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»Kana« Stadt

Land

1932

S. Ammar

Dienstag de«

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat 95 R-Pfg., für den ganzen Monat Ä 1.90 ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10 R-Pfg., Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R«pfg im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. Offertengebühr 50 R-Pfg.

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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Liefemng infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Rachliefemng oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Für Platzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.>Geschäftsstelle: Hammerstr. S / Fernspr. 3956,3957,3958

Schweres VeegweesstmgWM in Beuchen heftige Gebivssschlüge vevuvsaOen einen großen Beuch, durch ben vierzehn Bergleute verschüttet werden

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Dem Reichspräsidenten sind anläßlich des Jahres­wechsels zahlreiche Glückwünsche aus dem In- und I! Auslande zugegangen. Da es ihm zu seinem Be­dauern nicht möglich ist, sie einzeln zu beantworten, läßt der Reichspräsident alle, die seiner in diesen Tagen freundlich gedacht haben, bitten, aus diesem Wege seinen herzlichen Dank und seine aufrichtigen Wünsche für das neue Jahr entgegenzunehmen.

Reichstagspräsident Löbe hat den Aeltestenrat des Reichstages für Dienstag, 12. Januar, 11 Uhr vormittags, einberufen, um eine Entscheidung über den neuen Antrag der Kommunisten aus vorzeitige Reichstagseinbernfung herbeizu führen. Angesichts v der internationalen Verhandlungen wird in parla­mentarischen Kreisen angenommen, daß der An­trag auf vorzeitige Einberufung des Reichstags auch diesmal keine Mehrheit finden wird.

* Nach dem letzten Reichsbankausweis ist das E Deckungsverhältnis von 25,6 v. H. in der Borwoche nunmehr auf 24,2 o. H. .zurückgegangen.

* Der wilde Streik im rheinisch-westfälischen In­dustriegebiet, der von den Kommunisten inszeniert wurde, ist gescheitert.

* Durch die plötzliche Schneeschmelze und schwere Regengüsse führen zahlreiche Flüsse in Bayern, Sachsen und in Mlen Teilen Mitteldeutschlands Hochwasser, das großen Schaden angerichtet hat.

Aus der Umgebung des ehemaligen deutschen Kaisers wird versichert, daß man über den Gesund­heitszustand des ehemaligen deutschen Kaisers nicht besorgt zu sein brauche. Die Erkältung, die er sich am Silvestertage zugezogen habe, sei durchaus nor­mal verlausen. In seinem Befinden sei bereits sine Besserung zu verzeichnen.

Vor dem Senatsausschuß, der Ermittlungen über die Verkäufe von ausländischen Bonds in den Ver­einigten Staaten anstellt, erklärte Otto Kahn: Die Vereinigten Staaten können und sollen die Gold­währung beibehalten. Ich glaube, daß in Amerika seit dem Kriege für zehn Milliarden Dollars lang­fristige Ausländsanleihen untergebracht wurden. Da­von 1,3 Milliarden zugunsten Deutschlands. Hätte man Deutschland kein Geld geliehen, so hätte es feit langem keine Reparationszahlungen leisten können.

In einer Sonderbotschaft an den gestern wieder- zufammengetretenen Kongreß ersucht Präsident Hoover den Kongreß dringend, sich unverzüglich mit dem Programm des wirtschaftlichen Wiederaufbaues zu beschäftigen, das er dem Kongreß Anfang Dezem­ber vorgelegt habe. Dieses Programm sieht u. a. Hilfsmaßnahmen für die Farmer vor und die Schaf­fung einer großen Korporation, die Handelsunter­nehmen Darlehen gewähren soll.

Der finnische Präsident hat beschlossen, für den . 19. Januar das Parlament zu einer außerordent­lichen Tagung einzuberufen, in Ler die Aufhebung des Alkoholverbotes zur Beratung stehen soll.

In Futschau sind zwei Japaner von der chinesischen Menge ermordet worden. Der Marine­minister entsandte drei Zerstörer nach diesem Hasen. Ein bereits in Futschau befindlicher japanischer Kreuzer hat 12 Mann gelandet, um die dortigen Ja­paner zu schützen.

