Mr. 1
Samstag, den 2. Januar 1932
Stift •
Dee NeuiahvSgvutz Dee SaUoveu
Sedin, 1. Jan. Der Neujahrsgruß, den die ^ren bei dem heutigen Neujahrsempfang dem spräsidenten überbrachten, lautet wie folgt: Sie letztmals wir Halloren wünschend waren vom Saalestrand gekommen nach Berlin, da wußte man noch nicht von Kriegsgefahren, woll hell und klar die Friedenssonne schien. — Wie anders jetzt nach 17 Schreckensjahren, da bittere Not die Alleinbeherrscherin! Wir wünschen Euch viel Glück und Heil und Segen aus allen Euren melieren Lebenswegen!
Wohl manch Jahrzehnt sind wir ins Schloß gegangen und boten Salz und Wurst und Wünsche dar. Gar gern und freundlich wurden wir empfangen am Tage, da begann ein neues Jahr.
So stehet heut vor Euch ganz ohne Bangen in Biederkeit treu der Halloren Schar, um Euch wie Wilhelm einst an Kaiserthronesstufen ein froh Glückauf! von Herzen zuzurufen. Wir reichen voller Ehrfurcht Euch die Hände, damit an diesem Tage sich erneue und ohne Wanken fort und fort bestände dem Vaterland und Euch gelobte Treue. — Wie auch des Reiches Schicksal sich noch wende: Wir hoffen: daß es blühe und gedeihe und daß in Ehren es hinfort bestehe und reichem Aufschwung bald entgegengehe!
«avoleonS SlasskE »L'Svleut w vd gehoben
Ja der Schlacht bei Mbufit mit einem Goldschatz von 16 Millionen Francs gesunken.
Mit Genehmigung der englischen Admiralität, der Ägyptischen und der französischen Regierung trifft der Kapitän der englischen Flotte Georg Richard Wool- ward Vorbereitungen, um das Flaggschiff Napoleons, „2'Orient“, das in der großen, für Napoleon furchtbaren Seeschlacht epn Abukir unterging, zu heben. Es handelt sich um ein ähnliches Unternehmen wie bei der Hebung der Schiffe „Egypt", „Lutine", „Lauren- tie* und anderer auf dem Grunde des Ozeans ruhender Goldschiffe, denen ihre Millionen entrissen werden sollen und zum Teil sogar schon entrissen sind. Das Flaggschiff des damaligen französischen Konsuls Bonaparte führte nämlich auf seiner stolzen Fahrt nach Aegypten eine Summe von rund 16 Millionen Francs in Gold mit sich, die zur Auszahlung des Soldes an die französische Aegypten-Armee dienen sollte. Nach dem Frieden von Campo Formio im Jahre 1797 überraschte der Korse die Welt mit dem großartigen Pläne, zum größeren Ruhme Frankreich und zur Bedrohung von England eine Expedition nach Aegypten zu unternehmen. Napoleon war damals in Frankreich schon allmächtig, so daß diesem Plan« kein Hindernis in den Weg gelegt wurde. Im Gegenteil, man gab sehr gern dazu die Zustimmung, um den betriebsamen, erfolgreichen und darum gefährlichen Feldherrn aus Paris zu entfernen.
