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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage.
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9. Sarmas
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Präsidentenwahl durch den Reichstag?
Neue KebenrSbvrse Slmtszett Ktudeubmrgs durch «er«dstasswahl? - Noch NnseNSvthett auf
bet Rechten - Heute Entscheidung
* Der Plan der Reichsregierung geht auf eine Wiederwahl Hindenburgs mit siebenjähriger Amtszeit durch eine qualifizierte Mehrheit des Reichstags. Die Entscheidung wird heute fallen.
Die Stillhalteverhandlungen in Berlin, die bisher nicht recht vom Fleck gekommen sind, sollen, wie man hört, auf dem Wege eines Kompromisses beendet werden, und zwar so, daß Deutschland auferlegt wird, gewisse Rückzahlungen an die Gläubigerbanken zu leisten, daß ihm aber gleichzeitig die Möglichkeit gegeben wird, diese Rückzahlungen in dem Augenblick zu stoppen, wo die Devisenlage es gebietet. Man glaubt, daß auf Grund dieses Kompromisses mit einem baldigen Ende der Verhandlungen zu rechnen sei.
Wie wir erfahren, rechnet man in unterrichteten Kreisen damit, daß das Werk der Sozialversicherungsform, das im Reichsarbeitsministerium gegenwärtig vorbereitet wird, dem Reichstag noch bei seiner Februartagung vorgslegt werden kann. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage geprüft, ob die Grenze der Angestelltenivrsicherungspflicht entsprechend der allgemeinen Einkommenssenkung herabgesetzt werden soll.
Eine Kundgebung der NSDAP. im Berliner Sportpalast wurde kurz nach ihrem Beginn von dem überwachenden Polizeiossizier aufgelöst, weil der Hauptredner Dr. Goebbels heftige Angriffe gegen den Berliner PolizeioizepräsiLenten Dr. Weiß richtete. Die Versammelten gingen nach Absingen eines nationalsozialistischen Kampfliedes in Ruhe auseinander.
•
♦ Die Gesamteinnahmen der Deutschen Reichspost werden für das Rechnungsjahr 1931 voraussichtlich etwa 150 Millionen RM unter dem Voranschlag liegen. Für das Rechnungsjahr 1931 werden die Ausgaben der Reichsbahn die Einnahmen um über 500‘ Millionen RM überschreiten.
Während im Jahre 1930 in Preußen 30 Personen (darunter 7 Männer und 23 Frauen) ihren 100. Geburtstag begehen konnten, waren es im Jahre 1931 nur 18 Personen (9 Männer und 9 Frauen). Allen Jubilaren hat der preußische Ministerpräsident zu ihrem 100. Geburtstag ein Glückwunschschreiben und eine Ehrentasse sowie ein Geldgeschenk übermitteln lassen.
Im anhaltischen Landtag wurde gestern der sozialdemokratische Ministerpräsident Deist mit den Stimmen der Linken wiedergewählt. Die Rechte hat bereits einen neuen Mißtrauensantrag gegen das Staatsministerium gestellt.
Die Befreiung der im Ruhrkohlenbergbau unter Tage beschäftigten Arbeiter und Angestellten sowie ihrer Arbeitgeber von der Beitragspflicht zur Ar- , beitslosenversicherung ist über den 31. Dezember 1931 hinaus bis zum 31. März 1932 verlängert worden.
In der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer zu Berlin wurde für 1932 zum Präsidenten der bisherige Vizepräsident Dr. Karl Gelpcke gewählt. Zu Vizepräsidenten wurden wiedergewählt die Herren Heinrich Grünfeld, Kom.-Rat Martin Michalski und Dr. Johannes Philipp Vielmetter, neugewählt Dr. Victor Meyer in Firma Ehemische Fabrik Grünau, Landshoff & Mayer A.-G.
Der österreichische Außenminister Schober hat jede Teilnahme Oesterreichs in einer Föderation der Donaustaaten ohne Deutschland für unmöglich erklärt.
Der Präsident des englischen Handelsamtes in der letzten Arbeiterregierung, William Graham, ist am Freitag abend an den Folgen einer schweren Lungenentzündung gestorben.
• Briand hat gestern Lav-l gegenüber seine Rücktrittsabsichten zum Ausdruck gebracht. Die Demission wird für morgen erwartet.
