Samstag, ben 2. Januar 1932
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iS Gude dev Stiegenviage?
xi russische Professoren in Belgrad wollen ein i entdeckt haben, das geeignet sein soll, die s Hausfliege vollständig auszurotten. Sie ver- I, in den Abfällen des Belgrader Schlachthauses Schmarotzer gefunden zu haben, der die Fliegen- i angreift und ihre Entwicklung hemmt. Es ist leiben Gelehrten angeblich gelungen, diese Para- ■ in ungeheuren Mengen zu züchten und sie über irutplä^e der Fliegen zu verbreiten. Dieser Larter soll übrigens ganz von selbst die Brutstätten Iren und den Larven zu Leibe gehen. Man f schon in kurzer Zeit Belgrad, das ganz beson- unter der Fl egenplage zu leiden hat, und im ren Verlauf das ganze Land von seinen Plagern befreien zu können.
Nandhi läßt sich malen
n Bord des Schiffes, auf dem Gandhi die ireife antrat, befand sich auch der bulgarische ir Georgieff, der als Porträtmaler einen Nabesitzt. Er reifte nach Italien, um feinen nd Tagore, der ihm gesessen, zu besuchen, und das Glück, an Bord des Schiffes, auch mit rhi freundschaftliche Beziehungen anzuknüpfen, unfreiwilligen Vermittler dieser Bekanntschaft n Jagdfalken, die ein englischer Zigeuner nach en schaffte, und deren Käfig in unmittelbarer ; des Sonnenzeltes des Mahatma stand. Die enjagd ist noch heute der Lieblingssport der in- m Maharadschas, und der englische Zigeuner Hauptlieferant für die Jagdfalken der Nabobs. en müssen in der Gefangenschaft mit lebenden en ernährt werden. Zu diesem Zweck foaren r dem Käfig der Raubvögel Tauben untergelt, die das Schicksal erwartete, von den hung- i Falken verschlungen zu werden. Man kann die Qualen Gandhis vorstellen, der täglich geigen war, Augenzeuge dieser grausamen Fütte- I zu werden. Aber keiner wagte dem Besitzer Falken nahezulegen, die Fütterung der Raub- l an einer anderen Stelle des Schiffes vorzu- nen. Schließlich entschloß sich der bulgarische er, den Zigeuner zu bewegen, daß er dem )atma, dem jede Kreatur heilig ist, den wider- tigen Anblick ersparte. Zum Dank für diese Jn- ention versprach Gandhi, Georgieff zu einem ie zu sitzen, wohlverstanden, aber nicht eher, bis ; das, was sich für ihn mit Europa verbindet, allem der Winter und die Konferenz am Run- )en Tisch, in seinem Gedächtnis verblaßt sein
-KvlsenbekSmpssung mit »Witz*
Der „Ruhm" Newyorks hat die „geistige Haupt- t" der Vereinigten Staaten, Boston, nicht sfen lassen. Unter feierlichen Zeremonien, an an auch der Bürgermeister teilnahm, wurde nun 1 in Boston „General D. Pression" in einem »arzen Holzsarg, der den wunderlichen Deckel- mck von Karotten und Steckrüben trug, vom 1 eines Fährboots ins Wasser des Hafens hin- elassen „Wohl beigesetzt für alle Zeiten", sagte Bürgermeister, sein Grab ist nicht fern dem auplatz des unsterblichen Teesturms"! nit wollte der Redner aus den Aufstand 1 Jahre 1773 anspielen, der die Er» ung der Vereinigten Staaten gegen England
einleitete. Der Bürgermeister logte selbst mit Hand an, um den Sarg von dem städtischen Müllwagen, der die „Trauerprozesston" eröffnete, herabzutra- ;en. Auf dem Fährboot und den umliegenden Werfen wohnte eine große Menge Menschen der Zeremonie bei. Zwei Dutzend Chovgirls sangen unter Beglelitung eines Trompeterkorps die Hymne „Die glücklichen Tage sind wieder angebrochen". Die Löschboote im Hafen schleuderten gewaltige Wasserstrahlen in die Luft, und ihre Sirenen vereinten sich mit den Dampfpseisen aller im Hafen liegenden Schiffe zu einem ohrenbetäubenden Geheul Dieser Faschingsscherz ist nicht nur zeitlich verfrüht, sondern auch reichlich geschmacklos.