Am 19. Mai 1799 verließ Bonaparte mit einer großen Flotte von 15 Linienschiffen, 14 Fregatten, 12 Korvetten und 25 000 Mann, die auf 400 Transportschiffen befördert wurden, den Hafen von Toulon. In seinem Gefolge befanden sich die tüchtigsten Generale. Gelehrte, Künstler und Techniker, die zur kriegerischen und sriedlichen Eroberung des Landes mitzogen. Am 9. Juni war die Flotte vor Malta erschienen und hotte die Stadt am 13. Juni eingenommen. Diele Goldmillionen wurden nach Aegypten mitgeführt, wo die Flotte am 1. Juli vor Alexandria landete. Die siegreiche „Schlacht bei den Pyramiden" folgte und am 25. Juli zogen die Franzosen in Kairo ein. Da machte die Seeschlacht bei Abukir dem großen Siegesrausch Bonapartes in Aegypten ein Ende. Admiral Brueys, der Befehlshaber der französischen Flotte, hatte sich am 6. Juli auf der Reede von Abukir vor Anker gelegt. Stolz wehte von seinem Flaggschiff „L'Orient" die Flagge. Am L August erschien Admiral Nelson, dec die französische Flotte lange gesucht hatte, mit 13 Linienschiffen und mehreren Fregatten vor der ägyptischen Küste. Der größeren Seetüchtigkeit der englischen Flotte und dem Genie des Admirals Nelson war die französische Flotte nicht gewachsen. Abends um 7 Uhr begann die Schlacht, die sich schon in der ersten Stunde gegen die Franzosen entschied. Zwar wurde Nelson verwundet, und die Franzosen konnten die Schlacht noch die ganze Nacht hindurch fortsetzen. Aber Admiral Brueys fiel und das französische Flaggschiff „L'Orient" geriet in Brand. Es sank nach kurzer Zeit. An Bord dieses Schiffes befand sich aber der ganze ägyptische Kriegsschatz Napoleons.
Mit dem Schiffe „L'Orient" sank der ganz« Kriegsschatz Napoleons, der für die ägyptische Expeditton Verwendung finden sollte, in die Tiefe. 16 Millionen Goldfrancs ruhen seit dem 1. August 1798 auf dem Boden des Meeres bei Abukir. Die Stelle, wo das Gold liegt, kann durch die geschichtlichen Ber'chte der englischen und französischen Admiralität ungefähr noch ' heute festgestellt werden, zumal die große Seeschlacht bei Abukir nicht eine „Bewegungsschlacht" war, wie die Seeschlachten heutzutage, sondern mit verankerten Schiffen geführt wurde. Das Flaggschff, das die Millionen in riesigen eisernen Kisten an Bord hatte, hat sich darum auch nicht während der Kampfhandlung von der Stelle bewegt. Allerdings ist zu bedenken, daß es nach dem Schlachtbericht mit der ganzen Besatzung in die Luft geflogen sein soll. Ob dabei nicht auch die eisernen Kisten Schaden gelitten haben, in denen sich die Millionen befanden, ist durchaus fraglich. Kapitän Woolward ist aber zuversichtlich, daß es ihm gelingen wird, den Goldschatz unversehrt zu finden, denn die Explosion ereignete sich nach dem Kampfbericht an Deck über dem Wasserspiegel, während die Goldkisten im Innern des Schiffes verstaut waren. Sie sind darum wahrscheinlich sofort in die
Lu Den Lteuiahvsempsângen bei Hindenburg
Das diplomatische Corps beim Verlassen des Reichspräsidsntsnpalais nach dem Neujahrsempfcmg. In der Mitte der französische Botschafter Francois-Mncet (X).
VStes ohne Binder
Dor kurzem ist vom Potsdamer Schöffengericht ein Arbeiter namens Lindner verurteilt worden wegen indiVidueller Urkundenfälschung und Betrug. Der gute Lindner hatte verzweifelt nach neuen Ein- nahmequellen Ausschau gehalten, und da war ihm eingefallen, daß seine Frau ein Kind erwarte. Wa- rum noch so lange warten, hatte er sich kühn gefragt war zum Standesamt gegangen und hatte die glückliche Geburt eines Mädchens angegetgt. Mit der Geburtsbescheinigung holte er dann bei Krankenkasse und Wohlfahrtsamt die ihm zustehenden zusätzlichen Unterstützungen ab und dachte sich nichts Böses dabei. Das Kind kam dann schbießAch auch, es war aber leider kein Mädchen, sondern ein Knabe. Ergebnis: zwei Monate Gefängnis.
Viel geschäftstüchtiger hatte sich im vorigen Jahre ein Berliner arbeitsloser Zigarettenarbeiter oegtigt. Auch er hatte den Weg zum Standesamt gefunden, aber bei chm hatte sich ein altes Sprichwort bewährt: der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bxicht. Wenn er hübsch die Zeiten inne gehE n hätte, die Fristen, die sich die Natur für Heb0 Zwecke nun einmal gestellt hat, wer weist vic 'tèicht wäre es noch lange nicht herausgekommcn. Ihn r Zigarettenarbeiter aber war der Ansicht, daß die Natur für seine Zwecke viel zu langsam arbeite. Er konnte jedenfalls nicht so lange warten. Wäh- rend eines Jahres meldete er gleich vier Kinder von derselben Frau an, und das war schließlich sogar einem geduldigen preußischen Standesamt zuviel. Es gab vier Monate Gefängnis und einige Korrekturen in den standesamtllichen Büchern.
