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Samstag, den 1 Januar 1931

Ät. 1

SrettevbeviGt

Durch die zusammen sinkende Kaltlust hat sich von Spanien über Deutschland hinweg ein Hoch- druckrücken gebildet, in dem es bei Aufheiterung in der Neujahrsnacht zu sehr starken Strahlungs­frösten bis unter15 Grad Celsius kam. In­zwischen ist aber über Westeuropa mieber starke Wirbeltätiâkeit im Gange, die Regenfälle bis an die englische Kanalküste bei Temperaturen bis + 10 Grad hervorruft. Auch bei uns wird sich die Westströmung durchsetzen und Milderung des Frost­wetters Hervorrufen. Wahrscheinlich kommt es noch zu Niederschlägen, die aber vorwiegend als Schnee niedergchen werden. Die weitere Entwicklung des Wetters ist noch nicht absehbar. Vorhersage bis Samstag abend: Vorwiegend bewölkt, zeitweise auch Niederschlag, der bis auf das nördliche Deutschland noch meist als Schnee niedergeht, süd­westliche auffrischende Winde, milder, aber in unserem Bezirk noch weiterhin Frost. Witterungs­aussichten für Sonntag: Milderes und unbestän­diges Wetter wahrscheinlich, doch ist die Entwick­lung einer Tauwetterlage noch nicht sicher voraus­zusehen.

LandSrekS Kaua«

a Killanskädlen, 31. Dez. Goldene Hoch­zeit. Am 3. Januar begehen das seltene Fest der goldenen Hochzeit Herr Wilhelm Kuhn und seine Ehefrau Margarete, geb. Schleich, Heiligenstr. 18. Theaterabend. Am 1. Feiertag veran­staltete der Turnverein Kilianstädten im Saale Zum Schützenhof" einen Theaterabend, an dem das Weihnachtsschauspiel2 rote Rosen" von Pan­nek zur Aufführung gelangte. Mehr als 600 Per­sonen folgten der Handlung. Die Darsteller, alles Mitglieder des Turnvereins, gaben ihr Bestes. Das Schauspiel wurde durch eine Weihnachtsouvertüre, ge­spielt von der Kapelle der blonden Boys, einge­leitet. Am Neujahrstag gelangt im SaaleZum Schützenhof"Die Bettelprinzessin", veranstaltet von denFreien Sängern", zur Aufführung.

hüMngesâh, 1. Jan. D i e n st j u b i l 8 u m. Herr Konrad Habermann ist heute 30 Jahre als Feldhüter bei unserer Gemeinde angestellt.

Dörnigheim. 1. Jan Gemeindevertreter­fi tz u n g Am 30. Dezember, abends 8 Uhr, fand eine Gemeindevertretersitzung statt. Auf der Tages­ordnung standen 4 Punkte. Punkt 1. Herr Bürger­meister Leis gibt bekannt, daß der Beschluß der Ge- meindevertetersitzuno vom 23. November 1931 be­treffend Winterbeihilfe von der betr. Behörde keine Genehmigung gefunden hat. Punkt 2. Der Antrag für das 4. Quartal eine Erhöhung sämtlicher Steuern beschließen zu wollen, wird abqelehnt. Punkt 3 Der Antrag des Büroanaestellten Wilhelm Schreiber um Bewilligung eines Zuschusses zu den Be- ntenseminarkosten wurde ebenfalls abgelehnt. 3 er Bäte der Zweigberingungsstelle Untermain, um "ir ; @e ' nterstützung, kann wegen Geldmangels n'cht entsnrochen werden. Doch wird, sobald die Oeßnerbältniffe sich gebessert haben, ein Beitrag bisher geleistet werden Zum Schluß wurden hiedene gestellten Fragen durch Herrn Bürger- . beantwortet.

votnigbesm, 1. Jan. G eflü gel- Au s - ft ell un g. Der hiesige Geflügelzuchtverein hält ferne diesjährige Schau am 3. Januar im Gasthaus Zur Ma nlust"- ab. Es kommen Tiere zur Schau, welche auf großen Ausstellunaen mit großen 9(us* Zeichnungen prämiiert wurden. Als Preisrichter wurdr Heinrich Koch-Langenselbold bestimmt.