Aus Bombay wird gemeld-i: F?r Indien wurden besondere Richter ernannt, die die Vergehen gegen die Notverordnungen zu ahnden haben werden und Vollmacht haben, Strafen bis zu sieben Jahren Gefängnis zu verhängen.
Der interimistische Vorsitzende des Indischen Kongresses Ansari ist verhaftet worden.
*) Näheres siehe im politischen Teil.
vor der Entscheidung
V e r l i n, 8. Ian. Die Entscheidung über die Aktion der Reichsregierung, die eine parlamentarische Verlängerung der Amlsdauer des Reichspräsidenten von Hindenburg bezweckt, dürfte praktisch im Laufe des Samstag fallen. Am Samstag findet die Unterredung zwischen Hugenberg und Hiller statt, in der die Führer der beiden politischen Parteien der Rechtsopposikion ihre Ansichten austauschen und ein gemeinsames Vorgehen in der Frage der Reichspräsidentenwahl feststellen werden.
Wie wir erfahren, handel« es sich bei der ver- längerung der Amtsperiode des Reichspräsidenten um eine regelrechte Neuwahl und zwar durch den Reichstag, wozu die Zweidrittel7 Mehrheit notwendig ist. Der Demokratische Zei- tungsdiensi gibt folgende Darstellung der Absichten der Regierung, die diese unverständlicherweise bisher vertraulich gehalten hat: „Es handelt sich bei dem zur Beratung stehenden Gesetzentwurf nicht um eine Verlängerung der Amtsdauex des Reichspräsidenten, sondern um eine Neuwahl durch den Reichstag. Der Gesetzentwurf sieht eine Neuwahl durch den Reichstag mit einer siebenjährigen Amts- dauer vor. Es ist der Entscheidung des Reichspräsidenten von Hindenburg überlassen, wann er von seinem Amte zurücktreten wird. Dabei muß aber bedacht werden, daß nun nicht grundsätzlich die Neu. wobt des Reichspräsidenten durch den Reichstag stattfinden soll. Durch diese Fassung des SvU-y entwurfes wurde ein Teil der Bedenken ausgeräumt, die sich gegen die Verlängerung der Amtsdauer des Reichspräsidenten richten. Eine gesetzliche Festlegung der Verlängerung um ein halbes oder um ein Jahr hätte zu einer Verminderung der Autorität des Reichspräsidenten im Volke führen können. Das aber mußte auf jeden Fall vermieden werden, gerade angesichts der bedeutungsvollen politischen Entscheidungen, die der Reichspräsident von Hindenburg noch zu treffen hat. Weiter muß mit aller Deutlichkeit darauf hingewiesen werden, daß es die unerschütterliche Voraussetzung des Reichsprä- fidenlen von Hindenburg für seine Amtstätigkeit ist, daß an die Neuwahl keine wie immer geartete Bedingungen geknüpft werden."
Gelingt es also für die Amtsverlängerung Hindenburgs eine gemeinsame Plattform für alle Parteien von den Nationalsozialisten bis zu den Sozialdemokraten zu finden, dann könnte man etwa für Ende der nächsten Woche mit einer Zwischentagung des Reichstags rechnen. Es.würde dann die für 1932 erwartete Präsidentenwahl hinfällig, und an Stelle einer Volkswahl Hindenburgs die unbefristete Verlängerung seines vom deutschen Volke im Jahre 1925 erhaltenen Mandats treten im Sinne einer neuen siebenjährigen Amtsperioüe.
Nke Neutschuattouale« und die KekchspvâKdentensvage
Berlin, 8. Jan. Die Deutschnationale Volkspartei im Wahlkreis Berlin veranstaltete heute abend acht große Kundgebungen. Im Nationalhof sprach der Pressechef der Deutschnationalen Dolkspartei Brosius, der sich vor allem mit den Erörterungen über die Frage der Amtsverlängerung des
Briand tritt zurück:
Laval bietet Briand bett Vaste« eines Staatsministevs ohne Portefeuille an
Paris, 8. Jan. Nach einer spät nachts ausgegebenen Havasauslassung wird es immer wahrscheinlicher, daß Laval nicht nur einen neuen Kriegsminister, sondern auch einen Nachfolger für Briand zu bestimmen haben werde, da Briand wegen seines Gesundheitszustandes genötigt sei, dem Ministerpräsidenten sein Portefeuille zur Verfügung zu stellen. In diesem Falle würde Laval Briand den Posten eines Staatsmini - sters ohne Portefeuille anbieten. Es fei natürlich verfrüht, die Frage zu erörtern, wie Briand ein solches Angebot aufnehmen werde. Kaum vor nächsten Mittwoch dürfte Laval nach kurzer Befragung der hauptsächlichsten Politiker selbst darüber urteilen können, ob er mit einiger Erfolgaussicht die Bildung eines neuen Kabinetts auf der Grundlage einer erweiterten Mehrheit versuchen könne, oder ob er sich auf eine einfache Umbildung des jetzigen Kabinetts durch Ersetzung der freigewordenm Ministerposten beschränken werde.