Noch erheblich großzügiger war ein Pariser Schuster namens Beyer. In Frankreich mit seiner Kinderarmut gibt es nämlich für jedes die Zahl 2 übersteigende Kind ansehnliche Staatsprämien und erhebliche Unterhaltszuschüsse. Einen solchen Anreiz konnte Beyer auf die Dauer nicht wiederstehen. In Paris hatte er insofern leichtes Spiel, als dort j^de Mairie, und nicht nur die am Wohnort zuständige, eine Geburtsanzeige annimmt. Darüber hinaus mal Beyer so vorsichtig, sich nicht nur auf eine einzige Mutter zu beschränken.
Er machte seine Sache virtuos und ganz durchtrieben. Den unmoralischen Lebenswandel, den man ihm auf der Mairie bisweilen vorwarf, nahm er in Kauf. In der Zeit von knapp zwei Jahren meldete er nicht weniger als 42 Kinder an und strich schmunzeln die Prämien und Renten dafür ein. Insgesamt hat er auf diese Weise den französischen Staat um die stattliche Summe von 68 000 Franken erleichtert. Er verschwendete dieses Geld nicht, er vertrank es nicht Er richtete sich eine Schuhreparaturwerkstätte in jenem nördlichen Vorort von
Tiefe gestürzt, wo sie sich noch heute bef'nden. Die Hebungsarbeiten sollen schon in wenigen Wochen Anfang 1932 in Angriff genommen werden.
Die MeMetssWMs der SSlaveSS
„Stadlbankdir^kloren sollen auf der Erde bleiben*
Berlin, 31. Dez. Im Sklarek-Prozeß wurden am Donnerstag die Wechselgeschäfte der Sklareks mit der Stadtbank weiter erörtert. Auf den Hinweis des Vorsitzenden, daß der Vorsitzende des Wechsel- kontrollbüros, Tausche!, wiederholt Bedenken wegen der hohen Sklarek-Kredite geäußert habe, erwiderte
Paris ein, und das Schicksal erreichte ihn, weil er sich eine ganz moderne Maschine zulegen wollte, deren Anschaffungspreis dir zusätzliche Geburt von drei französischen Staatsbürgern „a la mode in Beyer" nötig machte. Beyer wollte dieses Mal die Prozedur ab kürzen, ging hin und meldete dem Standesbeamten freudestrahlend die Geburt von Drillingen. Das war fein Verderben. In Paris hatte es schon seit vielen Jahren keine Drillinge gegeben, und die medizinische Fakultät bat den erschrockenen Familienvater, die Drillinge besichtigen zu dürfen. Es gab zwei Jahre Gefängnis und ein Mesengelächter in ganz Frankreich.
Eine holländisch, Zeitung berichtete vor einiger Zeit eine äußerst ergötzliche Geschichte dieser Art aus Surabaya, der großen Hafenstadt auf Nieder- ländisch-Jnüien. In Riederländisch-Jndien bewirkt die große Kindersterblichkeit, daß die Geburtenziffer ständig zurückgeht. Die holländische Regierung führt das vor altem auf die Abneigung der Eingeborenen gegen den Impfzwang zurück. Es ist des- halb vor einiger Ziel eine Bekanntmachung erlassen worden, die den Eltern für jedes Kind, das der Impfung zugeführt wird, ein kleines Geldgeschenk in Aussicht stellt Diese Bekantmachung hat zum Teil Wunder bewirkt. Auf der Jmpsstation in Cel- baky erschien eines Tages ein würdiger Mann, dem eine Schar von fast 100 Kindern folgte. Das find, so erklärt der Mann, alles meine Kinder, die ich im Laufe meiner ausgedehnten Reisen durch den Archipel gezeugt habe. Dem Chefarzt blieb nichts anderes übrig als zur Impfung zu schreiten und an den Zahlmeister die Weisung zu geben, eine entspre- chende Geldsumme als Belohnung bereitzuhalten. Während der Impfung begann aber der Morse- telegraph zu ticken und gab die Meldung eines ver- zweifelten Dorfes durch,' dem am Vortage sämtliche kleinen Kinder gestohlen worden waren. Der Pseudo- Don Juan des malayschen Archipels hatte wie ein verzweifelter Rattenfänger von Hameln gehandelt, alle kleinen Kinder in ein Boot verfrachtet, und gedachte nun eine ansehnliche Geldsumme einzustreichen. Er ist nun der Gast der holländischen Königin im Regiovungggefängnis von Surabaya.
