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Van au «Stadt und Land

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Der Berliner Korrespondet der Londoner Times" sagt, wenn Präsident von Hindenburg im Alter von 84 Jahren nach einem Leben, das nur dem Dienste für den Staat geweiht war, sich bereit erklärt hat, wieder als Präsident zu kandidieren, so würde das ein schweres Opfer und nicht ein poli­tisches Mannöoer sein. Dr Sinn der Wiederwahl würde darin liegen, daß sie eine Bekundung zur Einigkeit sein würde.

Wie wir erfahren, hat der Reichsinnenminister aufgrund der Beschwerde des Angriffs das Verbot dieser Zeitung aufgehoben. Das preußische Innen­ministerium will, wie dieVoss. Ztg." berichtet, von dem in der Pressenotverordnung der obersten Lan- desbehörde eingeräumten Recht Gebrauch machen und wegen der Aufhebung desAngriff"-Derbotes durch das Reichsinnenmimsterium die Entscheidung des Reichsgerichts anrufen.

Die Deutsche Studentenschaft Halle hat folgend» Erklärung ausgegeben: Die Deutsche Studenten­schaft an der Vereinigten Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg betrachte den Burgfrieden an der Universität von Herrn Professor Dehn durch die persönlichen und gehässigen Ausführungen in seiner SchriftDokumente zum Halleschen Universitäts­konflikt" als gebrochen.

In Bamberg wurde in ihrer Wohnung die 76 Jahre alte Frau Kunigunde Uebel und deren 44= jährige schwachsinnige Tochter erstickt aufgesunden. Durch einen schadhaften Kamin war der Fußboden ungebrannt und der Rauch hatte die beiden Frauen erstickt. *

Bei dem Vortrieb der Rettungsstrecke auf der Grube Karsten-Zentrum machte man gestern einen Durchschlag nach der zerbrochenen Dorrichtungs- strecke. Man suchte dort einige Zeit genau nach etwaigen Verschütteten, fand aber niemand und setzte deshalb den parallelen Vortrieb in der Kohle fort. Man hofft, das Ziel, die Abbaustrecke 1, im Laufe der kommenden Nacht zu erreichen.

Bei der Bergbaugruppe Hamborn der Vereinig­ten Stahlwerke fanden gestern in Gegenwart von Vertretern der Regierung und der Bergbehörde die Verhandlungen über die angezeigte Entlassung von 1200 Bergleuten und 70 Angestellten statt. Die Entlassung wurde vom Regierungsvertreter ge­nehmigt. Die Kündigungen erfolgen für die Ar­beiter am 15. Januar zum 31. Januar, für die An­gestellten je nach den tariflichen bzw. vertraglichen Vereinbarungen.

* Der englische Wirtschaftler Sir Walter Layton sprach über die gegenwärtige finanzielle Lage der Well, wobei er betonte, daß ein wirtschaftlicher Wiederaufbau ohne eine Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich nicht möglich sei. Eine solche Vereinbarung könne aber nur zustandekom­men, wenn sie mit der Zustimmung und Unter­stützung der Hitlerpartei erfolge.

Im Brest-Litowsker Prozeß wurden zehn An­geklagte der polnischen Opposition zu hohen Ge­fängnisstrafen verurteilt. *

Laval mit der Bildung der neuen Regierung beauftragt, hat in der vergangenen Nacht das neue Kabinett gebildet. Er selbst hat das Außenmini­sterium mit übernommen.^

Die Zahl der Arbeitslosen in Schweden betrug Ende November 1931 77 250, was eine Zunahme um rund 20100 gegenüber dem Stande vom Ok­tober bedeutet. Ende November 1930 betrug die Zahl der Arbeitslosen 24 800.

Der größte Teil der japanischen Matrosen, die in Tsingtau zum Schutze des japanischen Generalkon­sulats gelandet worden waren, ist gestern abend auf Ersuchen des Bürgermeisters von Tsingtau zu­rückgezogen worden. Der Bürgermeister hatte das Versprechen abgegeben, daß die Chinesen für Schutz von Leben und Eigentum der Japaner sorgen wür­den.

