wurden zwei Pole geschaffen, die sich ab­stießen, und so war es unvermeidlich, daß der Krach kommen mußte, wobei sich herausstellte, daß die gewährten Kredite in auffälligem Mißverhältnis zu den verfügbaren Mitteln standen. Die Kredite wurden auch, ohne daß Deckung vorhanden war, gegeben. Die Buchführung war absolut nicht in der Reihe, und das ganze System war durch und durch morsch, zumal auch ein höchst merkwürdiges Vertrauensverhältnis zwischen Aufsichtsrat und Vorstand bestand. Es ereignete sich, daß Vor­standsmitglieder an die Genossen ein Rundschreiben erließen, in dem sich die Abschrift des Strafregisters eines Aufsichtsratsmitglieües befand. Nach lang­dauernder Voruntersuchung ist nunmehr Anklage gegen die Hauptbeteiligten erhoben worden, und es dürften die eigenartigen Machinationen bei dem Unternehmen in Bälde Gegenstand gerichtlicher Erörterung werden.

Prozeß Hertel und Genossen In der Berufungsinstanz mildere Urteile

: Nach dreitägiger Verhandlung beendete die irrste Strafkammer als Berufungsinstanz den Fall Hertel und Genossen. Bekanntlich hatte das Große Schöffengericht im September v. I. den Kauf­mann Georg Hertel zu zweieinhalb Jahren Ge­fängnis, den Kellner Heinrich Schellberg zu zwei; Jahren drei Monaten Gefängnis und den Pertre-! ter Ludwig Draese wegen gewerbsmäßiger Hehlerei! zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt. Hertel und Schellberg wurden des gemeinschaftlichen und fort­gesetzten Betrugs und Betrugsversuchs schuldig be­funden und Hertel auch wegen Konkursvergehens bestraft. Hertel betrieb bekanntlich einen Großhan­del mit Lebensmitteln, Weinen und Spirituosen. Nach dem Gutachten des Büchersachverständigen Dr. Treutel wurden 61 Warenlieferanten um rund 40 000 Mark geschädigt. Die Verurteilten legten Berufung durch ihren Verteidiger, Dr. Malende für Hertel, Dr. Theo Blumenthal für Schellberg und Dr. Schönberg für Draese, ein. Die Strafkammer gelangte zu einer wesentlich milderen Beurteilung des Falles, sprach Draese frei und erkannte gegen Hertel auf anderthalb Jahre Gefängnis, gegen Schellberg wegen Beihilfe auf neun Monate Ge­fängnis.

Falsche leiefonarbeitet als Kellerelnbrecher

: Die Polizei warnt dringend vor zwei Ein­brechern, die als Telephon oder Telegraphenarbei­ter die Wohnungen auffuchtem, um die Oertlichkeiten kennenzulernen. So «ist im Ostend eine ganze An­zahl Kellereinbrüche begangen worden, nachdem vorher die falschen Telephonarboiter dagewesen waren. Es wird dringend empfohlen, solche Leute, wenn sie keinen amtlichen Ausweis vorzeigen kön­nen, nicht in die Wohnung zu lassen.

Aus Kah und Seen

Mord in Offenbach

Offenbach a. m 14. Jan. Die in den 50er Jahren stehende pensionierte Postbeamtin Kreuzer ist gestern abend in ihrer Wohnung, Ludwig­straße 123, ermordet aufgefunden worden. Da die Ermordete bereits seit Donnerstag vergangener Woche nicht mehr gesehen worden war, ist anzu­nehmen, daß die Tat bereits vor acht Tagen aus- gsführt worden ist. Die Frau war geifesselt und ge knebelt. Alle Behälter waren durchwühlt, doch steht bisher noch nicht fest, ob ein Raubmord vorliegt. Näheres muß die noch im Gange befindliche poli­zeiliche Untersuchung ergeben.

