Einzelbild herunterladen
 

KS.MHM«

Generalanzeiger fur^T

WM «Stadt tot» Land

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Sezugspreis: Für den halben Monat 9S R-pfg., für den ganzen Monat RM. 1.90 ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10 R-Pfg., Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Äreite 8 R«pfg., im Reklameteil von 68 mm Äreite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R«pfg.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Liefemng infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Lezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Für plahvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.xGeschâfissteNe: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3957,3958

K«. 4

Mittwoch de«

H. Lanuae

1932

Die rrevaeationen ein Symbol"

NevTemps'" hat lein Vevständnts für eine avoSe Geste - Süv ibn find die Teibate »ein Gvmbol dev Gbvknvcht vov dev Sibilifaüon*

Die alte Leier

patis, 5. Ian. DerTemps" nimmt heute zum Artikel derDepeche de Toulouse" über den französischen Verzicht auf die Reparationen Stellung und wendet sich gegen die Vorschläge des radikalsozialen Blattes. DerTemps" meint, baß man das Prinzip der Reparationszahlungen aufrechterhallen müsse.

Äiwyi- ^w^Sf^ww

* Die Tributkonferenz wird am 25. Januar in Lausanne beginnen. Sie wird dem Vernehmen nach ihre Sitzungen im Schloßhotel in Ouchy am Genfer See ab Hallen. Dort tagte 1923 die Friedenskonferenz der Westmächte und der Türkei. Man rechnet mit etwa 300 Delegierten und zahlreichen Pressever­tretern. *

Botschafter von Hoesch hatte gestern nachmittag Sine längere Unterrebung mit Ministerpräsident Laval und dann eine Besprechung mit Finanz- minister FlanDin. Es darf angenommen werden, daß im Laufe dieser Unterhaltungen die Vorbereitung der Konferenz von Lausanne besprochen worden ist.

Der Reichskommissar für Preisüberwachung be­schäftigt sich gegenwärtig mit den Spannen der Milchpreise ünd den Preisen für Schuhreparaturen. Auf Anregung der HausfrauenorFanisationen wer­den zur Zeit auch die Möglichkeiten des Preisaus­zeichnungszwanges im einzelnen geprüft. Der Reichs- rommisfar hat, ähnlich wie für Bayern, setzt auch i für Sachsen einen Beauftragten Ministerialrat Sch eich er aus Dresden bestellt.

Im Hinblick auf die Aushebung von neun- dagogischen Akademien hat die Deutsche Doilks- paüöi im Preußischen ^Landtag beantragt, den Unterstützungss ond 3 für Studierende an pädagogi­schen Akademien im nächsten Haushaltsplan zu erhöhen. Sie führt an, daß durch die Schließung für die Studierenden oder deren Eltern durch den notwendigen Wechsel der Akademie Ausgaben er­wüchsen, die bei Beginn des Studiums nicht hätten vorausgesehen werden können.

Im Stadtteil Hörde von Dortmund sammelten sich gestern abend Kommuinsten an, die Nieder- Rufe auf die Regierung Brüning ausbrachten. Die Schutzpolizei nahm einen kommunistischen Führer aus Hörde fest. Sie mußte bei ihrem Einschreiten wiederholt von dem Gummiknüppel Gebrauch machen. Gegen 21 Uhr war die Ruhe wieder- hergesteilt. *

Der Danziger Rolfstag lehnte gestern den durch das Volksbegehren gestellten Antrag auf Auflösung des Volkstages mit 43 Stimmen der Regierungs­parteien gegen 25 Stimmen der Linksparteien ab. Ueber den Antrag wird nunmehr ein Volksentscheid stattzufinden haben. *

In der Aussprache über die Neugestaltung der Arbeiterlöhne in den Berliner städtischen Werken und bei der Berliner städtischen Verkehrsgesellschaft ist es gestern zu einer prinzipiellen Einigung gekom­men. Ueber die bisherige Lohnverkürzung hinaus dürfte es für den Fall der Verständigung mit den Gewerkschaften vom 1. Januar zu einer weiteren Kürzung um einen Pfennig und vom 15. März ab um einen weiteren Pfennig kommen. Für den Fall der Verständigung soll bei der B. V. G. die in Aus­sicht genommene Streichung der Frauenzulage auf­gehoben werden. *

Die Hamburger Polizei hat porgeftern und gestern ungefähr 50 nationalsozialistische Flugblatt- verteiler festgenommen. Sie werden sich wahr­scheinlich alle vor dem Richter zu verantworten haben, da sie eine Beilage des nationalsozialistischen Hamburger Tageblattes" verteilt hatten.