Die britische Polizei besetzte gestern das Kongreß- gebäude in Allahabad und hißte die britische Flagge. Das Gebäude war der indischen Nation von dem verstorhenn Pandit Motital Nehru gestiftet wur­den.

Nach einer russischen* amtlichen Meldung be­absichtigt die chinesische Regierung unter Führung Sunfvs in den nächsten Tagen zurückzutreten. Die Gründe dieses Rücktrittes werden vorläufig noch nicht bekannt gegeben.

Allgemeines Duecheinandev

Berlin, 13. Ian. Welche Entwicklung die weiteren Verhandlungen über die Frage der Präsidentschaflswahl nehmen wird, läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen. Die Regierung bemüht sich nach dem Fehlschlag, den sie erlitten hat, vorerst im Hintergrund zu bleiben. Wan erklärt in der Umgebung des Kanzlers, daß man die Schritte der Instanzen abwarten will, die sich zu erneuter Initiative berufen fühlen. Di^ schon erwähnten Ver­handlungen zwischen den Vertretern der Wittelparteien, die dem Ziele dienen sollen, ein Komitee von unabhängigen Persönlichkeiten außerhalb der Parteigrenzen zu bilden, um von ihm zu einer Volkswahl Hindenburgs auf rufen zu lassen, sind auch heule nachmittag fortgesetzt worden. Einen neuen weg schlägt wahraun vor. Die jungdeutsche Bewegung hat beim Reichsinnenminister einen Antrag auf Zulassung eines Volksbegehrens über die Amtsverlängerung Hindenburgs eingereicht. Der nationalsozialistische Reichstagsabgeordneke Dr. Frick erstatte in einer Rede in Kempten, wenn das Kabinett Brüning bis zur Reichs­präsidentenwahl nicht verschwunden sei, würden die Rationalsozialisten aus ihren Reihen einen wann nehmen, auf den sie sich hundertprozentig verlassen könnten.

MabemmS Skttfvuf

Berlin, 13. Jan. Der Hochmeister des Jung- deutschen Ordens, Arthur M a h r a u n, hat im Zu- fammenhang mit dem gemelbeten Antrag auf Zulassung eines Volksbegehrens über die Amts­verlängerung Hindenburgs folgenden Aufruf er­lassen:

Der Reichspräsident von Hindenburg hat seine Bereitwilligkeit erklärt, das Amt des Reichspräsi­denten in der schicksalsschweren gegenwärtigen Zeit weiterzuführen, falls eine entsprechende Mehryeit des Reichstages ihre Zustimmung geben würde. Der Versuch, eine solche Mehrheit zustandezubrin- g?n, ist gescheitert. In der Erörterung eine Volks­wahl Hindenburgs treten die Gegensätze der Par­teien bereits erneut in den Vordergrund und es liegt die große Gefahr vor, daß ein neuer Streit darüber entbrennt, wessen Kandidat der Reichsprä­sident von Hindenburg ist. Es liegt ferner die Ge­fahr vor, daß zum mindesten ein kommunistischer Gegenkandidat aufgestellt wird. Es ist unbedingt notwendig, die Einhsit zu erhalten, welche das deutsche Volk trotz aller vorhandenen Gegensätze in seinem Glauben an Hindenburg besitzt. Die Jung- deutsche Bewegung hat daher bei der zuständigen Stelle die Zulassung eines Volksbegehrens auf Volksentscheid über folgendes Gesetz beantragt:

Unter Außerkraftsetzung entgegenstehender Be­stimmungen der Reichsverfassung, insbesondere der Artikel 41 und 43, wird die Amtsdauer des Herrn Reichspräsidenten von Benekendors und Hindenburg um weitere 7 Jahre verlängert.

Die jungdeutsche Bewegung ruft alle Deutschen auf, alle Sonder interessen zurück­zustellen und an der Durchführung dieses

Lavton über den wirtschaft­lichen Wiederausbau

»Sitte Beseitigung der Kevavatisne» ist aufs tiefste zu wünsche»"'

London, 14. Ian. Der Direktor der Finanzwirlschafts-Ableilung des Völkerbundes Sir Walter Layton hielt gestern auf einem Essen des 80er Eighby-Elubs eine Rede über die Finanzwirtschaft der Welt.

