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Ämeigev für^

Kanarr Stadt

Land

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Nr 8

Montag de«

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. " Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Sezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Äezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.,Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3951,3958

11. Lauuav

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Reichskanzler Dv. Bvünkng weM eine Zwischenlösung zuvütk - Das politische Zahlungsstzftem

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Amevika sagt: SelbftvevftSndlkch r

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Die Verhandlungen über die Präsidentschasts- rage habe auch am gestrigen Sonntag nicht geruht. 1 a. hat auch ein Besuch des Vorsitzenden der Oeutfd)nationalen Partei, Reichstagsabgeordneten Dr. Hugenberg, bei Reichskanzler Dr. Brüning tattgefunden. Die Entscheidung soll heute nachmit- äg fallen.

Der Parteiführer der Deutschen Volkspartei, Dingeldey, hat dem Reichskanzler gegenüber erklärt, ) die Deutsche Volkspartei selbstverständlich die Erhaltung der Präsidentenschaft des Reichspräsiden­ten von Hindenburg als oberstes Ziel ihrer Ueber- tegungen betrachte und dieses Ziel allen taktischen Erwägungen unterorLne.

*

Wie wir erfahren, ist nun eine Einigung über Las Konferenzdatum der Lausanner Konferenz er­zielt worden. Die Konferenz beginnt am 25. Jan. Diese Verschiebung geht auf den Wunsch Frankreichs zurück; England und Deutschland haben sich damit einverstanden erklärt. *

* Die seit dem Streckeneinsturz auf der Karsten- Zentrum-Grube am vergangenen Montag abend ununterbrochen durchgeführten Bergungsarbeiten sind nach Ueberwindung ungeheurer Schwierigkei­ten von Erfolg begleitet gewesen. Gestern wurden Verschüttete lebend geborgen.

Der Jahresbericht ber Newyorker Ehane Na­tional Bank enthält folgendes aus Berlin gekabelte Ausführungen Wiggins: Die deutschen Bankiers be­wiesen bei den Stillhalte Verhandlungen einem auf­richtigen Geist der Mitarbeit und auch die Gläu­bigerbankiers zeigten Entgegenkommen. Sie beab­sichtigen nicht, Len Kredit in solcher Weise zurückzu­ziehen, daß Deutschland dadurch Verlegenheiten be­reitet werden. Ein weit größerer Betrag Kurzkre­dite tönte liquidiert werden, wenn das Ausland Reichsmark annähme. Da jedoch die Kurzkredite in Auslandsdevisen zahlbar sind, hängt die Liquidie­rung von der Fähigkeit Deutschlands ab, sich diese Devisen zu verschaffen. Es liegt daher im Interesse der Gläubiger, ebenso wie Deutschland, die Gold- Unb Devisenreserve der Reichsbank zu schützen.

Der Berliner Polizeipräsident Grzesinski ist gestern abend in Begleitung von Polizeimajor Sieffer in Paris eingetroffen. Grzesinski will das Pariser Verkehrswesen und die im Hinblick auf die Arbeitslosigkeit getroffenen Maßnahmen studieren.

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Die Zahl der unterstützten Erwerbslasen in Ber­lin betrug am 1. 1. 1932 497 986 Personen, gegen­über 381 576 am 1. Januar 1931. Die Steigerung betrug also im Laufe des Jahres 1931 rund 30,5 v H. Da die Reichshauptstadt 4,3 Millionen Ein- ' wohner zählt, ergibt sich, daß jeder achte Berliner Erwe rb slo se nu nte rst ützun g b ezieht.

Gsslâvungen des -Kanzlers

B e 11 i n, 9. Ian. Auf seinen Wunsch hin wurde der englische Botschafter Sir Horace Rumbold vom Reichskanzler empfangen, der ihm in einer mehr als einstündigen Unter­redung ausführlich die Stellung der deutschen Regierung in der Reparationsfrage darlegle. Der Kanzler ließ hierbei keinen Zweifel darüber, daß es das Ziel der deutschen Regierung sei, eine endgültige Lösung der Tributsrage herbeizuführen und daß diese Lösung nach ihrer Auffassung nur in der völligen Streichung der Repara­tionen bestehen dürfe, da die deutsche Regierung sich von einem bloßen Moratorium und einer Fortsetzung der Zahlungen nach seinem Ablaus keine wirliche Besserung der Lage versprechen könne.