Die großdeutsche Fraktion des österreichischen Nationalrats sprach dem Bundeskanzler Buresch ihre Bedenken dagegen aus, daß in Genf die Frage der Donau-Konföderation berührt werden könnte. Dr. Buresch erwiderte, daß auf der Konferenz mit dem Finanzkomitee des Völkerbundes lediglich Kreditfragen behandelt würden. Die Besorgnisse wegen Verhandlungen über eine Donau-Kon­föderation seien unbegründet.

Der neue fascistische Parteisekretär Starace in Rom hat gestern die im Jahre 1925 erlassene Auf­nahmesperre von neuen Parteimitgliedern aufge­hoben. Ein Rundschreiben besagt, daß es jedem guten Italiener möglich sein soll, in den Reihen der fas= cistischen Partei zu kämpfen, falls er den Nachweis über eine reine politische und moralische Vergangen­heit erbringen kann.

Der jugoslawische König hat gestern das neue Kabinett Ziwkowitsch ernannt. Außer bem Minister­präsidium bleiben Außen- und Kriegsministerium unverändert. Das Innere übernimmt der frühere Kultusminister Srschkitsch. Finanzminister wurde Djordjewitsch.

1 Näheres siehe im politischen TeA

Die AnuMerung der deutschen Zahlungen würde ein verbrechen gegen die Achtung der Verträge darstellen, die als die Grundlage der westlichen Zi­vilisation angesehen werden müßten. Das Interesse Frankreichs stehe weniger aus dem Spiel, denn das Loch. das der Ausfall der Reparationen in feinem haushalt hervorrufen würde, könne gestopft wer. den. Es handele sich vielmehr um das Interesse der europäischen Zivilisation. Ein Sieg Deutsch­lands in der Tributfrage würde es nur ermutigen, neue Forderungen ZU stellen. Der Uoungplan sei weder ein Diktat noch ein Tribut. I« normalen Zeiten sei seine Anwendung nur gerecht. Er müsse außerdem als ein Symbol nicht der Unter- drückung des deutschen Volkes, sondern der Ehr­furcht. die man der Zivilisation schuldig sei, er- halten bleiben.

Vevliuev Stimme« gegen die französischen

PvesseöuSeeuuse«

Berlin, 6. Jan. Einige Berliner Blätter be­schäftigen sich in glossierender Form mit den ver­schiedenen französischen Presseäußerungen über die Reparationsfrage, insbesondere mit den Anregun­gen derD L p e ch e de T 0ul0us e" und der Polemik desTemps" zu diesen Anregungen.

DieGermania" warnt davor, in den jüngsten französischen Pressestimmen zu der Repa­rationsfrage bereits die Enleitung zu einem bevor­stehenden Umfall der französischen Regierung zu sehen. Die Tatsache aber, daß die mutigen Fest­stellungen, der südfranzösischen Provinzzeitung einen so starken Sturm in der Pariser Presse er­regen konnten, sei ein Beweis für die steigende Un­sicherheit, in der man sich heute in Frankreich ge­genüber dem politischen Schuldenproblem befinde. Die durch Frankreichs Hartnäckigkeit verschuldete amerikanische Haltung in der Schuldenfrage werfe die große Frage auf, was mit den eigenen Schul­den werden solle.

DasB. T." meint mit Bezug auf denTemps", in dieser Stunde kritischster Zuspitzung von der Wahrung der Prinzipien" zu reden, heiße den po-

Deutschlands Lage noch immer verweise«"

Rewyork. 5. Ian. Antersiaakssekrelär Castle erklärte in einer Ansprache im Women's National Republican Club in Newyork, Deutschlands Lage fei noch immer ver­zweifelt. Es liege nun bei Deutschland, einen Plan auszuarbeiten, und sich selbst zu helfen. Amerika habe ihm nur eine Atempause gegeben.

3n einer Rundfunkrede sagte heute llnterftaats- sekretär Laslle, die Hilfsbereitschaft 2ünerlfas, liege auch in seinem ureigensten Interesse; denn es brauche Deutschland als guten Kunde« für seine Erzeug­nisse. Rach dem Moratorium, diesem ersten Schritt, warte Amerika zunächst ab, was Europa selbst für seine Sanierung tun «»erde. Es könne kein Zweifel bestehen, daß Amerika an der Durchführung eines verständigen konstruktiven Planes mitarbeiten werde. Ebenso zweifellos sei, daß Amerika sich wei­gern werde, die Kosten des törichten ârieges zu be- zahlen, für den es nicht verantwortlich sei.