Layton führte u. a. aus: Die Schuldenfrage ist der wichtigste der Faktoren, die die Depression der­art verschlechtert haben, daß die Gefahr des Zusammenbruchs des gesamten Wirt, schaftssystems besteht. Was die jetzige Lage Deutschlands betrifft, so ist die Re­serve der Reichsbank wieder außerordentlich gering und ihre Fähigkeit zu Rückzahlungen sei nicht groß. Die Wirtschaftstätigkeit ist um 20 bis 25 Prozent gesunken und die völlige Zer­störung des Wirtschaftslebens drohe. Deshalb müsse so schnell wie möglich an den Wiederaufbau ge= gangen werden, aber er ist unmöglich, weil der Strom des Kapitals sich nicht in Bewegung setzen lasse, so lange die Gefahr bestehe, daß die jetzige Lage wiederkehrt.

Es ist deshalb zwecklos, eine vorläufige Regelung zu treffen.

Ein Moratorium hat keinen Wert, denn es be­deutet abwarten. Der Redner sprach die Ansicht aus, die deutsche Auffassung, daß die Ge­samtheit der Kriegsschulden restloz annulliert wer­den solle, sei u n w i r t s ch a f tl i ch , denn letzten Endes müsse doch jemand bezahlen. Niemand könne behaupten, daß Deutschland überhaupt nichts zahlen könne. Er sei klar, daß Deutschland etwas

Volksbegehrens, sowie des nachfolgenden Volks­entscheides mitzuarbeiten.

*

So wohlgemeint der Vorschlag der Jung- deutschen im Interesse des Ansehens unseres Reichspräsidenten von Hindenburg sein mag, so muß man, wenn man sich vor Augen hält, wieviel Zeit eine Volksbefragung in Anspruch nimmt, doch sagen, daß diese Aktion aussichts­los ist. Selbst wenn sie die Mehrheit für das Volksbegehren durch die erforderliche Anzahl von Stimmen beibringen, vergehen wieder Wochen bis zur Ankurbelung des verfassungs­mäßig vorgeschriebenen Volksentscheides, und es wird sicher Juni, bis diese Aktion ihren Ab­schluß findet. Inzwischen läuft aber die Amts­zeit des Reichspräsidenten ab. Es muß also ohnehin auf Grund der Verfassung zwischen dem Volksbegehren und dem Volksentscheid der Jungdeutschen die Wahl des neuen Reichsprä­sidenten erfolgen.

K«WS -Kampka-kase an das -Kabinett Bvünins

München, 13. Jan. Bei einer national­sozialistischen Kundgebung in der Allgäuer Tierzucht­halle, an der etwa 2000 Personen teilnahmen, sprach der ehemalige thüringische Staatsminister Dr. Frick über das ThemaDer Weg zur Freiheit". Im Rahmen seiner Ausführungen beschäftigte sich der Redner auch mit der Verlängerung der

(Fortsetzung auf Seite 2)

bezahlen könne, wenn ein Plan aufgestellt werde, dessen Einfluß während der Zeit der Depression durch Aufschub ausgeschaltet werden könne, oder der so abgefaßt werde, daß er überhaupt keine Störungen verursache.

Layton fuhr fort, was die Reparations - f rage betreffe, so ist es von wesentlicher Bedeu- tung, daß es zu einer Vereinbarung kommt.

Eine Beseitigung der Reparationen wäre aufs tiefste zu wünschen, weil dadurch eine unauf­hörliche Quelle der Gereiztheit und der Geistes­verfassung der Kriegszeit beseitigt werden würde.

Wenn sich dies durch Vereinbarung erreichen ließe, würde der Gewinn tausendfach sein. Wenn Frank­reich seine Stellung wirklich sichern wolle, dann könne es garnichts besseres tun, als die Führung zu übernehmen und vorzuschlagen, die Reparationen zu beseitigen. oder auf eine rein nominelle Zahl von Jahren zu vermindern.