Zu dem Mord erfahren wir noch, daß die Be­wohner des Hauses am vergangenen Donnerstag Hilferufe der Frau hörten, ihnen aber keine Bedeu­tung beilegten u. der Sache weiter nicht nachgingen. Erst als es auffiel, daß die Kreutzer sich nicht mehr sehen ließ, benachrichtigte man am Mittwoch die Polizei. Man nimmt an, daß es sich um einen Raubmord handelt. Die Ermordete, die seit acht Jahren im Ruhestand lebte, bezog eine monatliche Pension von 240 RM. Sie war sehr freigiebig und bezahlte des öfteren in Wirtschaften Freunden und auch Unbekannten die Zeche. Sie dürfte einem Mann in die Hände gefallen sein, der mit ihr in die Wohnung gegangen ist und viel Geld bei ihr vermutete. Bis jetzt konnte noch nicht ermittelt werden, ob die Ermordete Geld in ihrer Wohnung aufbewahrt hatte. Eine goldene Damenuhr hat der Täter liegen lassen. Die Ermittlungen nach dem Täter werden dadurch erschwert, daß der Mord erst nach eine Woche entdeckt worden ist.

Das FamNZersdvama in Damn- stadt

vier Todesopfer

Darmstadt, 14. Jan. Das gestrige Familien- drama in der Heinheimerstraße, bei dem die fünf­köpfige Familie Drohmann gasvergiftet aufgefun- den wurde, hat zwei weitere Opfer gefordert. Nach dem bereits gestern die zwei jüngsten Kinder des Ehepaares gestorben waren, find heute mittag die 12-jährige Tochter im Krankenhaus und der Ge- bührenerheber Drohmann der Gasvergiftung eben­falls erlegen. Es ist neuerdings sehr fraglich ge­worden, ob die einzige Ueberlebende der ehemals fünfköpfigen Familie, die Ehefrau Drohmann, ge­rettet werden kann. Ihr Zustand hat sich heute in den Abendstunden ebenfalls verschlimmert, so daß man das Schlimmste befürchten muß.

Vir Rille gegen Riebt und Rheumatismus.

Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister? Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das Uebel an der Wurzel.

Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mit­tel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet; aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie die folgenden Briefe:

Pflichtgemäß erstatte ich Ihnen meinen aller-

Dvaud des Iivkus Gaevasank in Antwerpen

Stostb-Gavvakaurv evASvt:

Seine Brandstiftung

Aus Antwerpen wird gemeldet: Hans Stosch S a r r a s a n i sprach sich, wie die Belgische Tele- graphen-Agenthur meldet, dahin aus, daß seiner Meinung nach das Feuer im Zirkus nicht auf Brandstiftung zurückzuführen sei. Sarrasani unterstrich »eiter die freundliche Anteilnahme, mit! der ihn die Antwerpener Bevölkerung empfangen j

GarrafaniS Elefanten

Jenny", die zärtlicheMary". der Lieblingselefant Die Liebe der (Elefanten zu ihrem Herrn Elefanten als Akrobaten