Aehnbiche Fälle werden fast jedes Jahr aus Britisch-Zentralafrika berichtet. Dort erhalten die Häuptlinge Prämien, wenn sie ihren Stamm vollzählig dèr Impfung zuführen. Es soll dort habgierige Häuptlinge geben, die ihren ganzen Stamm drei bis viermal gegen Schlafkrankheit und andere Krankheiten haben impfen lassen, ja die zu diesem Zweck Gefangene machen, die sich an Stelle der veralteten und verbotenen Folterung entsprechend oft impfen lassen müssen.
Stadtbankdirektor Hoffmann, es habe sich bei diesen Bedenken niemals um die Sicherheiten, sondern um reine Formalien gehandelt. Wenige Tage vor der Verhaftung der Sklareks habe Tausche! noch gesagt, daß bei den Sklareks alles in Ordnug sei. Nach dem Zusammenbruch sei Stadtrat Gäbel zu ihm, Hoffmann, gekommen und habe erklärt, er solle sich vor Bürgermeister Scholz in acht nehmen, da dieser alles auf ihn schieben wolle. Der Vorsitzende erklärte weiter, wenn Hoffman eine einzige gründliche Prüfung des Sila reff eben Wechselgeschäftes vorgenommen hätte, dann hätte das ganze Gebäude zu- 'ammenstürzen müssen. Zu den angeblichen Russen- qeschäften der Sklareks, die niemals zustande gekommen sind, erklärte Hoffmann auf eine 5 vage des Vorsitzenden, warum die Angaben der Sklareks nicht sorgfältig na (type prüft worden seien: der Ruf
der Sklareks sei der gewesen, daß sie im Reich der unbegrenzten Möglichkeiten lebten.
Vorsitzender: „Stadtdankdirektoren sollen aber lieber auf der Erde bleiben."
Hoffmann: „Die Sklareks waren aber doch ein Anhängsel der Stadt Berlin."
Vorsitzender: „Das sagt gar nichts. Wenn jemand täglich mit einem Minister spazieren geht, wird er selbst noch lange kein Minister."
Bei der Erörterung eines anonymen Briefes an die Stadtbank, in dem darauf aufmerksam gemacht worden war, daß die Sklarek-Wechsel Kellerwechsel seien, machte der Vorsitzende Hoffmann den Vorwurf, daß er bereits aus dem Ergebnis der auf Grund dieses Briefes angeordneten Revision hätte ersehen müssen, daß bei den Sklareks nicht alles in Ordnung sei. Hoffmann entgegnete, es fei wahrscheinlich sein großer Fehler, alle Menschen zunächst für anständig und gut zu halten. — Die Verhandlung wird am Montag fortgesetzt.
Sdmkmd sess» NvodMon
Helsingfors, 1. Jan. Die Ergebnisse der Volks- abstimmunq über die Aufhebung der Prohibition aus 158 Wahlbezirken in Südfinnland einschließlich Helsinafors, Wiborg, Lathi und Fredrikshamm zeigen foloendes Bild: Für die Aufrechterhaltung wurden 28*000, für die Freiaabe von leichten Weinen 1300 und für die vollständige Aushebung der Trockenlegungsbestimmungen 102 000 Stimmen ab. gegeben.