Der wirtschaftliche Wiederaufbau ist ohne fran­zösisch-deutsche Vereinbarung unmöglich. Zu einer solchen kann es aber nur kommen, mein sie mit der Zustimmung und Unterstützung der Hillerpartei erfolgt.

wivkliche Lösung oder Pfuscharbeit ?

Die französische Presse regt sich immer noch gewaltig über die Tributabsage des Kanzlers auf. Sie möchte immer noch von einer bös­willigenZerreißung" des Poungplanes reden, während der Kanzler doch nur die Schlußfolgerungen gezogen hat, die sich aus der einmütigen Ansicht aller internationalen Wirt­schaftssachverständigen ergeben. Als neuen Be­weis für die Richtigkeit der deutschen Auf­fassung kann man einen Artikel in der eng­lischen ZeitschriftEconomist" anführen, die als Wirtschaftsorgan eine führende Stellung in der ganzen Welt einnimmt. Der Artikel stammt aus der Feder von Sir Henry Stra­to s ch, der einen ebenso gut begründeten Ruf hat wie die Zeitschrift, in der sein Artikel ver­öffentlicht wird. Der Inhalt des Artikels könnte auf der Lausanner Konferenz als Leitfaden für die Verhandlungen dienen.

Der Verfasser geht davon aus, daß der Weltkrise mit Palliativmitteln nicht abgeholfen werden kann. Das Grundübel ist nach feiner Ansicht die Deflation, die den Absatz der Güter hemmt und auf diese Weise in allen Produktionsländern dieselben Zeichen vor. Wirtschaftsnot Hervorrufk. Der Hauptgrund für die steigende Deflation aber ist die Zahlung der Reparationen" und der politischen Schulden. Der englische Sachverständige weist darauf hin, daß Deflation die Folge sein muß, wenn in jedem Jahre hunderte von Millionen Dollars für Reparationen eingetrieben werden, die in Gold gezahlt werden müssen, weil die Gläubiger auf ihrer Zahlung in Gold bestehen. Die Deflation, die dadurch hervor­gerufen wird, beträgt nach den Berechnungen des englischen Sachverständigen das Zehn- bis Zwanzig, fache der Summe, die anReparationen" alljährlich aufgebracht werden muß. Diese Steigerung ist ganz natürlich, da man durch die Ausquekschung Deutschlands die Absatzmöglichkeit sämtlicher Pro- duktionsländer hemmt und zunichte macht. Die Losung kann also nur lauten: Verzicht aufRepa- rationen und politische Zwangszahlungen, damit der Deflation ein Ende gemacht werden kann.

Es wird sich in Lausanne darum handeln, ob sich diese wirtschaftliche Einsicht durchsetzen kann oder ob die politische Verblendung aber­mals den Sieg davon trägt. Was kann damit geholfen sein, daß man Deutschland für ein paar Jahre die Zahlung vonReparationen" erläßt, um sie dann nur mit verstärktem Nach­druck und in größeren Beträgen einzutreiben? Handelt man so, so verhilft man nur der De­flation von neuem zur Blüte und stört aber­mals den natürlichen Kreislauf, in dem sich Handel und Wandel international bewegen müssen, wenn nicht die größte Verwirrung ein­treten soll. Die Lektion, die der ganzen Welt durch die Entwicklung der Dinge erteilt wor­den ist, sollte wahrlich genügen.

Die britishe Botschaft in Berlin

über die Wirtschaftslage in Deutschland

London, 13. Jan. Das Ueberseehandelsaml veröffentlicht einen Bericht der beiden Handelssach­verständigen der britischen Botschaft in Berlin über die Wirtschaftslage in Deutschland bis zum Sep­tember 1931. Darin heißt es: Die Kontrolle der auswärtigen Zahlungsmittel, die verminderte Kaufkraft und das allgemeine Sinken des Lebens­standards werden die Einfuhr nach Deutschland auf einem Minimum halten, und es kann nicht erwar­tet werden, daß die Nachfrage nach Gütern, auch nach solchen Gütern, die bisher guten Absatz in Deutschland gesunden haben, aufrechterhalten wird. Unter diesen Umständen kann den kommenden 12 Monaten nur mit Sorge entgegengeblickt wer­den, so groß auch das vertrauen in eine spätere Zukunft sein mag.

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