Die niedergebrannte Zeltstadt nach der Katastrophe

Sarrafanis 22 Elefanten waren weltberühmt. 12 von ihnen sind in Antwerpen soeben eines furchtbaren Feuertodes gestorben. Wer (Gelegenheit hatte, die Elefanten zu beobachten, weiß, daß hier ein wahrhafte Tiertragödie sich ereignet hat, denn Sarrafanis Elefanten hatten Menschenverstand. Unheimlich berührte die Klugheit dieser Riesentiere, die trotz ihrer ungeheuren Kräfte* zahm waren, wie die Kinder und voll zärtlicher Gefühle wie junge Mädchen. Wenn der Direktor Stofch-Sarrasani in Laz gewaltige Zelt trat, wo die Elefanten der Ruhe pflegten, da war es gleichgültig, ob tiefe Nacht herrschte und die Elefanten in festem Schlummer lagen. Sie fühlten, daß ihr Herr da war, der sie verwöhnte und verzärtelte und sie liebte wie Freunde. Diese Liebe wurde von ihnen mit einer Leidenschaft erwidert, die etwas Rührendes und Erschütterndes hatte. Kein Schlaf war zu tief, als daß sie nicht sofort erwacht wären und mit wahr­haften Posaunentönen ihren Herrn begrüßt hätten. Mancher Faulenzer, der seinen Gefühlen nicht seine Nachtruhe opfern wollte, wurde von den an­deren begeisterten Elefanten durch Stöße und Schläge mit dem Rüssel gezwungen aufzustehen und in den allgemeinen Jubel miteinzustimmen. Das Zärtlichste der Riesentiere warJenny". Sie war das klügste Tier, das man sich denken konnte, für Liebesdienst ebenso empfänglich, wie gegen Ge­hässigkeiten nachtragend.Jenny" konnte sich noch nach Monaten erinnern, wenn irgend ein Artist ihr Unrecht getan hatte, und wehe, wenn sie ihm irgendwo begegnete. Er konnte dann einen Schlag bekommen, an den er wochenlang dachte. Das Lieblingstier des Direktor Stofch-Sarrasani war Mary", der Riesenelfant. Hans Stosch stellte sich vorMary" hin undMary" erhob sich auf den beiden Hinterfüßen, stand mit ihrem gewaltigen Körper fast senkrecht da, die turmartigen Vorder­beine gewissermaßen auf den Schultern des Direk­tors, den Rüffel hoch erhoben. Bei der geringsten Unvorsichtigkeit hätteMary" ihren Freund und Direktor zu,einer formlosen Masse zerdrückt. Aber man konnte sich auf dieses kluge Tier verlassen. Trotz seiner ungeheuren Masse stand es wie aus Eisen da und rührte sich nicht, denn es wußte, daß es den Freund nicht verletzen durfte. Auch die anderen Elefanten hatten eine große Liebe zu Hans Stofch-Sarrasani, der sich hauptsächlich gerade

Bedenkliche Lage der Landwirtschaft des Kreises Schlüchtern

8 Schlüchtern, 13. Jan. Mit welchen wirtschaft­lichen Schwierigkeiten und -Nöten die kreiseinge­sessene Landwirtschaft zu kämpfen hat, ging aus einer Aeußerung von Landrat Dr. Müller vor der Dürgergemeinschaft des Kreises hervor, in der er ausfuhrte, daß seitens der Landwirtschaft des Krei­ses Schlüchtern nicht weniger als nahezu 100 000 RM an landwirtschaftl. Umlangen nach Kassel geschuldet werden, darunter befinden sich noch erhebliche Rückstände aus den Jahren 1928/29.

Tödlicher Motorradunfall

Pfungstadt, 14. Jan. In der vergangenen Nacht fuhr der 23jährige Sohn des Schweinehänd­lers Salg aus Pfungstadt in Eberstadt kurz vor der

besten Dank für die wahrhaft wundervolle Heilung meines langjährigen Gichtleidens durch Ihre ge= schätzten Gichtosint-Tabletten.

Kostspielige Bäder sowie Einreibungen aller Art waren erfolglos, durch ein Inserat wurde ich auf Ihre Tabletten aufmerksam. Nach Gebrauch der ersten Kur fühlte ich mich schon geheilt. Ich kann jetzt wieder als 53jährige Frau laufen wie eine von 18 Jahren, stehe morgens schmerzlos auf und gehe abends ohne Schmerzen zur Ruhe, zur Freude unserer ganzen Familie. Ich bin jetzt wieder dank Gott und Ihrer werten Tabletten seelensmunter, wie neu geboren, und kann daher mit bestem Ge­wissen jedem Gichtleidenden Ihre werten Gichto- sint-Tablotten auf das beste empfehlen, da die-

habe. Er habe in Antwerpen nur Unterstützung und Beistand bei Behörden, Presse und Bevölkerung ge­funden. Sarrasani sprach dem Militär seinen Dank für die Hilfe aus, die ihm bei dem Unglück geleistet wurde. Wenn die Feuerwehr mit solcher Verspä­tung eingetroffen sei, so sei dies nur auf das Ab­kommen zwischen Stadt und Vororten über Hilfe­leistung bei Bränden zurückzuführen. Falls es in Lüttich zu einigen Zwischenfällen gekommen sei, so seien diese bald beigelegt worden.

