Sette 8
Samstag, den 2. Januar 1932
Rr. I
Klugzeug verdrängt Hundeschlitten
Die Ausdehnung des Flugverkehrs in Alaska hat den Hundeschlitten, der im Fernen Norden un« entbehrlich war, in die Rumpelkammer verwiesen. „Ein Flugzeug", erklärt Archur Johnson, ein Sachverständiger der Verkehrsfragen Alaskas, „ist ja auch in der Lage, in einer Stunde eine Strecke zurückzulögen, für die das Hundegefpann eine volle Woche brauchte. Wer der Flugzeugtransvort ist nicht nur schneller, sondern auch billiger. Zurzeit erstreckt sich das Netz der Fluglinien von Alaska über 5000 Kilometer. Wegen der niedrigen Temperaturen gibt es eine Reihe von Schwierigkeiten zu beheben, wie sie dem Flugverkehr nur hier entgegentreten. Sinkt doch das Thermometer nicht selten auf 56 Grad Celsius unter den Nullpunkt. Während einer Zeit von fünf bis sieben Monaten sind wir beim Landen auf die Schlittenkufen angewiesen. Wir landen auf Seen und Flüssen. Im Sommer gebrauchen wir Pontons. Schlittenkufen dienen auch während des Frühlings zur Zeit der Schneeschmelze bei der Landung im Morast. Wir suchen immer noch die zweckdien- kichsten Kufen. Wir haben es ja mit den verschiedensten Arten von Schnee, weichem, gefrorenem, vereistem oder Pulverschnee zu tun. Und jede Schneeart verlangt ein besonderes Landungs- mannöver. Obwohl wir schon unzählige Versuche gemacht haben, ist es uns noch nicht gelungen, den Idealtyp einer Schlittenkufe zu finden."
Ein Anfchlagsverfuch gegen einen iiaNenischen
s Konsul in 11521.
Cleveland, 31 Dez. Die Polizei entdeckte eine
Söllenmaschine im einem dem hiesigen italienischen onsul gesandten Paket. Die Maschine wurde in der Umgebung der Stadt zur Explosion gebracht. Es scheint, daß man einer umfangreichen Verschwörung gegen die italienischen Konsularbehörden in den Vereinigten Staaten aus di« Spur gekommen ist.
Verbrecher-aus durch Zauberei
Indische Polizisten als Fakire
London, 31. Dez. Noch immer bleibt Indien trotz aller Errungenschaften der Zivilisation die seit Jahrzehnten sein Antlitz verändern, für den Europäer ein Land voller Geheimnisse und Wunder. Selbst die Polizei, diese exakteste Schutztruppe einer modernen Staatsmaschinerie, ist tn Indien noch mit dem alten Glauben an Magie und Fakirwunder verbunden. Sonst wäre ein solcher Vorfall, wie ihn die „Calkutta Review" in einer ihrer letzten Nummern schildert, kaum verständlich.
Die Gattin eines hohen englischen Beamten in Kaschmir wurde eines Tages bestohlen. Wie in solchen Fällen üblich, kam ein Polizeibeamter ins Haus und bat die Dam«, Frau Cotter Morison, ihm mitzuteilen, ob sie irgend einen bestimmten Verdacht hege. Frau Morison mußte diese Frage verneinen.
„Dann müssen wir es mit Zauberei versuchen" erklärte der Polizist. Er schrieb die Namen sämtlicher Diener des Hauses aus Zettel auf und steckte diese zusammengerollt in den Ausguß eines Teekessels.
„Der Kessel wird die Verbrecher finden," meinte der Polizist und stimmt« einen gehölmnis- oollen Gesang an.
Der Beamte hielt den Teekestel aus der Hand fläche. Als der erste Zettel hineingesteckt wurde, geschah Nichts und auch beim zweiten blieb der Kessel unbewegt auf der Hand stehen. Beim dritten Zettel begann er sich plötzlich um die eigene Achse zu drehen und fiel von der Handfläche zu Boden. Das gleiche spielte sich beim nächsten Zettel ab, während beim fünften der Kessel wieder bewegungslos blieb.
Der Polizist meinte nun, daß diejenigen Zettel, di« die Drehung des Teekessels verursacht haben, die
Namen der Diebe enthalten. Da Frau Morison ungläubig lächelte, wiederholte der Polizist das Ex- perimsnt. Es ergab genau die gleichen Erscheinungen.