Am Samstag abend hat Reichskanzler Dr. Brüning einem Pressevertreter gegenüber erklärt, es liege klar zutage, daß Deutschlands Lage ihm die Fortsetzung politischer Zahlungen unmöglich mache.

London, 9. Jan. Unter der Überschrift Deutschlands Ultimatum veröffentlicht derSfar- ein Reulertelegramm aus Berlin über einen Be- such des englischen Botschafters Sir Horace Rum­bold, beim Reichskanzler Dr. Brüning am Freitag nachmittag. Hierbei verständigte der deutsche Kanz­ler den englischen Botschafter davon, daß Deuksch-

Konferenz dringend für die vollständige Streichung der Reparationen eintreten.

Nach einer Pariser Meldung wurde die Mit­teilung desStar" in Paris als die Ankündigung einer' offiziellen Zahlungsverweigerung Deutsch­lands aufgefaßt. Eine Havas-Meldung aus Ber­lin berichtigte schließlich die Londoner Darstellung

land weder jetzt noch in der Zukunft irgendwelche bin berichtigte schließlich die Londoner Darstellung Reparationen zahlen könnte, wenn das wirtschaft- 1 dahingehend, der Reichskanzler Brüning habe dem liche Leben der Welt wieder belebt werden solle, englischen Botschafter lediglich erklärt, Deutschland Die deutsche Abordnung müsse aus der Lausanner I könne gegenwärtig feine Reparationen zahlen, und

«ach 144 «Stunde« lebend

der

geborgen

Sieben Obfer des Gebkessschlases ans -kavsten- Zentvum noch lebend

Beuthen, 10. Ian. Das Oberbergamt Breslau keilt mit: Die Rettungsarbeiten auf Karsten-Z entrums-Grube haben den hocherfreulichen Erfolg gehabt, daß von den durch

einen Gebirgsschlag verschütteten 14 Bergleuten nach sechs Tagen sieben Leute lebend geborgen worden sind. Die Geretteten sind verhältnismäßig wohlauf, wenn auch z. T. recht schwach. Nur zwei von ihnen sind äußerlich verletzt. Das Schicksal der übrigen Verschütteten ist noch ungewiß, doch ist mit dem Tode der meisten zu rechnen. Die Bergungsarbeiten sind äußerst

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Die Regierungskommission im Saargebiet hat die Aufführung des UfafilmsYorck" für Las Saar- gebiet verboten.

Gestern fand eine Sitzung der Reichsparteileitung der Großdeutschen Volkspartei Oesterreichs statt, bei Ler Justizminister Dr. Schuerff über die außenpoli­tische Lage belichtet?. Es wurde eine Entschließung angenommen, die sich gegen den Plan einer Donau- förde r atro n wie überhaupt gegen jegliche Abmachung ohne Einvernehmen mit Deutschland ausspricht.

Die Trauerfeier für den verstorbenen Kriegs­minister Maginot wurde gestern abgehalten. Mi­nisterpräsident Laval hielt die Gedächtnisrede, in der er u. a. sagte: Maginot tritt ab am Vorabend der Genfer Konferenz, wo er in Frankreichs Namen vor den versammelten Nationen noch einmal unsere traditionelle Doktrin bekräftigen sollte. Der Sarg wurde in die Kapelle des Jnvalidendoms gebracht und wird von dort heute früh nach dem Heimatort

des Verstorbenen, Revigny (Maasdepartement), zur Beisetzung üüergeführt werden.

Em japanisches Kavallerieregiment erlitt gestern nacht bei einem Zusammenstoß mit einer starken Abteilung mandschurischer Banditen, deren Zahl auf ungefähr 5000 geschätzt wird, westlich von Tschint- schau schwere Verluste. Ein Oberst, vier Offiziere, 15 Mann wurden getötet, 20 verwundet. Japanische Verstärkungen wurden eiligst auf Len Weg gebracht.

*) Näheres siehe im politischen Teil.

schwierig.

Am Sonntag nachmittag, also nahezu nach sechs Tagen, ist es gelungen, zunächst mit vier der ver­schütteten Bergleute und später mit drei weiteren die Verbindung aufzunehmen. Gegen 17.30 Uhr konnte man sich schon unmittelbar mit ihnen verstän- ständigen, zum Teil durch Klopfzeichen. Die Ber- gungsarbeiten gingen fieberhaft weiter und hatten kurz nach 18 Uhr den Erfolg, daß der aus Liechowitz stammende Füller Paul Kulpok als erster nach 144 Stunden fo gut wie unversehrt und anscheinend auch verhältnismäßig frisch gebor­gen werden konnte. Der Gerettete feiert heute ein seltsamer Zufall den 25. Geburtstag.