Hinsichtlich der Abrüstungsfrage erklärte Lastle: Amerika werde maßgebenden Anteil an der Abrüstungskonferenz nehmen. Das Abrüstungsprob­lem wäre gelöst, wenn andere Länder ihre Armeen im Verhältnis ihrer Bevölkerung auf den Stand Amerikas reduzierten, wo man die Armee auf den Umfang einer Polizeilruppe vermindert habe. Lastle erklärte ferner, wir müssen der Führung Hoovers folgen, im Streben nach freundschaftlicher inter­nationaler Verständigung, die überall zur Rüstungs­einschränkung, zum ungehinderten Warenverkehr und zur Linderung der Notlage führen wird, was Wohl­stand und Weltfrieden bedeutet.

Amerikas Vorbereitungen für die Abrüstungskonferenz

Washington, 5. Jan. Botschafter Dawes begann hier heute seine Besprechnugen mit den ein­zelnen Regierungsresforts und den übrigen Mitglie-

litis eben Bürokratismus ab absurdum führen. Daß Deutschland, wenn es der Reparationen ledig wäre, alle übrigen politischen Ansprüche" anmelden würde, sei eine matte Ausflucht. Wollte man unter

diefem Gesichtswinkel handeln, so wurde es nie zu einer Verständigung kommen.

DerTag" nennt den Artikel derDèpèche de Toulouse"nur einen Entlastungsvorstoß für die deutsche Linke". Die maßgebenden Kreise in Frank­reich hielten zäh an ihrer alten These fest: Rettung des Doungplanes um jeden Preis, eine möglichst kurzfristige Behelfslösung, die die Weiterzahlung des ungeschützten Kreüitanteils und dessen Rück­erstattung an bie so zu überschuldende Reichsbahn vorsehe. Die anderwärts wachsende Einsicht über die wirtschaftliche Schädlichkeit der Tribute sei je­denfalls in Frankreich noch nicht verbreitet, zumal man ja dort in den Tributen vor allem ein poli­tisches Druckmittel sehe.

Lausanner sponseret» am 2$. Lanuav

Basel, 5. Jan. Nachdem Bundespräsident Motta bereits dem englischen Gesandten und dem fran­zösischen Botschafter in Bern seine Z u st i m m u n g zur Abhaltung der Tributkonferenz in Lausanne gegeben hat, hat der Gesamtbundesrat in seiner heutigen Sitzung diese Zusage bestätigt. Die Konferenz soll, wie aus schweizerischer Quelle verlautet, am 25. Januar in Lausanne beginnen. Bundespräsident Motta wird als Vertreter der schweizerischen Landesregierung und damit des Gastlandes der Eröffnungssitzung beiwohnen.

DertSttgeruusdesSMhalte abkommens um ein Lahe?

Berlin, 5. Jan. Wie in politischen Kreisen verlautet, konzentrierten sich die Verhandlungen der ausländischen und deutschen Bankenverkreler über die Slillhallefragen dahin, das bisherige Ab­kommen mit gewissen Verbesserungen um min­destens ein Jahr zu verlängern.

dern der amerikanischen Delegation, um die Richtlinien für die verschiedenen Punkte der Genfer Abrüstungskonferenz genau festzulegen. In Regierungskreisen wurde dabei heute erneut betont, daß Amerika zuversichtlich greifbare Resultate von der Ab­rüstungskonferenz erwarte und beson­ders deswegen optimistisch sei, weil in der ganzen Welt der augenblickliche Zwang zu größter Spar­samkeit auch die bisher hartnäckigeren Regierungen zum Eingehen aus die Verminderungsvorschläge ver­anlassen werde. Die Genfer Tagung werde sich hauptsächlich mit der Landbewaffnung be­fassen; in dieser Frage könne Amerika keine füh­rende Rolle übernehmen, da es weniger Truppen habe als irgend eine andere Großmacht. Lege man die Genfer Formel für die Berechnung der Effektiv­stärke der Reserven zugrunde, so komme in Amerika auf 900 Köpfe der Bevölkerung 1 Soldat, während die Alliierten in Versailles sogar Deutschland zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Innern auf je 600 Köpfe einen Soldaten zugebilligt hätten. Trotz­dem werde Amerika seinen ganzen Einfluß aufbieten, um die anderen Mächte zur Ver­minderung ihrer Landheere auf wenig­stens annähernd ähnliche Proportionen zu veran­lassen.

Das Mitglied des Kollegiums des russischen Außenkommissoviats Stomonjakow ist von Moskau zu Verhandlungen über einen Nichtangriffspakt mit Lettland und Rumänien nach Riga abgereift.