mit diesen vorweltlichen Riesen der Tierwelt be­faßte. Wenn der Direktor auf Reisen war und mehrere Tage die Elefanten nicht gesehen hatte, dann war sein Eintritt in das Elefantenzelt für die Tiere ein wares Freudenfest, ebenso wie für ihn selbst. An allen Bewegungen dieser gewaltigen Wesen, die so vorsichtig und zart sein konnten, wie Kinderpflegerinnen, könnte man erkennen, wie groß ihre Freude war, den Herrn wiederzusehen. Auch bei den Vorführungen im Zirkus kam dieses Freundschaftsgefühl zwischen Herrn und Tieren zum Ausdruck. Die Elefanten Sarrafanis waren Artisten und Akrobaten von ungewöhnlichen Lei­stungen. Während der Direktor in ihrer Mitte stand, folgten sie dem leisesten Wink, setzten sich auf niedrige Sessel und waren gehorsam wie kleine Kinder, daß es manchmal geradezu lächerlich wirkte. Das Meisterstück der Dressur war dasKopfstehen". Das war eine Leistung, die man nur glauben konnte, wenn man sie gesehen hatte. Die unge Heuren Fleischmassen, die scheinbar die unbeweg­lichsten und ungraziösesten Wesen der Welt bilde­ten und ungefüge und schwerfällig einhergingen, konnten plötzlich die Gelenkigkoit und Geschmeidig­keit der besten Artisten erlangen. Wenn Sarrasani ihnen den Befehl gab, dann neigten sie ihren schwerfälligen Kopf, erhoben die Hinterbeine und standen tatsächlich auf ihrem Kopf. Ein zärtliches Wort, das ihnen nachher zugerufen wurde, war ihnen genügend Belohnung. Die Elefanten achteten bei der Vorführung mit größter Sorgfalt auf jede Handbewegung ihres Meisters, denn sie wollten ihn erfreuen, indem sie gute Leistungen zeigten. Es war geradezu ein Wettstreit unter den Tieren, denn jeder wollte es am besten. Wenn ein Elefant zerstreut war und nicht auf seine Pflicht achtete, dann konnte er gewärtig sein, von den anderen Tieren, die sich ihrer Aufgabe bewußt waren, energisch gerüffelt und zurechtgewiesen zu werden. Wenn die Vorstellung zu Ende war, gingen die 22 Riesentiere stolz aus der Manege, um ihr Futter zu erhalten. Tausend Zentner Heu und andere Nah­rungsmittel reichten nicht besonders lange. Nun ist ein großer Teil dieser herrlichen und klugen Tiere den Flammen zum Opfer gefallen, die offenbar von fanatisiertem Pöbel entfacht wurden.

Sandbachbrücke im Nebel mit seinem Motorrad gegen einen Baum. Er zog sich dabei so schwere Perletzungen zu, daß er, ohne das Bewußtsein wie­der erlangt zu haben, heute mittag im Krankenhaus verstarb. Der mitfahrende Fuhrmann Crößmann kam mit leichteren Perletzungen davon.

An den Unrechten gekommen

Fritzlar, 14. Jan. Ein Landwirt aus dem Kreisort Niedervorschütz, der sich abends auf seinem Fahrrad auf der Heimfahrt befand, wurde im Walde bei Melgershausen von zwei jungen Bur­schen an gehalten. Sie hielten eine Stange quer über die Straße und riefen:Geld oder das Leben!" Der Landwirt ließ sich jedoch nicht einschüchtern, sprang vom Rade und versetzte dem einen der Strolche einen kräftigen Fußtritt und dem andern einen

BMMESEMEMgMW!T

selben bei mir wirklich Wunder geleistet haben, und spreche nochmals meinen allerbesten Dank aus.