Heus» -Kampf in Sudien
Ungehorsamkeilsseldzuq und Boykott
Bombay, 1. Jan. Der Vollzugsausschuß des Allindischen Kongresses hat beschlossen, den U n g e ° horsamkeitsfeldzug und den Boykott auf britische Waren wieder aufzunehmen. Gandhi hat sofort nach der Sitzung ein Ultimatum an den Vizekönig gesandt, in dem er ihn von dem Beschluß des Kongresses unterrichtet, ihn noch einmal um eine Unterredung bittet und mit.teilt, daß der Kon- greß die Eröffnung des Ungehorsamkeitsfeldzuges noch zurückhalte, bis die Unterredung stattgefunden Habs.
G^kSiWte Vv'ekmakke« toevtvsUev als echte!
Philatelisten folgen mit gespannter Aufmerksamkeit einem Prozeß, der gegenwärtig vor einem Pariser Gerichtshof verhandelt wird. Das Problem, das den Richtern aufgegeben ist, gilt der Beantwortung der Frage, ob es strafbar ist, wenn ein Briefmarkenhändler gefälschte Briefmarken ver- kauft, die gerade weil sie Fälschungen sind, besonders wertvoll sind. Ein Pariser Händler, besten Sachkenntnis und geschäftliche Solidität bekannt sind, hat sich unter der Anschuldigung zu verantworten, Marken verkauft zu haben, von denen er genau wußte, daß sie Nakahmungen sind. Die beanstandeten Stücke sind unter den Markensammlern als „Die Marseiller-Fälschung" und die „Chalons- Fälschung" wohl bekannt. Sie werden eifrig gesucht als Proben der Geschicklichkeit, mit der Fälscher die rote 50 Centimes-Marke mit be? Säerin und die blaue Pasteurmarke zu 1 Franc 50 kopiert haben. Bei den Sammlern gelten diese Fälschungen zehnmal soviel wie die echten Nkarken. Es ist ohne weiteres anzunehmen, daß der Händler die Marken einfach als Kuriositäten der Fälscher- kunst verkaufte, trotzdem hat er sich strafbar gemacht, da das Gesetz den Verkauf gefälschter Marke ohne Ausnahme verbietet.
Austvasisrs «SeWreTeeD
Mit der Zeit von 1 Stunde 53 Minuten, in der die Wolle geschoren und zu einem Herrenanzug verarbeitet wurde, will eine Spinnerei und Wollweberei in Sydney den Schnelligkeitsrekord der Wollverarbettung ausgestellt haben. Diese Leistung, die den Rekord einer Firma in Leeds um 17 Minuten verbesserte, wurde mit der Stoppuhr festgestellt. Der Rennfahrer Norman Smith, der den australischen Schnelligkeitsrekovd für Motorfahrer hält, hatte es übernommen, den fertiggestellten Wollstoff nach der Schneiderwerkstatt in der 7 Ki- lometer entfernten Stadt zu transvortieren. Um ^ll Uhr vormittags gab ein Pistolenschuß das Signal zum Beginn der Schafschur. Innerhalb von 25 Sekunden waren 20 schwere Schafe kahl geschoren und die Wollvliese der Kämm-Maschine übergeben. Daran reihten sich in verwirrend rascher Folge die Arbeitsprozesse des Färbens, des Krempelns, des Spinnens, des Aufbäumens der Kette, der Zwirnerei und des Verwebens. Als der Stoff fertig war, trug eine Kolonne von Arbeitern diesen in Windeseile in das wartende Automobil. Der Unparteiische stieg mit der Stoppuhr ein, und in sausender Fahrt ging es von der Fabrik über die Landstraße, wobei Smith die 7 Kilometer bis zum Schneideratelier in fünf Minuten zurücklegte. Unter den Händen erprobter Zuschneider und der Schneiderinnen der Kleiderfabrik verwandelte sich der schwere Kammgarnstoff im Handumdrehen in Hose, Rock und Weste. Als der letzte Knopflochstich getan war, hielt der Unparteiische die Stoppuhr an und verkündete, daß Australien einen neuen Weltrekord gewonnen habe.
Die österreichische Regierung hat beschlossen, das Aufmarsch- und Versammlungs-Verbot bis einschl. 31. Januar zu verlängern.
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