Das Mitglied der chinesischen Völkerbundsdele­gation Dr. Foo ist gestern nach Genf abgereist. Wie Havas berichtet, ist er wahrscheinlich beauftragt, im Dölkeribundssekretariat die dringliche Einberufung des Bölkerbundsrates zu beantragen, damit dieser die durch die Besetzung von Tschindschau durch die japanischen Truppen geschaffene neue Lage prüfen könne.

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In ganz Honduras wurde gestern der Belage­rungszustand verhängt. Veranlassung gab eine re­volutionäre Bewegung, die in einem Bezirk dadurch zum Ausbruch gekommen ist, daß eine große amerikanische Fruchtgesellschaft 800 Angestellte ent­lassen hatte.

Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, ist der Aufstand in Argentinien vollkommen unterdrückt worden. Es sind 12 Verhaftungen vorgenommen worden, jedoch ist es den Hauptführern des Aufstan­des gelungen, nach Uruguay zu flüchten. Bei Zu fammenftößen mit der Polizei wurden vier Per- fvnen getötet und mehrere verletzt.

) Näheres siehe im politischen TeA

Noch «eine Veebinduns mit den t-erkchütteten

Veutheu, 5. Jan. Auf der hiesigen Karsien-Zentrums-Grube erfolgte am Montag um 18 Uhr ein heftiger Gebirgsschlag, der eine Vorrichtungsstrecke und zwei benachbarte Abbaustrecken in Mitleidenschaft zog und einen großen Bruch verursachte, tmrch den 15 Berg­leute abgeschnitten wurden. Die sofort unter Mitwirkung der Bergbehörde einsetzenden Ret­tungsarbeiten konnten nach kurzer Zeit einenFördermann unverletzt ans Tageslicht brin­

gen. Gegen 20.30 Uhr erfolgte ein weiterer fährdete. Von dem Schicksal der abgschnittenen

Ve «then. 5. Jan. Um 2.30 Uhr wurde an der Rettung der in der Karsien-Zentrums-Grube ein- geschlossenen Bergleute noch fieberhaft gearbeitet, ohne daß es bis jetzt gelungen wäre, mit den Verschütteten durch Ruf oder Klopfzeichen eine Verständigung herbeizuführen. Es herrscht infolge­dessen über deren Schicksal noch völlige Unklarheit. Der von dem Unglück sofort verständigte Verghaupl- mann Schlattmann vom Oberbergamt in Breslau wird noch im Laufe der Morgenstunden erwartet, da

Deetasmis der Repavattons- konteeenz vis zum Sommer?

Die englische Siva«,wett gegen eine vvovikovttche Lösung des KevaeaiwnSveodlems - Sevtagnns bis sich die poli­tische und wivtschaftlichc Lage geklärt hat

Loudon, 4. Jan. In der Lily ist man der Ansicht, daß eine Zwischenlösung des Re­parationsproblems das notwendige Vertrauen in die Kreditfähigkeit Deutschlands nicht wie­derherstellen könne. Infolgedessen versucht man, Mittel und Wege zu finden, wie sich eine Wiederbelebung des Kreditverkehrs innerhalb Europas durch Zusammenarbeit der Staaten ermöglichen lasse und wie sich gewisse Hindernisse im internationalen Handelsverkehr besei­tigen lassen. Gleichzeitig legt man in amtlichen Kreisen Wert darauf, über den deutschen Standpunkt offiziell unterrichtet zu werden, um auf diese Weise die Zuammenarbeit Eng­lands auch mit anderen Ländern als nur Frankreich einzuleiten.

London, 5. Jan. Der Korrespondent desDaily Telegraph" schreibt, es verlautet, daß der Kabinetts­ausschuß für die Reparationen morgen zusammen­tritt, um die Grundlage festzusetzen, auf der Sir Leith-Roß die Verhandlungen mit den Franzosen wieder aufnehmen soll.

Der Korrespondent erwähnt weiter, daß Ge­rüchte im Umlauf seien, wonach mächtige Kreise der Bankwelt dafür eintreten, daß man in Lausanne nichts versuche, auch uicht eine provisorische Lösung des Reparalionsproblems. D i e Konferenz sollte sich damit begnügen, sich bis zum Sommer zu vertagen. Bis dahin werde die politische und wirtschaftliche Lage sich geklärt haben und die Atmosphäre werde für die Verhandlungen besser sein. U. a. werde darauf verwiesen, daß im Juni die preußischen und fran­zösischen Parlamentswahlen und die Reichspräsiden­tenwahl vorüber seien, so daß die IHiniffet rve- Niger Rücksicht auf die Parlamente und die öffent­liche Meinung zu nehmen brauchten. Auch die künftige Gestaltung der amerikanischen Schulden­politik werde dann besser zu übersehen sein. Schließ­lich werde noch erklärt, daß ein dreijähriges Mo­ratorium weder für die Bedürfnisse Deutschlands noch für die Finanzwelt genügen würde. Der Korrespondent schreibt, es sei schwer zu sagen, welche Antwort Paris und Berlin auf diesen Vor­schlag geben würden, die Regelung bis zum Som­mer zu verschieben.