I. W. in B.

Ich bekam einen schweren Gelenkrheumatismus, alle angewandten Mittel versagten bei mir. Da ließ ich mir das empfohlene Gichtosint von Ihnen sen­den, und dies tat Wunder bei mir. Meine strenge Ausdauer wurde durch völlige Heilung belohnt, obgleich ich schon fast verkrüppelt war. Ich habe dies gute Mittel schon oft empfohlen und werde es weiter tun. Ich hoffe, daß dies der beste Dank gegen Sie ist. M. B. in B.

Solche Briefe besitze ich über elftausend (nota­riell beglaubigt), und nun hören Sie weiter:

Gicht und Rheumatismus können nur von

Faustschlag ins Gesicht, worauf sie schleimigst im Walde verschwanden.

mit Musik die Möbel zerschlagen

Eltville a. RH., 14. Jan. Nachdem der Fuhr mann Stefan Endres, der mit seiner Familie in Unfrieden lebt, in einer Wirtschaft stark dem Wein zugesprochen hatte, kam ihm ein nicht alltäglicher Gedanke. Er verpflichtete die Musikkapelle, ihn mit Musik nach Hause zu bringen. Vor seiner Wohnung ließ er die Musikanten sich aufstellen und befahl ihnen, ein Ständchen zu spielen. Dann ging Endrez in seine Wohnung, u. unter den KlängenWer will unter die Soldaten" zerschlug er sämtliche Fenster­scheiben und alle Gegenstände in seiner Wohnung. Viele Menschen sahen seinem Treiben zu, bis die Polizei einschritt.

Aus aller Mett

GvubettunsMtk

Zwei Bergleute durch giftige Gase getötet

Hindenburg, 15. Jon. Auf dem Herr­mannsschacht der Sönigin-Luise-Grube ereignete sich heute nacht ein schweres Unglück. 2 Bergleute wurden durch giftige Gase getötet und 7 erkrankten.

SSlavetvvoretz

Berlin, 14. Jan. Der Sklarekprozeß dauert nun­mehr bereits ein Vierteljahr, ohne daß ein Ende ab­zusehen ist. Man rechnet mit einer Progehdauer bis Mai oder Juni d. Js.

Zu Beginn der Donnerstagverhandlung wandte sich der Angeklagte Hoffmann in einer längeren Er­klärung dagegen, daß der Vorsitzende in einer frühe- ren Sitzung eine Anerkennung, die Hoffmann im Ge­schäftsbericht für 1929 zu erblicken glaubt, nicht gel­ten ließ. Hoffmann ruft aus: Dann könnte man auch die Organisatoren der anderen Banken dafür ' verantwortlich machen, daß das Reich 573 Mill. RM zur Bankunterstützung verwenden mußte.

Im weiteren Verlauf der Verhandlung wurde Rechtsanwalt Bahn, der Verteidiger des Angeklag- ; ten Hoffmann, plötzlich aus dem Saal gerufen. Er kam erregt wieder zurück und erklärte: Ich muß dem , Gericht leider mitteilen, daß ich mich entfernen muß, da ich eben die Nachricht bekommen habe, daß mein ; Sohn verunglückt sein soll.

Die Verhandlung wurde darauf unterbrochen, bis ein Pertreter für den Verteidiger gestellt ist. Nach einer längeren Pause teilte der Vorsitzende mit, daß nach seiner Ansicht eine Fortsetzung der Verhandlung heute nicht möglich sei. Mit einem Wiedererscheinen ; des Rechtsanwaltes Bahn fei nach dem traurigen Vorfall nicht so bald zu rechnen. Der Angeklagte Hoffmann habe sich aber damit einverstanden erklärt, ' daß der Referendar des Rechtsanwalts Bahn Teschke ihn vertreten würde. Die Verhandlung wird auf Freitag vertagt.