Reichspräsidenten beschäftigte. Er führte aus, daß die Besprechungen am Samstag und die Beratungen der deutschnationalen Reichstagsfraktion die endgültige Entscheidung bringen würden. Heute aber müsse schon gesagt werden, wenn die Regierung ihr Vorgehen damit begründe, daß sie eine Reichspräsi- üentsnwahl während der außenpolitischen Verhandlungen vermeiden wolle, dann hätte sie diesen Schritt drei Monate früher unternehmen sollen, ehe die außenpolitischen Verhandlungen schwebten. Heute müsse ein solcher Schritt als eine Vertrauenskundgebung für die Regierung Brüning angesehen werden. Die Regierung wisse aber ganz genau, daß die Deutschnationalen und die gesamte nationale Opposition dies Vertrauen zu ihr nicht hätten. Die Regierung würde der Nation einen größeren Dienst erweisen, wenn sie noch vor der Konferenz von Lausanne zurücktreten würde. — Die Ausführungen der Redner in den anderen Versammlungen gipfelten in einer scharfen Polemik gegen die Notverordnungspolitik der Reichsregierung und in der Forderung, daß bei den kommenden Verhandlungen keine „Zwischenlösung" angenommen werden dürfe.
München, 8. Jan. Die D e u t s ch n a t i o n a l e Volkspartei in Bayern veranstaltete am Freitag abend eine Kundgebung, in der der Vizepräsident des Reichstages Graef-Thüringen zu dem Thema: „1932, das Jahr der Entscheidungen" sprach. Der Redner kritisierte zunächst die letzten Notverordnungen und erklärte dann zur Frage der Verlängerung der Reichspräsidentschaft Hindenburgs, daß er sich einer solchen Verlängerung widersetzen müsse, ohne damit an der Person des Feldmarschalls Kritik üben zu wollen. Reichskanzler Dr. Brüning habe nur deshalb bis auf den heutigen Tag regieren können, weil er Hindenburg für feine Diktatur-Politik gewonnen habe. Wenn die Deutschnationale Volkspartei nach siebenjähriger Amtsperiode Hindenburgs ihm nicht mehr mit den gleichen Gefühlen gegènüberftehe wie bet feiner Wahl, so sei das die Schuld des Reichskanzlers, der auch für die Notverordnungs- und Erfüllungspolitik verantwortlich sei.
Die ÄluSKchie«
Berlin, 8. Jan. Ueber den Ausgang der ganzen Aktion läßt sich im Augenblick ein Urteil noch gar nicht fällen. Sicher ist nur, daß die Sozialdemokratie bereit wäre, dem Vorschlag der Verlängerung der Amtszeit zuzustimmen, aber nur dann, wenn ein Eintreten der Rechten für die Verlängerung ohne irgendwelche politischen Bedingungen erfolgt. Das haben die sozialdemokratischen Führer dem Kanzler gestern abend auch gesagt. Jetzt wird man abwarten müssen, wie die Antwort der Harzburger Front lautet.
Paris, 9. Jan. „Journal" und andere Blätter berichten, daß der Entschluß Briands, seine Demission zu geben, gestern im Verlauf einer Unterredung, die Laval und Briand hatten, zum Ausdruck gebracht worden sei. Der Außenminister habe Laval auseinandergesetzt, daß er gegenwärtig nicht die mit den großen Konferenzen verbundenen Mühen auf sich nehmen könne, da er gezwungen sei, sich auszuruhen. Laval habe vergeblich versucht, Briand umzustimmen. Die Demission Briands wird am Sonntag nach der Beisetzung Maginots erfolgen. Auf die Frage, ob er ein Ministerium ohne Portefeuille annehmen werde, hat sich Briand die Antwort vorbehalten.