Bis 20 Uhr sind noch der verheiratete För­dermann Alois Starozinski aus Mie- chowitz und der gleichfalls verheiratete R o h r - legerAlfred Slama aus Beuchen ins Knapp­schaftslazarett eingeliefert worden.

Bis 21.30 Uhr waren der in Schwientochlowih wohnhafte verheiratete Häuer Josef klu- kwoski und der ledige Fördermann Emil Ludwig aus Kars, beide mit Fleischwunden, ins knappschaftslazarelt eingeliefert worden.

Zwei weitere Gerettete befinden sich noch unter Tage, um sie allmählich an den Luftdruck zu ge­wöhnen.

Beukhen, 10. Jan. Die beiden letzten der im Laufe des heutigen Tages auf der Karsten-Zentrum- Grube aufgefundenen, noch lebenden Verschütteten, der verheiratete Füller Paul Nowak aus Beuthen und der ledige Fördermann Milli Marek aus Beuthen, sind ins knappschaftslazarelt eingeliefert worden, Nowak mit leichten Fleisch, wunden, Marek mit leichtem Beinbruch.

Ueber die glücklichen Umstände, die zu der Auf­findung der 7 Bergleute geführt haben, erfahren wir, daß sie ihr Leben dem Weiterarbeiten der Frisch­luftzufuhr zu verdanken haben. Das über ihnen zusammengebrochene Gestein bot ihnen noch einen engen Unterschlupf.

Sie geretteten Bergleute berWen

Beukhen, 10. San. Ueber den Hergang der Rettung der sieben von den vierzehn

eingeschlossen Bergleuten erfahren mir u. a. folgendes: Sonntag nachmittag gegen drei Uhr kam der Bohrer der Rettungsmannschaften pählich in einen leeren Raum. Diese Tatsache wirkte auf die Mannschaft wie ein elektrischer Schlag, denn sie bedeutete, daß die Strecke dahinter nicht zerbro­chen war. Das entstandene Bohrloch wurde mit größter Vorsicht erweitert, und man Hörle alsbald auch Klopfzeichen, die sofort erwidert wurden. Als die Oefknung groß genug war, wurde in sie hinein- geleuchlet. Zu aller Erstaunen und zur freudigen Ueberraschung sah man 5 Bergleute enganeinder- gekauerl sitzen. Der Held, der Eingeschlossenen ist der 30 Jahre alle Rohrleger Slama, dessen Humor und Energie die Kameraden vor dem Aeußersien be­wahrt hat und der immer wieder aufmunterle.

Wie die Geretteten erzählen, haben sie von Brotreffen gelebt und ihren Durst ge- stillt, in dem sie das sich an dem Kaltpreßluftrohr infolge der Untertagehitze bildende S ch w e i ß w a s - s e r der Reihe nach ableckten. Die sie weiter erzäh­len, sind sie bei dem Gebirgsschlag zunächst zerstreut worden. Einer hat dann immer nach dem anderen gesucht, bis sie endlich zu sieben beisammen waren. In den ersten 5 Stunden waren sie ohne Licht. Dann fanden sie durch einen glücklichen Umstand Streichhölzer und noch etwas Karbid, das sie mit äußerster Sparsamkeit benutzten. Sie wußten ganz genau, daß heute Sonntag war.

Das Erste, was die Geretteten verlangten, waren Zigaretten; sie wurden ihnen sofort gegeben. Gleich­falls verlangtes Getränk wurde nur nach ärztlicher Anordnung mit größter Vorsicht und schluckweise ver­abreicht. In einer 100 INeler-Strecke sind nach den bisherigen Feststellungen durch den Gebirgsschlag etwa 60 Meter zu Bruch gegangen. Die zu den Ge­retteten vorgetriebene Stoßstrecke durch die Kohle war nur 1,50 Meter hoch und 1 Meter breit, von den anderen Verschütteten können die Geretteten nichts sagen, da sie von diesen keine Lebenszeichen bemerkt haben.

[er zweifle daran, daß Deutschland jemals in her Lage sein werde, die Reparationszahlungen aus­zunehmen.