Ämevikanischev Politiker für Streichung dev Reva-

Washington, 4. Jan. Das Republikanische Mitglied des Repräsentantenhauses Britten er­klärte, wenn die fremden Mächte weiterhin eine un­nachgiebige Unverfrorenheit an den Tag legten, und die Streichung der Kriegsschulden verlangten, so sollten sie dann wenigstens auch der Revision des Versailler Vertrages zustimmen. Der Kongreß sei am Ende seines Opferwillens angelangt und werde sich nicht länger täuschen lassen. Im Hinblick aus den Feldzug, den die Mächte, wie man hier erwartet, für eine Herabsetzung der Schulden führen werden, nahm Brillen Bezug auf die abge-

Gebirgsschlag, der die Rettungsarbeilen ge- 14 Bergleute ist zurzeit noch nichts bekannt. er die Leitung der Rettungsarbeilen persönlich in die Hand nehmen will.

D e u l h e n, 5. Jan. Das Oberbergamt teilt mit, auf der Karsten-Zentrums-Grube gehen die Ret­tungsarbeiten nur sehr langsam vorwärts. Das Gebirge befindet sich noch immer in Bewegung. Ulis den verschütteten 14 Leuten konnte noch keine Verbindung ausgenommen wer­den, es muh damit gerechnet werden, daß sie tot sind. Die Rettungsarbeiten werden fortgesetzt.

tretenen deutschen Kolonien und führte aus: Nie­mand kann den Sachwert dieser Kolonien schätzen, jedoch kann angenommen werden, daß ihr Wert die Deutschland auferleglen Poungzahlungen um ein vielfaches übersteigt. Abgesehen von den schrecklichen Todesopfern eines Krieges, der vergebens gekämpft wurde, ist Frankreich und England be­reits zu viel bezahlt worden. Jetzt sollten sie tun, was sie immer predigen und alle Repara­tionen streichen sowie den Versailler Vertrag revidieren.

Sie Mee presse mm Ver­zicht ans Kspavatioueu

Paris, 5. Jan. Das Leitmotiv der heutigen Presse bildet die Frage einer allge­meinen Streichung der Reparationen durch die französische Regierung. Die­ser Gedanke, der ihr gestern von derDspèle de Toulouse" lanziert wurde, ist heule von nahezu allen Blättern aufgegriffen und in den Brennpunkt der Betrachtungen gerückt worden.Repubique" begrüßt ihn, freilich sei in seiner Verwirklichung wenn Frankreich jetzt sein juristisches und morali­sches Recht opfere die Grenze der Annäherungs­polilik erreicht. Wir brauchen nur zu wollen und wir können die Welt retten.Victoire" er­klärt, die freiwillige Revision des Versailler Ver­trages in allen jenen Teilen, die unausführbar seien, mit einbegriffen die Klausel der restlosen Ent­waffnung Dentfchlands, fei jene Geste, die erfolgen müsse, um alles wieder in Ordnung zu bringen.Oeuvre" glaubt einen solchen Schritt billigen zu können, wenn er geschieht, um die politi­sche Atmosphäre zu erneuern, er sei abzulehnen, falls er lediglich dem Interesse der angelächsischen Gläubiger dienen soll.

Vo Imitier" befaßt sich mit der Wirtschafts­lage Deutschlands. Menu das Blatt auch behauptet, daß Deutschland nichts getan habe, um seinen Bankrott zu vermeiden, so kommt es doch zu dem Schluß, die Aera der halben Maßnahmen sei vor­bei. Man könne vielleicht einen Teil der Repa­rationen reifen, wenn man zu einer europäischen Verständigung über Abrüstung, Minderheilenstatut und Oskgrenze käme. Das Blatt Herriots *6re

(Fortsetzung auf Seite 2)

rrerchSvekovm 1532?