Aus GSeinheim und tUmgebuus

w Klein-Auheim, 1. Jan. Weihnachtsfeier. Die kath. Vereine begingen am verflossenen Sonn­tag unter Führung des Volksvereins im großen Kaisersaale ihre diesjährige Weihnachtsfeier. Nach der Begrüßung durch den zweiten Vorsitzenden des Volksvereins, Herrn G. Gesser, und den beiden Vorträgen des immer gern gehörten Kirchenchores machte Herr Pfarrer Weißbäcker kurze Ausführun­gen über den Sinn dieser Feier. Er sah ihn darin, daß man auch außerhalb von Kirche und Familie Gelegenheit nehme, sich in Freude zu der heiligen Tatsache der Geburt des Erlösers zu bekennen. Die Svielschar des Jünglingsvereins brachte das

ShluaS Truppen sollen hinter die Große Mauer rnvüekgetvovfen werden

Blick auf die große Mauer, das 1700 Jahre alle Verkeldlgungswerk Chinas

Nachdem die Japaner ihren Vormarsch in südlicher Richtung wieder ausgenommen haben, scheint das militärische Ziel Japans die Zurückwerfung aller chinesischen Truppenteile hinter die Große Mauer zu sein. Damit würden die Grenzen Chinas wieder ebenso gezogen werden, wie sie vor 1700 Jahren waren, als die Kaiser die 2450 Kilometer lange und 16 Meter hohe Mauer zum Schutze gegen die Einfälle der wilden Horden aus der Mandschurei und Mongolei errichten ließen.

Nie Shluessn bleiben tu der MaudsKurst

Paris, 1. Jan. Wie Yavas aus Nanking mel­det, dementiert General Tscheng Ming Schu for­mell, daß die chinesischen Truppen sich ohne Wider­stand aus der Mandschurei zurückziehen würden. Die Zentralregierung habe im Gegenteil Marschall Tschanghsueliang angewiesen, den vordringenden Japanern energischen Widerstand enlgegenzusetzen.

Nanking, 1. Jan. Das chinesische Kabinett Hal beschlossen, Tschinlschau unter allen Umständen zu halten. Marschall Tschanghsueliang hat die Anwei­

KrtppenspielLicht über Bethlehem zur Darstellung. Auch der zweite Teil, in dem Mädchen von der Jungfruuen-Sodalttät die Unterhaltung bestritten, konnte allen gefallen.

Ans Seankfuet a. M

Dev Savas-VvoreH

: Am letzten Tage im alten Jahre wurde im Favag-Prozeß im Rahmen der Kahn-Konzern-Ge- schäfte die Sanierung derErfordia", Maschinen­fabrik in Erfurt behandelt. DieErfordia", die Kirschbaum als einSchmuckkästchen" bezeichnete, sollte ähnlich wie andere Unternehmungen durch die Industrie-Verwaltungs- und Betriebsgesellichaft ausgeschlachtet werden. Später bemühte man sich, die Gesellschaft zu erhalten und zu sanieren. Zu die­sem Zweck verkaufte die Diskonto-Gesellschaft ihre Forderungen an dieErfordia" zum Preise von 60 Proz. an die Verwaltungsgesellschaft und räumte einen Kredit von 250 000 RM ein. Für diese Ge­schäfte verlangte die Disconto eine Bürgichast, die wiederum die Favag, die mit den ganzen Geschäften nichts zu tun hatte übernehmen mußte. Bei der Erörterung der Geschäfte in der heutigen Verhand­lung bemerkte ein Ersatzrichter, daß die Sache für die Favag doch ein faules Geschäft gewesen sei. Während die Disconto froh war, mit "60 Prozent ihr Geld zu erhalten, habe Kirschbaum die Werte in voller Höhe übernommen. Kirschbaum bestritt dies erregt. Er könne nicht einsehen, daß das Geschäft