Reichsgericht verwiest die Revision im Tkchevwonren- säischevpvoreß

Leipzig, 14. Jan. Der II. Strafsenat des Reichs­gerichts verwarf heute nach mehrstündiger ö«. Handlung entsprechend dem Anträge des Reichs­anwalts die Revision im sogenannten Tscherwon- zenfälscherprozeß. Damit sind die vom Landge­richt I Berlin mit Urteil vom 21. Juli vorigen Jahres gegen vier der Angeklagten verhängten Strafen rechtskräftig geworden. Sie lauteten gegen den Kaufmann Schawa Karmunidze wegen fort­gesetzten gemeinschaftlichen, teils vollendeten^ teils versuchten Münzverbrechens und fortgesetzter Ur­kundenfälschung auf insgesamt 2 Jahre 10 Monate Gefängnis, gegen den Privatsekretär Basilius Sadathieraschwili wegen Münzverbrechens und Be­truges auf zwei Jahre Gefängnis, sowie gegen den Elektroingenieur Georg Belk aus Ecking bei Rosen­heim und den Kaufmann Wilhelm Schmidt aus Nürnberg wegen gemeinschaftlichen Betruges in einem Falle auf 300 bzw. 1500 Mark Geldstrafe.

Dev LüSeüev Aevztevvsretz

Schluß der Beweisaufnahme

Lübeck, 14. Jan. Am Donnerstag wurde im Lübecker Aerzteprozeß endlich die Beweisaufnahme geschlossen. Der Verteidiger Dr. Altstaedts über­reichte dem Gericht noch eine Mitteilung des Pasteurinstituts, nach der insgesamt 405 466 Säug­linge zwischen dem 1. 7. 24 und dem 31. 12. 31 mit dem Calmettemittel gefüttert worden seien. Der Vorsitzende richtete weiter an Prof. Deycke und Dr. Altstaedt die Frage, ob ihnen bekannt gewesen sei, daß Professor Calmette für die Herstellung des B. C. G. ein Speziallaboratorium gefordert habe. Dr. Altstaedt bejahte dies. In den entsprechenden Ausführungen Prof. Calmettes heißt es, daß man keine menschlichen Tuberkelbazillen oder andere Bazillen in den Raum, der als Laboratorium diene, bringen dürfe und daß die Instrumente, die man bei der Züchtung der B. C. G. verwende, ausschließ­lich diesem Zweck vorbehalten werden müssen.

Ein drittes Todesopfer in Schreiberhau

Schreiberhau, 14. Jan. In der vergange­nen Bacht ist auch Frau Amlsgerichtsrat Theissing aus Breslau ihren bei dem Bobunglück am Diens­tag erlittenen Verletzungen erlegen.

Steigende Influenza-Epidemie in England

London, 14. Jan. In der letzten Woche sind in London und den großen Städten Englands 412 Todesfälle infolge von Influenza eingetreten. In der Vorwoche betrug die Zahl der Todesfälle in der Weihnachtswoche 140.

innen heraus wirklich kuriert werden, durch Ent­giftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diese müssen heraus, sonst nützt alles Einreiben und Warm­halten nichts.

Zur Beseitigung der Harnsäure dient das Gichtosint. Sie können das glauben oder nicht, aber Sie sollen keinen Pfennig dafür ausgeben, ehe Sie sich überzeugt haben.

Teilen Sie uns Ihre Adresse auf einer Post­karte sofort mit und adressieren Sie diese an: Gene- raldepot der Viktoria-Apotheke, Berlin A 334, Friedrichstraße 19; es geht Ihnen dann vollständig kostenfrei eine Probe Gichtosint mit weiteren Auf­klärungen und genauer Gobrauchsanweisung zu