AUeviei Mikisnswevtes
Die längste Strecke, die in Deutschland ohne Maschinenwechsel zurückgelegt wird, ist, die Linie Hannover—Ansbach mit 450 Klm. Am Ende der Fahrt liegen 450 Kg Schlacken und Asche auf dem Rost. Die Rückstände bei der Kohlenfeuerung verhindern, daß wesentlich längere Strecken durchfahren werden können, während die Oelseuerung in Amerika gestatt ensoll, daß eine Lokomotive bis zu 400 Klm.'zurücklegt.
Das erste astronomisch-nautische Jahrbuch, das auch Columbus übrigens für siene Reise benutzte, stammte von dem deutschen Astronomen Müller ge- pannt: der Regiomontan. Alle Angaben waren auf Nürnberg bezogen, weil der Astronom dort wohnte.
Die älteste Banknote der Welt befindet sich im Britischen Museum zu London. Es ist chinesisches Papiergeld au sdsr Zeit u ml 60 n. Chr. Das erste europäische Papiergeld wurde erst viel später, 1260 von Schweden ausgegeben.
Die ersten Versuche, das Gewicht der Erde fest» zustellen, wurden in Schottland von Hutton und Maskelyne in den Jahren 1774 bis 1776 unternommen.
Die Handschuhfabvikation, die in Frankreich heimisch ist, wurde durch flüchtige Protestanten am Ende des 17. Jahrhunderts n Deutschlands eingeführt.
Der Tempel in Jerusalem (zerstört im Jahre 70 n. Chr.) hatte bereits Blitzableiter und zwar waren es kupferne Spieße, die auf den Dächern angebracht waren und wie Flavius Josephus berichtet zum Schutze gegen Verunreinigungen durch Vögel dienten.
Die Länge des Tages hat sich seit dem Jahre 729 v. Chr. noch nicht um 0,01 Sekunde geändert. Zur Verlängerung des Tages um eine ganze Sekunde ist danach ein Zeitraum von 167 000 Jahren notwendig.
Die Produktion des Faber-Bleistifts beträgt pro Jahr 400 Millionen Stück.
SMueebevtebt
Samstag, 2. Januar, 10.30 Uhr vormittags Taunus
Kstsner Feldberg: Leichter Schneefall, —8, 14 Zentimeter, 1 Zentimeter, Pulverschnee, Sk gut, Rodel mäßig. Großer Feldberg: Eisbahn sehr gut.
Rhöa
Wasserkuppe: Bedeckt, —8, 18 Zentimeter, verweht, Ski und Rodel gut. Gersfeld: Bewölkt, — 4, 18 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Eisenacherhaus am Ellenbogen: Nebel, —3, 20 Zentimeter, 2 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel schr gut. Damersfeld: Bewölkt, —5, 25 Zentimeter, verweht, Ski und Rodel gut. Kreuzberg: Bedeckt, —8, 25 Zentimeter, verweht, Ski und Rodel gut.
Spessart
Rohrbrun: Schneetreiben, —6, 18 Zentimeter, 3 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel schr gut.
Vogelsberg
Herchenhainer Höhe: Leichter Schneefall, —4, 20 Zentimeter, 8 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.
Odenwald
Neunkirchen: Bedeckt, — 8, 35 Zentimeter, 10 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.
Schwarzwald
Freudenstadt: Leichter Schneefall, —4, 34 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel schr gut.
Thüringer Wald
Auch im Gebirge wird es teilweise zu Regen- fällen und habet zur Vecharschung bezw. Vereisung der Schneedecke kommen.
Von See -ttMsbübne.