Wie verlautet, soll die Untersuchung des Anschlages auf den Kaiser von Japan ergeben haben, daß der Urheber von der provisorischen koreanischen Regierung in Schanghai zwei Bomben und 300 Den erhalten ^abe.
Ms Mache
„Das Jahr 1932 wird ein Jahr schwerster Entscheidungen sein". Mit diesen Worten hat am Mittwoch dieser Woche Reichsfinanz- minister Dr. Dietrich in einer großangelegten Rede auf dem Stuttgarter Demokratentag die gegenwärtige Lage treffend charakterisiert- Entscheidungsvoll wird dieses Jahr vor allem deshalb, weil es nach deutscher Auf« fassung den Endkampf um die Lösung der Reparationsfrage, zugleich aber die Entscheidung über die Abrüstungsfrage und über die ausländischen Kredite bringen muß. Schon seit Wochen toben die Vorgefechte dieses Kampfes, besonders hinsichtlich der Reparations- und Schuldenfrage. Nachdem die Basler Sachverständigen kurz vor Weihnachten ihr Gutachten dahin abgegeben hatten, daß ohne eine gründliche Neuordnung der Reparationsfrage eine Genesung Deutschlands nicht eintreten könne, folgten erregte Auseinandersetzungen über dieses Gutachten, wobei Frankreich immer und immer wieder die „Heiligkeit" des Poungplanes betonte. Erst unter dem Druck Englands, Italiens und Amerikas erklärte man schließlich, daß man. bereit sei, sich vom Poung-System das eine abhandeln zu lassen: die Verlängerung des in diesem vorgesehenen Moratoriums von zwei Jahren auf drei. Ein Teil der französischen Presse begründete dieses „Entgegenkommen" damit: „Die deutsche Zahlungsunfähigkeit ist nur eine vorübergehende, durch die Wirtschaftsdepression bedingte, und in drei Jahren kann Deutschland die Reparationszahlungen an seine Gläubiger wieder aufnehmen. Die Rechtsverpflichtung Deutschlands zur Wiederaufnahme der Zahlungen, muß unter allen Umständen bestehen bleiben, auch wenn man ihm für einige Jahre Stundung gewährt. Daneben spukte der französische Gedanke, die geschützten Annuitäten nach formaler Ueber* Weisung durch Deutschland auf dem Wege der BIZ. der Reichsbahn als Anleihe zur Verfügung zu stellen. Die deutsche Oeffentlichkeit wandte sich sofort und zwar in einer erfreulichen Einmütigkeit gegen diese Pläne und stellte die klare Forderung nach einer endgültigen Lösung der Reparationsfrage auf. Auch in England wurden Stimmen gegen die die französischen Pläne laut. So sprach u. a. die „Times" von der Unmöglichkeit, sich auf die Verlängerung des Moratoriums zu beschränken und nicht auch die deutschen Leistungen herabzusetzen. Dann folgte ein nek- kisches Spiel um das Datum der Eröffnung der Reparationskonferenz. England fetzte die Einberufung dieser Konferenz für den 18. Jan. an; Frankreich versuchte den Termin hinauszuschieben. Man nannte den 20., später den 25., dann wieder den 18. Jan., ohne daß es bis jetzt gelungen wäre sich zu einigen. Die Franzosen sind weiter bestrebt, den Anfang so weit wie möglich hinauszuschieben, um dann unter einem zeitlichen Druck — am 2. Februar soll in Genf die Abrüstungskonferenz beginnen — die Tributfrage durch ein Provisorium zu regeln und die endgültige Lösung auf die lange Bank zu schieben. Sie begründen ihre Verschleppungsmanöver damit, daß erst nach Beendigung der Berliner Stillhalte-Verhand- lungen über die privaten Schulden Deutschlands an eine Regelung der Reparations- frage gegangen werden könnte. Eine merkwürdige Begründung, wenn man sich vergegenwärtigt, daß Frankreich bis vor kurzem noch einen Zusammenhang zwischen privaten Schulden und Reparationsverpflichtungen geleugnet hat.
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Der Wahrheit die Ehre! Nicht alle Franzosen bestehen darauf, an der „Heiligkeit" des Poungplanes festzuhalten. Die bedeutendste Provinzzeitung Frankreichs, die radikale
Die heutige Kummer umfaßt 24 Geiten