Noch merkwürdiger war die Zeremone, die der Polizist anwandte, um denjenigen Dieb zu finden, der das Bargeld der Engländerin gestohlen hatte. Er ließ drei dunkelhäutige Hindus, die sogenannten „Nulwallahs" kommen, die zwei eingeölte Bambusstangen und einen Bronzetops mitbrachten. Die Diener wurden zusammengerufen und die Hindus stellten sich zu beiden Seiten des Bronzetopfes auf. Zwei Diener mußten die Bambusröhren halten, während einer der „Nulwallahs" Sanskrit-Verse aufsagte. Plötzlich unterbrach er die Rezitation und rief: „Bist du da, dann stehe aufl" Entsetzt sahen nun die Anwesenden, daß
die Bambusrohren sich von selbst aufrichten und auf eine neuerliche Verschwörung hin die Hände der Diener förmlich nach vorn rissen. Ueber die Köpfe der Leute hinweg nahmen die Rohre ihren Weg bis zur Tür, Als diese aufgerissen wurde, sah man auf der Schwelle einen jungen Hindu knien. Die Rohre bewegten sich auf den Mann zu und der Oberste der Nulwallahs" erklärte feierlich: „Hier ist der Mann, der das Geld gestohlen hat." Es war einer der Diener, der dann gestand, daß er das Geld entwendet hatte.
Soweit die Geschichte, wie sie das Kalkuttaer Blatt schildert. So interessant sie ist, so muß sie einem Europäer doch einigermaßen unwahrscheinlich erscheinen. Die Verantwortung für ihre Richtigkeit muß jedenfalls der „Calkutta Review" überlassen bleiben.
Seiner Kraftdroschke beraubt
Berlin, 1. Jan. Am Silvesterabend gegee 6.30 Uhr wurde wieder ein Berliner laxenchauffou: von seinen zwei Insassen mit dem Revolver de droht und, ehe er sich zur Wehr setzen konnte, sei 1 ner Kraftdroschke beraubt. Als der Chauffeur an Fahrtziel anhielt, stieg einer der Fahrgäste rechts der andere links aus. Der eine Fahrgast eröffnet dem Chauffeur, daß er nicht bezahlen könne, ix er nur 50 Pfennig hätte, und verweigerte nad einem Wortwechsel auch selbst die Hergab dieser Geldes, obwohl sich der Chauffeur damit begnüget wollte Während des Wortwechsels war der Chauffeur aus der Taxe gestiegen, wurde jedoch von feinen Gegner plötzlich mit einem Revolver bedroht. Un bemerkt von dem Chauffeur stellte sich der zweitt Fahrgast zwischen ihn und die Kraftdroschke. Nock ehe sich der Führer des Wagens versah, hatte fick der am Streit unbeteiliget Fahrgast in bie Kraft droschke geschwungen und fuhr im scharfen Tempe davon, während sein Komplize im letzten Moment in die offenstehende Droschke sprang. Infolge de« um diese Zeit lebhaften Autoverkehrs entkamen die Räuber, noch ehe der Chauffeur die Verfolgung aufnehmen konnte.
Tödlicher Zusammenprall zweier Schüler.
Dresden, 31. Dez. Wie aus Brünn gemeldet wird, lieferte sich in der Nähe der Stadt eine größere Gruppe von Schülern eine Schneeballschlacht. Da» bei rannten zwei der Jungen Hart gegeneinander. In diesem Augenblick erfolgte eine Explosion, durch die beide so schwer verletzt wurden, daß sie nach für»: zer Zeit starben. Die Untersuchung ergab, daß einer der Schüler namens leider einen selbstangefertigten Sprengkörper in feiner Hosentasche getragen hatte, der sich bei dem Zusammenprall entgünbete.
Raubüberfall auf eine Konsumgenossenschaft.
Köln, 1 Ian Zwei massierte Räuber drangen ' am Silvesterabend in die Filiale der Konsum» genossenschafl „Einttacht" am Eva-Platz in Köln» Poll ein. Si« erbeuteten aus der Kaste etwa 2 bi« 3000 RM und entkamen unerkannt.
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