Lentralthealer. „Reserve hat Ruh", ein urkomischer Mllitärschwank mit Bombenbesetzung, dem um die Gunst des Publikums keinen Moment bange zu fein braucht. Schallendes Gelächter begleitet die übermütige Handlung von Anfang bis zu Ende und schmunzelnd verlerbt man sich schon hundertmal gehörte Kasernenhofblüten ein. Das Rekrutenleben mit allen seinen Freuden und Leiden ist derart drastisch gezeichnet, daß man aus dem Lachen einfach nicht herauskommt. Schuld daran tragen vor allem der leicht blöde Einjährige und Astrologendoktor (Fred Hörbiger) als Schrecken der Kompagnie mit seinem getreuen Berater Zapp (Fritz Kampers), der alle Schliche des Kommisses von Grund auf kennt. Um diese beiden Hauptakteure windet sich ein Kranz gelungenster Figuren, begonnen von der Hauswirtin (Senta Sönelad) bis zum Hauptmann (Albert Paulig), der so glücklich um die Majorsecke kommt. Am Anfang und Ende aber steht die Liebe, wie es sich bei einem rechten Militärschwank geziemt.
Modernes Theater. „Yorck". Alle bisherigen Filme aus der deutschen Geschichte waren entweder lebendes Bilderbuch oder Einspannung einer großen Persönlichkeit in eine durchschnittliche Spielhandlung, die oft gut, aber wenig wahrscheinlich war, der nationale Film fehlte, ihn gab es bisher nicht. Mit „Yorck" ist eine Wendung eingetreten. Zum ersten Mal ist hier eine Persönlichkeit in den Mittelpunkt gestellt, ihr Wollen, ihr Verantwortungsgefühl, ihr Pflichtbewußtsein und der harte Kampf um das Ziel: Freiheit. Sie wurde nicht durch Liebesgeschichten verwässert (die Episode der Tochter HOorcks bleibt ganz im Hintergrund), im Brennpunkt teht allein der Daterlandsfreund Yorck, und sein Kampf zwischen Pflicht und Tat. Wir erleben die deutsche Not vor 120 Jahren, als deutsche Soldaten für Frankreich gegen Rußland kämpfen mußten. Yorck ist ihr General. Er hat schon harte Verluste gehabt. Napoleon ist geschlagen. Versäumt man jetzt die Gelegenheit, Preußen wehrhaft zu machen,
dann ist der Staat Friedrichs für immer verloren. In drei Tagen sagt der General nach Berlin, um den König zur Aufgabe des Vertrages mit Napo- ton zu veranlassen. Der schwächliche Monarch kommt nicht zur Tat, da muß Yorck selbst handeln, er verbündet sich mit Rußland gegen den Willen eines Königs. Das notwendige Handeln hat Yorck ^griffen. Er wagt die Tat, weil sie getan werden nuß. Der Staatsstreich glückt und siegreich ziehen )ie Truppen in Berlin ein. Yorck ist kein Desperado, sein Schritt ist erkämpft, abgerungen. Er ist kein Hochverräter, wenn er illegal wird, weil er eine Tar ausführt, zu der der Monarch zu chwach. Er weiß aber um die Schwere seines Schrittes und kennt iue Folgen. Nichts aber hält ihn zurück, „über alles das Vaterland", das ist seine Devise. Für den Film hatte man sich die besten Schauspieler herangeholt. Werner Krauß gab den Yorck. Wohl selten hat ein Mensch sich mit solch visionärer Kraft in eine Gestalt eingefühlt. Sicher hat der historische Yorck ganz anders ausgesehen, aber Krauß war Yorck, hier war das Ringen um die Tat. Auf seinem Gesicht spiegelt sich der ganze Kampf ein.- herrliche schauspielerische Leistung. Der König Forstners schwankend, unschlüssig und doch nicht abstoßend Zwischen den beiden Nationen spielt sich der Kampf um Deutschlands Freiheit. Yorck siegt. Eine Persönlichkeit setzt sich durch auch gegen alle Widerstände Der Film zeigt manche Parallele zur Jetztzeit. Man hat ihn wohl deshalb gedreht. Möge den Führern von heute aber auch soviel Besonnenheit innewohnen, wie dem Helden der Befreiungszeit.
Humov
Sie: „Alles habe ich in die Ehe mitgeb rächt! Du hast doch vor unserer Verheiratung nichts gehabt!"
Er: „Doch! Eins hatte ich: Ruhe!"
Ärzte-Gutachten
40000 Aerzte wurden gefragt — Nach den bis jetzt eingegangenen Antworten zu urteilen, schätzen 99 Prozent
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