sung erhalten, den Befehl auf Räumung der Stadt wieder zurückzuziehen. In Befolgung des Be- schlusses des Kabinetts haben die chinesischen Trup­pen Befehl erhalten, sofort den Rückmarsch nach Tschinlschau anzutreten. In Tinlschau werden fieber­hafte Anstrengungen gemacht, um die Stadt wieder in Verteidigungszustand zu bringen. Die Japaner bereiten eine Umgehung von Tschinlschau vor. Flug­zeuge haben 400 Mann an der Lienschan-Vuchl ge- landel, die sofort in das Gebiet südlich von Tschinlschau abmarschieri sind. Die japanische Vor­hut befinde sich nur noch etwa 20 Kilometer vor Tschinlschau.

schlecht unlb ein Risiko gewesen sei, denn dann hätte sich Kommerzienrat Frank (Disconto) einerseits nicht daran beteiligen können und hätte auch der Favag abraten müssen, in das Geschäft hineinzugehen. Im weiteren Verlauf der Verhandlung wurde festge­stellt daß die Frage der Beteiligung damals völlig unttar und verwickelt war. Das Erfordia-Geschäft wurde zunächst von der Kahn-Gesellschaft, aber nur für den Geschäftsanteil für Richard Kahn, im Auf­trage der Jndustrieverwaltungsgesellschaft getätigt; diese Gesellschaft war damals aber überhaupt noch nicht gegründet und tätigte später die Geschäfte auch nur für Rechnung von Kirschbaum, Becker und Kahn, während die übrigen Gesellschafter damit nichts zu tun hatten. Angesichts so vieler Unklar­heiten, so bemerkte der Staatsanwalt, sei es er­staunlich, wie es Kirschbaum als Vorstandsmitglied der Favag rechtfertigen konnte, daß die Favag das Aval gab. Auch bezüglich der Ausstellung des Ver­sicherungsscheines durch die Favag wurden erheb­liche Unklarheiten festgestellt. Trotz eingehender Besprechung dieses Falles ließ sich nicht klären, auf wen die Versicherungsscheine tatsächlich hätten lauten müssen. Ein Beirichter sah sich veranlaßt, diese ganzen Vorgänge alsschaurige Geschäfte" zu bezeichnen. Trotzdem sich Kirschbaum in teilweise erregten Worten gegen die Vorwürfe von Staats­anwaltschaft und Gericht wandte, war er nicht in der Lage, alle Widersprüche zu klären. Er ver­suchte, sich immer wieder damit zu verteidigen, daß die Geschäfte doch genügend gesichert gewesen seien und daß man damals nicht daran gedacht habe, daß man sich strafrechtlich schuldig mache. Zum Schluß wurden mehrere Anträge der Verteidigung

auf Ladung von Zeugen beraten. Dr. Kirschbaum stellte für sich den Antrag, Herrn o. Stauß (Deutsche Bank), Berlin, darüber zu vernehmen, daß die Deutsche Bank Gesellschaften saniert habe, an denen Stauß selbst beteiligt gewesen fei. Das Gericht beschloß nach kurzer Beratung die Vernehmung des Herrn o. Stauß: desgleichen sollen noch mehrere andere Zeugen in derselben Angelegenheit geladen werden. Die nächste Verhandlung findet am Mon­tag statt.