Von Reichsminister a. D. Dr. Otto Geßler

Die politische Entwicklung im Jahre 1931 hat immer deutlicher gezeigt, daß eine Reform des Reiches an Haupt und Gliedern nicht nur notwendig, sondern täglich dringlicher wirk Mit dem System dertolerierten Notverord­nungen" wird es kaum mehr allzulange gehen; denn es liegt im Wesen dieses Systems, daß es eine wachsende Rechtsunsicherheit und Rechtsverwirrung bringen muß. Dadurch wird die wichtigste Voraussetzung für die nationale Wiedergesundung zerstört: das moralische Verhältnis zwischen Staat und Volk. Daß es aber darauf in erster Linie ankommt, hat uns in einer Zeit, ebenso trüb, wie die unsrige, der Freiherr vom Stein gelehrt, dessen hundert­jährigen Todestag wir in einer Fülle von Be­trachtungen im vergangenen Jahre begangen haben.

Was soll werden? Vor allem, wenn der Kanzler von demTiger der Diktatur" abstei­gen muß? Wo immer man hinhört im Vater­lande, immer dieselbe Frage! Auch von Män­nern, die gewohnt sind, den Kopf in bösen Zeiten hoch zu tragen und Mut und Haltung zu zeigen, lleberall dasselbe Gefühl, daß wir uns in einem verhängnisvollen Zirkel be­wegen und unsere politischen und'wirtschaft­lichen Verhältnisse sich immer mehr zu einem gordischen Knoten verwirren Soll nur noch eine gewaltsame Lösung möglich sein: Staats­streich, Bürgerkrieg, Zerfall und Auflösung, wie schon so oft in der deutschen Geschichte?, Dabei stößt man auf phantastische Auffassun­gen, auch bei Männern, die sich sonst ein ruhiges Urteil bewahrt haben und die gewohnt sind, das Ende zu bedenken.

Mittlerweile ist auch dem Gläubigsten klar geworden, einmal, daß die Wilsonsche neue Weltordnung, die dem Vertrag von Versailles die moralische Grundlage geben sollte, in der Praxis überall sich ins Gegenteil verkehrt; dann, daß entscheidende Entwicklungen auch für uns nur aus einer Aenderung der allge­meinen Weltkrise kommen können.

Wir fühlen auch deutlich, daß sich solche Aenderungen vorbereiten. Aber nichts wäre verhängnisvoller, als anzunehmen, sie kämen von selbst, traft des automatischen Wirkens der Weltvernunft, des moralischen Extrakts der vernünftigen Menschheit. Alles das gibt es nicht! Für die Völker ist nur das vernünf­tig, was ihren Interessen, wie sie sie sehen, nützlich erscheint. Den Franzosen z. B. kommt in ihrer großen Mehrzahl ihre Politik gegen Deutschland höchst vernünftig und höchst ge­recht vor; denn diese Politik steht in völliger Uebereienstimmung mit der, die sie seit 400 Jahren konsequent gegen Deutschland unter jedem Regime betrieben haben. Sie glauben sich nur gesichert, wenn Deutschland ohnmäch­tig ist. Alles Zureden wird sie nicht davon überzeugen, daß ihre Meinung unvernünftig ist. Wer das nicht glaubt, lese nur einmal das KapitelLunité allemande in dem Buch La paix des früheren französischen Minister­präsidenten und jetzigen Landwirtschaftsmini­sters Tardieu, der ganz offen die Zersprengung der Reichseinheit als das unverrückbare Ziel jeder französischen Politik hinstellt.

Ja, das Reich ist nicht einBegriff", ein Arbeitspensum für staatsrechtliche Seminare! Es ist die Lebensform, in der das deutsche Volk im Herzen Europas feinen Daseinskampf kämpfen muß und in der sich unser nationales Schicksal erfüllt. Sein Zustand, seine Organi­sation werden entscheidend sein nicht nur für den Ausgang der im Augenblick heranreifen- den Entscheidungen, sondern für die Wider­standskraft, die wir innen und außen dem Sturm der Zeit entgegenstellen können. Wir haben, als in den Tagen des Zusammenbruchs alles über uns einstürzte, uns gelegentlich den Trost gespendet, daß ein großes Volk nicht

Oke heutkae Kummer umfofti 10 Sekttu