Brüning über die Keva- oationen

Berlin, 9. Jan. Die britische Regierung hat den beteiligten Mächten als Zeitpunkt für die Repara­tionskonferenz in Lausanne nunmehr den 25. Januar vorgeschlagen. Die deutsche Regierung hat diesem Vorschlag zugestimmt. Wie mir Horen, wird die Führung der deutschen Abordnung Reichs« kanzler Brüning selbst übernehmen. Außer ihm sind als Delegierte der Vizekanzler und Reich-mmr- ster der Finanzen Dietrich sowie der Reichswirtschafts­minister Warmbold in Aussicht genommen Bert Reichskanzler wird der Staatssekretär des Auswär­tigen Amtes, von Bülow, begleiten. Im übrigen wird sich die Abordnung aus den zuständigen Sachbera* tern der beteiligten Reichsstellen zusammensetzen.

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Liste der deutschen Delegation für die Reparatrons- konferenz, ân Lausanne empfing Reichskanzler â. Brüning heute den Ehefredakteur des WTL. Die- ser wies darauf hin, daß diese amtliche Nachricht die politische Oeffentlichkeit naturgemäß sehr inter­essiere, und fragte, welche Gesichtspunkte bei der Zusammensetzung der Delegation beachtet worden seren.

Der Reichskanzler betonte einleitend, daß der bevorstehenden Reparalionskonferen; in Lau­sanne eine sehr große Bedeutung zukomme. Er habe es daher nicht nur in seiner Eigenschaft als Reichsaußenminister, sondern auch als Reichskanzler, dem nach der Verfassung die Be­stimmung der Richtlinien der Politik zufalle, für feine Pflicht gehalten, trotz der Fülle feinet sonstigen Amtsgefchäfte die Führung der De­legation selbst zu übernehmen.

Der Pressevertreter wünschte dann Auskunft über die Haltung der deutschen Delegation «in Lau­sanne, da diese 'Haltung der Reichsregierung und der deutschen Delegation noch nicht genügend klar umrissen und in der Öffentlichkeit bekannt sei. _

Der Reichskanzler unterdrückte fein Erstaunen über diese Frage nicht und betonte, daß irgend ein Zweifel an der Haltung der deutschen Delegation in Lausanne doch nicht gut möglich sei. Er brauche in dieser Hinsicht nur auf die verschiedenen deutschen Verlautbarungen der letzten Zeit hinzuweisen, wo­bei er die amtlichen Aeußerungen anläßlich des Neujahrsfestes und seine eigene Rundfunkrede vom 7. Dezember erwähnte. Es gelte jetzt für die be­teiligten Mächte, die Schlußfolgerungen aus dem Bericht der Basler Sachverständigen zu ziehen Der Bericht habe noch einmal die gewaltigen Dimen­sionen Ler Weltkrise aufgezeigt und vor allem die verheerenden Folgen geschildert, die diese Krise gerade für Deutschland mit sich gebracht habe. Er führe der Welt die bis an die äußerste Grenze gehenden Maßnahmen vor Augen, die in Deutsch­land jur Bekämpfung der Krise ergriffen worden seien und erfemne von ihnen an, daß sie in der modernen Gesetzgebung ohne Beispiel daständen. Zugleich beweise der Bericht aber, daß einseitige deutsche Maßnahmen nicht auzreichen könnten, daß vielmehr die Lage Deutschlands, die in weitem Maße die Ursache für die steigende finanzielle Lähmung der Welt sei,

gebieterisch ein gemeinsames Handeln der Re­gierungen, und zwar ein sofortiges Handeln fordere.

Dafür, wohin die Entschließungen der Regierun­gen gehen müßten, gebe der Bericht, wenn er auch auf formulierte Vorschläge verzichte, doch gcknz klar die Richtlinien an. Er zeige die tatsächliche Zah-. lungsunfähigkeit Deutschlands und zeige darüber hinaus, in welchem engen ursächlichen Zusammen­hang gerade die deutschen Reparationszahlungen mit der ganzen gegenwärtigen Lage stehen. Dabei stelle der Bericht ausdrücklich fest, daß sich hie Voraussetzungen, von denen seinerzeit die Verfas­ser des Youngplanes ausgegangen seien, grund­legend geändert hätten. Hiermit, so betonte der Reichskanzler, sei im Grunde alles gesagt.

Es liege klar zutage, daß Deutschlands Lage ihm die Fortsetzung politischer Zahlungen unmöglich mache. Ebenso klar sei, daß jeder Versuch, das System solcher politischen Zahlungen aufrecht zu

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