Der falsche Defregger

: Vor etwa 2% Jahren hat in Frankfurt schon einmal ein großer Bilderfälscherprozeß enormes Aufsehen erregt. Jetzt ist das Bettugskommissariat des Frankfurter Polizeipräsidiums einer neuen Bilderfälschungsasfäre auf die Spur gekommen, die nach dem Saargebirt hin führt. Es handelt sich um einen echten Defregger und um einen echten Braith, die einem hiesigen Kunsthändler in Kommission ge­geben worden waren. Dieser ließ sich von einem hiesigen Maler von den beiden echten Originalen Fälschungen anfertgien, die er nach dem Saargebiet verkaufte. Schließlich gab es wegen der Kaufsumme Differenzen, um so mehr, als der Eigentümer des echten Defregger überhaupt noch nichts für sein Bild erhalten hatte. Dadurch kam die ganze Angelegen- Heft ins Rollen und wurde von der Staatsanwalt schast aufgegriffen. Im Gegensatz zu der Meldung einer hiesigen Zeitung haben die in dem Bilder- fälschungsprozeß vor 2% Jahren genannten Müller und Baumann nicht das geringste mit der neuen Angelegenheit zu tun.

Erneute Schiffahrlssperre auf dem Maln

Nach Mitteilung des Wasserbauamts ist die Bergfahrt erneut am Neujahrstag morgens ge­sperrt worden. Die gelöschten Kähne können noch im Laufe des Samstags den Main verlassen. Für die nächsten Tage ist Eisgang zu erwarten. Wegen der noch schwankenden Witterung ist von der Niederlegung der Stauwehre vorerst Abstand ge- nommen worden.

Die Neujahrsnachk in Frankfurt

: Die Neujahrsnacht ist in Frankfurt im allge» meinen ruhig verlaufen. Die Kälte, die gegen 11 Uhr mit 78 Grad unter Null einsetzte, und di« Geldknappheit waren dem üblichen Silvestertreiben hinderlich. Die Polizei hatte zwar erhöhten Dienst, brauchte aber nur in verhältnismäßig wenig Fällen einzugreifen. Dafür waren die Einbrecher sehr rege. In der Wohnung eines Geschäftsmannes in Sachsenhausen stahlen Einbrecher 9600 Mark in bar, die dort unvorsichtigerweise in 100- und 50-Markscheinen aufbewahrt wurden. Weiter kamen noch acht bis zehn diverse Einbrüche zur An­zeige. Im Vorort Eschersheim wurde ein 40jähriger Mann von einem unbekannten Schützen durch einen Kopfschuß schwer verletzt. Ebenfalls in Eschersheim kam es im Verlaufe einer Schneeballschlacht zu einer Schießerei, wobei die Kugeln aber glücklicher« weise fehlgingen.

Aus Hab imd Seen

Maul- und Klauenseuche

Friedberg, 2. Jan. In Rödgen, Kreis Fried­berg, ist Ne Maul- und Klauenseuche ausgobrochen.

vor die Lokomotive gesprungen.

Wächtersbach, 1. Jan. Heute abend kurz nach %7 Uhr sprang ein etwa 24 Jahre alter Mann vor die Lokomotive eines Personenzuges und ließ sich überfahren. Der Lebensmüde war sofort tot. Die Personalien tonnten noch nicht fest gestellt werden.

Verbrechen oder Unfall?

Naumburg (Bez. Kassel), 1. Jan. Ein ge- heimnisvoller Todesfall erregt hier größtes Auf­sehen. Der 28jährige August Siebert, der einzige Sohn einer Witwe, verließ am Abend des zweiten Weihnachtstages die elterliche Wohnung, um Be­kannte zu besuchen Von diesem Ausgang ist er nicht wieder zurückgekehrt. Man fand ihn an einer wenig belebten Straße vor Naumburg tot an der Böschung liegend auf. Die Polizei hat sofort die Leiche beschlagnahmt, da festgestellt werden soll, ob durch ein Verbrechen oder einen Unfall der Tod des jungen Manes eingetreten ist. Einen Selbstmord hält man für ausgeschlossen.

Neue

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Henkel & Cie. A.-G., Düsseldorf

P 305 __________________