Gelbstvevsovsuns oder

Uahvunssnot?

Von Konteradmiral a. D. Brüninghaus

Unter den vielen Faktoren, die zum Ver­luste des Krieges und damit letzten Endes zu unseren jetzigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verfall geführt haben, wird eine ob­jektive Geschichtsschreibung der Zermürbung unseres Volkes durch die Hungerblockade eine Hauptrolle zuweisen müssen. Es schien bis vor kurzem auch so, als ob wir aus dieser Tatsache die nötigen Schlußfolgerungen gezogen hätten. Wir waren auf dem besten Wege, uns all­mählich unabhängig vom Auslande zu machen und unsere Volksernährung, wenigstens in den lebenswichtigen Produkten, aus eigener Kraft sicherzustellen. Die Landwirtschaft ist ernsthaft bemüht gewesen, ihrer großen volkswirtschaft­lichen und auch politischen Aufgabe, möglichst viel Nahrungsmitel auf unserem eigenen Grund und Boden zu erzugen, gerecht zu wer­den. Am besten erhellt dies aus der Tatsache, daß der Wert der Gesamteinfuhr landwirt­schaftlicher Erzeugnisse im Jahre 1927 rund 4,5 Milliarden betrug, im Jahre 1930 auf 3 Mil­liarden sank und 1931 sich nur noch auf etwct 1,6 Milliarden RM belaufen wird. Mengen­mäßig ist der Rückgang allerdings nicht so groß, da es bei den rückläufigen Preisen mög­lich war, im verflossenen Jahre für denselben Geldaufwand mehr einzuführen als im Jahre 1927.

Der infolge der verminderten Kaufkraft unserer Bevölkerung eingetretene Rückgang im Konsum spielt bei der ganzen Frage eine ver­hältnismäßig untergeordnete Rolle. Am stärk­en ist der Rückgang der Einfuhr beim Brot- und Futtergetreide. Während 1927 noch 7,5 Millionen Tonnen Getreide eingeführt wur­den, ist diese Zahl 1930 auf 2,6 Millionen ge­sunken und wird 1931 nicht mehr als 2 Mil­lionen Tonnen betragen haben. Vergleicht man die Verkaufserlöse der deutschen Land- wirrschaft in den letzten Jahren, so ergibt sich auch dabei eine starke Steigerung der Pro­duktion. Im Erntejahr 1924/25 belief sich der Erlös für die Gesamtproduktion auf 6826 Mil. lionen RM, erreichte seinen Höhepunkt 1928/29 mit 9339 Millionen, um dann unaufhaltsam zu sinken. Das Erntejahr 1930/31 weist nur noch 8015 Millionen auf. Für das jetzige Erntejahr, wird nach den neuesten Schätzungen des Insti­tutes für Konjunkturforschung die Summe von 6,6 Milliarden kaum erreicht werden. Der ge­radezu ungeheure Sturz der Preise, nicht so sehr der Mengen, ergibt sich deutlich aus folgenden Zahlen: Im Jahre 1928/29 brachten acht Millionen Tonnen Getreide 1734 Millionen RM, im Jahre 1930/31 nur 1589 Millionen. Beim Vieh ergaben 1928/29 rund 3,6 Mil­lionen Tonnen 4118 Millionen RM, 1930/31 3,5 Millionen Tonnen 3491 Millionen RM. Ganz ähnlich, zum Teil noch schlimmer, sieht es bei Milch, Eiern und Kartoffeln aus. Für das laufende Erntejahr sinkt das Gesamter­gebnis, wie bereits dargelegt, um weitere 17,5 Prozent.

Vom volkswirtschaftlichen und auch vom wehrpolitischen Standpunkt ist es im höchsten Maße begrüßenswert, daß die Landwirtschaft auf dem Wege zur Eigenversorgung unseres Volkes, wie wir sehen, ein gutes Stück vor­angekommen war. Auf der anderen Seite muß es tiefstes Bedauern und ernste Sorge her­vorrufen, wenn man feststellen muß, daß die Landwirtschaft und damit auch ein großer Teil der mit ihr zusammenhängenden Gewerbe und Industrien gerade in den beiden letzten Jahren in immer größere Schwierigkeiten geraten sind. Man kann, wie die Dinge sich leider ent­wickelt haben, heute die ganze Frage auf die Formel bringen: ,/die Eigenversorgung ist zwar vorwärtsgekommen, dabei ist aber die

Die heutige Stammet? umkavt 10 Seite»